Archiv für die Kategorie ‘NRW’

Viel Solidarität nach Hochwasser

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Die 91-jährige Greta Becker aus Bergisch Gladbach hatte nach den Unwettern alles verloren. Ihre Wohnung war überschwemmt, die Möbel zerstört. Zahlreiche Menschen boten der Seniorin Hilfe an.

Bergisch Gladbach. Eine Welle der Solidarität hat der Artikel im „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die 91-jährige Greta Becker aus Bergisch Gladbach ausgelöst. Wie in der Ausgabe vom 1. Juli berichtet, war in die tiefer gelegene Parterre-Wohnung der Seniorin an der Hammermühle innerhalb von Minuten sehr viel Wasser geströmt. Die Seniorin verlor infolgedessen alle ihre Besitztümer und musste ausziehen. Eine Caritas-Mitarbeiterin, die in der betreuten Wohneinrichtung eher zufälligerweise vor Ort war, konnte die Seniorin noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. „Es hätte noch schlimmer kommen können“, sagt Schwiegertochter Marion Dömkes-Becker – wäre die Seniorin in dem reinströmenden Wasser gestürzt, hätte sie auch ertrinken können.

Nach dem Unglück lebte die Seniorin bei ihrem Sohn Holger Becker – und erlebte große Hilfsbereitschaft. „Viele Menschen haben ihr Möbel angeboten“, erzählt Becker. Auch ein liebevoll zusammengestelltes, großes Paket mit Duschgel, Handtüchern, einem „Wohlfühl-Tee“ und weiteren Dingen für den täglichen Bedarf stand vor der Tür „Leider konnten wir uns nicht persönlich bedanken, weil auf dem Paket lediglich der Name der Absenderin vermerkt war, aber keine Adresse oder Telefonnummer“, sagt Dömkes-Becker, hörbar gerührt über die Hilfsbereitschaft.

Fassungslos und zornig hatte die Familie Becker sich nach dem Ereignis schriftlich an die Verwaltung des Rheinisch-Bergischen Kreises und an den Bergisch Gladbacher Bürgermeister Lutz Urbach gewandt, um nach den Ursachen und den Verantwortlichen für die große Überschwemmung zu fragen. Urbach habe rasch, freundlich und umfassend geantwortet, so Becker, und in seinem Schreiben erklärt, dass das Gebäude laut den Hochwassergefahrenkarten für die Strunde in einem Überschwemmungsgebiet liege. Der Schaden sei aufgrund einer abgesenkten Böschung entstanden und empfiehlt den Hausbesitzern „wegen der offensichtlichen Gefahrenlage“ dringend „Maßnahmen zum Objektschutz“. Greta Becker ist jüngst in das Haus zurückgezogen. Ins Obergeschoss – überflutungssicher. Becker: „Mit vereinten Kräften konnten wir ihr wieder ein lebenswertes Umfeld schaffen.“

Quelle: ksta.de

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Bevor die nächste Flut kommt

Veröffentlicht: August 5, 2013 von fluthelfer in NRW

Nach dem großen Aufräumen geht es vielen jetzt um einen möglichst umfangreichen Schutz vor dem nächsten Jahrhundertregen. Betroffene Gladbacher können aber problemlos Elementarversicherung abschließen.

Am 20. Juni regnet es im Rheinisch-Bergischen Kreis wie aus Eimern. Die Rede ist von einem Jahrhundertereignis. Bis zu 51 Liter Regenwasser pro Quadratmeter wurden gemessen. Hunderte Keller liefen voll – einige davon zum ersten Mal. Es entstand hoher Schaden und hinterließ Menschen, die viele Fragen hatten. Eine davon war: Wie sieht es eigentlich mit der Versicherung aus? Nach dem großen Aufräumen geht es um einen möglichst umfangreichen Schutz vor dem nächsten Jahrhundertregen.

Unterschiedliche Angebote

Grundsätzlich gilt, dass nur Elementarversicherungen bei Hochwasser-Schäden greifen. Der Verband der Versicherer teilt mit, dass sich 99 Prozent aller Haushalte gegen Hochwasserschäden versichern könnten – und widerspricht damit anderslautenden Aussagen von Verbraucherzentralen. Selbst Bergisch Gladbacher Haushalte direkt an der Strunde oder Haushalte in Overath am Katzbach könnten sich versichern, teilt der Verband auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Nur ein Prozent der Haushalte in der gesamten Bundesrepublik befänden sich in Hochwasserzonen, für die keine Versicherung abzuschließen sei. Allerdings unterscheiden sich die Angebote der Versicherer untereinander erheblich. Dabei beziehen alle Versicherer ihre grundsätzlichen Daten von dem „Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen“, kurz Zürs. Zürs ist ein Service des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Keine eigenen Daten

Der Verband der Versicherungen erhebt keine eigenen Daten. Die Hochwasserkarten der jeweiligen Wasserbehörden, also der Bezirksregierungen, sind Grundlage für die Einstufungen des Zürs. Im konkreten Fall von Bergisch Gladbach liefen zum Beispiel in Refrath Keller voll, die auf keiner Karte der Bezirksregierung als hochwassergefährdet eingestuft waren. Sollten diese Haushalte noch keine Elementarzusatzversicherung für ihren Hausrat haben, wäre das jetzt eine gute Gelegenheit. Denn die Daten der Zürs reagieren auf die Veränderungen der Hochwasserkarten grundsätzlich zeitversetzt. Erst im Jahr 2014 würden die möglichen Veränderungen der Hochwasserkarten für Bergisch Gladbach den Neuabschluss von Versicherungen beeinflussen. Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Versicherer betont, dass es auch dann immer noch eine Möglichkeit gebe, sich zu versichern. Allerdings hat das dann auch seinen Preis. Je höher das Überschwemmungsrisiko, desto teurer die Police. Dabei geht es in Bergisch Gladbach ja noch um vergleichbar kleine Summen. Denn die Schäden bezogen sich vor allem auf den Hausrat und eher selten auf die Gebäude selbst. Zum Vergleich: In Ostdeutschland und Bayern wurden Häuser buchstäblich weggespült. In derartigen Fällen greift nur eine Elementarschadenversicherung für das Gebäude. Denn die Elementarschadenversicherung für den Hausrat ersetzt – wie der Name schon sagt – nur die Schäden bei Gegenständen im Haus.

Hohe Selbstbeteiligung

Schäden am Gebäude sind Sache des Vermieters oder Besitzers. Mieter müssen ihren Hausrat selbst versichern, dafür ist der Vermieter nicht zuständig. Das Angebot der Versicherungswirtschaft für solche Versicherungen ist riesig. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung (50 000 Euro Schadenssumme) ist eine Hausratversicherung inklusive Elementarversicherung für weit unter 100 Euro möglich. Preiswert kann sich auch versichern, wer etwa eine hohe Selbstbeteiligung akzeptiert. Einige Gladbacher gehen noch einen anderen Weg: Sie versuchen, mit Rechtsanwälten die Stadt in Regress zu nehmen. Sollte das gelingen, wäre wieder eine andere Versicherung am Zug – die der Stadt.

Quelle: ksta.de

Murbachtal – Trotz Überflutung kein hohes Risiko

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in NRW

Im Murbachtal besteht nach Ansicht des NRW-Umweltministeriums trotz vergangener größerer Überflutungen kein besonderes Risiko. Eine Funktion der bedrohten Diepentalsperre für den Hochwasserschutz scheidet aus

Der Murbach hat sich zwar zuletzt im Januar 2011 urplötzlich in einen reißenden Strom verwandelt, der das Tal bei Wietsche überflutet, Gartenhäuser und Pferdeställe unter Wasser gesetzt, Brücken und den Skulpturenpark Sinneswald mit der Spinnerei gefährdet hat.

Auf unserem Foto von damals ist Anwohnerin Gisela Held zu sehen, die entsetzt auf den See in ihrem Garten blickt. Im Murbachtal besteht nach Ansicht des NRW-Umweltministeriums trotzdem kein besonderes Hochwasser-Risiko. Diese erstaunliche Antwort hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Wagner auf eine Anfrage erhalten. Er wollte wissen, inwieweit der Lauf des Murbachs mit den Ortschaften Wietsche und Balken im Rahmen der EU-Richtlinie zum Hochwasserrisiko-Management besonders geschützt werden müsse. Die Stadtverwaltung hat sich erkundigt. Und die Auskunft aus dem Ministerium lautet, dass am Murbach kein signifikantes Risiko bestehe, somit auch keine Vorsorge betrieben werde. Interessant ist die paradoxe Aktenlage aktuell vor allem deshalb: Eine Funktion der bedrohten Diepentalsperre für den Hochwasserschutz scheidet damit als Rettungsanker aus.

Quelle: ksta.de

Schüler in Lohmar – Sponsorenlauf der Hauptschule

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in NRW

2750,86 Euro haben die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Lohmar bei einem Sponsorenlauf eingenommen. Die Einnahmen kommen der Nikolaschule in Passau zugute, die von dem Hochwasser besonders hart getroffen wurde.

Lohmar  Bei strahlendem Sonnenschein sind Jungen und Mädchen der Abschlussklassen der Hauptschule zum Sponsorenlauf gestartet. Das Rennen für den guten Zweck wurde in diesem Jahr zugunsten der Nikolaschule in Passau veranstaltet, die es nach Angaben der Veranstalter beim Hochwasser besonders hart getroffen hat.

„Obwohl Lohmar zwischenzeitlich selber Opfer eines Hochwassers geworden war, fanden sich Sponsoren, die die zirka 200 Schüler unterstützten“, teilten die Organisatoren mit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Exakt 2750,86 Euro wurden für die Schule im bayrischen Passau erlaufen. Besonders lobten die Veranstalter die Leistung von Zehntklässler Niklas Görke, der beachtliche 60 Runden zurücklegte, und die strammen Waden der Klasse 7 a, die – nicht zuletzt durch eine hervorragende Einzelleistung von Schülerin Sofia Mosig – alleine bereits rund 800 Euro einnahm.

Allen Sponsoren und jungen Sportler gratuliert die Schule zum Ergebnis.

Quelle: ksta.de

Renaturierung als Hochwasserschutz

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Nach dem Auslaufen des Tagebaus Hambach wird der Grundwasserspiegel wieder. Vor Hochwasser müssen sich die Erftanlieger dennoch nicht fürchten. Bereits jetzt gibt es Rückhaltebecken für die Zeit nach dem Tagebau.

Bergheim/Rhein-Erft-Kreis. 

Ein Hochwasser wie zuletzt an Main, Donau und Elbe brauchen die Bewohner an einem Flüsschen wie der Erft wohl nicht zu fürchten. Oder doch? „Hätten wir hier solche Niederschläge gehabt wie in den betroffenen Gebieten im Osten, dann hätten wir auch ganz schön alt ausgesehen.“ Wulf Lindner, im September scheidender Vorstand des Erftverbands, redet beim Jahrespressetreff in der Bergheimer Verbandszentrale offen. „Die Erft würde gewiss nicht so über die Ufer treten wie die großen Flüsse. Aber die Kanalisation wäre überlastet, viele Keller würden volllaufen.“

Damit sich die Erftanlieger selbst vor Jahrhundert- oder gar Jahrtausendhochwassern nicht fürchten müssen, setzt der Erftverband einiges in Bewegung. Zuletzt wurde das Hochwasserrückhaltebecken Garsdorf zwischen Bedburg und Bergheim eingerichtet. „Wir brauchen es jetzt eigentlich noch nicht“, sagt Lindner. Gedacht sei es für die Zeit nach dem Braunkohlenabbau, wenn RWE Power kein Grundwasser mehr abpumpe und kein Sümpfungswasser mehr bei Kenten in die Erft gegeben werde. „Dann steigt der Grundwasserspiegel wieder. Der Kerpener Bruch etwa wird dann nicht mehr so viel Wasser aufnehmen können.“

Ebenfalls dem Hochwasserschutz und der Zeit nach dem Tagebau Hambach geschuldet sei die Renaturierung der Erft. „Sie muss wieder ein kleines Flüsschen werden“, sagt Lindner. Und wenn sie sich wieder wie in alten Zeiten durch die Landschaft schlängelt, gebe man dem Fluss auch wieder mehr Raum.

Von Kenten an erftabwärts will der Erftverband in den nächsten Jahrzehnten überall mit Renaturierungsmaßnahmen tätig werden. Die derzeit wohl prominenteste Baustelle befindet sich in Höhe des Vogelwäldchens bei Kenten, wo aus rund 900 Metern Erftflutkanal in diesem Jahr 1300 Meter entfesselte Erft werden. In Schlangenlinien wird sich die Erft dann durch Wald und Flur winden. Da die Erft ihren Lauf dann auch selbst beeinflussen kann und auch ihr Bett verlassen darf, wird es keine Spazierwege direkt neben dem Fluss geben. „Wir sehen den Menschen aber auch als Bestandteil der Natur, daher soll er die renaturierte Erft auch genießen dürfen“, sagt Linder. Immer wieder würden daher Wege dort, so nah es geht, an die Erft herangeführt.

Mit der Arbeit seines Verbands ist Lindner, dem Anfang Oktober sein bisheriger Stellvertreter Norbert Engelhardt als Vorstand nachfolgen wird, hoch zufrieden. „Es war ein solides Jahr“, sagt Lindner. Dank Sonnenenergie und Windkraft wolle man zukünftig immer mehr Strom für die eigenen Anlagen selbst erzeugen und zugleich den Strombedarf durch Sanierungen senken. „Das Ziel ist, autark zu werden“, sagt Lindner.

Kosten will der Erftverband durch Umsetzung seines „Masterplans Abwasser 2025“ sparen. In den nächsten Jahren sollen demnach bis zu 19 der 40 Kläranlagen des Erftverbands stillgelegt werden. Im Rhein-Erft-Kreis ist allerdings keine Kläranlage betroffen. „Je kleiner eine Anlage ist, desto teurer ist sie in der Unterhaltung“, erläutert Lindner. Die anderen Kläranlagen würden aufgerüstet oder seien schon jetzt in der Lage, Kapazitäten aufzunehmen.

Engelhardt wiederum warb um Auszubildende. Die Arbeit beim Erftverband sei spannend und abwechslungsreich. Elf Ausbildungsberufe würden angeboten, derzeit gebe es 20 Azubis.

Quelle: ksta.de

Straße wird nach Unwetter gesperrt

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Bis auf weiteres wird die Kreisstraße 39 zwischen Lohmar-Muchensiefen und Oberschönrath gesperrt. Grund sind die Folgen des heftigen Unwetters vom 20. Juni. Die Niederschläge haben am Straßendurchlass des Gammersbaches Schäden verursacht.

Wegen Hochwasserschäden wird die Kreisstraße 39, die die Lohmarer Ortsteile Muchensiefen und Oberschönrath verbindet, ab kommendem Freitag, 19. Juli, im Bereich des Gammersbachtales bis auf weiteres für den Straßenverkehr gesperrt.

Das hat die Kreisverwaltung entschieden. Grund sind die Folgen der heftigen Niederschläge vom 20. Juni, die in Lohmar und anderen Teilen des Rhein-Sieg-Kreises zu zahlreichen Überschwemmungen geführt hatten.

Nach Angaben des Kreisplanungsamtes hatten die heftigen Niederschläge am Straßendurchlass des Gammersbaches, ein Natursteingewölbe, durch das der Bach unter der Straße hindurch geführt wird, schwere Schäden verursacht. Der Kreis will den Durchlass deshalb neu bauen. Wie lange die Sperrung dauern wird, ist bislang nicht absehbar.

Anwohner des Ortsteils Oberschönrath und Gäste der Gammersbacher Mühle müssen deshalb vorerst den Weg über die Landstraße 84 (Scheiderhöhe) und im weiteren Verlauf die Kreisstraße 49 (Rösrather Straße) nutzen.

 

Unwetter am 20. Juni – Kreis unterstützt Unwetter-Opfer

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, NRW

Der Rhein-Sieg-Kreis will die Betroffenen des Unwetters vom 20. Juni finanziell unterstützen. Der Kreisausschuss reagiert damit auf eine Anfrage der Stadt Lohmar, die besonders betroffen war. Die Höhe der Zahlungen steht noch nicht fest. 

Betroffene des Unwetters vom 20. Juni können voraussichtlich mit einer finanziellen Unterstützung durch den Rhein-Sieg-Kreis rechnen. Das haben Landrat Frithjof Kühn und Vertreter aller Fraktionen jetzt im Kreisausschuss des Kreistags signalisiert. Sie reagierten damit auf eine Anfrage der Stadt Lohmar, die von dem Starkregen besonders betroffen war. In einem Brief an Landrat Frithjof Kühn hatte Lohmars Bürgermeister Wolfgang Röger wegen des großen Ausmaßes der Schäden bei Privatleuten, aber auch bei der Stadt Lohmar selbst um Unterstützung gebeten.

Soziale Härtefälle

Die Stadt, so Röger, könne diese Aufgabe angesichts der angespannten Haushaltslage nicht alleine leisten. Landrat und Kreistag stellten jetzt in Aussicht, dass der Kreis für soziale Härtefälle einen Betrag zur Verfügung stellt. „Die Beträge sollten maximal so hoch sein wie die finanziellen Hilfen, die die Städte und Gemeinden selbst den Betroffenen zur Verfügung stellen“, sagte CDU-Finanzexperte Torsten Bieber. Vertreter aller Parteien warnten davor, für die Zahlung der Hochwasser-Hilfen eine eigene Satzung zu erlassen.

Ob der Kreis solche Zahlungen leiste, solle auch in Zukunft von Fall zu Fall entschieden werden. „Wir sollten in dieser Frage eher spontan entscheiden und uns auch eine gewisse juristische Inkonsequenz zubilligen, anstatt das durch eine Satzung zu regeln“, schlug der Landrat vor.

Eine Entscheidung über die Höhe der Hilfszahlungen des Kreises soll nach Gesprächen mit den Kommunen voraussichtlich nach der Sommerpause des Kreistags fallen. Die Kreisverwaltung hat unterdessen eine Statistik aller Einsätze vom 20. Juni vorgelegt. Danach mussten Feuerwehren und Rettungsdienste unwetterbedingt fast 600 mal ausrücken. Besonders betroffen waren neben Lohmar und Königswinter auch Wachtberg, Siegburg und Troisdorf.

Quelle: ksta.de

„Provinzposse“ in Windeck – Strand in den Sand gesetzt

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in NRW

Mit einer spontanen Aktion erntet Bürgermeister Hans-Christian Lehmann die Kritik der CDU: Am Siegufer wollte er einen Platz für Beach-Partys schaffen und ließ dort Sand abkippen. Für die SPD ist die CDU-Kritik eine „Provinzposse“.

 

Die Frage von CDU-Ratsherr Alfons Vogel erwischte Bürgermeister Hans-Christian Lehmann (SPD) am Montag im Gemeinderat kalt. Ob die Verwaltung darüber Auskunft geben könne, wer am Schladerner Siegufer Sand abgekippt hat und wer dafür Kosten und Verantwortung trage, wollte der Unionspolitiker wissen. Spätestens beim nächsten Hochwasser werde alles wieder weg und ins Siegwehr oder den alten Siegarm, Höffers Teich geschwemmt, kommentierte Vogel die aus seiner Sicht „unnötige Maßnahme“ – wohl wissend, dass der Verwaltungschef selbst den Sand hatte ankarren lassen.

„Ich hatte Vieles erwartet, das nicht“, antwortete Lehmann betroffen. Er sei während des autofreien Siegtals mit Windecker Jugendlichen ins Gespräch gekommen, die ein Platz zum abendlichen Feiern und Abhängen vermisst hätten. „Wir wollen mal eine Beachparty feiern. Können Sie mal irgendwas für uns tun“, zitierte er. Weil ein Mitarbeiter des Bauhofes zugegen gewesen sei, habe er gleich eine Idee entwickelt, berichtete Lehmann.

Zwei Transporter in Kindergärten turnusmäßig ausgetauschten Sand seien angefahren und verteilt worden. Die Stelle liege zwar im Naturschutzgebiet, sei aber als Badestelle ausgewiesen, erklärte der Verwaltungschef. Auch sei die Aktion auf die kommenden Sonnen-Wochen beschränkt gewesen.

Hunde auf Handtüchern

Noch vor der Ratssitzung am Montag hatte Lehmann Konsequenzen aus der bereits laut gewordenen Kritik gezogen: Der Sand wurde wieder abtransportiert. Das aber auch, weil Hundebesitzer ihre Tiere dort über Handtücher und Kleidungsstücke hätten laufen lassen, erklärte der Rathauschef auf Anfrage. Er habe für die jungen Windecker etwas tun wollen, sagte Lehmann. „Ich schäme mich ganz furchtbar, dass ich etwas zum Wohle der Bürger tun wollte. Die Kosten für die Aktion werde ich selbstverständlich übernehmen“, betonte er im Rat. Als „Provinzposse“ bezeichnete Dieter Vollmer von der SPD die Anfrage von Alfons Vogel. Er verstehe nicht, dass eine unbürokratische Maßnahme jetzt eine solche Welle mache. „Was soll daran so schlimm sein?“, wollte er wissen.

Das Siegufer ist seit Jahren Naturschutzgebiet. Gebadet werden darf nur an ausgeschilderten Stellen. Im Übrigen darf das Ufer nicht betreten werden. Für den Rhein-Sieg-Kreis scheint die Frage eines Sandstrandes nicht so klar, wie für die Windecker CDU. Dort war am Dienstag noch nicht bekannt, dass der Sand bereits wieder abtransportiert war. Es sei völlig offen, ob diese Aktion genehmigungsfrei oder genehmigungsfähig sei. Das hätte an Ort und Stelle geklärt werden müssen, sagte Kreis-Sprecher Dirk Kassel.

Quelle: ksta.de

Verwaltung analysiert Ursache

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in NRW

Die Kürtener Verwaltung betreibt nach dem Unwetter, als das Wasser über eine Betonwand rauschte, Ursachenforschung an der Gesamtschule. Dafür wird eine digitale Geländeform erstellt, mit deren Hilfe das Fließverhalten rekonstruiert werden kann.

 

Sintflutartig rauscht das Wasser während des Unwetters am 20. Juni über die Betonwand hinter der Mensa der Kürtener Gesamtschule. Das Handyvideo ist Jürgen Piltz, Fraktionschef der BfB, zugesendet worden. Jetzt betreibt die Verwaltung Ursachenforschung. „Wir untersuchen die Geländesituation oberhalb der Mauer“, erklärt Bauamtsleiter Willi Heider. Dafür wird eine digitale Geländeform erstellt, mit deren Hilfe das Fließverhalten rekonstruiert werden kann. „Dann können wir entscheiden, was wir machen können“, so Heider. Doch das gehe nicht von heute auf morgen. „So etwas muss vorbereitet und vernünftig gemacht werden.“

Das Unwetter und seine Folgen wird auch den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss in seiner nächsten Sitzung, Mittwoch, 17. Juli, ab 17.30 Uhr, beschäftigen. Hier will die Verwaltung die Fragen der BfB beantworten. Diese befürchtet unter anderem, dass das geplante Regenrückhaltebecken in Bechen-Unterfeld nicht ausreichend dimensioniert ist. Hierzu sollte auch das Ingenieurbüro eingeladen werden. „Die Mitarbeiter können leider nicht kommen, sind aber gerne bereit, an einem anderen Termin Rede und Antwort zu stehen“, sagt Heider. Sie seien auch bereit, in einer Bürgerversammlung oder im Ausschuss Fragen zu beantworten.

Inzwischen hat auch die FDP eine Stellungnahme zu den Überschwemmungen abgegeben. Im Nachgang zum Hochwasser-Ereignis müsse es darum gehen, die Schäden akribisch aufzuarbeiten, um für die Zukunft Schwerpunkte bei den Schutzmaßnahmen setzen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung. Die in Umlauf befindlichen Bilder und Videos werden als teilweise erschreckend bezeichnet. „Wir alle müssen aus den Ereignissen lernen“, sagt Fraktionsvorsitzender Mario Bredow. Anschuldigungen und Polemik bringe dabei nichts und Hochwasserschutz sei nicht geeignet, um Wahlkampf zu machen. „Das Schüren von Ängsten ist bei einer Problembewältigung selten ein guter Ratgeber“, so Bredow.

 

Quelle: ksta.de

Frankenforstbach wieder sauber

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Nach dem Unwetter am 20. Juni stank es am Frankenforstbach bestialisch: Fäkalien und Toilettenpapier gelangten ebenso in das Gewässer. Nun wurden Böschung und Grund des Bachs von den übelriechenden Überbleibseln gereinigt.

Bergisch Gladbach. Die Ursache dafür, dass es am Frankenforstbach stinkt, ist geklärt. Das Regenüberlaufbecken an der Taubenstraße sei bei dem Unwetter am 20. Juni angesichts der enormen Regenwassermengen überlastet gewesen, erklärt Martin Wagner, Leiter des Abwasserbetriebs. Dadurch sei ein Teil des Inhalts über einen Kanal in den Frankenforstbach gelangt. Da in Refrath Abwasser und Regenwasser über ein Mischwassersystem entsorgt werden, konnten so auch Fäkalien und andere Stoffe wie Toilettenpapier in das Gewässer gelangen – und anschließend in Häuser von Refrather Bürgern, wie diese beklagen.

Wagner betont, dazu könne es „nur bei extremen Regengüssen“ kommen. Die ausgetretene Flüssigkeit bestehe zum überwiegenden Teil aus Regenwasser, nur zu einem kleinen Prozent aus Abwasser. Böschungen und Grund des Bachs seien am Dienstag von den übelriechenden Überbleibseln gereinigt worden.

Auf den Missstand hatten einige Refrather Hochwasser-Geschädigte aufmerksam gemacht. Andreas Kiel kritisiert, dass der Abwasserbetrieb erst drei Wochen nach dem Starkregen die stinkenden Überreste beseitigt habe. Außerdem hätten alle vom Hochwasser betroffenen Anwohner längst von der Stadt auf die gesundheitlichen Gefahren durch Keime aufmerksam gemacht werden müssen. Jetzt hätten viele die Sorge, sich infiziert zu haben. Außerdem bemängelt Kiel, dass die Ufer des Bachs schlecht gepflegt seien: „Unkraut und weggespülte Erde haben den Abfluss des Wassers behindert.“

Quelle: ksta.de

Anwohner fordern größeres Becken

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in NRW

Beim Unwetter am 20. Juni ergoss sich das Wasser des Pohler Bachs in Kürten über die Straßen und lief in Keller. Ein geplantes Regenrückhaltebecken ist für ein zehnjähriges Hochwasser ausgelegt. Zu wenig befürchten BfB und Anwohner.

Kürten: „Das Unwetter war ein Warnschuss, der vielleicht zu spät kommt, aber vielleicht auch noch rechtzeitig“, sagt BfB-Fraktionsvorsitzender Jürgen Piltz. Ihm gehe es aber nicht um Schuldzuweisungen, sondern vor allem um Lösungen.

Nach dem Starkregen am 20. Juni kam es auch in Kürten zu Überschwemmungen. Vor allem das Wasser des Pohler Bachs ergoss sich über die Straßen, lief in Keller und Erdgeschosswohnungen. Gerade dieser Bach soll zukünftig das Oberflächenwasser des rund 20 000 Quadratmeter großen Baugebiets am Kürtener Unterfeld aufnehmen. Vorher wird es in einem Regenrückhaltebecken gesammelt. Dieses Becken ist für ein zehnjähriges Hochwasser ausgelegt.

Vorstoß abgelehnt

Bereits in der Planungsphase zu dem Bauprojekt befürchtete die BfB, dass die geplante Größe nicht ausreichen werde, um Überschwemmungen der tiefer gelegenen Grundstücke zu verhindern. Sie forderte ein größeres Becken, das statistisch nur alle 100 Jahre überläuft. Das wurde jedoch mit der Mehrheit von CDU und SPD abgelehnt.

Wie viel Schaden das Unwetter angerichtet habe, sei ihm erst bewusst geworden, nachdem ihm von Bürgern zahlreiche Bilder zugeschickt worden seien, sagt Piltz. So sei auch Wasser vom Heiderjansfeld aus über die B 506 geflossen. Vor der Sanierung der Straße lagen die Bürgersteige höher und das Wasser sei in den Kanal geflossen. Große Schäden gab es auch in der Steegerhöhe. „Es wäre schön, wenn sich die Leute melden würden, die von Überflutungen betroffen waren. Dann können wir erkennen, wo Schwerpunkte sind und Handlungsbedarf besteht“, so Piltz. Für den Bau-, Plan- und Umweltausschuss am 17. Juli hat die BfB eine lange Liste mit Fragen aufgestellt. Zudem soll der Ingenieur, der das Gutachten für das Rückhaltebecken erstellt hat, zu einer Stellungnahme eingeladen werden. „Bei seinen Berechnungen ist er nur ganz knapp unter dem zulässigen Wert geblieben“, erinnert sich Piltz.

Bürgermeister Ulrich Iwanow ist davon überzeugt, dass sich die Gemeinde zukünftig mit dem Thema Hochwasserschutz noch mehrfach beschäftigen muss. „Starke Regenereignisse werden häufiger stattfinden“, sagt Iwanow.
Dennoch hält er die Dimension des geplanten Regenrückhaltebeckens in Unterfeld für ausreichend. „Ich muss auf die Berechnungen des Ingenieurs vertrauen können. Ich bin überzeugt, dass er sich bei seinen Berechnungen an die gesetzlichen Vorschriften gehalten hat.“ Es habe sich bei dem Unwetter um eine Naturkatastrophe gehandelt.

Mit den Forderungen der BfB hat der Bürgermeister allerdings seine Probleme. „Das ist kein lupenreiner Antrag, den kann ich so nicht in die Politik geben.“ Aber es spreche nichts dagegen, den Ingenieur zu einer Stellungnahme einzuladen. Auch ein Ortstermin vor der Sitzung des Ausschusses sei machbar.

Quelle: ksta.de

Unwetter in Lohmar – Feuerwehr errichtet mobilen Deich

Veröffentlicht: Juli 1, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Die Feuerwehr hat in Lohmar nach einem heftigen Unwetter am Montagnachmittag an der Kreuzung Zur Jabachbrücke/Hauptstraße eine mobile Barriere errichtet, um die Gegend vor einer erneuten Überflutung zu schützen. Weitere Einsätze gab es nicht.

Einen mobilen Deich errichteten am Montag Einsatzkräfte der Feuerwehr Lohmar an der Einfahrt zum RSB-Gebiet sowie den Eingängen von Realschule und Jabachkindergarten. Grund war eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Montagabend. Sofort wurden der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Verwaltung und die Führungsgruppe im Feuerwehrhaus einberufen.

Einen mobilen Deich errichteten am Montag Einsatzkräfte der Feuerwehr Lohmar an der Einfahrt zum RSB-Gebiet sowie den Eingängen von Realschule und Jabachkindergarten. Grund war eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes für Montagabend. Sofort wurden der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Verwaltung und die Führungsgruppe im Feuerwehrhaus einberufen.

Bereits beim Unwetter am 20. Juni hat es die Gegend rund um die Straße Am Kop besonders schwer getroffen. Bis in die Nacht waren hier die Einsatzkräfte im Einsatz und bauten Deiche. Auch da hatten Wehrleute und Freiwillige des Technischen Hilfswerks einen Deich an der Zufahrt zum RSB-Gelände errichtet, nachdem für die Nacht eine zweite Unwetterfront angekündigt worden war.

Quelle: ksta.de

Defekt wohl Ursache für Überflutung

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

40 Keller und Garagen waren in Hennef-Stoßdorf beim Unwetter am 20. Juni überflutet werden. Der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue war wohl eine der Ursachen, zusätzlich zu den Regenmassen.

 

Land unter hieß es am 20. Juni am Königsberger Weg und an der Ringstraße in Stoßdorf. Nach dem extremen Starkregen waren etwa 40 Keller und Garagen überflutet worden. Tatsächlich war wohl der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue eine der Ursachen, zusätzlich zu den enormen Regenmassen, die innerhalb einer knappen Stunde fielen.

Normalerweise fließt der Regen über ein leichtes Gefälle zur Sieg hin ab. Hat die Sieg Hochwasser, würden sich diese Mengen aber stauen. Ein Schieber schließt sich dann in diesem Pumpwerk, das auflaufende Wasser wird höher gepumpt und abgelassen. Ein Sensor entscheidet darüber, wann das Signal für diesen Modus gegeben wird. Der hat am 20. Juni fälschlicherweise Hochwasser signalisiert, der Schieber ging zu.

Rückstau in den Straßen

Parallel dazu schossen die Regenmassen so schnell ein, dass vermutlich innerhalb weniger Sekunden die Elektronik ausfiel und die Pumpe nicht anspringen konnte.

Die Folge war ein Rückstau nach kürzester Zeit in den Straßen, weitere Niederschläge sorgten für Nachschub. Das sind die Ergebnisse der ersten Untersuchungen, weitere stehen aus. Auch denkbar ist aber, dass das Pumpwerk angesichts der Mengen in jedem Fall überfordert gewesen wäre.

Die Unabhängigen im Stadtrat haben jetzt eine Kommission gegen Hochwasserschutz und Überflutungen gefordert. Sie glauben, dass schon im Vorfeld vieles dazu beigetragen werden könnte, Schäden zu minimieren. Bürger vor Ort sollten beteiligt werden.

Die Betroffenen haben, anders als offensichtlich in Lohmar, das Angebot des Bürgertelefons reichlich genutzt und ihre Schäden gemeldet. Ab sofort können weitere Fragen unter ? 02242/88 82 14 geklärt werden. Die Stadt bittet Geschädigte weiterhin, ihre Ansprüche bei der eigenen Versicherung geltend zu machen, sie aber auch bei der Verwaltung zu melden. Die wird sie an ihre Versicherung weiterreichen.

Quelle: ksta.de

Spenden für die Opfer des Hochwassers

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, NRW

Die Stadtwerke Lohmar unterstützen die vom Unwetter betroffenen Bürger. Wer durch Aufräumarbeiten mehr Strom und Wasser verbraucht, kann sich an die Stadtwerke wenden. Die Stadt hat außerdem zwei Spendenkonten eingerichtet.

 

Die Stadtwerke versprechen ihren vom Hochwasser betroffenen Kunden unbürokratische Hilfe: Wer durch Pumpen oder Trockengeräte Mehrkosten an Strom habe, der möge sich ebenso wie Kunden, die aufgrund von Reinigungsarbeiten plötzlich erheblich mehr Wasser verbrauchen, melden unter ☎ 02246/15 710 (montags 8 bis 18 Uhr, dienstags bis donnerstags 8 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr). Mit wie viel Entgegenkommen Betroffene rechnen dürfen, verrieten die Stadtwerke allerdings nicht.

Zudem stehen die Daten zu zwei Spendenkonten zugunsten der Hochwasseropfer nun auf der Internetseite der Stadt Lohmar bereit. Geld kann unter dem Verwendungszweck „Hochwasser Lohmar“ überwiesen werden.

Soziale Kriterien

Die Kreissparkasse Köln, die VR Bank Rhein-Sieg sowie die Stadt selbst haben bereits jeweils 5000 Euro zu Verfügung gestellt. Der Lions Club Lohmar spendet 500 Euro. Der Marketingverein Die Stadtmacher folgt dem Aufruf der Verwaltung und überweist 500 Euro.

Die stellvertretende Vorsitzende Roswitha von Wülfing wünscht sich Nachahmer: „Wir hoffen, dass noch weitere Bürger, der Einzelhandel und die Gewerbetreibenden unserem Beispiel folgen.“ Die Stadt Lohmar will mit den Spenden in Härtefällen finanzielle Hilfe zu leisten. Die Verteilung erfolgt, nach Eingang der Schadensmeldungen, nach sozialen Kriterien. Schadensmeldungen können bei der Stadtverwaltung unter ☎ 02246/15-254 oder per E-Mail gemeldet werden

Quelle: ksta.de

Extraschichten bei der RSAG

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in NRW

Nach dem Hochwasser der vergangenen Woche müssen große Mengen unbrauchbar gewordenen Hausrats entsorgt werden. Obwohl die RSAG seit Tagen Sonderschichten fährt, müssen sich Betroffene weiter gedulden.

Rhein-Sieg-Kreis.  Mit Sondertouren, Extraschichten und dem Einsatz von Leiharbeitern versucht die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) und ihre Logistik-Tochter ARS der großen Sperrmüllmengen Herr zu werden, die nach dem Unwetter der vergangenen Woche in vielen Haushalten des Rhein-Sieg-Kreises angefallen sind.

Nach Angaben des Entsorgungsunternehmens wurden bis Donnerstagvormittag mehr als 700 Sammelstellen in 400 Straßen in den betroffenen Kommunen angefahren. Trotzdem meldeten sich im Kundencenter der RSVG noch immer zahlreiche Hochwasseropfer.

Rund 100 Straßen im Kreisgebiet müssen in den nächsten Tagen noch angefahren werden. Dabei bittet die RSVG allerdings um Geduld. Die Abholung der vom Unwetter zerstörten Möbelstücke, Teppiche und anderer Gegenstände werde voraussichtlich noch die gesamte nächste Woche in Anspruch nehmen.

Quelle: ksta.de

Unwetter in Lohmar – Unwetteropfer haben viele Fragen

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Mit einem Spendenkonto will die Stadt Lohmar die Betroffenen des Unwetters unterstützen und leistet eine Anschubfinanzierung von 5000 Euro. Mehr als 200 Anwohner hatten sich in der Ratssitzung eingefunden und stellten zahlreiche Fragen.

Lohmar.  Die Stadt will nach dem schweren Unwetter in der vergangenen Woche ein Spendenkonto für Betroffene einrichten. Die Anschubfinanzierung der Stadt beträgt 5000 Euro. Dies gab Bürgermeister Wolfgang Röger im Stadtrat bekannt. Mehr als 200 Anwohner hatten sich dort zur Einwohnerfragestunde eingefunden. Sie wollten wissen, wie die Stadt ihren Bürgern hilft und wie sie sich künftig zu schützen gedenkt. Tiefbauamtsleiter Dietmar Schlösser erläuterte die Hochwasserschutzmaßnahmen und legte Ursachen und Zusammenhänge der Überflutungen dar.

Danach wurden Fragen der Bürger zugelassen. Die gab es zu Dutzenden: Ein Anwohner vom Hollenberg etwa monierte, das Regenrückhaltebecken in Weegen sei im Vortrag nicht erwähnt worden – es sei für derartige Wassermassen schlicht zu klein sei. Die Stadt räumte Nachbesserungsbedarf ein. „Wie soll man sich gegen Hochwasser schützen, wenn Bauvorschriften Maßnahmen verhindern?“ wollte ein anderer wissen. Bürgermeister Wolfgang Röger sagte zu, dass bei hochwassergefährdeten Haushalten Schutzvorrichtungen großzügiger genehmigt werden sollen.

Bürger sollen Schäden melden

Röger signalisierte Verhandlungsbereitschaft auf die Frage von Anwohnern, ob sie mit Erleichterungen bei den hohen Strom- und Wasserrechnungen durch Pumpen und Reinigungsarbeiten rechnen dürften: „Wenn Sie Kunde der Stadtwerke sind, können wir gerne darüber diskutieren.“ Zudem wurden die Betroffenen aufgefordert, Schäden bei der Stadt zu melden.

Das hatten bis dato nur zwölf Haushalte getan. Offenbar hatten die meisten von der Möglichkeit, Schäden anzuzeigen, noch gar nichts mitbekommen, ebenso wenig wie von der „Hotline“ des Ordnungsamtes und von den zusätzlichen Abfuhrterminen der Müllentsorger. Sämtliche Informationen finden Betroffene nun im Internet. Auskünfte erteilt das Ordnungsamt unter ☎ 02246/15-214 und -219.

Quelle: ksta.de

Europa soll für natürlichen Sieg-Lauf zahlen

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Mit 3,1 Millionen Euro soll die Europäische Union die Renaturierung der Siegmündung fördern. Die Bezirksregierung will die Siegauen zwischen der A 59 an der Siegburger Stadtgrenze und Niederkassel-Mondorf in einen naturnahen Zustand versetzen.

Die Europäische Union soll die Renaturierung der Siegmündung mit 3,1 Millionen Euro finanziell unterstützen. Einen Förderantrag hat die Bezirksregierung Köln nach Brüssel geschickt.

Die Behörde will die Siegauen zwischen der A 59 an der Siegburger Stadtgrenze und der Mündung bei Niederkassel-Mondorf wieder in einen naturnahen Zustand versetzen lassen und damit eine verbindliche Gewässerrichtlinie der Europäischen Union umsetzen. Die Sieg, die mit Uferbefestigungen aus dem 19. Jahrhundert zu einem kanalartigen Fluss gemacht wurde, soll von diesen Fesseln befreit werden.

Landschaftsplaner wollen der Sieg innerhalb bestimmter Grenzen die Möglichkeit geben, sich ihren wieder einen natürlichen Lauf zu suchen und dabei auch Seitenarme auszubilden, ohne dabei die Hochwassergefahr zu erhöhen. Die Kosten des Projekts belaufen sich nach bisheriger Planung auf 6,2 Millionen Euro. Gewährt die EU den beantragten Zuschuss, müsste das Land einen gleichhohen Betrag zahlen

Quelle: ksta.de

Entfesselung mit Augenmaß gefordert

Veröffentlicht: August 21, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Die Sieg soll sich ihren Flusslauf zwischen Siegburg und Mondorf nach dem Willen der EU wieder selbst suchen. Bei Anwohnern ist das umstritten. Ein Vorschlag der schwarz-grünen Kreiskoalition soll Freizeitnutzung und Naturschutz versöhnen.

 

„Die Siegaue muss erlebbar bleiben.“ Mit dieser Forderung gehen die Koalitionsfraktionen von CDU und Grünen im Kreistag in die weitere Diskussion über eine Renaturierung der Siegauen zwischen der Autobahn 59 an der Siegburger Stadtgrenze und der Mündung des Flusses bei Niederkassel-Mondorf. In einem gemeinsamen Antrag fordern die beiden Parteien den Kreis auf, sich in den weiteren Gesprächen mit der Kölner Bezirksregierung dafür einzusetzen, dass bei der angestrebten naturnahen Umgestaltung des Uferbereichs nicht nur ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Bei einer entsprechenden Überarbeitung des Landschaftsplanes müsse auch den Interessen von Landwirtschaft und Naherholung Rechnung getragen werden.

Nach dem Willen von Schwarz-Grün sollen Erholungssuchende von den sich verändernden Uferverläufen, Siegstränden und Schotterflächen nicht ausgeschlossen werden. Zudem müssten vorhandene Spazier- und Radwege erhalten sowie Reit- und Wanderwege mit eingeplant werden. Klar positionieren sich CDU und Grüne auch in der Diskussion über den Meindorfer Sportplatz um dessen Fortbestand viele Bürger des Sankt Augustiner Stadtteils im Falle einer Renaturierung des Flusslaufes fürchten. Wenn dieser nicht verlegt werden könne oder solle, müsse er am jetzigen Standort bleiben, argumentiert der Kreistagsabgeordnete Martin Metz (Grüne). Der in Siegnähe gelegene Platz müsse dann „gegen die Eigendynamik des Gewässers abgesichert werden“.

Dem Gewässer seine Eigendynamik zurückgeben – das ist eines der Ziele der von der Bezirksregierung vorangetriebenen Renaturierung. Die Kölner Behörde will damit eine verbindliche Richtlinie der Europäischen Union umsetzen. Die Sieg, die mit ihren noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Uferbefestigungen zu einem kanalartigen Fluss gemacht wurde, soll von den Fesseln dieser Befestigungen befreit werden. Landschaftsplaner wollen dem Gewässer innerhalb bestimmter Grenzen die Möglichkeit geben, sich seinen natürlichen Flusslauf selbst zu suchen und dabei auch Seitenarme auszubilden.

Dagegen regt sich entlang des Flusses Widerstand. Vor allem in dem siegnahen Sankt Augustiner Stadtteil Meindorf wird Front gegen die Pläne gemacht. Die Meindorfer fürchten, dass dem Projekt ein beliebtes Naherholungsgebiet zum Opfer fällt. Bereits im Frühjahr hatten sich bei einer Unterschriftensammlung rund 500 Meindorfer dafür ausgesprochen, dass alle Sport- und Erholungsmöglichkeiten wie Radwege, ein Spielplatz, ein Grillplatz und der örtliche Sportplatz erhalten bleiben. Kritik hatten die Meindorfer auch an der Informationspolitik der Bezirksregierung geäußert, von der sie sich bei den Planungen übergangen fühlen. Diese Kritik hat die schwarz-grüne Koalition jetzt noch einmal bekräftigt. „Das hat die Menschen verunsichert, viele befürchten nun eine Einschränkung der Aufenthaltsqualität, das hätte verhindert werden können“, sagte Norbert Chauvistré, der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

 

Quelle: ksta.de

Angst vor einer Überschwemmung

Veröffentlicht: August 2, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Der Wenigerbach in Seelscheid soll renaturiert werden: Anwohnerin Ute Weitner macht das Sorgen, denn ihr Grundstück grenzt direkt an den Bach. Sie fürchtet, dass ihr Grundstück bei Dauerregen überflutet wird.

 

Um die geplante Renaturierung des Wenigerbaches in Seelscheid gibt es nach dem Planfeststellungsbeschluss weiterhin Streit. So fürchtet die Anwohnerin Ute Weitner, dass ihr Grundstück künftig bei Dauerregen überflutet wird. Es schließt flussabwärts an jenen Bachabschnitt an, der freigelegt werden soll. Der Wenigerbach ist dort recht schmal. „Schon jetzt steht das Wasser nach starkem Regen bis zum Rand der Wiese.“

Weitner erwartet, dass der Bach künftig regelmäßig über die Ufer tritt, ja vielleicht bis zu ihrem Haus hochsteigt. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Renaturierung“, betont sie. Doch frage sie sich, „warum im Zuge der Maßnahme der Bach hier nicht einfach verbreitert werden kann, damit sich das Wasser nicht staut“.

Der Bach solle in den ursprünglichen Zustand versetzt und gerade nicht gelenkt werden, sagt dagegen Franz Lohre, Leiter der Gemeindewerke. Er bezieht sich auf eine Berechnung, nach der einer grundsätzlichen Verbesserung der hydraulischen Situation des Baches eine „leichte Erhöhung“ der Überflutungsgefahr für Weitners Grundstück gegenübersteht – bezogen auf ein 100-jähriges Regenereignis. Die Gefahr lasse sich mit einer Erhöhung der Uferwallung auf dem Grundstück kompensieren. Zudem verweist Lohre auf das Wasserhaushaltsgesetz: „Es ist allgemeine Sorgfaltspflicht des Gewässeranliegers, sich gegen Hochwasser zu schützen.“ Dennoch hätten die Gemeindewerke „angeboten, die Uferwallung nicht nur um 20, sondern um 50 Zentimeter zu erhöhen“. „Zusätzlich wollen wir einen Zufluss gegenüber dem Grundstück abschrägen, damit das Wasser von der anderen Seite besser abfließen kann.“

Weitner bezweifelt die Sicherheit des Walles und hält die Hochwassergefahr für erheblich, das habe ihr ein Gutachter privat bestätigt. „Die Gefahr entsteht erst durch die Maßnahme.“ Zudem ist sie verärgert, nicht zum Planfeststellungsverfahren gebeten worden zu sein, „obwohl der Gemeinde Einwände von uns schriftlich vorlagen“. Erst über das Ergebnis seien sie informiert worden. Vom Kreis heißt es, das Verfahren sei öffentlich bekannt gemacht, die Unterlagen vom 16. Mai bis 15. Juni offengelegt worden. Die Bürger hätten Gelegenheit gehabt, Bedenken einzureichen.

Quelle: ksta.de

Wenigerbach nimmt seinen natürlichen Lauf

Veröffentlicht: Juli 20, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Die Gemeinde will die geplante Freilegung des teilweise unterirdisch unter dem Sportplatz verlaufenden Wenigerbaches in Angriff nehmen. Nächsten Sommer soll dem Bach wieder ein natürliches Bett bereitet werden.

 

Der Wenigerbach wird künftig wieder seinem natürlichen Lauf am nördlichen Rand des ehemaligen Sportplatzes folgen können. Schon bald will die Gemeinde die lange geplante Freilegung in Angriff nehmen. „Der Kreis hat den Planfeststellungsbeschluss bestätigt“, sagt Franz Lohre, Leiter der Gemeindewerke. Im kommenden Winter sollen die vorbereitenden Gehölzarbeiten im Bereich des ehemaligen Seelscheider Sportplatzes, unter dem der Bach seit den 1960er Jahren unterirdisch in einem Rohr verläuft, durchgeführt werden. Im Sommer 2013, so der Plan, wird dem Bach dann wieder ein natürliches Bett bereitet.

Die Freilegung des etwa 250 Meter langen Gewässerabschnitts zwischen Breite Straße (K16) und der Straße Am Sportplatz hat eine lange Vorgeschichte. Wie der Gemeindewerkschef berichtet, wurde die Renaturierung seit den 90er Jahren diskutiert, zusammen mit der Verlegung des Sportplatzes. Während letzteres Projekt längst umgesetzt ist und im Bereich des alten Platzes die Franziskus-Schule eine Heimat gefunden hat, gerieten die Renaturierungspläne ist Stocken. Anwohner äußerten Bedenken. Lohre: „Deshalb konnte das Amt für technischen Umweltschutz beim Kreis keine wasserrechtliche Erlaubnis geben.“ Die Gemeinde beantragte das Planfeststellungsverfahren.

Für die Freilegung sprechen, wie Lohre erklärt, mehrere Gründe. Zum einen fordert die Europäische Wasserrahmenlinie gesunde Gewässer. Der Wenigerbach jedoch sei in dem verrohrten Stück „quasi tot“. Weder für Kleinlebewesen noch für Wanderfische sei die Passage geeignet, so dass durch das Rohr Ober- und Unterlauf de facto getrennt seien. Zum anderen gibt es am Wenigerbach viele Niederschlagswassereinleitungen. Um den Bach damit nicht zu überfordern, müsste der Zufluss durch den Bau neuer beziehungsweise größerer Regenrückhaltebecken gedrosselt werden. „Ein freigelegter Fluss ist aber leistungsfähiger“, erläutert Lohre. Damit können die Regenrückhaltungen geringer dimensioniert werden, was Geld spart. Und schließlich ist die Renaturierung eine ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Sportplatz in Breitscheid.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens brachten Naturschutzverbände und Anwohner etliche Vorschläge ein. „Die werden im Wesentlichen berücksichtigt“, sagt Franz Lohre. So werde die Freilegung des Gewässers außerhalb von Hochwasserzeiten und die Gehölzarbeiten außerhalb der Vegetationsperiode durchgeführt. „Und der Bach bekommt ausreichend Entwicklungsraum zum Mäandern.“

Zugleich sollen die Anschlüsse am etwa parallel zum Bach verlaufenden Schmutzwasserkanal erhalten bleiben. „Wir verbessern außerdem den Durchlass an der Straße Am Sportplatz“, so Lohre.
Die Kosten für die Freilegung beziffert er auf rund 350 000 Euro: „Die Gelder stehen seit Jahren bereit.“ Derzeit liegt der Planfeststellungsbeschluss im Rathaus aus.

Quelle: ksta.de

Neue Betten für die Gewässer

Veröffentlicht: Juli 17, 2012 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Nicht nur der Unterlauf der Sieg soll in Sankt Augustin von seinem künstlichen Lauf befreit werden und künftig so fließen, wie es der Fluss vor Jahrhunderten tat. Auch an Schleuterbach und Siemensbach kommt es zu Eingriffen.

Die Sieg soll in Zukunft wieder so fließen, wie das einst vor Jahrhunderten der Fall war: So wird der Fluss in den kommenden Jahren an seinem Unterlauf weitgehend aus dem künstlichen Korsett befreit. Doch auch im kleineren Maßstab werden die Gewässer nach Möglichkeit renaturiert. An Schleuterbach und Siemensbach etwa, die durch den Niederpleiser Wald fließen, sollen in den kommenden Monaten erhebliche Eingriffe vorgenommen werden. Wie Martina Hirschberg als Geschäftsführerin des Wasserverbandes Rhein und Sieg erklärt, erhalten die beiden schlanken Gewässer an einigen Stellen ein ganz neues Bett. Dabei gilt es, ökologisch und landschaftsarchitektonisch sinnvolle Ideen umzusetzen.

So verschwindet das Wasser seit den 1960er Jahren im angrenzenden Industriegebiet im Erdboden, von dort wird es der Kläranlage zugeführt. Das, so betont Hirschberg, sei früher gar nicht einmal so sinnlos gewesen, wie das nun vordergründig klingen möge. „Denn die Kläranlage benötigt für ihren Betrieb eine bestimmte Mindestmenge an Wasser.
Mittlerweile jedoch sei das überflüssig – und auch die Gesetzeslage hat sich geändert: Im Sinne der Nachhaltigkeit ist es oberstes Gebot, nicht mehr Wasser als nötig wiederaufzubereiten. Schon im kommenden Jahr soll das Wasser beider Bäche dem Pleisbach zugeführt werden – der einst auch der natürliche Abfluss war.

Dazu jedoch bedarf es einer nicht unbeträchtlichen Anstrengung: Die Bäche erhalten nicht nur neue Betten, sondern sie werden in Zukunft um das Industriegebiet herumgeführt. Der Siemensbach soll dann neben einem Spazierweg verlaufen, der die Straße „Am Kreuzeck“ mit der Grundschule am Pleiser Wald verbindet. Zwischen 60 und 70 Zentimeter tief muss das Bachbett sein, damit es auch bei einem erhöhten Spiegel ausreichend Wasser aufnehmen kann. Weit oberhalb der Wohnbebauung wird zudem der Schleuterbach in einem kastenförmigen, flacheren Bett heimisch. Wer zurzeit am Spazierweg entlangläuft, sieht bereits die neue Trasse des Baches, für die eine Schneise in den Wald geschlagen worden ist. „Das sieht nicht schön aus“, sagt Hirschberg, doch sie ist überzeugt, dass die Landschaft letztlich hinzugewinnen werde.

Die vor zwei Wochen begonnenen Arbeiten wurden nach einer Ortsbegehung mit einem Artenschutzexperten indes schnell ausgesetzt: Die Nester von bodenbrütende Vögeln könnten beschädigt oder zerstört werden. Unter anderem, so Hirschberg, habe man Zaunkönige dort gesichtet. Der Technische Beigeordnete der Stadt, Rainer Gleß, hat mit dieser Pause seinen Frieden: „Ich halte das für richtig.“ Mit der Fertigstellung des Projekt rechnet er Anfang kommenden Jahres. Insgesamt lässt sich die Stadt die Maßnahme um die 400 000 Euro kosten, der Wasserverband stellt neben Expertenwissen auch die erforderlichen Maschinen zur Verfügung.

 

Quelle: ksta.de

Nutzen für Natur umstritten

Veröffentlicht: November 15, 2006 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Sankt Augustin – Eine großflächige Renaturierungsmaßnahme am Pleisbach zwischen Niederpleis und Birlinghoven stößt auf unterschiedliche Bewertungen beim Kreis und bei Naturschützern. In dem Naherholungsgebiet, wo einst Felder und Äcker bis an den Bach heranreichten, wurden nun unter Federführung des Wasserverbandes des Rhein-Sieg-Kreises so genannte Gewässerrandstreifen eingerichtet. Sie sind in der Regel zehn bis 20 Meter breit und sollen dem Gewässer ermöglichen, seine ursprüngliche Eigendynamik wiederzuerlangen. Zudem dient der Grünstreifen als natürlicher Schutzwall gegen die mitunter schädlichen Einflüsse der Landwirtschaft.

Ausgleichsmaßnahme

Insgesamt haben Geschäftsführer Hermann Meierhenrich und zehn Mitarbeiter des Wasserverbandes zwei Kilometern des Pleisbaches ein neues Gesicht gegeben. Dabei wurden unter anderem neue Abzäunungen gebaut und Viehtränken am Ufer errichtet. Inklusive der Kosten für den Grunderwerb hat das Projekt rund 300 000 Euro verschlungen. Möglich gemacht wurde es in erster Linie durch so genannte Ausgleichsmaßnahmen, zu denen die Deutsche Bahn AG im Zuge des Neubaus der ICE-Strecke Köln-Frankfurt verpflichtet war. Nicht zuletzt deshalb hat die Bezirksregierung Köln dem Projekt eine Förderung mit Landesmitteln in Höhe von 80 Prozent bewilligt.

Der Pleisbach ist nicht das einzige Gewässer im Kreis, das in jüngster Zeit renaturiert wurde. Auch entlang des Wahnbachs ziehen sich auf rund 60 Prozent seines Laufes nun wieder natürliche Gewässerrandstreifen. Zu diesem Zweck musste etwa 150 verschiedenen Grundstückseigentümern eine Gesamtfläche von 30 Hektar abgekauft werden. Kostenpunkt: 600 000 Euro.

In seiner Funktion als Vorsteher des Wasserverbandes bezeichnete Frithjof Kühn die Renaturierungsmaßnahme als vorbildlich: „Hier ist in beispielhafter Weise zu erkennen, welche wichtige Arbeit der Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis für die ökologische Aufwertung der Bäche leistet.“

Paul Kröfges, Vorsitzender der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND), bewertet das Gesamtbild des hiesigen Gewässerschutzes allerdings völlig anders: „Der Rhein-Sieg-Kreis eignet sich hervorragend als schlechtes Beispiel für die Beachtung des Verschlechterungsverbots der Wasserrahmenrichtlinie“, erklärte er. Damit spielt Kröfges auf zahlreiche wasserrechtliche Entscheidungen der jüngsten Zeit an, die keineswegs im Sinne der Natur gewesen seien.

Großer Aufwand

Als Beispiel nannte er die häufige Genehmigung von Bauvorhaben in Überschwemmungsgebieten.

Auch mit der Renaturierungsmaßnahme in Niederpleis ist der BUND unzufrieden. Kröfges‘ Stellvertreter Achim Baumgartner findet, dass zwar mit „großem Aufwand Zäune gebaut“ worden seien, für die Natur aber ansonsten kaum ein Nutzen zu erkennen sei. Außerdem, ergänzte Kröfges, habe der Wasserverband bei der Maßnahme komplett auf Beratungen mit den Umweltverbänden verzichtet. „Dabei“, so Kröfges weiter, „wäre es doch schön gewesen, wenn man unser Fachwissen mit eingebunden hätte“. So müsse man sich mit der Hoffnung begnügen, dass dies wenigstens in Zukunft häufiger geschehen werde.

Quelle: ksta.de

Zurück zu neuen Ufern

Veröffentlicht: November 9, 2006 von fluthelfer in Hochwasserschutz, NRW

Wahnbach und Pleisbach, die beiden Nebenflüsse der Sieg, gehen gestärkt aus einem Projekt des Wasserverbandes Rhein-Sieg hervor. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, den beiden Sieg-Nebenflüssen mehr Raum zur Entfaltung zu geben und von baulichen Eingriffen zu befreien. Alle Arbeiten konnten nun abgeschlossen werden. Insgesamt kostet das Projekt nach Angaben des Kreises über zwei Millionen Euro.

Pleisbach: Barrieren beseitigt

Die Planungen für die Arbeiten am Pleisbach begannen bereits im Jahr 1994. Der über 15 Kilometer lange Fluss, der in Sankt Augustin in die Sieg mündet, wurde von Wehren und sonstigen Absturzbauwerken befreit. Außerdem legten die Mitarbeiter an zahlreichen Stellen, etwa von Niederpleis bis Birlinghoven oder am Zufluss Kochenbach bei Bad Honnef, zehn bis 20 Meter breite grüne Randstreifen für den Flusslauf an. Durch diese kann sich das Wasser besser verbreiten; bei Hochwasser stehen dem Fluss Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung.

Zur Hilfe kam dem Projekt, dass es für die ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt ohnehin eine Flurbereinigung gab. Dadurch konnte der Verband Raum für Uferflächen erwerben. Das Projekt, das insgesamt rund 300.000 Euro kostete, wird zu 80 Prozent von der Bezirksregierung Köln finanziert.

Wahnbach: 30 Hektar Ufer begrünt

Auch beim Wahnbach existierten Planungen seit 1995. Der über 25 Kilometer lange Fluss, der bei Drabenderhöhe im Oberbergischen entspringt, wurde mitsamt seiner zahlreichen Nebenbäche auf weiter Fläche renaturiert. In den Berg-Gemeinden Much und Neunkirchen-Seelscheid startete schließlich 1999 die Umsetzung des Konzeptes.

Hierzu wurden vom Wasserverband im Bereich des Flusses und einige seiner Nebenbäche auf rund 30 Hektar Gesamtflüche ebenfalls Grünstreifen angelegt. Diese haben etwa fünf bis zehn Meter Breite. Auch hier ging eine Flurbereinigung voraus: diese hatte das Amt für Agrarordnung Siegburg angestoßen. Die Gesamtkosten belaufen sich am Wahnbach auf rund zwei Millionen Euro. Besonders teuer wurde dabei, den bisherigen Besitzern die nötigen Flächen abzukaufen. Der Verband setzte mit der GfL Planungs- und Ingenieurgesellschaft aus Koblenz ein externes Landschaftsarchitekten- und -realisierungsbüro ein, das die Koordination in diesem Bereich übernahm.

Der Erwerb der Grundstücke erfolgte „in enger Abstimmung mit den Landwirten“ und Grundbesitzern, so Herr Wedel vom Koblenzer Büro der GfL. Im Vorfeld sei es darum gegangen, wie die Maßnahme umzusetzen sei – man habe sich entschieden, keine Zwangsverkäufe anzuordnen. Einige Parzellen wurden auch mit Dienstverträgen gesichert, andere teilweise im Tausch erworben worden. „Dies ist uns sehr gut gelungen“, betont er.

Positives Fazit

Landrat Frithjof Kühn, in Personalunion Vorsteher des Wasserverbandes, Kreis-Umweltdezernent Michael Jaeger und der Geschäftsführer Hermann Meierhenrich begaben sich an die Ufer des Pleisbaches. Sie hoben die Bedeutung dieses Projektes für die ökologische Entwicklung der Flusse und ihrer direkten Umgebung hervor.

Quelle: ksta.de