Wegen Hochwasser-Gefahr: Neues Hindernis für Bau der Jenaer Fußballarena

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Jena. Der Bau einer Multifunktionsarena im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld rückt in weite Ferne. Die Obere Wasserbehörde meldet Bedenken gegen das Projekt an: Muss der Jenaer Fußball eine neue Heimstätte suchen?

Hintergrund ist, dass sich das Abbe-Sportfeld direkt neben der Saale und damit in deren Überschwemmungsgebiet befindet. Die entsprechenden Richtlinien will die Behörde nach dem jüngsten Hochwasser strikt auslegen, sodass es problematisch wird, das Baurecht für ein solches Projekt zu erlangen. Die Obere Wasserbehörde ist beim Landesverwaltungsamt angesiedelt, das den Bebauungsplan genehmigen muss.

Neubau in Lobeda ist im Gespräch

Dem Sprecher des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, zufolge, gab es ein Treffen mit der Stadt Jena, um die Situation zu erörtern. Demnach bedarf eine Sanierung im Bestand keines Bebauungsplanes und wäre möglich. Für die Multifunktionsarena ist hingegen ein Bebauungsplan notwendig. „Die Stadt soll uns den Nachweis liefern, dass es im gesamten Stadtgebiet keine alternative Fläche für eine solche Arena gibt“, sagt Alexy.

Diese neue Ausgangsbasis soll nach Informationen unserer Zeitung bereits in die Varianten eingeflossen sein, die der Eigenbetrieb Kommunalen Immobilien Jena am Donnerstag dem Stadtentwicklungsausschuss, dem Sozialausschuss und dem Werkausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung vorlegen will.

Im Gespräch soll unter anderem ein Standort in Lobeda sein, nicht weit entfernt von der Autobahnanschlussstelle. Dort könnte ein reines Fußballstadion mit Tagungsräumen entstehen, während im bisherigen Stadion nur die Leichtathletik verbleibt. Die Kosten sollen aber über 20 Millionen Euro liegen. Ob das Wirtschaftsministerium eine Arena am neuen Standort ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe fördert, ist offen.

Für den Hauptnutzer FC Carl Zeiss Jena ist eine moderne Spielstätte wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Sanierung des Abbe-Sportfeldes im Bestand bringt wenig, weil die Deutsche Fußball-Liga für die 2. Bundesliga mindestens 15.000 Plätze fordert. Aktuell hat das Jenaer Stadion nur 11.000 Plätze. Ob ein dezenter Ausbau mit dem Hochwasserschutz vereinbar ist, hänge von Einzelfall ab, sagt Alexy.

Fakt ist aber, dass ein hochwassergerechter Umbau zum reinen Fußballstadion die Kosten explodieren lässt, so dass auch ein solches Projekt am traditionellen Standort unwahrscheinlich wird.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

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