Archiv für die Kategorie ‘Thüringen’

Warum die Saalekaskade in Ostthüringen weiter nur ein Zehntel ihres Stauvolumens für den Hochwasserschutz nutzt. Auf dem Papier hat die Flut 2013 gar nicht stattgefunden

Hohenwarte/Jena/Halle/Brambach. Das war knapp. Noch fünf Zentimeter mehr, sagte Anfang Juni ein Feuerwehrmann in Halle, „und wir wären erledigt gewesen“. „Drei“, verbesserte ein Kollege. Drei Zentimeter, und Sachsen-Anhalts größte Plattenbausiedlung in Halle-Neustadt wäre im Hochwasser der Saale versunken

Noch während der Jahrhundertflut, der dritten in 19 Jahren, ist es der ehemalige CDU-Stadtrat Eberhard Doege, der von Halle aus nach Ostthüringen zeigt. „Schaut euch doch mal das Talsperren-Management dort an“, zitiert ihn die „Mitteldeutsche Zeitung“. Zu DDR-Zeiten habe es zwar auch Hochwasser gegeben. Aber nicht mit solchen Auswirkungen. Das falle „schon auf“

Heinz Schmerschneider, ein Hallenser Anwalt, vertieft das Thema. Er fragt ein bisschen polemisch, was eigentlich aus den Staumauern in den Thüringer Bergen geworden sei. Wurden die gerade renoviert? Sind sie inzwischen zurückgebaut? Oder war eben mal der Talsperrenwärter krank?

Natürlich nicht. Die Bleiloch-Talsperre, fertiggestellt 1928, ist mit 215 Millionen Kubikmetern noch immer die größte Rückhaltewanne Deutschlands. Zusammen mit dem Stausee Hohenwarte und drei kleineren Speichern bildet sie die Saalekaskade. Ein System, dessen 400 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen in der Lage ist, die Pegelstände bis in die Elbe bei Magdeburg zu beeinflussen. Das ist in trockenen Sommern wichtig. Aber noch wichtiger, wenn es sintflutartig regnet.

Nur im Krisenfall gibt die Behörde Anweisung

So wie in der letzten Maiwoche 2013. Seltsam, dass sich ausgerechnet in diesen Tagen der Stausee Hohenwarte randvoll präsentierte. Einige Besitzer von schwarz gebauten DDR-Bungalows in der Bucht Alter vermuten, der Vollstau galt ihnen. Der Energiekonzern Vattenfall, er ist Eigentümer der Stauseen, will die Bungalows weghaben. Vattenfall konnte aber darauf verweisen, dass der vorgeschriebene Sommer-Stauraum für den Hochwasserschutz eingehalten worden ist. Nämlich in der Bleiloch-Sperre, man müsse beide immer zusammen sehen. Und Bleiloch hatte zu Beginn des Hochwassers 40 Millionen Kubikmeter Luft, fünf Millionen mehr als nötig. Bei der Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena heißt es, Vattenfall sei ein sehr kompetenter Partner, was das Management der Kaskade angeht. Nur im Krisenfall gebe die Behörde selbst die Anweisungen.

Weshalb nicht Platz für 100 Millionen Kubik?

Nicht allein in Halle wurde die Frage laut, weshalb ein so wirksames Schutzsystem wie die Saalekaskade keine zehn Prozent ihres Stauvolumens für Hochwasser freihalten muss. Im Winter mit 55 Millionen Kubikmetern etwas mehr wegen der erwartbaren Schneeschmelze. Aber reicht das?

Bei weitem nicht, mit solchen „verhängnisvollen Stauraumwerten“ könnten nur Befehlsausführende eines „fachlich inkompetenten Gesetzgebers“ hantieren, erregte sich schon vor elf Jahren der kundige Jenaer Harald Kluge. Er bezog sich allerdings auf die damals nur 25 Millionen Kubikmeter Sommerstauraum und 40 Millionen im Winter, die der promovierte Freizeitangler für unvertretbar hielt. Kein Wunder, denn das Hochwasser im Januar 2003 hatte die High-Tech-Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst am 16. April 2008 reagierte das Umweltministerium mit einem müden Erlass, die Freiräume zu vergrößern. „Aber mindestens das Doppelte wäre nötig“, ärgert sich Frank Jauch, der Dezernent für Finanzen und Sicherheit in Jena. Hätte die Saalekaskade für 100 Millionen Kubikmeter Platz gehabt, wäre Jena-Göschwitz im Juni 2013 nicht so jämmerlich abgesoffen, glaubt der SPD-Mann. Er fasse es nicht, wie hochnäsig die TLUG über die Jenaer Argumente hinweg gehe.

Es gebe keinen Grund, am aktuellen Stauregime etwas zu ändern, beharrt Peter Krause, bei der Behörde zuständig für den gewässerkundlichen Landesdienst und die Hochwasser-Nachrichtenzentrale. Denn erstens, sagt er, sei der Starkregen im Mai/Juni ein wirklich seltenes Ereignis gewesen. Und zweitens hätten vor allem die Saale-Zuflüsse hinter der Kaskade das Hochwasser gebracht.

Ja, genau wie 1994, dreht Gerhard Kemmler vom Verband Angeln und Naturschutz den Spieß argumentativ um. Damals habe besonders die Schwarza extreme Wassermassen in die Saale geschüttet. Nur mit dem Unterschied, dass die Saaletalsperren zufällig so viel Luft hatten, dass sie erstmalig drei Tage lang komplett geschlossen werden konnten. Der Angelfreund schlussfolgert: Das war vergangenen Juni wieder nur Glück. Denn hätte die Schwarza genauso getobt wie 1994, wäre bei gleichzeitigem Überlaufen der Hohenwarte-Sperre vermutlich sogar der Jenaer Marktplatz geflutet worden. Über die Schäden der Unterlieger in Sachsen-Anhalt, so Kemmler, dürfe man gar nicht erst nachdenken. Hoffentlich komme dort niemand auf die Idee, von Thüringen Schadenersatz zu fordern.

Horst-Dieter Hantschel hat das nicht vor. Er mag die Thüringer, die einen Gutteil der Gäste in seinem Hotel „Elbterrassen zu Brambach“ ausmachen. In normalen Zeiten. Das Juni-Hochwasser verwüstete zwar nicht Brambach, heute ein Ortsteil der Doppelstadt Dessau-Roßlau. Einen Teil der hübschen Herberge mit Gastronomie aber schon. Runde 100″000 Euro Schaden. Das Haus steht seit 1918 direkt an der Elbe.

Mit der Saale, die erst einige Kilometer flussabwärts bei Barby einbiegt, hat Hantschel demnach nichts zu tun. Leider doch, korrigiert der gemütlich brummende Mann, der mit seiner Frau Ramona das Hotel seit 1991 betreibt. Führten Elbe und Saale gleichzeitig Hochwasser, mache der Rückstau der Saale bis zu zehn Zentimeter aus. Zehn Zentimeter, die entscheidend sein können.

Im Juni waren sie es. „Die Saale erleben wir hier sonst eher als ruhigen Fluss“, erzählt Hantschel. Alarm geschlagen werde mehr wegen der sächsischen Mulde. Man habe gelernt, mit Hochwasser zu leben. Aber es komme immer öfter und heftiger, beobachtet der Anhalter Gastronom. Am schwersten ausgerechnet in der Gästesaison. „Voriges Jahr blieben selbst Stammgäste weg, als wir alles schon wieder in Ordnung hatten“, grämt sich Hantschel über den Umsatzeinbruch. Er hat trotzdem keinen seiner Mitarbeiter entlassen.

„Wir bekamen nach dem Hochwasser auch viele Anrufe, ob es sich lohnt, zu uns in Urlaub zu kommen“, gibt Almut Lukas, die Vorsitzende des Fördervereins Bleiloch-Hohenwarte-Stausee e.V., Auskunft. Aber ob sich überhaupt noch Feriengäste und Camper anlocken ließen, wenn der Wasserspiegel der Stauseen beständig sechs oder gar acht Meter tiefer läge, weiß sie nicht zu sagen. Da müssten vorher viele Partner an einen Tisch, um das zu diskutieren, findet die Touristikerin.

„Die müssen sich mal klar werden, was sie wollen.“

„Mir wäre das lieber als zu viel Wasser, dann hätte ich mehr Stellfläche“, sagt Reinhard Schniz, der in Neumannshof und Droschkau zwei Zeltplätze betreibt. Als die Hohenwarte schon zu Pfingsten voll war, musste er Gästen absagen. Ganz anders denkt Klaus-Peter Pretzsch, der mit zwei Kabinenschiffen auf dem Bleiloch-Stausee schippert. „Die müssen sich mal klar werden, was sie eigentlich wollen“, wettert er beim Gedanken an Niedrigwasser. Viel mehr als Tourismus sei doch hier nicht, und gemessen an DDR-Zeiten werde der Wasserstand schon um einiges niedriger gehalten.

Erinnerung täuscht manchmal. Im Mai 2011 konnte Pretzsch sein Hotelschiff „Bad Lobenstein“ zur Premierenfahrt bis Harra steuern. Erstmals in der Nachkriegszeit kam hier wieder ein größerer Kahn hin. „Das geht bei weniger Wasser nicht“, räumt der Schiffsführer ein. Auch die Freunde des Motorboot-Sports würden bei wenig Wasser wohl endgültig aufgeben, gibt er zu bedenken.

Jüngste Jahrhundertflut kam nicht in Risikokarte

Hochwasserschutz sei nie der einzige Zweck der Kaskade gewesen, betont Marcel Möller vom Referat Wasserbau des Umweltministeriums. Schon die Erbauer hätten auch die Energiegewinnung im Blick gehabt. Der touristische Aspekt sei dann später hinzu gekommen. Die Stadt Jena, sagt der Ministeriale, sollte erst mal ihre Hausaufgaben im Fach Hochwasserschutz machen. Spundwände und so. Man könne Vattenfall nicht 100 oder gar 130 Millionen Kubikmeter Freihaltevolumen zumuten: „Dann müssten wir die dafür irgendwie entschädigen.“

Für Thomas Schulz ist das neu. Aus Sicht der Energieerzeugung, erklärt der langjährige Experte beim Stromkonzern, nütze es nicht, möglichst viel Wasser in den Talsperren zu haben. Denn bei einem Hochwasser müssen dann die Fluten über den Grundablass und die Hochwasserentlastung an den Staumauern abgelassen werden. Also energetisch ungenutzt. Für Vattenfall, so Schulz, würden auch die unterschiedlichen Einstellungen der Sommer- und Winterkapazität für den Hochwasserschutz keine Rolle spielen. Die würden von den Behörden so vorgegeben.

Die TLUG hat jetzt 74 Hochwasser-Risikogebiete kartiert und online gestellt. Die Bezeichnungen HQ20, HQ100 und HQ200 geben an, wo das Hochwasser im statistischen Mittel ein Mal in 20, 100 und 200 Jahren hinkommt. Frank Jauch hat erwartet, dass sich der HQ100-Wert nach der Juni-Flut entsprechend verändert. Fehlanzeige, schimpft der Jenaer Dezernent. Das Land tue so, als hätte es die Flut 2013 gar nicht gegeben. Das sei „der Gipfel der Verantwortungslosigkeit“.

Quelle: otz.de

Advertisements

Nach dem Hochwasser wieder Alltag in der Pfarrmühle

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Am 31. Mai dieses Jahres stand das Wasser der Rauda teilweise zwei Meter hoch in den Räumen der Pfarrmühle. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn und treuer Kunden herrscht mittlerweile wieder Alltag im Mühltal.

Mühltal. Ein paar Monate sind seit dem Juni-Hochwasser, das auch im Eisenberger Mühltal wütete, vergangen. „Uns geht es wieder gut“, sagt Martina Seidemann, Inhaberin des Wald­hotels Pfarrmühle. Anderthalb Meter stand das Wasser am 31. Mai dieses Jahres in der ­Küche, zwei Meter im Keller, der Biergarten – überflutet.

„Man hat nur noch die Oberfläche der Tische gesehen“, erinnert sie sich, während sie aus dem Fenster schaut. Eine Katze habe darauf gesessen, wusste nicht, wie sie mit trockenen Pfoten ins Haus kommen soll. „Wir haben den Bach immer im Auge ­gehabt“, erzählt Martina Seidemann. Einen Tag zuvor war noch eine Wandergruppe zu ­Besuch, pitschnass vom damals einsetzenden Regen.

Nach einem letzten Kontrollgang legen sich die Wirtsleute schlafen. „Es war ja noch alles in Ordnung.“ Nach ein paar Stunden wird Martina Seidemann wach: „Ich habe aus dem Fenster gesehen, da ist schon alles rund ums Haus geschwommen und der Bach war zum reißenden Fluss geworden.“ Erst versagt die Außenbeleuchtung, später auch der Strom im Haus. ­Gegen 3″Uhr in der Nacht kommt die Feuerwehr, schaut, ob evakuiert werden muss. „Wir hatten ja auch Hausgäste.“

Zum Glück weicht das Wasser schnell, schon tags darauf kann die Familie mit dem Aufräumen beginnen. Die Feuerwehr aus Weißenborn kehrt am Morgen ebenfalls ins Mühltal zurück. „Die haben ganz tolle Arbeit geleistet, alles ab­gepumpt, bis nicht mal mehr der Schlamm in den Räumen war“, ist Martina Seidemann noch immer dankbar. Die Einsatzkräfte zersägen auch große Baumstämme und an­deres Treibgut, das sich rund um das Mühlengelände an den Zäunen sammelt.

Die Schäden schätzt die Chefin auf rund 50 000 Euro. Ein Haus, in dem sich unter anderem Lagerräume befinden, wurde großflächig unterspült und drohte abzusacken. Das Wehr wurde zerschlagen, eine Brücke beschädigt, auch das Mühlrad nimmt Schaden. Teils notdürftig wird repariert, damit der Betrieb weitergehen kann. „Unser großer Vorteil war, dass wir weitermachen konnten, auch wenn das Tal teilweise nicht erreichbar war“, erzählt Martina Seidemann. „Andere Betriebe standen ja teil­weise wochenlang still.“ Die treue Kundschaft hilft während dieser schwierigen Zeit ebenfalls: „Wir wollen auch keine Spenden, wer uns unterstützen möchte, der kommt einfach bei uns in der Pfarrmühle vorbei.

Quelle: otz.de

Das Hochwasser im Frühsommer hat in Jena einen Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro verursacht. Das sagte der Sicherheitsdezernent der Stadt, Frank Jauch, am Freitag. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so der Dezernent. Jauch kündigte an, dass ein Koordinierungskreis ab November Vorschläge erarbeiten werde, wie der Hochwasserschutz in Jena künftig verbessert werden kann. So müsse etwa geprüft werden, das Gewerbegebiet in Göschwitz mit Dämmen besser zu schützen. Das Gewerbegebiet war Anfang Juni vom Hochwasser der Saale überflutet worden.

Jauch erneuerte auch seine Forderung, die Pegelregulierung in den Saale-Talsperren in staatliche Verantwortung zu übernehmen. Derzeit entscheidet der Betreiber der Talsperren, Vattenfall, darüber, wann wieviel Wasser abgelassen wird. Das Unternehmen verweist aber darauf, dass die Regulierung der Pegel in den Staubecken auf Anweisung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) erfolge.

Jenas Sicherheitsdezernent forderte am Freitag, das Rückhaltevolumen der Saale-Talsperren müsse von 40 Millionen Kubikmetern auf 100 Millionen erhöht werden. Der Hochwasserschutz müsse höhere Priorität haben als die Interessen privater Energieunternehmen oder des Tourismus.

Quelle: mdr.de

Hochwasser spült Waffen in der Weißen Elster frei

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Hochwasser der Weißen Elster im Frühsommer hat bei Neumühle im Kreis Greiz Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Wie die Bürgermeisterin des Ortes, Pedra Hofmeister, MDR THÜRINGEN sagte, wurde an einem Wehr beim Dorf Erdreich weggespült, das die Altlasten über Jahrzehnte bedeckt hatte. Dadurch seien einige Waffen freigelegt und entdeckt worden. Man habe die Stelle gesichert und die zuständigen Stellen informiert. Die Waffen wurden dann im August geborgen

Die im Auftrag des Landes Thüringen tätige Munitionsbergungsfirma Tauber hat nach eigenen Angaben an der Stelle schließlich fast 200 Waffen mit einem Gesamtgewicht von etwa 170 Kilogramm geborgen – darunter auch scharfe Panzerfäuste. Den Angaben der Firma zufolge handelt es sich um Waffen aus den Beständen der Wehrmacht, die offenbar von den Alliierten nach Kriegsende in den Fluss gekippt worden sind. Ein Sprecher des Unternehmens sagte MDR THÜRINGEN, vor allem die US-Truppen hätten Waffenbestände der Wehrmacht in Gewässern, aber auch in Bombenkratern versenkt.

Der Einwohner Friedrich Bräunlich hat als Kind beobachtet, wie die Waffen in der Weißen Elster versenkt wurden. „Die sind mit den Lkws hier rückwärts an die Elster gefahren und haben militärisches Gerät versenkt – Munition, Panzerfäuste, MGs, entsprechende Munition, Handfeuerwaffen – alles, was die Wehrmacht hatte“, sagte der 75-Jährige dem MDR.

Quelle: mdr.de

Viele Hochwasser-Schäden noch nicht behoben

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Rund vier Monate nach der Flutkatastrophe vom Frühsommer ist in Thüringen ein großer Teil der Schäden an den Flussläufen noch immer nicht beseitigt. Karlheinz Hintermeier von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) sagte MDR THÜRINGEN, rund 70 bis 80 Prozent der betroffenen Gebiete habe man bereits „im Griff“.

Besonders an Ilm und der Elster bei Greiz müssten aber noch dringend Schäden behoben werden. Probleme bereiteten vor allem angeschwemmte Kiesbänke, sagte Hintermeier. Die müssten weg, um die Flussläufe zu normalisieren. Die Aufträge für die Arbeiten mit einem Volumen von rund 2,3 Millionen Euro seien größtenteils vergeben, die Baufirmen kämen jedoch kaum hinterher.

Für die weitere Schadensbeseitigung an den Hochwasserschutzanlagen rechnet Hintermeier mit einer Dauer von vier Jahren. Beispielsweise müssten alte oder zu niedrige Deiche ausgebaut werden, etwa in Greiz, Treben und Wünschendorf. Möglich sei, dass zusätzlich zu den dafür bereitstehenden Mitteln über 14 Millionen Euro eine weitere einstellige Summe nötig werde. Manche Schäden könnten erst nach Monaten erkannt werden.

Quelle: mdr.de

Fotos, Videos und Erlebnisse vom Hochwasser gesucht

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Bei einer der größten Hochwasser-Katastrophen in der Geschichte der Stadt Gera waren im Juni hunderte ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Ihnen soll am 19. November im Kultur- und Kongresszentrum gedankt werden. Um zu dokumentieren, was während des Hochwassers in und für Gera geleistet wurde, planen die Veranstalter eine große Fotowand aufzubauen, Videos zu zeigen und von Erlebnissen zu berichten, die manch einer sein ganzes Leben nicht mehr vergessen wird. Die Stadt Gera bittet deshalb alle Bürger, bis zum 25. Oktober Foto- oder Videomaterial sowie Berichte in geschriebener Form einzusenden. Möglich ist dies per E-Mail an kroeller.romy@gera.de oder per Post an das Kultur- und Kongreßzentrum Gera, z.H. Thomas Schmidt-Schaller, Schlossstraße 1, 07545 Gera. Weitere Informationen zur Veranstaltung „Wir sagen Danke“ gibt es im Internet unter www.gera.de/wir-sagen-danke.

Quelle: jenatv.de

20 Vorhaben der Bestätigungskommission im Bauministerium gemeldet

Die Stadt Gera hat heute (8. Oktober 2013) ein erstes Paket mit kommunalen Wiederaufbaumaßnahmen nach der Hochwasserkatastrophe von Anfang Juni geschnürt. Dem Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wurden nach dem wöchentlichen Jour fixe unter Leitung von Baudezernent Ramon Miller rund 20 Vorhaben gemeldet. Darin enthalten sind alle vom Hochwasser betroffenen Schulen und weiterhin Sportstätten und Kultureinrichtungen. Der Anmeldung der Sportstätten liegt eine Prioritätenliste zugrunde, die das Präsidium des Stadtsportbundes erarbeitet hat. Über den Maßnahmenplan der Stadt Gera entscheidet die Programmbestätigungskommission des Ministeriums. Bis spätestens 30. Juni 2015 können Bewilligungsanträge zum Wiederaufbau durch die Kommunen gestellt werden. Einzelobjekte wie die Panndorfhalle und das Hofwiesenbad sind bereits beauftragt.

Durch Umsetzung von Personal wurden Verwaltungsbereiche, die mit den Wiederaufbau-Programmen befasst sind, verstärkt. Die Begleitung der städtischen Unternehmen erfolgt durch das Referat Wirtschaftsförderung. „Ich kann den Wunsch vieler Betroffener, beispielsweise der Sportvereine, verstehen, dass der Wiederaufbau schneller vorangehen müsste. Gegenwärtig prüfen wir, wie durch Dritte Maßnahmen vorfinanziert werden können, ohne dass sich das nachteilig für uns bei den Wiederaufbauhilfen des Landes auswirkt. Ebenso prüfen wir, wie über die Wiederaufbaurichtlinien Übergangslösungen, beispielsweise für Sportstätten, finanziert werden können. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Wiederaufbau nach dem Hochwasser bereits bedeutend weiter hätten sein können, wenn die Finanzlage unserer Stadt nicht so dramatisch angespannt wäre“, erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. Vor dem Haushalt- und Finanzausschuss verwies sie am Montagabend (7. 10. 2013) darauf, dass die Stadt Gera als erste Gebietskörperschaft nach dem Hochwasser die Soforthilfe für die Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt hatte. „Wir hatten buchstäblich über Nacht die Infrastruktur aufgebaut, um die Auszahlungen vornehmen zu können. Das war nur dank der engen Zusammenarbeit mit dem Freistaat möglich, der uns sehr schnell die zusätzlichen Gelder bereitgestellt hat“, erinnerte Frau Dr. Hahn.

Gegenwärtig sind im Zusammenhang mit der Soforthilfe noch sechs Mitarbeiter dezernatsübergreifend mit Abrechnungsaufgaben und der Klärung von Rechtsfragen beschäftigt. Insgesamt erhielten 2562 Familien bzw. Haushalte die Soforthilfe. 71 Anträge wurden abgelehnt, in zehn Fällen gab es Widersprüche. Es laufen acht Strafanträge wegen mutmaßlich widerrechtlich empfangener Soforthilfen, davon befinden sich drei in der Klärung. Insgesamt wurden über 1,865 Millionen Euro Soforthilfen an Privatpersonen ausgezahlt, das sind durchschnittlich 800 Euro je Haushalt. Insgesamt sind 21 Fälle bekannt, in denen Bürger zu Unrecht Soforthilfen empfangen haben – in der Summe handelt es sich um ca. 17.000 Euro.
Die Summe der Rückforderungen an 57 Antragsteller, weil beispielsweise die Versicherung gezahlt hat, beläuft sich auf 40.150 Euro, davon sind 3670 Euro noch offen.

Das Referat Wirtschaftsförderung reichte 956.000 Euro Soforthilfe des Freistaates an Kleinunternehmen durch. Hier lagen 478 Anträge vor. Bisher gibt es sechs Anträge auf Aufbauhilfe des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Unsere Wirtschaftsförderung betreute zusätzlich etwa 80 Immobilieneigentümer, die keinerlei Soforthilfe erhielten, aber dennoch immense Probleme hatten, bis zum Erscheinen der Aufbauhilfe im August.

Veröffentlichung: 09.10.2013

Quelle: gera.de

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Jena. Der Bau einer Multifunktionsarena im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld rückt in weite Ferne. Die Obere Wasserbehörde meldet Bedenken gegen das Projekt an: Muss der Jenaer Fußball eine neue Heimstätte suchen?

Hintergrund ist, dass sich das Abbe-Sportfeld direkt neben der Saale und damit in deren Überschwemmungsgebiet befindet. Die entsprechenden Richtlinien will die Behörde nach dem jüngsten Hochwasser strikt auslegen, sodass es problematisch wird, das Baurecht für ein solches Projekt zu erlangen. Die Obere Wasserbehörde ist beim Landesverwaltungsamt angesiedelt, das den Bebauungsplan genehmigen muss.

Neubau in Lobeda ist im Gespräch

Dem Sprecher des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, zufolge, gab es ein Treffen mit der Stadt Jena, um die Situation zu erörtern. Demnach bedarf eine Sanierung im Bestand keines Bebauungsplanes und wäre möglich. Für die Multifunktionsarena ist hingegen ein Bebauungsplan notwendig. „Die Stadt soll uns den Nachweis liefern, dass es im gesamten Stadtgebiet keine alternative Fläche für eine solche Arena gibt“, sagt Alexy.

Diese neue Ausgangsbasis soll nach Informationen unserer Zeitung bereits in die Varianten eingeflossen sein, die der Eigenbetrieb Kommunalen Immobilien Jena am Donnerstag dem Stadtentwicklungsausschuss, dem Sozialausschuss und dem Werkausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung vorlegen will.

Im Gespräch soll unter anderem ein Standort in Lobeda sein, nicht weit entfernt von der Autobahnanschlussstelle. Dort könnte ein reines Fußballstadion mit Tagungsräumen entstehen, während im bisherigen Stadion nur die Leichtathletik verbleibt. Die Kosten sollen aber über 20 Millionen Euro liegen. Ob das Wirtschaftsministerium eine Arena am neuen Standort ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe fördert, ist offen.

Für den Hauptnutzer FC Carl Zeiss Jena ist eine moderne Spielstätte wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Sanierung des Abbe-Sportfeldes im Bestand bringt wenig, weil die Deutsche Fußball-Liga für die 2. Bundesliga mindestens 15.000 Plätze fordert. Aktuell hat das Jenaer Stadion nur 11.000 Plätze. Ob ein dezenter Ausbau mit dem Hochwasserschutz vereinbar ist, hänge von Einzelfall ab, sagt Alexy.

Fakt ist aber, dass ein hochwassergerechter Umbau zum reinen Fußballstadion die Kosten explodieren lässt, so dass auch ein solches Projekt am traditionellen Standort unwahrscheinlich wird.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Im laufenden Jahr sind in Thüringen deutlich weniger Weißstorch-Junge aufgezogen worden als noch 2012. Hauptgrund für den Rückgang des Storchennachwuchses um fast die Hälfte war das nasskalte Wetter im Mai, wie der Naturschutzbund (Nabu) am Mittwoch mitteilte. Etwa 80 Prozent der früh im Jahr geschlüpften Störche seien deshalb gestorben. Außerdem hätten die Störche wegen des Hochwassers weniger zu fressen gehabt. Während 2012 80 Tiere von den Storcheneltern aufgezogen wurden, waren es in diesem Jahr 47.

Der Storchenbestand ist nach Nabu-Angaben aber nicht bedroht. Aus Frankreich und Süddeutschland, wo es sehr viele Störche und damit weniger Nahrung gibt, ziehen Tiere nach Thüringen. Deshalb ist die Anzahl der Storchenpaare seit dem vergangenen Jahr auf 40 gestiegen.

Quelle: t-online.de

Hohenfelden (Weimar). Männer in wasserdichter Kleidung, glitzernde Fischleiber – an viele Teiche und Stauseen kommen dieser Tage wieder Schaulustige. Etliche Fischer befürchten jedoch eine geringere Ernte als 2012.

Die Fischsaison in Thüringen ist eröffnet. In Teichen, Stauseen, Talsperren und Rückhaltebecken werfen in diesen Herbsttagen Fischer im Haupt- und Nebenerwerb ihre Netze aus, um die diesjährige Ernte einzuholen. Vielerorts bangen Teichwirte jedoch um den Ertrag. „Das Hochwasser im Frühsommer hat vor allem in Ostthüringen bei einigen Betrieben großen Schaden angerichtet“, sagte der Vorsitzende des Thüringer Fischereiverbandes, Uwe Müller . Aber auch Vögel wie Kormorane und Graureiher hätten unter den Jungfischen gewildert. Thomas Vogel von der Fischerei Schwerstedt rechnet lediglich mit der Hälfte des Fangs von zwölf Tonnen im Vorjahr.

2012 hatten die 178 Betriebe im Freistaat insgesamt 894 Tonnen Speisefisch an Land gezogen. Mit 494 Tonnen machte die Regenbogenforelle laut Statistischen Landesamtes mehr als die Hälfte des Fangs aus.

Vorwiegend Karpfen, Hechte, Schleien, Zander und Welse werden in den Seen und Teichen, deren Geschichte teils bis ins Mittelalter zurückgeht, produziert und gefischt, wie Müller sagte. Neben der traditionellen Methode der Teichwirtschaft hat sich in vergangenen Jahren die Forellenzucht auch in Rinnenanlagen mit guter Wasserqualität etabliert.

Diese Saison war laut Verband für die Fischer bisher nicht besonders gut. Die Fluten im Mai und Juni rissen viele der ausgesetzten Jungtiere mit. In der Teichwirtschaft Wilchwitz im Altenburger Land seien die Karpfen im Maisfeld geschwommen, in der Forellenzucht Russ bei Wichmar an der Saale im Hof. Allein auf mehr als eine halbe Million Euro werde der Gesamtschaden an Fischverlusten, abgesoffenen Gebäuden und kaputten Dämmen geschätzt, sagte der Verbandvorsitzende, der den Stausee Hohenfelden bei Erfurt bewirtschaftet.

Hauptberuflich ist der Naturwissenschaftler Müller in der Landesanstalt für Geologie und Umwelt mit für den zoologischen Artenschutz zuständig ist. Die Verbindung von Fischerei, Umwelt, Naturschutz und Naherholung im beliebten Stausee Hohenfelden ist eines seiner Ziele.

In diesem Jahr hätten allerdings nicht nur in Hohenfelden die Fluten Erde und Dünger in die Seen gespült und die Wasserqualität verschlechtert, schilderte er. Dies hatte auch negative Auswirkungen auf das Wachstum der Jungfische, sagte der Binnenfischer Thomas Vogel. Es war auch zu kalt. Zudem machten sich im Frühjahr Kormorane, Graureiher, Gänsesäger oder Zwergtaucher über Jungfische unter 800 Gramm her. „Wir haben viele angehackte oder gerissene Tiere am Ufer gefunden. Das Problem sind bei uns wirklich die Vögel“, sagte der Binnenfischer. Am 19. Oktober wird im Stausee Schwerstedt abgefischt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser-Soforthilfe im Saale-Orla-Kreis abgeschlossen

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Insgesamt wurde eine Summe von rund 350.000 Euro im Saale-Orla-Kreis für Schäden aus 127 Anträgen bewilligt.

Schleiz. Im Saale-Orla-Kreis sind die Bewilligungen der durch den Freistaat Thüringen bereitgestellten Mittel infolge des Hochwassers im Juni dieses Jahres abgeschlossen. Insgesamt gingen 127 Anträge von Privathaushalten, Kleinunternehmen und Kommunen im Landratsamt ein, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit.

Eine Summe von 347″259,54 Euro wurde vom Land Thüringen über den Landkreis an die Betroffenen weitergereicht.

Für private Haushalte und Kleinunternehmen im Saale- Orla-Kreis stellte die Soforthilfe Thüringen insgesamt 500″000 Euro zur Verfügung, heißt es weiter. 57 Privatleute hatten Anträge auf Soforthilfe gestellt. An sie wurden insgesamt 63″150 Euro ausgezahlt. Zudem beantragten 17 Kleinunternehmen ­finanzielle Förderung – hier wurden insgesamt 34″000 Euro ausgezahlt.

53 Kommunen haben Anträge für Mittel aus dem Soforthilfe-Fonds eingereicht – für sie wurden Gelder in Höhe von 250″109,54 Euro bewilligt. Da der Freistaat Thüringen für Kommunen des Saale-Orla-Kreises im Vorfeld eine Summe von 200″000 Euro vorgesehen hatte, beantragte der Landkreis eine Nachforderung in Höhe von 50″109,54 Euro, die vom Land auch gezahlt wurde.

Nicht verbrauchte Fördermittel in Höhe von 402″850 Euro, die dem Landkreis dank der „gemeinsamen Richtlinie des Thüringer Innenministeriums und des Thüringer Finanzministeriums zur Gewährung der Soforthilfe Thüringen für private Haushalte und Kleinunternehmen“ (Soforthilfe Thüringen) zur Verfügung gestellt, aber nicht benötigt wurden, werden an den Freistaat zurückgeführt, teilt die Kreisverwaltung mit.

Quelle: otz.de

Niederorschel. In einem Punkt sind sich die Wetter-Experten einig: Der Regen nimmt zu. Die Hochwasser-Gefahr wächst.

In Niederorschel wurde reagiert. Innerhalb von elf Monaten erschufen Fachleute an der Ohne ein Dammbauwerk. Sie verwandelten eine Wiese, die so groß wie drei Fußballfelder war, in ein Hochwasser-Rückhaltebecken. Mit einem Fassungsvermögen von 30 000 Kubikmetern. Das Projekt ist beendet. Jetzt konnte es besichtigt werden. Etliche Niederorschler nutzten diese Gelegenheit.

„Eine Million Euro wurden hier verbuddelt“, erklärte Bürgermeister Hans Dannoritzer. Eine absolute Sicherheit im Hochwasserschutz werde es zwar nie geben, weiß der Ortschef, „aber hier haben wir ein Rückhaltebecken für den Notfall, das uns helfen wird, unser Dorf zukünftig besser zu schützen. Wir haben vorgesorgt.“

Gegen ein Jahrhundert-Hochwasser ist auch in Niederorschel kein Kraut gewachsen. Aber jene Überschwemmungen, wie sie alle zwei bis fünf Jahre zu erwarten sind, sollten künftig keine größeren Probleme mehr bereiten. „Wenn das Wasser kommt, dann wird es hier zwischengespeichert“, zeigte Bauingenieur Martin Kellner vom Damm auf das 300 Meter lange Rückhaltebecken. Während das Becken vollläuft, wird das Wasser kontrolliert und gedrosselt wieder abgelassen. Im Einlaufbereich ließen die Ingenieure die Sohle der Ohne ein wenig anheben. Um den Flussbewohnern keinen Kummer zu bereiten, errichteten sie hier eine Fisch-Treppe.

„Das letzte wirklich große Hochwasser erlebte Niederorschel vor 30 Jahren“, erinnerte sich Hans Dannoritzer. „Wir alle wünschen uns, dass wir dies nicht noch einmal durchstehen müssen.“ Die Birkunger Talsperre puffere schon viel ab, so der Bürgermeister. Aller Sorgen ledig ist die Ohne aber nicht. Auch in der Bauzeit brachte der Fluss phasenweise viel Wasser mit. So fehlten an einem Tag nur noch zwei Zentimeter, sonst wäre das Becken erstmals vollgelaufen.

Geplant wurde das Becken vom Mühlhäuser Ingenieurbüro Kellner. Die Firma ETG aus Walschleben führte den Bau aus. Hans Dannoritzers Dank galt auch dem Bauamt der VG.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Wegen des Juni-Hochwassers haben in den vergangenen drei Monaten 171 Thüringer Unternehmen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.
Mehr als 1500 Mitarbeiter waren davon betroffen, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Halle (Saale) mitteilte. Rund 70 Prozent der Unternehmen hatten demnach bis zu neun Angestellte. Nur in zwei Fällen hätten Firmen mit mehr als 100 Mitarbeitern Kurzarbeitergeld beantragt. Bislang zahlte die Bundesagentur rund 320 000 Euro an Unterstützung, unter anderem für die Sozialversicherungsbeiträge, die den Angaben zufolge komplett übernommen wurden.
Quelle: focus.de

Vielzahl der Hinweise und Vorschläge werden ausgewertet und fließen bis spätestens Anfang 2014 in Hochwasserschutzplan ein

Die Geschehnisse der Hochwasserkatastrophe in diesem Jahr im Juni werden derzeit intensiv durch die Arbeitsgruppe Hochwasser der Stadt aufgearbeitet und ausgewertet, um Schlussfolgerungen für etwaige künftig auftretende ähnliche Schadensereignisse zu ziehen. Nach den beiden Auftaktberatungen im Juli und August fand nun die vierte Regionalberatung mit Bürgern und Unternehmern aus Debschwitz und Untermhaus statt. Zuvor tagten am 9. September Betroffene aus Zwötzen und Liebschwitz, am 12. September aus Thieschitz, Milbitz und Rubitz und am 16. September aus Heinrichsgrün, Langenberg und Stublach. Der Vorschlag für die Mitarbeit in einer AG entstand durch die Bürger selbst auf der öffentlichen Hauptausschusssitzung am 25. Juni.

Unter Leitung von Holger Steinbach, Leiter der Unteren Wasserbehörde, berieten die AG-Teilnehmer am 25. September im Dezernat Bau und Umwelt in der Amthorstraße gemeinsam mit Fachdienstleiter für Brand- und Katastrophenschutz Ludwig Geiger, Fachdienstleiter Umwelt Konrad Nickschick, Jürgen Kroll von der OTWA GmbH und Patricia Reißhauer von der TLUG Jena über Sofortmaßnahmen in Sachen Hochwasserschutz. Besonders das Interesse der Unternehmer aus Untermhaus war groß. Sie waren alle vom letzten Hochwasser stark betroffen, hatten in den kritischen Tagen mit hoher Einsatzbereitschaft nicht nur sich selbst versucht zu schützen, sondern Seite an Seite mit den Bewohnern und gemeinsam mit ihrer Belegschaft, unter Einsatz der eigenen Technik gegen die Fluten gekämpft. Ob Ronny Laudenbach von der Bäckerei + Konditorei Laudenbach GmbH und Co. KG, Uwe Meißner von der Adelheid Meißner GmbH Gera, Martin Grötsch von der Grötsch Fensterbau GmbH, René Starke von STARKE Möbeltransporte, Jutta Bensch-Klabunde und Frank Klabunde von der JFK Rings GmbH, die Bürger Reinhard Schmalwasser aus Untermhaus sowie Dieter Neuhold und Tilo Wetzel aus Debschwitz, sie alle brachten ihre Vorschläge in die über dreistündige Diskussionsrunde ein.

Auf dem Tisch lagen zwei große Karten von jeweils Debschwitz und Untermhaus, auf denen sie akribisch versuchten, den Weg des Wassers in ihrem Stadtteil nachzuvollziehen. Die entsprechenden Stellen wurden farblich markiert. Da ging es um solche Schwachstellen wie Vertiefungen in Dämmen, wie man mit Hilfe von Sandsäcken dem Wasser wo Einhalt gebieten könnte und welche Plätze sich im Katastrophenfall für die Zwischenlagerung von Sandsäcken eignen würden. Wenn der Greizer Pegel steigt, haben die Geraer noch etwa sechs Stunden Zeit, um Maßnahmen zu ergreifen. Die müssen zielgerichtet genutzt werden. Bitte der Teilnehmer auch: Bei einem künftigen Hochwasser sollte die Polizei Schaulustige, die im Juni die Wege verstopften und die Arbeiten behinderten, von den Hochwasserschwerpunkten fernhalten

„Wir tragen all diese vielen Hinweise und Erkenntnisse zusammen. Sie sind in den kommenden Wochen die Grundlage für die Überarbeitung des Hochwasserschutzplanes. Aus der Vielzahl der übermittelten Ereignisse und aus dem Vergleich mit Zeit, Ort und Pegelständen werden konkrete Maßnahmen abgeleitet. Es gibt auch noch Ortsbegehungen mit der OTWA GmbH in Debschwitz und Liebschwitz. Bis Ende 2013 / Anfang 2014 soll der Plan stehen. Dann werden wir die Regionalarbeitsgruppen Hochwasser erneut einladen und zu den Ergebnissen informieren. Allen Bürgern und Unternehmen, allen Betroffenen, die bisher so engagiert mitgearbeitet haben, ein großes Dankeschön“, so Holger Steinbach.

Quelle: gera.de

Nach dem Hochwasser: Jeder Euro zählt

Veröffentlicht: September 14, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Zwei vom Hochwasser betroffene Familien erhalten finanzielle Hilfe vom Rotary-Club Schmalkalden. Dank einer bundesweiten Spendenaktion.

Schmalkalden/Asbach – Angesichts der Hochwasserkatastrophe im Frühjahr hatte auch Rotary Deutschland zu einer Spendenaktion aufgerufen. 22 120 Euro sind auf das Konto des Rotary Deutschland Gemeinwesen e. V. (RDG) eingegangen. Über den gemeinnützigen Verein werden die Spenden der deutschen Rotarier für Zwecke der Rotary Foundation sowie distrikt- und clubeigener Aktionen abgewickelt. Bedarf an Hilfe hatte auch der Rotary Club Schmalkalden angemeldet. Der Entscheidungsausschuss, dem Governor Bernd Koobs, Foundationsbeauftragte Barbara Graser sowie Rolf Rimpo, Governor 2012/2013, hat entschieden, diese Summe anteilmäßig den Bedürftigen zukommen zu lassen, heißt, dass die Clubs Altenburg, Gera, Neustadt/Aisch und Schmalkalden jeweils 5530 Euro erhalten.

Schmalkaldens Rotarier haben beschlossen, mit der Familie Roth aus Asbach und Anna Maria Pirker vom Schmalkalder Stiller Tor 30, zwei Familien zu unterstützen, die besonders hart vom Hochwasser betroffen sind, sagt Präsident Ralf Luther. Beide erhalten jeweils 2765 Euro. Das Schicksal der Familien ist auch den Lesern der Heimatzeitung hinlänglich bekannt, konnten sie doch durch die überaus große Spendenbereitschaft der Leser ebenfalls einen hohen Betrag in Empfang nehmen.

Familie Roth wird nun bald mit dem Wiederaufbau der von den Fluten der Asbach weggerissenen Ufermauer auf einer Länge von etwa 20 Metern beginnen können. Die Genehmigung ist inzwischen erteilt, die Baufirma beauftragt. Roberto Roth und seine Frau freuen sich sehr über die finanzielle Hilfe. Und „wir werden künftig auch spenden, wenn die Not von Menschen groß ist“, hat sich der Asbacher vorgenommen.

Auch Anna Maria Pirker ist dankbar für die Hilfe. Denn die Versicherung übernimmt die durch das Wasser angerichteten Schäden an ihrem Haus am Stiller Tor 30 nicht, da ihr erst kürzlich verstorbener Mann einen hohen Selbstbehalt abgeschlossen hatte. 

Quelle: insuedthueringen.de

Hochwasser nicht nur Problem für Täler

Veröffentlicht: September 11, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Interkommunale Zusammenarbeit soll langfristig den Schutz vor Hochwasser im Bereich der Tälerdörfer verbessern. Noch diesen Monat sollen Bürgermeister sowie Gemeinde- und Stadträte informiert werden.

Tröbnitz Wolfgang Fiedler lässt nicht locker und die Verantwortlichen nicht aus der Pflicht, eine solide Basis für langfristig zuverlässigen Hochwasserschutz beziehungsweise Maßnahmen zu schaffen, die im Ernstfall Katastrophenfälle zumindest wirksam mindern können.

Nachdem Fiedler im Juni Verantwortungsträger verschiedener Ebenen zu einer Ideenkonferenz im Landratsamt in Eisenberg zusammengeführt hatte, berief der CDU-Landtagsabgeordnete nun in der Verwaltungsgemeinschaft „Hügelland/Täler Tröbnitz die Folgeberatung ein.

Ziel der zweiten Runde war, ein „rechtliches Konstrukt“ zu finden, in dem man sämtliche betroffenen Kommunen vereinen kann. „Das Problem geht alle an, nicht nur die gesetzlich zur Gewässerpflege verpflichteten Anrainer von Flüssen und Bächen, sondern auch die auf dem Berg. Schließlich haben wir ja kürzlich erst wieder erlebt, dass die Wassermassen, die von den Höhen ins Tal fließen, Ursache der Katastrophe waren“, rückte Fiedler erneut deutlich die weite Ausdehnung des Roda-Einzugsgebietes ins Blickfeld.

Nicht umsonst, so wurde im Laufe der Beratung am Beispiel der erfolgreich umgesetzten Gewässerentwicklungskonzeption für die Rauda erläutert, würden Fördermittel nur ausgereicht, wenn sich die Maßnahmen durchgehend von der Quelle bis zur Mündung erstrecken.

Bereits bestehende Strukturen nutzen, wie etwa den Wasser-Abwasser-Zweckverband, oder eine neue Organisationsstruktur schaffen, das war die Frage. Mit Frank Steinwachs (CDU) stand der Runde dazu ein Berater zur Verfügung. 22 Jahre lang war er Bürgermeister von Zeulenroda-Triebes. Jetzt unterstützt er als Berater das im Oktober vergangenen Jahres ins Leben gerufene und beim Thüringer Innenministerium angesiedelte Zentrum für interkommunale Kooperation.

Die vielfältige Anlieger­gemeinschaft in diesem großen Flächenterritorium unter einen Hut zu bringen, sei eine „sehr anspruchsvolle“ Aufgabe, formulierte der Bürgermeister im Ruhestand sehr zurückhaltend, was die aktiven Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter als große Hürde ansehen. Für die Gründung eines Zweckverbandes zum Beispiel, nur eine von mehreren diskutierten Möglichkeiten der gemeinsamen Aufgabenerfüllung, bedürfe es zustimmender Beschlüsse aus jeder einzelnen Kommune. Die Einsicht in die Notwendigkeit, in Sachen Hochwasser weiträumiges Denken zuzulassen, sei das A und O, lehnte Wolfgang Fiedler Zögerlichkeiten strikt ab. Auch Frank Steinwachs ermunterte zu schnellem Handeln. „Das Entscheidende ist der formelle Antrag. Zurückziehen kann man immer. Die Antragstellung sofort auf den Weg bringen und die Beschlüsse zügig nachliefern“, hieß seine Empfehlung, sich die Chance auf Fördermittel zu sichern.

Trotz mancher Skepsis herrschte am Ende Einigkeit, den Weg zu einer interkommunalen Kooperation auf rechtlich sicherer Basis zu gehen. Als erster Schritt wurden Zweckvereinbarungen skizziert und zwar mit der Stadt Stadtroda, deren Bürgermeister, dieses Mal wegen Urlaub von Bauamtsleiter Frank Herzig vertreten, die Übernahme der Federführung zugesagt hatte. Alle Partner übernahmen Einzelaufgaben, etwa Kontakte zu Fachbüros und der Thüringer Aufbaubank herzustellen oder gute Erfahrungen inklusive Unterlagen aus den eigenen Häusern zur Verfügung zu stellen.

Nachdem man nun eine Strategie habe, sei jetzt der Zeitpunkt, die Bürgermeister in Verwaltungsgemeinden und Erfüllenden Gemeinden umgehend zu informieren in den Städten die Fachausschüsse und intensiv mit der Aufklärungsarbeit über die existenzielle Bedeutung des Anliegens zu beginnen, verlangte Wolfgang Fiedler abschließend.

Das nächste Treffen für den von ihm initiierten Aktionskreis wurde für den 30. September festgelegt.

Quelle: otz.de

FDP beklagt Verzögerung bei Deich-Notreparatur in Greiz

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Nach dem verheerenden Hochwasser der Weißen Elster Anfang Juni hat die FDP der Landesregierung vorgeworfen, Notreparaturen an einem Deich in Greiz zu lange aufzuschieben. Damals standen nicht nur Teile der Greizer Innenstadt unter Wasser; die Fluten richteten auch einen Millionenschaden im berühmten Greizer Landschaftspark an. Die trockenen Wochen im August mit Niedrigwasser wären nun ein guter Zeitpunkt gewesen, die Lücke, die das Wasser an dem Deich am Park gerissen hatte, provisorisch zu…
Bergner forderte die Landesregierung auf, das Problem rasch anzupacken. Bisher seien aber noch nicht einmal Planungsleistungen in die Wege geleitet worden. Die Verzögerungen seien umso bedauerlicher, da der Deich nach Einschätzung von Fachleuten bei einem erneuten Hochwasser weiter abzubrechen drohe.
Quelle: focus.de

Vom Hochwasser gebeutelte Erfurter bangen um ihre Kleingärten

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Erfurt. Die Stimmung ist schlecht in drei Erfurter Kleingartenvereinen. Der Vorschlag der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, für den Hochwasserschutz die erste Reihe der Gärten am Fluss rückzubauen oder zu verkleinern, verhagelt die Spätsommerlaune.

„Bei uns ist Chaos“, sagt Ines Dörig, die dem Verein Hochheim vorsteht. „Die Informationspolitik ist miserabel. Wir erfahren nur aus den Medien von den Plänen. Und die sind weder logisch noch nachvollziehbar.“

Die Anlage bestehe seit 99 Jahren. „Ich habe allein drei Überflutungen erlebt. Wenn das Wasser weg ist, nehmen wir die Schippe in die Hand. Sechs Wochen später sind die Gärten wieder in Ordnung.“ Die Landesanstalt habe im November 2012 versprochen, dass die Gärten bleiben könnten, wenn die Uferbereiche aufgeräumt würden. „Das haben wir getan.“

Marcel Glebe von der Landesanstalt für Umwelt widerspricht: “ Unser Erstkonzept sah vor, die Uferbereiche zu räumen, Komposthaufen zu beseitigen. Dann die entsprechenden Parzellen, wenn das Land sie von der Stadt Erfurt erworben hat, nach und nach leerzuziehen.“ Doch das sei so nicht gewollt, verweist er auf Gespräche mit dem Stadtverband der Kleingärtner.

„Wir haben mit den Vorsitzenden der drei Anlagen gesprochen“, bestätigt Eberhard Schindler, Vizechef des Stadtverbands, „Es wird wohl im Prinzip so kommen, dass Gärten aufgegeben werden müssen. Aber wir möchten mehr wissen, auch über zeitliche Abläufe. Wann soll was geschehen?“ Noch seien die Flächen Eigentum der Stadt. Wenn am 17. September der Kleingartenbeirat tage, seien Vertreter der Stadt anwesend und der Fraktionen. „Ein wichtiger Termin, auch wenn der Beirat keine Entscheidungsbefugnis hat.“ Der Stadtverband wolle nicht, dass einzelne Vereine mit der Landesanstalt verhandeln. So werde das Chaos nur größer. Es seien Entschädigungssummen für Pächter zwischen 5000 und 15.000 Euro im Gespräch.

„Wir könnten sehr schnell Gelder auszahlen, wenn das Rechtliche geklärt ist“, bestätigt Marcel Glebe. „Aber die genannten Summen stammen nicht von uns.“ Es seien wohl Erfahrungswerte. Es gebe einen Schätzkatalog.

Der Stadtverband könnte sich vorstellen, dass die Gärten bewertet und die Pächter ausgezahlt werden. „Und dass sie dann für die weitere Nutzung der Gärten bis zu einem späteren Abriss Miete zahlen“, sagt Eberhard Schindler.

Das sei nicht im Sinn des Hochwasserschutzes, so Glebe. „Wir wollen dort sehr schnell Schutzmaßnahmen veranlassen.“ Dazu gehöre auch, den immer wieder abrutschenden Bachstelzenweg auf die andere Gera-Seite zu verlegen, die Uferzonen abzuflachen und dem Wasser Raum zu geben.

Er habe in den letzten Wochen mehrere Anrufe von Kleingärtnern bekommen, die bereit seien, ihre Gärten am Wasser aufzugeben. Doch Glebe will nicht der Buhmann sein. „Die Stadt muss sagen, was sie will. Noch besitzt sie die Flächen.“ Er, Glebe, vertrete die Fachbehörde – und die unterbreite fachliche Vorschläge. „100.000 Leute in Erfurt hätten was vom Hochwasserschutz“, sagt er. „Etwa 50 müssten ihre Gärten hergeben.“

Vereinschefin Ines Dörig meint: „Wenn die erste Reihe weg wäre, würde sich nichts ändern. An dieser Stelle gibt es immer wieder Hochwasser. Das Wasser muss in jedem Fall unter der Bahnbrücke durch, es sei denn, man trägt die Brücke ab.“ Ihr Vorschlag an die Landesanstalt lautet: „Lasst unsere Anlagen, wie sie sind. Pflegt endlich die Uferbäume. Und legt nachvollziehbare Pläne vor.“ Für politische Entscheidungen ist der Beigeordnete Uwe Spangenberg zuständig, der wiederum dem Stadtrat Rede und Antwort stehen muss. Spangenberg ist derzeit im Urlaub. Man sei sich der Tragweite des Themas bewusst, hieß es heute Mittag aus seinem Dezernat. Termine zu Gärten

  • Am Samstag treffen sich 11 Uhr betroffene Kleingärtner intern in Hochheim an der Trafostation.
  • Am 17. September tagt der Kleingartenbeirat.
  • Am 18. September bietet Marcel Glebe von der Umwelt-Landesanstalt eine Führung in der nördlichen Gera-Aue an. Treffpunkt ist 16 Uhr an der „Entenbrücke“ oberhalb der Straße der Nationen.

 

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Vattenfall: Hochwasserschutz hat Vorrang vor Profitinteresse

Veröffentlicht: September 4, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Talsperren-Betreiber Vattenfall wehrt sich gegen Behauptungen, im Frühjahr zu viel Wasser in den Stauseen zurückgehalten zu haben, um mehr Strom verkaufen zu können. Genau das Gegenteil ist der Fall gewesen.

Saalburg. Seit dem zurückliegenden Frühjahrshochwasser sieht sich der Stromversorger und Talsperren-Betreiber Vattenfall immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, Hochwasserschutzraum den Profitinteressen unterzuordnen. Diesem Verdacht tritt Vattenfall jetzt abermals energisch entgegen.

 

Die verschiedentlich geäußerte Behauptung, wonach Vattenfall ein Interesse daran habe, bei der Bewirtschaftung der Talsperren Bleiloch und Hohenwarte möglichst viel Wasser zurückzuhalten, um möglichst lange möglichst viel Strom erzeugen zu können, wird als unzutreffend zurückgewiesen. Unternehmenssprecher Lutz Wiese zählt die Rangfolge auf, mit der in der Betriebserlaubnis die Nutzung der Talsperren eindeutig festgelegt ist. An erster Stelle steht hierbei der Hochwasserschutz, gefolgt von der Bereitstellung von Mindestwasser „zur stetigen Bewässerung des Flussbettes hinter der Stauanlage und damit der Sicherung und dem Erhalt von Flora und Fauna im Flussbett der alten Saale“. Erst an dritter Stelle steht die Energieerzeugung.

 

Der durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) vorgegebene Hochwasserschutzraum der Saalekaskade liege im Sommer bei 35 Millionen Kubikmetern, nennt Wiese die Fakten. „Tatsächlich waren zu Beginn des einsetzenden Hochwassers 44,5 Millionen Kubikmeter an Hochwasserschutzraum verfügbar“, verweist der Unternehmenssprecher auf die Daten vom 26. Mai dieses Jahres. „Das waren 27 Prozent mehr als gefordert“, so Wiese. Damit würden Aussagen widerlegt, wonach Vattenfall möglichst viel Wasser in seinem Staubecken für die Energieerzeugung zurückhalte.

Die normale Wasserabgabe an die Saale wird innerhalb der Saalekaskade über die Turbinen im jeweiligen Kraftwerk abgefahren und somit Energie aus „Laufwasser“ erzeugt. „Durch das Hochwasser ist allerdings ein großer Teil des Wassers nicht durch die Turbinen, sondern durch die Grundablässe bzw. über die Wehrklappen abgeflossen“, erinnert Wiese an die teils spektakulären Ereignisse Anfang Juni. „In diesem Fall ist das Wasser energetisch verloren. Durch den gezielten Einsatz der Anlagen für den Hochwasserschutz entstanden Vattenfall dann entsprechende Produktionsausfälle“, verweist der Sprecher auf die Folgen. Davon betroffen seien auch jene Anlagen gewesen, die nicht direkt vom Hochwasser getroffen wurden. Lutz Wiese: „So haben wir das Oberbecken von Hohenwarte II komplett gefüllt und damit die Hochwassersituation um weitere drei Millionen Kubikmeter Wasser entschärft.“

Der Vattenfall-Sprecher tritt zudem Behauptungen entgegen, wonach die aktuelle Regelung beim Hochwasserschutz zwangsläufig zum Versagen des Hochwasserschutzes im Ernstfall führe. „Diese pauschale Aussage ist falsch“, kontert Lutz Wiese und betont: „Vielmehr haben gerade die Talsperren ihren Zweck als Hochwasserschutzorgane unter Beweis gestellt. So hat das Pumpspeicherwerk Bleiloch die Überflutung des darunter gelegenen Ortes Ziegenrück nachweislich verhindern können.“ Noch einen Fakt führt Wiese ins Feld, den Laien und selbst ernannte Experten offenbar immer wieder außer Acht lassen. Demnach wurde durch das Hochwasser im Frühjahr mehr Wasser in die Saalekaskade eingebracht, als über das Laufwasserkraftwerk Eichicht, dem letzten Kraftwerk in der Saalekaskade, in die freie Saale abgegeben wurde. So hielt Vattenfall Wasser in dem Stauseesystem zurück und hat auch hierdurch zum Hochwasserschutz der so genannten Unterliegergemeinden beigetragen. Jedoch gibt es unterhalb der Talsperren weitere Zuläufe, die zum Teil in wesentlich größerem Umfang zu der Hochwassersituation in den Unterliegergemeinden, zum“Beispiel Jena und Halle, geführt haben. „Aus der Saalekaskade sind in Spitzenzeiten 150 Kubikmeter pro Sekunde Wasser abgegeben worden, in Halle sind allerdings nach den uns vorliegenden Informationen mehr als 800 Kubikmeter pro Sekunde geflossen“, lässt Lutz Wiese Zahlen für sich sprechen.

Quelle: otz.de

Antragsflut in Greiz verärgert Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: September 3, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Betroffene sehen sich mehrseitigen Antragspapieren gegenüber und müssen pro Gewerk drei Kostenvoranschläge einholen. Wann das Geld kommt, ist ungewiss.

Greiz. 80 000 Euro Schaden hat ein Greizer Unternehmer durch das Hochwasser zu beklagen, geschäftlich und privat. 44 Zentimeter hoch stand das Wasser in den Räumen, hinterließ zerstörte Möbel, Fußböden, Heizung usw. Nachdem mit der Soforthilfe unbürokratisch und schnell geholfen wurde, der Mann auch in den Genuss von Spenden kam, verzweifelt er jetzt an den Anträgen, die ihm den Weg zur staatlichen Finanzspritze ebnen sollen. Neun Seiten allein für das Wohngebäude muss der Greizer ausfüllen.

 

„Das Traurige ist, dass man durch die Hochwasserschäden ohnehin schon einen Haufen Arbeit hat, die man sonst nicht hätte“, sagt der Geschäftsmann, der lieber anonym bleiben will, weil er fürchtet, in Greiz falsch verstanden zu werden. So betont er: „Ich bin dankbar für die Hilfe.“ Doch was von den Flutopfern jetzt, drei Monate nach dem schlimmen Ereignis, verlangt werde, sei schlichtweg „eine Katastrophe“.

 

Hat man sich durch den Antrag gequält, erwartet die Betroffenen eine weitere Aufgabe. „Pro Gewerk müssen drei Kostenvoranschläge eingeholt werden“, berichtet der Greizer und zählt durch: „Heizung, Fuß­boden, Trockenbau, Maler, Tischler, Fenster, Maurer – sieben Gewerke, also 21 Kostenvoranschläge“, sagt er kopfschüttelnd. Nicht nur für die Flutopfer, auch für die Handwerker sei das ein „Wahnsinnsaufwand“. „Das macht ihnen sicher keine große Freude, zumal die Chance, den Auftrag zu bekommen, ja nur bei 33 Prozent liegt“, so der Greizer.

Die Handwerker scheinen es gelassen zu nehmen, zumindest seien der Handwerkskammer bislang keine Klagen zu Ohren bekommen. Pressesprecher André Kühne ist zwar auch der Meinung, dass sich der Aufwand für die Handwerker erhöht, aber Voranschläge gehörten nun mal zum Tagesgeschäft, „lästig, aber notwendig“, so Kühne.

 

So ähnlich sieht es Heiko Geßner, Prokurist der Hahn Elektroanlagen GmbH aus Greiz, bei dem jedoch nicht allzu viele Kostenschätzungen angefordert wurden. Kurz nach dem Hochwasser ging es darum, dass alles möglichst schnell möglichst normal wieder läuft. Mit seinen Kunden habe es keine Schwierigkeiten gegeben, was auch von der Firma Malz Klempnerei, Heizung, Elektro berichtet wird, auch wenn hier manche Kunden ein wenig länger als gewöhnlich auf den Voranschlag warten mussten – nach dem Hochwasser sind Handwerker gefragt wie selten.

 

Genau deshalb ärgert sich das Greizer Flutopfer über die Drei-Voranschlags-Regelung. Ihn treibt aber noch eine andere Frage um: „Wann kommt das Geld?“ Vor Ende Oktober, Anfang November – frühestens – rechnet er nicht damit. Doch bis dahin möchte zumindest die Heizung laufen. „Ich bin also gezwungen, einen Kredit aufzunehmen, was ich nicht wollte. Ich bin nochmal gestraft“, ärgert er sich. Sinnvoller hätte es der Greizer gefunden, wenn vereidigte Gutachter die Schäden registriert hätten und anhand der Ergebnisse die Auszahlung erfolgt wäre. Hinter der umständlichen Variante, die jetzt greift, vermutet der Geschäftsmann eine Strategie: „Der Aufwand ist so hoch, dass diejenigen, die nur einen geringen Schaden haben, gar nicht erst einen Antrag stellen.“

Quelle: otz.de

Gera: Verkauf von Hochwasser-Spenden vehement bestritten

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Nachdem sich ein ehemaliger Geraer mit den Vorwürfen an die Rechtsabteilung der Stadt gewendet hatte, dass von ihm mitgesammelte Sachspenden für Hochwasseropfer verkauft worden sein sollen , hat sich „der Beschuldigte“ bei der Stadt gemeldet.

Gera. In einer „ausführlichen Stellungnahme“ wurden die Vorwürfe „vehement bestritten“, heißt es auf Nachfrage aus dem Sozialdezernat. Es sei zudem angekündigt worden, der Beschuldigte wolle sich direkt mit dem Bamberger Unternehmen in Verbindung setzen, um diesen Vorgang klären zu können. Das Unternehmen, in dem der Ex-Geraer tätig ist, hatte nach dem Juni-Hochwasser eine Spendenaktion gestartet und die Sachspenden nach Gera gebracht.

Weitere Schritte wohl nicht vor Mitte September

Sobald ein Ergebnis des Gespräches der Parteien vorliegt, werde die Stadtverwaltung abschätzen können, ob der Vorgang strafrechtlich relevant sein könnte oder sich erledigt hat. „Eine Entscheidung hierzu wird durch die Stadt nicht vor Mitte September getroffen werden können“, heißt es.

Sollten sich die Vorwürfe aber bestätigen, „ist die Form der weiteren Zusammenarbeit mit dem Beschuldigten durch die Stadt in Frage zu stellen“, stellt das Sozialdezernat der Stadt in Aussicht.

Quelle: otz.de

Die Hochwasserkatastrophe in Gößnitz bescherte der Fleischerei Stötzner Totalschaden. Ans Aufgeben dachte Inhaberin Katrin Schmidt indes nie ernsthaft. Im Oktober will sie das Familien-Geschäft wieder öffnen.

Gößnitz. „Kommt doch rein in die Ruine“, sagt Kathrin Schmidt. Ironisch gemeint ist diese Begrüßung nicht. Das wird ihren Berufskollegen von Landesinnung des Thüringer Fleischverbandes, der Freien Fleischerinnung Altenburger Land oder der hiesigen Kreishandwerkerschaft schnell klar, als sie den Laden der Familie Stötzner in der Gößnitzer Bahnhofstraße betreten. Stippvisite unter Kollegen nach der Hochwasserkatastrophe sozusagen.

„Totalschaden“, sagt Kathrin Schmidt, die das Familienunternehmen der Stötzners in vierter Generation – und als erste Frau – führt. Und den Totalschaden erkennt selbst ein Laie. Der Putz fehlt an den Wänden aus Ziegelsteinen, aus dem Erdreich ragen Rohre, Kabel und Drähte. Es gibt keinen Strom, keinen Festnetzanschluss fürs Telefon. Mehrere Wochen lang mussten die Trockner laufen – ohne Unterbrechung. Dass hier bis zum 1. Juni täglich rund 700 Kilo Wurst pro Woche hergestellt und verkauft wurden, daran erinnern eigentlich nur noch die gläserne Decke und die grün-weißen Fliesen an den Wänden im einstigen Verkaufsraum. Beides gehört zu den wenigen Dingen, die heile geblieben sind in der Hochwasserflut und die in den Wochen danach nicht durch den Gutachter verworfen werden mussten.

Schadlos überstanden hat die Katastrophe auch die geflieste Wand im ältesten Teil des Hauses, da wo sonst die Wurst gemacht wird. Dieser Raum entstand um1906 und damit zu Zeiten von Kathrin Schmidts Urgroßvater. Damals arbeitete man noch ohne Trockenbau. weshalb dieser Teil in der Fleischerei Stötzner heute zu den wenigen im Haus gehört, wo keine Wand vollgesogen ist mit Pleiße-Wasser, deren Material nicht aufquillt und die nicht herausgenommen werden musste. Der Gesamtschaden im Geschäft der Stötzners beläuft sich auf gut und gerne 400 000 Euro.

Gegenwärtig werden die Maschinen repariert, einige weitere müssen neu gekauft werden. Das steht seit vergangener Woche fest. Seit Anfang August befand sich der gesamte Maschinenpark in einem Chemnitzer Unternehmen und wurde für die Versicherung begutachtet. Praktisch jede einzelne Schraube, jede Dichtung wurde angeschaut, um festzustellen, ob sie durch das Hochwasser kaputt gegangen ist oder nicht. Für Neubeschaffung oder Reparatur wird nun noch einige Zeit ins Land gehen. Dabei will Kathrin Schmidt ihren Laden am 6. November wieder öffnen. „Erst war ja September das Ziel, dann der Oktober“, erzählt die 41-Jährige. Doch nach ihren ersten Erfahrungen, die sie als Hochwasser-Opfer mit Versicherungen, Ämtern und Behörden sammeln musste, korrigierte sie das ehrgeizige Unterfangen nun auf November. So musste die Unternehmerin beispielsweise einen Nachweis erbringen, dass ihre Mitarbeiter in den Zeiten vor dem Hochwasser regelmäßig Lohn bekamen. „Sonst mache ich Wurst. Nun muss ich mich mit all diesen Verwaltungsdingen beschäftigen und mitunter sogar nachweisen, dass ich mich an der Situation jetzt nicht bereichern möchte“, erzählt Kathrin Schmidt.Von bereichern kann indes keine Rede sein. Zwar ist die Fleischerei gut versichert unter anderem auch bei einer Betriebsunterbrechung. Aber angesichts des Umfanges der zu stemmenden Aufgaben, wird es wohl Abstriche geben müssen.

Den Laden gar nicht mehr zu öffnen nach der Katastrophe vom 2. Juni stand für Kathrin Schmidt und ihre Familie nie ernsthaft zur Debatte. „Dafür mache ich viel zu gerne Wurst“, sagt sie und lacht. Und eine weitere wichtige Information für all ihre Kunden hat sie auch noch: „Die roten Bonuskarten konnten komplett gerettet werden.“

 

Quelle: otz.de

Medaille für großartige Leistungen bei Fluthilfe

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg, mit Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ ausgezeichnet.

Dornburg-Camburg. Die Überraschung ist geglückt: Mitarbeiter des Technischen Hilfswerkes haben Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg, für die Verleihung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013“ vorgeschlagen.

Mit einer solchen Auszeichnung habe ich nicht gerechnet. – Sven Steingräber, Stadtbrandmeister der Stadt Dornburg-Camburg

Am vergangenen Wochen­ende erhielt er als einziger Thüringer die Auszeichnung aus den Händen von Bundesinnen­minister Dr. Hans-Peter Friedrich in Berlin. Dieser sowie Thomas de Maizière , Bundesminister der Verteidigung, haben die Einsatzmedaille als Würdigung der großartigen Leistungen Tausender Helfer bei der Flutkatas­trophe im Frühsommer gestiftet. „Für mich waren der Besuch in Berlin und die Verleihung ein besonderes Ereignis. Der Bundesminister läuft mir schließlich nicht jeden Tag über den Weg“, sagt der 38-Jährige. Die Medaille wird er künftig an seiner Uniform tragen. Deutlich machte er, dass er die Auszeichnung stellvertretend für alle seine Kameraden in Empfang genommen hat.

Steingräber gehörte zu einer Gruppe von 40 Helfern, die sich aus Vertretern der Bundes­anstalt Technisches Hilfswerk und der Bundespolizei, sowie Angehörigen der Feuerwehr und der fünf großen Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft zusammensetzte. Die Verleihung nahmen Bundesinnen­minister Dr. Hans-Peter Friedrich und Hans-Peter Kröger, der Deutsche Feuerwehrpräsident vor. Tatsächlich war Sven Steingräber Ende Mai/Anfang Juni im Dauereinsatz. Die Feuerwehrstatistik der Stadt weißt in dieser Zeit allein 92 Einsätze aus, die mit dem Hochwasser in Verbindung standen. Hinzu kommen noch 85 Einsätze, die unter „normales Tagesgeschäft“ geführt werden. Koordiniert hat der Stadtbrandmeister dabei nicht nur die Kameraden der Feuerwehr. Gut verteilt werden mussten auch die Hilfskräfte des Technischen Hilfswerkes, die aus Suhl, Rudolstadt, Apolda und Eisenach zum Hochwasser in die Saalestadt geschickt wurden. Sie halfen dabei, Sandsäcke zu füllen, Flutwälle zu bauen und übernahmen die Pumparbeiten. Gut 20 Hilfskräfte ­waren am Tag zu Gange. Der Feuerwehrverein der Stadt half, dass die Helfer bei Kräften blieben. Im Feuerwehrgerätehaus wurden für sie Möglichkeiten zum Übernachten geschaffen.

Quelle: otz.de

 

 

Thüringer SPD will keine Arbeitslose zur Fluthilfe einsetzen

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Diese Meldung des Koalitionspartners dürfte CDU-Fraktionschef Mike Mohring geärgert haben. Die SPD werde das Thema „Einsatz von Langzeitarbeitslosen bei der Beseitigung von Flutschäden“ vorerst ad acta legen und den Entwurf eines Antrages, der von der CDU-Fraktion in der Sommerpause öffentlich gemacht wurde, nicht weiter beraten.

Erfurt. Dies ließ SPD-Fraktionschef Uwe Höhn gestern Nachmittag wissen. „Dass wir dem von der CDU vorgesehenen Vorgehen nicht zustimmen können, ist eine direkte Folge der verkorksten Arbeitsmarktpolitik von Schwarz-Gelb im Bund“, erläuterte er die Entscheidung.

Bei eingehender Prüfung des Antrags hätten sich diverse fachliche Mängel gezeigt. Beispielsweise sei der Einsatz von Arbeitslosen, wie von der CDU-Fraktion vorgesehen, wegen des sogenannten „Besserstellungsgebotes“ gar nicht möglich. Zudem gebe es hohe Auflagen für Menschen in solchen Maßnahmen. So sei die Arbeit an bestimmten technischen Vorrichtungen nur bedingt beziehungsweise gar nicht erlaubt.

„Papiere in der Arbeitsphase öffentlich gemacht“

„Es zeigt sich, dass wir die Leute, die für solch eine Maßnahme geeignet sind, gar nicht haben“, so Höhn. Viele Fragen gebe es auch mit Blick auf die „Finanzierung“ eines solchen Programms. Fakt sei, dass nicht abgerufene Wiedereingliederungsmittel für ALG-II-Empfänger dafür nicht verwendet dürften.

Dem Regierungspartner CDU warf Höhn zudem vor, mit dem Thema Wahlkampf zu machen, weil die „Papiere in der Arbeitsphase öffentlich gemacht“ worden seien. Höhn bezog sich damit offensichtlich auf ein Gespräch mit unserer Zeitung von Mohring, in dem dieser die gemeinsame Initiative angekündigt hatte und sich der Unterstützung der Sozialdemokraten sicher war. Und interessanterweise gab es bis Dienstagabend keinerlei Signale der SPD an die Union, die auf ein Scheitern der gemeinsamen Linie hätten schließen lassen.

CDU-Wirtschaftsexperte Gerhard Günther zeigte sich deshalb von der Rolle rückwärts des Koalitionspartners überrascht und verärgert zugleich: „Das sind wahltaktische Manöver zu Lasten der Menschen. Dieser Antrag war Satz für Satz mit der SPD besprochen und sollte nun gemeinsam ins Plenum eingebracht werden. Selbst Wirtschaftsminister Machnig hatte schon seinen Segen gegeben.“

Quelle: tlz.de

Das Hochwasser hinterließ auch in der Gößnitzer Firma für Stahlrohrmöbel seine Spuren und der Produktionsausfall wirkt bis heute nach. Doch der Lärm in der Halle sendet gute Signale. Landeshilfe haben die Gößnitzer noch nicht bekommen, der Antragsaufwand macht zu schaffen.

Gößnitz. Die Funken sprühen wieder am Arbeitsplatz von Steven Kretzschmar aus Hainichen. Und in der 6000 Quadratmeter großen Maschinenhalle der Firma Stahlrohrmöbel Gößnitz herrscht auch wieder dieser optimistisch stimmende Lärm, den Produktion verursacht. Für Geschäftsführer Christoph Martsch nach dem Hochwasser und überhaupt in dieser Zeit ein Zeichen, dass es vorwärts geht.

Man sei noch ganz glimpflich davon gekommen, aber noch mal passieren darf das nicht, sagt Martsch im Gespräch mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) vor Ort. Linke-Bundestagsabgeordneter und wieder Kandidat Frank Tempel ist auch dabei. Es ist Wahlkampf.

Man wolle sich informieren über die Situation nach der Flut in Gößnitzer Betrieben, Hilfe anbieten, betont Sojka. Und Martsch hat die Schäden aufgelistet. Um die 100″000 Euro kommen zusammen. Allein im Stofflager seien es 19″000 Euro, auch seien Beschichtungspulver und Metallfertigteile vernichtet. Zwei Paletten Blech sind angerostet. Der neue Fußboden splittert ab. Im Musterkeller habe es die Schweißvorrichtungen und Nullserien erwischt, so Martsch. Das Wasser sei in über einem Meter Höhe angekommen und habe dann 20 Zentimeter hoch in der Produktionshalle gestanden. Da sei viel Angst gewesen um die fünf bis sechs Millionen Euro teuren Maschinen. Zwei Tage hat die Mannschaft die Folgen beseitigt, der Produktionsausfall wirkt bis heute nach.

Denn die Stahlrohrmöbel-Macher haben gefüllte Auftragsbücher. 8,5 Millionen Euro Jahresumsatz und 63 Mitarbeiter zählt die eigenständige Firma, die zur Stechert-Unternehmensgruppe gehört. Pro Jahr werden 50″000 Stühle, 20″000 Tische produziert, hinzu kommt die Lohnfertigung für andere Hersteller. 60 Prozent des Umsatzes macht die Gößnitzer Stahlrohrmöbel GmbH durch Aufträge der Bundeswehr. Europaweit sei man tätig, Konstruktionsteile aus Gößnitz stehen in der Philharmonie Paris, so Martsch stolz. Aber nicht nur die Stadien in Meuselwitz und Luzern haben die Gößnitzer bestuhlt. Ihre Stadion-Stuhl-Idee ist auch nach Brasilien verkauft worden. Ein Prototyp steht in der Ausstellung des Unternehmens. Landrätin Sojka probiert ihn aus – Brasiliengefühl in der Pleißestadt. Doch um die Spezialitäten der Gößnitzer, die vom Holzschalenstuhl über die Stadionbestuhlung bis zu Drehstuhl und Bürobestuhlung reicht, geht es fast nur nebenbei.

Dass die Firma noch keine Soforthilfe ausgezahlt bekam, verwundert. Die Beantragung endet diesen Monat. Martsch habe eine Fristverlängerung bekommen, um den Antrag dafür zu vervollständigen, sagt er. Es sei ein immenser Aufwand, um alle geforderten Unterlagen für die Beantragung zusammenzubekommen. Eine Pauschalsumme und anschließende Prüfung sei schneller wirksam, findet Martsch. Ein Unternehmer habe auch nicht immer 100-prozentige Sicherheit und müsse Risiken einrechnen, schiebt er nach.

Und offenbar stiftete das Hin und Her über die Höhe und Vergabe der unterschiedlichen Hilfsgelder viel Verwirrung. „Die Soforthilfe beträgt 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu einer Summe von maximal 100 000 Euro. Die Aufbauhilfe leistet 80 Prozent ohne Deckelung“, so Olaf Rühmeier, Pressesprecher der Thüringer Aufbaubank. Mit der Soforthilfe sollten Kosten für die Beseitigung der Schäden oder Reparaturen oder die Wiederbeschaffung von vernichteten Lagerbeständen geregelt werden.

Für den Antrag auf Aufbauhilfe hat der Unternehmer noch etwas Zeit. Bis Ende Juni 2015 muss er belegen, was das Hochwasser zerstörte und was er ersetzen oder neu investieren musste, um weiter produzieren zu können. Die bis dann gezahlte Soforthilfe wird natürlich eingerechnet. Doch dazu muss er sich durch Rechnungen und Belege wühlen und gegebenenfalls Gutachter bestellen. Da scheint der bürokratische Aufwand entgegen anderer Versprechen dann doch ziemlich groß.

Quelle: otz.de

Die Interessenvereinigung „Wir gegen die Flut“ und der Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule veranstalten im Hofwiesenpark ein Zwölf-Stunden-Konzert für Geraer, Hochwasser-Betroffene und Helfer. Der Erlös geht an die Flutopfer.

Gera. Auf zwölf Stunden Musik und gute Laune hofft die private Initiative „Wir gegen die Flut“ gemeinsam mit ihren Partnern DRK-Kreisverband Gera und Commerzbank Gera am Sonnabend, 14. September, von 13 bis 1 Uhr morgens. Dann nämlich wird im Veranstaltungsoval des Hofwiesenparkes ein Benefizkonzert stattfinden, bei dem alle, die während des Hochwassers in der Stadt selbst betroffen waren, anderen in ihrer Not geholfen haben oder jetzt im Nachhinein noch ihren Beitrag leisten wollen, gemeinsam feiern werden.

„Während des Hochwassers hat sich über Facebook schnell die Idee entwickelt, eine Benefizveranstaltung ins Leben zu rufen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, haben sich der Sache wegen zusammengetan und haben mit dem Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule Gleichgesinnte gefunden, die die Benefizidee auf eine höhere Stufe gestellt haben“, sagte Mitinitiator Mike Fabisch zur Pressekonferenz und betont, Zusammenhalt und Wir-Gefühl untereinander fördern zu wollen.

Das Line-Up bestreiten vor allem Musiker und Bands aus der Region. Zwar habe man auch große Namen angefragt, doch deren Gagen waren für die Privatinitiative schlicht nicht zu stemmen. Doch es gehe ja auch nicht um große Namen, sondern eher um große Herzen und darum, dass überhaupt eine solche Aktion zustande kommt, betont auch Mike Grauel, der ebenfalls im Organisations-Team sitzt.

„Das Engagement der vielen Bands aus Thüringen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist auf jeden Fall ehrlich. Sie haben sich teilweise sogar selbst angeboten und verzichten allesamt auf ihre Gagen“, ist man über die Zusagen von Jesse Ritch, Revolving Door, Hella Donna, den 1. Vollmershainer Schalmeienverein und vielen anderen erfreut.

Der DRK-Kreisverband übernimmt sowohl die Abwicklung der Spendenverteilung sowie die medizinische Absicherung der Großveranstaltung. Die Geraer Commerzbankfiliale richtet ein Spendenkonto und eine Sammelstelle für Sachspenden im eigenen Haus ein. Außerdem soll es Foto-Ausstellungen, Präsentationen von Feuerwehr, DRK und Vereinen geben, dazu Angebote für Tattoos für den guten Zweck, Liveübertragungen der Veranstaltung über deutschlandweite Internetradios und Angebote für Kinder.

Die „Wir gegen die Flut“-Macher hätten liebend gern auch die Stadt Gera mit im Boot gehabt. Nach ersten Vorstellungen ihrer Idee im Büro der Oberbürgermeisterin am 24. Juni hatte es auch ganz danach ausgesehen, Viola Hahn hatte sogar Schirmherrin werden wollen. Doch irgendwie kam es nicht dazu. Die OB sagte ihre Schirmherrschaft wieder ab. Ohne Begründung, sagen die Benefiz-Veranstalter und wörtlich: „Es ist für uns unverständlich, dass trotz mehrfacher Zusage der Unterstützung durch die Stadt diese letztlich nicht zustande kam und am 21. August vom Pressebüro der Stadt zurückgezogen wurde. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und freuen uns, mittlerweile positive Zeichen in Form von finanziellen Nachlässen zu erhalten.“

Die Nachfrage unserer Zeitung im OB-Büro brachte folgende Stellungnahme: „Die Stadt Gera hat die private Initiative für eine Benefiz-Veranstaltung Wir gegen die Flut ausdrücklich begrüßt. … Für die Vorbereitung eines Vertrages fehlten bis heute (Anm. d. Redaktion: Mittwoch) noch Zuarbeiten des Veranstalters.“ Auf unser Nachhaken betreffs eines Entgegenkommens der Stadt hinsichtlich Miete des Areals, antwortet man uns: „Die Gera Kultur GmbH kann die von ihr verwalteten Flächen grundsätzlich nicht mietfrei zur Verfügung stellen.“

Sobald der Veranstalter seine Gemeinnützigkeit nachgewiesen habe, sei die Stadt bereit, das Areal mietfrei zur Verfügung zu stellen. „Die reguläre Miete für das Areal beträgt 2000 Euro, für Vereine werden üblicherweise 1000 Euro berechnet. Die Nutzung der Wiesen über das Oval hinaus ist kostenfrei. Bei den Anschlusskosten für Strom und Wasser gewähren wir 50 Prozent Rabatt.“ Wieso die Stadt die Veranstalter jedoch so lange hingehalten habe und sich nachweislich wenig um das Zustandekommen der Spenden-Veranstaltung bemüht, war auch von der Redaktion nicht in Erfahrung zu bringen.

Quelle: otz.de

Camburg will nicht auf Hochwasser-Kosten sitzen bleiben

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Im Camburger Freibad sind die Hochwasserschäden längst behoben. Von der durch die Fluten zerstörten Zaunanlage direkt an der Saale und dem mit Fäkalien verschmutzten Sand der Volleyballanlage war schnell nichts mehr zu sehen.

Camburg. Jetzt hat die Stadt Dornburg-Camburg Gewissheit, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Gedeckt werden sie durch den Fluthilfefonds für Kommunen, den das Land Thüringen für den Wiederaufbau der Infrastruktur bereit gestellt hat. Den Beschluss für die außerplanmäßige Ausgabe haben die Stadträte der Stadt Dornburg-Camburg in ihrer jüngsten Sitzung getroffen. Sie stimmten der überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von rund 22 000 Euro zu.

Ebenfalls beschlossen wurde die Wiederherstellung des Brauereiplatzes in Camburg. Ein Teil des Platzes ist nach wie vor abgesperrt und gilt damit als nicht befahrbar. Schaden hatte er durch das Hochwasser, aber auch durch Einsatzfahrzeuge genommen. Unter anderem muss hier neuer Hartsteinschotter aufgebracht werden. Kosten in Höhe von 12 400 Euro wurden dafür von den Stadträten mehrheitlich abgesegnet. Auch diese Maßnahme soll durch ­Mittel des Fluthilfefonds be­glichen werden, hieß es zur Stadtratsitzung.

Quelle: otz.de

Erfurt. Das Gros des Geldes aus dem Fluthilfefonds zum Wiederaufbau nach dem Juni-Hochwasser geht an die Kommunen. Sie erhalten aus dem Thüringer Fonds, in dem einschließlich der Soforthilfen rund 238 Millionen Euro stecken, 60,4 Millionen Euro.

Das Geld sei für den Wiederaufbau ihrer Infrastruktur bestimmt, sagten Finanzminister Wolfgang Voß und Bauminister Christian Carius (beide CDU) am Dienstag in Erfurt. Zuvor hatte sich die Landesregierung auf die Verteilung des Geldes verständigt, das nun per Antrag abrufbar sei.

Als weitere Posten stehen 49,5 Millionen Euro für die Wirtschaft, 33 Millionen Euro für Privathaushalte und Wohnungsunternehmen oder 23,4 Millionen Euro für die Infrastruktur des Landes zur Verfügung. Auch die entsprechenden Kriterien, nach denen das Geld vergeben wird, stünden fest, hieß es.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Linderbach hat Hochwasserstress

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Erfurt. Der Ortsteil Linderbach ist vom Hochwasser am 31. Mai und am 20. Juni besonders betroffen gewesen. Das ist aber schon der einzige Punkt, in dem sich Wasserexperten und Anwohner einig sind.

Über die Ursachen und daraus abzuleitenden Maßnahmen gehen die Meinungen weit ausein­ander. Das Umwelt- und das Gartenamt meinen, der Vorsorgepflicht Genüge getan zu haben. Zudem sei der Starkregen – zumindest am 20. Juni – meteorologisch belegt eine weit von der Jahrhundert-Statistik abweichende Katastrophe gewesen.

 

Anwohner Wolfgang Lippe aus Linderbach schrieb allerdings schon 2007 ans Umweltamt: „Bei der Planung der Entwässerungseinleitung an der Brücke am Ende der Lindenstraße (jetzt: Zur Steinhohle) sind die in Extremfällen aufkommenden Wassermassen nicht berücksichtigt worden.“

 

Wolfgang Lippe ergänzt nun, fünf Jahre später: „Auch das Oberflächenwasser aus dem GVZ und den neugebauten Wohnsiedlungen wurde unterschätzt.“ Im Gespräch mit TA verweist er darauf, dass durch versiegelte Oberflächen bis hin zur Ostumfahrung und B“7 immer mehr Oberflächenwasser zum Linderbach fließen würde, die dieser nicht aufnehmen kann. Schon gar nicht bei Starkregen. Derweil ist in Urbich ein weiteres Gewerbegebiet geplant (TA berichtete), ohne dass am Flusslauf Änderungen für eine verstärkte Aufnahme sorgen.

 

Fluß kann zunehmende Menge nicht aufnehmen

Die Überflutungen im Mai und Juni diesen Jahres zeigten, wie begründet die Sorgen der Anwohner sind. „Früher floss das Wasser in unser Grundstück vorne rein und hinten raus“, sagte Wolfgang Lippe. Diesmal stand es im Haus. „Wir schauen bei jedem kräftigen Regen besorgt zum Himmel – und dann zum Bach und in den Keller“, sagt seine Frau.

 

Die Nachbarn haben sich jetzt zum Eigenschutz Betonspundwände liefern lassen. Wolfgang Lippe sagt sachlich: „Wir wissen, dass es kein Rund-um-Sorglospaket gibt. Aber was machbar ist, sollte auch getan werden. Dabei wollen wir als Ortskundige unsere Kenntnisse und Erfahrungen einbringen.“

Für das neue Wohngebiet „Im großen Garten“ erfolgte eine Geländeanhebung um 80 Zentimeter. Diese wirkt wie ein Wall. Bei der Anlegung eines künstlichen Biotops gab es ebenfalls Geländeaufschüttungen. Der erhöhte Weg zwischen dem Linderbach und der Azmannsdorfer Straße bildet einen Damm und verursacht einen Rückstau in den Ort. „Die Entwässerung wurde hier völlig vergessen“, belegt Wolfgang Lippe mit Fotos. Selbst die Brücke über den Linderbach war überflutet.

 

Lippes Vorwürfe von Fehlplanungen und Versäumnissen weist man allerdings bei den Ämtern zurück. So listete die städtische Abteilung Gewässerunterhaltung eine lange Beispielliste mit umgesetzten Maßnahmen seit 2009 auf: unter anderem im März 2013 die Gehölzpflege am Linderbach zur Vorbereitung der Aufweitung des Abflussprofils unterhalb der Furt sowie die Müllberäumung zwischen Azmannsdorf und Linderbach.

 

Im April folgte die Bruchholzbeseitigung am Peterbach zwischen Büßleben und Linderbach sowie die Müll- und Schwemmgutbeseitigung am Wasserlauf zwischen Linderbach, Azmannsdorf, Töttleben.

 

„Die Hinweise zu Abflusshindernissen wurden bei der Schadensbeseitigung beachtet“, reagierte Jörg Lummitsch, Leiter vom Umwelt- und Naturschutzamt, auf Lippes Schreiben. Mit regelmäßigen Überflutungen und dem Argument eines statistischen Ausreißers wollen sich die Linderbacher nicht abfinden, fordern eine aktuelle Analyse. Wolfram Thiele hat als Sachverständiger für Wassermengenwirtschaft vor 15 Jahren Linderbach begutachtet – vor den Bauveränderungen. Eine neu­trale Neuberechnung anhand der aktuellen Wassermengen-Statistik wäre eine solide Basis für den Schutz Linderbachs und künftige Bauentscheidungen.

 

 Quelle: otz.de

Zwölf Wochen nach dem Hochwasser und fünf Wochen vor der Bundestagswahl durchleben wir eine Wasserwoche. Zumindest drehten sich viele Themen um dieses Element.

Endlich ist klar, unter welchen Voraussetzungen Betroffene die Aufbauhilfe des Landes erhalten können. Doch schaut man sich die Formulare an, offenbart sich der Weg dahin als beschwerlich. Zum Glück wird zumindest den Unternehmen Zeit zum Rechnen und Zusammenstellen der Papiere gelassen. Denn ihre Anträge können bis zum Juni 2015 gestellt werden. Derweil entbrennt ein Streit zwischen der Landrätin des Altenburger Landes und Geras Oberbürgermeisterin um die Servicestelle des Landes am Puschkinplatz 7. Viola Hahn fühlt sich zu unrecht angegriffen und ist es nach ihrer heutigen Erklärung auch.

 

Die Weiße Elster, die längst wieder leise vor sich hin murmelt, ist noch kein Paradies für Fische, wie beim Werkstattgespräch zur Gewässerentwicklung konstatiert wurde. Gerade an sie soll mit dem Wiederaufbau einer Fischtreppe am Zwötzener Wehr gedacht werden. Die SPD-Landtagsfraktion besuchte es diese Woche und paddelte auf dem Fluss – ohne Baden zu gehen.

 

Das Wasser als Lebensmittel soll nächstes Jahr nicht teurer werden. Aus dem Zweckverband „Mittleres Elstertal“ verlautete diese Woche diese Nachricht. Ob die Preise allerdings darüber hinaus stabil bleiben, hängt auch von den Kosten für das Fernwasser ab.

 

 

Die Folgen der Flut zu beseitigen, reißt der Spendenstrom nicht ab. Große Summen wechselten diese Woche die Besitzer. Für den Hofwiesenpark gab es einen 10 000 Euro-Scheck. Damit hat das Spendenaufkommen hier über 50 000 Euro erreicht. Weil der Katastrophenschutzzug aus Sonneberg in den Hochwassertagen in Caaschwitz im Einsatz war, spendete die Stadt Sonneberg für die Kindertagesstätte Märchenbuche jetzt über 26 000 Euro.

 

Hochwasserschäden werden den Montag beginnenden Schulalltag noch keine Normalität gönnen. Doch heute wird hoffentlich normal Schuleinführung gefeiert. Mit dem Schuljahr starten auch wieder die Kommunalpolitiker voll durch. Und dann ist Wahlkampfzeit. Mal sehen, in welche Höhen der Bundestagswahlkampf noch vordringt, zumindest was die Plakate an den Lichtmasten betrifft.

Quelle: otz.de

Camburger Hochwasser-Geschichte in zwölf Kalenderblättern

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Juni-Hochwasser ist in Camburg noch immer in vieler Munde. Für Margrit Herzog, Leiterin des Stadt­museums, war dies der Grund, im Archiv nach weiteren Hochwasserereignissen in der Stadt zu suchen.

Camburg. Schwer fiel ihr das nicht, in den fast 30 Jahren, in denen sie im Museum den Hut auf hat, hat sie alles gut geordnet. „Zum Thema Hochwasser gibt es eine Kiste mit unzähligen Fotos“, sagt sie. Damit war die Idee für den neuen Camburg-Kalender 2014 geboren.

 

Beleuchtet werden auf den zwölf Kalenderblättern Hochwasserereignisse von 1890 bis 2013. Das Titelblatt zeigt das Foto der Hochwassermarken am Wohnhaus in der Schmiedhäuser Straße 1 in Camburg und gibt damit einen ersten Vor­geschmack, was den Betrachter erwartet. Ausgewiesen ist da das Jahr 1890, als der Pegel 7,18 Meter erreichte. Ein Foto von damals samt einer Erläuterung liefert der Januar. Zu erfahren ist da, dass die Saale an jenem 25.November von 5 bis 8 Uhr so rasant stieg, dass das Wasser in der Mühle und Apotheke sämt­liche untere Stockwerke füllte. In der Kirche reichten die Fluten bis zum Altar. Die Schützenloge und die Schießmauer auf dem Schießplatz wurden weggerissen. 82 Häuser waren durch das Hochwasser schwer beschädigt worden. Der Gebäudeschäden sind seinerzeit auf eine halbe Million Mark geschätzt worden.

 

Zu leiden hatten auch die Grafschaftsdörfer Wichmar, Döbritschen, Stöben, Weichau und Kaatschen. „Häuser stürzten ein, Menschen und Vieh ertranken, Erntevorräte wurden vernichtet“, heißt es dazu im Februar-Kalenderblatt.

März und April schildern die Situation nach dem Hochwasser vom 5. und 6. Februar 1909. Der Marienplatz, die Brückenstraße, ein Teil der Naumburger Straße, die Bach- , die Brauhaus und die Mühlenstraße standen unter Wasser. Da das Hochwasser starke Eisblöcke mit sich führte, waren viele Obstbäume beschädigt worden. Der Steg wurde polizeilich gesperrt. Der Verkehr wurde durch Kähne aufrechterhalten.

 

Dass ein vierjährige Mädchen Opfer des Hochwassers vom 29. April 1961 wurde, ist im Juli nachzulesen. Das Kind war durch die Wucht des Wassers aus den Händen des Vaters gerissen worden. Von Wasser- und Schlammmassen, die sich bis zu einem halben Meter über die Wonnitzer Straße zur Jenaer Straße türmten, erfährt der Leser im August. Berichtet wird da über das Hochwasser von 1970.

 

Die Bilder des Kalenders stammen allesamt aus dem ­Museumsbestand. Dieter Haase scannte und bearbeitete sie am Computer. Gedruckt wurde der neue Kalender in einer Auflage von 350 Stück. Erhältlich ist er ab sofort im Museum, in Antjes Postlädchen, auf der Burg, in der Stadtverwaltung, Im Blumen­geschäft Annett Grüttner sowie im „Residenzcafé“ in der ­AWO-Seniorenresidenz.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser von 1954: Als die Brücke den Bach runter ging

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Eine OTZ-Rezension hat Ulrich Götze aus Greiz veranlasst, seine Fotos von der 1954-er Flut hervor zu kramen. Damals war er Schüler und als Kurierfahrer im Hochwassereinsatz.

Greiz. Für ein Buch würden seine Bilder vom 1954-er Hochwasser nicht reichen, gibt Ulrich Götze zu verstehen. Aber er habe welche, die noch nirgendwo zu sehen waren, sagt der 77-jährige Greizer und packt ein Fotoalbumblatt aus. Die OTZ-Rezension von Gero Fehlhauers jüngstem Bildband „Hochwasser im Vogtland 1954 und 2013“ habe ihn animiert, mal wieder nach seinen bald 60 Jahre alten Fotos zu schauen. Acht Schwarzweißaufnahmen sind auf dem Karton im A4-Format aufgeklebt und die Beschriftungen spannen so richtig einen Bogen – von „Der harmlose Anfang“ bis „Die Hainbergbrücke kam am Sonnabend früh gegen 5 Uhr vorbeigeschwommen“. Wobei Letzteres nur eine Notiz zur Erinnerung an so nie wieder Erlebtes sei. Denn just in dem Moment, als die Brücke buchstäblich den Bach runter ging, habe er nicht an seine Kamera gedacht.

http://media401.zgt.de.cdn.otz.de/0079C11C_334D8827DFA16285B2C7C1277B037154            http://media401.zgt.de.cdn.otz.de/0079C124_62FB02201E6AC5BB51D984034B7611E0        http://media401.zgt.de.cdn.otz.de/0079C120_AFB4A4054F98F41CEB392817B3E486F4

 

Fast immer habe er sie in den Tagen des 1954-er Hochwassers am Mann gehabt. „Ich war damals Oberschüler, stand kurz vor dem Abitur“, erzählt Ulrich Götze. „Auf einmal hieß es: Der Schulbetrieb ist eingestellt und du wirst eingesetzt als Kurier­fahrer. Ich hatte mit 16 bei der GST“, der Massenorganisation Gesellschaft für Sport und Technik, „meinen Motorradführerschein gemacht, und mit meinem Fahrlehrer Horst Sommer und einigen anderen Kameraden waren wir nun im Hoch­wassereinsatz. Damals war ja so ziemlich alles zusammen­gebrochen und es gab ja viel weniger Kommunikationsmöglichkeiten als heute, da waren wir viel wert.“ Vom Rat der Stadt oder des Kreises habe er die verschiedensten Anweisungen entgegen genommen, die er dann mit seiner EMW 350 oder – bei zu hohem Wasser für das Krad – auch zu Fuß mündlich überbrachte. Als Legitimation seines offiziellen Ein­satzes habe allein die GST-Uniform gedient. „Einmal musste ich in den Laagweg“und dem Elektriker sagen: Du musst sofort antraben, wie auch immer“, nennt Götze ein Einsatzbeispiel. Der Elektriker habe auf ihn gehört.

 

Mit seiner Kamera aus den Dresdner Pentacon-Werken hat er den überfluteten Burgplatz abgelichtet. Die Bahnhofstraße als Seeweg und der Goethepark“als Lagune sind unter seinen historischen Aufnahmen. Besonders dramatisch erscheinen Bilder der total abgesoffenen ehemaligen Gärtnerei Giesler, die einst im Bereich des heutigen Schlossgartens stand. Auf einem seiner Brücken-Fotos zeigt Götze einen schwarzen Fleck, von dem man annimmt, dass es ein Baumstamm sein könnte. „Das war eine Hundehütte“, klärt Ulrich Götze auf. Um nach einer Kunstpause hinzu zu fügen: „Der Hund war noch an der Kette. Und tot.“

Vielleicht eine Woche sei er als Kurierfahrer im Hoch­wassereinsatz gewesen, überschlägt Ulrich Götze. Über­nachtet wurde in einem Klassenzimmer in der heutigen Lessing-Regelschule – „mit dem besten Blick auf die Elster“. Angst habe er keine gehabt, ebensowenig seine Eltern, die ihn in seinem Tun bestärkt hätten. „Wir haben das getan, weil es getan werden musste. Uns zur Verfügung zu stellen, war selbstverständlich.“

Nach der 1954-er Flut sei zwar „Einiges getan worden“ zum Hochwasserschutz, blickt der Dipl.-Ing.-Ökonom zurück, der sein Arbeitsleben u. a. bei der Wismut, in der Papierfabrik, beim VEB Hauswirtschaftliche Dienstleistungen und Reparaturen, im Chemiewerk, nach der Wende im Landratsamt verbracht hat. Aber seine Meinung sei da immer gewesen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Ulrich Götze ist überzeugt: „Wenn die Weiße Elster und die Göltzsch gemeinsam kommen, kann man so viel Staudamm gar nicht bauen.“ Die 2013-er Flut habe ihm da leider Recht gegeben. Seiner Meinung nach wären „mehr Überflutungsflächen beziehungsweise überhaupt welche“ der beste Hochwasserschutz. „Aber wo will man sie im Elstertal machen?“ Die Antwort auf diese Frage überlässt er kundigeren jüngeren Leuten.

 

Quelle: otz.de

Hochwasserschutz: Ein weiterer Schritt in Burtenbach

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Landratsamt Günzburg leitet Planfeststellungsverfahren ein. Bürger können bis 2. Oktober die Pläne einsehen und Einwendungen erheben

Burtenbach In Burtenbach wurde nun ein wichtiger Schritt in Sachen Hochwasserschutz gemacht. Wie das Landratsamt Günzburg berichtet, habe die Behörde das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren für das Projekt des Freistaats Bayern zum Hochwasserschutz im Markt Burtenbach eingeleitet.

Die Bürger in Burtenbach und dem Ortsteil Kemnat sollen nach dem vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth geplanten Projekt vor einem statistisch einmal in 100 Jahren zu erwartenden Hochwasser („HQ 100“) der Mindel und Kleinen Mindel geschützt werden.

Aber auch für Thannhausen und Münsterhausen rückt der Hochwasserschutz damit wieder ein Stück näher, denn das Projekt für Thannhausen darf erst gebaut werden, wenn die Schutzmaßnahmen für Kemnat verwirklicht sind. Sonst würde es dort nämlich zusätzliche Hochwasser-Probleme geben. Münsterhausen wird wiederum durch das Projekt Thannhausen mit geschützt.

Landrat Hubert Hafner habe sich in der Vergangenheit mehrfach für eine rasche Umsetzung des Projekts eingesetzt, nachdem sich die Planung wiederholt verzögert hatte, heißt es in der Pressemitteilung. Hafner zeigte sich erleichtert, als ihm die Mitarbeiter die Nachricht übermittelten. „Die Bürger im Mindeltal haben genug durch die Hochwasser gelitten. Es wird Zeit, dass die Bagger anrollen. Das Landratsamt wird seinen Teil dazutun und das Verfahren zügig durchführen.“

Das Landratsamt Günzburg hat die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die Bürger in Burtenbach, Münsterhausen und Jettingen-Scheppach können nach Angaben der Behörde von 2. September bis 2. Oktober die Pläne in den jeweiligen Rathäusern einsehen und Einwendungen erheben.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

DRK Thüringen sieht durch Anrechnung von Spenden die Hochwasseropfer diskreditiert

Erfurt. Thüringen will bei den Geldern für die Hochwasser­hilfe offenbar zu Lasten von Spenden sparen, fürchtet das Deutsche Rote Kreuz im Freistaat.

 

Das DRK bezieht sich in seiner Kritik auf die Richtlinie des Thüringer Bauministeriums über die Gewährung von Zuwendungen aus dem Aufbauhilfefonds des Bundes und der Länder. Darin werden Spenden auf die staatliche Förderung für die Beseitigung von Hochwasserschäden angerechnet. Dies wird vom DRK Thüringen kritisiert. „Es war sicher nicht der Wille der zahlreichen Spender für die Hochwasseropfer, dass ihre Spende mit staatlichen Zuschüssen verrechnet wird“, sagte Gerhard Günther , Präsident des DRK-Landesverbandes Thüringen. Man habe deshalb schon Anfragen von Kommunen gehabt, ergänzte Hartmut Reiter vom DRK-Landesverband. Es müsse zumindest möglich sein, dass der nicht förderfähige Eigenanteil der Hochwasser­opfer in Höhe von mindestens 20 Prozent des Gesamtschadens durch die Spenden gedeckt werden kann und ohne Anrechnung auf die staatliche Hilfe bleibe. „Der Höchstbetrag von 6000 Euro für die Wiederbeschaffung von Hausrat für einen Zwei­personenhaushalt wird ohnehin in vielen Fällen nicht ausreichen, um die Schäden auszugleichen“, fürchtet der DRK-Präsident.

 

Die Förderrichtlinie sieht zudem vor, dass der staatliche Zuschuss anteilig zurück gezahlt werden muss, wenn nach der Förderung Spendengelder ausgezahlt werden sollten. Das laufe dem Ziel, „Menschen spenden für Menschen“, entgegen, so Gerhard Günther weiter.

Quelle: otz.de

Sonneberg bringt Spendenscheck und Spielsachen in die Kita Caaschwitz

Caaschwitz. Das hatte man noch nicht gesehen: Kaum war die Tür des Transporters geöffnet, waren die Mädchen und Jungen der großen Gruppe aus der Awo-Kita „Märchenbuche“ auch schon dabei, alle Spielgeräte aus eigener Kraft in den Hof zu bugsieren. Die Kinder waren so froh, über die neuen Sachen, dass sie noch ganz hibbelig waren, als sie ihr zum Dank vorbereitetes Stück „Vom Rübchen“ aufführten.

 

Diese Aufführung hatte sich die Stadt Sonneberg aber auch redlich verdient, denn nicht nur mit einem Auto voller Spielzeug waren Bürgermeisterin Sibylle Abel (CDU) und Hauptamtsleiter Harald Wicklein nach Caaschwitz gekommen. Der eigentliche Grund ihres Besuchs war der Spendenscheck über 26″430″Euro für eine neue Kletterlandschaft aus Holz, den sie an Kita-Leiterin Gabriele Zep­nik überreichen wollten. Die Spendensumme war während eines Benefizkonzertes für die Flutopfer gesammelt worden.

 

„Wir hatten von unseren Feuerwehrmännern, die während des Hochwassers in Caaschwitz im Einsatz waren, von der beschädigten Kindertagesstätte erfahren. Alle unsere Bands und Musiker haben beim Benefizkonzert gespielt. Dass Eintrittserlös und Spenden dann diese Summe ausgemacht haben, hat uns selbst überrascht“, sagt Sonnebergs Bürgermeisterin Abel.

Von der Spendenaktion hatte Dieter Dröse, Bürgermeister in Caaschwitz, erst erfahren, als die Einladung für das Konzert im Briefkasten lag. Gemeinsam mit Enrico Heinke vom Awo-Kreisverband Greiz ist er nun guter Dinge, dass bald normaler Alltag in die Kita einzieht. Der im Juni komplett überflutete Krippenbereich (wir berichteten) hat bereits neuen Fußbodenbelag und auch die Türen wurden eingebaut. „Nächste Woche kommen die neuen Betten“, sagt Gabriele Zepnik und hofft auf den Wiedereinzug in rund 14 Tagen.

 

Was die individuell angefertigte Kletterlandschaft aus Robinienholz angeht, müssen sich die Kinder jedoch noch bis 2014 gedulden. Dann aber werden Rutsche, Nestschaukel, Tunnel und Klettergerät in Beschlag genommen.

Quelle: otz.de

Familie aus Neudietendorf bleibt auf Kosten von Hochwasser sitzen

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Neudietendorf (Gotha). Arndt Schumann (70) ist ein netter, älterer Herr, belesen und in vielen Sätteln gerecht. Aber er hat sich wohl dennoch vergaloppiert. Beim Hochwasser im Mai.

Schuld ist eigentlich das Urstromtal, in dem Neudietendorf liegt. Ein Kiesbett bildet die Basis für den Ort, hat Arndt Schumann herausgefunden, der von seinem Fachwissen als früherer Diplomingenieur für Bauwesen und Architekt profitiert. Und in diesem Kiesbett plätschert die Apfelstädt vor sich hin. Doch wehe, es regnet in Massen, wie im Mai. Dann steigt im Untergrund der Wasserpegel und drückt nach oben und von unten durch so manches Hindernis. Drückt sich sogar durch Beton. Wie bei den Schumanns in der Gartenstraße 9, obwohl das Haus gut 100 Meter vom Ufer der Apfelstädt entfernt steht.

 

Das hat die Apfelstädt nicht zum ersten Mal getan. Als im April 1994 ein extremes Hochwasser große Schäden anrichtete, stand das Wasser im Schumannschen Keller bei 105 Zentimeter Höhe. Vieles ging kaputt. Doch Schumanns hatten Glück, die Allianz zahlte seinerzeit.

 

Dieses Jahr waren es nur 12 Zentimeter Wasser im Keller und es ging nur weniges kaputt. Indes, die Allianz zahlt diesmal nicht, obwohl sich vertraglich nichts geändert hat. Am 5. Juni kam der für die Schumanns zuständige Vertreter der Allianz, Heiko Wycisk aus Erfurt, in die Gartenstraße. „Ich bewertete die Hausratschäden und fragte beiläufig, wie der Wasserschaden denn entstanden sei“, erinnert sich Heiko Wycisk. Als ihm Arndt Schumann sagte, das Wasser sei durch die Bodenplatte ins Haus gedrungen, klappte der Allianz-Mann das Buch sofort zu. Der Grund: keine Versicherung in Deutschland zahle bei einem Elementarschaden durch aufsteigendes Grundwasser, sagt er. Warum das so sei, kann Wycisk nicht sagen. Nur dass es definitiv so sei, ist ihm von seinem Konzern bindend vorgeschrieben. Gezahlt wird bei Hochwasser nur, wenn die Brühe durch Türen und Fenster von oben ins Haus läuft.

Was bei Arndt Schumann auf Unverständnis trifft. Aus mehreren Gründen. „Erstens ist der Schaden eine kausale Hochwasserfolge und kein mal so gestiegenes Grundwasser“, so Schumann. Zweitens: hätte er noch seine alte Versicherung aus DDR-Zeiten, die von der Allianz übernommen wurde, wäre gezahlt worden. Denn die Staatliche Versicherung hatte aufsteigendes Grundwasser explizit in ihren Verträgen als Schaden anerkannt. Schumanns aber hatten zum 1. Januar 1994 einen neuen Allianz-Vertrag bekommen, weil zuvor festgestellt worden war, dass sie unterversichert seien. Das sahen Schumanns ein. Was sie nicht wussten, war, dass aufsteigendes Grundwasser nun nicht mehr versichert war. Gesagt hat es ihnen auch keiner. Ergo: sie wären 2013 zwar geringer entschädigt worden, weil unterversichert, aber sie hätten etwas bekommen.

 

1994 wird der Schaden anerkannt, 2013 nicht

Zum Dritten, so Schumann, sei alles recht undurchsichtig. Der neue Vertrag begann am 1. Januar 1994 zu laufen. Am 12. April 1994 trat ein Hochwasserschaden bei Schumanns ein, der bei der Allianz gemeldet wurde. Mit dem ausdrücklichen Hinweis, es habe sich um aufsteigendes Grundwasser gehandelt, versichert der 70-Jährige. Trotzdem zahlte die Allianz damals, obwohl sie laut neuem Vertrag eigentlich nicht hätte zahlen müssen. 19 Jahre später zahlt sie dann nicht. Glück habe er eben damals gehabt, meint Allianzvertreter Heiko Wycisk. Soll heißen, Astrid und Arndt Schumann bleiben 2013 auf ca. 2000 Euro Hausratschaden – denn auch für den gibt es bei aufsteigendem Grundwasser nichts – und einem noch nicht bezifferten Gebäudeschaden sitzen.

 

Marianne Stietz von der Verbraucherzentrale Thüringen kennt diese Fälle. Sie kritisiert zum einen, dass es fair gewesen wäre, von der Allianzvertreterin, die 1994 für die Schumanns zuständig war, darauf hinzuweisen,dass mit dem neuen Vertrag diverse Schäden nun nicht mehr abgedeckt seien. Zum anderen hat sie beobachtet, dass die Allianz versucht, Kunden, die noch immer die alten DDR-Versicherungsverträge haben, loszuwerden. Notfalls auch per Vertragskündigung oder mit Androhung höherer Beiträge und Selbstbeteiligungssummen. Dennoch ihr eindringlicher Rat an alle, die Hochwasserschäden fürchten müssen: „Auf keinen Fall freiwillig von einem bestehenden DDR-Altvertrag trennen“.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasserhilfen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ausgezahlt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Nach dem Juni-Hochwasser sind im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt Spenden und Soforthilfen ausgezahlt worden. Das Geld sei in diesen Tagen auf die Konten der Betroffenen überwiesen worden, sagte ein Sprecher des Landkreises am Freitag. Aus dem Förderprogramm von Bund und Ländern konnten insgesamt 189 000 Euro an betroffene Privatleute und Kleinunternehmer verteilt werden. Fast 120 Haushalte und 37 Unternehmer hatten Anträge auf Soforthilfen gestellt.
Mehr als 63 000 Euro gingen allein auf dem Spendenkonto des Landkreises ein. Davon bekam die besonders vom Hochwasser betroffene Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel an der Saale 21 000 Euro, die über die Gemeinde an Betroffenen verteilt werden sollten. In anderen Orten erhielten 55 Hausbesitzer jeweils 700 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden. 3500 Euro gingen an gemeinnützige Einrichtungen und Kirchen
Quelle: focus.de/

Millionen für Hochwasserschutz in Harras

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Harras (Landkreis Hildburghausen). Der Freistaat investiert in den kommenden zwei Jahren knapp 7,5 Millionen Euro in den Hochwasserschutz in der Ortslage Harras.

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz nahm am Freitag zusammen mit Kommunalvertretern vor Ort den ersten Spatenstich für neue Hochwasserschutz-Mauern vor. „Mit dem Gesamtpaket der Investitionen verhindern wir einen möglichen Gesamtschaden von etwa 16 Millionen Euro. Kosten und Nutzen des Schutzes stehen hier in einem gesunden Verhältnis“, sagte Reinholz in Harras.

 

In der Ortslage werden bis Herbst 2015 neue Schutzmauern, Deiche und Entwässerungsleitungen entstehen, das Abflussprofil der Werra wird erweitert, eine Brücke erhält einen zusätzlichen Durchlass und der Rottenbach der in Harras in die Werra mündet wird naturnah gestaltet. Damit werden 18 Hektar bebautes Gebiet und 230 Häuser vor einem „Jahrhunderthochwasser“ (HQ 100) geschützt. Der Freistaat finanziert das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Gemeinschafts¬aufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) von Bund und Ländern.

Bislang treten in Harras schon bei einem kleineren Hochwasser, wie es statistisch alle fünf Jahre vorkommt, Schäden in der Ortslage auf. Das jetzige Vorhaben geht auf eine Studie zum Hochwasserschutz an der oberen Werra von 2008 zurück, das Planfeststellungsverfahren begann im Frühjahr 2012. Vom großen Hochwasser im Mai/Juni 2013 blieb der Ort weitgehend verschont.

 

Minister Reinholz verdeutlichte am Beispiel von Harras eine Grundlinie des Thüringer Hochwasserschutzes: „Innerorts schützen wir die Menschen mit technischen Anlagen, außerhalb der Ortslagen lassen wir die natürliche Ausuferung zu.“

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Pegel von Bleiloch und Hohenwarte werden gesenkt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Die Pegel in den Stauseen Bleiloch und Hohenwarte werden in den kommenden ­Wochen allmählich herunter­gefahren. Seit Dienstag geht zunächst der Pegel im Hohenwartestausee kontinuierlich zurück, um bis Ende September auf einen Stand von 299,5 Meter über NN zu kommen.
Hohenwarte/Saalburg. Am Donnerstag lag der Pegel bei 301,95 Meter über NN.

Damit soll im Hohenwartespeicher Stauraum geschaffen werden für die geplante Absenkung des Bleilochstausees. Ab der letzten Septemberwoche wird dort der Pegel, der aktuell bei 405,25 Meter über NN liegt, kontinuierlich abgesenkt, um bis zur 43. Kalenderwoche auf einen Pegel von 402 Meter über NN zu kommen. Das sind acht Meter unter der Vollstauhöhe, die zuletzt beim Hochwasser im vergangenen Frühjahr erreicht worden ist.

Quelle: otz.de

 

 

Zweieinhalb Stunden im Schulbus nach Greiz

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Bergas Schüler lernen nach der Flut im Ausweichquartier Berufsschule I in Greiz. Für Wünschendorfer Schüler würde der Schulweg per Bahn nur 40 Minuten betragen, doch selbst zu bezahlen sein. Kein Kompromiss in Sicht?

Wünschendorf/Greiz. Bei vielen Wünschendorfer Schülern sind die Schultaschen für Montag schon gepackt. Doch rechte Freude auf den 1. Schultag will sich nicht einstellen.

Seit das Juni-Hochwasser ihre Bergaer Schule flutete, besuchen die Regelschüler aus Wünschendorf, Berga und dem Einzugsgebiet die Berufsschule I in Greiz als Ausweichquartier. „Die Kinder sind am Tag etwa zweieinhalb Stunden im überfüllten Schulbus unterwegs“, beschreibt Anja Elsner, Mutti der 12-jährigen Pia die komplizierte Situation. Pia verträgt Auto- wie Busfahren schlecht. „Das geht nicht nur mir so, auch anderen Kindern. Vor allem bei der Heimfahrt stehen manche von uns im überfüllten Bus oder sitzen am Boden. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nach vorne fallen. Dazu der Lärm von 50 Schülern.“ Selbst bei nur sechs Stunden Unterricht, erläutert Neuntklässlerin Sophie Löschner, seien sie erst 16.30 Uhr zu Hause, dann folgen Hausaufgaben und Lernen, früh 6 Uhr heißt es wieder aufstehen. Myriam Ratzer, 10. Klasse, fragt: „Wann sollen wir uns zusammensetzten, um im Februar unsere Projektarbeiten abzuliefern? Da bleibt kaum noch Zeit.“ Für Hobbys ohnehin nicht. Pia, Kreisjugendmeisterin im Dressurreiten, musste ihre Übungsstunden in Köckritz absagen. Trotzdem spricht sie auch für andere Schüler: „Die Lehrer sind sehr verständnisvoll, überlasten uns nicht mit Hausaufgaben. Am Stundenplan können sie keine Abstriche machen. Wir wollen ja selbst das ganze Pensum lernen.“ Viele der Familien der Schüler tragen noch an den Hochwasserfolgen. In Pias Kinderzimmer wohnt die 85-jährige Uroma, Familie Steinmann ist ganz aus dem Haus ausgezogen.

Hintergrund aller Aufregung ist die Tatsache, dass die Fahrt mit der Bahn für die Wünschendorfer und Bergaer Schüler weitaus schneller und bequemer wäre als der Bus. Statt zweieinhalb Stunden wären die Wünschendorfer Mädchen und Jungen nur 40 Minuten unterwegs. Doch für die Bahn gibt es keine Schülerfahrkarten. Per 31. Juli sind sie ausgelaufen, gelten nun nur für den Schulbus. Bahntickets für 4,30 Euro für unter 14-Jährige und 6,30 Euro für Ältere täglich bedeuten bei mehreren Schulkindern in der Familie einen tiefen Schnitt ins Familienbudget.

Anja Elsner, die sich mit ihrer Bitte um Änderung ans Landratsamt gewandt hatte, wurde gesagt, dass die Fahrzeit zumutbar sei. Die OTZ-Nachfrage ergab leider kein anderes Ergebnis. So ließ die Landrätin mitteilen, dass „der Landkreis als Schulträger bei allem Verständnis eine vertretbare Lösung für alle 175 Schüler der Regelschule Berga aus Berga, Neumühle, Wünschendorf und Umland mit den Busunternehmen gefunden hat. Der von Wünschendorfer Eltern favorisierte Schülertransport mit der Bahn steht jedem offen, dann aber auf eigene Kosten. Die Schülerbeförderung komplett per Bahn abzusichern, kann nach Auskunft der Bahnanbieter aus Kapazitätsgründen nicht gewährleistet werden.“

Die Bahn informierte OTZ: „Die DB Regio erbringt die Leistungen im Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des Freistaats, vertreten durch die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS). Im Verkehrsvertrag ist auch das Sitzplatzangebot geregelt. Danach erfolgt die Ressourcenplanung für Fahrzeuge und Personal. Ergibt sich ein vom Vertrag abweichendes Beförderungsbedürfnis, sollte sich das Landratsamt an die NVS wenden.“

Auf einen Wiederbezug der Bergaer Schule hofft das Landratsamt bis Jahresende. Und wenn nicht? Könnte es vielleicht doch einen Kompromiss im Sinne der Schüler geben? Vielleicht einen Waggon mehr oder die Verrechnung des staatlich finanzierten Busgeldes mit dem privat gekauften Bahnticket?

Quelle: otz.de

Zimmern. Das Hochwasser in Thüringen ist längst weg, doch die Touristen halten sich bei ihren Buchungen zurück. Werbung soll Verunsicherung entgegenwirken. Ein Sommerteam der Thüringer Tourismus GmbH reist durchs Land.

„Wie ganz Ostdeutschland hat auch Thüringen mit einem touristischen Imageschaden zu kämpfen“ , sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig . Er kündigte eine verlängerte Kampagne an, in der unter anderem die einstigen Hochwassergebiete beworben werden. Auch der Park an der Ilm in Weimar lädt wieder zum Bummel, lautet eine der Botschaften.

Die Thüringer Tourismusgesellschaft wirbt ihrerseits mit einem Sommerteam um die Urlauber. Seit Anfang Juli sind Kathrin und Katrin gemeinsam an jedem Wochenende unterwegs, um verschiedene Ecken des Landes zu durchstreifen und die Besonderheiten der Regionen zu erkunden.

„Wir kennen vorher immer nur ein Stichwort, lassen uns dann von dem überraschen, was auf uns zukommt“, verrät Katrin Silvers. An diesem Tag war es der Baumkronenpfad im Hainich. „Unesco Weltnaturerbe“ – weithin sichtbar kündet die Tafel von dieser Auszeichnung.

Erst seit zwei Jahren darf sich der „Urwald mitten in Thüringen“ mit dem Titel schmücken, doch dessen Wirkung ist immens. „Wir werden von vielen Besuchern gezielt darauf angesprochen“, bestätigt Ranger Gerd Frixel beim Besuch des Sommerteams der Thüringer Tourismusgesellschaft.

Der 55-jährige aus Weberstedt gehört zu den Parkführern der ersten Stunde, der von Anfang an dabei war. Doch in den letzten Jahren habe der Andrang spürbar zugenommen, das habe sicher auch mit dem Titel zu tun, ist Frixel überzeugt.

Gemeinsam mit dem Thüringen-Team erkundet er den Hainich. „Gewaltig“ entfährt es den beiden Frauen, als Frixel an drei Stationen die Ausmaße der größten Bäume der Welt veranschaulicht. In Kalifornien stehen diese Mammutbäume, die bis zu 116 Meter hoch werden.

Holz aus dem Hainich ist unverkäuflich. Hier wird nicht bewirtschaftet, hier überlässt man die rund 1500 Hektar Waldfläche allein der Natur.

„Wir bieten spezielle thematische Wanderungen zu Themen wie Pilze, Kräuter oder Nachtwanderungen an“ , verrät Frixel. Geführt könne man den Wald auch im Dunkeln durchstreifen, auf eigene Faust sollte man es unterlassen, sagt der Experte. Immer wieder bekomme man nachts Hilferufe und müsse dann Wanderer suchen.

Beeindruckt zeigten sich die jungen Frauen vom Gang über den Baumkronenpfad. Es sei eine völlig ungewohnte Perspektive, sagten sie hinterher.

Allerdings hätten sie sich etwas mehr Ruhe gewünscht, sagen Katrin und Kathrin. Die bekommen sie später beim Yoga über den Baumwipfeln.

Am Wochenende ist das Sommerteam erneut unterwegs. Thüringen hat viel zu bieten, das beweisen auch die Bilder und Texte des Teams im Internet.

Quelle: otz.de

320 Meldungen für Dankesfeier

Veröffentlicht: August 23, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Ilmkreis. 320 Feuerwehrleute, Vereins- und Firmenvertreter sowie Privatleute wurden für eine besondere Dankeschön-Veranstaltung eingeladen. Organisiert vom Feuerwehrkreisverband und unterstützt von Kreisverwaltung und Sparkasse findet diese am 30. August am 18 Uhr im Feuerwehrgerätehaus Ichtershausen statt. Dort soll den Gästen, allesamt vorgeschlagen von ihren Bürgermeistern, in lockerer Runde Dank für ihren selbstlosen Einsatz gegen das Hochwasser gesagt werden.

Quelle: otz.de

Neubau an anderem Ort in Gößnitz

Veröffentlicht: August 23, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Stadtrat Gößnitz will Ersatzneubauten für Kita „Knirpsenland“ und Kegelbahn in der Altenburger Straße 7.

Gößnitz. In Gößnitz soll es Ersatzneubauten für die Kindertagesstätte „Knirpsenland“ und für die Kegelbahn geben. Beide Einrichtungen waren beim Juni-Hochwasser so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass man von einem Totalschaden sprechen kann. Für den Neubau der beiden Einrichtungen ist zudem ein neuer Standort gefunden, um sie aus der Hochwassergefahrenzone in der Pleißestadt zu bringen.

 

Indes fiel die Abstimmung im Gößnitzer Stadtrat über das Vorhaben am Mittwochabend nicht einstimmig aus. Dreizehn der insgesamt 16 Abgeordneten befürworteten diese Variante, drei Abgeordnete – Klaus Stötzner und Udo Hofmann (beide CDU) sowie Mike Köhler von BI 89 – waren gegen den Beschlussvorschlag.

 

Geht es nach dem Willen der Stadt, sollen Kegelbahn und „Knirpsenland“ künftig auf dem leeren Grundstück in der Altenburger Straße 7 ihr Domizil finden. Die Kosten für die beiden Ersatzneubauten belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 2,1 Millionen Euro.

 

Eine wirkliche Alternative dazu hatten die Stadträte nicht gefunden. So wurde der Wiederaufbau des „Knirpsenlandes“ sowie der der Kegelbahn an Ort und Stelle außer von Udo Hofmann und Klaus Stötzner ausgeschlossen, da die Einrichtungen an ihren bisherigen Standorten nun schon zweimal (2002 und 2013) von den jüngsten Hochwasserkatastrophen in der Stadtgeschichte direkt betroffen waren.

Ersatzneubauten in der Karl-Liebknecht-Straße 9, so lautete ein weiterer Vorschlag, der am Mittwoch ebenfalls verworfen wurde, da dort am ersten Juni-Wochenende das Hochwasser 30 Zentimeter stand. Eine weitere Möglichkeit war die, das einstige Netto-Gebäude in der Zwickauer Straße umzubauen und dort die beiden Kindertagesstätten „Knirpsenland“ und „Burattino“ gemeinsam unterzubringen. Allerdings wäre dies auch die kostenintensivste Variante mit rund drei Millionen Euro gewesen. Denn den Kegelbahnneubau muss man noch dazurechnen. Außerdem bliebe in diesem Falle die Ungewissheit, ob die Stadt Fördermittel zurück zahlen müsse, die in jüngster Vergangenheit für Modernisierungsarbeiten im jetzigen „Burattino“-Domizil geflossen sind.

 

Mit dem Beschluss am Mittwochabend hat sich der Stadtrat nun bekannt zu Ersatzneubau für „Knirpsenland“ und Kegelbahn an neuen Standorten. Dass der Plan umgesetzt werden kann, setzt voraus, dass das Land Thüringen die Kosten für das Vorhaben per Hochwasserhilfsprogramm komplett fördert. „Alles andere geht nicht“, verdeutlichte Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund), „weil wir das nicht finanzieren könnten.“ Für Hartmut Schubert (SPD-Fraktion) war es wichtig, dass die Ersatzneubauten an neuer Stelle errichtet werden. „Wir sollten jetzt zusehen, dass wir unseren Plan gefördert bekommen.“

 

CDU-Mann Udo Hofmann indes glaubt nicht, dass es noch einmal zu einem solchen Hochwasserschaden beispielsweise im „Knirpsenland“ kommt. Weshalb er für den Wiederaufbau der Kindertagesstätte an Ort und Stelle in der Altenburger Straße 63a plädierte. In Verbindung mit einem nachgebesserten Hochwasserschutz in Gößnitz, wie Parteifreund Klaus Stötzner hinzufügte. „Und die Kegelbahn im Überschwemmungsgebiet“, so ergänzte Hofmann, „könnte doch auch dort bleiben: mit einem neuen Dach und einen Meter erhöht.“

 

Mike Köhler indes befürwortete zwar einen Kita-Neubau, allerdings gleich neben dem Schulzentrum, weit weg von der Altenburger Straße, der Pleiße und dem Hochwassergebiet. „Mir ist auch der neue Standort nicht sicher genug“, begründete er seine Ablehnung.

Quelle: otz.de

Rüßdorf bekommt wieder eine Brücke

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Bauarbeiten sollen bis 26. September fertig sein.

Rüßdorf. Die Bauarbeiten an der Brücke in Rüßdorf können beginnen. In seiner Sitzung am Dienstag beschloss der Gemeinderat der Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf einstimmig, die Notinstandsetzung an die Caspar Bau GmbH in Greiz zu vergeben.

 

Sie soll 48.968,44 Euro kosten und bis spätestens 26. September abgeschlossen werden. Die Gelder kommen aus der Fluthilfe vom Land. Die Fertigstellung sei wetterabhängig, wie Gunter Walzel vom Bauamt betonte. Da der größte Teil der Arbeiten zudem aus dem Flussbett heraus durchgeführt werden muss, sei auch der Wasserstand von Bedeutung.

 

Die Notinstandsetzung soll aber nur den Ist-Zustand der Brücke vor dem Hochwasser wiederherstellen. Problematisch bleibt, dass die Überquerung weiterhin nur für Fahrzeuge bis fünfeinhalb Tonnen zugelassen ist. Daher wird über den Bau einer Furt nachgedacht, die auch Landwirtschaftsfahrzeugen eine offizielle Zufahrt ermöglichen soll. Der Agrargenossenschaft Markersdorf gehört ein Großteil der Felder auf der momentan nicht erreichbaren Elsterseite. Bis eine solche Baumaßnahme jedoch Realität werden kann, wird einige Zeit vergehen. Noch müssen die Fördermöglichkeiten für das Projekt ausgelotet werden.

Quelle: otz.de

Zwötzener Wehr wird wieder aufgebaut

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

1,8 Millionen Euro Kosten und eine Bauzeit bis Herbst 2014 schätzen die Planer. Bis dahin fällt das Wasserkraftwerk aus.

Gera. Auf dem Ufer der Weißen Elster am Zwötzener Wehr liegen lange Reihen Granitblöcke. Seit Tagen werden die riesigen schweren Steine mit schwerem Gerät aus dem Fluss geholt. Es sind Steine vom Zwötzener Wehr, die von der Wucht des Hochwassers Anfang Juni weggespült wurden. Dabei ist auch ein Quader, der die Jahreszahl 1876 trägt, das Jahr, in dem das Wehr in Gera errichtet wurde.

 

„Die Anlage wird wieder aufgebaut.“ Das erklärte gestern der Hauptplaner und Oberbauleiter Stefan Handrich vom Ingenieurbüro Handrich aus Dresden Abgeordneten der Thüringer SPD-Landtagsfraktion. Sie waren nach Gera gekommen, um Schäden nach dem Hochwasser auch auf einer Schlauchboottour zu erkunden.

 

Das Wehr gehört zwar dem Land. Zuständig für den Wiederaufbau ist aber die Betreiberin des Kleinwasserkraftwerkes daneben, die die Stauanlage für die Stromgewinnung gepachtet hat. Seit dem Hochwasser stehen die Turbinen still, weil das Wehr seine Funktion derzeit nicht erfüllen kann. „In unser Turbinenhaus ist zum Glück kein Wassereingedrungen“, sagte Karsten Wunderlich. Der Mitarbeiter der Wasserkraftanlage (WKA) Gera GmbH & Co. wird länger warten müssen, bis die Turbine wieder laufen kann. Noch ist nicht geklärt, ob die Versicherung des Unternehmens den Schaden am Wehr begleichen wird. „Wir werden aber erst einmal Aufbauhilfe beantragen“, sagte Planer André Richter. Sollte die Versicherung später doch zahlen, werde die Hilfe zurückgegeben. Laut den Planern werden etwa 1,8 Millionen Euro nötig sein, um das Zwötzener Wehr mit allem was dazu gehört, wieder aufzubauen. Die Bauzeit wird voraussichtlich bis zum Herbst 2014 andauern.

 

Wehr und Kraftwerk sind durchaus umstritten

„In diesem Jahr können wir kaum noch beginnen, mit dem Herbstregen steigt der Flusspegel. Das macht das Bauen zu aufwendig“, sagen die Planer. Deshalb ist das nächste Frühjahr als Baustart avisiert. Bis das Wehr wieder errichtet ist, wird das Kraftwerk still stehen. Das sind binnen eineinhalb Jahren Stillstand etwa drei Millionen Kilowattstunden Energie, die nicht produziert werden. Den Verlustausfall für das Kraftwerksunternehmen wollen die Planer dann doch lieber nicht hochrechnen. Die Einspeisevergütung liegt bei derzeit etwa 7,7 Cent je Kilowattstunde.

 

In Gera sind das Wehr und das Wasserkraftwerk durchaus umstritten, weiß auch der Ostthüringer SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb . Denn beide Bauwerke sind Hindernisse für die naturnahe Entwicklung im Fließgewässer. Die Fischtreppe, die zwischen dem Wehr und dem Kraftwerk existiert hat, ist vom Hochwasser auch zerstört worden. „Sie soll auch wieder aufgebaut werden nach den neuesten Standard“, sagen die Planer. Über die Fischtreppe soll den Lebewesen im Wasser der Aufstieg flussaufwärts ermöglicht werden. Auch ein Fischrechen soll mit dem Wiederaufbau des Wehr errichtet werden, damit Fische nicht in das Kraftwerk schwimmen.

 

Mit dem Wiederaufbau des Wehrs und dem Anlaufen der Turbine ist es an der Weißen Elster allein nicht getan. Nach der SPD-Elstertour resümierte Wolfgang Lemb : „Wir müssen darauf dringen, dass die geplanten Schutzanlagen schnell gebaut werden und das Land dafür das nötig Geld zur Verfügung stellt. Und dort, wo die Planungen für den Hochwasserschutz in Gera noch nicht fertig sind, müssen sie schnell fertig gestellt werden.“

Quelle: otz.de

Angelika Munteanu kommentiert: Bootstour mit Hindernissen

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Angelika Munteanu sieht noch viel Arbeit am und im Fluss

Den Spaß bei der Arbeit mit einer Schlauchboottour auf der Weißen Elster, wie in gestern SPD-Genossen vom Thüringer Landtag hatten, würde sich mancher wünschen. Der Erkundungstrip nach dem Hochwasser hat aber auch einiges zu Tage gebracht. Denn ganz ungehindert und trockenen Fußes kamen die Abgeordneten nicht übers Wasser. Gleich am zerstörten Wehr liegt der Abzweig zum Mühlgraben. Vor den verschlossenen Schotten türmen sich Müll und Geröll. Wenige Meter flussabwärts ist die Elster verlandet mit angeschwemmtem Sand und Steinen. Das Ufer ist beschädigt und der seit Jahren marode Zwötzener Damm nach dem Hochwasser auch. Hier ist das Land zuständig, Schäden zu beseitigen und endlich den Damm für den Hochwasserschutz zu erneuern. Weiter flussabwärts vor Heinrichsgrün ist die Elster meist seicht. Auch gestern. Die SPD musste dort ihre knallroten Gummiboote übers Wasser tragen.

Quelle: otz.de

Saalebetreuungswerk Jena: Behinderte kehren am Montag zurück

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

In der Werkstatt für Behinderte des Saalebetreuungswerkes sind die gröbsten Schäden des Hochwassers beseitigt.

Jena. Von Normalität kann noch keine Rede sein in der Werkstatt für Behinderte in Zwätzen. Dass das Wasser der Saale am ersten Juni-Wochen­ende 35 Zentimeter hoch im Haus stand, das ist noch immer an vielen Stellen zu sehen. Trotz neuer Türen und teilweise ­sanierter Fußböden bleibt sehr viel Kleinarbeit.

 

Dennoch kehren am kommenden Montag die ersten 150 behinderten Menschen aus den Ausweichquartieren in der Goethe-Schule in Winzerla und vom Sanitärhersteller Sanit in Eisenberg an ihre angestammten Arbeitsplätze zurück. „Die Wände sind dank der Heizgebläse wieder trocken und Dienstag wurden alle Räume über große Vernebler desinfiziert“, sagt Werkstattleiter Kai Pfundheller. Besonders wichtig: Die Groß­küche ist wieder einsatzbereit. „Sie ist das Herzstück unserer Werkstatt, weil sie nicht nur unsere Mitarbeiter und Heim­bewohner versorgt, sondern auch zwei Schulen und drei Kindergärten“, sagt Grit Kersten. Die Geschäftsführerin des ­Saalebetreuungswerkes hat sich von Küchenchef Lutz Hain zur Wiedereröffnung Matjeshering mit Salzkartoffeln bestellt. „Den kann er am besten“, sagt Grit Kersten. Noch bis Ende September fällt dagegen die Druckerei komplett aus. „Zwei kleinere ­Digitaldruckmaschinen konnten repariert werden, unsere große Offset-Druckmaschine ist dagegen nicht mehr zu retten“, sagt Teamleiterin Franka Wichert. Die neue Maschine kostet runde 330″000 Euro. Der Gesamtschaden in der Zwätzener Einrichtung kletterte inzwischen auf 1,2″Millionen Euro. Zusätzlich zu den 700″000 Euro für die bauliche und technische Wiederherstellung summieren sich die Umsatzausfälle der Produktion.

„Wir hoffen, dass wir über die Hochwasserhilfe der Bundes­regierung wenigsten einen Teil der Schäden finanziell ab­decken können“, sagt Grit Kersten. Sehr erfolgreich war die Spendenaktion für die Behindertenwerkstatt mit einer Gesamtsumme von bisher 140″000 Euro. Gestern brachten Michael Kaßler und Jan Steinbrück von der Sparkasse Jena-Saale-Holzland noch einen Scheck über 5000 Euro vorbei. Grit Kersten bedankt sich ganz herzlich bei allen Spendern.

 

Nach der Sanierung des ­Gebäudes wird sich das Saale­betreuungswerk auch damit ­beschäftigen, was zu tun ist, ­damit künftige Hochwasser nicht wieder solch einen Schaden anrichten. „Ich hoffe, wir finden da eine gemeinsame ­Lösung mit der Stadt für das ­gesamte Gewerbegebiet am Flutgraben“, sagt Grit Kersten.

Quelle: otz.de

Hahn Elektro aus Greiz unterstützt Flutopferhilfe

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Obwohl das Unternehmen selbst durch die Flut betroffen war, hat es 2000 Euro gespendet.

Greiz. „Das Hochwasser hatte auch uns erwischt, auf 15.000 bis 20.000 Euro beläuft sich unser Schaden“, sagte gestern Heiko Geßner, Prokurist der Hahn Elektroanlagen GmbH aus Greiz. „Trotzdem möchten wir anderen Leuten helfen.“ So hat die Fa. Hahn der Interessengemeinschaft (IG) Greizer Neustadt eine Spende in Höhe von 2000 Euro für Flutopferhilfs­projekte überreicht. IG-Vor­sitzender Steffen Dinkler dankte für das Vertrauen und kündigte an, dass das Geld in der Greizer Neustadt bleiben werde.

Die IG habe bislang „knapp 8000 Euro“ an Flutspenden gesammelt, so Dinkler. 5000 Euro davon seien Zielspenden gewesen, vom übrigen Geld sei bislang in Abstimmung mit der Stadt einem Flutopfer in der Rosa-Luxemburg-Straße geholfen worden. Über weitere Hilfs­anträge soll in Kürze entschieden werden. „Es war uns von vornherein klar, dass wir so viele Spenden nicht bekommen werden, auch weil viele unserer Mitglieder selbst von der Flut betroffen waren, aber wir sind zufrieden“, sagte Dinkler. Und weil die Spender ein Recht darauf hätten zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert, soll spätestens zur nächsten Jahreshauptversammlung der IG öffentlich Rechenschaft über die Spendeneinnahmen und -verwendung abgelegt werden.

Quelle: otz.de

Pappeln sind gefällt an der Saale in Camburg

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Mancher Passant oder Autofahrer hat sich in den letzten Tagen auf dem Weg zum großen Parkplatz oder zum Einkaufen bei Rewe sicher gewundert: Die Sicht zum anderen Saaleufer hinüber ist jetzt vom Schießplatz aus frei.

Camburg. Bisher war sie von mehreren mächtigen Pappeln verdeckt. Doch die Bäume liegen jetzt gefällt im Gras am Saaleufer.

 

Eine Rückfrage im Rathaus, welche Bewandtnis es damit hat, ergab, dass hier Gefahr im Verzug gewesen sei. „Es handelt sich um mehrere Pappeln, die Wochen nach dem Hochwasser welke Blätter bekamen“, erklärte Carsten Schöne vom Bauamt der VG Dornburg-Camburg. Ein Baumfachmann sei hinzugezogen worden, und es habe sich der Verdacht bestätigt, dass die Bäume abgestorben sind. Dies sei eine Folge des Hochwassers.

 

Um Schäden durch herabstürzende Äste oder gar umstürzende Bäume zu vermeiden, sei eine Spezialfirma mit der Fällung beauftragt worden. Die Fachleute vom „Baummarder“ aus Jena ­haben die Bäume am vergangen Freitag entastet und am Sonnabend gefällt. Da die Stadt eine Baumschutzsatzung hat, musste die Untere Naturschutzbehörde nicht für eine Genehmigung ­herangezogen werden.

Quelle: otz.de

Dank Spenden geht es weiter in Windischleuba

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Auch in der Jugendherberge in Windischleuba schlug die Pleiße zu. Gegen die Fluten waren die Betreiber im Schloss machtlos. Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt.

Windischleuba. Auch Altenburgs Nachbarstädtchen Windischleuba hat das Pleißehochwasser im Juni hart getroffen. Besonders ernst war die Lage im Schloss der Pleißestadt. Das seit 1977 als Jugendherberge dienende Objekt, gilt als eines der schönsten Landheime in der Region und bietet Kindern und Jugendlichen reichlich Abwechslung. Doch die Pleiße zeigte auch hier keine Gnade. „Als am 2. Juni das Hochwasser kam, waren wir chancenlos“, sagte Gerd Herrmann, Herbergsvater der Jugendherberge. „Nachdem sich das Wasser bis 5. Juni zurückgezogen hatte, haben wir sofort mit dem Saubermachen begonnen, um so schnell wie möglich alles wieder auf Vordermann zu bringen. Das Wasser überflute den gesamten Erdgeschossbereich und stand 80 Zentimeter hoch“, erzählt der Herbergsvater im bereits 25. Dienstjahr. Daraufhin entschloss sich Gerd Herrmann und sein Team, das Schloss für einen Monat zu schließen und so schnell wie möglich mit der Trockenlegung und Schadensbeseitigung zu beginnen. „Es war dringend notwendig einen Monat zu zumachen. Durch die Flut waren die gesamte Elektrik, Heizung und die Küche unbrauchbar geworden. Durch eine professionelle Trocknungsanlage wurden die Räume zügig trocken gelegt und die Küche zog vorübergehend in den ersten Stock“, schildert Gerd Herrmann. Ziel des Herbergsvaters war es, sein Schloss binnen einen Monats für die Besucher wieder beziehbar zu machen. „Am ersten Juli konnten wir dann endlich wieder unsere ersten Gäste empfangen. So besuchten uns unsere „Stammgäste“ von der Wilhelm Busch Grundschule Altenburg. Hier hat mich besonders gefreut, dass die Schüler spontan eine Spendenaktion für uns eingeleitet hatten und uns einen Scheck über 350 Euro überreichten. Das war für mich eine sehr rührende und lobenswerte Geste“, meint der 60-Jährige lächelnd.

 

Die Jugendherberge ist nun seit dem 26. Juli wieder voll einsatzfähig. Das Beheben der Flutschäden ist abgeschlossen und das Schloss kann wieder Kinder und Jugendliche in seinen vier Wänden nach Herzenslust betreuen. „Ich bin trotz des Hochwassers sehr zufrieden. Unsere Einrichtung ist immer gut besucht und wir haben keine Probleme mit Unterbelegungen oder zu wenigen Gästen. Ohne das Hochwasser hätten wir dieses Jahr vielleicht sogar ein Rekordjahr verbuchen können, aber die Pleiße hat uns in der Hinsicht leider einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Gerd Herrmann. Ebenfalls erfreut äußerte er sich über die zahlreichen Spenden, die zum Wiederaufbau bei der Jugendherberge eingegangen sind. „Wir haben zurzeit rund 11″200 Euro an Spenden erhalten. Mich macht das sehr glücklich, dass vielen Leuten etwas an unserer Einrichtung liegt“, freut sich der Herbergsvater zufrieden. „Ich bin nun gespannt, wie die Unterstützung für die Hochwasseropfer seitens der Regierung aussieht. Wir müssen eben abwarten, wie sich das ganze entwickelt.“

 

Die Jugendherberge strahlt nun seit drei Wochen wieder in vollem Glanz. Die Schäden sind beseitigt und es kehrt nach und nach der Alltag wieder ein. Die 2008 sanierte Anlage hat das übermäßige Nass der Pleiße vom Juni schnell weggesteckt und freut sich nun wieder auf viel lebendiges Treiben und großen Trubel im Schloss Windischleuba.

Quelle: otz.de