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Aufarbeitung der Katastrophe

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserschutz

Der Hochwasser-Ausschuss von Dessau-Roßlau blickt auf die Juni-Flut zurück und diskutiert Schlussfolgerungen. Der Kleutsch-Sollnitzer Deich soll nun eher erhöht werden als bislang geplant.

 

Dessau-Roßlaus Hochwasserausschuss macht sich für eine Änderung der Prioritätenlisten für den Deichbau in und um Dessau stark: Der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz soll deutlich schneller erhöht werden als bislang geplant. Schon 1999 gebaut, fehlt dort auf 4,5 Kilometer ein halber Meter zu den Höhen, die das Bemessungshochwasser 2002 setzt. Elf Jahre später mussten Kleutsch und Sollnitz im Juni evakuiert werden, als Mulde-Pegel von über sieben Meter vorhergesagt wurden.

In der Prioritätenliste, die die Stadt gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz erarbeitet, hat der Kleutsch-Sollnitzer Deich bislang nur die Priorität 3 – und damit zwölf Hochwasserschutzprojekte vor sich. Für Gerd Möbius, Mitglied im Hochwasserausschuss, ein Unding. „Das ist eine Sollbruchstelle – und gehört mindestens auf das Niveau des Deiches Möster Höhen.“ Der ist Priorität 1. Eine Ewigkeit. Das Planfeststellungsverfahren dauert dort schon über zehn Jahre.

Dreieinhalb Monate nach der zweiten Jahrhundertflut innerhalb von elf Monaten haben Dessau-Roßlaus Katastrophenschützer im Hochwasserausschuss die große Bilanz vorgelegt. Gebildet nach dem Hochwasser 2002, ist dieser Ausschuss eine Dessau-Roßlauer Besonderheit, die nach 2007 schon in Frage stand, an deren Notwendigkeit spätestens seit Juni aber keiner mehr zweifelt.

Die Bilanz beschränkte sich nicht nur auf ein 1 200 Seiten starkes Einsatztagebuch mit über 3 000 Meldungen, die einen Eindruck geben, was in den zwei teilweise dramatischen Wochen im Juni alles im Katastrophenstab zu klären und zu entscheiden war.

Im Ausschuss wurde grundsätzlich Lob verteilt für die Arbeit des Katastrophenstabes, was Kritikpunkte nicht ausschloss. War die Evakuierung von Kleutsch und Sollnitz notwendig? „Es war eine schwierige Entscheidung. Doch die Prognosen der Pegel hatten uns keine Wahl gelassen“, verteidigte Oberbürgermeister Klemens Koschig die damalige Entscheidung. War die Informationspolitik des Katastrophenstabes ausreichend? „Nein“, fand Waldersees Ortsbürgermeister Lothar Ehm. „Vor allem am Anfang war das eine Katastrophe.“ Warum wurden in einigen Einsatzabschnitten Technische Einsatzleitungen zur Deich-Verteidigung gebildet, in anderen aber nicht? „Wir haben das vom Gefährdungspotenzial abhängig gemacht“, erklärte Martin Müller vom Katastrophenschutzstab, gab aber zu, „dass es da prinzipiellen Klärungsbedarf gibt“.

Aus den Reihen des Ausschusses gab es viele Hinweise. Zum Verbandsdeich in Mildensee, der eine gefährliche Lücke hat. Zum Ringdeich in Törten. Zum Zustand der Taube. Vor allem aber zum unzureichenden Pflegezustand der Deiche, den Ehm seit Jahren immer wieder anprangert. Im Juni wurde Waldersees Ortsbürgermeisters in seiner Skepsis bestätigt. Meterhoch habe das Grün an den Deichen gestanden. „Wir verbauen Millionen in Deiche und sparen Zehntausende beim Unterhalt“, sagte Jürgen König, Ortsbürgermeister von Großkühnau, und kritisierte zugleich, dass zu oft noch Bäume in den Deichen stehen. Im Bereich des Weinbergschlösschens sei das ein riesiges Problem. „Kommen die Bäume dort nicht weg“, sagte König, „werden wir das nicht mehr verteidigen.“

Ein Großteil der Kritiken war im Amt bekannt – und längst eingearbeitet in ein Papier, das in die Kategorien „Schlussfolgerungen“ und „Prioritäten“ geteilt war und im Ausschuss präsentiert wurde. Es enthielt große wie kleine Dinge. Die Katastrophenschützer wollen Aufgaben und personelle Besetzung der Technischen Einsatzleitungen neu definieren. „Die personellen Zuordnungen sind nicht mehr haltbar“, gab Müller zu. Dessau-Roßlau will die Anschaffung von Großpumpen prüfen. Im Juni halfen vor allem die Experten aus der Partnerstadt Ludwigshafen mit schwerer Technik aus. Mittelfristig wird der Neubau einer Lagerhalle auf dem Feuerwehr-Gelände in der Köckert-Straße angestrebt. Der Grund: Immer mehr Teile des mobilen Hochwasserschutzes sind fachgerecht vorzuhalten.

Die Arbeitsrichtlinien für die Wasserwehren sollen überarbeitet werden. „Die haben sich ausgezahlt“, lobte Großkühnaus Ortsbürgermeister Jürgen König das Engagement vieler Dessau-Roßlauer. Trotzdem gibt es Regelungsbedarf. An der Kommunikation wird gearbeitet. Die Katastrophenstäbe der Region werden direkt miteinander verbunden. Die für Dessau-Roßlau kritischen Stellen – „Mutter Sturm“ zwischen Kühnau und Aken sowie der Deich am Schöpfwerk Kapen – befinden sich alle an den Grenzen von kreisfreier Stadt und den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Im Juni hatte es da immer wieder Abstimmungsprobleme gegeben. Für die Ortsbürgermeister werden extra E-Mail-Verteiler geschaffen. Ein eigener, offizieller Facebook-Account wird angestrebt. „Wir sind im Juni zu oft den Meldungen hinterher gelaufen“, erinnerte Oberbürgermeister Koschig.

Nachgedacht wird aber auch über ganz einfache Dinge: Handys für die Wasserwehren. Hinweisschilder an den Deichen, die auf die aktuelle Hochwasserwarnstufe hinweisen und Schwarze Bretter für Pressemitteilungen. Auch wenn das Internet in der Krise ein wichtiges Kommunikationsmittel war. „Wir müssen auch an die älteren Menschen denken“, sagte König, der im Juni Zettel mit aktuellen Hochwasser-Meldungen an einige Deichscharten anbringen ließ.

Die Schlussfolgerungen fanden Zustimmung. Bei einigen Vorschlägen wird es darauf ankommen, die Finanzierung zu sichern. Bis auf den Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz war auch die vorgestellte Prioritätenliste Deichbau unstrittig. Sechs Projekte stehen dort in der Priorität 1. Mit dem Flutungs-polder Rösa ist ein Vorhaben dabei, das weit weg von Dessau-Roßlau scheint. Doch der Mulde-Polder bei Rösa könnte die Dessauer Mulde-Pegel entscheidend absenken. Außerdem Priorität 1 haben der Deich Möster Höhen, die Wasserstadt, deren Deichtor im Juni erheblichen Schaden genommen hat, die Jonitzer Mühle, das Gebiet um die Hubitzkellerschleuse bei Großkühnau und „Mutter Sturm“, das Hochufer zwischen Kühnau und Aken, das im Juni überspült wurde. Die Elbe floss nach Aken – und gefährdete sogar Mosigkau.

In der Priorität 2 stehen die Hochwasserschutzwand in der Südstraße in Roßlau, die nach Fertigstellung des Schöpfwerkes begonnen werden soll, der Deich am Schöpfwerk Kapen an der A 9, der Scholitzer See in Mildensee und ein Lückenschluss in der Kreuzbergstraße. Es folgen in der Priorität 3 die Senken in der Ludwigshafener Straße, der Reichardtswall – und der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz. Noch. Gespräche mit dem Landesamt für Hochwasserschutz sollen daran noch etwas ändern.

Quelle: mz-web.de

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Volksbank ehrt Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Dessau
Die Volksbank Dessau-Anhalt hat im Kernhaus 103 Freiwillige Feuerwehren für ihren Einsatz beim Hochwasser geehrt geehrt. 200 Euro gab es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg.

Dessau Es gibt Zahlen, die können selbst noch einen Bankvorstand beeindrucken. Die 103 zum Beispiel. „Ich hätte im Einzugsgebiet der Volksbank Dessau-Anhalt vielleicht mit 60 bis 80 Freiwilligen Wehren gerechnet. Aber 103 hat mich dann doch überrascht“, sagt Manfred Bähr. Vor allem ließ ihn das auch tiefer als erwartet in die Ertragskasse seines Instituts greifen. Denn nach dem jüngsten Hochwasser im Juni stand für seine Bank schnell fest, dass man ein finanzielles Zeichen der Anerkennung für den unermüdlichen Einsatz an vorderster Front leisten wollte. 200 Euro sollte es für jede Freiwillige Feuerwehr von Gommern über die Doppelstadt bis hin nach Griebo im Landkreis Wittenberg geben. Aus den veranschlagten 12.000 bis 16.000 sind am Ende 20.600 Euro geworden. Doch jeden einzelnen Euro sieht Bähr gut angelegt. Am Donnerstagabend lud die Volksbank zur Ehrung und stellvertretenden Scheckübergabe an elf Wehrleiter und Bürgermeister sowie Ortsbürgermeister in das Kornhaus.

„Den Ort haben wir ganz bewusst gewählt“, so Bankvorstand Bähr in seiner Ansprache zur Ehrung. Zuerst 2002 und dann in diesem Juni zum zweiten Mal, mit teils noch heftigerer Wucht, haben die Elbe und zahlreiche andere Gewässer gezeigt, wie trügerisch die Idylle dieser Tage sein kann. Denn vor vier Monaten hieß es hier Land unter. Bis auf vielleicht eine Stufe stand die gesamte Treppe am Kornhaus unter Wasser. Als Roland Schneider, der Chef der Dessau-Roßlauer Berufsfeuerwehr, diesen Scheitel am Donnerstag markierte, wurde schnell deutlich, dass die neue sichtbare Hochwassermarke die von 2002 locker übertrumpfen würde.

„Sie haben ihren Mann und ihre Frau gestanden“

Und doch ist Dessau-Roßlau, anders als viele andere Orte, mit einem blauen Auge davon gekommen. Einzelschicksale von zerstörten Kleingartenanlagen und Vereins- sowie Gasthäusern sind freilich diesmal nicht ausgeblieben. Doch haben die Deiche vor erheblicheren Schäden geschützt. Wo diese Maßnahmen alleine nicht ausreichten, haben viele Bürger mit angepackt und vor allem auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. „Sie haben in erster Reihe uneigennützig und mit einem bewundernswerten Engagement ihren Mann und ihre Frau gestanden“, lobt Bähr. Der ehrenamtliche Dienst an der Gesellschaft in der Freiwilligen Feuerwehr, für den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Dessau-Anhalt ist es „ein Ehrenamt, das mit dem Risiko für das eigene Leben verbunden, etwas Außergewöhnliches ist und deswegen unsere uneingeschränkte Hochachtung verdient“.

Diese lebensgefährlichen Situationen sind dem Akener Bürgermeister Hansjochen Müller noch lebhaft in Erinnerung. „Viele waren irgendwann nervlich am Ende, aber haben sich gegenseitig am Ärmel gepackt und das durchgestanden“, bewundert Müller den ungebrochenen Einsatzwillen. Selbst wenn das eigene Haus Opfer der Fluten wurde, kümmerten sich sehr viele erst um andere. „In dieser Situation haben die Bürger begriffen, wie wertvoll die Feuerwehr ist“, so der Akener Bürgermeister.

Auch Jürgen Dornblut, der Stadtwehrleiter von Zerbst, ist vom Engagement beeindruckt. „Wir haben maximale Pumpleistungen gefahren, um nicht evakuieren zu müssen. Bis auf wenige Häuser ist uns das glücklicherweise gelungen. Dafür haben viele bis zur Erschöpfung gearbeitet und sind manchmal an ihren Pumpstationen eingeschlafen“, erinnert er sich. Doch es bleiben ihm auch sehr andere beeindruckende Bilder im Gedächtnis. Von der Bevölkerung, die größtenteils auch uneigennützig mit anpackte, wo Hilfe nötig war, und vor allem von den Jugendlichen.

Quelle: mz-web.de

Kleingärtner in Dessau erhalten Soforthilfe

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Dessau, finanzielle Hilfen
Nach dem Hochwasser flossen viele Spenden, jetzt gilt es die Summen auf die Betroffenen aufzuteilen. In Dessau erhalten Kleingärtner 350 Euro Soforthilfe. Das hat die Spendenkommission bei ihrer ersten Beratung beschlossen.

34 besonders von der Flut betroffene Kleingärtner sollen vom städtischen Hochwasser-Spendenkonto eine nicht zurückzahlbare Soforthilfe von 350 Euro bekommen. Das hat die Spendenkommission Hochwasser beschlossen, die sich in dieser Woche unter Leitung vom Dessau-Roßlauer Sozialdezernenten Gerd Raschpichler konstituiert hat. Der Kommission gehören vor allem Stadträte an. Auf der nächsten Tagung am 19. September sollen aber auch Vertreter von Wohlfahrtsverbänden beratend teilnehmen.

Mit Datum vom 20. August waren auf dem Hochwasser-Spendenkonto der Stadt 84 258,58 Euro eingegangen. Davon wurden 4 568,97 Euro zweckgebunden eingezahlt, so dass insgesamt 79 689,61 Euro als Spendenmittel aufgeteilt werden können. Die Summe wurde von 549 Spendern aufgebracht.

Grundsätzlich hat sich die Kommission darauf verständigt, dass das Spendengeld für Härtefälle verwendet werden soll, bei denen andere Förderprogramme und Hilfe nicht zum Tragen kommen. „Für alle Antragsteller gilt, zuerst die verfügbaren staatlichen Programme auszuschöpfen, die zusätzlich noch durch Zahlungen von Wohlfahrtsverbänden aufgestockt werden können“, verdeutlichte Stadtsprecher Carsten Sauer. „Es soll auf diese Weise sichergestellt werden, dass die Spenden nur an die ausgezahlt werden, bei denen andere Hilfen nicht greifen“, erläuterte Raschpichler das Verfahren. Über den Weg des Zuwendungsbescheides soll eine Rückzahlung vereinbart werden, wenn der Geschädigte noch auf anderem Wege finanzielle Unterstützung erhält.

Insgesamt sind bei der Stadt bislang 88 Anträge auf Hilfe eingegangen. 34 stellten Pächter aus Kleingartensparten, die nun eine Soforthilfe erhalten, trotzdem aber bei der weiteren Verteilung der Spenden berücksichtigt werden. Schon jetzt sei, so Sauer, absehbar, dass die Spendensumme nicht ausreichen wird, um alle Härtefälle auszugleichen. „Wer den Hochwasseropfern noch finanziell unter die Arme greifen möchte“, appellierte deshalb Raschpichler, „kann dies auch jetzt noch tun.“

Das Spendenkonto ist bei der Stadtsparkasse Dessau eingerichtet. Die Kontonummer ist 115009558, die Bankleitzahl 80053572. Der Betreff ist „Spendenkonto Hochwasser 2013“

Quelle: mz-web.de

Baustelle am Rossel-Schöpfwerk liegt sechs Wochen still

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserschutz

Das Juni-Hochwasser und die zweite Welle Anfang Juli sorgten dafür, dass die Baustelle vom Rossel-Schöpfwerk sechs Wochen still gelegt wurde. Wertvolle Zeit ging dadurch verloren. Doch die Bauleitung hält weiterhin fest am Fertigstellungstermin Ende April 2014.

„Wir rücken nicht ab von dem Fertigstellungstermin. Noch nicht.“ Zu dieser Quintessenz verdichtet Olaf Hoffmann die Erkenntnisse der Bauberatung am Montag. Hoffmann ist Projektverantwortlicher des Bauherren LHW, des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Und das Projekt ist das Rosselschöpfwerk in Roßlau.

Die Beratung im Baucontainer auf der Stadtseite der Südstraße ist eine ganz reguläre. Im Turnus von zwei Wochen treffen Bauherr, Oberbauleitung, Baufirma und Bauüberwachung zusammen, um die aktuellen Schritte für das Großvorhaben abzusprechen und zu veranlassen. Die Stadt Dessau-Roßlau mit dem Umweltamt als Genehmigungsbehörde ist immer dabei.

Dieser Rhythmus hat sich seit anderthalb Monaten wieder stabilisiert. Vorher war Hochwasser, Katastrophenalarm und die Baustelle geflutet. „Die Natur hat es uns einmal mehr gezeigt, wer am längeren Hebel sitzt“, stellt Oberbauleiter Gerd Kade lakonisch fest. Als das Elbehochwasser von Tag zu Tag aufwuchs, den Rosselzulauf zurückstaute und die Prognosen für den Scheitel immer höher kletterten, war die Baustelle zu räumen. Am 31. Mai wurde alles an Material und Maschinen gesichert, was nicht niet- und nagelfest war. Rossel und Elbe fluteten die Baustelle für das Schöpfwerk, das den Flüssen ja ihre Schrecken nehmen soll. Aber eben nicht fertig ist.

In den Fluten versunken waren Bewährungen und Schalungen für die Mittelwand und Seitenflügel des Sielbauwerkes. Diese Teile mussten demontiert, gesäubert und zum Teil erneuert werden. Was bis zur Flut fertig war, das habe dem Wasser auch standgehalten, blickt Olaf Hoffmann zurück: Die Bohrpfähle als Gründung für das Sielbauwerk stehen nach wie vor an Ort und Stelle, wie 56 Zinnsoldaten. „Land unter“ aber hat vor allem eines gekostet: Zeit. In Summe verloren gegangen sind sechs Wochen. Von der warmen Jahreszeit, in der normalerweise die Baustellen „brummen“.

Der Rückstand ist beträchtlich. Nach ursprünglicher Planung sollte zur Jahresmitte 2013 mit dem Sielbauwerk das erste große Teilbauwerk des Projektes erledigt sein. Und die Rossel längst wieder in ihr angestammtes Bett zurückverlegt sein. Dies zu widerlegen, genügt schon der Blick vom Straßenrand: Noch immer markieren Spundwände und Big Packs die zeitweilige Rossel-„Umleitung“ und senken die Weidenbäume ihre Blätter zur Erde anstatt über dem Wasserspiegel des Flüsschens.

Um jetzt die Zeit ein Stück weit aufzuholen, suchen Bauleitung und Baufirma Möglichkeiten, die zwei Teilprojekte Absperrwerk und Schöpfwerk parallel voranzutreiben. Ursprünglich sollte ein Abschnitt nach dem anderen realisiert werden. Aber das waren die Pläne vor dem Hochwasser.

Auf neue Termine wollen sich Projektleiter Hoffmann und Oberbauleiter Kade nicht mehr festlegen. „Wir wissen doch nicht, wann und mit welcher Härte der Winter kommt.“ Aber am „Endziel“ hält man heute noch fest. Und das ist der 30. April 2014.

Quelle: mz-web.de

Tourismus in Dessau – Hochwasser sorgte für Einbußen

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Dessau

Nach dem verheerenden Hochwasser im Juni bekommt der Fahrradtourismus in der Region langsam wieder Schwung. Ausgebremst wird die Freude darüber aber von vielen Holperpisten, die durch das Hochwasser entstanden sind und nun wieder repariert werden müssen.

Die Fahrradsaison 2013 hakt Walter Schaller, Mobilitätsberater und Fahrradverleiher bei der DVV, jetzt schon ab, egal wie lange das Sommerwetter noch anhält. „Nur noch rund die Hälfte der Fahrrad-Ausleihen im Vergleich zum Vorjahr werden es wohl sein“, schätzt Schaller. Vom Wetter her war 2012 durchwachsen. Trotzdem zeigten sich die Radtouristen erstaunlich robust und liehen sich regelmäßig Drahtesel an der Mobilitätszentrale am Hauptbahnhof aus. Anders in diesem Jahr: „Ein extrem spätes Frühjahr, Regen, Hochwasser, Mücken“, zieht Schaller Bilanz. Vor allem die zwei Wochen im Juni, als der Katastrophenfall in der Stadt wegen des Hochwassers ausgerufen wurde, haben für einen ordentlichen Einbruch gesorgt. Über sechs Wochen ist das jetzt her, das Wasser längst verschwunden und vom Land Kampagnen geschaltet, um den Tourismus, auch den auf zwei Rädern unter anderem im Dessau-Wörlitzer Gartenreich wieder anzukurbeln.

Holländer entsetzt

Doch genau darin liegt für den Fahrradverleiher die Krux. Gut gemeint ist noch längst nicht gut gemacht. „Wir haben Hochglanzbroschüren und Plakat-Aktionen. Die Vermarktung funktioniert. Unser Problem ist aber, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen.“ Denn Radwege in der Umgebung gleichen Holperpisten. „Jeden Tag länger mit den Reparaturen an den Routen zu warten ist fahrlässig“, ist Schaller überzeugt und erzählt von einer Gruppe niederländischer Radtouristen, die über den Europaradweg R1, von Berlin nach Amsterdam, auch durch das Gartenreich fuhren. Entsetzt erzählten sie, dass sie nie wieder durchs Gartenreich mit ihren Rädern touren…

Da Radtourismus viel von Mundpropaganda lebt, schwant Schaller nichts Gutes. Geld für die schnellstmögliche Ausbesserung der Flutschäden sieht er langfristig viel sinnvoller angelegt als in kurzfristigen Kampagnen. Auch wenn nach seinen Beobachtungen Radtouristen diesen Sommer sehr viel weniger im Stadtbild vorkommen, liegt insgesamt der Tourismus nicht total am Boden. „Die Bildungsreisenden sind ja da.“ Schaller meint die europäischen Touristen und Gäste aus Fernost, die z.B. die Bauhausstätten, auch per Zweirad, erkunden. „Als Radreiseveranstalter ging vier bis sechs Wochen gar nichts. Jetzt kommen langsam wieder Anfragen. Trotzdem ist es an der Elbe ein verlorenes Jahr“, bilanziert Ralf-Peter Weber, Betreiber von Flusskultur Radreisen.

Als Hotelier spürte er mit bis zu 30 Prozent Stornierungen seit dem Hochwasser auch eine große Verunsicherung vor allem bei Radtouristen. Jetzt pendele sich aber alles langsam wieder ein, ist der Chef des Hotels „An den 7 Säulen“ zuversichtlich. Manche Touristen haben ihre Vorhaben gleich ganz auf das nächste Jahr verschoben. Andere kommen trotzdem. „Radfahrer sind meist sehr gut informiert“, beobachtet Weber. Viele Beratungen haben er und sein Team zu Umleitungen und Alternativrouten durchgeführt. Trotzdem mahnt auch er eine schnelle Beseitigung der Flutschäden auf den Radrouten an. „Der Tenor, macht einen großen Bogen um Sachsen-Anhalt, sollte sich möglichst nicht verbreiten“, erklärt er. Denn Radtourismus hat sich in der Stadt zum wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Auch Übernachtungen rückläufig

Bis zu einem Drittel Buchungsrückgänge im Vergleich zu den Vorjahren erwartet Lars Dähne, Betreiber des Elbufercamps, einem Anbieter von Kanu- und Radtouren. Die Kanutouren laufen. „Bei Radtouren warten viele lieber bis zum nächsten Jahr ab“, beobachtet auch Dähne. Das spürt er auch als Chef der City-Pension in der Ackerstraße. „Radtouristen sind ein wichtiger Teil unseres Gästemixes. Deshalb werden erstmals die Übernachtungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig sein“, vermutet der junge Unternehmer. Auch andere sind skeptisch. An der Route zur Gartenreichtour gelegen, beseitigen Handwerker letzte Flutschäden an der Bauernstube Stillinge. Am Freitag ist die Wiedereröffnung geplant. „Wir sind zuversichtlich, weil wir viele Zielgruppen haben“, sagt Inhaberin Marion Giewat. „Müssten wir nur vom Radtourismus leben, dann sähe es derzeit düster aus“, ist die Gastwirtin überzeugt.

Quelle: mz-web.de

Viel Bewegung bei Kleingärten nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserfolgen

Nach den Kleingartenanlagen Eschenweg und Braunsche Lache haben vorigen Sonntag auch die Mitglieder der Gartensparte „Waldfrieden“ das Ende ihres Vereines beschlossen. Damit werden 170 Gärten aufgelöst und die Anlagen der Natur zurückgegeben. Für die Auflösung des „Waldfrieden“ hat der Stadtverband zehn weitere Arbeitskräfte beim Jobcenter beantragt.

Noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft haben die Mitglieder im Verein „Schillerpark, Abteilung III“ getroffen. Etwa 55 Prozent der rund 150 Kleingärtner sind für aufgeben, der Rest würde weitermachen. In der Diskussion ist jetzt eine schrittweise Auflösung, gestaffelt über mehrere Jahre. Anfang September gibt es dazu eine Mitgliederversammlung. Wie der Stadtverband informiert, haben rund 100 Gartenfreunde aus den Anlagen, die sich auflösen, in anderen Vereinen wieder Parzellen gepachtet.

In den Anlagen, die vom Hochwasser betroffen waren, die aber weitermachen, wurden bisher 60 bis 70 Gärten abgegeben.

Für die Maßnahme des Jobcenters stehen Mittel des Bundes zur Beseitigung von Hochwasserschäden zur Verfügung. In Dessau laufen insgesamt drei Maßnahmen – eine beim Gartenverband und zwei bei der Stadt. Letztere beginnen diese Woche mit der Beräumung von Rad- und Wanderwegen sowie des Grabensystems. Insgesamt werden 130 Langzeitarbeitslose im Einsatz sein. 200 000 Euro hat der Bund dafür bereitgestellt.

Quelle: mz-web.de

Echte Freunde

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Dessau

Ludwigshafener übergeben im Rathaus Spenden an Betroffene. Bereits vor elf Jahren kamen finanzielle Hilfen aus der Partnerstadt. Das Benefizkonzert fand schnell großen Zuspruch.

Weihnachten ist für Katharina Fiedler ein magischer Termin. „Da möchte ich wieder ein Zuhause haben und in Ruhe mit meinen Kindern eine Kerze anzünden“, wünscht sich die Akenerin. Ihr Haus ist in der Juni-Flut untergegangen. Bis zur Decke war der Keller mit Wasser gefüllt. Wochenlang. Nachdem das Flusswasser am 4. Juli ausgepumpt war, lief Grundwasser nach. Fast genauso viel. Katharina Fiedler ist mit ihren Nerven am Ende. Sie wohnt in einer Notunterkunft, kämpft verzweifelt um ein Stück Normalität in ihrem Leben und dem ihrer Kinder. „Mein Sohn hat am Mittwoch eine Lehre angefangen, er braucht doch seine ganze Kraft dafür“, ist sie mehr als verzweifelt.

Ein kleines Zeichen der Hoffnung gab es Freitagnachmittag im Rathaus für sie und zwei weitere betroffene Familien. Ludwigshafens Bürgermeister Wolfgang van Vlieth und Vertreter der Guggenmusikgruppe „Die Huddelschnuddler“ sind nach Dessau gekommen, um Hochwasseropfern eine Spende zu übergeben. Auf ihren Wunsch hin sollten Mitarbeiter der Dessau-Roßlauer Stadtverwaltung bedacht werden.

„Die Partnerschaft lebt“

Ein Benefizkonzert haben die „Huddelschnuddler“ am 5. Juli in ihrer Heimatstadt durchgeführt. „Wir haben dies vor elf Jahren auch schon gemacht“, erzählt Jockel Mendel, der Chef der Truppe, „damals waren wir noch eine junge Gruppe und noch gar nicht so bekannt.“ Die Idee, mit solch einem Konzert den Bürgern der Partnerstadt Hilfe zu leisten, fand schnell und großen Zuspruch. Nicht nur bei Bürgermeister Wolfgang van der Vlieth. „Diese Initiative und deren Ergebnis ist für mich der schönste Beweis, dass die Partnerschaft lebt und die Solidarität in den Herzen der Bürger lebt“, sagte er Freitagnachmittag im Dessauer Rathaus. „Ich bin stolz auf meine Bürger.“

Zurecht. Stolze 9 000 Euro sind der Erlös des Benefizkonzertes. „Wir haben viele Gruppen und Unterstützer gewonnen, so dass es ein rundum gelungene Veranstaltung war“, berichtete Jens Huthoff, Musiker der „Golden Memory“. „Das Leid, das den Leuten hier widerfahren ist, ist für uns gar nicht begreifbar“, gibt er zu. „Aber wir sehen uns als Freunde, und denen helfen wir, wenn es nötig ist.“

Hilfe ist dringend nötig. Auch bei Elke und Roger Duczek aus Diebzig. Er ist Feuerwehrmann bei der Dessau-Roßlauer Berufsfeuerwehr und war hier im Katastropheneinsatz, während sein Zuhause absoff. „Ich konnte doch dort nichts machen, also wollte ich wenigstens in Dessau helfen“, erzählt er. Das Eigenheim der Duczeks, ein Fertigteilhaus, ist unbewohnbar. Schimmel hat sich gebildet. „Wir stehen vor dem Nichts, wissen noch nicht mal, ob wir das Haus sanieren können“, so Elke Duczek. Auf rund 100 000 Euro schätzen sie den Schaden. „Wir werden wohl auf mehr als der Hälfte sitzenbleiben“, fürchten beide, „denn die Versicherung zahlt nicht alles.“

Die Erinnerung an die Tage, als das Wasser kam, wühlt Elke Duczek noch immer auf. „Wir haben die Tiere schreien hören, wir haben gewusst, wir gehen unter, wir wussten nur nicht, wie tief.“ Am Ende war Diebzig, ein kleines Dorf im Landkreis Köthen, von drei Seiten vom Wasser umzingelt.

„Diese Mühe hat sich gelohnt“

Sichtlich betroffen lauschen dieGäste aus Ludwigshafen den Schilderungen und schauen sich die mitgebrachten Fotos an. Auch Silke Knopf und ihre Familie hat es arg erwischt. Sie wohnt in Lödderitz im Salzlandkreis. Das Wasser strömte ins Erdgeschoss ihres Hauses. Inzwischen sei der Fußboden raus und der Putz abgeklopft. Bewohnbar ist das Haus also noch lange nicht. „Wir hoffen auf Weihnachten“, sagt Silke Knopf. Auch der gesamte Hausrat sei hin. Den Gesamtschaden schätzt die Familie auf „weit mehr als 50 000 Euro“. Geld von der Versicherung gibt es nur für den Hausrat. Das Gebäude war nicht versichert. Die staatlichen Fluthilfeprogramme greifen noch nicht und müssen erst beantragt werden. Und ob sie da Geld bekommen, wüssten sie ja auch gar nicht, schildert das Paar seine Sitution. Jeder Euro zählt also.

Die 3 000 Euro, die jeder Familie am Freitag überreicht wurden, sind also bei allen Dreien an der richtigen Adresse. „Ich freue mich riesig und weiß gar nicht, was ich sagen soll“, bringt Katharina Fiedler ihr Gefühl zum Ausdruck und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Auch die Ludwigshafener schlucken schwer. „Wir wissen jetzt, diese Mühe hat sich gelohnt“, nimmt nicht nur Jens Huthoff bewegende Eindrücke mit nach Hause.

Quelle: mz-web.de

Jungtiere hatten keine Chance

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Dessau

Das Hochwasser reißt gravierende Lücken in den Wildbestand. Über 80 Prozent der jungen Rehe in diesem Jahr haben nicht überlebt. Viele Tiere haben ihr Revier in ein anderes Gebiet verlegt. Die Jäger sollen in den kommenden Monaten behutsam vorgehen.

 

Nicht „das Hochwasser“ im Allgemeinen, sondern „dieses Hochwasser“ im Besonderen vom Juni 2013 hat die Wildtierwelt in Wald, Feld und Flur auch in und um Dessau-Roßlau böse erwischt. Zu dem Schluss kommt Kreisjägermeister Michael Mitsching, nachdem peu à peu die überfluteten Flächen abgetrocknet sind und die Jäger ihre Reviere wieder befahren und in Augenschein nehmen konnten.

Mitsching war Anfang Juli auf Tour. Gemeinsam mit Anke Lange von der Unteren Jagdbehörde in der Stadtverwaltung Dessau-Roßlau und Ulrich Mette von der Oberen Jagdbehörde am Landesverwaltungsamt Halle. Was die drei zu sehen bekamen, erhielt unisono die gleiche Bewertung: „Schlimm!“

Wildtiere aller Arten haben den Kampf mit der entfesselten Natur mit ihrem Leben bezahlt. Auch die Waidmänner selbst hat das Hochwasser 2013 aus zweierlei Gründen überrascht, um nicht zu sagen überrumpelt: Nach den starken Regenfällen im April/Mai führten in der Region drei Flüsse zugleich Hochwasser: die Elbe, die Mulde und die Saale. Dazu kam zweitens die ungewohnte Zeit und Dauer der Flut. Sie setzte ein, als die Natur alles auf Wachstum ausgerichtet hatte: Die Vegetation in Wald und Wiese war in der Flora eben wie explodiert, die Tiere umsorgten in der Fauna in der sogenannten Brut- und Setzzeit ihren Nachwuchs.

Gerade die Jungtiere aber wurden zu den Opfern des Hochwassers. Sie waren zu klein und zu schwach, um sich den Wassermassen entgegenzustemmen, schafften auch die Flucht nicht in höher gelegene Rückzugsgebiete. Auf den Wiesen stand zum Beispiel das Gras vor der ersten Heumahd noch kniehoch. Und dann kam das Wasser. „So ein winziges Kitz hatte überhaupt keine Chance und musste ertrinken“, spricht Mitsching von dramatischen Ereignissen, die sich im Juni in der heimischen Tierwelt abspielten.

Die Ausfälle beim Rehwild sind eklatant. Die Jäger in Dessau-Roßlau rechnen mit 80 bis 100 Prozent Verlusten bei den Jungtieren vom Jahrgang 2013. Wenig Überlebenschancen hatten auch die Jungtiere, die in Erdbauten aufwachsen wie Fuchs und Dachs, Feldhamster oder Maulwürfe.

Die erwachsenen Tiere hingegen haben auf der Flucht vor dem Wasser ihre Reviere verlassen. Damwild, Rotwild (um Kleutsch oder Sollnitz) und Schwarzkittel als erfahrene Tiere vielleicht sogar der Gefahr „vorausschauend“. Diese Wildarten können auch ganz gut schwimmen.

Von Natur aus besser dran ist „alles, was fliegen und schwimmen kann“, beschreibt Michael Mitsching dem Laien das unter Jägern so genannte Niederwild. Enten, Schwäne, Haubentaucher oder Fasane sind wohl den Hochwassergewalten entkommen. Aber auch sie haben ihren Nachwuchs in Gelegen und Nestern verloren. Hier rechnen die Jäger über alle Bruten des Jahres mit deutlich geringeren Zuwächsen in den Populationen.

Auch die Hochwasser-Nachlese gibt Anlass zu Sorgenfalten bei den Jägern und Jagdfreunden. Vier Wochen meldeten ganze Landstriche „Land unter“. Die Hinterlassenschaft sind oftmals verschmutzte Tümpel und Wiesen. „Was meterweit gegen den Wind nach Jauche stinkt, das wird kein gesundes Tier fressen oder saufen“, weiß Mitsching von den zu erwartenden Folgeschäden in bestimmten Tierbeständen.

Umso bedeutsamer ist für die Jäger jetzt die sorgfältige und zurückhaltende Beurteilung der aktuellen Bestände. Denn die Reviergrenzen der Tiere haben sich aufgrund der Notsituation deutlich verschoben. „Während beispielsweise an der einen Stelle kein Stück Rehwild mehr zu finden ist, tauchen anderswo plötzlich ungeahnte Mengen auf“, beschreibt der Kreisjägermeister die Lage. Nun habe der Jäger zwar (gemäß Bundesjagdgesetz) eine Jagdpflicht. Aber ebenso die Pflicht zur „Hege eines gesunden, artenreichen Wildbestandes“. Und weil die Jäger ihre Reviere kennen, wissen sie, dass zum Beispiel Rehe sehr standorttreu sind und schnellstmöglich in ihr vertrautes Terrain zurückkehren. „Also wird der erfahrene Jäger den plötzlichen ,Überschuss’ nicht vorschnell erlegen. Das Wild muss nach dem Schock erst einmal wieder zur Ruhe kommen.“ Für Mitsching brauchen die Jäger neben ihrer ruhigen Hand gerade jetzt sehr viel Fingerspitzengefühl.

Dieser Grundhaltung folgen auch die Jagdbehörden. Und setzen den Abschussplan für das Rehwild zunächst für ein halbes Jahr aus. Danach bewerten die Experten vom Amt und Jagd-Ansitz die Lage neu.

Bis dahin haben die Waidmänner und -frauen in den Jagdrevieren ohnehin noch große Flurschäden zu beräumen. Der Druck des Hochwassers hat etliche Einrichtungen wie Hochsitze, Kanzeln, Leitern oder Salzlecksteine förmlich zerlegt oder mit Treibgut behängt.

Für diese Schäden gibt es keinen Ersatz und kommt keine Versicherung auf. Das macht einzig der Jäger. Er allein entscheidet, worauf und wie er jagt. Und er ist in seinem gepachteten Revier allein auch Herr des Wiederaufbaus.

Quelle: mz-web.de

Neun Sparten arg betroffen

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Dessau

Nach dem Hochwasser 2002 hatte die Mehrzahl der betroffenen Kleingärtner damit begonnen, die Anlagen wieder herzurichten. Elf Jahre später haben viele der Vereinsmitglieder die Kraft nicht für einen Neubeginn oder auch Angst, dass das nächste Jahrhunderthochwasser nicht lange auf sich warten lassen könnte. In anderen Sparten profitiert man davon. Neben der „Freundschaft“ erhalten unter anderem leer stehende Parzellen des Kleingartenparks „An den Kümmerlingen“ wieder eine Zukunft. Vom Hochwasser arg betroffen waren im Juni folgende Gartensparten: Küchengarten, Am Schillerpark – Abteilung 3, Eschenweg, Stillinge, Gänseanger, Landhaus, Braunsche Lache, Scheplake und Waldfrieden. Die Schäden liegen den Schätzungen des Stadtverbandes der Gartenfreunde in Millionenhöhe. Nach dem Juni-Hochwasser wird – anders als noch nach der Katastrophe vor elf Jahren – darüber diskutiert, ob man Land an die Natur zurückgibt und Mitglieder in anderen Anlagen ansiedeln kann.

Quelle: mz-web.de

Stadt Dessau-Roßlau sucht Helfer

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Als „zentrale Herausforderung“ betrachtet der Katastrophenschutzstab der Stadt Dessau-Roßlau den weiteren Rückbau von Hochwasserschutzanlagen. Hier kommen derzeit unter anderem Kräfte der freiwilligen Feuerwehren zum Einsatz. Die Stadtwerke wollen mit Personal und Technik den Sandsackrückbau bei „Mutter Sturm“ unterstützen.

Für den Rückbau der Sandsackwälle in der Wasserstadt und der Südstraße in Roßlau sucht der Katastrophenstab freiwillige Helfer. Er ruft deshalb die Bürger auf, sich an den Arbeiten zu beteiligen. „Es sind ja große Mengen an Sandsäcken, die wieder beiseite geschafft und abtransportiert werden müssen“, umschreibt der Leiter des Stabes, Roland Schneider, die enorme Herausforderung. Ansprechpartner vor Ort sind in der Wasserstadt Stadtwehrleiter Olaf Braun und an der Südstraße in Roßlau Einsatzleiter Enrico Schammer.

Nach ersten Berechnungen wurden in der Zeit des Hochwassers in Dessau-Roßlau etwa 6000 Tonnen Sand in etwa eine Million Sandsäcke und rund 4000 riesige Sandsäcke, so genannten Big Bags, gefüllt. Zusätzlich wurden noch 1000 Tonnen Steine und Schotter verbaut.

Um 6.15 Uhr konnte heute für die Mulde die Hochwasserwarnstufe 3 auf die Stufe 2 reduziert werden, für die Elbe gilt weiter die Stufe 3. Um 8 Uhr wurden für die Mulde an der Dessauer Muldebrücke 4,52 Meter und für die

Elbe am Leopoldshafen 6,29 Meter gemessen.

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Hochwasser beschädigte Friedensbrücke

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

In Dessau-Roßlau ist noch immer nicht gewiss, ob die durchs Hochwasser beschädigte Friedensbrücke weiter befahren werden kann. Statiker haben das Bauwerk untersucht und wollen nun ein Gutachten über die Standfestigkeit vorlegen. Das Muldehochwasser hatte der Brücke erheblich zugesetzt. Über die Friedensbrücke verläuft die B185, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region.

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Tafel in Dessau wieder geöffnet

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Seit Dienstag voriger Woche war die Dessauer Tafel in der Wasserstadt geschlossen. Die Versorgung von Bedarfsgemeinschaften daher war ausgesetzt, kann nun aber wieder beginnen.

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Spenden für Flutopfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Dessau

Die Fußball-Klubs Rasenballsport Leipzig und Hertha BSC setzen sich für die Hochwasser-Opfer ein und haben eine Testpartie zum Benefizspiel erklärt.

Alle Einnahmen der Begegnung am 13. Juli (15 Uhr) in Dessau werden gespendet, teilte Drittliga-Aufsteiger Leipzig mit. Das Geld soll Sportvereinen der Region zugutekommen und zur Beseitigung von Flutschäden eingesetzt werden. „Wir möchten mit diesem Benefiz-Spiel zusammen mit Hertha BSC unseren Teil dazu beitragen, den Menschen schnell zu helfen, ihnen Mut zu geben und den vielen Helfern einen großen Dank auszusprechen“, sagte Geschäftsführer Ulrich Wolter. (dpa)

Quelle: tagesspiegel.de

Katastrophenschutzstab warnt vor Betreten der Hochwasserschutzanlage

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Der Katastrophenschutzstab Dessau-Roßlau weist erneut darauf hin, dass neben den Hochwasserschutzanlagen vor allem auch die Überflutungsbereiche nicht aufgesucht werden dürfen, zumal sie durch Absperrungen sichtbar gekennzeichnet sind. Auch im Vorderen Tiergarten, trotz sinkender Mulde, herrscht weiterhin eine Strömung. Es können Hindernisse angeschwemmt werden. Insofern sollte die Warnung, die bis auf Weiteres gilt, von allen Bürgerinnen und Bürgern auch ernst genommen werden.

Die derzeitigen Pegelstände in Dessau:
Mulde, Dessau-Muldebrücke, 10:00 Uhr: 4,96 m
Elbe, Dessau-Leopoldshafen, 10:00 Uhr: 6,80 m

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IHK-Hochwasser-Hotline für Unternehmen

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Dessau

 

Zur schnellen Information und Unterstützung der durch das Hochwasser betroffenen Unternehmen hat die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau eine Hotline unter 0345 2126-424 eingerichtet. Hier werden betriebliche Schadensmeldungen entgegengenommen und Informationen zu Kontaktstellen vermittelt.

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Aken: Pegel an Elbe und Saale sinken

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Dessau

Der Pegelstand der Elbe bei Aken sinkt derzeit kontinuierlich um etwa drei Zentimeter aller zwei Stunden. Auch an der Saale sind sinkende Pegelstände zu verzeichnen. Die Dämme entlang der Elbe zwischen Aken und der Landkreisgrenze sind zwar stark beansprucht, halten aber derzeit, berichtet der Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Hochwasser 2013 Mulde & Elbe in Dessau

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Dessau

05.06.2013 Hochwasser, Überschwemmung und Flut in Dessau 2013. Hier fließt die Mulde in die Elbe und es werden Höchststände erwartet. Der Katastrophenalarm wurde bereits großflächig ausgerufen. Die Mulde hat aktuell auf dem Weg durch Sachsen-Anhalt nach Dessau seine Spuren hinterlassen. So ist in Bitterfeld bereits ein Damm gebrochen und das Wasser fließt. Stark betroffen von der Mulde sind aber sehr viele Orte und Städte, wie Bad Schandau, Bitterfeld, Halle, Grimma und viele andere… Höchste Pegel werden auch von der Elbe erwartet, wo man gespannt auf die Pegelstände nach Sachsen insbesondere nach Dresden schaut. Die Pegel liefern gute Anhaltspunkte zur weiteren Entwicklung der Wasserhöhen.