Archiv für die Kategorie ‘Deggendorf’

Ein Jahr nach dem Hochwasser: Gauck „Sieger der Herzen“

Veröffentlicht: August 27, 2014 von fluthelfer in Deggendorf

Auch in Natternberg freute man sich über den Besuch des Bundespräsidenten.Ein Jahr nach seinem Besuch im überfluteten Fischerdorf und Natternberg hat Bundespräsident Joachim Gauck am gestrigen Montag nachgeschaut, ob er mit seinem Eintrag im Goldenen Buch der Stadt „Deggendorf wird blühen“ richtig lag. Stimmt. Die Gartenschau blüht. Doch Gauck ging auch dieses Mal wieder dorthin, wo die Flut noch immer in der Seele wehtut.

Der Ministerpräsident, Minister um Minister, Staatssekretäre – auf das Jahrhundert-Hochwasser 2013 folgte ein Heer von Flut-Touristen. Vor allem in Fischerdorf, diesem Symbol der Katastrophe. Sie sorgten für staatliche Hilfe in beachtlicher Höhe. Der unbestrittene „Sieger der Herzen“ aber war Bundespräsident Joachim Gauck. Zwar konnte sich kein Fischerdorfer von Gaucks guten Worten ein neues Wohnzimmer kaufen, doch der Mann hat offenbar Gespür für den Herzschlag von Menschen, die alles verloren haben. Dass er sein Versprechen auf ein Wiedersehen nach einem Jahr gestern einlöste, rechnen sie ihm hoch an.

Zunächst informierte sich Gauck in kleiner Runde mit Experten sowie Vertretern von Stadt und Landkreis über den Stand der Sanierungsarbeiten und den Fortschritt beim Hochwasserschutz.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt besuchte der Bundespräsident die Ortsteile Natternberg und Fischerdorf, die vom Hochwasser besonders stark betroffen waren. In beiden Stadtteilen standen die Fluten nach Dammbrüchen im Juni 2013 mehrere Meter hoch. Mehr als 150 Häuser mussten seitdem abgerissen werden.

Quelle: pnp.de

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Unterstützung für Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf, Hilfe

Der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham übergab in Furth im Wald einen Scheck von 700 Euro für in Not geratene Menschen in Fischerdorf bei Deggendorf.

Dass die Hochwasseropfer von Fischerdorf bei Deggendorf nicht vergessen sind, zeigte ein Volksmusik_Nachmittag, den der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham zusammen mit dem Auhof-Bauern Karl Schreiner in Furth im Wald initiierte. Mit viel Musik und Gesang verschiedener Gruppen aus der Region fand ein unterhaltsamer Nachmittag im Kolpinghaus statt. Dabei wurde zu Spenden für Fischerdorf aufgerufen.

Nun hat der Regionalvorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises, Sepp Krems, zusammen mit Karl Schreiner und Elfriede Gebert aus der Vorstandschaft die Summe von 700 Euro an Johanna Plach übergeben, eine der Initiatoren der Aktion „Helfen und Begleiten“. Die Gruppe mit Angehörigen der Pfarreien Furth, Rimbach und Gleißenberg begleitet seit Anfang Juli viele Fischerdorfer und Natternberger.

„Wer meint, dass nun alles für die Leute wunderbar läuft, der täuscht sich schwer“, stellte Günther Plach fest. Bei jeder Fahrt fehlten mehr Häuser, fast jedes dritte Haus müsse abgerissen werden, viele Familien hätten bis jetzt nur wenig Geld erhalten.

Gerade der Winter stelle viele vor große Probleme. So sei der Bürgerbus, mit dem die Gruppe meistens unterwegs ist, auf jeder Fahrt nach Fischerdorf randvoll mit Möbeln, Kleidung, Werkzeug, Elektrogeräten und vielem mehr. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar und geben Spenden sofort direkt an die Betroffenen weiter,“ so Johanna Plach.

Quelle: mittelbayerische.de

Deggendorf – Angst vor neuem Jahrhundert-Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Auch Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe gibt es in den besonders schwer betroffenen Gebieten Fischerdorf und Natternberg-Siedlung viele Probleme. Immer mehr Häuser müssen abgerissen werden – aktuell liegt die Zahl bei rund 200.

Immer mehr Menschen entscheiden sich, gar nicht mehr an ihren früheren Wohnort zurückzukehren, sondern sich lieber ein Quartier in sicherer Höhenlage zu suchen. Denn die Angst vor einem weiteren, noch schlimmeren Hochwasser, gegen das auch die neuen Dämme machtlos sind, scheint zu wachsen.

Quelle: idowa.de

Die Küchenchefs helfen dem MundArt in Deggendorf mit großem Fest

Veröffentlicht: Oktober 2, 2013 von fluthelfer in Deggendorf
Das MundArt in Deggendorf ist zur Zeit telefonisch erst ab 16.00 Uhr zu erreichen
Tel: 0991 40671127
Es kann aber auch per Mail Kontakt aufgenommen werden.
Email: info@mund-art-restaurant.de

Koch Andre Richter und Betreiberin Karoline Weisner vom MundArt in Deggendorf hatten keinen Arbeitsplatz mehr. In Ihrem Lokal, vor allem in der Küche, war vieles kaputt – denn in den Wochen nach der Flut hatten sie täglich 200 Helfer dort. Das Restaurant verpflegte in einer beispielslosen Aktion ehrenamtlich Helfer und Opfer der Flutkatastrophe.

Jetzt braucht das Lokal selbst Hilfe – und die stand im August plötzlich vor der Tür. Die Küchenchefs, bekannt aus dem Fernsehen, rückten mit einem 20-köpfigen Produktinsteam nach Deggendorf aus.

Schon im August fand in Deggendorf „eine richtig schöne Sause“ statt. Die Küchenchefs organisierten in kurzer Zeit ein tolles Programm mit Live-Bands und und und. Natürlich durfte auch das Essen nicht fehlen – eine Flut-Kartoffelsuppe.

Der Erlös dieser Sause kam dem Lokal zugute.

Millionen von Zuschauern konnten diese Hilfsaktion der Küchenchefs gestern abend im Fernsehen verfolgen – es war für alle ein Riesenerfolg!

Flutopfer bekommen 15.000 Euro aus Spendentopf

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, finanzielle Hilfen

In Deggendorf ist am Freitag (27.09.13) über die Verwendung eines Teils der Spendengelder für die Hochwasseropfer beraten worden. Die Spendenkommission hat beschlossen: in bestimmten Fällen bekommen Betroffene 15.000 Euro.

Mehr als 200 Häuser in und um Deggendorf müssen wegen der Flut komplett abgerissen werden. Davon Betroffene ohne Versicherung bekommen aus dem Spendentopf eine Pauschale von 15.000 Euro.

„In der Zwischenzeit muss man sich eine andere Bleibe suchen, muss Miete bezahlen. Das lässt sich nicht über staatliche Hilfen abdecken. Das ist so ein typischer Fall, in dem wir Spenden verteilen.“

Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter

Allein für Flutopfer in Stadt und Landkreis Deggendorf stehen mehrere Millionen Euro Spendengelder zur Verfügung. Ein Teil davon stammt aus dem Erlös des großen Fluthilfetags des Bayerischen Rundfunks, bei dem insgesamt rund zehn Millionen Euro zusammengekommen sind.

Oberste Gebote der Spendenkommission sind höchstmögliche Transparenz und höchstmögliche Gerechtigkeit, so Kommissionssprecher und Landrat Christian Bernreiter. Der Kommission gehören Vertreter aller betroffenen Kommunen sowie Vertreter zehn großer Hilfsorganisationen, wie Arbeiter-Samariter-Bund, Rotes Kreuz, Caritas und Malteser, an.

Quelle: br.de

Metzgerei in Fischerdorf eröffnet wieder

Veröffentlicht: September 19, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

Im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf ist am Donnerstag (19.09.13) die Traditionsmetzgerei Schiller wieder eröffnet worden. Der Handwerksbetrieb war bei der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni völlig zerstört worden.

Die Metzgerei und der Laden mussten neu eingerichtet werden. Für die Fischerdorfer kehrt mit der Eröffnung der Metzgerei in der Hauptstraße wieder ein Stück Normalität zurück.

Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) und Landrat Christian Bernreiter (CSU) gratulierten der Familie Schiller bei einem Besuch persönlich zur Wiedereröffnung. Metzgermeister Josef Schiller hofft, dass die Kundschaft, die er vor der Flut hatte, schnell zurückkommt. Der dreimonatige Verdienstausfall habe den Betrieb schwer getroffen, so der Chef.

Quelle: br.de

150 Häuser nach Hochwasser abbruchreif

Veröffentlicht: September 14, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Drei Monate nach der Katastrophe müssen in den Deggendorfer Stadtteilen Fischerdorf, Natternberg und Natternberg-Siedlung 150 Häuser abgerissen werden.

Deggendorf. Drei Monate nach der Hochwasserkatastrophe müssen in Deggendorf 150 Häuser abgerissen werden. Betroffen seien die Stadtteile Fischerdorf, Natternberg und Natternberg-Siedlung, sagte am Dienstag der Sprecher des Landratsamtes Degendorf, Josef Ehrl. Er bestätigte einen Bericht der „Passauer Neuen Presse“. „Es stehen noch einige Gutachten aus. Daher könnte die Zahl noch ansteigen“, betonte Ehrl.

Bei der Flutkatastrophe standen allein im Landkreis Deggendorf etwa 950 Häuser und Wohnungen teilweise bis unters Dach unter Wasser. Die Fassaden und Decken saugten sich mit Ölgemisch voll. „Da die Schadstoffe auch noch nach vielen Monaten heraustreten können, ist ein Abriss aus gesundheitlichen Gründen nicht zu vermeiden“, erläuterte Ehrl. Er versicherte, dass es bei den zugesagten staatlichen Hilfen von 80 Prozent bleibe. Im Landkreis belaufen sich die Schäden auf insgesamt 507 Millionen Euro.

Viele der betroffenen Familien wollen nach dem Abriss auf dem Grundstück einen Neustart wagen. Dafür müssten aber spezielle Auflagen erfüllt werden, betonte Ehrl. Statik, Elektrik und die Heizungsanlagen müssen so geplant werden, dass sie auch einem besonders starken Hochwasser standhalten.

Quelle: mittelbayerische.de

Nach dem Hochwasser Stück für Stück zurück ins Paradies

Veröffentlicht: September 14, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Der erste Eindruck, den Traudl Wenzel von ihrem Haus und Garten nach dem Hochwasser hatte, war: „Es sieht aus wie nach dem Krieg, alles verwüstet.“ Der zweite Eindruck war der üppig pink blühende Rosenstrauch im Garten. Dieser Anblick hat sich in das Gedächtnis der 70-Jährigen gebrannt: „Wenn die Natur uns das Zeichen gibt, dass es aufwärts geht, dann haben auch wir die Pflicht, den Garten und unser Haus wieder herzurichten.“

Am ehemaligen Forsthaus in Scheuer sind kaum noch Spuren des Hochwassers zu finden. Die Außenwände sind inzwischen getrocknet, neu gekalkt und in strahlendem Weiß getüncht. Drei Monate ist es her, dass das Wasser tagelang rund 1,50 Meter hoch im Haus stand. Auch in der Wohnstube sind seitdem fast alle sichtbaren Spuren der Katastrophe verschwunden. Wenzels kleines Anwesen ist ein Paradies. Wieder.

„Wir haben in den vergangenen Monaten eine neue Bescheidenheit kennen und schätzen gelernt und das Wissen, dass man auch mit sehr wenig auskommen kann“, erklärt der 77-jährige Hans Wenzel. Trotz der großen Schäden, die das Wasser angerichtet hat, hätten sie großes Glück gehabt. „Wir haben gearbeitet, wie die Tiere, um alles aufzuräumen. Endlich sehen wir Licht am Ende des Tunnels. Gejammert haben wir dennoch nie, denn es würde auch nichts ändern und andere, wie unsere Nachbarn, hat es noch viel, viel schlimmer getroffen“, sagt Traudl Wenzel.

Das rüstige Ehepaar ist vor allem dankbar, dass es die Katastrophe und die Aufräumarbeiten gesundheitlich unbeschadet überstanden hat. Und die beiden sind den vielen Helfern, ob Familie, Feuerwehr Pankofen, den Bundeswehrsoldaten oder Nachbarn aus Schiltorn, unendlich dankbar – „das Entgegenkommen und Zusammenhalten hat uns die Kraft gegeben, das alles überhaupt durchzustehen“, betont Traudl Wenzel.

Lange hatte sich das Ehepaar geweigert, sein Haus zu verlassen, selbst als das Wasser bereits so hoch stand, dass Hans Wenzel, von kleiner untersetzter Statur, kaum mehr aus den Fluten herausschauen konnte. „So konnten wir wenigstens die meisten Sachen vor dem Wasser in den ersten Stock retten“, erklärt Wenzel, der leidenschaftlicher Antiquitätensammler ist. Über die Jahre hat sich das Haus in ein Raritätenkabinett verwandelt. Ohne Verluste ging es dennoch nicht. Der Biedermeier-Kachelofen, aus Lehm gebaut, hat sich im Wasser aufgelöst und war nicht mehr zu retten.

Quelle: pnp.de

Flucht vor der Flut – Isarmünd wird abgerissen

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Hochwasserfolgen

Das Dorf Isarmünd bei Deggendorf muss wegen des Hochwasserschutzes verschwinden, die Bewohner werden umgesiedelt. Das ist die kostengünstigste Variante. Besonders die Älteren tun sich damit schwer

In Isarmünd kehren normalerweise Wanderer und Vogelfreunde ein, die im idyllischen Mündungsgebiet von Isar und Donau die Natur genießen. Doch dieser Tage wüten in dem niederbayerischen Örtchen die Bagger. Isarmünd soll dem Erdboden gleichgemacht werden. Statt der neun Häuser umfassenden Siedlung wird hier ein Polder für den Hochwasserschutz entstehen.

Ein Haus ist bereits Geschichte, nur Stein- und Erdhaufen, gesondert nach Materialien, künden noch von seiner Existenz. Dieser Tage wird das zweite Haus abgerissen, gelber Bagger vor grünen Maisfeldern, darüber der blaue Himmel. Doch niemand will sich das farblich so idyllische Schauspiel ansehen. „Da steckt zu viel Herzblut drin“, sagt Roland Schmid vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf.

„Was kann man ändern“

Neben dem von Steinhaufen gesäumten Platz, auf dem sich einmal das erste abgerissene Haus befand, steht eine weißhaarige Dame auf ihrer Terrasse. Balkone und Geländer sind liebevoll geschmückt mit Petunien und Oleander, Stuhlkissen und Deko zeugen von regem Gebrauch. „Es war immer so schön hier“, sagt sie. „Aber was kann man ändern.“

Die Frau will ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Es müsse genügen, was sie als Anwohnerin zu erzählen habe, sagt sie. Wie fast alle im Weiler ist sie eine Alteingesessene, zwar nicht hier geboren, aber vor 50 Jahren durch ihre Hochzeit hierhergekommen.

Seitdem hat sie in ihrem Haus gewohnt, umgeben von denselben Menschen, eine verschworene Gemeinschaft. Hier gibt es nur Wohnhäuser, Höfe und ein Kirchlein, der nächste Ort ist mehrere Kilometer entfernt. Wer Brot braucht, kauft es beim Bäcker, der in einem blauen Kleintransporter bis vor die Haustür kommt.

Wasserexperte Schmid ist dafür verantwortlich, dass die Überschwemmungsfläche entstehen kann, also dafür, dass die Häuser der Isarmünder abgerissen werden. Sein Wasserwirtschaftsamt hat einen Experten engagiert, der den Wert der einzelnen Häuser geschätzt hat.

Dann haben sie den Anwohnern Angebote unterbreitet, in welcher Höhe, will Schmid nicht sagen. Schon seit fünf Jahren laufen die Gespräche über Isarmünds Zukunft. Doch, und das ist Schmid so wichtig, dass er es gleich mehrfach betont: „Die Absiedlung ist absolut freiwillig.“

Abreißen ist am günstigsten

Zwar wird es noch Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis alle Bewohner Isarmünds ihre Häuser verlassen haben. Erst müssen die neuen Häuser fertiggebaut werden, die Umzüge organisiert. Die meisten Einwohner ziehen nach Moos, die nächstgelegene Gemeinde. Doch die Bagger künden davon, dass das Ende Isarmünds bereits begonnen hat.

Die Menschen haben eigentlich gelernt, mit dem Hochwasser zu leben. Die Dame erzählt, dass sie den Keller immer als Erstes leer räumen, der laufe ohnehin voll. Zudem sei dort eine Tauchpumpe installiert. Isarmünd liegt nahe bei Deggendorf, einem der Orte, die unter dem Juni-Hochwasser am meisten gelitten haben. Weil in Deggendorf ein Damm brach, kam Isarmünd einigermaßen glimpflich davon, nur die Keller liefen voll, und im Erdgeschoss stand das Wasser 50 Zentimeter hoch. Die Spuren sieht man noch heute.

Dass das Hochwasser ein Problem ist, darin sind sich Anwohner und Wasserwirtschaftsamt einig. Die weißhaarige Dame sagt: „Gesund ist das nicht, immer wieder Wasser im Haus zu haben.“ Herr Schmid vom Wasserwirtschaftsamt sagt, es sei die Aufgabe seiner Behörde, die Anwohner vor Überschwemmungen zu schützen.

Das Amt habe vorher verschiedene Varianten durchkalkuliert, wie man diesen Schutz am besten umsetzen könne, neue Deiche, Deicherhöhungen. Dabei sei es um Naturschutz, aber auch um Wirtschaftlichkeit gegangen. Am Ende stand die Erkenntnis: „Der Schutz der Gebäude kostet mehr, als sie abzureißen.“ Man hätte für neun Häuser einen kompletten Deich erhöhen müssen. Da entschied man sich für die Umsiedlung.

Moos wirkt wie eine Verheißung

Die Isarmünder sind gespalten, was ihre Zukunft angeht, und eine Kluft zeigt sich auch zwischen Jung und Alt. Schräg gegenüber von der weißhaarigen Dame, einmal über die Wiese, wohnt eine andere ältere Dame: Franziska Bauer. Auch sie hat nach Isarmünd geheiratet, 1957 war das, und ist hier seitdem verwurzelt. „Für uns Alten wäre es schöner, wenn wir nicht mehr wegmüssten“, sagt Bauer.

Die weißhaarige Dame hat ihr Haus traditionell vor Jahren an die Kinder übergeben und wohnt jetzt im „Altenteil“. „Jetzt habe ich hier nichts mehr zu sagen“, seufzt sie. Für ihre Kinder, die heute selber Kinder haben, sei klar, dass sie wegziehen. Sie kennen den Ort aus ihrer eigenen Kindheit: Kein Bus außer dem Schulbus, kaum Kinder außer den Geschwistern. Da wirkt Moos wie eine Verheißung.

Auch in Moos wird ein kleines Stück Isarmünd erhalten bleiben. Mehrere der Anwohner bauen in ihrer neuen Heimat direkt nebeneinander, sodass sie auch künftig Nachbarn bleiben. Auch die beiden Damen werden beieinander bleiben.

Wenn Isarmünd untergeht und ihre eigenen, heute noch blumengeschmückten Häuser abgerissen wird, wollen sie bei aller Verbundenheit nicht dabei sein. „Das muss ich mir nicht antun“, sagt Frau Bauer. So pragmatisch die Isarmünder auch abwägen, am Ende behält das Herzblut doch die Oberhand.

Quelle: welt.de

Vor zwei Monaten ging Fischerdorf nach einem Dammbruch an der Isar unter. Die schmutzige Brühe ist abgeflossen, doch die Schäden sind geblieben. Ein Ortsbesuch bei Familie Kufner

Ringsum überall dunkle Wolken. Nach den heißen Tagen im Juli ergießen sich „ergiebige Regenfälle über Bayern“, berichtet ein Radiosprecher in schönstem Meteorologendeutsch. Nur im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf fällt seltsamerweise bisher kein Tropfen. Wer an höhere Mächte glaubt, der könnte das so deuten: Der Himmel will gutmachen, was er vor zwei Monaten hier verbrochen hat.

Und da ist einiges zusammengekommen. Jeder hat noch die Bilder des niederbayerischen Ortes vor Augen, der Anfang Juni in schmutzig-braunen Fluten versank. Denn Fischerdorf liegt wie in einer Badewanne, eingeschlossen zwischen den Dämmen von Isar und Donau, die dort zusammenfließen. Nur kurz ließ sich der bröckelnde Isardamm verteidigen. Dann kam die Flut – binnen weniger Stunden rollte das Wasser wie eine Lawine heran. Lautlos schluckte es alles, was sich ihm in den Weg stellte. Fischerdorf gab es nicht mehr. Auf Luftbildern waren allenfalls noch die Dächer zu sehen. 14 Tage dauerte es, bis die Bewohner wieder in die Häuser konnten. Oder besser gesagt: in das, was von ihnen übrig geblieben war.

Das Wasser rollte wie eine Lawine heran

Jetzt, Mitte August, wirkt die Gegend nach der wochenlangen Hitze wie ausgedörrt. Das Gras in den Vorgärten ist verbrannt. Martina Kufner steht in Shorts und T-Shirt vor ihrem Haus an der Hauptstraße und zeigt auf die Wand, von der – wie an vielen anderen auch – weit über Mannshöhe der Putz abgeklopft ist. „2,30 Meter hoch stand die Brühe“, erzählt die 35-jährige Grafikerin. Ein dunkler Streifen zeichnet sich wie ein Mahnmal der Flut an der Mauer ab. Und, man mag es kaum glauben: Es riecht noch immer nach Öl.

„War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer.“ Martina Kufner

Die Kufners sind eine von über 600 betroffenen Familien in Fischerdorf. Über eine halbe Milliarde Euro betragen die Schäden, die die Wassermassen im Raum Deggendorf angerichtet haben. Das hat man im Landratsamt errechnet. Freistaat und Bund haben massive Hilfsprogramme verabschiedet. Vor kurzem waren Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Umweltminister Marcel Huber vor Ort, um zu zeigen, dass die Fischerdorfer nicht vergessen seien. Die ersten Zahlungen aus dem Bund-Länder-Wiederaufbau-Fonds werden noch im August fließen, sicherte Seehofer zu. Damit sollen bis zu 80 Prozent der Schäden abgedeckt werden.

Doch die Leute wissen: Es ist Wahlkampfzeit. Da versprechen Politiker gerne. Ob sie das später auch halten, daran zweifelt in Fischerdorf noch der ein oder andere. „Mal sehen, was passiert. Fragen Sie mich in einem Jahr noch mal, ob wir den Wiederaufbau finanziell stemmen konnten“, bemerkt Stefan Kufner und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er nimmt gerade Bodenproben im Garten, dessen Humusschicht möglicherweise von den Fluten verseucht wurde.

600 betroffene Familien in Fischerdorf

Das Schicksal der Kufners ist beispielhaft für viele in dem Deggendorfer Ortsteil. Das 1995 erbaute Haus des jungen Paares konnte wie die meisten hier im Überschwemmungsgebiet nicht versichert werden. Doch der immense finanzielle Schaden ist nicht das einzige Problem. Im Erdgeschoss wohnte die pflegebedürftige Mutter, die seither bei Verwandten einquartiert ist. Es wird noch Monate dauern, bis sie wieder zurück kann. Das Elternhaus, direkt an der Straße, hat die Familie aufgegeben. „Es wird wohl abgerissen.“ Die neue Immobilie soll aber erhalten werden – allerdings ist dazu eine Generalsanierung notwendig. Sogar die Ziegel müssen mit hochaggressivem Wasserstoffperoxid behandelt werden, damit all der Schimmel, die Pilze und die giftigen Ölrückstände verschwinden.

Das Elternhaus wird wohl abgerissen

Gerade ziehen die letzten Handwerker ab. Sie verabschieden sich in den Sommerurlaub. „Wir haben unseren Urlaub storniert“, sagt die junge Mutter. Zum Trauern über die missliche Situation hatten die Kufners allerdings bisher keine Zeit. Seit Wochen arbeiten sie praktisch ohne Unterbrechung. Stefan Kufner bekam von seinem verständnisvollen Arbeitgeber 20 Tage Sonderurlaub. Vor dem Haus steht ein Schuttcontainer, in dem Ziegel liegen. Ein Erker wurde abgerissen, weil sich das Mauerwerk mit Öl vollgesaugt hatte. Auch diverse Innenwände mussten raus. Noch steht alles leer. Rohbauatmosphäre. Wie in vielen Häusern surren auch hier mitten im Sommer die Bautrockner. Die Suche nach den Schuldigen der Flut steht für die Kufners nicht im Vordergrund. Sie kämpfen wie die meisten anderen Fischerdorfer weiterhin um Anschluss an die Normalität. Die ist noch nicht in Sicht. Tief ins kommende Jahr wird es dauern, bis die Schäden behoben sind. Erst in den letzten Tagen konnte der 36-Jährige wieder halbwegs geregelt seiner Arbeit nachgehen.

Mauerwerk von Öl getränkt

Mancherorts sieht es schon aufgeräumter aus. Zwischen den zwei Deichen der Donau, gleich hinter der mächtigen modernen Brücke, die nach Fischerdorf führt, beispielsweise. Da kann man wieder von einem Postkartenidyll sprechen. Auf sattgrünen Wiesen weiden die Rösser des örtlichen Reitvereins. Nichts erinnert hier an die Katastrophe. Doch dahinter hat sich das Leben nicht erholt. Der Bäcker hat nach wie vor geschlossen. Das Farbengeschäft ist umgezogen. Ein großes Plakat weist auf den neuen Standort hin. Die Renovierungsarbeiten haben hier noch nicht einmal begonnen. Vor den Autohäusern, auf deren Parkplätzen die Autos im Juni schwammen wie bunte Enten, sieht es schon wieder geschäftig aus. Wer aber hinter die Kulissen in die Schauräume blickt, der bemerkt, dass die Händler nur eine Art Notbetrieb fahren. „Es geht weiter, aber es ist schwierig“, berichtet eine Mitarbeiterin. Die Geschäftsführung des BMW-Vertreters lehnt eine Stellungnahme ab. Die Leute haben anderes zu tun, als über Wasserschäden zu lamentieren. Es gilt, das Unternehmen zu retten, was schwer genug sein dürfte. Billige, flutgeschädigte Gebrauchtwagen gibt es in Fischerdorf übrigens nicht. Die meisten Autos seien zurück zu den Herstellern gebracht worden, hört man. Die anderen wurden von Autoteilehändlern aus Tschechien zerlegt wie Schlachtvieh.

„Es geht weiter, aber es ist schwierig“

Nicht weit entfernt ist das Haus von Josef Gruber zu sehen. Es steht leer. Die Garage davor ist – wie das Nachbarhaus auch – abgerissen. Die Fensterstöcke im Obergeschoss fehlen, einige Dachplatten sowie die Außenverkleidung ebenfalls. Das erst vor wenigen Jahren renovierte Gebäude scheint nicht mehr sanierbar zu sein. Am 14. Juni berichteten wir an dieser Stelle über das Schicksal des 50-jährigen Gruber und seiner Familie. Die Resonanz war enorm. Viele Leser meldeten sich und wollten für ihn spenden. Leider war die Familie nicht mehr zu erreichen. Denn das Telefon ist seit der Flut tot. „Das Haus vom Gruber muss abgerissen werden“, bestätigen die Nachbarn die eigene Vermutung. Er lebe mit seiner Familie inzwischen im benachbarten Plattling. Genaueres weiß man nicht.

Staat prüft, dass Geldempfänger wirklich bedürftig sind

Doch auch Gruber, der in den ersten Tagen nach der Flut so verzweifelt war, darf hoffen. Er könnte zu den Härtefällen zählen, denen der Schaden aus öffentlichen Geldern komplett ersetzt wird. Denn sein Haus war längst noch nicht abbezahlt. Die Altschulden drücken. Allerdings überprüft der Staat penibel, wer wirklich hilfsbedürftig ist, um Betrügern das Wasser abzugraben. Denn es sollen, so hört man, in den ersten Tagen auch einige Leute Soforthilfe kassiert haben, die gar nicht hochwassergeschädigt sind. 15 Seiten stark ist der Antrag des Landes Bayern. „Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen“, beschreibt Kufner das Schreiben. Der Antrag des Bundes umfasse nur drei Seiten.

Finanziell sieht es derzeit trotz Unterstützung aus regionalen Hilfsprojekten düster aus. Alles in allem etwa 18 000 Euro, schätzt Martina Kufner, dürfte die Familie bisher erhalten haben. Das ist bei einem Gesamtschaden von knapp einer halben Million Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch günstige Kredite über 10 000 oder 20 000 Euro, die von örtlichen Banken angeboten werden – die ersten zwei Jahre rückzahlungsfrei –, helfen nicht wirklich weiter.

„Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen.“ Stefan Kufner

Zwischen all den Problemen gibt es auch gute Nachrichten. Eine davon: Die vorhergesagte Mückenplage hält sich in Grenzen. Möglicherweise konnten die Insekten auf dem giftigen Wasser nicht richtig brüten. „Die Fliegen sind schlimmer“, bestätigt Martina Kufner. Und: In all dem Chaos sind die Fischerdorfer nach wie vor überrascht von der unglaublichen Hilfsbereitschaft, die sie erlebt haben. Wildfremde Menschen hatten angepackt, viele mit bloßen Händen, andere zeigten sich als finanzielle Wohltäter. Die seien durch den Ort gelaufen und hätten gesagt: „Da habt’s einen Hunderter“, erzählt Martina Kufner. Das hat bei ihr und ihrem Mann nachhaltig Eindruck hinterlassen. Oben, am Balkon ihres Hauses, hängt ein Banner mit der Aufschrift: „Vielen Dank den freiwilligen Helfern.“ Stefan Kufner, selbst Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, fügt hinzu: „Wenn das alles hier rum ist, dann helfe ich auch woanders mit, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird.“

Mückenplage hält sich in Grenzen

Einige Straßen weiter lebt Sieglinde Pfeffer. Sie hat ihre im überschwemmten Erdgeschoss lebenden Eltern in den Urlaub geschickt: „Die waren fix und fertig.“ Zusammen mit ihrem Mischlingshund Sissy hütet sie das Haus. Der Ofen aus hellblauen Kacheln ist das einzige Möbel, das übrig blieb. „Der Rest war Sperrmüll.“ Wie die meisten Fischerdorfer, sagt auch sie, habe man gewusst, dass die Gegend Überschwemmungsgebiet ist. Viele waren darauf eingerichtet, hatten Pumpen im Keller, die Regale waren höher angebracht. Ein guter Meter Hochwasser hätte kaum Schaden angerichtet. „Aber wer konnte mit so etwas rechnen?“

Interessant ist, dass sich die Menschen trotz großer Unsicherheit nicht unterkriegen lassen. Ein Umzug in ein hochwassersicheres Gebiet kommt für die meisten nicht in Frage. „War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer“, sagt Martina Kufner. Das klingt wie eine Kampfansage.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html
Nach der Hochwasserkatastrophe ist in Deggendorf die erste Fluthilfe aus dem Bund-Länder-Fonds ausgezahlt worden. Eine vierköpfige Familie, deren Wohnung komplett überflutet wurde und noch immer unbewohnbar ist, hat am Mittwoch 45 000 Euro erhalten. Das Geld werde die Familie in den Wiederaufbau für Wohnung und Möbel einsetzen, sagte Landrat Christian Bernreiter (CSU).
Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin stellte am Mittwoch die Weichen für eine rasche Auszahlung der Milliarden-Hilfen an Opfer des Juni-Hochwassers. Der Bundesrat soll an diesem Freitag in einer Sondersitzung den Rahmen abschließend beraten. Nach den Soforthilfen können dann noch im August Fondsgelder fließen. Der Bund finanziert den Fonds von bis zu acht Milliarden Euro vor und erhöht entsprechend seine Neuverschuldung. Der Freistaat Bayern hat die Mittel bereits vorgestreckt, damit schon jetzt die ersten Gelder ausbezahlt werden können. Später wird dann mit dem Bund abgerechnet.

Allein im Landkreis Deggendorf waren nach Angaben Bernreiters 954 Häuser und Wohnungen teilweise bis unters Dach geflutet. „Etwa 100 Häuser sind von dem öligen Wasser derart beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen“, erläuterte der Landrat. Die Schäden belaufen sich auf insgesamt 507 Millionen Euro. „Wir rechnen mit etwa 1400 Anträgen auf Fluthilfe“, sagte Bernreiter.

Quelle: focus.de

Fluthilfe Deggendorf Hochwasseropfer bekommen Geld

Veröffentlicht: August 14, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, finanzielle Hilfen

Am Dienstagabend (13.08.13) wurde in Deggendorf der erste Bescheid für Hochwasserhilfe aus dem großen Bund-Länder Fluthilfefonds erlassen. Damit soll ein Großteil der Privatschäden nach der Flutkatastrophe abgedeckt werden.

Die Koalition in Berlin hat die Weichen für eine rasche Auszahlung der Milliarden-Hilfen an Hochwasser-Opfer gestellt. Das Kabinett beschloss am Mittwoch die Verordnung zu dem bis zu acht Milliarden Euro schweren Aufbauhilfefonds, mit der die Verteilung und Verwendung der Gelder geregelt wird. Der Bundesrat soll an diesem Freitag in einer Sondersitzung den Rahmen abschließend beraten.

Bayern streckt Mittel vor

Bayern hat die Mittel dafür bereits vorgestreckt, damit schon jetzt die ersten Gelder ausbezahlt werden können. Später wird dann mit dem Bund abgerechnet.

Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter überreichte den ersten Bescheid an Monika und Harald Gach. Die Wohnung der Familie mit zwei Kindern wurde komplett geflutet und kann noch immer nicht genutzt werden.

40.000 Euro für die Familie

40.000 Euro fließen als erste Tranche aus dem Fluthilfefonds noch am Mittwoch (14.08.13) auf das Konto der Familie. Monika Gach sprach bei der Entgegennahme des Bescheides von einem der ersten großen Lichtblicke nach der Flutkatastrophe. Das Geld investiert die Familie in den Wiederaufbau von Wohnung und Haushalt. Einige hundert Anträge auf Unterstützung aus dem Fluthilfefonds wurden seit Montag vergangener Woche bereits gestellt. Noch immer aber nicht alle, beklagt Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter.

Quelle: br.de

ERC Ingolstadt gastiert zum Hochwasser-Benefizspiel in Deggendorf

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Deggendorf. (PM) Wenn am 30.08.2013 die Ingolstadt Panther in Deggendorf auflaufen, dann steht man sich nicht nur einem DEL-Team gegenüber, sondern auch einer Mannschaft, die schon immer ein gutes Pflaster für Deggendorfer Spieler war. Aktuell wechselte Torhüter Timo Pielmeier von den Landshut Cannibals nach Ingolstadt, um dort die Nummer 1 zu sein. Timo Pielmeier erlernte das Eishockey in Deggendorf und ist eines der vielen Talente, die aus der Deggendorfer Nachwuchsschmiede hervor gingen. Gleiches trifft auf Christoph Gawlik zu, der ebenfalls für die Panther stürmt.

Das größte Talent, das Deggendorf je hervor gebracht hat, ist zweifelsohne Thomas Greilinger. Seit 2008 spielt der Stürmer in der Audi-Stadt und lässt dort die Verteidiger in der DEL regelmäßig alt aussehen. Nach seiner schweren Verletzung versuchte er sich in der damaligen Bayernliga und schoss seinen Heimatverein Deggendorf wieder in die Oberliga zurück. Thomas Greilinger wird allerdings die Schlittschuhe nicht schnüren können, da er verletzungsbedingt ausfällt.

Neben Pielmeier und Greilinger standen auch noch andere ehemalige Deggendorfer Akteure bei den Panthern unter Vertrag. So zum Beispiel Stephan Retzer oder der auch in Deggendorf unvergessene Glen Goodall. In drei Spielzeiten erzielte er in 149 Spielen 308 Punkte (189 Tore) und bildete damals mit Ed Zawatsky und Agostino Casale ein kongeniales Trio. Die älteren Fans werden sich noch gerne erinnern, als der damalige Tabellenführer der Hacker-Pschorr-Liga – die Ingolstadt Panther – mit 9:2 aus dem Deggendorfer Eisstadion geschossen wurden.

Nun hat Ingolstadt zu einem Benefizspiel zugesagt und so können sich die Fans von Deggendorf Fire auf einen hochkarätigen Gegner freuen. Niklas Sundblad wird sicher ein starkes Team aufbieten, gegen das es die Fire-Stürmer schwer haben werden, das Tor von Timo Pielmeier unter Beschuss zu nehmen.

Die Schirmherrschaft hat Deggendorfs Oberbürgermeister, Dr. Christian Moser, übernommen. Im Laufe der Diskussion über die Sanierung des Eisstadions arbeitete er mit Hochdruck an einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten. Bevor nun die Umbauarbeiten beginnen, wird also mit Ingolstadt erstmals eine DEL-Mannschaft im ehrwürdigen Deggendorfer Eisstadion antreten. Die Erlöse aus diesem Spiel gehen an die Geschädigten des Juni-Hochwassers, bei dem selbst Spieler, Offizielle und Fans von Deggendorf Fire Hand anlegten, um die Not der Flutopfer etwas zu lindern. Der ERC Ingolstadt drückt mit dieser noblen Geste ebenfalls seine Verbundenheit mit den Flutopfern aus.
Sitzplätze gibt es für 20 Euro, Stehplätze kosten 10 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Jugendliche bis 18 Jahren. Die Karten können im Vorverkauf ab Dienstag bei der Deggendorfer Zeitung oder dem Zigarrenhaus Schleicher erworben werden. Auch in der Geschäftsstelle zu den üblichen Öffnungszeiten gibt es die begehrten Tickets. Anpfiff zu diesem interessanten Vergleich ist um 20 Uhr!

Quelle: eishockey-magazin.de

 

Die Anträge für staatliche Hochwasserhilfe aus dem Bund-Länder Fluthilfefonds liegen ab Montag (05.08.13) im Landkreis Deggendorf aus. Bis zu acht Milliarden Euro stehen für das Hochwasser-Hilfsprogramm zur Verfügung.

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Bis zu 80 Prozent der Privatschäden sollen durch das gemeinsame Programm von Bund und Ländern abgedeckt werden. Die Flutopfer müssen diese Hilfe allerdings beantragen.

Die Formulare dafür liegen ab Montag in den Rathäusern des Landkreises Deggendorf sowie im Landratsamt aus. Die ersten Gelder aus dem Fluthilfefonds sollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch im August ausgezahlt werden.

Formular auch online erhältlich

Deggendorfer Gastronomie zieht Hochwasser-Bilanz

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Hochwasserfolgen

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hat niemanden verschont: Weder Privatleute, noch Vereine und Betriebe oder die Kommunen selbst. Viele Betriebe – speziell in der Gastronomie – wurden sowohl aktiv als auch passiv von den Fluten überrollt. Zum einen hat das Wasser große Schäden hinterlassen, zum anderen ist aber auch das Geschäft ausgeblieben, weil viele Menschen die Hochwasserregion gemieden haben. Welche „Schäden“ das Hochwasser speziell in der Deggendorfer Gastronomie hinterlassen hat, das wurde am Montag bei einem Treffen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes deutlich.

Quelle: idowa.de

Hochwasser-Spenden: Bernreiter verspricht faire Verteilung

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hat viele Menschen hart getroffen. Für die große Mehrheit der Betroffenen ist der finanzielle Schaden nicht aus eigener Tasche zu begleichen. Neben den staatlichen Soforthilfen kommen jetzt auch die Spendengelder zur Verteilung. Dafür wurde jetzt eine Spendenkommission gegründet. Wie viel Geld zur Verfügung steht und nach welchem Schlüssel es aufgeteilt wird, das gab Landrat Christian Bernreiter am Dienstag bei einem Pressegespräch bekannt.

Hier zum Interview

 

Quelle: idowa.de

Der Schlamm ist auf den Autos eingetrocknet, Schutthaufen türmen sich am Straßenrand, Häuser müssen abgerissen werden. Das Wasser ist gegangen – Schäden in Millionenhöhe bleiben. Knapp einen Monat ist das verheerende Hochwasser nun vorbei. Ein Besuch in Deggendorf.

Um die vier Wochen ist es her, dass im bayrischen Deggendorf ein Damm der Donau brach. Etwa 51 Millionen Kubikmeter Wasser begruben laut Feuerwehrkommandant Reinhard Janka die Ortsteile Natternberg und Fischerdorf unter sich. Das entspricht in etwa dem Volumen des bayrischen Schliersees. Die A9 in Richtung München glich einem Flusslauf. Geschockt betrachtete Deutschland die Bilder von grau-braunen Wassermassen, aus denen lediglich noch Dächer und Baumwipfel herausragten.

Heute scheint die Sonne über Deggendorf. Die Straßen sind wieder trocken, nur auf einigen Feldern stehen noch Pfützen. Neben Vogelgezwitscher dröhnen die Geräusche von Baustellengeräten. Am Straßenrand liegen Türme von Putz, Holz und anderem Bauschutt. An manchen Hauswänden verrät ein dunkler Streifen, wie hoch das Wasser stand. Blumen, Bäume und Autos sind von einer Schicht eingetrockneten Schlamms bedeckt.

Nur die Wände stehen noch

Wer die Häuser betritt, steht in einem Rohbau. Manchmal ist der Putz schon abgeschlagen, an anderen Stellen kratzen Helfer und Betroffene ihn noch von den Wänden. Fußböden und Estricht sind herausgerissen, Möbel verschwunden. Das Wasser hat Heizöl aus den Kellertanks in die Wände geschwemmt. Dann müssen Putz und die Fassadenisolierung raus, denn das bedeutet nicht nur Gestank, sondern auch Feuchtigkeit. Je nachdem, wie viel Öl ausgelaufen ist, reicht das jedoch nicht mehr aus. In Natternberg müssen ganze Häuser abgerissen werden.

Rund 400 Haushalte seien in den Ortsteilen Natternberg und Fischerdorf betroffen gewesen, sagt Reinhard Janka, der den Hochwassergeschädigten in den vergangenen Wochen geholfen hat. In 33 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr hat er keinen derartigen Einsatz erlebt. „Wir waren absolut machtlos“, erinnert er sich.

„Es war furchtbar, wie es hier ausgesehen hat“

Während der Flut mussten die Betroffenen ihre Häuser verlassen und bei Verwandten, Freunden oder in anderen Unterkünften Unterschlupf suchen. Mit Schrecken verfolgten sie wie das Wasser stieg: Höher und immer höher. Die Feuerwehr musste Haustiere evakuieren, die in den Häusern zurückgeblieben waren. Feuerwehrmann Reinhard Janka erzählt von einem Landwirt, der 100 seiner Bullen durch das Hochwasser verlor. Da Helfer sie nicht mehr rechtzeitig evakuieren konnten, mussten sie sie erschießen, damit sie nicht qualvoll ertranken.

In den Wohnungen wartete das Chaos

Manche Menschen konnten acht Tage nicht in ihr Haus zurück, manche elf oder sogar länger. Als es endlich soweit war, fanden viele das totale Chaos vor. „Wir sind mit dem Boot zu unserem Haus gefahren“, sagt Evi Bauer aus Natternberg. Sie erinnert sich, dass sie bis zum Bauchnabel im Wasser stand. Im Garten sei der Kühlschrank geschwommen und der Hasenstall der Nachbarn. Ihre Nachbarin Maria Reithmeier zeigt Fotos von Verwüstungen in Wohnzimmer und Küche. Schränke sind schlammverschmiert, umgerissene Möbel liegen mitten im Zimmer. „Es war furchtbar, wie es hier ausgesehen hat“, sagt Reithmeier. Das meiste Inventar – Möbel, Trockner, Kühltruhen etc. – hat die Flut nicht überlebt. Es ist längst auf dem Sperrmüll gelandet. Jetzt bestehen die Räume fast nur noch aus Steinmauern.

Manchen Menschen fehlt warmes Wasser, sie müssen kalt duschen. Viele Häuser sind im Rohbauzustand. Die Wände müssen trocknen. Erst dann können die Menschen ihre Wohnungen wieder aufbauen, streichen und neu einrichten. Die Arbeiten könnte noch vier Monate oder länger dauern, sagt Feuerwehrmann Janka.

Viele fragen sich, wer den Millionenschaden zahlt

Die Behörden in Deggendorf schätzen den Schaden auf 500 Millionen Euro. Wer das zahlen soll, wissen die meisten Betroffenen nicht. Sie hoffen auf finanzielle Unterstützung vom Staat, manche auch auf Spendengelder. Viele können das Ausmaß des materiellen Schadens noch immer nicht abschätzen.
Manfred Weber wohnt mit seiner Frau jetzt in einem Wohnwagen. Das wenige Inventar, das sie nicht verloren haben, steht in der Garage. Er wirkt niedergeschlagen. Ihm sei nur der Jogginganzug geblieben, den er gerade anhabe, eine kurze Hose und zwei T-Shirts. Sonst sei nichts mehr da.

Trotzdem ist die Stimmung der Menschen meist positiv. Betroffene und Helfer packen kräftig an. Für die Hilfe der Freiwilligen sind die Natternberger extrem dankbar. „Wir arbeiten einfach jeden Tag“, sagt eine Hochwassergeschädigte. „Es geht uns besser, wenn wir wieder etwas aufbauen können.“
Quelle: focus.de

Familie Gruber: Neuanfang mit Geld von der PNP-Fluthilfe

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

von Hannah König

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört

Das Wasser stand bis zum ersten Stock  2,80 Meter hoch stand das Wasser in Wohnzimmer, Küche und Bad – bis zur obersten Treppenstufe. Nur wenige Zentimeter hätten gefehlt, um auch noch den ersten Stock zu fluten. Josef Gruber steht noch immer unter Schock. Der Familienvater kann es einfach nicht glauben. „In nur zwei Stunden verlierst du alles, worauf du zehn Jahre hingearbeitet hast“, sagt Gruber. Dass es so schlimm werden könnte – damit hat in Fischerdorf niemand gerechnet.

Um 8 Uhr morgens wurde die Familie zum ersten Mal aufgefordert, den Ort zu verlassen. Josef und seine Frau Claudia fuhren das Auto und ihre zwei Kinder – den 8-jährigen Maxi und die 16-jährige Lisa – zu den Großeltern. Sie selbst kehrten zurück. „Solange nichts ist“, wollten sie bleiben. Sie räumten ein paar Sachen nach oben, nicht in den ersten Stock, sondern nur in die höheren Fächer der Schränke. „Wir dachten, wenn das Wasser kommt, dann höchstens kniehoch“, erinnert sich Claudia Gruber.

 Um 16 Uhr wurde der Strom abgestellt. Das Ehepaar brachte Kerzen und etwas zu Essen in den ersten Stock. Doch eine Stunde später genügte ein Blick aus dem Fenster, um ihnen klar zu machen: Hier können wir nicht bleiben. Ungehindert floss das Wasser über die Autobahn herüber und strömte auf die kleine Ortschaft zu. „Da ist uns dann doch anders geworden“, sagt Gruber.

 Um 17 Uhr ließen sie ihr Haus in Fischerdorf zurück. Um 18.45 Uhr hörte die Uhr in der Küche auf zu schlagen. Etwa 1,50 Meter über dem Boden hing sie an der Wand. Doch das Wasser kletterte schnell und hoch, verschluckte die Mechanik nicht einmal zwei Stunden, nachdem die Flut die Autobahn überquert hatte.

  Als Josef und Claudia Gruber fünf Tage später zum ersten Mal mit einem Boot zu ihrem Haus fuhren, stand das Wasser immer noch bis zum ersten Stock. Über die schlammige Brühe, in der Schuhe, Fotos und Schallplatten herumtrieben, hatte sich ein blutroter Schleier gelegt – ausgelaufenes Benzin und Heizöl. Das „Gift“, wie Gruber es nennt, tränkt auch heute noch Decken, Wände und Möbel.

 Knapp einen Monat nach der Katastrophe gleicht das Haus einer Baustelle. Die Decke hat sich mit Wasser vollgesaugt und hängt bedrohlich durch. Bis in den ersten Stock ziehen sich Risse durch die Wände. Im einst gemütlichen Wohnzimmer liegt kein Holzboden mehr, sondern nur noch nackter Beton. Insgesamt schätzt die Familie den Schaden auf etwa 300 000 Euro.

  Ein Gutachter soll nun entscheiden, ob das ganze Haus abgerissen werden muss. Doch hier wieder neu zu bauen und zu leben – das ist für die Familie ohnehin kaum vorstellbar. „Die Unsicherheit ist jetzt einfach da. Schon nächstes Jahr kann es wieder so sein“, sagt Claudia Gruber. „Wenn es dann mal ein paar Tage regnet, hat man das immer im Hinterkopf“, bestätigt ihr Mann.

 Am meisten schmerzen die verlorenen Erinnerungen. Die Flut hat nicht nur das Haus zerstört, sondern auch Fotoalben. „Jetzt hab‘ ich gar keine Bilder mehr von dir, als du klein warst“, sagt Josef Gruber zu seiner Tochter Lisa und drückt die 16-Jährige einen Moment an sich. „Du musst einfach wieder rückwärts wachsen.“ Alle lachen. Die Familie wirkt gefasst und ruhig. Aber die Nerven liegen blank.

„Es wird nie mehr so,wie es mal war“  „Man fühlt sich wie in einem schlechten Traum und wartet darauf, endlich aufzuwachen“, beschreibt Claudia Gruber die Situation. „Es wird einfach nie mehr so, wie es mal war.“ Trotzdem wollen sie jetzt nach vorne schauen und zusammenhalten – vor allem wegen der Kinder, die ihnen die Kraft geben weiterzumachen. „Wenn ich alleine wäre, wüsste ich nicht, was ich tun würde“, gibt Josef Gruber zu.

 Seit ihr Haus überflutet wurde, wohnen sie bei Claudia Grubers Eltern – zu sechst auf 70 Quadratmetern. Der psychische Druck werde immer größer. Die Familie hat einen Kredit für das Haus aufgenommen, der noch nicht abbezahlt ist. Im nächsten Jahr sollten eigentlich die Raten sinken, dann wollten sie sich endlich mal wieder etwas leisten. „Aber das ist jetzt hinfällig“, sagt Claudia Gruber traurig.

  70 000 Euro müssen sie noch abbezahlen. Wann Hilfe vom Staat kommt, ist ungewiss. Die erste Auszahlung der PNP-Fluthilfe von 10 000 Euro ist deshalb eine große Erleichterung für die Familie. „Dass wir jetzt Unterstützung kriegen, tut schon gut“, freut sich Claudia Gruber. Es ist nur der Anfang eines langen Weges zurück zur Normalität. Aber es ist ein Anfang.

Quelle: http://www.pnp.d

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

Lesen Sie mehr auf:
http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980

 

Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980Das alte Haus war gerade renoviert. Abbezahlt war es noch nicht. Dann kam die Flut nach Fischerdorf, und Familie Gruber verlor alles. Die PNP-Fluthilfe unterstützt sie nun mit 10 000 Euro Soforthilfe beim Neuanfang.

 

Schau mal Papa, in den Scheinwerfern von deinem Motorrad steht das Wasser“, ruft Maxi seinem Vater zu. Josef Gruber zuckt nur mit den Achseln. „Das ist nicht mehr zu retten“, sagt der 50-Jährige. Er steht vor seinem Einfamilienhaus in Fischerdorf, einer Ruine, geflutet und ertränkt von den braunen Wassermassen, die vor knapp vier Wochen das kleine Dorf überschwemmt haben. Er weiß: Nichts ist hier mehr zu retten.

 

Acht Jahre hat die Familie gebraucht, um das alte Haus herzurichten. Sie ahnten nicht, dass die kleine Ortschaft in Deggendorf einmal traurige Berühmtheit erlangen würde. Alles war perfekt, „pikobello“, sagt Gruber. Sie verlegten neue Holzböden, wechselten Fenster und Türen, rissen Elektronik und Wasserleitungen aus den Wänden. Jetzt ist alles zerstört.

 

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http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/deggendorf/848661_Familie-Gruber-Neuanfang-mit-Geld-von-der-PNP-Fluthilfe.html#348821980

 

Heimat in Trümmern

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Von André Jahnke

Das Hochwasser in Deutschland geht allmählich zurück, die Pegelstände sinken langsam. Im bayerischen Deggendorf allerdings stehen die Menschen nach der Flut vor neuen Katastrophen.

Deggendorf – Rosemarie Seidler hält ein Bild aus den guten Tagen in den Händen. Die Luftaufnahme aus den 1980er Jahren zeigt ihr Haus im bayerischen Deggendorf, als frisches Grün das Gebäude umrahmte. Ihr Ehemann Dietmar zeigt eine Aufnahme, die mitten in der Hochwasserkatastrophe vor drei Wochen entstanden ist. Das Haus im Stadtteil Fischerdorf ragt nur wenige Meter aus der Seenlandschaft heraus.

An der ehemals grünen Hecke, die das Grundstück der Seidlers umrahmt, zeichnen sich noch immer die einzelnen Wasserstände in Grau und Braun ab. Innen ist es wie in einem Rohbau, die Böden sind herausgerissen, die Möbel fortgeräumt. Auf der Terrasse hat Rosemarie noch Erinnerungsstücke gestapelt. Die Familienalben sind vom öligen Wasser verklebt – grauschwarze Schlieren laufen an den 37 Jahre alten Kinderbildern des Sohns herunter. „Das ist doch furchtbar, die Bilder kriegen wir doch nie mehr wieder“, sagt die 71-Jährige. Dietmar Seidler trauert seiner Schallplattensammlung nach und vor allem seiner elektrischen Eisenbahn. „Als kleiner Junge habe ich angefangen zu sammeln, jetzt ist alles weg“, sagt der 74-Jährige.

Rote Rosen als Hoffnung

Vor einer Woche sind die Seidlers erstmals in ihr Haus gekommen – in der Schaufel eines Baggers sitzend wurden sie durch das Hochwasser bis an die Haustür gefahren. „Ich habe nur noch geweint, als ich die Tür aufgemacht habe und alles durcheinander schwamm“, sagt Rosemarie Seidler. 1972 hatten sie das Haus für die Schwiegermutter gebaut. Nach deren Tod waren sie selbst 1989 eingezogen, hatten renoviert und eine Ölheizung eingebaut. Etwa 5000 Liter Heizöl liefen nun aus, verdreckten Haus und Garten. „Wir haben aber wenigstens noch unser Haus, im Gegensatz zum Nachbarn.“

Wenige hundert Meter entfernt steht Josef Straßer vor einem Neuanfang. Das Haus sei nicht mehr zu retten, sagt der 62-Jährige. „Das Wasser hat sich bis in den ersten Stock gedrückt und die Decke zerstört. Wir müssen abreißen.“ Der städtische Kraftfahrer lebt seit 53 Jahren in dem Haus, verbrachte seine Kindheit und Jugend mit seinen neun Geschwistern dort. Als vor vielen Jahren nebenan die Autobahn A 3 Regensburg-Passau gebaut wurde, glaubte er vor dem Hochwasser sicher zu sein.

Dann brach ein Damm an der Isar, das Wasser überspülte die Autobahn und Teile Deggendorfs. „Ich werde auf diesem Grundstück neu bauen, es ist schließlich meine Heimat. Was soll ich sonst tun?“ sagt Straßer. Hoffnung macht ihm ein Motiv im Garten: Alle Pflanzen sind durch das ölige Wasser eingegangen, nur an einem Strauch blühen rote Rosen. „Wenn die Rosen es schaffen, dann ich auch.“

Verzweifelt und erschöpft

Eine Schwester von Josef Straßer hat nebenan gebaut. Ihr Häuschen stand bis zum Dach unter Wasser – auf den Dachziegeln hatten vor drei Wochen Enten eine Pause eingelegt. „Nächste Woche kommt der Abrissbagger, wir wollten noch einmal vorbeikommen und Abschied nehmen“, sagt Hildegard Scholler, die 45 Jahre hier wohnte. Die 72-Jährige war gerade in Norwegen, als das Hochwasser ihr Zuhause zerstörte. Auch sie will neu anfangen.

An den Wiederaufbau denkt Rosemarie Seidler noch nicht. Sie ist verzweifelt und erschöpft. Seit drei Wochen lebt sie mit ihrem Mann bei Freunden in einem Zehn-Quadratmeter-Zimmer. Zurück will sie aber unbedingt. Ihr Mann sagt: „Ich kann das Haus doch so nicht stehenlassen.“ (dpa)

So will sich Deggendorf künftig gegen Hochwasser schützen

Veröffentlicht: Juni 21, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Nach dem Katastrophenfall geht es nun darum, den Hochwasserschutz auszubauen. Am Dienstag hat im Landratsamt eine Versammlung von Landrat Christian Bernreiter, den Bürgermeistern der Donauanrainer, Michael Kühberger, Leiter des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf, und Detlev Aster, Beauftragter des Bundesverkehrsministeriums für den Donauausbau, stattgefunden. Dabei wurde das Hochwasser-Schutzkonzept Straubing-Vilshofen speziell für den Landkreis Deggendorf vorgestellt.

Dabei werden die vorhandenen Deiche allerdings nicht durchwegs einfach auf HW 100 aufgestockt, da dadurch die Wasserstände nur erhöht und die Situation für die Unterlieger verschlechtert würde. Vielmehr soll der Hochwasser-Ausbau laut Kühberger in drei verschiedenen Stufen erfolgen: Wo nicht viel Platz ist, wird der Deich auf HW 100 erhöht. Wo mehr Platz vorhanden ist, wird der Deich rückverlegt. Durch die so gewonnene Retentionsfläche reicht es, wenn die neuen Deiche dieselbe Höhe wie die alten erhalten, sie bieten dennoch Schutz für HW 100.

Dritter Baustein des Konzepts ist die sogenannte zweite Deichlinie: Hier bleibt der alte Deich erhalten, mit etwas Abstand wird ein zweiter, höherer Deich zum Schutz gegen 100-jährliches Hochwasser errichtet.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/osterhofen/838673_So-will-sich-Deggendorf-kuenftig-gegen-Hochwasser-schuetzen.html?ref=plista#1696607009

Die Menschen halten den Atem an: Jeder Zentimeter, den die Elbe zurückweicht, ist wichtig. Denn die Gefahr ist noch nicht gebannt: Die Wassermassen drücken auf die durchweichten Deiche. Halten sie?

Die Flüsse steigen nicht mehr, doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei: Das Risiko von Deichbrüchen bleibt hoch. Dramatisch war die Lage am Mittwoch in Teilen Sachsen-Anhalts. Nach dem Deichbruch bei Fischbeck bedrohten die Wassermassen immer mehr Menschen. Mehrere Orte wurden zwangsweise evakuiert.

In den meisten anderen Hochwasserregionen stagnierten oder sanken die Pegelstände allmählich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte die von der Elbe überflutete Altstadt Lauenburgs in Schleswig-Holstein und das nahe Hitzacker in Niedersachsen. Dort hielt eine Spundwand die Elbe gerade eben noch ab.

Kampf gegen die Fluten

Unermüdlich kämpfen Tausende Helfer weiter gegen die Fluten. Merkel sprach Einsatzkräften und Freiwilligen ihren Respekt aus und bekräftigte die Hilfszusagen des Bundes: „Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.“ Zugleich begrüßte sie privates Engagement: „Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.“

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime riefen zu Spenden für die Hochwasser-Opfer auf. Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen sich an diesem Donnerstag in Berlin über einen gemeinsamen Fonds für die Folgen der Hochwasserkatastrophe verständigen.

Deichbruch in Fischbeck

Der Deichbruch in Fischbeck bei Stendal konnte bisher nicht geschlossen werden. Die Strömung riss die von Bundeswehr- Hubschraubern abgeworfenen Sandsäcke mit, wie die Landesregierung berichtete. Hubschrauber, Boote und Amphibienfahrzeuge standen bereit, um Eingeschlossene zu befreien. Insgesamt waren rund 8000 Menschen im Landkreis aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Im Elbe-Saale-Winkel sind weiterhin große Flächen und mehrere Ortschaften überspült. Indessen hob die Stadt Magdeburg die Räumung ihrer östlichen Stadtteile weitgehend auf.

Hauch von Entspannung

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich ein Hauch von Entspannung ab. Entwarnung bedeutete das aber keineswegs. Experten gehen noch von einem tagelangen Kampf gegen die Wassermassen an den durchnässten Deichen aus. So drückte das Wasser in Wittenberge weiter massiv auf die Deiche.

Die Behörden warnten die Menschen davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. „Die Lage hat sich nicht wesentlich verändert, wir haben weiterhin sehr hohe Wasserstände“, sagte der Sprecher des norddeutschen Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin. Immer wieder meldeten Deichwachen Sickerstellen. In Bayern ließ heftiger Regen die Donau wieder anschwellen.

Die Zahl der Toten in Folge des etwa zweiwöchigen Hochwassers in Deutschland stieg auf mindestens acht. Ein 61-Jähriger wollte in Aken in Sachsen-Anhalt seinen Keller auspumpen und erlitt in der Nacht zum Mittwoch einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei mitteilte.

ICE-Strecken der Bahn lahmgelegt

Durch den Deichbruch in Fischbeck sind mehrere ICE-Strecken der Bahn lahmgelegt. Die Elbbrücke bei Schönhausen bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Es müsse mit Schäden an dem Bauwerk gerechnet werden, sagte eine Bahnsprecherin. Die Brücke gehört zur ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover. Auch im Süden gab es weiterhin Behinderungen, so auf der ICE-Strecke Berlin-Frankfurt am Main. „Es ist noch nicht absehbar, wie lange das noch andauert“, sagte ein Bahnsprecher.

Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten schränkte das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr vorerst ein.
Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin und bestätigte einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“.

In Hochwassersituationen steigt die Infektionsgefahr. Die größten hygienischen Probleme könnten bei Aufräumarbeiten in Häusern, Kellern und Gärten durch intensiven Kontakt mit verschmutztem Wasser auftreten, teilte ein Sprecher des Landkreises in Ludwigslust mit.
Das Gesundheitsamt des Kreises impft Einsatzkräfte ohne ausreichenden Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/hauch-von-entspannung-aber-deiche-weiter-in-gefahr-1.3464500

Bernreiter gilt als einflussreich und ministrabel

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

2002 zog er für die CSU ins Landratsamt ein. Vorher hat er Stahlbauingenieur studiert, den elterlichen Betrieb übernahm er mit 32. Bei den vergangenen Wahlen holte er gegen drei Gegenkandidaten im ersten Durchgang mehr als 60 Prozent. Bernreiter sei fähig, engagiert, kein Polarisierer, sagt ein SPD-Mann. Ob seine Partei diesmal einen Gegenkandidaten aufstellen werde, wisse er nicht. „Eigentlich kann es dann nur aus taktischen Gründen sein, wenn jemand in den Kreistag will.“

Aber vielleicht sucht Bernreiter sich ja selbst eine neue Aufgabe, weil ihm Deggendorf allmählich zu klein wird. In der CSU gilt der Niederbayer als einflussreich und ministrabel, der von Ministerpräsident Horst Seehofer angedachte Heimatminister wäre vielleicht eine Option. Vertraute sagen, so eine Herausforderung könnte ihn reizen. Doch ohne Mandat werde der vierfache Familienvater sicher nicht nach München wechseln. Auch politische Freunde raten ihm ab. Landräte seien heute die Fürsten von früher, sagt sogar Seehofer.

In München wäre er einer von vielen. Dann lieber Präsident des Landkreistages. 2010 unterlag Bernreiter in einer Kampfabstimmung seinem Parteifreund Jakob Kreidl, den inzwischen eine Plagiatsaffäre eingeholt hat. Es gibt nicht wenige Landräte, die Bernreiter auch so für den besseren Kreidl halten. Bernreiter sagt zu allen Spekulationen nur, dass er sich in zwei Wochen wieder für die Landratswahl 2014 nominieren lassen wolle. „Für volle sechs Jahre.“

Amtiert in Deggendorf der perfekte Landrat?

Wer sich in Deggendorf umhört, gewinnt den Eindruck, hier amtiert der perfekte Landrat. Nie unbeherrscht, stets ansprechbar, immer hilfsbereit sei Bernreiter, seine vielleicht einzige Schwäche allenfalls der FC Bayern. Zum Finale der Champions-League flog er jedoch erst, nachdem er auf dem Hinweg noch einen Abstecher bei der Krönung der Lallinger Mostkönigin gemacht hatte. Pünktlich zum Anpfiff war er beim Spiel.

Die größten Defizite aus Sicht des SPD-Mannes: Bernreiter spreche zu sehr Dialekt. Auch im Fernsehen sagt er „überoi“ statt überall oder „des“ anstelle von das. Man kann das auch für authentisch halten. Wenn Minister und der Regierungschef sich so wie jetzt die Klinke in die Hand geben, findet Bernreiter die richtigen Worte, in beständiger Hartnäckigkeit. Geld und nochmals Geld brauche der Landkreis jetzt, sonst nichts.

Es ist später Nachmittag, vom Bischof hat Bernreiter sich verabschiedet. Vor dem abendlichen Fernsehauftritt wolle er sich noch kurz hinlegen, sagt der Landrat. Innerhalb der nächsten Stunde wird er dreimal in seinem Büro angerufen haben.

Quelle und Bearbeiter: SZ vom 13.06.2013/dayk

Der Deichgraf von Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Er packt mit an und braucht nur wenig Schlaf: Der CSU-Landrat Christian Bernreiter besteht in den Tagen der Hochwasserkatastrophe seine größte Bewährungsprobe als Leiter des Krisenstabs. Der Politiker wird nun bereits als Minister in Seehofers Kabinett gehandelt.

 

Christian Bernreiter weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn sich ein Damm bis obenhin vollgesaugt hat. Er geht in die Knie, wippt leicht nach vorne und wieder zurück. „Am Schluss ist das wie ein Wasserbett“, sagt er. Mit 16 Jahren trat Bernreiter in die Feuerwehr ein, er hat selbst Sandsäcke geschichtet. Jetzt ist er 49 und sieht zu, dass überall genügend Sandsäcke verteilt werden. Bernreiter ist der Landrat von Deggendorf – und so etwas wie der Krisenmann der Stunde.

Wer allzu leichtfertig über Politiker schimpft, muss dieser Tage nur nach Niederbayern fahren. Er wird dann eines Besseren belehrt. Hier laufen die Bürgermeister und Landräte durch die Straßen, als wären es die Häuser ihrer Kinder, die da abgesoffen sind. „Passt alles?“, „wie geht’s euch?“, „braucht’s irgendwas?“ – für jeden haben sie einen Satz übrig, manchmal packen sie selbst mit an.

Bernreiter ist gerade mit einer Delegation des Regensburger Bischofs unterwegs, als ihm auf der Brücke nach Fischerdorf drei dreckverschmierte Frauen entgegenkommen: „Wie schaut’s aus?“, fragt er. „Wir haben immer noch Wasser im Haus, aber es wird schon.“

Als Leiter des Krisenstabs blüht Bernreiter erst richtig auf

Wäre die Lage nicht derart desaströs, man müsste behaupten, Bernreiter befindet sich in seinem Element. Je mehr zu tun, je größer die Herausforderung ist, desto lieber ist es ihm. Enge Mitarbeiter schildern ihn als Macher, als einen, der gar nicht anders kann, als stets volles Tempo zu gehen. Wenn nicht gerade eine Krankenhausfusion ansteht, klinkt er sich eben in irgendwelche Gesetzesinitiativen ein. Nur kein Stillstand. Es gibt Politiker, die mussten sich während eines Hochwassers krankschreiben lassen, weil sie der Aufgabe nicht gewachsen waren. Bernreiter blüht als Leiter des Krisenstabs erst richtig auf. Vertraute sagen, sie hätten Angst um seine Gesundheit, so sehr stehe er unter Adrenalin.

Während der Bischof mit Flutopfern redet, gibt Bernreiter ein Interview. Er trägt sein Krisenoutfit: kariertes Hemd, aufgekrempelte Ärmel, Jeans, schwarze Halbschuhe. In Gummistiefeln ist er selten anzutreffen, meistens in der Nacht. Diesmal haben sie ihn um halb zwei geweckt, weil die Helfer moralischen Beistand brauchten. 1000 Feuerwehrleute und Soldaten ackerten, um die geborstenen Dämme zu flicken. Es war ihre letzte Chance, ehe die nächste Flutwelle auf Fischerdorf zurollte. 50 000 Sandsäcke wurden bewegt, natürlich haben sie es geschafft. „Sehr stolz“ sei er, sagt Bernreiter.

Über sich spricht er weniger gern. Schlafmangel? Welche Frage. An den Häusern in Fischerdorf zeichnen sich graue Linien ab, es waren mal Pegelstände. Die höchsten sind nicht mal für einen Riesen auf Zehenspitzen zu erreichen. Jemand aus der Entourage des Bischofs fragt, ob der Dieselgestank denn von den Pumpen stamme. Es ist das ausgelaufene Öl, das bunt in den Gärten schillert.

Zurück ins Landratsamt, nicht mal jetzt kann Bernreiter langsam machen. „Geht scho, fahr da vorn rei‘. Und jetzt gleich links“, sagt er zu seinem Chauffeur, als ob der das nicht selber wüsste. Der Fahrer nickt nur. Man kennt den Chef.

Quelle und Bearbeiter: SZ vom 13.06.2013/day

Nach der Flut: Deggendorfer dürfen in ihre Häuser zurück

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Nach der Flut: Deggendorfer dürfen in ihre Häuser zurück

Die Aufnahmen der bis zu den Dächern überfluteten Häuser und Gebäude im niederbayerischen Landkreis Deggendorf haben schockiert. Inzwischen ist der Pegel der Donau gesunken. Die meisten Menschen dürfen nach dem Hochwasser in ihre Häuser zurück. Was sie vorfinden, ist mit Worten nur schwer zu beschreiben.

Viele Menschen seien am Boden zerstört, zitiert „Spiegel Online“ Roland Vogt, einen Einsatzleiter der Hilfskräfte. „Wenn die Leute von ihren zerstörten Häusern zurückkommen, weiß ich nicht, ob ich nicht sofort einen Sanitäter mitschicken soll“, heißt es in dem Bericht weiter.

Große Solidarität

Viele Menschen in Deggendorf wissen nicht, wie es in den nächsten Tage weitergehen soll. Ein Trost ist zumindest die enorme Solidarität und Hilfsbereitschaft der Mitmenschen.

Die Spenden von Mitbürgern und Firmen stapeln sich in den trocken gebliebenen Ortsteilen. Kleidung und Schuhe für Erwachsene und Kinder, Zahnbürsten, Rasierer, Duschgel. Alles liegt säuberlich aufgereiht in der Aula einer Schule. Und es wird immer mehr.

Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft der Menschen sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. Auch am Wochenende werde die Spenden-Stelle geöffnet bleiben.

Es sei aber gar nicht so einfach, solche Spenden anzunehmen, sagte Einwohnerin Sabrina Meyer. „Viele Menschen haben halt eine Scheu davor, weil man nicht weiß, bei wem man sich bedanken soll.“

Wie das Technische Hilfswerk berichtete, seien neben Abpumpen und Aufräumen auch Abstützarbeiten an hochwassergeschädigten Gebäuden nötig. Besorgt zeigte sich das THW angesichts der Wettervorhersagen, die Starkregen für die Mitte und den Süden Deutschlands ankündigen.

Schäden noch nicht abzusehen

Die genauen Schäden der Hochwasserkatastrophe sind bislang noch gar nicht abzusehen. Nach Schätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom Freitag beläuft sich der bundesweite Schaden alleine für die Bauern derzeit auf rund 172 Millionen Euro, mit steigender Tendenz.

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_63769572/hochwasser-deggendorf-so-schlimm-sieht-es-nach-der-donau-flut-aus.html

Deggendorf leidet − alle helfen: Ein Parkhaus als Spendenlager

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Die Donau hat vielen Bürgern alles genommen, jetzt kommen sie an den Strom zurück, um sich mit dem Notwendigsten einzudecken. Kreisjugendring und Stadt Deggendorf haben das noch nicht in Betrieb genommenen Parkhaus Deichgärten direkt an der Donau in ein gigantisches Spendenlager verwandelt. Von der Zahnbürste bis zur Matratze bekommen Flutopfer hier unbürokratisch alles, was sie brauchen − und das ist momentan vor allem Putzzeug. Die Spendenbereitschaft aus ganz Deutschland ist riesig.

Der rechte Teil des Parkhauses ist bummvoll mit Hilfsgütern. Kleidung (zum Teil nagelneu) und Schuhe sind nach Größen sortiert. Doch davon gibt es hier mittlerweile mehr als genug: „Bitte vorerst keine Kleidung mehr“, wendet sich KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger deshalb an die vielen Spender. Jetzt seien erst einmal professionelle Anlieferer gefragt. „Wir brauchen derzeit in erster Linie Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke, Werkzeug, Eimer, Schaufeln, Besen, Arbeitshandschuhe oder Wäscheständer“, informiert er.

Der Kreisjugendring kooperiert über das Projekt „Deggendorf räumt auf“ mit der Hochschule und mit dem Restaurant Mundart im Mühlenweg, wo vier Köche zentral gespendete Lebensmittel verkochen − in mittlerweile sehr großen Mengen für Helfer und Bedürftige. Wurde zunächst am Parkhaus Deichgärten nur angeliefert, kommen mittlerweile auch viele, um sich etwas zu holen. „Niemand muss Scheu haben, diese Hilfe anzunehmen. Ich möchte Mut machen, die Sachen abzuholen“, ermuntert der Hauptorganisator.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Starkregen: Behörde rechnet mit erneutem Pegelanstieg

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Es kehrt keine Ruhe ein an den Hochwasser-Brennpunkten in der Region. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt ab Sonntag wieder vermehrt Stark- und Dauerregen voraus. Laut Hochwassernachrichtendienst Bayern steigen dadurch die Pegel − auch an der Donau − wieder merklich.

Vereinzelt können in kurzer Zeit über 25 Liter Regen pro Quadratmeter fallen – auf 24 Stunden gesehen sogar bis zu 50 Liter. Das PNP-Verbreitungsgebiet ist vor allem ab der Nacht auf Montag betroffen. Laut DWD regnet es bis in die Nacht zum Dienstag hinein.

„Auf Basis der Starkniederschlagsprognosen zeigen die Wasserstands- und Abflussvorhersagen ab Montag deutliche Wiederanstiege der Pegel in Meldestufe 1 und 2“, so der Hochwassernachrichtendienst. Vereinzelt sei sogar ein noch stärkeres Ansteigen möglich.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf

Hochwasser: Deggendorf rechnet mit halber Milliarde Euro Schaden

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Im Landkreis Deggendorf sind die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser auch am Sonntag in vollem Gange. Die Gefahr eines Deichbruchs bestehe nicht mehr, der Donaupegel sinkt. Aber der Katastrophenfall wurde noch nicht aufgehoben – „Fischerdorf und Teile von Niederalteich stehen noch immer unter Wasser“, sagte der Sprecher des Landratsamts, Josef Ehrl. Die Schäden im Landkreis schätzte der Sprecher ganz grob auf 500 Millionen Euro.

In Niederalteich fließt das Wasser von selbst ab – „der Dreck bleibt zurück“, sagte Ehrl. Aber „Fischerdorf ist problematischer“. Mit Baggern wurde der Deich an einer Stelle geöffnet, damit die Brühe abfließen kann. Außerdem sind fünf Hochleistungspumpen von der Größe von Kleinwagen im Einsatz, wie sie normalerweise in Schöpfwerken oder im Bergbau eingesetzt werden. Das könne noch bis Dienstag dauern, bis auch Fischerdorf wieder begehbar wird, sagte der Sprecher. In Fischerdorf sind auch viele Betriebe angesiedelt.

Immer noch könnten annähernd 3000 Menschen nicht in ihre Häuser zurück. In Niederalteich dagegen seien viele schon wieder betretbar. „Aber es ist noch kein Strom drin“, sagte Ehrl. Leitungswasser dagegen fließe. Sperrmüll, den die Bewohner an die Straße stellten, werde sofort abtransportiert – Müllabfuhr, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr sind im Einsatz. Auch mit Wasserwerfern werden die Straßen gesäubert.

Die Hilfs- und Spendenbereitschaft sei aber sehr groß. Gut 2000 freiwillige Helfer arbeiteten mit. Es gehe ein Strom von Kleider- und Sachspenden ein, auch Geld werde gespendet.

Schadenslage in Passau

Die Zerstörung, die sich nach dem Abfließen des Hochwassers aus Passau nun zeigt, ist enorm: 1200 Schadensfälle wurden bislang gemeldet, 800 davon begutachtet. Allein bei den Schäden an Privathäusern und Kleinbetrieben „werden wir die 100 Millionen zumindest annähernd erreichen“, sagte ein Rathaussprecher. Dazu kämen die Schäden bei großen Firmen und bei kommunalen Einrichtungen wie Theatern, Museen, Kitas oder Straßen.

http://www.pnp.de

Mit Wasserwerfern: Aufräumarbeiten auf der A3

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Der Donaupegel sinkt und die Aufräumarbeiten starten − auch auf der überspülten A3 bei Deggendorf. Wie Werner Straubinger von der Bundespolizei Deggendorf auf PNP-Anfrage bestätigt, waren am Samstag auf der verdreckten Fahrbahn zwischen Metten und dem Autobahnkreuz Deggendorf drei Wasserwerfer für Reinigungsmaßnahmen im Einsatz.
Die Beamten der Bundespolizei Deggendorf, die mit ihrem Sondergerät die ganze Woche über schon in der Region im Einsatz waren, reinigten die Fahrbahn, so gut es der aktuelle Donaupegel zuließ. Von Metten aus war das am Samstag etwa bis zum Autobahnkreuz möglich. Wann die Autobahn letztendlich für den Verkehr wieder geöffnet werden kann bleibt jedoch unklar.

Die Polizisten waren auch in Fischerdorf im Einsatz, um Straßen von Treibgut zu befreien. Dafür waren Sonderwagen mit Räumschild im Einsatz.

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Lastwagenweise Sachspenden für Flutopfer in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist groß: In der vom Hochwasser schwer betroffenen Stadt Deggendorf sammelt der Kreisjugendring (KJR) Sachspenden für die Flutopfer. Im neuen, noch nicht in Betrieb genommenen Parkhaus „Deichgärten“ am Volksfestplatz wurde eine Sammelstelle eingerichtet. „Es ist enorm, wie die Menschen helfen. Teilweise starten Gemeinden eigene Sammelaktionen und bringen uns Sachspenden lastwagenweise“, sagte eine KJR-Sprecherin am Samstag.

Dringend benötigt würden Elektrogeräte wie Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Gefriertruhen, Wasserkocher, Staubsauger oder Mikrowellengeräte. Wichtig seien auch Putzutensilien, Schaufeln, Besen, Eimer, Handtücher und Gummistiefel sowie Schlafsäcke und haltbare Lebensmittel. Kleidung und Kinderspielsachen würden dagegen nicht mehr benötigt. Für Möbel sei es noch zu früh, sagte die Sprecherin. „Die Menschen können ja noch nicht in ihre Häuser. Wer aber Möbel spenden möchte, kann sich registrieren lassen. Dann kommen wir später darauf zurück.“

++++ UPDATE – 13 UHR ++++

Der Kreisjugendring Deggendorf teilt mit: „Wir nehmen nur noch ELEKTROGERÄTE entgegen. Das zentrale Lager im Parkhaus an der Ackerloh ist voll mit Sachspenden! Bitte habt Verständnis. Wir haben nie gedacht, dass ihr sooo viel helfen wollt und werdet. Wir sind überwältigt. Die LAGER sind VOLL!! DANKE DANKE DANKE!!“

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Xaver Waindinger hält im überfluteten Haus durch

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Der Fischerdorfer ist in seinem überfluteten Haus geblieben − Seine Frau versorgt ihn vom Damm aus über eine Tüte an einer Angelschnur
Eigentlich ist der Fischerweg in Deggendorf eine recht idyllische Wohngegend, eingereiht zwischen Donau und Isar. Die Hochwasserflut hat nun alles verändert. Xaver Wandinger hat hier ein Haus. Er ist einer der vielen Geschädigten, die in ihren Häusern geblieben sind. Wandinger hat die Katastrophe Tag für Tag, Stunde für Stunde in ihrem Zentrum miterlebt.

Ehefrau Gabi hat das Familienhaus zwei Tage, nachdem die Flut gekommen war, mit dem Boot der DLRG verlassen. Ehemann Xaver war nicht zu bewegen, das kampflos aufzugeben, was mühevoll in vielen Jahren aufgebaut wurde.

Noch rechtzeitig wurden Möbel oder Musikinstrumente der Töchter vom Erd- ins Obergeschoss geschleppt. Nur was fest eingebaut ist, wie etwa die neue Küche, steht rund einem Meter in der Wasserbrühe. Xaver Waindinger nimmt es mit Galgenhumor.

„Gott sei Dank gibt es keine Todesopfer zu beklagen, sondern es sind materielle Schäden“, meinte er zur Deggendorfer Zeitung, die ihm einen Besuch abstattete.
Über den neu gebauten Donaudamm, der bereits für ein 100-jährliches Hochwasser ausgerichtet ist, kann das Haus erreicht werden. Xaver Waindinger zeigte sich in der Not erfinderisch: Vom Hausobergeschoss aus spannte er mit einer Angelschnur einen Versorgungszug zum Damm, von wo aus ihn seine Ehefrau mit dem „Nötigsten“ versorgt. Dazu gehören auch Batterien fürs Handy, damit der Kontakt zur Außenwelt gesichert ist.

Die Männer vom städtischen Entwässerungsamt mit Alfons Straßer, Helmut Berthold und Manfred Spieß, kämpfen gleich neben der Maximiliansbrücke fieberhaft darum, dass das Schöpfwerk nicht ausfällt, weil sonst zusätzlich Donauwasser hinzukommen würde. „Wenn du etwas brauchst, dann schrei uns einfach“, haben sie Waindinger gesagt.

Die Wasserversorgung funktioniert noch, der Strom ist abgeschaltet, einige Flaschen Wein hat er auch noch im Haus, so dass das „Leben“ eigentlich recht gut zu ertragen wäre, wenn da nicht die stinkende Ölbrühe rund ums Haus schwimmen würde.

Im Keller, der aus einer sogenannten Betonwanne errichtet wurde und dennoch flutete, hat Waindinger seine Heizöltanks am Boden fest montiert. Sie sind deshalb nicht ausgelaufen, während in anderen Häusern, wo die Tanks aufgetrieben wurden, das Öl austrat. Weil das Wasser nur langsam abzieht, wird sich das Öl im Boden festsetzten, glaubt Waindinger und macht sich Sorgen um seinen Garten und die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, wo nun alles schwimmt: Siloballen, Mülltonnen, Gartenmöbel, Fahrräder oder jede Menge Brennholz, das sich mit Öl vollsaugt. Auch hat er schon beobachtet, wie Schwalben aus der Brühe tranken und dann abstürzten, weil sie sich vergifteten. Vorbeigeschwommen sind farbige Koi-Karpfen aus Gartenteichen, die dann aber verschwunden sind. An einem Begrenzungspfosten auf dem Damm hat sich ein Bienenschwarm festgesetzt, beobachtet der Xaver vom Fenster aus. Zwei Rehe liefen den Damm entlang und wussten nicht wohin. Biber sind aus ihren Quartieren an der Isar zum Donaudamm geschwommen und haben versucht, neue Löcher zu graben. „Die wurden aber abschossen, um nicht noch weitere Schäden anzurichten“, sagte Waindinger und schließt sein Fenster, weil der Gestank auch durch das nun warme Wetter unerträglicher wird. Wenn heute, Samstag, das Wasser weiter zurück geht, dann will er sein Haus verlassen, nicht mit dem Boot, sondern in Gummistiefel.

Xaver Waindinger lobte trotz des Elends die Stadt, die den Ausbau des Donaudamms vorangetrieben hat, der den Wassermassen − anders als der alte Isardeich − Stand gehalten hat. Sonst wäre eine noch größere Katastrophe über Fischerdorf hereingebrochen.


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Tiere flüchten vor der Flut: Gut Aiderbichl nimmt Rinder auf

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Auch die Mitarbeiter von Gut Aiderbichl nahe Deggendorf arbeiten unermüdlich. „Seit Tagen nehmen wir Rinder, Hunde und Katzen auf“, sagt der Gründer des Tiergnadenhofs, Michael Aufhauser. 70 Rinder seien bereits dorthin evakuiert worden.

Im Raum Deggendorf sind zahlreiche Bauern von der Flutkatastrophe betroffen. Ein Landwirt musste 120 Bullen erschießen lassen, weil er ihnen einen qualvollen Tod im Hochwasser ersparen wollte.

„Wir können ein paar hundert Tiere aufnehmen“, betont Aufhauser. Er habe am Freitag dafür drei Zelte aufbauen lassen. Der Gnadenhof befindet sich bei Deggendorf auf einem Hügel und ist somit vor dem Hochwasser sicher. Die Bauern könnten außerdem beruhigt sein, dass ihre Tiere auf Aiderbichl gut versorgt werden. Aufhauser: „Wir haben das Know-how.“ Außerdem würden sich laufend Landwirte aus der Region melden, die den Aiderbichl-Mitarbeitern beim Melken und Misten helfen wollen.

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Aufgeweichte Deiche: Noch eine kritische Nacht

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Bewohner von Kleinschwarzach (Offenberg) und Zeitldorf (Metten) sind die ersten, die im Katastrophengebiet wieder in ihre Häuser zurückdürfen. Der Krisenstab hat am Freitagabend die Evakuierung aufgehoben. Am Samstag, 10 Uhr, dürfen auch die anderen evakuierten Orte wieder betreten werden und die Leute dort in ihr Zuhause zurück. Das gilt jedoch nicht für die überschwemmten Gebiete, also im Polder Fischerdorf und in Niederalteich. Wann dort die Evakuierungen aufgehoben werden, ist noch nicht abzusehen.

Bereits wieder befahrbar ist die Staatsstraße zwischen Deggendorf und Metten, die Sperre wurde am Freitag aufgehoben.

Nach Einschätzung des Krisenstabs ist die Donau bei Deggendorf bis Samstagfrüh auf rund sechs Meter gesunken. Bis dahin muss noch eine Nacht überstanden werden, in der die durchweichten Deiche genau im Auge behalten werden. Landrat Christian Bernreiter hat noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, die Dämme nicht zu betreten. Damit bringe man nicht nur sich, sondern auch die Standfestigkeit der Anlage in Gefahr.

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Die Heimkehrer

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Aus Deggendorf berichtet Gesa Mayr

Kaum ein Ort ist so schwer vom Hochwasser betroffen wie das bayerische Deggendorf. Wenn die Bewohner zu ihren Häusern wollen, sind sie auf Helfer und deren Boote angewiesen. Was sie zu sehen bekommen, ist kaum fassbar.

„Wenn die Leute von ihren zerstörten Häusern zurückkommen, weiß ich nicht, ob ich nicht sofort einen Sanitäter mitschicken soll“, sagt Roland Vogt. Seit 7 Uhr fahren er und sein Team die Deggendorfer zurück zu ihren überschwemmten Häusern im Stadtteil Fischerdorf. Die meisten wollen Wertgegenstände abholen, Computer, Ausweise. „Manche wollen auch nur mal nachsehen“, sagt der Einsatzleiter. Um halb neun sind sie schon mindestens 25-mal ausgefahren. Bei der Rückkehr seien viele am Boden zerstört. „Totalschaden“ nennt Vogt das.

Auch Robert Vogl und seine Frau Sonja sind da. Sie wollen zu ihrem Haus, Kleidung und Schulsachen für die Kinder holen. Nachschauen, wie groß der Schaden ist. Außerdem gehören ihre Eltern zu denen, die Fischerdorf nicht verlassen haben und in ihren überfluteten Häusern ausharren.

Es herrscht bayerisches Kaiserwetter in Deggendorf, als die Vogls mit zwei Bootsführern losmachen. Das Wasser ist ein wenig zurückgegangen, aber in den Straßen von Fischerdorf steht die Donau immer noch bis zu zwei Meter hoch.

Für die Vogls eigentlich immer noch unvorstellbar. Am Montag hat Robert Vogl die Kinder zu seinen Eltern gebracht. Auf ihr Drängen auch das Auto. „Ich fand das total übertrieben“, sagt er. „Wir haben maximal damit gerechnet, dass vielleicht der Keller komplett vollläuft.“ Dann kam das Wasser. Unerwartet und unheimlich.

Boote der Retter weichen Müll und Treibholz aus

Sie haben gepackt. Kleidung, Spielzeug, Schulsachen – sie haben alles in Bettbezüge geschmissen und auf den Speicher gebracht. Danach war das Kinderzimmer ihres Sohnes dran. Trotzdem, die Möbel in der Küche und im Wohnzimmer hat es wohl erwischt. Vielleicht ist aber alles ganz überschaubar, hoffen die Vogls. Aber was heißt das schon, was ist angesichts der Flut schon überschaubar?

Am Dienstag wurden die Vogls mit Booten aus ihrem Haus geholt. „Ich habe nur das Wichtigste gerettet“, sagt Sonja Vogl. Das Wichtigste war die Katze, Frisbee. Sonja Vogls Eltern stehen schon auf der Terrasse, als das Boot in ihre Straße einbiegt. Der Vorgarten ist nach wie vor ein Teich. Sie haben noch genügend Essen, die Vogls lassen trotzdem ein Päckchen da, eine Bekannte hat gebacken. Dass es vor allem darum geht, sich zu sehen, um ein Lebenszeichen, muss keiner laut aussprechen. „Ich könnte das nicht“, sagt Sonja Vogl, als das Boot weitertuckert. „Die haben jetzt 24 Stunden am Tag Zeit zum Nachdenken.“ Sie selbst war bei der Versicherung und bei der Bank. Eine Mischung aus Ablenkung und Notwendigkeit.

Hinter jeder neuen Kurve zeigt sich das Ausmaß der Katastrophe. Riesige Häuser, fest in der Hand der zähen Brühe. Auf einem Parkplatz steht ein Dutzend Autos, versunken bis zum Dach. Sie sehen aus wie Krokodile, die am seichten Ufer auf Beute lauern. Überall ziehen sich Ölschlieren durch das grünbraune Wasser. Es riecht noch stärker als in den vergangenen Tagen nach Diesel. Das ausgelaufene Heizöl hat sich seinen Weg ins Wasser gebahnt, dazu die qualmenden Motoren der Rettungsboote.

„Vorsicht, Treibholz“ – „Das ist unser Gartenzaun“

Das Haus der Vogls liegt ein gutes Stück vom Einsatzufer entfernt. Die Helfer können das Boot nur langsam steuern. Je weiter es ins Innere des Stadtteils geht, desto mehr Müll und Treibholz liegen im Weg. In der Tiefe schimmern Gartenzäune, der Bootsführer muss immer schärfere Kurven machen, um ihnen auszuweichen.

Zwischen den Häusern treiben Fußbälle und Sandförmchen. Hier und da ragt eine Rutsche aus dem Wasser. „Hier wohnen Generationen von Familien“, sagt Sonja Vogl. Ihre Stimme klingt belegt. Seit 1996 wohnen sie in ihrem Haus in Deggendorf. Sie ist hier aufgewachsen, ihre Eltern wohnen direkt um die Ecke.

Ein anderes Rettungsboot schippert vorsichtig vorbei. „Vorsicht, Treibholz“, warnt der Bootsführer. „Das ist unser Gartenzaun“, heißt es nur. „Das Hochwasser hat uns von der A3 her erwischt“, sagt Robert Vogl. Er zeigt auf einen riesigen See, lediglich ein paar Baumwipfel deuten an, wo die Autobahn sein könnte.

Hier wird noch länger kein Auto fahren können. Die Reparaturen werden wohl noch drei- bis vier Wochen dauern, schätzt Peter Erl, der stellvertretende Landrat. Dafür sieht es bei der A92 besser aus, sie konnte in den frühen Morgenstunden freigegeben werden. Eine wichtige Strecke, sie führt nach München.

Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß

Nach wie vor gilt Katastrophenalarm. Aber am Montag kann vielleicht mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Bis dahin werden die Dämme weiter kontrolliert, die Leute weiter versorgt und zu ihren Häusern gebracht. Spezialisten müssen nun entscheiden, wie das Öl am besten, am umweltfreundlichsten, abgepumpt werden kann.

Eine Stadt ertrinkt in einer Chemiesuppe – dass keine Panik ausbricht, liegt auch an den Einsatzkräften, die ruhig und vorsichtig mit den Betroffenen umgehen. Und es gibt einen großen Rückhalt unter den Deggendorfern. „Jeder gibt, was er geben kann“, sagt Sonja Vogl. Auch die Vogls. Obwohl ihr Zuhause überflutet ist, haben die beiden den Helfern Nussteilchen mitgebracht.

Auf ihrem Handy ruft ein Nachbar an, er hat sich selbst nicht getraut rauszufahren. Nun will er von Sonja Vogl wissen, wie die Lage ist. Sie erzählt vom vielen Wasser, dem Müll, den versunkenen Straßenschildern. Dann biegt das Boot um die letzte Ecke. „Ich muss jetzt auflegen“, sagt sie. Die Vogls sind an ihrem Haus angekommen.

Es ist ein schönes weißes Eckhaus mit Garage und Gartenhäuschen. Alles steht unter Wasser. Auch bei den Vogls ist der Öltank geplatzt, leise schwappt das Wassergemisch gegen die Fenster. Beide klettern vom Boot aus auf die Garage, im ersten Stock haben sie ein Fenster offen gelassen. In ein paar Stunden sollen sie wieder abgeholt werden, Robert Vogl notiert noch schnell die Nummer der Helfer. Seine Frau ist schon im Haus, das Ausmaß des Unglücks anschauen. Die Vogls hatten kein Glück. Das Wasser ist nicht im Erdgeschoss geblieben.

http://www.spiegel.de/panorama/deggendorf-im-hochwasser-flutopfer-begutachten-die-schaeden-a-904405.html

Überfluteter Ort: „Der Zeiger steht auf Hoffnung“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 
In das vom Hochwasser überflutete Niederalteich (Landkreis Deggendorf) ist die Hoffnung zurückgekehrt. „Zwischen hoffen und bangen steht der Zeiger jetzt auf Hoffnung“, sagte Bürgermeister Josef Thalhammer angesichts des sinkenden Donaupegels. Aktuell steht der Pegel in Deggendorf bei 7,18 Meter, in Hofkirchen bei 6,85 Meter.

Missinterpretiert wurde Thalhammer mehrmals mit einer Aussage nach der Evakuierung der Ortschaft. Das Dorf sei keineswegs aufgegeben worden, betont Thalhammer. Die Feuerwehr habe bis zum Umfallen gekämpft. „Das war eine Sonderleistung, dass bei uns der Damm nicht gerissen ist. Da steckte auch sehr viel Sachverstand dahinter“, lobt Thalhammer sowohl die örtlichen, als auch die auswärtigen Einsatzkräfte. Er habe lediglich dargestellt, dass die Einwohner das Dorf eben nach dem Alarm verlassen haben müssen, um ihr Leben zu retten, so Thalhammer.

Mittlerweile denkt man in Niederalteich schon wieder ans Aufräumen, doch die Wasserstände lassen dies noch nicht zu. Noch immer steht ein Großteil des Ortes 50 bis 60 Zentimeter, teilweise bis zu 80 oder 90 Zentimeter unter Wasser. Vielleicht sei am Wochenende eine Rückkehr möglich, schätzt Thalhammer.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Erste Evakuierungen im Landkreis Deggendorf aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Allmählich entspannt sich die Hochwasser-Lage in den Krisengebieten im Kreis Deggendorf. „Wir hoffen, dass nichts mehr passiert. Es besteht aber immer noch die Gefahr, dass durchweichte Dämme brechen,“ sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Freitag. Nach wie vor gilt für die Donau zwischen Straubing und Passau die höchste Hochwassermeldestufe 4. Die Autobahn 92 bei Deggendorf ist seit Freitagmorgen wieder geöffnet. Die A3 bleibt hingegen im Hochwassergebiet weiter gesperrt.
23:51 Uhr – Das Landratsamt Rottal-Inn warnt vor Verunreinigungen im Trinkwasser. Es sei nicht auszuschließen, dass im Bereich der Gemeinden Postmünster und Dietersburg, in den Ortsteilen Nöham und Dietersburg aus der Trinkwasserversorgungsanlage des Zweckverbandes Wasserversorgung Rottal entnommene Trinkwasser mikrobiologisch verunreinigt ist. Das Wasser vorsorglich abkochen. Wenn das Wasser leicht nach Chlor riecht, sei es unbedenklich, so das Landratsamt Rottal-Inn.
21:00 Uhr – Nach ersten Berechnungen der Stadtverwaltung sind in Passau 800 Gebäude und insgesamt 5000 Menschen vom Hochwasser betroffen.
20:56 Uhr – In Passau haben 80 Prozent der vom Hochwasser betroffenen Haushalte wieder Strom.
20:30 Uhr – Die Hilfsbereitschaft für die Flutopfer ist überwältigend. Das Bistum Passau stellt 3,5 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung, die ZF Friedsrichshafen AG spendet eine Million Euro. Und die PNP bedankt sich bereits für 1479 Spender! Weitere Infos und alle Spender der PNP-Fluthilfe finden Sie hier.
20:22 Uhr – Der BR meldet in seiner Sondersendung, dass die Bewohner Fischerdorfs frühestens am Sonntag in ihre Häuser bzw. Wohnungen zurückkehren können.
20:12 Uhr – Die Stadt Passau hat nochmals aktuelle Informationen veröffentlicht: So wurden bisher 427 der gemeldeten Schadensfälle begutachtet. Die für diese Schäden geschätzte Summe beträgt ca. 30 Millionen Euro. Alle Infos hier.
19:51 Uhr – Weitere evakuierte Orte im Kreis Deggendorf dürfen am Samstag, 10 Uhr, wieder betreten werden. Das gilt nicht für die überschwemmten Gebiete im Polder Fischerdorf und Niederalteich. Weitere Informationen dazu lesen Sie hier.
19:41 Uhr – Nachfolgend die aktuellen Pegelstände der Donau:
– Straubing: 5,83 Meter (Meldestufe 3)
– Deggendorf: 6,83 (4)
– Vilshofen: 6,54 Meter (4)
– Passau 9 Meter (4)
19:21 Uhr – Am Fürstbischöflichen Opernhaus Passau ist immenser Schaden entstanden. Nach ersten Schätzungen geht man von 1,2 Millionen Euro aus, erklärt Konrad Krukowski, der Pressesprecher des Landestheaters Niederbayern. Weitere Infos.
19:11 Uhr – Auch in Erlau bei Obernzell wird kräftig gearbeitet, um die Schäden der Flut zu beseitigen. Weitere Helfer werden benötigt.
19:06 Uhr – Der Deutsche Feuerwehr-Verband (DFV) berichtet, dass in diesen Tagen bundesweit insgesamt ca. 70.000 Feuerwehr-Einsatzkräfte in den Krisengebieten helfen. Es ist der mit Abstand größte Feuerwehreinsatz seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland.
19:00 Uhr – Die Evakuierung der Ortschaften Kleinschwarzach (Gemeinde Offenberg) und Zeitldorf (Markt Metten) ist ab sofort aufgehoben. Die Bewohner können in ihre Häuser zurückkehren. Das teilt der Krisenstab des Landkreises Deggendorf mit.
18:55 Uhr – Osterhofens Bürgermeisterin Liane Sedlmeier besucht in diesen Minuten die Helfer und informiert sich vor Ort über die aktuelle Situation.
18:31 Uhr – Der Bayerische Rundfunk sendet heute Abend (20.15 Uhr) eine Sondersendung „Die Flutkatastrophe“. Darin berichtet der TV-Sender vom Engagement der Helfer und schaltet live in die Krisengebiete in Bayern. Auch ein PNP-Redakteur wurde bei der Arbeit gefilmt. Mehr Infos zur Sendung finden Sie hier auf der Internetseite des BR.
18:10 Uhr – Die Warnung vor markantem Wetter ist inzwischen wieder vom DWD aufgehoben worden. Aber am Wochenende ist vereinzelt mit Schauern und Gewittern zu rechnen.
18:00 Uhr – Die Sportfreunde Stiller haben bekannt gegeben, dass sie Benefizkonzerte in Passau und Rosenheim geben werden. Details werden nächste Woche veröffentlicht.
17:32 Uhr – Der Inn-Pegel in Passau ist inzwischen auf 5,85 Meter, gesunken, das heißt der Wasserstand liegt unter der Meldestufe 2 (6 Meter).
17:10 Uhr – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor Gewittern mit Starkregen in Teilen Niederbayerns. Weitere Infos finden Sie hier.
16:50 Uhr – In Plattling findet am diesem Wochenende das Volksfest statt. Natürlich ist die Stimmung im Angesicht der Naturkatastrophe gedrückt. Deshalb wurde das Feuerwerk abgesagt, das Geld wird stattdessen für die Flutopfer gespendet. Das Programm des Festes finden Sie hier.
16:21 Uhr – „Deggendorf räumt auf“ koordiniert die Einsätze der Helfer – alle Anlauf- und Koordinationsstellen finden Sie auf einer Karte.
16:13 Uhr – Die Passauer Stadtratsfraktionen um Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) haben in einer gemeinsamen Erklärung einen Appell an alle „Nicht-Passauer“ veröffentlicht: In diesen Tagen werde die Infrastruktur wieder hergestellt. „Wir freuen uns schon bald über möglichst viele Besucher. Jeder, der in Passau einkauft, isst, trinkt und übernachtet, hilft unseren Geschäften, Gewerbetreibenden“ und somit der gesamten Wirtschaft der Stadt und des Passauer Landes.“
16:07 Uhr – Aufgrund der Sperrung der A 3 zwischen Garham/Vilshofen und Straubing ist die Verkehrslage in der Region weiterhin angespannt. Gerade Pocking ist dadurch ein Nadelöhr geworden. Es bilden sich lange Staus. Das bleibt die kommenden Tage auch so.
16:03 Uhr – Die Autobahn A8 ist ab Samstagnachmittag wieder zweispurig befahrbar. Die Reparaturarbeiten gingen schneller voran als gedacht. Ursprünglich hatten die Experten befürchtet, dass die A8 auf Höhe Grabenstätt bis Ende Juni gesperrt sein werde. Weitere Infos.
15:59 Uhr – Alle wichtigen Infos zu Verkehr und Schulbetrieb in Passau sowie Impfschutz bei den Aufräumarbeiten finden Sie hier.
15:51 Uhr – Die Stadt Passau teilt mit, dass die Marienbrücke über den Inn von 17 bis 21 Uhr für den Verkehr freigegeben wird. Danach wird erneut vollständig gesperrt, um angeschwemmtes Treibholz zu entfernen. Weiterhin gesperrt bleibt die Freyunger Straße in der Ilzstadt. Die Innstraße ist hingegen frei.
15:45 Uhr – Im Landkreis Straubing-Bogen können die Einwohner aller evakuierten Ortschaften sofort wieder in ihre Häuser zurückkehren. Das teilte das Landratsamt mit. Sämtliche Notunterkünfte im Landkreis würden aufgelöst. Die Lage sei zwar noch nicht endgültig entschärft, entspanne sich aber aufgrund der sinkenden Pegelstände.
15:39 Uhr – Die Zahnradfabrik (ZF) hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen für die Flutopfer eine Million Euro spendet. Weitere Infos finden Sie hier.
15:29 Uhr – Der FC Bayern München kommt zum Benefizspiel nach Passau, Zweitligist 1860 München spielt am Samstag, 15. Juni (13 Uhr), in Deggendorf – gegen GW Deggendorf. Alle Infos rund um diese beiden Hilfsaktionen finden Sie hier.
15:12 Uhr – Der Bund Naturschutz hat am Freitag in Passau scharfe Kritik an der bayerischen Hochwasservorsorge geübt. So hätte in Niederalteich längst ein geplanter Querschott zwischen Donau- und Ohedeich verhindern können, dass die Wassermassen ungehindert in das Wohngebiet fließen, behauptet Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf. Mehr dazu lesen Sie hier.
15:02 Uhr – Der Gospelchor „Lichtstrom“ gibt am Samstag, 15. Juni in Ruderting ein Benefizkonzert für die Flutopfer. Das teilt uns Goswinde Hellge mit. Wenn Sie auch Benefinzveranstaltungen organisieren, können Sie diese kostenlos in den Veranstaltungskalender eintragen oder uns per Email mitteilen: redaktion@regioevent.de .
14:51 Uhr – Die Situation auf den Autobahnen A3 und A92 bleibt wohl über das Wochenende unverändert, berichtet Christian Unzner, Leiter der Dienststelle Regensburg der Autobahndirektion Südbayern. Heißt: Die A92 ist einspurig befahrbar. Die A3 bleibt gesperrt, weil sich noch immer Wasser auf der Fahrbahn befindet.
14:16 Uhr – Ein Vertreter vom Bund Naturschutz hat heute in Passau erklärt, wie die Gemeinde Niederalteich vor dem Hochwasser geschützt hätte werden können:
14:02 Uhr – Aus Sicht Österreichs hat deutsches Missmanagement beim Hochwasserschutz die Katastrophe verstärkt. Der Wirtschaftsminister der Alpenrepublik, Reinhold Mitterlehner (ÖVP), sagte vor dem Treffen der EU-Energieminister am Freitag in Luxemburg er wolle nicht von Fehlern sprechen, fügte aber hinzu: „Ich glaube, es waren langfristige Fehlentwicklungen, die auch teilweise vorher Experten mitgetragen haben.“ Dass es günstig sei, Flüsse in Korsette zu zwingen oder auf Auengebiete zu verzichten, habe sich mittlerweile als „eher gewagte Überlegung“ herausgestellt.
13:55 Uhr – Hilfe aus dem Bayerwald: Norbert Gibis hat gerade auf Facebook gepostet, dass morgen drei VW Busse von der Apotheke in Mauth (Landkreis Freyung-Grafenau) in Richtung Passau aufbrechen. Mehr dazu hier.
13:51 Uhr – Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch hat sich heute schon an der Uni über die Schäden informiert. Mehr dazu – inklusive vieler Fotos – finden Sie hier.
13:48 Uhr – Auf der A92, die heute früh jeweils einspurig freigegeben wurde, herrscht im Hochwasser-Bereich Tempo 20. An der Anschlussstelle Landau wird in Richtung Deggendorf von der Polizei „selektiert“. Das heißt: Die Autofahrer werden angehalten und gefragt, wo sie hinmöchten. Wer eigentlich auf die weiter gesperrte A3 will, wird über die B20 ausgeleitet. Dabei kommt es nach Angaben aus dem Polizeipräsidium Niederbayern immer wieder zu kleineren Stauungen.
13:26 Uhr – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet: „Heute muss im Süden und Südosten Deutschlands mit einzelnen Schauern und Gewittern gerechnet werden. Örtlich können diese von Starkregen bis 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Windböen bis 60 km/h begleitet sein.“
13:20 Uhr – Der Schulbetrieb im Landkreis Deggendorf läuft ab Montag wieder ganz normal. Einzige Ausnahme: Niederalteich. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:11 Uhr – Die Kollegen von „unserRadio“ liefern eine ausführliche Liste, wo und wie Sie Betroffenen helfen können. Zum Überblick.
13:07 Uhr – Das Passauer Erlebnisbad „peb“ hat seit Donnerstag wieder geöffnet. Die Öffnungszeiten von Frei- und Hallenbad: täglich von 9 bis 21 Uhr.
13:04 Uhr – Auch das Museum Moderner Kunst (MMK) in Passau ist vom Hochwasser betroffen. „Im Vergleich zu anderen Betroffenen sind wir relativ gut davon gekommen“, heißt es. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:54 Uhr – Am Fürstbischöflichen Opernhaus in Passau ist durch das Hochwasser ein Schaden von Mindestens 1,2 Millionen Euro entstanden. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:42 Uhr – Auch der Passauer Bischof Wilhelm Schraml hat am Donnerstag angekündigt, den Flutopfern zu helfen. Nun teilt die Diözese Passau mit, dass 3,5 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt werden. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:38 Uhr – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gibt bekannt, dass die vbw je 50.000 Euro an die Landkreise Deggendorf und Passau spendet.
12:20 Uhr – Auch so können Einsatzkräfte helfen: Per Boot wurde das Brautpaar Claudia Krompaß und Dusan Sabol zum Passauer Rathaus gebracht. Zum Foto.
11:56 Uhr – Die Sperrung der Kreisstraße DEG 4 ab der Einmündung DEG 24 in Steinkirchen bis zur Einmündung DEG 13/Donaufähre wird ab sofort aufgehoben.
11:45 Uhr – Im überfluteten Niederalteich ist Hoffnung zurückgekehrt. Bürgermeister Josef Thalhammer zur PNP: „Der Zeiger steht auf Hoffnung.“ Mehr dazu lesen Sie hier.
11:36 Uhr – Der FC Bayern München kommt zu einem Benefizspiel nach Passau. Mehr dazu lesen Sie hier.
11:21 Uhr – Die Caritas Passau gibt ab sofort bis Dienstag täglich am Residenzplatz 200 warme Mittagessen für Hochwasser-Opfer und -Helfer aus.
11:14 Uhr – Der DGB Rechtsschutz Passau teilt mit, dass er auch Nichtmitgliedern kostenlose Beratung bei Fragen in Zusammenhang mit Hochwasserhilfe und Berufstätigkeit anbietet (0851/951660)
11:10 Uhr – Das Landratsamt Deggendorf meldet: „Personen, die in den Überschwemmungsgebieten wohnen oder dorthin in die Häuser zurückkehren werden, wird empfohlen, das Trinkwasser zunächst einige Minuten aus dem Hahn ablaufen zu lassen und vor Gebrauch sicherheitshalber abzukochen.“
10:45 Uhr – Die Überschwemmungen an der niederbayerischen Donau haben gezeigt: Viele Deiche halten Hochwasser nicht mehr stand. „Im Hinblick auf das jetzige Hochwasser sind die Deiche zu niedrig. Die Deiche bieten Schutz gegen ein Hochwasserereignis, wie es etwa alle 20 bis 30 Jahre eintritt“, sagte Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Mehr dazu lesen Sie hier.
10:33 Uhr – Gute Nachricht aus Ruckasing bei Osterhofen: Von den einst gefährdeten Deichen geht laut Feuerwehr keine Gefahr mehr aus. Mehr dazu lesen Sie hier.
10:30 Uhr – Der Landkreis Deggendorf hat ein Spendenkonto für die Hochwassergeschädigten eingerichtet:
Kennwort: Hochwasserhilfe
Empfänger: Landkreis Deggendorf
Konto: 380 000 760
BLZ: 741 500 00 (Sparkasse Deggendorf)
10:27 Uhr – In Pfelling (Landkreis Straubing-Bogen) und Straubing hat die Donau mittlerweile „nur“ noch Hochwasser-Meldestufe 3. In Regensburg ist man bereits bei Meldestufe 2 angekommen. In Deggendorf liegt die Donau aktuell bei rund 7,20 Meter (Meldestufe 4). Auch in Passau weicht die Donau immer mehr zurück, aktuell steht sie etwa 9,30 Meter hoch. Der Inn liegt bei unter 6 Metern (Meldestufe 1).
10:24 Uhr – Das Kurhaus Schärding hat wieder geöffnet. Laut eigenen Angaben können Therapien wieder ohne Einschränkung durchgeführt werden. Der Kurpark ist jedoch noch nicht begehbar.
10:16 Uhr – Für folgende Badeseen im Landkreis Deggendorf gilt derzeit ein Badeverbot: Sattlinger Weiher bei Winzer, Hackerweiher bei Stauffendorf, Burgsee bei Natternberg, Luberweiher bei Seebach. „Es ist davon auszugehen, dass sich aufgrund des Hochwassers krankmachende Keime im Wasser befinden“, so das Landratsamt.
10:14 Uhr – Die Passauer Facebook-Gruppe „Mamas helfen“ bittet darum, keine weiteren Sachspenden bei ihnen abzugeben. Die Hilfsbereitschaft ist so groß, dass die Helfer schon so viele Spenden bekommen haben, dass sie nun an die Kapazitätsgrenze gelangt sind. Wichtiger wäre, dass Opfer hier langsam die Spenden abholen.
10:09 Uhr – Die Stadt Passau hat nun einen Pendelbus in die Innstadt eingerichtet. Die Route: Achleiten – Schmidgasse – Marienbrücke – Stadttheater und zurück über den Mariahilfberg nach Achleiten. Der Pendelbus verkehrt im Stundentakt.
10:06 Uhr – Die Stadt Deggendorf hat eine Hotline für Sachspenden eingerichtet: Mehr zum Thema lesen Sie hier
09:46 Uhr – Die Hilfskräfte arbeiten unermüdlich im Krisengebiet und sie kommen nicht nur aus der Region. In Passau helfen derzeit unter anderem Feuerwehrmänner aus dem Spessart, aus Garmisch-Partenkirchen oder Heidenheim (Baden-Württemberg)
09:20 Uhr – Passaus Landrat Franz Meyer fährt gerade mit seinem Dienstwagen über den Ludwigsplatz, am Dach ein Blaulicht, vor der Windschutzscheibe ein Feuerwehr-Schild. Er telefoniert und wirkt ernst. Im Hintergrund heulen Sirenen.
09:18 Uhr – In Pfarrkirchen wurden vier Trinkwasserproben zur Untersuchung genommen. Derzeit gilt: Wasser abkochen.
09:11 Uhr – Passau: Die Hilfswelle ist ungebrochen. Aus ganz Deutschland kommen Helfer mit z.T. bis unters Dach vollgepackten Autos mit Schaufeln, Gummistiefeln etc.
09:01 Uhr – Passau, Marienbrücke: Laut Auskunft der Stadt Passau wird die Brücke heute wieder zum Berufsverkehr für 3-4 Stunden geöffnet, also voraussichtlich zwischen ca. 16.00 und 20.00 Uhr.
08:56 Uhr – Passau: Großes Baggern an der Innprommenade in Passau: Mit schwerem Gerät wird dem Schlamm zu Leibe gerückt – die gelben und grünen Sitzbänke stehen trotzdem zum Teil noch unter Wasser.
08:19 Uhr – Laut Angaben des Landratsamts Deggendorf verkehrt die Waldbahn auch heute zwischen Plattling und Deggendorf im 30-Minuten-Takt – zwischen 9 und 19 Uhr. Die Abfahrtszeiten von Deggendorf: jeweils=““ # <=““ style=“color: #cc0000;“>
08:16 Uhr – 120 Monteure sind derzeit in Passau im Einsatz, um die Stromversorgung wieder herzustellen.
07:34 Uhr – Passau: Die Zufahrt in die Innstadt Gottfried-Schäffer-Straße, Innbrücke und Kapuziner Straße wird heute ab 8.30 Uhr wegen notwendiger Aufräumarbeiten erneut gesperrt. Der Pendelbus fährt im
30-Minuten-Takt zwischen Achleiten und Jahnstraße. Fußgänger und Radfahrer können passieren.
06:30 Uhr -Die A 92 zwischen Deggendorf und Anschlussstelle Plattling ist in beiden Fahrtrichtungen – einspurig – wieder frei! Achtung: Es ist keine Abfahrt am Autobahnkreuz Deggendorf auf die A 3 in Richtung Passau oder Regensburg möglich!
06:30 Uhr – Der Donau-Pegel in Deggendorf beträgt 7.40 Meter, in Passau 9,39 Meter. Damit führt die Donau immer noch ein Hochwasser von bisher nicht gekanntem Ausmaß.
06:02 Uhr – Die Deiche an der Donau haben in der Nacht alle gehalten. Weitere Informationen folgen.
06:01 Uhr – Die A92 steht kurz vor der Öffnung. Innerhalb der nächsten halben Stunde soll sie wieder für den Verkehr freigegeben werden.
06:00 Uhr – Die Passauer helfen. Und ihnen wird gedankt, wie auf diesem Foto zu sehen.
05:50 Uhr – Die Bürger Pfarrkirchens (Landkreis Rottal-Inn) wurden bereits am Donnerstag gebeten, dass Trinkwasser abzukochen, teilen die örtlichen Stadtwerke mit. Eine routinemäßige Untersuchung hat am Donnerstag ergeben, dass das Wasser einen auffälligen mikrobiologischen Befund aufwies. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verunreinigung, die an einer privaten Einnahmestelle festgestellt wurde, aus dem städtischen Trinkwasserversorgungsnetz kommt.
05:40 Uhr – Erleichterung für Helfer in Passau: Die Stadtgalerie lässt seit Donnerstagnachmittag alle Aufräum-Helfer kostenlos in ihrem Parkhaus parken. Das Angebot gilt bis einschließlich Samstag, jeweils von 8.30 bis 20.30 Uhr.

http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Wasserwirtschaftsamt Deggendorf: „Die Deiche sind zu niedrig“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


Die Überschwemmungen an der niederbayerischen Donau haben gezeigt: Viele Deiche halten Hochwasser nicht mehr stand. „Im Hinblick auf das jetzige Hochwasser sind die Deiche zu niedrig. Die Deiche bieten Schutz gegen ein Hochwasserereignis, wie es etwa alle 20 bis 30 Jahre eintritt“, sagte Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf . Seiner Einschätzung nach handele es sich beim jetzigen Hochwasser um eines, das alle 50 Jahre vorkomme. Technisch seien die Deiche in gutem Zustand.

„Das vorhandene Hochwasserschutzsystem an der Donau wurde in den Jahren 1927 bis 1957 errichtet“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums. Dieser Schutzgrad entspreche aber nicht mehr den aktuellen Anforderungen. „Auch der bauliche Zustand der Deiche entspricht oftmals nicht den Regeln der Technik; bei hohen Wasserständen ist sogar die Standsicherheit der Deiche gefährdet.“

Besonders in den Deichvorländern, also den Bereichen zwischen Donau und Deichen, habe sich die Sicherheit der Deiche in den letzen Jahrzehnten vermindert, so die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Grund dafür seien beispielsweise der steigende Anbau von Mais und die schnell wachsenden Pappelwälder an den Ufern und im Deichvorland: Diese Abflussbarrieren führten bei Hochwasser zu kritischen Wasserständen, denen Deiche nicht mehr standhalten können.

Der Freistaat Bayern ist für Instandsetzung und Unterhalt von rund 1400 Kilometer Flussdeichen zuständig. 400 Kilometer Deiche, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen, wurden seit 2001 in Bayern nachgerüstet und zusätzliche Schutzmaßnahmen gebaut, wie das Umweltministerium im Flussbericht Bayern 2012 mitteilte.

Nach der Überprüfung der Deiche begannen in den 1990-er Jahren Sanierungsarbeiten. Die Flutkatastrophen 1999, 2002 und 2005 verdeutlichten die Notwendigkeit, veraltete Deiche zu sanieren. Die Staatsregierung hatte deshalb ein Aktionsprogramm 2020 erstellt. Ziel: Die Sanierung bestehender Deiche, die Wiederherstellung natürlicher Überschwemmungsflächen durch Deichrückverlegungen und der Bau gesteuerter Flutpolder – eingedeichte, niedrig gelegene Gelände in Flussnähe.

http://www.pnp.de/826292#1043226421

 

Stadt Deggendorf richtet Hotline für Sachspenden ein

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 


In Kooperation mit dem Kreisjugendring und dem Kaufhaus wahrenWert gibt es ab sofort eine Koordinationsstelle für die Bereitstellung und Abholung von Sachspenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe, wie die Stadt Deggendorf mitteilt.

Spender und Bedürftige melden sich bitte beim Kreisjugendring, Amanstr. 21, unter

Hotline:0991/29792750Mail:Deggendorf-hilft@gmx.deFacebook:http://www.facebook.com/KJRDeggendorf

Besetzt ist die Hotline an Wochentagen täglich von 10.00 Uhr bis ca. 20.00 Uhr, am Wochenende von 10.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr

Zu spendende Sachen sollen in gutem Zustand und funktionsfähig sein. Spenden sollen vorab über die Hotline beim KJR Deggendorf angemeldet werden. Wenn möglich sollten die Sachen dann vor Ort zu Hause bereit gehalten und bei Bedarf ins Lager beim Kaufhaus wahrenWert in Deggendorf transportiert werden, da vorläufig die Lagerkapazitäten nur für die am dringendsten benötigten Gegenstände reichen. In Ausnahmefällen kann der Transport auch durch den KJR organisiert werden.

Hilfesuchende melden sich ebenfalls bei der Hotline. Die Sachen können dann im Lager gesichtet und gleich mitgenommen werden. Gezielte Suchen und der Transport zu den Betroffenen sind in Ausnahmefällen möglich.

Vorrangig werden zur Zeit folgende Gegenstände gesucht:

•Kleidung, Decken (bitte alles so, dass es sofort verwendet werden kann)

•Matratzen (bitte zunächst nachfragen, ob noch abgegeben werden kann)

•Tierfutter

•Hygieneartikel (Duschgel, Shampoo, Zahnbürsten …)

•Elektrogeräte (Waschmaschinen, Öfen, Föhne etc. ) – bitte alle funktionstüchtig

•Dauerhaft haltbare Lebensmittel (Dosen, Nudeln, Müsliriegel, …)

Die Ausgabestelle beim Kaufhaus wahrenWert in der Stadtfeldstr. 11 hat Montag bis Mittwoch von 08.30 Uhr bis 16.00 Uhr, Donnerstag und Freitag von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet. Eine Sonderöffnung gibt es außerdem Samstag den 08.06. und 15.06. von 08.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Es wird empfohlen, die Verfügbarkeit der erforderlichen Gegenstände vorher über die Hotline beim Kreisjugendring abzufragen. -pnp

http://www.pnp.de

„Wie eine Geisterstadt“

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Aus Deggendorf berichtet Gesa Mayr

Der Stadtteil Fischerdorf steht komplett unter Wasser – dennoch harren Menschen in ihren Häusern aus. Nachts sehen die Einsatzkräfte mit ihren Booten in den überfluteten Straßen nach dem Rechten. Patrouillenfahrt durch das dunkle Deggendorf.

„Es ist unbeschreiblich schlimm. Das übersteigt alle Dimensionen“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, nachdem er mit dem Helikopter über Deggendorf geflogen war. Das ist der Eindruck aus der Höhe, aber auch aus der Nähe lässt sich die Hochwasserkatastrophe nicht besser begreifen.

Der Stadtteil Fischerdorf steht komplett unter Wasser, eine braungelbe Brühe hat sich in den Straßen ausgebreitet, Zäune, Carports, Verkehrsschilder geschluckt. Die Häuser stehen mindestens bis zum ersten Stock unter Wasser. Trotzdem sind einige Menschen daheim geblieben. Weil sie nicht aus ihrem Zuhause weg wollen, weil sie Angst vor Plünderungen haben, weil sie ihr Leben nicht zurücklassen wollen.

Für sie sind auch in der Nacht noch rund 20 Einsatzkräfte da. Einsatzleiter Roland Vogt und sein Team kümmern sich um die 50 Deggendorfer, die in den Obergeschossen ihrer Häuser ausharren. „Das haben wir zu akzeptieren“, sagt Vogt. „Ich kann das verstehen“, sagt Florian Uhlmann. Er ist einer der Bootsführer, die nachts auf den überfluteten Straßen von Haus zu Haus fahren. Bereits zum sechsten Mal fährt er diese Nacht durch die Wasserstraßen. Ein Kollege von der Wasserwacht leuchtet ihm mit einer Taschenlampe den Weg, schaut nach Hindernissen.

Ruhig und dunkel liegt Fischerdorf vor den Rettungskräften. Auf dem Wasser dümpeln Treibholz und Müll. Es riecht nach Diesel, was an dem ausgelaufenen Heizöl liegt. „Wie eine Geisterstadt“, sagt Uhlmann. Das stimmt, aber nur ein bisschen. Der Stadtteil sieht aus, als seien die Bewohner nur mal schnell beim Bäcker um die Ecke. Bei Schlachter Schiller steht das Sonderangebot in der Scheibe, in den oberen Fenstern baumelt Schmuck – es würde einen nicht wundern, wenn jemand die Gardine zur Seite zöge, um zu schauen, wer da nachts durch die Straßen zieht.

Die nächtliche Fahrt ist riskant

Es geht vorbei an versunkenen Autos und überfluteten Vorgärten. Irgendwo schwappt Wasser durch ein Küchenfenster, auf der Kreuzung Altholzstraße/Hauptstraße schwimmt einsam ein Gartenzwerg.

Bis zu zwei Meter ist das Wasser tief. An manchen Stellen ragen nur noch Verkehrsschilder heraus. Auch die Freiwillige Feuerwehr steht unter Wasser, vor einem Mietwagen-Laden steht ein vollgelaufenes Auto.

Die nächtlichen Fahrten sind nicht gerade ungefährlich. Die Boote sind durch das ölige Wasser rutschig geworden. Wenn der Motor läuft, ist es besonders riskant: Das Treibholz darf nicht ins Getriebe geraten. Aber die Einsatzkräfte müssen nach den Bedürfnissen der Verbliebenen schauen. Im Dunkeln orientieren sie sich an Verkehrsschildern und den aus dem Wasser ragenden Zaunpfählen. „Das sind Fahnenstangen für uns, wenn’s finster ist.“

Der Pegel sinkt, das sieht man an den Häusern. Dort, wo das Wasser schon zurückgegangen ist, sind die Mauern heller. Am Donnerstag müssen es ungefähr 50 Zentimeter gewesen sein.

Momentan liegt der Pegel bei 7,78 Meter, die Schutzwände in Deggendorf sind auf 7,40 Meter konzipiert. Der höchste Stand maß 8,01 Meter – Rekord in Deggendorf.

Das Wetter spielt erst mal keine Rolle mehr

„Das ist eine Katastrophe für Niederbayern, die so noch nie dagewesen ist“, sagt Peter Erl, stellvertretender Landrat von Deggendorf. „Dagegen ist das Hochwasser von 1954 ja Peanuts gewesen.“ Man habe die Situation momentan zwar im Griff.

„Aber es kann jederzeit etwas passieren.“ Von den Rettungskräften wurde deswegen noch keiner zurückgeschickt, alle halten sich bereit. Erl konzentriert seinen nächsten Schritt jetzt auf das Verkehrschaos.

Deggendorf liegt rund 150 Kilometer nordöstlich von München. Etwas mehr als eine Stunde braucht man normalerweise mit dem Auto, momentan sind es mindestens drei. Das Hochwasser hat die kleine Stadt nahezu eingekesselt. Das macht die Arbeiten nicht leichter.

120.000 Menschen leben im Landkreis Deggendorf, auf gut 300 Quadratkilometern. Das heißt viel Fläche, viel Fahrerei. Immerhin ist nun die A92 wieder offen, eine von Deggendorfs Hauptverkehrsadern. Aber es soll doch wieder regnen? Ach, sagt Erl, man müsse sich erst wieder Sorgen machen, wenn es sehr, sehr viel regne. „Das Wetter spielt jetzt erst mal keine Rolle mehr.“

URL: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/hochwasser-in-deggendorf-50-einwohner-harren-aus-a-904287.html

Tierdrama: 100 Bullen erschossen – keine Seuchengefahr

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Man mag sich gar nicht vorstellen, was in einem Landwirt vorgeht, der dabei zusehen muss, wie 100 seiner kerngesunden Bullen den Gnadenschuss bekommen. Doch Karl Schreiber aus Altholz hatte vergeblich gehofft, dass die Tiere in seinem neuen, höher gelegenen Stall vor dem Hochwasser sicher sein würden. Um ihnen den qualvollen Tod in den Fluten zu ersparen, wurden die meisten Bummerl am Dienstagabend erschossen, nur wenige sind ertrunken. Ihre Kadaver wurden gestern mit Booten zu einer Sammelstelle und von dort in die Plattlinger Tierkörperbeseitigung gebracht. Das Veterinäramt schließt eine Seuchengefahr aus.

Schwacher Trost für den vom Jahrhunderthochwasser schwer getroffenen Karl Schreiber: Er hat wenigstens nicht alle seine Bullen und Fresser verloren. Die DZ hat bereits am Mittwoch über die aufwendige Evakuierung von etwa 250 Tieren nach Otterskirchen, Auerbach und Passau berichtet. Auch die 60 Pferde − 25 davon eigene, der Rest Pensionspferde − sind rechtzeitig vom Hof gefahren worden. Den Rest wähnten die Schreibers in einem etwas höher gelegenen, gut abgedichteten Stall in Sicherheit. Doch auch die besten Wasserpumpen hätten die prächtigen Tiere wohl nicht retten können. „Es gab keine Chance, sie am Leben zu erhalten. Sie wären qualvoll ertrunken. Ein Veterinär war dabei, als die Bullen professionell erschossen wurden“, bedauert auch Dr. Sabine Pfestorf vom Veterinäramt die Tötung.

Tierkadaver gelten als potenzielle Brutstätte für Krankheiten, noch dazu wenn es wie in den vergangenen zwei Tagen warm ist. „Es besteht aber keine Tierseuchengefahr. Die Bullen waren vor der Tötung ja gesund“, gibt Dr. Sabine Pfestorf Entwarnung. Auch Dr. Horst Zeindl vom Gesundheitsamt sieht keine Infektionsgefahr für den Menschen: „Wir haben so etwas zwar noch nie gehabt, aber solche Fälle sind auch vom Oder-Hochwasser nicht bekannt. Die Gefahr, sich an frisch verstorbenen, gesunden Tieren anzustecken, ist verschwindend gering.“

Trotzdem setzten Landratsamt und Veterinäramt alles daran, die toten Bummerl möglichst schnell aus dem Katastrophengebiet zu bringen. Zunächst war eine Evakuierung per Hubschrauber geplant, doch weil aus der Luft immer noch Menschen gerettet werden müssen, die in ihren Häusern eingeschlossen sind, werden die Hubschrauber natürlich in erster Linie für sie gebraucht.

Einheiten der Bundeswehr übernahmen gestern Nachmittag die alles andere als angenehme Aufgabe, die Kadaver mit Booten zu evakuieren. Auch das Veterinäramt war vor Ort. „Das sind Bilder, die man erst einmal verarbeiten muss“, weiß Dr. Sabine Pfestorf.

Das Veterinäramt wird noch länger mit der Flutkatastrophe beschäftigt sein. Sind die Wassermassen erst einmal abgelaufen, sind im ganzen Landkreis tote Tiere zu erwarten. „Auch Wildtiere, Hunde oder Katzen − das wird sich zeigen“, ist Sabine Pfestorf bewusst. Die Seuchengefahr wird sich ihrer Einschätzung nach aber auch dann nicht erhöhen: „Wir haben keine Tollwut oder Wildvogel-Geflügelpest.“

http://www.pnp.de

Ein Überblick: So hat das Hochwasser Kulturhäuser getroffen

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Passau

 


Das Jahrhunderthochwasser in Ostbayern hat Anfang Juni auch zahlreiche Kultureinrichtungen zerstört. Viele Inhaber bzw. Betreiber treibt die Existenzangst um. Dass zahlreiche Veranstaltungen abgesagt wurden, ist da noch das kleinste Übel. Nachfolgend eine Überblick:

Landestheater Niederbayern: Freunde des Landestheaters Niederbayern sind erschüttert von den Bildern aus dem 1645 errichteten Gebäude. Im Fürstbischöflichen Opernhaus am Innufer stand das Wasser im Parkett bis zur zehnten Reihe und fast bis an die Oberkante der Brüstung zum Orchestergraben. Auch dieser lief voll. „Es sieht sehr schlimm aus“, sagte Pressesprecher Konrad Krukowski am Dienstag der PNP. Möglicherweise müssen alle hydraulischen und elektrischen Anlagen sowie Sessel und Boden im Zuschauerraum erneuert werden. Bis auf Weiteres ist das Theater geschlossen − „ein Spielbetrieb ist de facto diese Spielzeit nicht mehr möglich.“ Sieben Vorstellungen sind betroffen. Die Besucher bekommen ihr Geld zurück, allerdings erst ab 11. Juni, denn momentan gibt es weder Telefon noch Internet. Das Landestheater hofft, wie geplant Verdis „Rigoletto“ bei den Burgenfestspielen auf der Veste Oberhaus ab 15. Juni zeigen zu können. Das Hochwasser erreichte auch die Einrichtung in Straubing. Hugo von Hofmannsthals’ „Jedermann“ (11./12. Juni) kann nicht im Herzogschloss stattfinden, weil der untere Hof des Schlosses unter Wasser steht. Die erwähnten Aufführungen finden im Theater am Hagen statt. Das Theater in Landshut ist nicht betroffen.

Deggendorfer Stadthallen: Voraussichtlich bis Montag, 10. Juni dient die Einrichtung als Stützpunkt für die Einsatzkräfte, die gegen das Hochwasser im Landkreis kämpfen. Deshalb wurden die bevorstehenden Veranstaltungen abgesagt: „Erfolgreich in Niederbayern“, „Jazz and more Kulturabend“ (beide Donnerstag) und das Konzert „Harfe und Klavier“ (Samstag).

Café Museum: Den Passauer Jazzclub hat es hart getroffen: Konzertgewölbe im Keller und Gastronomie inklusive Küche sind laut Inhaber Jürgen Waldner waren mit Schlamm gefüllt. Deshalb hat Waldner einen Spendenaufruf für den Neuanfang gestartet. Wenn irgendwie möglich, will er im Juni das Sommerprogramm „Jazz am Russenkai starten“ − 60 Gratiskonzerte, wenn nötig mit Bierbänken und drei Getränken auf der Karte.

Scharfrichterhaus: Theater und Restaurant in Passau waren bis an die Decke voll mit Wasser. Scharfrichterhaus-Gründer Walter Landshuter schätzt den Schaden auf 300.000 Euro. Alle Veranstaltungen sind vorerst abgesagt, frühestens in vier Wochen ist an eine Wiedereröffnung zu denken. Wenn es überhaupt eine gibt. Denn Inhaber Matthias Ziegler, der seit Jahren ein Vermögen in die Sanierung und Einrichtung investiert, überlegt laut, das Traditionshaus gar nicht wieder aufzusperren.

Promenade Lichtspiele: Im Passauer ProLi, das unweit des Inns liegt stand das Wasser bis unter die Decke.

Passauer Kinos: Vom Hochwasser verschont blieb das Passauer Cineplex und das Metropolis. Trotzdem hatten die Einrichtungen am Montag geschlossen, im Cineplex finden seit Dienstag wieder Vorstellungen statt. Seit Donnerstag läuft der Betrieb im Cineplex und Metropolis normal, das Scharfrichter Kino bleibt bis auf weiteres geschlossen. Das aktuelle Kinoprogramm und die Vorstellungszeiten finden Sie unter http://www.regioevent.de/kino.

MMK Wörlen: Vergleichsweise glimpflich davongekommen ist das Museum Moderner Kunst − Wörlen (Passau). Geflutet wurden Kassenbereich und Skulpturenraum, beides war rechtzeitig geräumt. Die im Museum höher gelegenen Ausstellungsräume waren nicht betroffen.

Passauer Galerien: Nicht abzuschätzen sind die Folgen der Flut für die vielen Galerien und freischaffenden Künstler der Passauer Altstadt, die das Kulturleben ebenso tragen wie die Institutionen.

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Deggendorf Eine Stadt versinkt in den Donau-Fluten

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Die Donau ist Deggendorf zum Verhängnis geworden. Nach mehreren Deichbrüchen stehen 2000 Menschen vor dem Aus. Drei Meter hoch steht das Wasser im bayerischen Ort. Viele Menschen retteten sich vor den Fluten aufs Dach, mussten per Hubschrauber gerettet werden.

Immer wieder starten die Hubschrauber vom Volksfestplatz in Deggendorf zu gefährlichen Einsätzen. Sie retten die vom Hochwasser eingeschlossen Menschen aus den überspülten Ortsteil Fischerdorf. «Einige sind trotz der dramatischen Lage in ihren Häusern geblieben und warten mittlerweile auf den Dächern auf Hilfe», erklärt der Einsatzleiter Alois Schraufstetter am Mittwoch. Von der Luft aus werden die Eingeschlossenen mit Hilfe von Winden in den Hubschrauber gezogen oder per Boot in Sicherheit gebracht.

«Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser», sagt der 57 Jahre alte Kommandant der Deggendorfer Feuerwehr. Nach zwei Dammbrüchen mussten die Ortsteile Fischerdorf, Natternberg und die Gemeinde Niederalteiech evakuiert werden. Etwa 2000 Menschen haben ihr Hab und Gut zurückgelassen. Die meisten sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Nur wenige warten in den Notunterkünften in der Deggendorfer Stadthalle oder in einer Schule.

Horst Seehofer zur Lage in Deggendorf: «unbeschreiblich schlimm»

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist erschüttert über das Hochwasser. «Es ist unbeschreiblich schlimm. Das übersteigt alle Dimensionen», sagte Seehofer in Deggendorf. Zuvor war Seehofer mit dem Hubschrauber über die Hochwassergebiete im Landkreis Deggendorf geflogen. Zu den möglichen Auswirkungen ergänzte er: «Es ist schwer zu sagen, wenn man mit den Naturgewalten kämpft, ob man dann gewinnt.»

Das Hochwasser entlang der bayerischen Donau bleibt trotz sinkender Pegel bedrohlich. In der gefährdeten Region um Deggendorf und Straubing ging das Wasser am Donnerstag zwar stündlich um mehrere Zentimeter zurück. Die Gefahr, dass die durchgeweichten Dämme brechen, war aber weiter sehr hoch.

Die Jahrhundertflut 1954 traf Deggendorf nicht so schlimm wie das Hochwasser 2013

Gisela und Hans Löfflmann aus Fischerdorf haben bereits am Dienstag ihr Haus verlassen. «Nach dem Dammbruch stieg das Wasser rasend schnell. Im Erdgeschoss stand das Wasser ruckzuck 1,50 Meter hoch,» sagt die 64-Jährige. Sie hätten nur noch das Nötigste wie Unterwäsche und Kleidung mitgenommen – Möbel, Fernseher oder andere Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen, schaffte das Ehepaar nicht mehr. «Es hieß: Wir setzen unser Leben aufs Spiel, wenn wir daheim bleiben», sagt der noch immer erschütterte Hans Löfflmann.

Bereits als Jugendlicher hatte der heute 75-Jährige die Jahrhundertflut von 1954 erlebt. «Damals habe ich selbst noch geholfen, aber so schlimm wie jetzt war es damals nicht», erinnert er sich. Er ist zwar froh, dass seine Frau und er in Sicherheit sind. Die Sorge um ihr Haus ist ihm aber anzusehen. «Die Garage war komplett unter Wasser, als wir weggebracht wurden. Und wir wissen nicht, ob die Versicherung alle Schäden bezahlt.» Das Ehepaar ist zumindest den Anweisungen der Einsatzkräfte gefolgt und damit in Sicherheit.

Andere Bewohner harrten dagegen in ihren Häusern aus, obwohl die Fluten die Umgebung in eine gigantische Seenplatte verwandelten. «Selbst jetzt ist nicht jeder bereit, sein Haus zu verlassen», erläutert Einsatzleiter Schraufstetter. Dabei sei die Lage äußerst kritisch – inzwischen läuft Öl aus den Heizungstanks, und einige Gastanks treiben auf dem Wasser.

Schule als Notunterkünft for die obdachlosen Menschen aus Deggendorf

Bislang sei noch niemand verletzt worden, versichert der Einsatzleiter. Das klingt angesichts einiger dramatischer Einsätze fast unglaublich: Unmittelbar nach dem Dammbruch in Winzer waren vier Landwirte auf ihrem Traktor von den Wassermassen umspült und konnten sich mit letzter Kraft an dem Fahrzeug festhalten, bis sie aus der Luft gerettet wurden.

Die Eheleute Löfflmann warten unterdessen in der Stadthalle, bis sie in die Schule gebracht werden, in der sie die kommende Nacht verbringen. «Dass es mal soweit kommt, hätte ich niemals gedacht. Wir haben in den letzten Tagen noch die Bilder vom Hochwasser in Passau gesehen und gedacht, dass uns das nicht passiert», sagt Gisela Löfflmann. Jetzt ist sie selbst Opfer der Jahrtausendflut in Bayern geworden.

http://www.news.de/

Aufatmen im Markt Winzer: Das Schöpfwerk läuft weiter

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Kaum kam am Donnerstagmorgen die Meldung, dass der Damm bei Ruckasing gehalten werden kann, geisterte schon die nächste Schreckensmeldung durch den Landkreis Deggendorf: Das Schöpfwerk Mühlau bei Neßlbach (Markt Winzer) sei ausgefallen, der Polder werde geflutet, Mühlau, Gries und Sattling müssten sofort notevakuiert werden.

Flussmeister Wolfgang Englmüller machte sich mit Werner Lemberger sofort nach dieser Nachricht auf den Weg nach Mühlau, um das zu überprüfen. Und tatsächlich: Eine Pumpe ist ausgefallen. Aber: Kein Grund, das Schöpfwerk aufzugeben oder gar den Polder zu fluten. „Wir installieren eine weitere, größere Pumpe, dann läuft das Schöpfwerk wieder“, sagt Englmüller − und die Feuerwehrleute aus Neßlbach um ihren Kommandanten Markus Müller und seinen Amtsvorgänger Franz Augenstein setzen das sogleich in die Tat um. Und schon lässt sich das Wasser wieder aus dem Polder, weg vom Schöpfwerk, pumpen. Gefahr gebannt. „Das ist doch auch mal eine gute Nachricht“, freut sich Englmüller.

http://www.pnp.de/

So erhalten Hochwasser-Opfer die Soforthilfe des Freistaats

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Passau

 

Die bayerische Staatsregierung hat Finanzmittel als Sofortgeld für hochwassergeschädigte Privathaushalte, Unternehmen sowie land- und forstwirtschaftliche Betriebe zur Verfügung gestellt. Es werden pauschal 1500 Euro für Privathaushalte und 5000 Euro für Unternehmen bzw. land- und forstwirtschaftliche Betriebe zur Ersatzbeschaffung von durch das Hochwasser zerstörten Hausrat aus Wohnungen bzw. zerstörten Betriebsvermögen zur Verfügung gestellt.

In Passau kann die Soforthilfe im Dienstleistungszentrum Passavia der Stadt Passau, Vornholzstraße 40, 1. Stock, Zi. 104 und 108, beantragt werden. Die Bürozeiten: Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, darauffolgende Tage (auch Samstag und Sonntag) von 7 bis 20 Uhr. Der Antrag kann persönlich, per Fax (Nr. 37738) oder eingescannt per Mail  (martin.dupper@passau.de) bei der Stadt Passau gestellt werden. Der Antrag muss vom Geschädigten vollständig ausgefüllt und unterschrieben sein. Die Antragsunterlagen sind erhältlich in den oben genannten Büros und im Internet auf www.passau.de. Zudem werden die Anträge in den betroffenen Gebieten verteilt. Nach Abgabe des Antrags erfolgt die Überweisung des Betrags im Laufe der nächsten Woche auf das genannte Konto.

In der Stadt Deggendorf kann die Soforthilfe im Bürgerbüro im Neuen Rathaus, Franz-Josef-Strauß-Straße 3, beantragt werden. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Die Stadt Deggendorf bittet darum, alle nicht das Hochwasser betreffenden Angelegenheiten zu einem späteren Zeitpunkt im Bürgerbüro zu erledigen.

Im Landkreis Deggendorf sind für die Soforthilfe die jeweiligen Gemeinden zuständig. Anträge also bitte direkt an die Rathäuser vor Ort richten. Einzige Ausnahme: Niederalteich. Da hier das Rathaus nicht arbeitsfähig ist, übernimmt das Landratsamt die Anträge für Niederalteich unter der Hotline 0991/3100285 oder via hochwasserhilfe@lra-deg.bayern.de. Herunterladen kann man sich die Anträge unter www.landkreis-deggendorf.de.

Im Landkreis Passau sind ebenfalls die jeweiligen Gemeinden für die Abwicklung der Anträge verantwortlich. Die Anträge kann man auf der Seite des Landkreises herunterladen: www.landkreis-passau.de

http://www.pnp.de

In Deggendorf ist die Lage noch immer dramatisch

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von Generaldirektor in Deggendorf

21.12 Uhr: Vor allem in Deggendorf ist die Lage noch immer dramatisch. Die Donau hat Teile des Landkreises meterhoch überschwemmt. Auch der Flugplatz steht unter Wasser. Anwohner bleibt teilweise nichts anderes übrig, als auf ihre Dächer zu fliehen. „Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser“, sagt Schraufstetter, 57, Kommandant der Deggendorfer Feuerwehr.

Fluten in Deggendorf

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

„Es herrscht absolute Lebensgefahr“

Isar und Donau haben Teile des Landkreises Deggendorf meterhoch unter Wasser gesetzt. Zwei Dämme sind gebrochen, mehrere Ortsteile und umliegende Gemeinden wurden evakuiert. Einigen Anwohnern blieb nur die Flucht auf die Dächer.

Deggendorf – Häuser stehen bis zum Dach unter Wasser, Autobahnen verschwinden in den Fluten, etliche Dörfer sind fast komplett vom Umland abgeschnitten: Die Bilder aus dem bayerischen Landkreis Deggendorf sind dramatisch – wie die Lage vor Ort.

Immer wieder starten die Hubschrauber vom Volksfestplatz in Deggendorf zu Einsätzen. Sie retten die vom Hochwasser eingeschlossen Menschen aus dem überspülten Ortsteil Fischerdorf. „Einige sind trotz der dramatischen Lage in ihren Häusern geblieben und warten mittlerweile auf den Dächern auf Hilfe“, sagt Einsatzleiter Alois Schraufstetter. Von der Luft aus werden die Eingeschlossenen mit Winden in den Hubschrauber gezogen. Auch per Boot bringen Einsatzkräfte die Anwohner in Sicherheit.

„Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser“, sagt Schraufstetter, 57, Kommandant der Deggendorfer Feuerwehr. Nach zwei Dammbrüchen mussten die Ortsteile Fischerdorf und Natternberg sowie die Gemeinde Niederalteich evakuiert werden. Etwa 2000 Menschen haben ihr Hab und Gut zurückgelassen. Die meisten sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Nur wenige warten in den Notunterkünften in der Deggendorfer Stadthalle oder in einer Schule.

„Im Erdgeschoss stand es ruckzuck 1,50 Meter hoch“ Gisela und Hans Löfflmann aus Fischerdorf haben bereits am Dienstag ihr Haus verlassen. „Nach dem Dammbruch stieg das Wasser rasend schnell. Im Erdgeschoss stand es ruckzuck 1,50 Meter hoch,“ sagt die 64-Jährige. Sie hätten nur noch das Nötigste wie Unterwäsche und Kleidung mitgenommen – Möbel, Fernseher oder andere Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen, schaffte das Ehepaar nicht mehr. „Es hieß: Wir setzen unser Leben aufs Spiel, wenn wir daheim bleiben“, sagt Hans Löfflmann.

Bereits als Jugendlicher hatte der heute 75-Jährige die sogenannte Jahrhundertflut von 1954 erlebt. „Damals habe ich selbst noch geholfen, aber so schlimm wie jetzt war es damals nicht“, erinnert er sich. Er ist zwar froh, dass seine Frau und er in Sicherheit sind. Die Sorge um ihr Haus ist ihm aber anzumerken. „Die Garage war komplett unter Wasser, als wir weggebracht wurden. Und wir wissen nicht, ob die Versicherung alle Schäden bezahlt.“ Das Ehepaar ist zumindest den Anweisungen der

Einsatzkräfte gefolgt und damit in Sicherheit.

Schaulustige behindern Helfer

Andere Bewohner harrten dagegen in ihren Häusern aus, obwohl die Fluten die Umgebung in eine gigantische Seenplatte verwandelte. „Selbst jetzt ist nicht jeder bereit, sein Haus zu verlassen“, sagt Einsatzleiter Schraufstetter. Dabei sei die Lage äußerst kritisch – inzwischen läuft Öl aus den Heizungstanks, einige Gastanks treiben auf dem Wasser.

Unmittelbar nach dem Dammbruch in Winzer wurden vier Landwirte auf ihrem Traktor von den Wassermassen umspült. Sie hielten sich mit letzter Kraft an dem Fahrzeug fest, bis sie aus der Luft gerettet wurden.

Am Mittag erreichte die Hochwasserwelle der Donau in Deggendorf ihren Scheitelpunkt. Der Landkreis ist nach der Sperrung der Autobahnen A3 und A92 fast vollständig vom Umland abgeschnitten. Die Region sei nur noch über einige wenige Straßen für Helfer und Fahrzeuge zu erreichen, sagte eine Sprecherin des Landkreises. Autofahrer werden gebeten, den Raum

Deggendorf großräumig zu umfahren.

Laut Polizei behinderten Schaulustige zunehmend die Helfer beim Kampf gegen das Hochwasser in Niederbayern. „Die Einsatzkräfte vor Ort haben derzeit wahrlich anderes zu tun, als Touristen, die sich selber in Gefahr bringen, zu retten“, sagte der Vizepräsident der niederbayerischen Polizei,

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-trifft-deggendorf-in-bayern-hart-a-903965.html

Deichöffnung bei Fischerdorf für Abfluss nach Flut angedacht

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Eine Sprengung des Deiches bei Fischerdorf ist unwahrscheinlich, aber in jeder Nachricht steckt ein „kleiner Wahrheitsgehalt“, erklärt Josef Ehrl, Pressesprecher des Landratsamtes Deggendorf: Falls in den kommenden Tagen das Wasser in der Donau erheblich tiefer stünde als im Hochwasserpolder, dann werde eine Deichöffnung in Erwägung gezogen. Damit könnte der Abfluss des Wassers aus dem Polder beschleunigt und kontrolliert werden.

Dafür müsse die Donau aber gut 50 Zentimeter unter dem Polderstand verlaufen. Außerdem werde noch Aufwand und Nutzen geprüft. Der Deich müsste dann schließlich auch wieder schnell und zuverlässig geschlossen werden, so Ehrl. Für die relativ kleinen Öffnungen wäre schweres Gerät die erste Wahl. Nur für den äußersten Ausnahmefall befindet sich der Einsatz von Pionieren zur Sprengung derzeit in der Prüfung.

http://www.pnp.de/

Deggendorf – Kampf gegen Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

Es war eine lange Nacht rund um Deggendorf. Unzählige Helfer kämpften entlang der niederbayerischen Donau gemeinsam gegen das Hochwasser und verstärkten die Dämme – wie hier in der Nähe von Hengersberg und Osterhofen.

http://www.br.de/nachrichten/hochwasser-flut-damm-100.html

Quelle: br.de

Dammbrüche – 4000 Menschen evakuiert – Schulen fallen aus

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 
Nach weiteren Dammbrüchen an der Donau ist die A3 seit etwa 17.30 Uhr überflutet. Betroffen ist der Bereich zwischen Deggendorf und Hengersberg. Die Autobahn war vorher schon komplett gesperrt worden. Das Hochwasser bei Fischerdorf hat sich zuvor weiter verschlimmert. Seit Dienstagnachmittag um 16.30 Uhr drohte die Überflutung der Autobahn. Der Hochwasserpolder bei Fischerdorf konnte nicht gehalten werden. Fischerdorf wurde not-evakuiert. Gleiches gilt für Niederalteich. Hier breitet sich Wasser aus, das vom Dammbruch in Winzer stammt. Es wurde befürchtet, dass weitere Dammbrüche im Laufe der Nacht die Lage nochmals deutlich verschärfen. Insgesamt wurden mehr als 4000 Menschen im Landkreis Deggendorf evakuiert.

Gesperrt ist die A3 zwischen Hengersberg und Straubing. Auch betroffen ist die A92 zwischen Landau an der Isar und Deggendorf in Fahrtrichtung Deggendorf. Die A92 ist in die Fahrtrichtung zwar nicht mehr gesperrt, aber der Verkehr staut sich. Die Autofahrer werden rausgewunken (Stand: 19 Uhr) und müssten angeben, wohin sie fahren. Wer nach Deggendorf fährt, darf durch. Wer auf die A3 will, wird abgeleitet und sollte frühzeitig auf die Bundesstraße ausweichen. Empfohlene Umleitung über B20 Landau a.d.Isar, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau, B12 Pocking, A3 Pocking und A3 Passau-Süd, (Für Fahrzeuge die auf die A 3 Richtung Straubing wollen empfehlen wir die B20 zu befahren)

Umleitungsempfehlung für A3:

A3 Passau Richtung Nürnberg: Umleitung über B8 oder empfohlene A3 Nürnberg Richtung Passau: Umleitung über B20 Straubing, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau und B12 Pocking, Ausweichstrecke: B20 bis Eggenfelden dann B388 bis AS Pocking. − sas

Schulbetrieb
Am Mittwoch bleiben alle Schulen im Landkreis Deggendorf geschlossen. Die Abiturprüfungen an der FOS und BOS finden statt!
Die Abiturienten der übrigen Gymnasien werden gebeten sich bei der jeweiligen Schule zu melden.

http://www.pnp.de

 

Im Landkreis Deggendorf drohen neue Dammbrüche

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Das Hochwasser bestimmt immer noch das Leben in Ostbayern. Während sich die Lage in Passau langsam entspannt, wurde in Stadt und Landkreis Regensburg am Dienstag Katastrophenalarm ausgelöst. Auch in Deggendorf verschärft sich die Lage am Dienstag weiter. Aktuelle Meldungen in unserem Ticker.

21:46 Uhr – Wegen Hochwassers müssen Einwohner von fünf Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen ihre Häuser verlassen. Das Landratsamt ordnete die sofortige Evakuierung ganzer Ortsteile beziehungsweise größeren Straßenzügen an. In örtlichen Turnhallen oder Bürgerhäusern wurden Notquartiere eingerichtet. Betroffen sind die Gemeinden Parkstetten, Aiterhofen, Irlbach, Niederwinkling und Mariaposching.
21:30 Uhr – Die PNP hat die Lage von Deggendorf bis Erlau (im Landkreis Passau) am Nachmittag aus der Luft beobachtet

21:26 Uhr – Die PNP hat Niederalteichs Bürgermeister Josef Thalhammer soeben telefonisch nochmal erreicht: „Es ist so ziemlich der komplette Ort überflutet, insbesondere der östliche Bereich – Niederalteich ist verloren“, betont das Gemeindeoberhaupt.
20:56 Uhr – Im Landkreis Deggendorf sind weitere Deichbrüche zu befürchten. Nach zwei Deichbrüchen steht der Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf samt Altholz unter Wasser. Auf der linken Donauseite bahnt sich das Wasser nach einem Dammbruch bei Winzer durch ein Poldergebiet seinen Weg Richtung Niederalteich und Altenufer. Auch ein Deich oberhalb von Niederalteich könnte noch zerstört werden. Weitere Infos zur Lage im Landkreis: http://www.pnp.de/823253.
19:59 Uhr – Bis mindestens Mittwochabend besteht in der Stadt Passau eine Hochwasserlage mit katastrophalem Ausmaß, wie die Stadt mitteilt. Rund 1200 ehrenamtliche Helfer sind nach wie vor im Einsatz. Unter Tel. 0851 396 284 können geschädigte Gebäudeeigentümer – und auch Mieter – eine fachkundige kostenlose Schadensaufnahme im Rathaus beantragen. Weitere Informationen finden Sie hier.
19:55 Uhr – Bilder vom überfluteten Niederalteich finden Sie nun hier.
19:25 Uhr – Wenigstens eine gute Nachricht aus Deggendorf. Die 250 ertrunkenen Kühe (18:30 Uhr) sind angeblich eine Falschmeldung.
18:55 Uhr – Am frühen Abend hat Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) über die aktuelle Situation in der Dreiflüssestadt informiert. Aktuell liegt der Donau-Pegel bei den vorhergesagten 10,80 Meter. In der Nacht wird ein Anstieg auf 11,30 Meter erwartet. Erst ab Donnerstag fällt der Wasserstand dann nachhaltig. Dupper rechnet mit einer Schadenssumme von 20 Millionen Euro.
18:19 Uhr – Auch die österreichische Grenzstadt Schärding kämpft gegen das Hochwasser. Unser Reporter vor Ort berichtet, dass das Schlimmste zwar vorüber ist. Aber die Flut hat katastrophale Schäden hinterlassen, grausige Bilder gibt’s hier.
18:13 Uhr – Niederalteich ist nach der Not-Evakuierung nun total überflutet. Außerdem sind dem Vernehmen nach in Altholz ca. 250 Kühe ertrunken.
18:03 Uhr – Die Presse-Meile 2013, der für Samstag geplante 6. Firmenlauf Süd-Ostbayerns (in Altötting), fällt aufgrund der verheerenden Hochwasser-Lage aus. „Zwar haben uns die Stadt Altötting ebenso wie Feuerwehr und BRK zugesichert, dass es keine Beeinträchtigungen geben würde. Aber einen Firmenlauf zu veranstalten, bei dem der Spaß im Vordergrund stehen soll, während gleichzeitig anderen Menschen in der Region das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht, das passt einfach nicht zusammen“, erklärte Petra Breit, die bei der PNP für die Organisation des Laufs zuständig ist. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.presse-meile.de.
17:55 Uhr – Nach weiteren Dammbrüchen an der Donau ist die A 3 zwischen Hengersberg und Deggendorf seit etwa 17.30 Uhr überflutet. HIER geht’s zur Umleitungsempfehlung
17:39 Uhr – Der Damm in Niederalteich (Landkreis Deggendorf) hält – vorerst. Bedroht ist aktuell der Ortsteil Gondelau. Die Polizei hat Anwohner per Lautsprecher aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Trotzdem bleiben viele in ihren Wohnungen, auch Bürgermeister Josef Thalhammer: „Ich werde als Letzter das sinkende Schiff verlassen“, sagte das Gemeindeoberhaupt gegenüber der PNP.
17:17 Uhr – Fischerdorf ist inzwischen komplett überflutet, eine Not-Evakuierung wurde angeordnet. Mehr dazu lesen Sie hier.
17:06 Uhr – In den ZF-Werken Grubweg und Patriching wird an der Wiederaufnahme der Produktion gearbeitet. Wie Pressesprecher Gernot Hein berichtet, herrscht im Werk Grubweg aktuell ein Wasserstand 10,58 Meter. Das heißt: ZF-Techniker können Elektroanlagen sichten und warten. Nach derzeitigem Stand wurde folgendes Anlaufszenario beschlossen: Im Produktionsgebäude Patriching läuft am Mittwoch wieder normaler Betrieb, im Bürogebäude herrscht Anwesenheitspflicht für alle Vertriebsmitarbeiter. In Grubweg soll der reguläre Schichtbetrieb ab Donnerstag, 14 Uhr, anlaufen. Weitere aktuelle Informationen erhalten Mitarbeiter unter http://www.zf.com.
17:00 Uhr – Die Lage im Landkreis Deggendorf spitzt sich weiter extrem zu. Nach jüngsten Informationen ist Fischerdorf kaum mehr zu retten. In einem Hotel sind Menschen und Tiere eingeschlossen, weitere Infos finden Sie hier.
16:45 Uhr – Die Stadt Deggendorf hat mitteilt, dass das Ordnungsamt und das Kulturamt bis auf weiteres geschlossen bleiben. Die Mitarbeiter kämpfen gegen das Hochwasser, schreibt die Stadt.
16:40 Uhr – Das Hochwasser bei Fischerdorf (Landkreis Deggendorf) hat sich verschlimmert. Seit 16.30 Uhr droht eine Überflutung der A3 zwischen Deggendorf und Hengersberg. Deshalb wurde die Autobahn komplett gesperrt. Mehr zum Thema lesen Sie hier.
16:06 Uhr – Zeitungsleser im Raum Rosenheim mussten zum Wochenbeginn auf ihre gewohnte Lektüre verzichten – aufgrund des Hochwassers. Wie die dpa berichtet, wurde dem Druckhaus des „Oberbayerischen Volksblattes“ am Sonntag aus Sicherheitsgründen der Strom abgestellt. Die Abonnenten hätten das Blatt zusammen mit der Dienstagsausgabe erhalten, berichtet der OVB-Geschäftsführer Norbert Lauinger.
16:18 Uhr – Es gibt Neuigkeiten zur Trinkwasserversorgung in der Stadt Passau. Mitarbeiter der Stadtwerke sind nun mit einem Polizeihubschrauber auf die Insel Soldatenau geflogen, um die Trinkwasserbrunnen und die dortige Pumpanlage zu inspizieren. Gottfried Weindler, Geschäftsführer der Stadtwerke wagt eine vorsichtige Prognose: Bis zum Wochenende sollten alle Haushalte der Stadt wieder mit Leitungswasser versorgt werden. Weitere Infos hier.
15:35 Uhr – Die finanzielle Hilfe für die Hochwasseropfer soll laut Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) notfalls über die geplanten 150 Millionen Euro hinausgehen. Man habe sich zunächst auf diese Summe verständigt, sagte Seehofer am Dienstag im Landtag in München. Allerdings gebe es bei dem Paket, das an diesem Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll, einen „atmenden Deckel“. „Wenn sich Notwendigkeiten ergeben sollten, müssten wir mit dem Parlament in Kontakt treten, damit dieser atmende Deckel auch gelüftet werden kann“, betonte er.
15:27 Uhr – Bundeskanzlerin Merkel hat neben Passau auch ostdeutsche Hochwassergebiete – Pirna (Sachsen), Greiz (Thüringen) – besichtigt.
15:23 Uhr – Im Ort Altholz (Landkreis Deggendorf) steht das Wasser inzwischen knietief. Weitere Infos – mit Video – hier.
15:06 Uhr – Die Marienbrücke über dem Inn in Passau ist für Autos weiterhin gesperrt. Die Statik muss noch überprüft werden. Zu Fuß dürfen nur Anwohner und Personen „mit berechtigtem Interesse“ drüber. Ansonsten muss der Fünferlsteg benutzt werden.
14:54 Uhr – Die Isarbrücke in Plattling wird nicht gesperrt. Polizei dementiert Gerüchte. Mehr zum Thema.
14:50 Uhr – „Ich rechne mit Kosten im dreistelligen Millionenbereich“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Dienstagnachmittag über die Hochwasser-Schäden an Straßen und Schienen im Süden und Osten Deutschlands.
14:45 Uhr – Für alle, die noch in der Passauer Innstadt helfen wollen: Die Innstadt-Feuerwehr hätte noch ein paar Besen für freiwillige Helfer.
14:32 Uhr – Sonne in Sicht, meldet ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Dienstag in München. Noch ist „Sabine“ etwas zurückhaltend, doch in den kommenden Tagen soll das Hochdruckgebiet über Bayern immer kräftiger werden. Bis zum Wochenende sind bis 24 Grad möglich.Nur vereinzelt werden Schauer und Gewitter vorhergesagt. Das aktuelle Wetter in Ostbayern finden Sie hier.

14:17 Uhr – An der Uni Passau haben sich mittlerweile über 1000 Helfer versammelt, die das Gelände wieder aufräumen. Den Anfang macht das Audimax. Den Koordiantoren fehlt es nur an Schneeschaufeln.
14:11 Uhr – Niederalteich macht weiter Sorgen. Die Polizei hat gerade bei Bürgermeister Josef Thalhammer angerufen und nochmal dringend darum gebeten, dass alle Bewohner den Ort verlassen. Mittlerweile habe auch ein Damm oberhalb von Niederalteich Risse. Auch auf der anderen Seite ist es kritisch. Der Gemeinde (ca. 2000 Einwohner) droht eine Katastrophe. Unsere Berichterstatter bringen sich in Sicherheit.
14:06 Uhr – Um Katastrophen-Touristen von brenzlichen Einsatzorten besser fernhalten zu können, hat Bayerns oberster Feuerwehr-Vertreter hohe Geldstrafen für uneinsichtige Gaffer gefordert. „Wenn er weiß, dass er 2000 bis 3000 Euro Strafe zahlen muss, wird es sich der Gaffer vielleicht überlegen“, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Alfons Weinzierl, am Dienstag in München der Nachrichtenagentur dpa. Mehr dazu lesen Sie hier.
14:02 Uhr – Endzeitstimmung in Niederalteich. Ein Beobachter vor Ort: „Das ist wie das lange Warten auf die Katastrophe.“
13:56 Uhr – Die Stadt Passau stellt demnächst große Sperrmüllcontainer zur Abfallbeseitigung auf. Die ersten stehen schon am Rindermarkt und am Eingang zur Fußgängerzone. Weitere sollen folgen.
13:54 Uhr – Die Hochschule Deggendorf teilt auf ihrer Facebook-Seite mit, dass der Lehrbetrieb bis einschließlich Freitag, 7. Juni, eingestellt wird. „Das Personal kann auf Dienstzeit zuhause bleiben.Die Hochschulwahlen werden verschoben, ein Termin wird noch bekanntgegeben.“
13:47 Uhr – Passauer Ilzstadt: Die Lage entspannt sich weiter. Die Straßen, auf denen kein Wasser mehr steht, sind meist schon sauber gemacht. Die Anwohner räumen ihre Garagen aus. Kritik wird laut, warum die Informationen über die Wasserhöhen erst so spät kamen. Gelobt wird hingegen die Arbeit der Rettungskräfte, vor allem der Ilzstädter Feuerwehr und der Wasserwacht, die auch in der vergangenen Nacht immer vor Ort waren und Hilfe angeboten haben
13:41 Uhr – Günter Plechinger (45) in der Passauer Löwenmühlstraße (Ilzstadt): „Ich wohne in Hauzenberg, das hier ist mein Elternhaus. Eine Nachbarin hat mich am Montag morgen um 4 Uhr verständigt, dass das Wasser höher gestiegen ist als gedacht. Ich bin sofort hergefahren. Wir konnten gestern noch einige elektrische Geräte aus der überfluteten Garage und dem Erdgeschoss holen. Aber manche Sachen waren nicht mehr zu retten, da kann man nichts machen. Hier unten waren einige Erinnerungsstücke aus der Kindheit gelagert, zum Beispiel das Go-Kart, auf dem schon mehrere Generationen gefahren sind. Das machen wir sauber, es wird trotzdem aufbewahrt.“
13:36 Uhr – Die Situation in Niederalteich spitzt sich weiter zu. Das Wasser schwappt langsam über den Damm; Helfer, Anwohner und Journalisten bringen sich in Sicherheit.
13:33 Uhr – In Niederalteich (Landkreis Deggendorf) wurden 1800 Personen evakuiert. Der Ort droht unterzugehen. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:31 Uhr – Die mögliche Sperrung der B8 zwischen Passau und Vilshofen ist wohl vom Tisch. Die Bundesstraße wird aktuell gesichert, um als mögliche Ausweichroute für die A3 zu fungieren. Auf der gegenüberliegenden Donauseite wurde die Staatsstraße 2125 auf Höhe Hilgartsberg jedoch bereits gesperrt.
13:22 Uhr – „Es sieht sehr schlimm aus“, sagte Konrad Krukowski, Pressesprecher vom Passauer Stadttheater, am Dienstag der PNP. Das Haus bleibt aufgrund der Schäden für die restliche Saison geschlossen. Mehr dazu lesen Sie hier.
13:01 Uhr – In der Lederergasse in Passau (Innstadt) ist das Wasser größtenteils abgeflossen. Viele Häuser sind zerstört. Eine Frau musste aus ihrer Wohnung geholt werden, der Schlamm konnte nur mit einem Bagger entfernt werden.

12:46 Uhr – In Neuhaus (Landkreis Passau) wird bereits aufgeräumt. Die Feuerwehren sind dabei unter Zeitdruck, kommt der Innschlamm nicht schnell aus den Gebäuden, wird er steinhart. Mehr dazu lesen Sie hier.
12:34 Uhr – Die Donau-Uferstraße zwischen Passau und Vilshofen (Staatsstraße 2125) ist bereits gesperrt. Mit der Sperrung der B8 gegenüber wird im Laufe des Nachmittags gerechnet.
12:32 Uhr – Die Passauer Ilzstadt ist über die Veste Oberhaus erreichbar. Der Ilz-Durchbruch soll im Laufe des Tages oder am Mittwoch wieder freigegeben werden.
12:24 Uhr – Am Kreuz Deggendorf ist die Verbindung A92/A3 gesperrt. Auf der A3 ist zwischen Deggendorf und Hengersberg in Fahrtrichtung Passau ist ein Fahrstreifen nicht befahrbar, weil am Damm gearbeitet wird.
12:10 Uhr – In Fischerdorf bei Deggendorf ist nun der Damm gebrochen
12:01 Uhr – ZF schaltet Sonderhomepage – Krisenstab entscheidet über weiteres Vorgehen. Um alle Mitarbeiter auf dem Laufenden zu halten, hat das Unternehmen unter http://www.zf.com sowie http://www.zf.com/passau eine Sonderhomepage geschaltet.
11:56 Uhr – Im Bereich Autowörth im Landkreis Deggendorf sind drei Personen aus dem überfluteten Bereich gerettet worden.
11:29 Uhr – Beim Schöpfwerk Autowörth (Markt Winzer) oberhalb der Ortschaft Winzer ist der Donaudeich auf einer Länge von 500 m gebrochen.
11:15 Uhr – Zusätzlicher Trinkwasserverkauf in der Stadt Passau, Angebote für dezentrale Trinkwasserversorgung. Es gibt ab sofort einen zusätzlichen Trinkwasserverkauf an folgenden Stellen
– am Römerplatz
– Fußgängerzone auf Höhe der Sparkasse
Der Riba Getränkemarkt (Neustifter Straße 38) verteilt ab 13 Uhr KOSTENLOS eine LKW-Ladung voll Severin Wasser.
10:59 Uhr – Die A3 ist zwischen Deggendorf und Hengersberg komplett gesperrt. Der Damm droht zu brechen.
10:40 Uhr – Die Rehaklinik Passau-Kohlbruck ist vorübergehend geschlossen. Geschäftsführerin Häusler: „Hochwassersituation lässt reibungslosen Klinikbetrieb nicht mehr zu.“
10:35 Uhr – Die Stadtgalerie Passau bleibt heute wegen des Hochwassers ganztägig geschlossen.
10:32 Uhr – Nach einem Höchstpegel von 12,89 Metern Montagabend ist die Donau in Passau rückläufig. Der Pegel liegt derzeit bei 11,80 m. Bis zum Abend wird ein Rückgang bis 10,80 Meter erwartet. Aufgrund der fallenden Pegel werden sich die Einsatzkräfte schwerpunktmäßig auf die Säuberung des öffentlichen Raums konzentrieren. Derzeit sind ca. 1.200 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THWs, Bundeswehr, Polizei und Bundespolizei, BRK, MHD, Wasserwacht und DLRG im Einsatz.
10:31 Uhr – Horst Seehofer zeigte sich in der Dreiflüssestadt beeindruckt von der Ruhe der Bevölkerung. Dann sicherte er zu: „Diese Leute haben Hilfe verdient, Bayern befindet sich mitten in einer Katastrophe.
10:14 Uhr – Unglaubliches Staunen am Zugang zur Fritz-Schäfer-Promenade – alle Beteiligten sind von den Flutausmaßen geschockt – auch immer mehr Passanten schließen sich wegen Erinnerungsfotos mit der Kanzlerin dem Medien- und Politikertross an.
9:54 Uhr – Angela Merkel und Horst Seehofer bedanken sich in der Fußgängerzone gerade bei derselbe THW-Gruppe aus Neunburg vorm Wald, die die PNP am Morgen in der Dreiländerhalle getroffen hat – Seehofer: „Ihr werdet ja nur gelobt, natürlich war uns das schon vorher klar“.
9:51 Uhr – Der Rundgang durch Passau beginnt: Ministerpräsident Seehofer trägt eine BRK-Jacke und Gummistiefel, Kanzlerin Merkel einen roten Pulli, dunkle Jacke und normale Schuhe.
9:45 Uhr – Die Botschaft des Besuchs: Hilfe wird kommen – „Wir lassen niemanden allein“.
9:37 Uhr – Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sind da. [mehr zum Besuch]
9:16 Uhr – Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Ich bin seit Samstag in der Stadt unterwegs, was man da sieht ist der Wahnsinn. In wenigen Minuten wird Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet.
9:14 Uhr – Die Aufräumarbeiten haben begonnen
8:22 Uhr – Aktuelle Pegelstände in der Region (Quelle: HND Bayern):
Schärding: 6,89 Meter (Meldestufe 2), Passau/Donau: 11,95 Meter (Meldestufe 4), Passau/Inn: 8,90 Meter (Meldestufe 3), Deggendorf 7,93 Meter (Meldestufe 4), Vilshofen: 7,18 Meter (Meldestufe 4)
8:10 Uhr – In und um Deggendorf verschärft sich die Lage: Gerade wurde beschlossen die Stadtteile Fischerdorf, Natternberg-Siedlung, Mettenufer, Altholz und Scheuer zu evakuieren. Mehr dazu hier.
8:06 Uhr – Auch die Helfer brauchen hin und wieder Ruhe. An der Sammelstelle in der Dreiländerhalle in Passau gibt es neben ein paar Stunden Schlaf auf Feldbetten auch warme Getränke und eine Brotzeit. Eine Gruppe vom THW aus Neunburg vorm Wald berichtet der PNP, dass sie nach vier Stunden Pause nun wieder in den Einsatz geht. Vornehmlich pumpen sie Keller in der Innenstadt aus. Ähnlich dramatische Hochwasserlagen haben sie bisher selten erlebt, „eigentlich nur 2002 an der Ode
7:59 Uhr – Die Stadtwerke Passau besprechen um 8.30 Uhr die aktuelle Lage. Ab einem Pegelstand von 11,50 Meter an der Donau können die Trinkwasserbrunnen überhaupt erst von Mitarbeitern inspiziert werden. Sofern kein Donauwasser eingedrungen ist, kann sukzessive die Strom- und Trinkwasserversorgung in Passau wieder aufgebaut werden. Laut Aussage von Geschäftsführer Gottfried Weindler dauert es ab dem Pegelstand 11,50 Meter noch ca. einen halben bis maximal einen ganzen Tag, bis wieder Strom und Wasser verfügbar sind.
7:45 Uhr – Trotz Hochwasser geht das Leben weiter, zum Teil unter schwierigen Bedingungen. Diese Mail erreichte uns: „Hallo PNP,
…Am 04.06. findet das zweite juristische Staatsexamen (Klausuren) in Passau in der Neuburgerstraße (in der großen katholischen Kirche) statt. Wenn man bedenkt, wie WICHTIG das zweite Examen für die Referendare ist, ist das fast unverhältnismäßig, diese Gruppe nicht zu erwähnen und ihnen zumindest viel Erfolg zu wünschen, da sie in einem Katastrophengebiet die fast wichtigste Prüfung ihres Lebens absolvieren müssen…. und dieses ständige TATÜTATA ist nicht sonderlich förderlich. Mit freundlichen Grüßen Yuefang Lan“
Die PNP wünscht den Prüflingen alles Gute!
7:30 Uhr – Die Innenstadt Schärding ist großräumig gesperrt. Zufahrt zu den vorhandenen Parkplätzen nur nach Anweisung durch die Polizei, das Stadtzentrum ist für den gesamten Fahrzeugverkehr gesperrt. Zufahrt nach Schärding nur über Münzkirchen und Rainbach/I. möglich.
7:20 Uhr – Die Autobahn-Abfahrt Passau-Mitte aus Richtung Regensburg ist überlastet. Es staut sich weit zurück.
06:50 Uhr – Bedrohte Gebiete in Niederalteich sollen evakuiert werden
Montag, 3. Juni, 21.00: Die Volontäre der PNP sind eigentlich die gesamte Woche auf Seminar in Niederalteich (Landkreis Deggendorf). Am Montag schreibt Nina Strakeljahn: „Also nachdem immer mehr Blaulicht durch Niederalteich fuhr, Sandsäcke angefahren wurden und wir sowieso schon Zimmer im 2. Stock bekommen hatten, wurden wir dann doch nervös. Als es hieß, wir sollten unsere Autos möglichst an höhere Stellen bringen, was sich als schwierig herausstellte, und dass Evakuierungen vorbereitet würden, haben wir beschlossen, abzureisen. Auch eine andere Gruppe wurde zunehmend unruhiger und die ersten reisten ab.“
Zusammenfassung der Lage am Morgen:

Die Stadt Regensburg hat in der Nacht zum Dienstag Katastrophenalarm ausgerufen. Gefahr für die Bewohner bestehe allerdings nicht, sagte die Sprecherin. „Die Strom- und Trinkwasserversorgung funktioniert nach wie vor. Einigen Straßen droht aber Überschwemmung. Weitere Informationen finden Sie hier.

Beim Jahrhundert-Hochwasser in Passau ist nach Einschätzung des Krisenstabs das Schlimmste überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau sind im Laufe der Nacht deutlich gefallen, sagte ein Sprecher am Dienstag. So habe der Pegelstand der Donau um 4 Uhr mit 12,40 Meter mehr als einen halben Meter unter dem Höchststand gelegen. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf etwas über 10 Meter zurückgehen. Da auch der Wasserstand des Inn um mehr als zwei Meter sinken werde, könne das Hochwasser, das jetzt noch von Regensburg nach Passau fließe, gut kompensiert werden.
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Fischerdorf und weitere Stadtteile müssen evakuiert werden

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Deggendorf

 

Mehrere Ortschaften sind akut vom Hochwasser bedroht. Der Krisenstab hat deshalb am Dienstagmorgen angeordnet, dass folgende Stadtteile sofort evakuiert werden müssen:

− Fischerdorf

− Natternberg-Siedlung

− Mettenufer

− Altholz

− Scheuer

Aktuell gesperrt sind folgende Straßen: Deggendorf ab Friedenseiche bis Natternberg (Kreisverkehr), die Staatsstraße 2125 zwischen Deggendorf und Metten sowie die Kreisstraßen DEG 21 von Mühlham bis zur Abzweigung Haardorf und DEG 4 von der Abzweigung Steinkirchen Richtung Michaelsbuch bis Stephansposching Donaufähre.

Noch ist kein Damm gebrochen. Der Krisenstab versucht, mit der Feuerwehr den Deich zu halten. Die Bundeswehr hat sich bereits zurückgezogen. Anscheinend bringt die Isar viel mehr Hochwasser als ursprünglich angenommen.

Im Landkreis müssen im Lauf des Tages noch weitere Ortschaften geräumt werden. Nach den Prognosen muss davon ausgegangen werden, dass die Donau bis Mittag so hoch sein wird, dass einige Deiche im Landkreis Deggendorf teilweise überspült werden. Deshalb steht fest, dass der Krisenstab ab Dienstagfrüh mehrere Ortschaften evakuieren lässt:

− bis 12 Uhr evakuiert werden müssen: Niederalteich, Gundelau, Thundorf, Kuglstadt, Aicha an der Donau, Altholz und die Anwesen an der Mühlhamer Schleife der linken Donauseite.

− bis 18 Uhr, oder bei einem Dammbruch sofort, geräumt werden müssen: Altenufer, Sammern, Kasten, Endlau, Schnelldorf, Gramling, Herzogau und Lenau.

− bei einem Dammbruch: Haardorf, Mühlau, Rossfelden, Zeinach, Arbing, Langburg und Langkünzing.

„Die Prognosen haben sich bestätigt“, sagte Landrat Christian Bernreiter am späten Montagabend, deshalb dürfe man kein Risiko eingehen. Die betroffenen Bewohner wurden mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, die Nacht im ersten Stock zu verbringen.

Bereits im Laufe des Montags wurde die wenigen Anwesen zählenden Weiler Isarmünd und Grieshaus vorsichtshalber evakuiert.

Der Krisenstab geht davon aus, dass so viele Bürger wie möglich bei Verwandten und Bekannten untergebracht werden können.Wer keine Möglichkeit hat, wird vom Roten Kreuz in Turnhallen im Landkreis eingeteilt.

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