Fischsaison eröffnet – Hochwasser schmälert vielerorts den Fang

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Hohenfelden (Weimar). Männer in wasserdichter Kleidung, glitzernde Fischleiber – an viele Teiche und Stauseen kommen dieser Tage wieder Schaulustige. Etliche Fischer befürchten jedoch eine geringere Ernte als 2012.

Die Fischsaison in Thüringen ist eröffnet. In Teichen, Stauseen, Talsperren und Rückhaltebecken werfen in diesen Herbsttagen Fischer im Haupt- und Nebenerwerb ihre Netze aus, um die diesjährige Ernte einzuholen. Vielerorts bangen Teichwirte jedoch um den Ertrag. „Das Hochwasser im Frühsommer hat vor allem in Ostthüringen bei einigen Betrieben großen Schaden angerichtet“, sagte der Vorsitzende des Thüringer Fischereiverbandes, Uwe Müller . Aber auch Vögel wie Kormorane und Graureiher hätten unter den Jungfischen gewildert. Thomas Vogel von der Fischerei Schwerstedt rechnet lediglich mit der Hälfte des Fangs von zwölf Tonnen im Vorjahr.

2012 hatten die 178 Betriebe im Freistaat insgesamt 894 Tonnen Speisefisch an Land gezogen. Mit 494 Tonnen machte die Regenbogenforelle laut Statistischen Landesamtes mehr als die Hälfte des Fangs aus.

Vorwiegend Karpfen, Hechte, Schleien, Zander und Welse werden in den Seen und Teichen, deren Geschichte teils bis ins Mittelalter zurückgeht, produziert und gefischt, wie Müller sagte. Neben der traditionellen Methode der Teichwirtschaft hat sich in vergangenen Jahren die Forellenzucht auch in Rinnenanlagen mit guter Wasserqualität etabliert.

Diese Saison war laut Verband für die Fischer bisher nicht besonders gut. Die Fluten im Mai und Juni rissen viele der ausgesetzten Jungtiere mit. In der Teichwirtschaft Wilchwitz im Altenburger Land seien die Karpfen im Maisfeld geschwommen, in der Forellenzucht Russ bei Wichmar an der Saale im Hof. Allein auf mehr als eine halbe Million Euro werde der Gesamtschaden an Fischverlusten, abgesoffenen Gebäuden und kaputten Dämmen geschätzt, sagte der Verbandvorsitzende, der den Stausee Hohenfelden bei Erfurt bewirtschaftet.

Hauptberuflich ist der Naturwissenschaftler Müller in der Landesanstalt für Geologie und Umwelt mit für den zoologischen Artenschutz zuständig ist. Die Verbindung von Fischerei, Umwelt, Naturschutz und Naherholung im beliebten Stausee Hohenfelden ist eines seiner Ziele.

In diesem Jahr hätten allerdings nicht nur in Hohenfelden die Fluten Erde und Dünger in die Seen gespült und die Wasserqualität verschlechtert, schilderte er. Dies hatte auch negative Auswirkungen auf das Wachstum der Jungfische, sagte der Binnenfischer Thomas Vogel. Es war auch zu kalt. Zudem machten sich im Frühjahr Kormorane, Graureiher, Gänsesäger oder Zwergtaucher über Jungfische unter 800 Gramm her. „Wir haben viele angehackte oder gerissene Tiere am Ufer gefunden. Das Problem sind bei uns wirklich die Vögel“, sagte der Binnenfischer. Am 19. Oktober wird im Stausee Schwerstedt abgefischt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

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