Archiv für die Kategorie ‘Ticker’

Hochwasser-Liveticker vom Donnerstag 13.Juni

Veröffentlicht: Juni 14, 2013 von fluthelfer in Ticker

Das Elbe-Hochwasser erreicht vielerorts seinen Höhepunkt, doch die Gefahr von Deichbrüchen bleibt hoch. Unermüdlich sind die Helfer im Kampf gegen die Wassermassen im Einsatz. Kritisch ist die Lage weiterhin in Sachsen-Anhalt, wo weite Landstriche überflutet sind. Zum aktuellen Wetterbericht geht es hier.

+++ 21:35 Konzert der Toten Hosen findet statt +++
Die Toten Hosen können ihr Konzert am Veranstaltungsort Ferropolis in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) spielen. Das Konzert werde trotz der angespannten Hochwasserlage wie geplant am Samstag stattfinden, teilten Ferropolis und die Band auf ihren Internetseiten mit. Ein für den 9. Juni geplantes Konzert der Sängerin Helene Fischer musste auf den 22. Juni verschoben werden.

+++ 21:14 Gauck besucht Deggendorf +++
Joachim Gauck reist am Freitag erneut in eine Hochwasserregion. Er wird das besonders schwer vom Hochwasser betroffene Deggendorf in Bayern besuchen. Am Sonntag hatte Gauck die Hochwasser-Städte Halle an der Saale und Meißen in Sachsen besucht.

+++ 20:24 Pegel bei Lüchow sinken langsamer +++
Die Wasserstände im Landkreis Lüchow-Dannenberg sinken langsamer ab. Grund ist, dass die Havel in die Elbe abfließt, teilte der Landkreis mit. Die Menschen von der Stadtinsel Hitzacker können damit nicht so schnell in ihre Häuser zurück, wie zunächst gehofft. Zwischenzeitlich hatte die Samtgemeinde Elbtalaue mitgeteilt, die Evakuierung könne möglicherweise schon am Freitag aufgehoben werden, wenn der Pegelstand weniger als 7,76 Meter betrage. Jetzt hieß es beim Landkreis, dieser Wasserstand werde voraussichtlich erst am Samstagabend erreicht.

+++ 19:23 Schöpfwerk in Aken wird nicht angeschaltet +++
Ein Schöpfwerk in Aken (Sachsen-Anhalt) wird zunächst nicht in Betrieb genommen. Es sei zu gefährlich, heißt es in einer vom MDR über Twitter verbreiteten Pressemitteilung des Krisenstabs der Landesregierung. Stattdessen würden zwei Hochleistungspumpen in Betrieb genommen. Entlastung werde sich auch durch eine Sprengung des bereits gebrochenen Deichs bei Breitenhagen am Freitag erhofft. Der MDR in Sachsen-Anhalt berichtete auf seiner Internetseite weiter, die Entscheidung, das Schöpfwerk nicht anzuschalten, habe zu „tumultartigen Szenen geführt“. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete Innenminister Holger Stahlknecht sei von einem 68-jährigen Akener mit einem Stück Holz beworfen worden. Verletzt worden sei der Minister nicht.

+++ 18:43 DWD meldet Regen und Gewitter +++
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet schauerartigen Regen und teils kräftige Gewitter, die vom Westen her kommen und sich in Richtung Osten ausweiten. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg wurde mit Sorge auf die Ankündigung reagiert, wie NDR.de berichtete. Dort bestand kürzlich noch die Gefahr, dass ein Notdeich abrutscht. „Regen ist natürlich ungünstig“, sagte eine Sprecherin NDR.de. Der Deich sei mit Planen abgedeckt worden.

+++ 18:33 Millionenschäden an Straßen und Schienen +++
Das Hochwasser hat an Straßen und Schienen in Deutschland erhebliche Spuren hinterlassen. „Insgesamt liegt der Schaden in den betroffenen Gebieten wahrscheinlich im hohen dreistelligen Millionenbereich“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nach Besuchen entlang der Elbe in Sachsen-Anhalt. „Belastbare Summen können wir erst nennen, wenn das Wasser abgeflossen ist.“

+++ 18:20 Sportler engagieren sich für Flutopfer +++
Weitere Sportler wollen sich für die Opfer der Hochwasserkatastrophe einsetzen: Das Team des Deutschen Schwimm-Verbandes kündigte während ihrer Mare-Nostrum-Tour im Süden Europas an, Spenden in den eigenen Reihen zu sammeln. Der Deutsche Schützenbund will unterdessen den Hilfsfonds des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für hochwassergeschädigte Sportvereine mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro unterstützen.

+++ 17:27 Neuverschuldung wegen Fluthilfe +++
Die Neuverschuldung des Bundes wird sich durch den Fluthilfefonds erhöhen. Dies könne jedoch auch mit der ab 2015 geltenden Schuldenbremse in Einklang gebracht werden, da Naturkatastrophen eine Ausnahme darstellten, sagte Merkel. Möglicherweise werde es einen Nachtragshaushalt für 2013 geben. Sie wolle dem Parlament aber nicht vorgreifen. Eine Steuer- oder Abgabenerhöhung schloss sie aus.

+++ 17:18 Hilfsfonds basiert auf Schadensschätzung +++
Das Volumen des Hilfsfonds orientiert sich an einer Schadensschätzung. Die tatsächliche Höhe der vom Hochwasser angerichteten Schäden stehe aber noch nicht fest, erläutert Merkel. Wenn die Summe bekannt sei, werde man sich dem auch stellen. Sie meine aber, dass die acht Milliarden Euro eine realistische Schätzung sein könnten. Bei der Flut 2002 waren mehr als 7 Milliarden Euro bereit gestellt worden. Davon wurden etwa 6,5 Milliarden Euro abgerufen.

 +++ 17:08 Merkel lobt Solidarität +++
Merkel dankt erneut den Helfern und lobt die gute Zusammenarbeit auf allen staatlichen Ebenen bei der Bekämpfung der Flut. „Die bundesweite Solidarität war beachtlich“, sagt die Kanzerlin und betont: Der Einsatz der Bundeswehr bei dem Hochwasser in diesem Jahr sei der größte im Inneren gewesen, den es je gegeben habe.

+++ 17:03 Hilfsfonds soll bis zum 5. Juli stehen +++
Der Hilfsfonds soll hälftig von Bund und Ländern getragen werden, sagte Merkel. Die Rahmenbedingungen werden bis zur letzten Bundesratsitzung vor der Sommerpause am 5. Juli geschaffen.

+++ 16:57 Merkel bestätigt Höhe des Fluthilfefonds +++
Nun auch aus dem Mund der Kanzlerin: Der Hilfsfonds für die Hochwasseropfer soll bis zu acht Milliarden Euro betragen.

+++ 16:53 Pressekonferenz mit Merkel beginnt +++
Mit etwa 20 Minuten Verspätung hat die Pressekonferenz zur Hochwasserkatastrophe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten von Thüringen und Schleswig-Holstein begonnen.

+++  16:47 15 Prozent der Deutschen haben gespendet +++
15 Prozent der Deutschen haben laut einer Umfrage für die Opfer der aktuellen Flutkatastrophe gespendet. Das berichtete das Meinungsforschungsinstitut YouGov in Köln. 40 Prozent der Bundesbürger sind demnach bereit, einen Beitrag zu den Spendenaktionen zu leisten. 27 Prozent wollten nicht spenden, 18 Prozent waren sich noch nicht sicher.

+++ 16:25 Elbe-Pegel in Niedersachsen sinken +++
Die Pegel der Elbe in Niedersachen sinken laut dem NDR. Eine Entwarnung gebe es aber noch nicht, schreibt der Sender auf Twitter.

+++ 16:20 Schulen in Magdeburg öffnen ab Freitag +++
In den meisten Schulen in Magdeburg kann ab Freitag wieder unterrichtet werden. Die Gebäude, in denen Einsatzkräfte untergebracht oder die als Ausweichquartiere genutzt worden seien, würden langsam wieder frei, teilte die Stadtverwaltung mit. Wann genau der Unterricht wieder beginne, entschiede aber der jeweiligen Schulleiter.

+++ 16:10 Klietz und Hohengöhren wohl wasserfrei +++
Trotz des Wassereinbruchs in Schönhausen zwei positive Nachrichten aus dem Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt: Ein großer Teil von Klietz ist frei von Wasser, wie der MDR auf Twitter unter Berufung auf seinen Verkehrsflieger meldet. In Hohengöhren sei sogar gar kein Wasser. Bis nach Wulkau sei das Wasser noch nicht gekommen, hieß es weiter. Schönfeld sei nur im Norden betroffen.

+++ 15:16 Wassereinbruch im Klärwerk Schönhausen +++
Elbwasser dringt in das Klärwerk Schönhausen ein. Der Ort ist vom Deichbruch in Fischbeck betroffen.

+++ 14:54 Lieberknecht: Fluthilfe-Fonds bei acht Mio Euro +++
Der von Bund und Ländern getragene Fluthilfe-Fonds wird ein Volumen von etwa acht Milliarden Euro haben. Das teilt Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Berlin nach einem Treffen der Ministerpräsidenten mit.

+++ 13:38 Gera schätzt Schäden auf 30 Mio Euro +++
In einer ersten Bilanz schätzt die Gera die Hochwasserschäden auf 30 Millionen Euro. Die Fluten der Weißen Elster beschädigten in Thüringens drittgrößter Stadt etliche kommunale Gebäude und Einrichtungen.

+++ 13:26 Landkreis Lüneburg warnt vor Bakterien und Viren +++
Der Landkreis Lüneburg warnt vor Bakterien und Viren im Hochwasser. Es bestehe beispielsweise die Gefahr, sich mit Hepatitis A anzustecken. Behörden raten deshalb zur Vorsicht.

+++ 12:24 Bundeswehreinsatz kostet 50 Millionen +++
Bundesverteidigungsminister de Maizière spricht vom größten Katastropheneinsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Rund 12.000 Soldaten leisten Unterstützung bei  der Sicherung der Deiche. Der Einsatz koste mehr als 50 Millionen Euro. Die Summe werde den Kommunen nicht in Rechnung gestellt.+++ 11:43 Wasser fließt bei Groß Rosenburg in Saale zurück +++
Am Deichbruch bei Groß Rosenburg fließt Wasser in die Saale zurück. Der Deich ist dort auf 140 Meter gebrochen. Der Landrat erwägt noch immer eine Deichsprengung, um mehr Wasser ablaufen zu lassen. Allerdings kommt es dazu frühestens morgen.

+++ 11:24 Verteidigungsminister de Maizière im niedersächsischen Hochwassergebiet +++
Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) trifft zu einem Besuch im Hochwassergebiet an der Elbe in Niedersachsen ein. Er will sich dort ein Bild von der Lage machen und mit Soldaten sprechen, die seit Tagen im Kampf gegen die Elbefluten helfen. Der Minister flog mit dem Hubschrauber nach Penkefitz im Kreis Lüchow-Dannenberg.

+++ 11:11 Polizei fasst Plünderer +++
In Groß Rosenburg nimmt die Polizei zwei mutmaßliche Plünderer fest. Die Männer wollten offenbar in einen Supermarkt eindringen. Der Ort ist seit fünf Tagen evakuiert.

+++ 11:03 Sachsen und Thüringen lehnen Flut-Soli ab +++
Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) lehnt eine Erhöhung des Solidaritätszuschlags zur Bewältigung der Flutschäden ab. „Wir müssen die Bürger nicht zusätzlich belasten“, sagt Lieberknecht im ZDF. Viele Menschen spendeten ohnehin. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) erteilt einem „Flutsoli“ eine Absage.

+++ 10:24 Künast: Bundesregierung muss Hochwasserschutz in die Hand nehmen +++
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, fordert im Gespräch mit n-tv von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie jetzt den Hochwasserschutz in Deutschland in die Hände nimmt. „Wie viele Deiche gebrochen sind – unkontrolliert fließt Wasser in Dörfer: Das zeigt uns doch, dass viel, viel zu wenig Hochwasserschutz gemacht wurde, auch in Sachsen-Anhalt, in Sachsen.“

+++ 10:10 Umweltbundesamt warnt vor Schimmel und Bakterien nach Hochwasser +++
Die hohe Luftfeuchtigkeit der vom Hochwasser gefluteten Räume bietet ideale Bedingungen für Schimmel und Bakterien, die gesundheitsschädlich sein oder Baumaterialien zerstören können. Darauf weist das Umweltbundesamt hin. Wenn das Wasser abgelaufen ist, bleiben oft Chemikalien, Fäkalien oder Heizölreste zurück. So schnell wie möglich sollte sachkundig mit dem Trocknen begonnen werden, damit sich Schimmel, Stäube und Fasern nicht im ganzen Haus ausbreiten können.

+++ 09:35 Evakuierungen von Grünewalde, Elbenau und Ranies aufgehoben +++
Der Salzlandkreis hebt die Sperrgebietsverfügung für weitere Orte auf. Einwohner können nach Grünewalde, Elbenau und Ranies zurückkehren.

+++ 08:52 Straße bei Kamern muss Wasser weichen +++
Die Bundeswehr schafft eine etwa 100 Meter breite Öffnung in der Landstraße nördlich von Kamern. Damit soll ein Durchgang für das Elbewasser in die Havelpolder geschaffen werden.

+++ 08:27 Rückkehr nach Hitzacker vielleicht am Samstag +++
Eventuell dürfen die Einwohner von Hitzacker bereits am Sonnabend in die evakuierte Altstadt zurückkehren. Auch sonst entspannt sich die Lage zusehends. Die Pegelstände sinken seit Stunden. Von Entwarnung ist allerdings immer noch keine Rede. Denn das stehende Wasser lässt die Deiche mehr und mehr durchweichen

+++ 07:25 Flut bei Fischbeck weitet sich aus +++
Seit Mittwoch wurden 6.460 Menschen in dem Gebiet bei Fischbeck in Sicherheit gebracht. Dennoch verharren weiterhin einige Menschen in ihren Häusern, weil sie ihre Tiere nicht im Stich lassen wollen. Diese Menschen sollen heute von Booten und Hubschraubern aus mit Lebensmittel versorgt werden. Die Gegend wird seit einem Deichbruch am Montag nach und nach überflutet. In ganz Sachsen-Anhalt stehen nach einer Schätzung des Bauernverbandes bereits 1100 Quadratkilometer Agrarfläche unter Wasser.

+++ 07:05 Zugausfälle und Verspätungen +++
Wegen des Hochwassers müssen sich Bahn-Reisende weiter auf Zugausfälle und erhebliche Verspätungen einstellen. Die ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover ist nach wie vor nicht befahrbar. In Richtung Berlin entfallen die Stopps in Wolfsburg, Stendal und Berlin-Spandau. In Richtung Hannover die in Stendal und Wolfsburg. Reisende müssen laut Bahn mit einer bis zu 70 Minuten längeren Fahrtzeit rechnen.

+++ 06:50 Warnung vor Fäkalien im Wasser +++
Landkreis Lüneburg warnt vor möglicher Verunreinigung des Elbe-Hochwassers mit Fäkalien und einer Keimbelastung. Aus Klärgruben und anderen belasteten Bereichen seien Bakterien und Viren in das Hochwasser gespült worden. Für die gesamte Region wird empfohlen, Lebensmittel aus Gärten und überfluteten Gebäuden nur nach gründlicher Reinigung zu verzehren

+++ 06:20 Gestern Merkel, heute de Maizière +++
An der Elbe in Dannenberg wird heute der Bundesverteidigungsminister erwartet. Zahlreiche Soldaten der Bundeswehr helfen im Einsatz gegen das Hochwasser.

+++ 05:05 Vorsichtiges Aufatmen in Lauenburg +++
Der Pegelstand der Elbe bleibt nahezu unverändert. Während in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vielerorts noch immer Deichbrüche drohten, bestünde diese Gefahr im schleswig-holsteinischen Lauenburg nicht, teilt der Krisenstab mit.

+++ 03:00 Baum gefährdet Hochwasserschutzwand in Wussegel +++
In Wussegel im Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) sind Einsatzkräfte damit beschäftigt, einen großen Baum zu fällen. Es soll verhindert werden, dass er auf eine sporadische Hochwasserschutzwand fällt und diese zerstört.

+++ 02:10 Lieberknecht fordert nationales Hochwasserschutzkonzept +++
Nach Ansicht der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht muss der Hochwasserschutz in Deutschland künftig auf Bundesebene gesteuert werden. „Wir brauchen ein nationales Hochwasserschutzkonzept“, sagt die CDU-Politikerin. Auch die regionale Zusammenarbeit müsse überprüft werden. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff plädiert für eine Anhebung des Solidarzuschlags zur Beseitigung der Hochwasserschäden.

Quelle: n-tv.de

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Hochwasser-Liveticker vom Mittwoch 12. Juni

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Ticker

Der Norden Deutschlands kämpft weiter gegen das Elbe-Hochwasser an. Vor allem die Gemeinden Lauenburg und Hitzacker sind betroffen. In Sachsen-Anhalt müssen erneut Menschen in Sicherheit gebracht werden. Brandenburg scheint hingegen glimpflich davonzukommen.

+++ 23:50 Milliarden-Hilfspaket im Gespräch +++
Bund und Länder wollen sich am Donnerstag auf Hilfen für die Opfer der Hochwasserkatastrophe verständigen. Im Gespräch ist ein Hilfspaket von bis zu 8 Mrd. Euro, das je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert werden soll. Damit würde die Unterstützung weitaus höher ausfallen als 2002. Damals wurden etwa 6,5 Mrd. Euro abgerufen.

+++ 22:22 Soforthilfe in Magdeburg ausgezahlt +++
In Magdeburg wurden bereits 53.000 Euro Soforthilfe für Flutopfer ausgezahlt. Es seien weit über 100 Anträge gestellt oder entgegengenommen worden, teilte die Stadtverwaltung mit.

+++ 21:33 Erfolg für Helfer bei Kamern +++
Bei Kamern in Sachsen-Anhalt sind die Helfer offenbar einen Schritt weiter gekommen: Ein Straßendurchbruch auf der Landstraße 18 sei erfolgreich gewesen, meldet der MDR auf Twitter. Das Hochwasser solle so in die Havelpolder abfließen können.

+++ 20:30 Hertha BSC kickt für Spenden +++
Das Testspiel zwischen dem  Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und dem Drittliga-Aufsteiger RB  Leipzig wird zur Hilfsaktion für die Hochwasser-Opfer. Die Ost-Klubs  treffen am Donnerstag um 15.00 Uhr im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion  aufeinander. Die Einnahmen des Spiels werden gespendet. Dies gaben die Leipziger am Mittwoch bekannt.

+++ 20:11 Deichabrutsch bei Niegripp droht +++
Der Deich am Niegripper Verbindungskanal droht offenbar abzurutschen. Das berichtet der MDR Sachsen-Anhalt auf Twitter. Der Katastrophenstab Haldensleben habe vorsorglich einen Hubschrauber angefordert.

+++ 19:58 De Maizière besucht Dannenberg +++
Verteidigungsminister Thomas de Maizière reist am Donnerstagvormittag nach Niedersachsen. Er will sich über die Hochwasserlage informieren, wie das dortige Landeskommando der Bundeswehr mitteilte. Zudem werde er Soldaten besuchen, die in Dannenberg den Deich schützen.

+++ 19:35 Xavier Naidoo singt für Flutopfer +++
Popsänger Xavier Naidoo hat im niederbayerischen Straubing spontan ein Konzert zugunsten der Flutopfer gegeben. Der Auftritt sollte bis zum Abend dauern – am Nachmittag waren nach ersten Schätzungen etwa 2000 Menschen gekommen. Eintritt wurde nicht verlangt, die Besucher konnten aber freiwillig spenden. Die Initiative ging von dem Popstar selbst aus. Naidoo war mit seinen Musikern in einem Truck samt Equipment ins vom Hochwasser betroffene Straubing gekommen.

+++ 19:20 Luftverkehr wird eingeschränkt +++
Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten hat das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr eingeschränkt. Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder solche im öffentlichen Interesse wie beispielsweise für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin von Minister Peter Ramsauer. Die Beschränkungen im Luftverkehrstourismus gelten seit Dienstag und sind vorerst bis Freitag, 24.00 Uhr, geplant.

+++ 18:57 Hilfsfonds wird größer als der 2002 +++
Der geplante Hochwasser-Hilfsfonds von Bund und Ländern wird voraussichtlich größer ausfallen als der Aufbaufonds nach der Flutkatastrophe von 2002. In Koalitionskreisen war am Mittwoch in Berlin von bis zu acht Milliarden Euro die Rede, die sich Bund und Länder jeweils zur Hälfte teilen sollen. 2002 hatten Bund und Länder einen Fonds von mehr als 7 Milliarden Euro für die Opfer des damals als „Jahrhundertflut“ eingestuften Hochwassers bereit gestellt. Davon wurden etwa 6,5 Milliarden Euro abgerufen.

+++ 18:21 Einige Magdeburger dürfen nach Hause +++
In Magdeburg stabilisiert sich die Lage langsam. Die Bewohner mehrerer Stadtteile östlich der Elbe können demnach in Ihre Häuser zurückkehren, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Allerdings gilt die Alarmstufe vier weiter. Sie wird voraussichtlich erst am Wochenende unterschritten. Auch die Bewohner von Mangelsdorf und Kleinmangelsdorf durften in ihre Wohnungen zurückkehren.

+++ 17:55 Zentralrat der Muslime ruft zur Hilfe auf +++
Der Zentralrat der Muslime hat zu Spenden, Gebeten und tatkräftiger Hilfe für die Flutopfer aufgerufen. „Diesen Freitag werden in vielen Gemeinden Spenden gesammelt“, sagte der Vorsitzende Aiman A. Mazyek. Man könne aber auch bei den Aufräumarbeiten mithelfen oder für die Opfer beten. Hilfe für den Nachbarn sei ein wichtiger Aspekt im Islam. Mazyek berichtete weiter, in Halle sei die untere Etage einer Moschee überschwemmt worden.

+++ 17:35 Ein zweiter Deich für Neu Darchau +++
Der Notdeich in Neu Darchau im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg könnte wegrutschen. Der NDR berichtet auf Twitter, ein zweiter Deich werde hinter dem ersten errichtet.

+++ 17:20 Länder bitten EU um Wiederaufbauhilfe +++
Die neun von der Hochwasserkatastrophe getroffenen Bundesländer wollen in Brüssel um Wiederaufbauhilfe der EU bitten. Dazu ist ein gemeinsames Schreiben der Ministerpräsidenten an Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Vorbereitung. Die Federführung hat Sachsen, beteiligt zudem die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Es sei absehbar, dass der Wiederaufbau finanzielle Mittel in großem Umfang erfordern werde, heißt es in dem Entwurf des Schreibens. „Allein werden die Regionen die Folgen der Hochwasserkatastrophe aber kaum bewältigen können.“ Die EU hatte bereits Finanzhilfen angeboten – wofür sich die neun Ministerpräsidenten in dem Brief an Barroso bedanken wollen.

+++ 17:00 Landwirtschaft beklagt hohe Flutschäden +++
Auf 321 Millionen Euro beziffert Agrarministerin Ilse Aigner die bisherigen Schäden für die Landwirtschaft durch das Hochwasser in Deutschland. Diese Summe ergebe sich aus den Schadensmeldungen der Landwirtschaftsministerien der betroffenen Länder, sagte Aigner der „Saarbrücker Zeitung“ und fügte hinzu: „Aber das ist lediglich eine vorläufige Schätzung, am Ende dürfte die Gesamtsumme noch deutlich höher sein.“ Inzwischen seien mehr als 431.000 Hektar Land von Hochwasser und Starkregen betroffen. Auch in Tschechien richtete die Flut beträchtliche Schäden in der Landwirtschaft an. Nach ersten Erhebungen belaufen sich die Kosten auf 3,3 Milliarden Kronen – umgerechnet etwa 128 Millionen Euro, sagte der Agrarminister des EU-Staats, Petr Bendl, wie die Agentur CTK berichtete.

+++ 16:00 Millionenschäden an Bayerns Straßen +++
Das Hochwasser hat auf Bayerns Straßen einen Schaden von rund 40 Millionen Euro verursacht. „Wir spüren im Moment, wie stark wir auf unser Straßennetz angewiesen sind“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nach einem Besuch in Deggendorf. Auch für den Wiederaufbau der zerstörten Wohngebiete sei es daher enorm wichtig, die Straßen so schnell wie möglich wieder herzustellen. Allein am Autobahnkreuz Deggendorf betrage der Schaden 1,5 Millionen Euro. Dort werde mit Hochdruck und rund um die Uhr gearbeitet. „Ich hoffe sehr, dass wir das Autobahnkreuz bis Freitag wieder freigeben können, und dann ist die gesamte A3 wieder befahrbar“, sagte Herrmann.

+++ 15:45 Zollitsch ruft zu Spenden auf +++
Die Deutsche Bischofskonferenz hat zu Spenden für die Hochwasser-Opfer in Deutschland, Tschechien, Ungarn und der Slowakei aufgerufen. Es gebe im großen Umfang praktische Hilfe, auch viele Hilfszusagen finanzieller Art sowie Sachspenden, hieß es in einer Erklärung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Er appelliere an die Großzügigkeit der Deutschen. Die Spenden würden rasch auf alle betroffenen Gebiete verteilt. Zu Spenden rief auch der deutsche Tierschutzbund auf. Tierheime seien überschwemmt. Zudem hätten Tiere von Menschen, die ihre Häuser und Wohnungen hätten verlassen müssen, kurzfristig aufgenommen und versorgt werden müssen.

+++ 15:35 Merkel: Bundeswehr stellt keine Rechnung +++
Auf die vom Hochwasser betroffenen Gemeinden kommen keine zusätzlichen Kosten durch den Einsatz der Bundeswehr, der Bundespolizei und des Technischen Hilfswerks (THW) zu. Sie würden keine Rechnungen stellen, versicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in der niedersächsischen Stadt Hitzacker. Merkel sagte weiter, neben den Soforthilfen werde ein Fonds für Langfristschäden aufgelegt.

+++ 15:30 Landrat fordert mehr Hochwasserschutz +++
Der Landrat von Lüchow-Dannenberg, Jürgen Schulz, hat weitere Schutzmaßnahmen gegen Hochwasserschäden gefordert. Die aktuelle Lage zeige, dass die derzeitigen Programme nicht ausreichten, sagte er beim Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der niedersächsischen Stadt Hitzacker.

+++ 15:23 Merkel dankt Helfern in Hitzacker +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil haben sich bei den Helfern in Hitzacker für ihren Einsatz gegen die Flut bedankt. Allein die Deichläufer gingen zwölf Stunden am Tag die Deiche ab, sagte Weil. „Das ist wirklich ein großartiges Engagement.“ Die Menschen in Hitzacker hielten zusammen, fügte Merkel hinzu. „Das macht Mut, dass wir auch die anderen Probleme bewältigen werden“, sagte sie.

+++ 15:05 Bund will Betriebe entlasten +++
Der Bund will von Hochwasser betroffene Betriebe durch die zeitlich befristete Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen entlasten. Das Angebot gelte für Unternehmen, die unmittelbar von der Flut betroffen seien und aufgrund dessen Kurzarbeit angemeldet hätten, teilte das Bundesarbeitsministerium mit.

+++ 14:55 Hilfen für Unternehmen im Nordosten +++
Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe verspricht Unterstützung für Unternehmen, die vom Hochwasser betroffen sind. Geplant sei ein Soforthilfeprogramm. Die Verhandlungen mit dem Bund liefen, parallel werde die Umsetzung der Hilfe im Land vorbereitet, teilte sein Ministerium mit. Die Höhe der geplanten Hilfen wurde zunächst nicht genannt.

+++ 14:40 Merkel besucht Hitzacker +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht die von der Flut betroffene Stadt Hitzacker in Niedersachsen. Dort informiert sie sich über die aktuelle Lage und Hilfsmaßnahmen.

+++ 14:07 Hochwasser zerstört Steuerakten +++
Das Hochwasser in Gera trifft auch Thüringens größtes Finanzamt. Dort sind etliche Akten zerstört worden. Betroffen seien rund 100 laufende Meter, erklärt der Sprecher des Finanzministeriums, Alexander Flachs. Schuld sei Wasser, das aus der Kanalisation in den Keller des Gebäudes gedrückt wurde. Doch seien die Unterlagen nicht gänzlich verloren, weil sie auch als Kopie oder in elektronischer Form vorlägen.

+++ 13:51 Elbebrücke bei Schönhausen bleibt gesperrt +++
Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers bei Schönhausen in Sachsen- Anhalt wird weiterhin den Fernbahnverkehr behindern. Es sei nicht abzusehen, wann die Brücke wieder freigegeben werden kann, da auch mit Schäden an dem Bauwerk zu rechnen sei, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

+++ 13:43 Halle zahlt Soforthilfe aus +++
Die Stadt Halle (Saale) beginnt mit der Auszahlung der Soforthilfe für Hochwassergeschädigte. Beim Bürgerservice des Ratshofes sind bis zu elf Schalter geöffnet. Die Beratung wird täglich, auch am Wochenende, zunächst bis zum Freitag, dem 21. Juni 2013, von 8 bis 20 Uhr angeboten. Mitzubringen ist lediglich der Personalausweis.

+++ 13:37 Kanzlerin Merkel dankt Helfern in Lauenburg +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich in Lauenburg ein Bild von der angespannten Hochwasserlage. Bei ihrem etwa zehnminütigen Besuch dankt sie den Helfern von Feuerwehr und THW für ihren Einsatz.

+++ 13:28 Kanzlerin Merkel in Lauenburg +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft im Hochwasser-Gebiet in Lauenburg ein. Zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) informiert sie sich über die Lage in der Kleinstadt an der Elbe und die Arbeit der Einsatzkräfte. Zuvor hatte Merkel bereits Katastrophengebiete in Bayern, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg besucht.

+++ 12:57 Letzter Katastrophenalarm in Sachsen aufgehoben +++
Der Landkreis Nordsachsen hebt als letzter im Freistaat den Katastrophenalarm wegen Hochwassers auf. Bis auf das nördlich von Torgau liegende Gehöft Roter Ochse sind damit alle Evakuierungsmaßnahmen aufgehoben, teilt das Landratsamt mit. Es wird allerdings vor dem Betreten der Deiche und Hochwasserschutzanlagen gewarnt, da diese nach wie vor aufgeweicht sind.

+++ 12:43 Autobahnkreuz Deggendorf ab Freitag befahrbar +++
Die notwendigsten Maßnahmen zur Ertüchtigung der A3 am Autobahnkreuz Deggendorf werden 1,5 bis 2 Millionen Euro kosten. Noch immer wird mit einer Verkehrsfreigabe am Freitag gerechnet. Innenminister Joachim Herrmann besucht heute das bayrische Katastrophengebiet.

+++ 12:18 Deich bei Fischbeck nicht zu schließen +++
Der Deich bei Fischbeck im Landkreis Stendal kann laut Landrat Carsten Wulfänger nicht mehr geschlossen werden. Fischbeck ist inzwischen zu 80 Prozent überflutet.

+++ 11:55 Unwettergefahr in Hochwassergebieten +++
Von Donnerstag auf Freitag zieht eine Kaltfront über Deutschland hinweg. Dadurch kommt es örtlich zu unwetterartigen Regenfällen, Gewitter, Hagel und starken Sturmböen. Für die sowieso bereits instabilen Deiche in den Hochwassergebieten könnte das Wetter erneut zur Bewährungsprobe werden.

+++ 11:29 Neue Hochwasserwelle in Deggendorf geringer als erwartet +++
Die Voraussage des Pegelhöchststands für Deggendorf wird von 6,60 auf 6,10 Meter nach unten korrigiert. Der Krisenstab arbeitet derzeit an einem Konzept, wie das Wasser in den überschwemmten Gebieten von Fischerdorf und Natternberg so schnell wie möglich abgeleitet oder abgepumpt werden kann, sobald der Donaupegel wieder ausreichend weit gefallen ist.

+++ 11:16 Sickerstellen am Altengammer Hauptdeich +++
Am Altengammer Hauptdeich sickert an mehreren Stellen Wasser durch. Der Hamburger Katastrophenschutzdienst kann die betroffenen Stellen mit insgesamt 40 Paletten Sandsäcken abdichten, berichtet der NDR. Deichwarte überwachen die Lage.

+++ 11:03 Sorge um Häuser in Lauenburgs Altstadt +++
Die ständige Strömung in der Lauenburger Altstadt bereitet dem Krisenstab des Kreises Herzogtum Lauenburg  große Sorgen. Da die Elbe mit bis zu 20 Stundenkilometern die jahrhundertealten Häuser umspült, drohen Sedimente aus den Fundamenten herausgespült zu werden. Das könnte die Standhaftigkeit der Gebäude nachhaltig beeinträchtigen. Würde ein Gebäude wegbrechen, ist ein Domino-Effekt zu befürchten.

+++ 10:32 Tonnenweise Treibgut auf der Elbe +++
Noch immer bedrohen schwimmende Bäume und Äste die Deiche. Rund 50 Tonnen Treibgut haben die Einsatzkräfte in den letzten drei Tagen schon aus der Elbe gefischt. Das sind etwa 80 Raummeter.

+++ 10:05 Eisenbahnbrücke bei Magdeburg wieder frei +++
Die Eisenbahnbrücke über die Elbe bei Magdeburg ist nach dem Hochwasser freigegeben. Damit können laut Bahn zwischen Magdeburg und Biederitz wieder Züge verkehren. Das sind die Verbindungen, die zwischen der Landeshauptstadt und der Strecke Burg – Genthin – Berlin sowie Dessau – Leipzig fahren.

+++ 09:49 Telekom kann Dienste nicht überall aufrecht erhalten +++
Wegen des Hochwassers kommt es bei Telekom-Anschlüssen in einigen Landkreisen in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Störungen. Die meisten zentralen Einheiten des Festnetzes konnten vor dem Hochwasser geschützt werden. Mobilfunk steht überall zur Verfügung. Sobald ein Gebiet vom Hochwasser befreit ist, beginnen Telekom-Mitarbeiter Technik und Hausanschlüsse wieder herzustellen.

+++ 09:34 Stagnierender Pegel bei Lauenburg +++
In Lauenburg stagniert der Pegel seit der Nacht bei 9,63 Metern. „Das müsste der Scheitelpunkt sein“, sagte ein Feuerwehr-Sprecher.

+++ 09:00 Hotline für Flutopfer +++
Das Bundesverbraucherministerium schaltet eine zentrale Hotline für Hochwasser-Opfer. Die gebührenfreie Hotline ist seit 9 Uhr unter der bundesweit gültigen Telefonnummer 0800/100 3711 montags bis freitags von 9 Uhr bis 16 Uhr geschaltet. Betroffene erhalten Informationen und Unterstützung von Experten der Verbraucherzentralen vor allem zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen.

+++ 08:52 Anzeigen gegen Spendenbetrüger +++
Im Landkreis Nordwestmecklenburg werden fünf Spendenbetrüger von der Polizei festgenommen. Die Männer aus Rumänien wollten angeblich Geld für Flutopfer sammeln. Allerdings konnten sie keinen Spendenausweis vorlegen – ein Anwohner wurde misstrauisch und rief die Polizei. Die Männer im Alter zwischen 18 und 38 Jahren hatten bereits rund 270 Euro eingesammelt und mussten das Geld zurückgeben. Außerdem wurden sie wegen Betruges angezeigt.

+++ 08:36 Klietz, Kamern und Wust werden evakuiert +++
Der Krisenstab der Landesregierung Sachsen-Anhalt ordnet die Evakuierung der verbliebenen Einwohner von Klietz, Kamern und Wust an. Die Aktion wird von der DLRG durchgeführt.

+++ 08:27 Rösler für Nachtragshaushalt +++
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler plädiert im Bayerischen Rundfunk für einen Nachtragshaushalt des Bundes zur Finanzierung der Hochwasserschäden. Steuererhöhungen wegen der hohen Flutschäden hält er dagegen nicht für nötig. Der Minister und FDP-Chef geht davon aus, dass am Donnerstag beim Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder im Kanzleramt über die Verteilung der Lasten für einen Hochwasser-Hilfsfonds gesprochen wird. Er ist für eine Aufteilung auf Bund und Länder je zur Hälfte.

+++ 08:14 Sandsäcke ausverkauft +++
Einer der größten Hersteller von Sandsäcken, die Seidel GmbH in Braunschweig, meldet leere Lagerhallen. Privatpersonen können nicht mehr beliefert werden, für Feuerwehren und Behörden gibt es keine verbindlichen Liefertermine mehr. Die Firma hat bereits vier Millionen Sandsäcke in die Hochwassergebiete geliefert.

+++ 08:00 Klietzer See läuft über +++
Durch das nach dem Deichbruch bei Fischbeck einlaufende Hochwasser tritt in dem etwa 20 Kilometer entfernten Ort Klietz der Klietzer See über die Ufer. Die Einwohner von Klietz werden evakuiert.

+++ 07:29 Pegel in Dömitz sinkt leicht +++
Das Elbehochwasser beginnt in Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern leicht zu sinken. Um sechs Uhr wurden 7,17 Meter gemessen, 3 Zentimeter weniger als am Vorabend. Im weiter stromabwärts gelegenen Boizenburg stieg die Flut hingegen in der Nacht weiter von 7,30 auf 7,32 Meter. Normal sind in beiden Städten um die zwei Meter.

+++ 07:05 40.000 Menschen in Sachsen-Anhalt evakuiert +++
Wegen des Hochwassers mussten in Sachsen-Anhalt bisher rund 40.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Das gibt der Krisenstab der Landesregierung bekannt.

+++ 06:49 Weiter Verspätungen auf ICE-Strecken +++
Die Sperrung einer Elbbrücke bei Schönhausen in Sachsen-Anhalt wird weiterhin Verspätungen im Fernbahnverkehr verursachen. Freigegeben wurde dagegen die bisher gesperrte Elbbrücke in Biederitz bei Magdeburg. Über sie sollen nun die ICE-Züge der Strecke Köln-Berlin fahren. Es komme aber zu Verspätungen; auch auf der Strecke Berlin-Frankfurt am Main sei weiter mit Verzögerungen zu rechnen. Auch im Regionalbahnverkehr gibt es in der Region zahlreiche Einschränkungen.

+++ 06:30 Merkel kommt nach Lauenburg und Hitzacker +++
Im von den Fluten bedrohten Ort Lauenburg sowie in Hitzacker in Niedersachsen will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Laufe des Tages über die Lage informieren.

+++ 04:03 Mann in Aken durch Stromschlag getötet +++
In der teilweise überfluteten Stadt Aken wird ein Mann durch einen Stromschlag getötet. Der 61-Jährige wollte seinen Keller auspumpen, der vollgelaufen war.

+++ 03:17 Wust wird evakuiert +++
Nach dem Bruch des Elbedeiches bei Fischbeck erreicht das Wasser die Ortschaft Wust. 150 Menschen müssen evakuiert werden.

+++ 02:09 Tausende Vogelbruten vernichtet +++
In der Saale-Elster-Aue zwischen Merseburg und Halle vernichtet die Flut tausende Vogelbruten. Betroffen sind davon auch seltene Arten, wie der Wachtelkönig. Ornithologen zufolge braucht der Bestand zwei bis drei Jahre, um sich davon zu erholen.

Quelle: n-tv.de

Hochwasser bremst die Bahn weiter aus

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Ticker

Trotz verbesserter Lage im Norden, ist die Gefahr von Deichbrüchen nicht gebannt. Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt sind rund 11.300 Menschen von der Evakuierungen betroffen. Alle Entwicklungen vom Dienstag lesen Sie in unserem Nachrichten-Überblick.

Die Lage in den Ost- und Norddeutschen Hochwassergebieten ist weiter angespannt, auch wenn die Pegel stagnieren. Weiterhin gibt es Einschränkungen im Bahn-Verkehr. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen.

Die Geschehnisse des Tages können Sie in unserem Nachrichten-Überblick nachlesen

20.29 Uhr: Das Hochwasser bremst die Bahn weiter aus, deshalb wird es im Zugverkehr auch am Mittwoch erhebliche Behinderungen geben. Aufatmen können vorerst nur die Fahrgäste der ICE-Linie 11 (Berlin-Frankfurt/Main – München).

Diese wurde bis Dienstag ab Göttingen nach Hannover umgeleitet und endete oder begann dort. Jetzt fährt sie wieder durchgehend, da die Elbbrücke bei Lutherstadt/Wittenberg durch das Hochwasser nicht mehr beeinträchtigt ist. „Nur auf einigen Teilstrecken müssen wir noch langsam fahren“, sagte ein Bahnsprecher.
Die ICE-Linie 10 (Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln) wird hingegen weiter zwischen Berlin und Hannover über Wittenberge-Stendal- Wolfsburg umgeleitet. Auch auf der ICE-Linie 12 (Berlin-Frankfurt/Main-Basel) hat sich noch nichts zum Positiven verändert. Die Umleitung ab Fulda über Erfurt und Halle bleibt vorerst, die Halte in Kassel, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg fallen aus. Und die IC-Linie 77 zwischen Berlin und Amsterdam (über Stendal und Hannover) ist gleichfalls weiter betroffen. Die Verbindungen enden oder beginnen in Hannover.
Dienstagabend setzte die Bahn große Hoffnungen auf die Reparaturarbeiten an der Elbbrücke Magdeburg-Biederitz. Falls man diese in der Nacht abschließen könne, würde das erhebliche Verbesserungen für die ICE-Linien 10 und 12 sowie die IC-Linie 77 bringen, hieß es. Man versuche dies mit Hochdruck zu erreichen. Durch die Hochwasserschäden und Umleitungen auf dem Schienenstrang zwischen Berlin und Hannover kommt es im Fernverkehr von und nach Berlin teils zu Verspätungen von mehreren Stunden. Auskünfte zur aktuellen Betriebslage gibt die Bahn unter www.bahn.de/aktuell und m.bahn.de oder unter der kostenlosen Rufnummer 08000996633.

19.39 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich mit aller Macht durch Ost- und Norddeutschland. Auch wenn Zeichen der Entspannung in Sicht sind, werden die Aufräumarbeiten noch Wochen dauern. Vor allem in Schleswig-Holstein blicken die Menschen gebannt auf die Elbe, bei Lauenburg wurde am Dienstagabend ein Rekordpegelstand von 9,61 Meter gemessen. Die Spitze des Hochwassers hat Sachsen-Anhalt verlassen, trotzdem blieb die Lage in Teilen des Landes dramatisch. Bedrohlich waren die Wassermassen auch nach wie vor in Brandenburg. In einigen Gebieten Bayerns führten Unwetter zu einer neuen Hochwasserwelle auf der Donau. In Sachsen entspannt sich
die Lage weiter.

17.07 Uhr: Während vor allem die Menschen in Sachsen-Anhalt am Dienstag weiter gegen die Elbeflut kämpften, kommen die weiter nördlich gelegenen Regionen offenbar glimpflicher davon. In Brandenburg und Niedersachsen stagnierte der Elbe-Pegel vielerorts oder sank bereits wieder. Wegen des anhaltend hohen Wasserstandes der Elbe und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch nicht gebannt.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck „unter Kontrolle“ zu bringen, wie der Krisenstab der Landesregierung erklärte. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle, so dass weniger Wasser aus der Elbe ausströmte. Allerdings waren durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

16.59 Uhr: Im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt drohten nach dem Bruch eines Saaledamms am Wochenende weitere Überflutungen. Mehrere Ortsteile von Schönebeck wurden zum Sperrgebiet erklärt. Der Deichbruch bei Fischbeck und auch die Flutung von Havelpoldern verbesserte allerdings die Lage für die Elbanrainer im Norden. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Deiche drücken wird, wächst allerdings die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im brandenburgischen Wittenberge stagnierte der Pegel am Dienstag bei 7,75 Meter und blieb damit unter den ursprünglichen Prognosen. Die Lage in der Prignitz werde aber „noch mehrere Tage sehr angespannt bleiben“, erklärte das Krisenzentrum der Landesregierung.

Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern stabilisierte sich die Lage bei Dömitz und Boizenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim, es bestehe aber „nach wie vor eine hochgradige Gefahrensituation“. In Niedersachsen erreichte die Elbe in Schnackenburg und Hitzacker ihren Scheitelpunkt. In Lauenburg in Schleswig-Holstein stieg das Wasser kaum noch. Die rund 300 Anwohner hatten ihre Häuser bereits verlassen.

16.51 Uhr: Die Justizminister aus Bund und Ländern wollen bei ihrer am Mittwoch beginnenden Frühjahrstagung auch über die immensen Schäden durch die jüngste Flutkatastrophe sprechen. Thüringen wolle das Thema beim „Kamingespräch“ am Mittwochabend zur Diskussion stellen, sagte die saarländische Justizministerin Anke Rehlinger (SPD) am Dienstag in Saarbrücken. Der thüringische Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) hatte unlängst eine Versicherungspflicht für Elementarschäden gefordert. „Wir müssen weg von dem System der Opferhilfe nach Kassenlage und abhängig davon, ob gerade Wahlkampf ist.

16.12 Uhr: Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch die vom Elbehochwasser bedrohte Stadt Hitzacker besuchen. Eine Sprecherin der niedersächsischen Staatskanzlei bestätigte dies am Dienstag auf Anfrage der dpa in Hannover. Die Visite sei am Nachmittag geplant. Weitere Stationen im Hochwassergebiet entlang der niedersächsischen Elbe seien zunächst nicht geplant. Am Dienstag hatte das Elbehochwasser in Niedersachsen seinen Höhepunkt weitgehend erreicht. In Hitzacker lag der Pegelstand am Nachmittag bei 8,17 Meter. Sonst werden dort im Durchschnitt 2,67 Meter gemessen.

15.27 Uhr: Welche Auswirkungen das Hochwasser in Deutschland auf die Kartoffelernte und damit auf die Preise haben wird, lässt sich nach Angaben von Experten derzeit noch nicht absehen. Regional werde es mit Sicherheit Einbußen geben, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Obst-, Gemüse- und Kartoffelverarbeitenden Industrie, Hans-Peter Karus, am Dienstag in Bonn. „Die Schäden sind aber im Moment nicht bezifferbar.“ Demnach ist auch nicht klar, wie viel Ernteverlust oder Minderertrag es geben wird. „Das ist alles Spekulation zur Zeit.“ „Es wird gesprochen von 5 bis 15 Prozent weniger Ernte in Bayern“, sagte Karus. Wie sich das auf die Preise auswirken werde, sei schwer zu sagen. Bayern und Niedersachsen seien die Hauptanbaugebiete für Kartoffeln in Deutschland. Wenn weniger Ware zur Verfügung stehen sollte, dann könne es natürlich auch zu Preisanstiegen kommen. „Aber das ist jetzt Spekulation.“ Karus riet, die nächsten 14 Tage noch abzuwarten. Dann werde sich die Situation besser einschätzen lassen.

Flut richtet Schaden von bis zu 12 Milliarden Euro an

15.22 Uhr: Es gibt neue Zahlen zu den geschätzten Kosten: Der volkswirtschaftliche Schaden der Flut dürfte sich auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen, schätzt die Ratingagentur Fitch Das teilte Fitch am Dienstag in Frankfurt mit. Davon müsse die Versicherungsbranche voraussichtlich 2,5 bis 3 Milliarden Euro tragen. Damit käme das Hochwasser die Versicherer teurer zu stehen als die Flut im Jahr 2002. Diese hatte der Branche rund 1,8 Milliarden Euro gekostet.

15.12 Uhr: Das Elbehochwasser in Nord- und Ostdeutschland hat seinen Höhepunkt offenbar weitgehend überschritten. Zwar stieg der Pegel in Lauenburg in Schleswig-Holstein am Dienstag immer noch, vielerorts stagnierte oder sank der Wasserstand aber. Wegen des anhaltend hohen Elbe-Pegels und der immensen Belastung der Deiche war die Gefahr in den betroffenen Regionen aber noch längst nicht gebannt.
Den Einsatzkräften in Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein machen derzeit vor allem die teils aufgeweichten Deiche zu schaffen. Weil das Wasser noch tagelang gegen die Schutzwälle drücken wird, wächst die Gefahr von Lecks, Rissen oder Deichbrüchen.
Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt gelang es den Einsatzkräften am Dienstag, einen Deichbruch bei Fischbeck unter Kontrolle zu bringen. Die Bundeswehr warf von Hubschraubern aus große, mit Sand gefüllte Säcke auf die rund 50 Meter lange Bruchstelle. Durch den Deichbruch in der Nacht zum Montag waren zahlreiche Ortschaften überflutet worden. Insgesamt sind nach Angaben des Landkreises Stendal rund 11.300 Menschen von Evakuierungen betroffen.

15.02 Uhr: Ein Meer von Sandsäcken erstreckt sich unter den Blicken von Michael Geffers. Hier am Flugplatz Stendal-Borstel füllen mehr als 100 Helfer unter seiner Leitung die Plastiksäcke, die durchweichte und abrutschende Deiche im Landkreis stabilisieren sollen. „Hunderttausende“ ist seine Antwort auf die Frage, wie viele Sandsäcke hier schon gefüllt und weiter an die Deiche gebracht wurden.

14.04 Uhr: Der österreichische Versicherungskonzern Vienna Insurance schätzt die Nettokosten durch Hochwasserschäden auf 40 bis 45 Millionen Euro. Dies sei jene Schadenssumme, die die Firma nach Rückversicherung im Eigenbehalt zu stemmen habe, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Das Gesamtausmaß könne derzeit aber noch nicht seriös festgestellt werden, weil es durch Starkregen in den betroffenen Gebieten nach wie vor zu Überflutungen komme.

Beim letzten großen Hochwasser im Jahr 2002 lagen die Kosten für den Konzern bei rund 20 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Schäden liege für die Vienna Insurance derzeit in Österreich und Tschechien. Genauere Angaben zum Ausmaß des Schadens will die Versicherung zur Halbjahresbilanz Ende August machen.

13.36 Uhr: Hochwasser-Opfer können sich über eine Telefonhotline der Verbraucherzentralen ab Mittwoch (12. Juni) beraten lassen. Experten geben Rat zu vertrags- und versicherungsrechtlichen Fragen, wie das Bundesverbraucherschutzministerium, das die Aktion finanziell unterstützt, am Dienstag in Berlin mitteilte.

Die gebührenfreie Telefonnummer 0800 100 3711 gelte bundesweit und sei montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr erreichbar.

Sperrung einer Elbbrücke: ICE-Züge werden umgeleitet oder fallen aus

13.19 Uhr: Das Hochwasser wälzt sich jetzt mit aller Macht durch Schleswig-Holstein und Brandenburg. In schleswig-holsteinischen Lauenburg warteten die Menschen auf den Scheitel der Fluten. Bedrohlich blieben die Wassermassen der Elbe im Norden Brandenburgs, aber „der Wasserstand der Elbe scheint stabil zu sein“, sagte Wolfgang Brandt, Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Seit den frühen Morgenstunden stagnierte der Pegelstand bei 7,75 Metern (Mittelwert: 2,77 Meter). Steigerungen seien aber jederzeit möglich. Vor allem die Flutung der Polder habe die Situation in der Prignitz entschärft.

Erste Entwarnung gab es hingegen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen: Dort erreichte das Hochwasser den Höhepunkt und ging langsam zurück. Die Spitze des Elb-Hochwassers habe auch Sachsen-Anhalt verlassen, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mit. In Teilen Sachsen-Anhalts blieb die Lage nach einem Deichbruch bei Fischbeck gefährlich.

12.51 Uhr: Thüringen arbeitet an einem neuen Hochwasserschutzprogramm. Dafür sollen pro Jahr ab 2015 etwa zehn Millionen Euro mehr als bisher ausgegeben werden. „Wir müssen neu bauen, manche Schutzanlagen auch aufstocken und mehr Überflutungsflächen schaffen“, sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wir brauchen mehr Polder, wo Hochwasser kontrolliert auf Wiesen und Felder fließen kann, bevor es Ortschaften und Städte flutet.“ Zu den zusätzlichen zehn Millionen Euro, die Reinholz pro Jahr für den Hochwasserschutz fordert, kämen nach Schätzungen jährlich noch etwa zwei Millionen Euro hinzu, um die beim Hochwasser zerstörten Deiche zu reparieren. Derzeit stehen im Landesetat 13 Millionen Euro pro Jahr für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Das neue Hochwasserschutzprogramm soll bis 2021 gelten.

Ende des Jahres sollen nach Angaben des Ministers für die Regionen an den Flussläufen neue, aktualisierte Karten zur Verfügung stehen, die die Gefahren- und Risikogebiete zeigen. „Wir machen sie dann im Internet für jeden verfügbar“, kündigte Reinholz an.

12.34 Uhr: Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland wird die Versicherungsbranche nach Einschätzung von Experten mehrere Milliarden Euro kosten. Die Rating-Agentur Fitch teilte am Dienstag mit, auf die Assekuranzen kämen Kosten von 2,5 bis drei Milliarden Euro zu. Damit würden die Überschwemmungen in Bayern und im Osten Deutschlands für die Unternehmen noch kostspieliger als die Flut 2002 an Elbe und Oder. Das Hochwasser hatte die Branche damals 1,8 Milliarden Euro gekostet. Der gesamte wirtschaftliche Schaden lag wesentlich höher. Dieses Mal werde er sich wohl auf rund zwölf Milliarden Euro summieren, so Fitch.
Die größten Belastungen für die Versicherer resultierten aus beschädigten Häusern, KfZ-Policen und Betriebsunterbrechungen, hieß es. Betroffen sei neben der Versicherungskammer Bayern und den Sparkassen Versicherungen auch die Allianz. Die meisten Versicherer haben noch keine Schätzungen genannt. In der Regel wird das Ausmaß der Schäden erst deutlich, wenn das Wasser wieder abgeflossen ist. Die Versicherungsbranche werde trotz der hohen Lasten wahrscheinlich im Kerngeschäft nicht in die Verlustzone rutschen, erklärte Fitch. Die Auswirkungen auf die Bonitätsnoten dürften dementsprechend minimal sein.

11.46 Uhr: Unionsfraktionsgeschäftsführer Michael Grosse- Brömer hat das Hochwasser und die Schäden für die Menschen als nationale Katastrophe bezeichnet. „Deswegen müssen wir auch nationale Solidarität zeigen“, sagte er am Dienstag in Berlin. Der CDU-Politiker setzte sich für einen weiteren und schnelleren Ausbau von Deichen und Schutzmaßnahmen in gefährdeten Gebieten ein und zeigte Verständnis für die Frustration von Bürgern und Politikern, dass dies nicht schon ausreichend geschehen sei. Die Regierung hat Hilfen für die Betroffenen aus einem Fonds zugesagt, der von Bund und Ländern gefüllt werden soll. Die Summe ist noch offen. Die Schäden werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

11.26 Uhr: Der künftige Bundesliga-Fußballer Stefan Kutschke hat sich am Wochenende in Dresden als Helfer gegen die Elbe-Flut engagiert. In seiner Heimatstadt befüllte der 24 Jahre alte Stürmer Sandsäcke, um die Wassermassen zurückzuhalten. „Die Stadt ist schwer vom Hochwasser betroffen. Meiner Familie ist zum Glück nicht viel passiert. Aber einige Freunde haben ihre ganze Existenz verloren“, berichtete Kutschke der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag). Vom Drittliga-Aufsteiger RB Leipzig wechselt der Angreifer zur neuen Saison zum VfL Wolfsburg. Den Transfer hatte noch der frühere VfL-Trainer und -Manager Felix Magath abgewickelt.

10.59 Uhr: Die Sperrung einer Elbbrücke wegen Hochwassers in Sachsen-Anhalt sorgt weiter für Verspätungen im Fernbahnverkehr. Die Bahn hoffe, dass es diesmal aber bei jeweils etwa einer Stunde bleiben werde, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Am Montag hatte es Verspätungen von bis zu drei Stunden gegeben. Betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn die ICE-Verbindungen Berlin-Köln und Berlin-Frankfurt am Main. Die Züge der Strecke Berlin-Hannover-Köln werden über Wittenberge, Stendal und Wolfsburg umgeleitet. Die Züge der Strecke Berlin-Kassel-Frankfurt/Main fahren über Dessau, Halle (Saale) und Gerstungen. Die Haltepunkte Wolfsburg, Braunschweig, Hildesheim, Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe entfallen.
Wie lange die Brücke bei Schönhausen gesperrt sein wird, war zunächst noch unklar. Wenn das Hochwasser zurückgehe, werde geprüft, wie standfest sie noch sei, sagte der Sprecher. Erst wenn es keine Probleme gebe, könnte die Brücke wieder befahren werden.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

10.50 Uhr: Auch Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg will die Opfer der Hochwasser-Katastrophe mit einem Benefizspiel unterstützen. „Es macht uns sehr betroffen, wie viele Menschen durch diese Hochwasserkatastrophe unverschuldet in Not geraten sind“, erklärte Club-Sportvorstand Martin Bader am Dienstag auf der Internetseite des fränkischen Traditionsvereins. „Wir möchten die Geschädigten durch das Benefizspiel nicht nur finanziell unterstützen, sondern ihnen auch Mut machen, um diese schwierige Situation zu meistern.“ Ein genauer Termin für die geplante Hilfspartie steht noch nicht fest.
Zuvor hatten bereits der FC Bayern München, der FC Augsburg und 1860 München Benefizspiele angekündigt.

Philipp Rösler: Pauschalzahlungen für Opfer des Hochwassers

10.41 Uhr: Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will die Opfer des Hochwassers mit Pauschalzahlungen aus einem Fluthilfefonds unterstützen. Der Bund solle von Bund und Ländern gleichermaßen gefüllt werden, sagte Rösler am Dienstag im Inforadio des RBB. Nach dem Hochwasser 2002 habe es einen ähnlichen Fonds gegeben. „Das hat sich bewährt.“ Wie viel Geld über den Fonds zur Verfügung gestellt werden soll, ließ Rösler offen. Die Schäden ließen sich erst beurteilen, wenn das Wasser abgelaufen sei. Nicht nur Menschen und Kommunen, sondern auch den besonders schwer betroffenen Klein- und Kleinstunternehmen müsse geholfen werden, betonte Rösler. Im Fernsehsender n-tv kündigte er am Dienstag an, dass bis zu 50 Prozent des Schadens erstattet werde. Je nach Region und Bundesland gehe es dann um 10 000 oder mehr Euro.

10.35 Uhr: Angesichts der Hochwasserkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sich für drastische Maßnahmen ausgesprochen, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. In der „Passauer Neuen Presse“ vom Dienstag forderte Altmaier Bauverbote in überflutungsgefährdeten Gebieten, die gezielte Ausweisung von Vorflutflächen sowie auch Rückverlegungen von Deichen, um den Flüssen mehr Raum zu geben. Auch Enteignungen dürften nicht mehr ausgeschlossen werden. „Sie müssen aber immer die Ultima Ratio bleiben“, schränkte der Minister ein.
Altmaier nannte es „alarmierend“, dass es nun bereits zum zweiten Mal binnen gut zehn Jahren zu einer derartigen Hochwasserkatastrophe gekommen sei. Er wies darauf hin, in den vergangenen zwei Jahrzehnten sei eine „dramatische Häufung extremer Wetterlagen zu verzeichnen“ gewesen. „Wir müssen uns wappnen und damit rechnen, dass es in Zukunft immer wieder zu ähnlich extremen Hochwasser-Lagen kommen kann“, verlangte der Minister. Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit müssten „schonungslos“ aufgearbeitet werden.

Bislang hatten vor allem Umweltverbände sowie teilweise die Grünen sich für drastischere Maßnahmen zum Hochwasserschutz wie beispielsweise die Rückverlegung von Deichen oder Bauverbote in Überflutungsgebieten ausgesprochen. Wo es konkrete Vorstöße in diese Richtung gab, scheiterten diese allerdings oft an Widerständen betroffener Grundstücksbesitzer vor Ort. Altmaier wies beispielsweise darauf hin, es seien „von 18 notwendigen Deichrückverlegungen an der Elbe bisher lediglich vier realisiert“ worden.

09.31 Uhr: Das aktuelle Hochwasser könnte Auswirkungen auf die Kartoffelernte in Deutschland haben. Die Folge seien womöglich ein knapperes Angebot und steigende Preise, warnte der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) in der „Bild“-Zeitung vom Dienstag. „Es wird Ausfälle geben. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es regional zu Versorgungsengpässen mit Pommes, Knödeln und Chips kommt“, sagte BOGK-Geschäftsführer Horst-Peter Karos der Zeitung.

Hauptproblem bleibt der Deichbruch bei Fischbeck

09.06 Uhr: Nach dem Deichbruch an der Elbe bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt in der Nacht zum Montag ergießen sich die Wassermassen weiter ins Hinterland. Die Bundeswehr wollte am Dienstagmorgen nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung erneut versuchen, die Bruchstelle zu schließen. Die Arbeiten daran waren gegen Mitternacht abgebrochen worden. Nun sollten aus Hubschraubern wieder große Sandpakete abgeworfen werden. Damit soll zumindest eine Reduzierung der einfließenden Wassermenge erreicht werden. Das Wasser hat die Bundesstraße 107 zwischen Jerichow und Fischbeck überflutet. Inzwischen nähert es sich dem Stadtgebiet von Jerichow. Kritisch war die Lage auch an einem Umspannwerk in Sandau im Landkreis Stendal, das die Stromversorgung von Havelberg und den angrenzenden Teilen Brandenburgs sichert. Derzeit sei es aber gegen die Fluten gesichert, hieß es.

Im Landkreis Stendal sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 2800 Einsatzkräfte im Einsatz, davon mehr als 1000 Bundeswehrsoldaten. Dazu kommen rund 2400 freiwillige Helfer. Bisher seien dort knapp 8000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Für 3300 Menschen sei die Evakuierung vorbereitet worden. (dpa/AFP/Reuters)

Quelle: tagesspiegel.de

+++ 20:44 Auch Mecklenburger sollen ihre Häuser verlassen +++
In der Region um Dömitz und Boizenburg in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Menschen freiwillig ihre Häuser nahe der Elbe verlassen. „Wer nicht in der Region bleiben muss, sollte sich langsam auf den Weg machen“, sagte der Chef des Katastrophenabwehrstabes, Landrat Rolf Christiansen. Morgen soll das Pflegeheim in Dömitz mit rund 50 Bewohnern evakuiert werden.

+++ 20:02 Leiche treibt in den Fluten +++
In der Elbe bei Pirna ist die Leiche eines älteren Mannes gefunden geworden, der offenbar das achte Todesopfer dieser Flut ist. Es handle sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 74 Jahre alten Bewohner eines nahen Seniorenheimes, teilt das Innenministerium von Sachsen mit. Bereits gestern wurde die Leiche entdeckt, doch erst jetzt geben die Behörden es bekannt. Der 74-Jährige soll an Demenz erkrankt gewesen sein und zuvor angedeutet haben, bei den Schutzarbeiten für das Hochwasser helfen zu wollen.

+++ 19:44 Pegel der Elbe wird nur ganz langsam fallen +++
Der Höchststand der Elbe bei Magdeburg scheint erreicht – doch der Wasserstand geht nur in Superzeitlupe nach unten. Mit einem Rückgang von 15 Zentimetern innerhalb von 24 Stunden rechnet Oberbürgermeister Lutz Trümper laut dem MDR. Derweil kämpfen Soldaten und weitere Helfer bislang erfolgreich, das für die Stromversorgung wichtige Umspannwerk in Magdeburg-Rothensee zu verteidigen.

+++ 18:11 Steinbrück lehnt „Gummistiefelwettbewerb“ ab +++
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will erst nach der Flut in die Hochwassergebiete reisen. Er werde sich nicht am „Gummistiefelwettbewerb“ beteiligen, sagt er in der ARD. „Wenn dann das Ärgste überstanden ist, dann möchte ich mich mit den Betroffenen gerne hinsetzen, wie konkret die Hilfe aussehen soll.“ Steinbrück fordert die Einsetzung eines Ombudsmanns beziehungsweise einer Ombudsfrau für die Koordinierung der Flutopferhilfe. Kanzlerin Angela Merkel besuchte bereits zwei Mal die Hochwasserregionen, Bundespräsident Joachim Gauck war am Sonntag in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

+++ 17:42 Magdeburg meldet leicht sinkenden Pegel +++
In Magdeburg sinkt der Pegel der Elbe erstmals während dieser Rekordflut. Er geht um etwa zwei Zentimeter zurück. Für Prognosen, wie es weitergeht, ist es den Behörden zufolge aber noch zu früh. Der Leiter des Katastrophenstabes der Stadt, Holger Platz, sagt, dass Deiche auch bei sinkenden Pegelständen noch brechen könnten. „Man kann keine Entwarnung geben, noch nicht.“

+++ 17:26 Gauck fordert Deutsche zum Spenden auf +++
Bundespräsident Joachim Gauck fordert die Deutschen zum Spenden für die Flutopfer auf. „Wer keine Säcke schleppen kann, hat vielleicht ein gefülltes Portemonnaie“, sagt er nach Besuchen in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Ein Flug über das Flutgebiet an der Elbe erschüttert Gauck. Er betont jedoch, er habe bei seinem Besuch kein Zittern und Zagen erlebt, sondern „gefasste Flutopfer“ und „total motivierte Helfer“.

+++ 16:38 Deich-Anschläge versetzen Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft +++
Nachdem unbekannte Chaoten mit Anschlägen auf Deiche in Sachsen-Anhalt drohen, sind dort verstärkt Einsatzkräfte unterwegs. Das sagt Ministerpräsident Reiner Haseloff. „Wir nehmen das sehr ernst, weil solche Drohungen natürlich zu einer katastrophalen Auswirkung führen könnten, wenn wir sie nicht ernst nehmen.“

+++ 16:29 Meteorologen haben keine gute Aussichten für Bayern +++
In Bayerns Flutgebieten kann sich die Lage nach der jüngsten Entspannung wieder verschärfen. Schuld daran sind Regen in der südlichen und westlichen Hälfte Deutschlands. Im Interview erläutert n-tv-Meteorologe Björn Alexander: „Die Zuflüsse der Donau können also neue, aber kleinere Hochwasserwellen aufbauen. Das wird an der Donau selber dazu führen, dass der Rückgang auf jeden Fall gebremst wird.“ Bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter könnten am Alpenrand fallen. „Eine nachhaltige und rasche Entspannung sieht leider anders aus.“

+++ 15:08 Abrutschende Hänge und Hagel in Sachsen +++
Heftige Unwetter erfassen Teile von Sachsen. Die Behörden lösen einen Katastrophenalarm aus. „Es gibt überschwemmte Straßen, abrutschende Hänge und Hagel von bis zu einem Meter Höhe“, sagt eine Sprecherin des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Aufgrund des starken Regens hätten Evakuierungen vorbereitet werden müssen. Auf die Lage in den Hochwassergebieten entlang der Elbe soll das Unwetter jedoch zunächst keine gravierenden Auswirkungen haben.

+++ 14:59 Magdeburg lässt Stadtteile räumen
Die Stadt Magdeburg lässt wegen der Flut mehrere Stadtteile räumen. Rund 23.000 Bewohner müssen ihre Häuser östlich der Elbe verlassen. Dies entscheidet der Katastrophenstab. Die Bewohner des Gebiets vom südlichen Stadtrand bis zur Berliner Chaussee sind aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. Hintergrund ist, dass der Hochwasserscheitel eine Länge von rund 40 Kilometern hat und mehrere Tage lang gegen die Deiche drücken wird, wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilt.

+++ 14:45 Gauck erschüttert vom Ausmaß der Flut +++
Bundespräsident Joachim Gauck zeigt sich überwältigt von der Schwere der Schäden, die die Flut in weiten Teilen von Süd- und Ostdeutschland hinterlassen hat. „Man kann sich nicht vorstellen, was da zu bewältigen ist“, sagt er während seiner Reise nach Halle an der Saale und Meißen. Zugleich betont er aber, Deutschland sei ein solidarisches Land. „Wir werden es schaffen, die zerstörten Gebiete wieder aufzubauen.“

+++ 12:20 In Brandenburg werden Polder geflutet +++
Zur Entlastung der Elbe-Hochwasserregion rund um Wittenberge in Brandenburg sollen Polder an der Havel geflutet werden. Landesumweltministerin Anita Tack sprach von einer bundesweit einmaligen Möglichkeit, den Hochwasserstand der Elbe zu senken. Polder sind von Deichen umgebene Gebiete, die bei Hochwasser absichtlich geflutet werden. Die Rückhalteräume sollen Wohn- und Industriegebiete flussabwärts schützen. Die zehn Polder können bis zu 140 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen.

+++ 11:20 Deich in Bitterfeld gerettet – 10.000 Menschen kehren heim +++      Erleichterung in der Bitterfeld: 10.000 Menschen aus dem östlichen Teil der Stadt und dem Ort Friedersdorf können in ihre Häuser zurück. Helfern und Soldaten der Bundeswehr gelingt es, ein Leck an einem Deich am Goitzschesee zu schließen. Es drohe nun keine akute Gefahr mehr, dass Wassermassen aus dem See nach Bitterfeld strömen, teilt der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit.

+++ 11:00 Elbebrücke gesperrt – Fern- und Regionalverkehr betroffen +++
Wegen des Hochwassers sperrt die Bahn eine Elbebrücke bei Magdeburg. Davon ist der Fernverkehr zwischen Hannover und Leipzig betroffen, wie der Konzern in Berlin mitteilt. Die Intercity-Züge von und nach Hannover enden und beginnen im Magdeburger Hauptbahnhof. Zwischen dem Hauptbahnhof und Halle wird ein Busnotverkehr eingerichtet. Ab Halle müssen Reisende dann Nahverkehrszüge nach Leipzig nutzen. Auch der Regionalverkehr aus Leipzig und Berlin nach Magdeburg ist betroffen.

+++ 10:25 Anschlagsdrohung auf Deiche in Sachsen-Anhalt +++
Nach einer Drohung mit Anschlägen auf Deiche verstärkt Sachsen-Anhalt die Überwachung der Anlagen aus der Luft und vom Boden aus. Dies teilt Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht mit. Ein Drohschreiben sei mehreren Medien übermittelt worden. „Wir nehmen das Bekennerschreiben ernst“, so der Minister. Es werde nun alles Erforderliche getan, die Bürger sollten weiterhin die Ruhe bewahren. Kein Deich sei unbewacht.

+++ 10:15 Wasser in Magdeburg steigt unaufhörlich +++
Noch immer ist in Magdeburg der Hochwasser-Scheitel nicht erreicht. Dies ergeben neue Prognosen. An der Strombrücke in der Innenstadt wird ein Rekordwert von 7,45 Metern bei einer nahezu gleichbleibenden Tendenz gemessen, sagte Hydrologin Antje Rentsch vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Normal sind 2,00 Meter. Bis zum Abend müsse mit einem weiteren Anstieg um fünf bis zehn Zentimeter gerechnet werden.

+++ 9:25 Erste Evakuierungen in Schleswig-Holstein +++
In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Das sagt ein Sprecher des Krisenstabes. Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein, heißt es in einer Anordnung des Landrates. Grund sind die neuen Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe am kommenden Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser. Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88 Meter.

+++ 9:00 Damm am Zusammenfluss von Elbe und Saale bricht +++
Der umkämpfte Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe ist gebrochen. Dies teilt der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit. Er ruft rund 150 verbliebene Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der Mündung der Saale in die Elbe.

+++ 7:30 Behörden warnen vor verschmutzten Badeseen im Flutgebiet +++
Das Rekordhochwasser in Deutschland könnte auch die Wasserqualität in den Badeseen beeinträchtigen. Kläranlagen könnten überflutet werden, auch Schmutzwasser aus Kanälen könnte an die Oberfläche gelangen, sagt Markus Venohr vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Dadurch wiederum könne unbehandeltes Abwasser inklusive Keimen in die Gewässer geraten. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums überprüfen die Gesundheitsbehörden der Länder regelmäßig die Seen. In einigen vom Hochwasser betroffenen Gebieten rieten die zuständigen Behörden bereits vom Baden ab. So warnte das Landratsamt im bayerischen Dillingen a.d. Donau vor dem Baden in vom Hochwasser betroffenen Badeseen wegen zu hoher Keimbelastung. Baden in den verunreinigten Gewässern könne zu Magen-Darm-Erkrankungen führen.

+++ 5:30 Seehofer will Ausgaben für Hochwasserschutz verdoppeln +++
CSU-Chef Horst Seehofer will angesichts der jüngsten Überflutungen die finanziellen Mittel für den Hochwasser-Schutz verdoppeln. „Wir haben bereits 1,6 Milliarden Euro verbaut und werden nach meiner Einschätzung noch einmal dieselbe Größenordnung brauchen“, sagte er einem Vorabbericht der Zeitung „Bild am Sonntag“ zufolge. In zwei Wochen werde seine Regierung entsprechende Pläne vorstellen. Es gehe nicht nur um Dämme, „sondern auch um naturnahe Maßnahmen wie Rückhalteflächen“. Man könne Hochwasser-Katastrophen zwar nie ganz verhindern, aber ihre Folgen abschwächen.

+++ 00:30 Bundespräsident Gauck besucht Hochwasserregionen +++
Bundespräsident Joachim Gauck besucht heute Hochwasserregionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Halle wird er an einem Gottesdienst für Betroffene und Helfer des Saalehochwassers teilnehmen. Danach wird er mit Mitarbeitern von Einsatz- und Rettungsdiensten sprechen.

Quelle: n-tv.de

Magdeburg evakuiert Stadtteil

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Ticker

 

In einigen Teilen der Hochwassergebiete in Ostdeutschland verschärft sich die Lage weiter. In Magdeburg drohen aufgeweichte Deiche zu brechen, in Sachsen und Sachsen-Anhalt strömte bereits Wasser durch defekte Deiche ins Land. Die Hochwasser-Lage am Sonnabend im Ticker zum Nachlesen.

 

23:29 Uhr: Für Zehntausende Helfer und Bewohner in den Hochwassergebieten geht in der zweiten Woche der Flut das große Bangen weiter – auch am Sonnabend hat sich vor allem im Osten und Norden Deutschlands die Situation weiter zugespitzt. HAZ.de verabschiedet sich für Sonnabend aus dem Live-Ticker.

22.30 Uhr: Das Hochwasser der Elbe hat den Magdeburger Stadtteil Rothensee erreicht. Und es steigt. Die Stadt hat am Abend die Räumung von Rothensee angeordnet, über Facebook, Radio und Fernsehen laufen die Aufforderungen an die Bürger, ihre Häuser zu verlassen. Später sollten auch noch Lautsprecherwagen losfahren. Doch viele von den Bewohnern denken nicht daran zu gehen: „Wir bleiben hier, hundert Prozent“, sagt etwa Anwohner Jürgen Sterzing.

21.17: An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden – doch zurück bleiben Unmengen Schlamm. „Es ist eine stinkende Brühe“, sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. „Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen.“

20.45 Uhr: Nachdem das Hochwasser im brandenburgischen Wittenberge am Samstagabend einen historischen Höchststand von 7,45 Metern erreicht hat, wird nun auch hier die Altstadt evakuiert.

19.22 Uhr: Dem Vernehmen nach soll in Magdeburg der Pegel bis auf 7,38 Meter angestiegen sein. Er liegt damit mehr als 60 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002.

18.05 Uhr: Umweltminister Stefan Wenzel betont, das Hochwasser sei auch noch beherrschbar, wenn sich die jüngsten Prognosen bewahrheiten sollten

18.00 Uhr: Die Hochwasser-Experten haben ihre Prognose für die erwarteten Wasserstände der Elbe in Niedersachsen deutlich nach oben korrigiert. Nach Berechnungen der Hochwasserzentrale in Magdeburg werden die höchsten Pegelstände am Mittwoch erreicht. In Hitzacker ist demnach eine Rekordmarke von 8,45 Metern möglich. Beim Hochwasser 2011 lag der Höchststand nur bei 7,70 Metern.

15.47 Uhr: Während flussabwärts in Sachsen-Anhalt die Deiche brechen, herrscht in Niedersachsen die Ruhe vor den Sturm. „Die Wellen von Elbe und Saale haben sich vereinigt und kommen zusammen Richtung Norden“, sagte Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), am Samstag. Wann genau die Wassermassen kommen, kann niemand genau sagen.

14.12 Uhr: Die Hochwasserlage in Magdeburg ist nach Einschätzung der Behörden so kritisch wie noch nie. Über eine Länge von 20 Kilometern seien mehrere Deiche zu verteidigen, teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) und Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) mit. „Die nächsten Tage werden extrem und schwierig“, sagte Trümper. Er gehe davon aus, dass nicht alle Bereiche geschützt werden könnten. Für Sonntag seien Pegelstände bis zu 7,40 Meter vorhergesagt, normal sind 2,00 Meter. Menschenleben seien aber nicht in Gefahr, sagte Trümper.

13.51 Uhr: Der Bund will Opfern des Hochwassers mit Steuererleichterungen helfen. Gemeinsam mit den betroffenen Ländern habe man beschlossen, die Bürger und Unternehmen zu unterstützen, hieß es auf der Webseite des Bundesfinanzministeriums. Zuvor hatte „Der Tagesspiegel“ (Sonnabend) darüber berichtet. Denkbar sei beispielsweise die Stundung fälliger Steuern. Auch auf Vollstreckungsmaßnahmen und Säumniszuschläge solle verzichtet werden, hieß es. Bei der Steuererklärung für 2013 könnten neu gekaufte Kleidung und Hausrat von der Steuer abgesetzt werden.

13.20 Uhr: In Wittenberge (Prignitz) wird am kommenden Dienstag mit einem Höchststand der Elbe von 8,10 Meter gerechnet. Normalerweise steht das Wasser dort etwa 2,77 Meter hoch. Am Sonnabendmorgen zeigte der Pegel bereits 6,98 Meter, teilte des Hochwasser- Krisenzentrum in Potsdam mit. Im Nordwesten des Landes bereiten sich derzeit rund 500 Einsatzkräfte auf die Verteidigung des Deiches gegen das Hochwasser vor. Nachdem die Wehre bei Quitzöbel geschlossen wurden, begann sich in der Havel ein Rückstau zu bilden. An Spree und Schwarzer Elster entspannte sich unterdessen die Lage. Die Wasserstände begannen dort langsam zu sinken.

12.48 Uhr: Wasser von unten, Sonne von oben: Der Wetterumschwung während des Hochwassers hat sich auch auf die Ausrüstung der vielen Helfer ausgewirkt. „Auf Anfrage versorgen wir die Helfer mit Mückenspray und Sonnencreme“, sagte der Sprecher des Technischen Hilfswerks (THW) in Sachsen und Thüringen, Roman Hartrampf, am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Schließlich solle niemand beim Sandsäcke-Schleppen einen Sonnenbrand bekommen. Auch After- Sun-Lotion sei zu bekommen. Im Zentrallager seien diese Dinge normalerweise nicht vorrätig. Sie würden nun eingekauft oder gespendet. Apotheken und Warenhäuser hätten bereits einen Teil ihres Sortiments abgegeben.

12.33 Uhr: Das Hochwasser macht den sächsischen Hoteliers und Wirten zu schaffen – auch in Gebieten, die gar nicht überschwemmt sind. „Die Leute haben den Eindruck, ganz Sachsen stände unter Wasser“, sagte der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Lehmann, am Sonnabend. Dabei seien die meisten Ausflugsziele noch gut zu erreichen. Dennoch würden Reisen storniert. „Und wir reden hier nicht von den nächsten drei oder vier Tagen, sondern vom ganzen Sommer oder länger“, so Lehmann. Der Schaden aufgrund der vorsorglichen Stornierungen könne bei einzelnen Betrieben größer sein als die direkten Flutschäden.

12.21 Uhr: Die vom Hochwasser in Brandenburg betroffenen Landkreise haben bislang rund 1,57 Millionen Sandsäcke vom Landeskatastrophenschutzlager Beeskow angefordert. Wie das Hochwasser-Krisenzentrum des Landes in Potsdam am Sonnabend mitteilte, wurden außerdem Vlies und Folien zum Abdecken und Sichern der Deiche ausgeliefert. 700 Betten für Einsatzkräfte und Notunterkünfte wurden bereitgestellt. Sie stammen aus Beständen der Bundeswehr und des Landeslagers. 11.19 Uhr: Das Wasser ist fast weg, jetzt kommt der Schlamm: In fast ganz Österreich haben am Sonnabend Tausende Menschen gegen die Folgen der Flutkatastrophe gekämpft. Feuerwehr, Soldaten und freiwillige Helfer schaufelten Tonnen Schlamm aus eben noch überfluteten Ortschaften. Wenn die Erde antrockne, sei sie kaum noch zu beseitigen, warnten die Behörden. Im Osten des Landes nahe der slowakischen Grenze standen noch einige Häuser unter Wasser. In Tirol und Salzburg drohten aufgeweichte Hänge abzurutschen. Die Schäden werden inzwischen mit der Jahrhundertflut 2002 verglichen: Sie sollen in die Milliarden gehen.

10.39 Uhr: Drei Viertel der Einwohner haben wegen des Hochwassers die Elbestadt Mühlberg (Elbe-Elster) bis Sonnabendvormittag verlassen. Die Evakuierung des Ortes mit rund 4230 Einwohnern war nach Ausrufung des Katastrophenfalles angeordnet worden. Nach Angabe des zuständigen Dezernenten für Recht, Ordnung und Sicherheit des Landkreises, Dirk Gebhard, kam ein großer Teil der Betroffenen bei Bekannten, Verwandten und Freunden unter. 57 Menschen verbrachten die Nacht in den Notunterkünften, 52 sind in derzeit in Altersheimen und Pflegeeinrichtungen untergebracht. Einige Bürger wollten trotz Warnung weiter in ihren eigenen vier Wänden bleiben. Im Hochwassergebiet um Mühlberg haben Hunderte Helfer unterdessen den Deich weitestgehend stabilisiert, die Arbeiten werden aber fortgesetzt. Die Experten rechnen nicht damit, das sich die Situation ohne deutlich sinkende Pegelstände verbessern wird. Knapp 700 Einsatzkräfte verschiedener Einrichtungen und Organisationen sind im Einsatz. In Bad Liebenwerda und Herzberg an der Schwarzen Elster entspannt sich die Lage langsam. Für beide Orte gilt nun die Alarmstufe 3 – Tendenz fallend. Im Herzberger Ortsteil Arnsnesta konnten Feuerwehrleute sowie Helfer aus Sachsen-Anhalt den am Donnerstag gebrochenen Damm endgültig reparieren. In Bad Liebenwerda lag der Pegel um 6 Uhr bei 2,77 Meter (normal etwa 70 Zentimeter), in Herzberg bei 3,16 Meter (normal etwa 80 Zentimeter).

10.23 Uhr: Die Lage im Mündungsbereich der Saale in die Elbe spitzt sich weiter zu. 3000 Menschen sollen sich vor einer drohenden Überflutung in Sicherheit bringen. Nach Angaben des Katastrophenschutzstabes ist nördlich des Ortes Klein-Rosenburg ein durchweichter Deich der Saale nicht mehr zu halten. Es drohe ein Bruch auf einer Länge von 150 Metern. Die Bewohner wurden aufgefordert, sofort höher gelegene Orte in der Umgebung aufzusuchen.

10.02 Uhr: Im Landkreis Lüchow-Dannenberg warten die Anwohner der Elbe mit Bangen auf die Ankunft der Flut. „Es ist so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm eingetreten“, sagte Kreissprecherin Melanie Wendt am Sonnabendmorgen der dpa. Die Sicherung der Deiche sei weitgehend abgeschlossen. Erschöpfte Hilfskräfte werden abgelöst, an den Deichen gibt es noch ein paar Restarbeiten. Insgesamt sind im Landkreis nach Behördenangaben derzeit 1955 Helfer im Einsatz. Nach den jüngsten Prognosen werden an der Elbe in Niedersachsen Rekordpegelstände erwartet. Der Krisenstab rechnet damit, dass am Sonntagabend die Wassermassen Schnackenburg erreichen könnten.

9.45 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger hat von Katastrophentouristen Mithilfe im Kampf gegen das Hochwasser gefordert. Einsatzleiter könnten jede mindestens 16 Jahre alte Person zum Anpacken verpflichten, sagte Hans-Peter Kröger, am Sonnabend. Dafür gebe es die rechtliche Grundlage. Katastrophentourismus ist ein ernstzunehmendes Problem. Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr.“ Indes lobte Kröger das Engagement der Helfer in den Hochwasser-Regionen als echten „Bürgersinn“.

9.31 Uhr: Im vom Hochwasser schwer betroffenen bayerischen Landkreis Deggendorf dürfen an diesem Sonnabend ab 10 Uhr die Menschen in ihre Häuser in den evakuierten Bereichen zurückkehren. Ausgenommen sind die noch immer überfluteten Deggendorfer Stadtteile Fischerdorf und Natternberg sowie der Ort Niederaltaich, wie ein Sprecher des Landratsamtes mitteilte. Aus diesen Gebieten werde das Hochwasser jedoch nur zum Teil auf natürlichem Wege abfließen, sagte der Sprecher. Es werde gerade nach Lösungen gesucht, wie die restlichen Wassermassen entfernt werden könnten.

9.20 Uhr: In Halle an der Saale ist der Pegelstand des Flusses in den vergangenen 24 Stunden um rund einen halben Meter gesunken. Trotzdem bleibt die Lage dort angespannt. Das Wasser sank am Sonnabendmorgen auf einen Stand von 6,99 Metern. Nach Angaben eines Sprechers der Stadt sei man optimistisch. Dennoch stünden der Passendorfer und der Gimritzer Damm weiter unter enormem Druck durch das Wasser.

9.09 Uhr: Die Hochwasserlage im brandenburgischen Mühlberg ist weiter sehr angespannt. Zwar sank der Pegelstand der Elbe seit Freitag auf inzwischen 9,77 Meter, dennoch blieb der Druck auf die Schutzanlagen enorm. Ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement des brandenburgischen Innenministeriums in Potsdam sprach davon, dass den Einsatzkräften an den Deichen ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevorstehe. Hunderte Helfer seien in der Nacht wieder im Einsatz gewesen. Unter ihnen waren auch Deichläufer, die Gefahrenstellen an den Deichen aufspürten. Nach der Evakuierung von Mühlberg im Kreis Elbe-Elster sei an eine Rückkehr der 4500 betroffenen Bürger derzeit nicht zu denken. Die Lage an Spree und Schwarzer Elster entspannte sich dagegen allmählich. So gingen die Pegelstände in Spremberg (Spree), Bad Liebenwerda und Herzberg (beide Schwarze Elster) langsam zurück.

9 Uhr: Wegen eines vermuteten Deichbruchs an der Elbe in Sachsen- Anhalt wird die Ortschaft Susigke evakuiert. Rund 300 Bewohner sollten ihre Häuser verlassen. Für sie standen Busse bereit, um sie in eine Sporthalle in Osternienburg zu bringen. Wie die Stadt Aken, zu der Susigke gehört, am Sonnabend mitteilte, stand Wasser auf der Landstraße 63. Die Feuerwehr suchte noch nach dem Ursprung des Wassers. Nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung wurde aber ein Deichbruch als Ursache vermutet. Für die Ortschaft Susigke wurden weitere Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bundeswehr angefordert.

8.40 Uhr: In Magdeburg hat sich die Hochwasserlage an der Elbe am Sonnabendmorgen weiter zugespitzt. Nach Angaben der Stadt hat das Wasser an der Strombrücke inzwischen eine Höhe von 7,30 Metern erreicht. Vor allem in Magdeburg-Werder ist die Lage kritisch. An der Zollstraße drücken die Fluten gegen die Ufermauer, auch der Grundwasserstand bereitet hier Probleme. Ein Altenpflegeheim wurde bereits evakuiert. Nach Angaben eines Sprechers müssen sich auch die restlichen Bewohner in dem Bereich darauf einstellen, ihre Häuser zu verlassen. Sie würden aber rechtzeitig informiert. In einigen Straßen musste auch die Elektrizität abgestellt werden.

8.29 Uhr: Das Wasser an der Elbe bei Lauenburg in Schleswig-Holstein ist weniger stark gestiegen als befürchtet. Am Sonnabendmorgen lag der Pegelstand bei Hohnstorf mit 6,66 Metern 30 Zentimeter unter dem für diesen Zeitpunkt (6.00 Uhr) vorhergesagten Wert. „Noch ist die Lage ruhig“, sagte ein Sprecher der Regional-Leitstelle Süd am Sonnabendmorgen. Die Hochwasservorhersage in Magdeburg in Sachsen-Anhalt hatte ihre Prognosen bereits zuvor nach unten korrigiert. Die Fachleute gehen jetzt davon aus, dass die Elbe am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg nächste Woche Mittwoch ihren höchsten Stand erreichen wird – und zwar mit 9,25 Metern. Danach soll er wieder sinken. Normalerweise beträgt der Wasserstand dort rund 4,80 Meter.

8.24 Uhr: Wie heftig die Regenfälle seit dem 29. Mai über Deutschland waren, zeigt ein Video, dass die European Space Agency (ESA) bei Facebook gepostet hat.

8.10 Uhr: Das Hochwasser hat die Menschen in der Nacht zum Sonnabend vor allem an der Elbe weiter in Atem gehalten. Der höchste Punkt der gewaltigen Flutwelle bewegte sich auf Sachsen-Anhalt zu. Der Pegelstand hatte am Freitagabend die 7,20-Meter-Marke in Magdeburg überschritten. Damit steht der Fluss rund einen halben Meter höher als beim Hochwasser 2002. Aus den Magdeburger Gebieten östlich der Elbe sollten alle Alten und Pflegebedürftigen in Sicherheit gebracht werden. 650 Bundeswehrsoldaten trafen am Freitagabend in Magdeburg ein, um im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte zur Bewältigung der Hochwasserkatastrophe die Solidarität der anderen Bundesländer. „Das ist eine nationale Aufgabe, da müssen die 16 Bundesländer und der Bund zusammenhalten“, sagte Haseloff der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Sonnabend). Nötig sei ein „nationaler Wiederaufbaupakt“. Auch in den Hochwassergebieten in Sachsen hat sich die Lage in der Nacht zum Sonnabend weiter verschärft. Nahe Großtreben-Zwethau (Landkreis Nordsachsen) strömte durch einen defekten Deich Wasser landeinwärts. Etwa 500 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, wie ein Sprecher des Landratsamts in Torgau sagte. Die Bundeswehr und Fachleute versuchten in der Nacht, den Deich an der Elbe wieder zu verschließen.

Die Situation im sächsischen Elbtal bleibt weiter ernst. „Sinkende Pegelstände bedeuten keine Entspannung“, sagte Landespolizeipräsident Rainer Kann am Freitag in Dresden. Denn die Wassermassen fließen nur zentimeterweise ab. Nach wie vor stehen Orte und Stadtteile unter Wasser, sind Straßen und Brücken gesperrt und der Bahnverkehr behindert. Die Deiche und Schutzwälle in Dresden seien zwar alle sicher, würden aber weiter überwacht. Die Feuerwehr warnte davor, Grundwasser, das in den Keller eingedrungen ist, ohne Hinzuziehen eines Statikers abzupumpen. Die Statik der Häuser könnte „extrem gefährdet“ sein.

Die Hochwasserlage in Brandenburg bleibt ebenfalls dramatisch. In Mühlberg (Elbe-Elster) hat der Druck auf den Deich immer weiter zugenommen. Nach der Evakuierung der Stadt mussten rund 4500 Bürger ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Einige konnten die Nacht bei Freunden oder Bekannten in Orten in der Nähe verbringen, andere wurden in Notunterkünften untergebracht. Polizisten sind unterwegs, um das Eigentum der Bürger zu sichern.

Unterdessen droht neues Ungemach. Für das Elbe-Einzugsgebiet in Tschechien sind Niederschläge am Wochenende angekündigt. Daswerde die Hochwasserlage an dem Fluss nicht verschärfen, könnte den Ablauf des Wassers aber verzögern, betonten die Hydrologen.

Bundesweit stemmen sich 70.000 Feuerwehrleute und mehr als 11.300 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, seitdem in Deutschland die Hochwasserkatastrophe begonnen hat. Mehrere werden vermisst.

http://www.haz.de

Bayern entspannt, der Norden bangt

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Ticker

In Bayern wird am Mittwoch das Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Der Wasserstand sinkt im Süden, doch im Norden geht die Angst vor dem Hochwasser noch um und Millionen Sandsäcke werden geschleppt. Lesen Sie hier alles im Liveticker vom Mittwoch, den 5. Juni, nach.

+++ 21:41 Experte: „Für Niedersachsen wird es sehr schlimm“ +++
Das vom Hochwasser gebeutelte Sachsen macht den Menschen im nördlicheren Niedersachsen keine Hoffnung auf eine routinierte Bewältigung der Flut. Experte Martin Socher aus Sachsens Umweltministerium sagte trocken: „Für Niedersachsen wird es sehr schlimm.“ Während auch in Sachsen noch der Pegel der Elbe leicht steigt, wird es in Norddeutschland erst zum Wochenende extrem.

+++ 21:20 Sachsen fürchtet bis zu 2,5 Milliarden Euro Flutschaden +++
Während das Wasser noch immer leicht steigt, schätzt Sachsen schon die Schäden der Flut. Der Leiter des neuen Wiederaufbaustabs in der Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, geht von zwei bis 2,5 Milliarden Euro aus. Der Stab will auch Geld aus dem EU-Solidaritätsfonds für Katastrophenfälle bekommen. Voraussetzung sei eine nationale Schadenssumme von mindestens 3,67 Milliarden Euro – was in ganz Deutschland voraussichtlich der Fall sein wird. In den EU-Kassen fehlt jedoch derzeit das Geld, um den Fonds zu füllen.

+++ 20:30 Elbe in Dresden steigt vorerst nicht weiter +++
Dresden könnte ein Hochwasser-Rekord wie im Jahr 2002 erspart bleiben. Der Pegel der Elbe liegt am Abend bei knapp über 8,60 Meter, damals erreichte er 9,40 Meter. Dennoch gilt in Dresden die höchste Warnstufe, mehrere hundert Bewohner mussten schon ihre Häuser verlassen. Helfer befüllen und stapeln auch weiter Sandsäcke, weil Wassermassen über die Elbe nach Tschechien nachfließen. Normalerweise ist das Wasser der Elbe etwa zwei Meter hoch.

+++ 19:59 Organisatoren müssen Kanu-EM verschieben +++
Wegen der weiter ansteigenden Hochwasser-Fluten des Flusses Weichsel kann die EM der Slalom-Kanuten frühestens am Samstag beginnen und nicht wie geplant am Freitag. Das teilt der Deutsche Kanu-Verband mit. An der Strecke bei Krakau wird die Weichsel noch einen weiteren Meter ansteigen. Wegen des hohen Wasserstandes sind im unteren Streckenabschnitt Toraufhängungen und Tribünen überflutet.

 

+++ 19:03 EU hat kein Geld für Hochwasser-Hilfe +++
Die EU hat laut ihrem Haushaltskommissar Janusz Lewandowski kein Geld, um den Hochwassergebieten in Mitteleuropa zu helfen. Wegen fehlender Mittel im EU-Budget des laufenden Jahres seien Verzögerungen zu erwarten, warnt er. Derzeit werde zwar zwischen den Mitgliedsstaaten ein Nachtragshaushalt von insgesamt 11,2 Milliarden Euro für dieses Jahr verhandelt. Doch auch diese zusätzlichen Mitteln reichten für die Fluthilfe und neue Anforderungen für Syrien nicht aus, sagt Lewandowski. Die Erstattungen aus Brüssel könnten also voraussichtlich erst im kommenden Jahr geleistet werden.

+++ 18:40 Lieferengpass: Porsche stoppt die Produktion +++
Im Leipziger Porsche-Werk werden wegen des Hochwassers vorerst keine Autos mehr produziert. Die Produktionshalle selbst ist zwar nicht überflutet, es fehlt jedoch der Nachschub. Transportzüge könnten das vom Hochwasser schwer betroffene Tschechien nicht passieren, teilt Porsche mit. Aus dem slowakischen Bratislava kommen deshalb keine Geländewagen-Karosserien. Wann die Produktion weitergeht, ist ungewiss.

+++ 18:31 Halle sitzt auf gepackten Koffern +++
In Halle an der Saale sammeln sich Menschen in Notunterkünften. 30.000 sind aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Als erste kommen viele Rentner und Pflegebedürftige in Turnhallen unter. Ein 74 Jahre alter Rentner berichtet: „Man hat zu mir gesagt: ‚Packen Sie Ihre Sachen zusammen und kommen Sie mit.'“ Der Mann war erst am Vortag nach einer Herz-OP und einem Kuraufenthalt in seine Wohnung in Halle-Neustadt zurückgekehrt. Viele andere Hochwasseropfer hoffen, die Nacht bei Freunden oder Verwandten verbringen zu können statt auf Pritschen.

+++ 18:06 Flutwelle rollt gen Norden +++
Norddeutschland erwartet mehr als nasse Füße: Die Elbe schwillt dort weiter an, zunehmend werden Häuser geräumt. Am Freitag sollen die etwa 250 Bewohner der historischen Stadtinsel von Hitzacker in Niedersachsen vorübergehend umziehen. Die Pegel sollen übers Wochenende bis in die nächste Woche hinein massiv steigen. Hitzacker liegt am Rande der Elbe und wird vom Fluss Jeetzel umflossen.

+++ 17:58 Leipzig froh über Schutzbau: „Ohne das wären wir abgesoffen“ +++
Es gibt auch gute Nachrichten aus den Hochwassergebieten: Während Dresden oder Halle teilweise unter Wasser stehen, kann Leipzig aufatmen.  Erst vor wenigen Wochen war ein Entlastungsbauwerk vor der Stadt fertiggestellt worden. Ein Stadtsprecher ist sich sicher:  „Ohne das wären wir abgesoffen.“ Durch einen Überlauf wurde in den vergangenen Tagen Wasser aus dem Fluss Weiße Elster in den Zwenkauer See geleitet – 130 Kubikmeter pro Sekunde. „Diese 130 Kubikmeter hätten die Deiche nicht mehr ausgehalten.“

+++ 17:47 Tschechen fürchten Plünderungen in Flut-Gebieten +++
Ein großer Teil der tschechischen Stadt Usti am Fluss Elbe ist geflutet – nun fürchten einige der 100.000 Bewohner, dass Plünderer die Notlage ausnutzen. Die Polizei will in der Nacht einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera einsetzen, um Diebe aufzuspüren. Aus Angst vor Einbrechern bleiben viele Menschen in ihren Häusern, obwohl dies gefährlich ist. Denn das Wasser in Usti soll noch weiter steigen. Erwartet wird ein Pegelstand zwischen 11,1 und 11,5 Metern, normal sind an dieser Stelle etwa zwei Meter.

+++ 17:33 Altmaier will Flut-Pannen umgehend aufdecken +++
Bundesumweltminister Peter Altmaier verlangt, mögliche Versäumnisse beim Hochwasserschutz gleich in den kommenden Wochen zu untersuchen. „Sobald sich das Wasser verlaufen hat, muss es eine umfassende und sehr transparente Fehler- und Schwachstellen-Analyse geben“, sagt der CDU-Politiker. Dazu will Altmaier auch in die betroffenen Regionen reisen und kamerawirksam bei Aufräumarbeiten mit den Betroffenen sprechen.

+++ 17:21 Knapp 400 Freiwillige schützen Dresden +++
Das akut unter dem Hochwasser der Elbe leidende Dresden wird von ständig 300 bis 400 freiwilligen Helfern beschützt. Unter ihnen sind viele Studenten, die Aufrufen bei Facebook folgten. So auch Clemens Hultsch, der seit drei Jahren in Dresden wohnt. Er wolle helfen, die schöne Stadt zu schützen, sagt der Student. Feuerwehrmann Tobias von Ludwig aus der Einsatzleitung lobt: „Die vielen jungen Leute haben uns von Anfang an fasziniert.“

+++ 17:10 Tourismus kommt in Hochwassergebieten zum Erliegen +++
Im sächsischen Elbtal ist das öffentliche Leben aus den Fugen – und auch der Tourismus ruht. Weitere Kultureinrichtungen schließen. Die Meißner Albrechtsburg bleibt „bis auf Weiteres“ zu, in Dresden bleiben das Carl-Maria-von-Weber-Museum und das Kraszewski-Museum bis Ende der Woche geschlossen. Auch das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bleibt wohl bis 16. Juni geschlossen.

+++ 16:12 Der Norden rüstet mit Sandsäcken auf +++
Unaufhaltsam schieben sich die Wassermassen auch in den Norden Deutschlands vor. Entlang der Elbe in Niedersachsen rüsten sich Anwohner und Tausende Einsatzkräfte für ein Rekordhochwasser. Mehr als zwei Millionen Sandsäcke werden zur Stunde gefüllt. „Die Helfer arbeiten jetzt Tag und Nacht, und wir hoffen, dass sie bis Freitag fertig werden, dann wird das kritische Hochwasser erwartet“, sagte etwa die Sprecherin des Landkreises Lüneburg, Frauke Noweck.

+++ 15:45 Im Süden und im Osten werden Blutkonserven knapp +++
Zahlreiche Blutspender haben gerade ganz andere Sorgen, als sich anzapfen zu lassen. In Teilen von Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind deshalb Spendetermine von Hochwasseropfern ausgefallen, weitere Absagen werden folgen. Das Deutsche Rote Kreuz ruft jetzt Spender in den nicht betroffenen Gebieten auf, verstärkt die bestehenden Termine wahrzunehmen. Nur so könnten ausreichend Blutpräparate für die Patientenversorgung bereitgestellt werden, teilte der Blutspendedienst West mit.

+++ 15:30 Lauenburg erwartet Hochwasser-Rekord +++
Die Bürger von Lauenburg in Schleswig-Holstein sind an Hochwasser der Elbe gewöhnt – doch diesmal wird erstmals die Unterstadt evakuiert. 150 Häuser müssen ab Freitagmorgen verlassen werden, kündigt Bürgermeister Andreas Thiede an. Am kommenden Wochenende soll der Pegel neun Meter erreichen, am Mittwoch nächster Woche rechnen die Behörden mit einem historischen Höchststand von 10,35 Metern.

+++ 15:22 Bayerns Hochwasseropfer kriegen sofort 1500 Euro +++
Hochwasseropfer in Bayern sollen Sofortgeld zur Linderung der gröbsten Schäden bekommen. Richtwert sind 1500 Euro – in besonderen Fällen kann es auch mehr sein. Das kündigt Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Kabinettssitzung an. Die Auszahlungen sollen noch in dieser Woche beginnen.

+++ 15.20 Drama in Halle: 30.000 verlassen ihre Häuser +++
Passau, Deggendorf und nun Halle: In mehr und mehr Städten müssen Anwohner dem Hochwasser weichen. 30.000 Menschen sind nach Angaben des Krisenstabs der Landesregierung von Sachsen-Anhalt sind aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Das Hochwasser der Saale hatte am Morgen einen Damm mitten in Halle überflutet, so dass die  Innenstadt und weitere Stadtteile voll Wasser liefen. In Sachsen-Anhalt haben acht Landkreise und  Städte Katastrophenalarm ausgelöst.

+++ 15:02 Bratislava steht das Schlimmste noch bevor +++
In der slowakischen Hauptstadt Bratislava erreicht der Wasserstand der Donau einen neuen Höchststand. Laut des staatlichen Wetterdienstes steht die Flut mittlerweile bei 9,80 Meter. Die Scheitelwelle kommt erst in der kommenden Nacht. Schon jetzt ist der abgelegene Stadtteil Devin am Zusammenfluss von Donau und March vollkommen vom Rest der Stadt abgeschnitten. Hunderte Bewohner ufernaher Straßen bereiten sich auf die Evakuierung ihrer Häuser vor.

+++ 14:40 Hubschrauber verhindern Gas-Unglück +++
Hubschrauber treiben mit dem Wind ihrer Rotoren in Sachsen zwei unkontrolliert im Wasser treibende Gastanks ans Ufer. Feuerwehrleute befestigten sie in Schmilka und Bad Schandau an der Elbe. Die beiden Gastanks hatten sich am Morgen im Hafen von Decin in Tschechien gelöst. In den tonnenschweren Behältern ist ein Rest Stickstoff. Nun sucht die Polizei mit vier Hubschraubern noch mehrere unkontrolliert herumtreibende Container aus dem Deciner Hafen.

+++ 14:30 Binnenschiffer rechnen mit Verlusten +++
Viele deutsche Binnenschiffer haben durch das Hochwasser mehr als eine Handbreit zu viel Wasser unter’m Kiel. „Zahlreiche Schiffe liegen vor Anker, können unter Umständen nicht geladen oder gelöscht werden und der Transport funktioniert nicht überall reibungslos“, sagt Jens Schwanen vom Bundesverband der Binnenschifffahrt. Die Branche rechnet deshalb mit Einnahmenverlusten. Dennoch wollen die Schiffer nicht zu laut klagen: „Die verheerenden Schäden, die das Hochwasser den Menschen und ihrem Hab und Gut gebracht hat, sind weitaus schlimmer.“

+++ 14:21 Zu viel Wasser: Kanu-EM fällt wohl aus +++
Auch die EM der Slalom-Kanuten an diesem Wochenende wird wohl dem Hochwasser zum Opfer fallen. Der weiter ansteigende Pegel der Weichsel im polnischen Krakau macht ein Training auf der künstlichen EM-Strecke unmöglich, berichtet der Deutsche Kanu-Verband. So seien im unteren Streckenabschnitt Toraufhängungen und Tribünen überflutet. „Uns bleibt im Moment nichts weiter als abzuwarten“, sagt Cheftrainer Michael Trummer.

+++ 14:20 Innenminister Friedrich gesteht Mängel beim Hochwasserschutz +++
Die Flut ist noch akut, da beginnen Bundespolitiker schon mit der Fehleranalyse. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagt, in manchen Orten sei der Hochwasserschutz konsequent umgesetzt worden. Andernorts sei er „im Planfeststellungsverfahren stecken geblieben“, oder das gesamte Konzept sei nicht umgesetzt worden. Der schnelle Schutz der 2002 vom Hochwasser verwüsteten Regionen zahlt sich laut Friedrich jetzt aus: Mancherorts seien die Pegel diesmal höher gestiegen als 2002, und dennoch seien die Schäden geringer.

+++ 14:06 „Apokalyptische Katastrophe“: Greizer Park gleicht Mondlandschaft +++
In Thüringen wird langsam das Ausmaß der Zerstörungen deutlich. Besonders schlimm hat es den Greizer Landschaftspark an der Weißen Elster getroffen. „Es ist eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes“, sagt der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut-Eberhard Paulus. Der Park gleicht einer Mondlandschaft. Das als national bedeutsames Denkmal eingestufte Ensemble aus Park und Palais ist gerade erst mit Millionenaufwand saniert und rekonstruiert worden. Der nun entstandene Schaden: rund 2,6 Millionen Euro. Die Stiftung hofft auf Spenden (Sparkasse Gera-Greiz, BLZ 830 500 00, Kontonummer 14175843)

+++ 13:49 Grimmaer verzweifelt: „Gerade alles schön gemacht“ +++
Im mittleren Sachsen ist der Pegelstand zurückgegangen. In Ordnung ist deswegen noch lange nichts. In Grimma, der stark betroffenen Stadt an der Mulde, machen sich die Menschen an die Aufräumarbeiten. Der Katastrophenalarm könne sicher bald aufgehoben werden, sagt Stadtsprecherin Marlen Rabold. Etwa 1000 freiwillige Helfer – auch von auswärts – packen mit an. Aus den Worten der Sprecherin ist die Verzweiflung dennoch herauszuhören: „In den letzten zehn Jahren haben wir alles schön gemacht. Und nun hat’s uns wieder erwischt.“ Einige Betroffene müssen seelsorgerisch betreut werden.

+++ 13:25 Meteorologe lässt hoffen – warm und trocken +++
In den Flutgebieten Deutschlands gibt es Anlass zu Hoffnung: „Wie im Rest unseres Landes bleibt es erst einmal bei sommerlichen bis frühsommerlichen Aussichten“, sagt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Er warnt jedoch: Es kann heftige Gewitterschauer geben. Und wenn die auf ohnehin schon aufgeweichte Deiche niederprasseln, werden sie zur zusätzlichen Belastung.

+++ 12:53 Soldaten aus Frankreich und Holland packen mit an +++
In der Not zeigen europäische Nachbarn Solidarität: In den Hochwassergebieten sind laut Bundeswehr-Kommando auch französische und niederländische Einheiten im Einsatz. Die Franzosen halfen zunächst als Teil der Deutsch-Französischen Brigade im bayrischen Deggendorf aus und werden mit ihren deutschen Kameraden im Tagesverlauf nach Sachsen verlegt. Eine niederländische Einheit hält sich in Frankenberg in Sachsen bereit.

+++ 12:25 Seelhausener See läuft über +++
Alle Bewohner von Löbnitz und Sausedlitz am Seelhausener See (Landkreis Nordsachsen) müssen sofort ihre Häuser verlassen. Im Zweifelsfall drohen Zwangsevakuierungen. „Der Seelhausener See läuft über“, heißt es aus dem Krisenstab. Es bestehe die Gefahr, dass die Sogwelle abfließenden Wassers zu Erdabbrüchen führe.

+++ 11:57 Mecklenburg-Vorpommern löst Flutalarm aus +++
Ausläufer der Elbe-Flut erreichen nun auch Mecklenburg-Vorpommern. Im Kreis Ludwigslust-Parchim rufen die Behörden Katastrophenalarm aus. Landesumweltminister Till Backhaus sagt: „Die Prognosen deuten auf ein Szenario hin, das wir wirklich noch niemals gehabt haben.“ Das Hochwasser soll am Montag, Dienstag oder spätestens Mittwoch nächster Woche mit der vollen Wucht das nördliche Bundesland.

+++ 11:36 Experte: Flut nutzt Merkel, kommt aber zu früh +++
Die Bilder von Angela Merkel in den Hochwassergebieten erinnern an Gerhard Schröder 2002 oder den „Deichgrafen“ Matthias Platzeck 1997. Auch die Kanzlerin kann so ihr „Image als Krisenlenkerin“ stärken, sagt Politologe Oskar Niedermayer n-tv.de. Ansonsten dürften die Auswirkungen auf die Bundestagswahl im Herbst gering sein: „Das Hochwasser kommt etwas zu früh.“

+++ 11:13 Rhein bleibt bis Freitag gesperrt +++
Für die Rheinschifffahrt bedeutet das Hochwasser eine lange Pause: Bis Freitag geht trotz sinkender Pegelstände nichts. Fracht- und Passagierschiffe dürfen wegen des Hochwassers seit dem Wochenende im Süden und Südwesten nicht fahren. Auch die Donau ist auf deutschem Gebiet noch nicht wieder frei.

+++ 11:01 Sachsen stehen vier schwere Tage bevor +++
Die schlimme Flutkatastrophe von 2002 haben die Menschen in Sachsen nicht vergessen. Im Jahr 2013 gibt es, bei aller Dramatik, eine gute Nachricht: So schlimm wie damals wird es nicht werden. „Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen“, sagt der Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher. Nach den Worten von Innenminister Markus Ulbig wird der Wasserstand aber noch weiter ansteigen. Der Höchststand bleibt dann mindestens vier Tage lang auf relativ hohem Niveau. Der Scheitel ist bisher noch nicht im tschechischen Usti durch. Diese Region grenzt an Sachsen. Für Dresden erwartet das Landeshochwasserzentrum für Donnerstagmittag zunächst einen Wasserstand bis zu 8,80 Meter.

+++ 10:34 Feuerwehr warnt vor Gas-Containern in den Elbfluten +++
Das Hochwasser bringt auch Gegenstände mit sich, die andernorts verloren gegangen sind. So haben sich laut MDR in Tschechien Gas-Container gelöst, die im Landkreis Sächsische Schweiz in der Elbe gesichtet werden. Es besteht Explosionsgefahr. Zwei sind schon von der Feuerwehr gesichert worden, doch weitere könnten von der anderen Seite der Grenze folgen. Die Einsatzkräfte raten zur Vorsicht.

+++ 10:21 Südwesten ist aus dem Gröbsten raus +++
Im Ländle atmen die Menschen entlang der Flüsse auf. „Die Wasserstände der Flüsse fallen kontinuierlich“, sagt ein Sprecher der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe. Auch die vorhergesagten einzelnen Gewitter im Land sollen keine weiteren negativen Auswirkungen haben. Lediglich am Main bei Wertheim (Main-Tauber-Kreis) stagnieren die Messwerte. Das liege daran, dass der Fluss derzeit enorme Wassermassen aus bayerischen Einzugsgebieten führt. Aber auch der Pegel des Mains wird voraussichtlich von Donnerstag an sinken.

+++ 9:58 Passauer haben wieder Trinkwasser +++
Für 90 Prozent der Haushalte haben die Stadtwerke die Versorgung wieder aktiviert. Im Lauf des Tages sollen die restlichen Haushalte folgen. Noch muss das Wasser aber aus hygienischen Gründen mit Chlor aufbereitet werden. Vor der Zubereitung von Getränken oder Speisen sollte es sicherheitshalber auch noch abgekocht werden.

+++ 9:52 Flut überschwemmt tschechische Industriestadt Usti +++
In Tschechien richtet die Elbflut ebenfalls drastische Schäden an. Weite Teile der Industriestadt Usti im Norden des Landes sind überschwemmt. Hier leben 100.000 Menschen. Die Wassermassen strömen schneller als erwartet über die Hochwasserwände im Stadtteil Strekov. In Prag entspannt sich die Lage dagegen langsam, das U-Bahnnetz im Zentrum der Millionenstadt ist aber weiter außer Betrieb.

+++ 9:37 Elb-Städten steht das Schlimmste noch bevor +++
Die sächsischen Städte und Gemeinden entlang der Elbe erwartet der Höhepunkt des Hochwassers. Immer mehr Menschen müssen sich in Sicherheit bringen, die Einsatzkräfte bereiten weitere Evakuierungen vor. In Dresden werden um 660 Menschen aus dem Stadtteil Gohlis in Sicherheit gebracht. Auch der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bereitet Evakuierungen vor. 11.000 Menschen haben hier das Gebiet bereits verlassen. Der Landkreis Nordsachsen ruft Katastrophenalarm aus. „Das Schlimmste steht uns noch bevor“, erklärte ein Sprecher.

+++ 9:02 Dämme in Deggendorf halten – Pegel stagniert +++
Für Entwarnung ist es noch zu früh, doch in Bayern deutet sich Entspannung an. Die Pegelstände in Straubing und Deggendorf stagnieren, wenn auch auf hohem Niveau. „Unsere Dämme haben gehalten“, sagt ein Polizeisprecher in Deggendorf. In der Donaustadt ist das Wasser langsamer gestiegen als erwartet, am Mittag wird vermutlich der Höchststand erreicht werden. Nach wie vor sind die Zufahrtsstraßen in die Stadt gesperrt.

+++ 8:47 Elbepegel steigt – Scheitelpunkt nicht in Sicht +++
Die Wasserstände an den Pegeln der Elbe in Sachsen steigen stetig an. In Schöna im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist die Zehn-Meter-Marke überschritten. In der Landeshauptstadt Dresden steht die Elbe bei 8,27 Metern, in Riesa bei 8,74 Metern und im nordsächsischen Torgau bei 7,90 Metern. Die Wasserstände steigen weiter steigen – allerdings sehr langsam, sagt ein Sprecher des Landeshochwasserzentrums am Mittwochmorgen. Wann der Scheitel erreicht ist, lässt sich noch nicht sagen.

+++ 8:31 Schulfrei in Bitterfeld, Aken und Dabrun +++
Im Krisengebiet in Sachsen-Anhalt fällt für die Schüler heute der Unterricht aus: So können die Kinder in Bitterfeld-Wolfen, Aken und Dabrun zuhause bleiben.

+++ 7:52 Deichsprengung in Bitterfeld bringt nichts +++
In Bitterfeld haben die Einsatzkräfte zur Entlastung einen Deich am Seelhausener See gesprengt. Dadurch sollte ein unkontrolliertes Bersten des Deichs verhindert werden. Doch die Aktion bringt laut Krisenstab nicht die erhoffte Entlastung. Die Lage in der sachsen-anhaltinischen Stadt bleibt angespannt.

+++ 7:43 Kinder in Niedersachsen haben schulfrei +++
In Niedersachsen werden fünf Schulen geschlossen. Der Grund: 2000 Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesland müssen in den Gemeinden Lüchow, Gartow, Clenze und Dannenberg untergebracht werden. Mehrere hundert Schüler freut’s: Sie dürfen bis mindestens Freitag zu Hause bleiben.

+++ 7:28 Rösler beruft Spitzentreffen über Fluthilfen ein +++
Wirtschaftsminister Philipp Rösler will sich heute bei einem Spitzentreffen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft treffen und beraten, wie von der Flut betroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen unbürokratisch geholfen werden kann. Bei n-tv sagte der FDP-Politiker: „Natürlich müssen wir erst mal eine Bestandsaufnahme vorne hmen, und die tatsächlichen Schäden werden wir erst dann erkennen, wenn die Wassermassen abgeflossen sind. Trotzdem ist jetzt schon klar: Sie werden auch ganz praktische Lösungen anbieten müssen.“ Rösler wiederholte sein Vorhaben, die Kreditanstalt für Wiederaufbau zu nutzen, „die noch aus dem Jahr 2002 Erfahrungen und Programme hat“.

+++ 7:10 Biologe: Nach der Flut droht Mückenplage +++
Je nachdem, wie sich das Wetter entwickelt, könnte auf die Flut in Deutschland eine Mückenplage folgen. Der Biologe Norbert Becker sagt: „Wenn es zum Beispiel jetzt nach wie vor sehr kalt bleibt, dann sind die nicht stechlustig und auch nicht fluglustig.“ Wird es hingegen warm, „dann kann man schon sagen, dass die sich sehr stark bemerkbar machen“ – und in manchen Bereichen zur Plage würden. Vor allem Auen und überschwemmte Wiesen können dann zum bevorzugten Hort der lästigen Tiere werden.

+++ 6:43 Landkreis Deggendorf kaum noch zu erreichen +++
Die Menschen im Landkreis Deggendorf warten fast vollständig vom Umland abgeschnitten auf ein Ende des Hochwassers. Die Donau ist hier über die Ufer getreten und hat weite Gebiete überschwemmt. Die A92 ist teilweise gesperrt. Nur noch wenige Straßen führen in die und aus der Region. In der Nacht evakuieren Helfer weitere 50 bis 80 Menschen.

+++ 6:26 Saale erreicht in Halle höchsten Stand seit 400 Jahren +++
In Halle steigt das Hochwasser der Saale auf den höchsten Stand seit 400 Jahren. Der Pegelstand beträgt nach den Worten eines Stadtsprechers mehr als acht Meter. Die Straßen am Rande der Altstadt werden dadurch wohl rund einen Meter hoch vom Wasser überspült. Grund dafür ist auch der steigende Grundwasserspiegel. Zudem ist ein Damm durch die Flut stark aufgeweicht. Einsatzkräfte versuchen, ihn mit Sandsäcken zu stabilisieren.

+++ 5:02 Schaden für Tourismus: Urlauber sagen ab +++
Die bayerischen Wirte klagen über sinkende Umsätze. „Es gibt viele Stornierungsanfragen in den Nachbarregionen ohne Hochwasser“, sagte eine Vertreterin des Branchenverbandes Dehoga. So würden Gruppen ihre Reservierungen absagen, die eine Fahrradtour an den Flüssen des Freistaats geplant hatten. Auch Busunternehmen, deren Reiseangebot eine Schiffsreise auf der Donau beinhaltete, zögen die Buchungen zurück oder führen bestimmte Regionen erst gar nicht an. Die Schifffahrt ist auf Bayerns Flüssen wegen des Hochwassers nur noch eingeschränkt möglich. Diese Verluste belasten die Gastronomen und Hoteliers noch zusätzlich zum langen Winter und dem verregneten Start der Freiluftsaison.

+++ 2:32 Deich in Bitterfeld gesprengt +++
Am vollgelaufenen Seelhausener See in Bitterfeld wird ein Stück Deich gesprengt. Zuvor war ein unkontrollierter Deichbruch befürchtet worden. Damit wäre eine erhebliche Menge an Wasser in die Stadt Bitterfeld geflossen.

Quelle: n-tv.de