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Elbe-Region wappnet sich für künftige Hochwasser

Veröffentlicht: August 28, 2014 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

Kilometermarkierung bei Neu Kaliß © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner

Die Deichstrecke bei Neu Kaliß ist auf sechs Kilometern Länge ausgebaut und verstärkt worden.

Gut ein Jahr nach dem historischen Elbe-Hochwasser 2013 sind am Freitag verstärkte Deiche an das Land übergeben worden. Wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bei der offiziellen Übergabe sagte, sind in der Region damit wichtige Schwachstellen beseitigt worden.

Deiche der Elbe-Elde-Region auf sechs Kilometern ausgebaut

Backhaus betonte, die umgesetzten Maßnahmen sorgten für den besten Hochwasserschutz, den es an der Elbe-Elde-Wasserstraße jemals gegeben habe. Zwischen Neu Kaliß und Dömitz sind zwei Deiche auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern verstärkt worden. Dort errichteten Arbeiter für 800.000 Euro eine sogenannte Berme. Der horizontale Deichabschnitt soll Druck vom Deich nehmen und so ein Aufweichen verhindern. Auf diesem Weg können nun auch Autos fahren und so im Notfall Sandsäcke schneller an Ort und Stelle transportieren. Laut Backhaus gibt der Ausbau den Deichen zusätzlichen Halt, so dass ein Großeinsatz wie vor einem Jahr, als Freiwillige 600.000 Sandsäcke auf den Deichen verteilten, zukünftig nicht mehr nötig sein sollte.

Sude-Mündung soll neue Flutrinnen bekommen

Für eine längerfristige Verbesserung des Hochwasserschutzes aber seien weitere Maßnahmen notwendig, kündigte Backhaus an. Mecklenburg-Vorpommern werde gemeinsam mit Niedersachsen den Rückschnitt der Gehölze an der Elbe angehen. Laut Backhaus stehe die erste Maßnahme zum Ausschneiden kurz vor der Genehmigung. Es gehe dabei um Flächen an der Sude-Mündung bei Boizenburg. Dort sollen auch neue Flutrinnen angelegt und Deiche zurückverlegt werden. Umweltschützer hatten das Abholzen oder Ausdünnen der Auwälder als falsche Maßnahme kritisiert.

Die Elbeflut vom Sommer 2013 hatte in Mecklenburg-Vorpommern Schäden von rund acht Millionen Euro zur Folge, davon gut zwei Millionen Euro an den Deichen.

 

Quelle: http://www.ndr.de/

Ein Jahr nach dem Hochwasser: Gauck „Sieger der Herzen“

Veröffentlicht: August 27, 2014 von fluthelfer in Deggendorf

Auch in Natternberg freute man sich über den Besuch des Bundespräsidenten.Ein Jahr nach seinem Besuch im überfluteten Fischerdorf und Natternberg hat Bundespräsident Joachim Gauck am gestrigen Montag nachgeschaut, ob er mit seinem Eintrag im Goldenen Buch der Stadt „Deggendorf wird blühen“ richtig lag. Stimmt. Die Gartenschau blüht. Doch Gauck ging auch dieses Mal wieder dorthin, wo die Flut noch immer in der Seele wehtut.

Der Ministerpräsident, Minister um Minister, Staatssekretäre – auf das Jahrhundert-Hochwasser 2013 folgte ein Heer von Flut-Touristen. Vor allem in Fischerdorf, diesem Symbol der Katastrophe. Sie sorgten für staatliche Hilfe in beachtlicher Höhe. Der unbestrittene „Sieger der Herzen“ aber war Bundespräsident Joachim Gauck. Zwar konnte sich kein Fischerdorfer von Gaucks guten Worten ein neues Wohnzimmer kaufen, doch der Mann hat offenbar Gespür für den Herzschlag von Menschen, die alles verloren haben. Dass er sein Versprechen auf ein Wiedersehen nach einem Jahr gestern einlöste, rechnen sie ihm hoch an.

Zunächst informierte sich Gauck in kleiner Runde mit Experten sowie Vertretern von Stadt und Landkreis über den Stand der Sanierungsarbeiten und den Fortschritt beim Hochwasserschutz.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt besuchte der Bundespräsident die Ortsteile Natternberg und Fischerdorf, die vom Hochwasser besonders stark betroffen waren. In beiden Stadtteilen standen die Fluten nach Dammbrüchen im Juni 2013 mehrere Meter hoch. Mehr als 150 Häuser mussten seitdem abgerissen werden.

Quelle: pnp.de

Nach Hochwasser 2013 – Deich bei Hemsendorf wird repariert

Veröffentlicht: Juli 2, 2014 von fluthelfer in Brandenburg

Der Deich an der Schwarzen Elster gegenüber von Hemsendorf wird auf einer Länge von 200 Metern ausgebessert. Beim Juni-Hochwasser 2013 war er beschädigt worden. Bei einem neuen Hochwasser wären landwirtschaftliche Flächen in Gefahr.

 

Die Vorarbeiten sind angelaufen, dass der Deich an der Schwarzen Elster, gegenüber von Hemsendorf, in Ordnung gebracht werden kann. Über ein Jahr lang, seit dem Juni-Hochwasser 2013, klaffte hier eine großes Loch, war der Schutzwall auf mehreren Metern komplett fortgespült worden. Doch da das Hochwasser an vielen Stellen große Schäden angerichtet hatte, war diese Reparatur im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) nicht als Prioritär eingestuft worden. Vor allem, weil bei einem neuerlichen Hochwasser keine Menschen oder Gebäude gefährdet gewesen wären, landwirtschaftliche Flächen mehrerer Agrarbetriebe allerdings schon. Doch die Schwarze Elster blieb im Verlauf der vergangenen Monate zahm, so dass Sorgen vor neuerlichen Überflutungen keine Bestätigung fanden.

Spundwände werden nicht eingebracht

Der Deich wird auf einer Länge von 200 Meter instand gesetzt bzw. neu aufgebaut. Denn in der Nachbarschaft der Deichbruchstelle hatte es ebenfalls massive Schäden an der Hochwasserschutzanlage gegeben. Spundwände werden nicht eingebracht, informierte gestern Jörg Herrmann, Flussbereichsingenieur im LHW. Er bestätigte, dass es mal entsprechende Überlegungen gegeben habe, doch solch ein Vorhaben sei dann verworfen worden.

Jetzt werden durch die mit den Arbeiten beauftragte Firma, die Bau und Haustechnik Bad Düben, die Voraussetzungen geschaffen, um mit der erforderlichen Technik an die Deichbrauchstelle zu gelangen. In den nächsten Tagen entsteht die Baustraße.

Das Hochwasser im Juni 2013 brachte viele Handwerksbetriebe beinahe um ihre Existenz. Drei geschädigte Unternehmer berichten von ihrem langen Weg zurück zur Normalität.

Nicht enden wollende Regenfälle, gebrochene Dämme, überflutete Straßen. Im Juni 2013 wurden große Teile Deutschlands vom Hochwasser erfasst. Besonders in Bayern und dem Osten des Landes stand das Wasser meterhoch in den Städten. Die Fluten überraschten auch viele Handwerksbetriebe, von denen einige an den Rand ihrer Existenz gebracht wurden.

Ein Jahr nach der Katastrophe ist trotz öffentlicher Hilfen bei vielen betroffenen Handwerkern noch immer keine Normalität eingekehrt.

Beinahe drei Meter hoch stand das Wasser in den Innenräumen des Malerbetriebs von Gerhard Lallinger, eine Fläche von 3.000 Quadratmetern, das Mauerwerk war von Feuchtigkeit durchzogen. Auch Equipment und Geschäftsunterlagen wurden zerstört. Auf rund zwei Millionen Euro belief sich Lallingers Gesamtschaden.

Jahre des Wiederaufbaus nötig

Von betrieblichem Alltag ist bis heute nichts zu spüren. „Es ist eher alles Flickwerk“, sagt der Inhaber. Das Geschäftsgebäude ist bisher nur provisorisch wieder aufgebaut. Drei bis vier Jahre könnte es noch dauern, bis alles wieder auf dem Niveau wie vor dem Hochwasser ist, schätzt Lallinger. Das ebenfalls betroffene Wohngebäude der Familie wurde bis auf den Rohbau entkernt. Inzwischen sind drei Stockwerke wieder aufgebaut und die Renovierungsarbeiten im Innengebäude fast abgeschlossen. Demnächst will die Familie dort wieder einziehen.

Trotz des Wiederaufbaus sind die Auftragsbücher derzeit gut gefüllt. Für Lallinger und sein Team bedeutet das allerdings auch eine ständige Doppelbelastung. „Der Stress ist mehr geworden und dafür gibt es keine Entschädigung“, sagt er.

Auch in Thüringen wütete das Hochwasser. Tecosi, dem Funktechnikbetrieb von Bernd U. Beyer aus Gera und Bad Köstritz, ist ein Schaden von über 200.000 Euro entstanden. Der Nachrichtentechniker versucht, die immer noch verzwickte Situation mit Entspannung zu meistern. „Man muss sich einfach zurücklehnen und sich bewusst werden, dass es nicht an einem Tag zu schaffen ist“, sagt Beyer.

Die Thüringer Aufbaubank ist für die Hälfe des entstandenen Schadens aufgekommen. Derzeit beantragt er Hilfen beim Bund, der weitere 30 Prozent übernehmen könnte. Mindestens 20 Prozent des Schadens muss er selbst tragen.

In den Geschäftsräumen und in der Kabelfernsehanlage in Geras Stadtteil Untermhaus wurde von der Flut die komplette Technik wie Verstärker und Schaltschränke zerstört. Auch das Archiv im Keller stand voll Wasser. Beyer hat versucht, die Situation mit provisorischen Lösungen zu überbrücken. Verrottete Kabelanschlüsse, Abzweiger und Verteiler müssen noch ersetzt werden.

Damit der Betrieb wieder läuft, arbeiten er und seine Mitarbeiter deutlich mehr als früher. Sonderschichten sind keine Seltenheit, auch am Wochenende ist Beyer oft in seinem Büro. Immerhin musste er keinen seiner Angestellten entlassen.

Von der Flut wurde auch das Haus getroffen, in dem er mit insgesamt acht Mietparteien wohnt. Eine Woche waren der Strom und die Elektroverteilung im Keller ausgefallen, drei Wochen lang funktionierte die Heizung nicht, man behalf sich mit Notstromaggregaten.

Für die Zukunft wünscht sich Beyer einen besseren Informationsfluss zwischen Betrieben und öffentlichen Stellen. Zudem müssten weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, die so eine Katastrophe in Zukunft verhindern. „Ich hoffe, dass die Talsperren endlich wieder einheitlich reguliert werden“, sagt Beyer.

Schleichende Schäden

Elektroinstallateur Christian Vogl war mit seinem Betrieb in Passau während des Hochwassers fast eine Woche von der Außenwelt abgeschnitten. Hof und Lager waren überflutet, der Gebäudeschaden beläuft sich mittlerweile auf weit über 200.000 Euro.

Von den bisher eingereichten Kostenrechnungen für Reparaturen wurden 80 Prozent übernommen, die restlichen 20 Prozent musste der Betrieb selbst aufbringen.

„Wir befinden uns nach wie vor in der Instandsetzung“, sagt Vogl. Dabei offenbaren sich nach und nach weitere böse Überraschungen. So macht sich in den Büroräumen inzwischen doch Feuchtigkeit im Boden bemerkbar, der nun ausgetauscht werden muss. Im Lagergebäude zeigen sich Risse in der Wand. Wie hoch diese Sanierungskosten sein werden und ob er staatliche Hilfe dafür bekommen wird, weiß der Elektro­installateur bisher noch nicht. Derzeit ist nur einer der drei Betriebsräume nutzbar, alle Arbeiten müssen auf engstem Raum stattfinden.

Mit dem Krisenmanagement während des Hochwassers war Vogl nicht ganz zufrieden. „Immer kamen neue Warnungen“, sagt er. Aber Vogl weiß, dass es auch die anderen Betriebe der Region erwischt hat. Einen Schuldigen möchte er nicht ausmachen, weil alle mit der Situation überfordert waren.

Wie viele andere hofft Vogl vor allem auf eines: bauliche Vorkehrungen, damit sich eine solche Katastrophe nicht mehr wiederholen kann.

 

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Wiedereröffnungen in Passau nach Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 29, 2014 von fluthelfer in Passau

Gleich zwei beliebte Passauer Restaurants und Kultureinrichtungen öffnen an diesem Wochenende (27./28.06.14) zum ersten Mal wieder ihre Türen – über ein Jahr nach der großen Hochwasserkatastrophe von 2013.

Zum einen startet am Freitag (27.06.14) das Traditionswirtshaus „Grüner Baum“ – eine Institution in der von Künstlerateliers und kleinen Läden gesäumten „Höllgasse“. Die Straße war bei dem Hochwasser im vergangenen Jahr besonders stark betroffen – das Wasser stand hier teilweise bis in den ersten Stock der Häuser. Rund 115.000 Euro Schaden hatte der „Grüne Baum“ zu verzeichnen.

Jazzclub Passau

Ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden war das „Café Museum“ mit seinem Jazzclub Passau, untergebracht im Erdgeschoss des Museums Moderner Kunst. Ein Jahr haben die Sanierungs- und Reparaturarbeiten hier gedauert. Ab Samstag (28.06.14) lockt das Lokal nun wieder Jazzfreunde aus der gesamten Region zum gemeinsamen Musikhören- und genießen.

„Jazz am Russenkai“

Zur Wiedereröffnung ab 20 Uhr startet das „Café Museum“ gleich voll durch – mit seinem regelmäßigen Sommerfestival „Jazz am Russenkai“. Dabei finden bis zum 30. August mehr als 50 Konzerte unter freiem Himmel statt. Spielt das Wetter nicht mit, werden die Konzerte nach drinnen verlegt. Den Auftakt macht an diesem Samstag Zakiya Hooker, die Tochter des großen Bluesmusikers John Lee Hooker.

Jazz for free

Im wunderschönen Ambiente des Rathausinnenhofes findet am Freitag (04.07.14) die Premiere des Jazzfests Passau – Jazz im Rathausinnenhof statt. Dann werden dort zwei Gratiskonzerte gegeben. Jazz im Rathausinnenhof lädt bewusst die erstklassigen lokalen und regionalen Jazzbands ein, die einen internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Bei Schlechtwetter finden die Konzerte im Rathaussaal statt.

Quelle: br.de

Fluthelfer-Orden für 88 Polizisten aus Sachsen

Veröffentlicht: Juni 29, 2014 von fluthelfer in Sachsen
88 sächsische Polizisten sind am Freitag mit dem Fluthelfer-Orden des Freistaats ausgezeichnet worden.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) überreichte die Medaille für ihren Einsatz bei der Flutkatastrophe 2013, wie das Innenministerium mitteilte. Unter anderem halfen die Beamten bei Evakuierungen, der Beseitigung von Schäden und der Sicherung von Eigentum in den geräumten Gebieten. So waren etwa zahlreiche Polizisten im Einsatz, als in Zeithain (Landkreis Meißen) der Damm auf einer Länge von 150 Metern brach und die Anwohner in Sicherheit gebracht werden mussten. Jeder Helfer, der mindestens 24 Stunden bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im Einsatz war, kann mit der silberfarbenen Medaille ausgezeichnet werden. Vorschläge können noch bis Ende 2015 eingereicht werden. Bis Ende Mai sind in Sachsen rund 27 000 Helfer mit dem Sächsischen Fluthelfer-Orden ausgezeichnet worden.

 

Quelle: focus.de

Hochwasser-Kommunen bekommen Kosten für Einsatz erstattet

Veröffentlicht: Juni 29, 2014 von fluthelfer in Sachsen

Dresden. Ein Jahr nach dem Hochwasser an Elbe, Mulde und Nebenflüssen können betroffene Landkreise und Kommunen nun ihre Einsatzkosten geltend machen. Am Dienstag beschloss das Kabinett in Dresden dazu eine Richtlinie. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach von einer für die Kommunen kommoden Lösung. Insgesamt stehen 27,5 Millionen Euro bereit. Die Summe soll Kosten für Nothilfemaßnahmen abdecken. Dazu gehören Einsätze von Feuerwehr und Katastrophenschutz, Notunterkünfte, Verpflegung und medizinische Versorgung. Auch das Säubern betroffener Regionen und die Entsorgung der Abfälle werden bezahlt. Das Geld stammt aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union für das Hochwasser 2013.

 

Quelle: sz-online.de

 

Das Projekt „Elbsack“ von Nadine Teicher kam auf der Kulturellen Landpartie so gut an, dass die Dortmunder Designerin nun stolze 480 Euro Spenden an den Dannenberger Deichverband überweisen konnte.

Die 31-jährige fertigt unter dem Label ELBSACK Taschen und Accessoires aus den
benutzten Sandsäcken der Flutkatastrophe im Juni 2013. Sie verkaufte die Produkte ihrer ersten
Kollektion erstmalig auf der vergangenen Kulturellen Landpartie (KLP) in Seedorf. 20% des Verkaufserlöses hielt sie als Spende für den hiesigen Deichverband zurück. Jetzt, nach Ablauf der KLP, konnte sie dem Deichverband im ersten Gang 480€ als Spende übergeben. In den nächsten
Ausschüttungen sollen dann auch die anderen Deichverbände des Landkreises berücksichtigt werden.

„Das Geld soll in die Anschaffung einer Sandsackabfüllmaschine für den Dannenberger Deichverband investiert werden“, berichtet die Dortmunderin stolz. „Dann kommt es genau da an, wo es Sinn macht!“ Alle Besucher, die ihren Stand und die Produkte begutachtet haben, waren begeistert von ihrer Idee und der Umsetzung. Viele positive Rückmeldungen haben sie in den 10 Tagen erreicht.

„Viele Besucher der KLP waren auch durch Medienberichte auf meinen Stand aufmerksam
geworden“, sagt Teicher weiter. „Manchmal kamen sie aus den entferntesten Ecken des Landkreises, weil sie davon gelesen hatten und sich unbedingt die Taschen anschauen wollten“.

In Dannenberg fand sich im Café „Sprechzimmer“ ein Partner, der ab sofort eine kleine Auswahl von ELBSACK-Produkten verkauft. Auch auf dem Online-Portal www.echt.land, welches sich derzeit noch im Aufbau befindet, sollen die Produkte demnächst angeboten werden.

Teicher sucht nun nach weiteren Märkten und ortsnahen Geschäften, in denen die Sandsack-
Kollektion verkauft werden sollen. Bis dahin kann man sie auch weiterhin auf der Website
www.elbsack.de erwerben.

Foto: Freut sich, dass sie eine Spendenüberweisung von 480,- Euro tätigen konnte: die Designerin Nadine Teicher hat Erfolg mit ihren Sandsackprodukten.

 

Quelle: wendland-net

Landrätin überreicht Einsatzmedaille Hochwasser 2013

Veröffentlicht: Juni 17, 2014 von fluthelfer in Deutsche Fluthilfe

Marburg. In Anerkennung der während des Elbe-Hochwassers im Juni 2013 erbrachten Leistungen hat das Land Brandburg den Helferinnen und Helfern des heimischen Katastrophenschutzes die „Einsatzmedaille Hochwasser 2013“ verliehen.

Landrätin Kirsten Fründt überreichte am Samstagnachmittag gemeinsam mit Kreisbrandmeister Bodo Schmidt, seinem Stellvertreter Peter Schaller und Feuerwehrkommandant Sylvio Rische als Vertreter des brandenburgischen Elbe-Elster-Kreises, im Rahmen einer Feierstunde am Marburger Landratsamt die Auszeichnungen.

Vor rund einem Jahr waren mehr 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Feuerwehr, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf in Sachsen und Brandenburg im Einsatz, um dabei zu helfen, die Folgen des verheerenden Hochwassers der Elbe zu mildern. Die heimischen Katastrophenschützer kamen dabei rund um die Stadt Mühlberg zum Einsatz, wo Deiche zu brechen drohten. In einer stundelangen Aktion und einem Kräfte zehrenden Nachteinsatz gelang es schließlich gemeinsam mit einheimischen Einsatzkräften und Soldaten der Bundeswehr die bedrohten Deiche, unter anderem unweit des Mühlberger Stadtteils Fichtenberg mit Zehntausenden Sandsäcken zu stabilisieren und eine Katastrophe abzuwenden.

„Den ehrenamtlichen Einsatzkräften gebührt für diese Leistungen großer Dank, Respekt und Anerkennung“, betonte Landrätin Kirsten Fründt. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass Menschen hier alles stehen und liegen lassen und sich auf den Weg machen, um anderen Menschen zu in großer Not zu helfen und beizustehen. „Ich bin sehr dankbar, dass wir bei unseren Hilfsorganisationen hier im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf Menschen zählen können, die nicht lange diskutieren sondern dort anpacken, wo es nötig ist“, so die Landrätin.

„Unseren Einsatzkräften sind nicht nur die Eindrücke aus dieser Situation in Erinnerung geblieben. Auch an die professionelle Arbeit der einheimischen Einsatzkräfte aus Mühlberg und Umgebung, die reibungslose Zusammenarbeit und an die freundliche Aufnahme erinnern wir uns gerne zurück“, stellte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer fest. Das, was dort geleistet wurde, sei echte Team-Arbeit gewesen – hessische und brandenburgische Einsatzkräfte sowie Soldaten der Bundeswehr hätten Hand in Hand gearbeitet, was eine beeindruckende Erfahrung gewesen sei. „Zum Schluss des Einsatzes waren wir auch ein wenig stolz, dass wir mithelfen konnten, eine brenzlige Situation zu entschärfen“, erklärte Lars Schäfer.

Hintergrund des Einsatzes im Juni 2013 war zunächst ein Hilfeersuchen des Landes Sachsen an die hessische Landesregierung, die unter anderem die Einsatzkräfte aus Marburg-Biedenkopf in Marsch setzte. Innerhalb weniger Stunden waren mehr als 100 Helferinnen und Helfer zunächst auf dem Weg nach Dresden. Von dort wurden sie dann nach Mühlberg an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze beordert und waren dort mehrere Tage im Einsatz. (pm)

 

Quelle: nh24.de

Den grenzüberschreitenden Hochwasser- und Katastrophenschutz wollen die Woiwodschaft Lebuser Land (Lubuskie) und Brandenburg enger verzahnen.

Das sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch nach seiner eintägigen Visite im Nachbarland. Als Themen nannte er Deichbau, Datenaustausch und Vorwarnzeiten. Beim Katastrophenschutz sei unter anderem vereinbart worden, den beteiligten Rettern Sprachhilfen an die Hand zu geben. „Es geht auch darum, Szenarien durchzuspielen und zu sehen, wie reagieren wir gemeinsam“, sagte Woidke nach einem Gespräch mit dem Woiwoden Jerzy Ostrouch. „Wir sind auf gutem Weg, müssen aber gut vorbereitet sein.“ Grenzschutz und Polizei hätten ihm versichert, dass sie den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität deutlich verstärkt hätten, sagte Woidke, der auch Polen-Beauftragter der Bundesregierung ist. Er bat das Nachbarland, das deutsch-polnische Polizeiabkommen rasch zu ratifizieren. „Die Zusammenarbeit wird dadurch deutlich unkomplizierter und effektiver werden“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Davon bin ich fest überzeugt. Die polnische Seite sieht dies auch so.“

Die Universität Grünberg (Zielona Gora) will nach Worten von Woidke 2015/16 die Ausbildung von Medizinern aufnehmen. „Sie wollen dringend mit Brandenburg kooperieren“, sagte Woidke. Geplant ist, dass Studenten Praktika und klinische Ausbildung in märkischen Krankenhäusern absolvieren. „Das ist eine Sache, die uns sehr entgegenkommt“, betonte er. Auch bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen solle enger kooperiert werden.

Beide Seite kritisierten, dass die polnische Staatsbahn den Zug zwischen Breslau (Wroclaw) und Berlin einstellen will. „Das ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Wir hoffen, dass wir das noch korrigieren können“, sagte Woidke und kündigte den Ausbau der Strecke Berlin-Landsberg (Gorzow) an.

Quelle: Focus

Gedenklauf der Bürgerinitiative „Hochwasser Aken (Elbe)“

Veröffentlicht: Juni 9, 2014 von fluthelfer in Aken

Mit einem Staffellauf und der Enthüllung eines Gedenksteines erinnert Bürgerinitiative „Hochwasser in Aken“ an die Katastrophe von 2013. Fast 300 Einwohner von Aken und Gäste nahmen an der Enthüllung teil.

 

Zehn Kilometer Elbdeich haben Feuerwehren, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk und zahlreiche freiwillige Helfer im Juni 2013 in der Gemarkung Aken gegen die über ihre Ufer getretene Elbe verteidigt. Genau ein Jahr nach dem Deichbruch bei „Mutter Sturm“ im Dessauer Busch und der Evakuierung der Elbestadt hat am Sonnabend die Bürgerinitiative „Hochwasser Aken (Elbe)“ mit einem Staffellauf an das Geschehen in jenen Tagen und an den heldenhaften Einsatz der Helfer erinnert, aber auch daran, dass es immer noch so manche kritische Stelle im Deich gibt.

Der Staffellauf mit 100 Teilnehmern hat die beiden kritischsten Deichabschnitte miteinander verbunden: Die Stelle bei Obselau, an der der Deich während des Hochwassers abgerutscht war und nur durch große Kraftanstrengung von Soldaten des Logistikbataillons 172 Beelitz gehalten werden konnte, und den Ort an der B 185 in Richtung Dessau, wo Mitarbeiter der Firma Jägerbau, die Freiwillige Feuerwehr Aken und Angehörige der Bundeswehr in schier übermenschlichem Einsatz innerhalb weniger Stunden einen Notdeich errichtet hatten. An jener Stelle steht nun ein Gedenkstein, der an diese Katastrophe erinnert.

Fast 300 Einwohner von Aken, Gäste aus der Partnerstadt Erwitte, Vertreter des Technischen Hilfswerkes aus Lübben, Fußballer aus Hamburg und viele weitere, seit dem Hochwasser mit der Stadt Aken verbundene Menschen nahmen an dessen Enthüllung teil. Akens Bürgermeister Hansjochen Müller (SPD) blickte noch einmal auf jene Tage im Juni vor einem Jahr zurück, dankte den vielen Helfern, sparte aber auch nicht mit Kritik an Landesregierung und Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Nach seinen Worten seien noch immer nicht alle zum Schutz der Bürger nötigen Arbeiten abgeschlossen oder in Angriff genommen worden.

 

Quelle: mz-web.de

Erfurt (dpa) – Thüringens Justizminister Poppenhäger (SPD) sieht gute Chancen für eine Pflichtversicherung gegen Naturgefahren wie Hochwasser. Man wolle zur Justizministerkonferenz im Herbst ein Modell dafür präsentieren, sagte Poppenhäger der Nachrichtenagentur dpa. Mit der deutschen Versicherungswirtschaft würden derzeit verschiedene Varianten diskutiert. Eine Überlegung dabei sei, durch einen staatlichen Zuschuss den in der Regel hohen finanziellen Eigenanteil der Versicherten zu verringern. Thüringen ist bei diesem Thema eines der federführenden Länder in der Justizministerkonferenz.

Quelle: T-online

Ein Jahr nach der Flut: „Der Schock ist überwunden“

Veröffentlicht: Mai 31, 2014 von fluthelfer in Bayern

Neubeginn nach der Katastrophe. Familie Schmid aus Fischerdorf freut sich, dass es auch den Kindern ein Jahr nach der Flut wieder besser geht.

Fischerdorf – Langsam kehrt die Normalität auch für Familie Schmid aus Fischerdorf zurück: Seit Weihnachten wohnen Heike (36), Alexander(39), Caroline (6) und Tobias (10) wieder in ihrem Haus, das von der Flut überschwemmt worden war. Ihr Vermieter hatte als einer der wenigen Immobilienbesitzer in diesem Deggendorfer Ortsteil eine Elementarschadenversicherung. Böden, Türen und Fliesen wurden bereits erneuert, nur die Außenfassade muss noch gemacht werden.

Besonders froh macht es die Eltern, dass ihre Kinder den Schock des Erlebten überwunden zu haben scheinen. „Das merken wir auch in der Schule. Da läuft es wieder so gut, dass unser Sohn im Sommer ohne Probleme auf das Gymnasium übertreten kann“, sagt Buchhalter Alexander Schmid glücklich. Auch die kleine Caroline hat ihre Fröhlichkeit wiedergefunden.

Trotzdem hat die Flut sich tief ins Bewusstsein der Familie gegraben: „Wenn es so wie jetzt mehrere Tage am Stück regnet, dann wird es einem schon mulmig“, gesteht der Familienvater und erzählt, dass die Bruchstelle am Damm zwar längst ausgebessert ist, die zweite Dammlinie aber erst in ein paar Jahren fertig gestellt werden wird. „Erst dann“, sagt er, „kann ich wirklich wieder ruhig schlafen.“

 

Quelle: abendzeitung-muenchen.de

vergangenen Dienstag trafen sich in Bleckede Vertreter aus betroffenen Gemeinden, Hochwasser-Fachleute von verschiedenen Institutionen sowie Vertreter des Umweltministeriums, um sich über den aktuellen Stand von Hochwasserschutzplanungen und -finanzierung auszutauschen.

Neben der Vorstellung eines komplexen Maßnahmenprogramms zum Hochwasserschutz ging es in Bleckede auch um die Finanzierung. Eine Förderrichtlinie zur Aufbauhilfe wurde inzwischen von der Landesregierung freigegeben und soll nun schnellstmöglich umgesetzt werden. Für Maßnahmen des Hochwasserschutzes stehen demnach jährlich insgesamt rund 14 Mio. Euro zur Verfügung (freiwillige Landesmittel + EU-Mittel).

Gefördert werden damit u.a. der Bau von Deichen einschließlich Deichverteidigungswegen, Schöpfwerken, Sielen, Wehre und Wasserläufe. Neu hinzugekommen sind die Instandsetzung von
Schöpfwerken einschließlich der dazugehörigen technischen Anlagen, der Rückbau von Deichen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, insbesondere zur Wiedergewinnung von Überschwemmungsgebieten sowie die Beratung und Förderung von örtlichen Akteuren, wie es möglich wird, das gesamte Flusseinzugsgebiet bei der Entwicklung eines effektiven Hochwasserschutzes zu berücksichtigen.

Im Rahmen der ersten Tranche (50%) sollen zunächst die dringlichsten Schäden gefördert werden wie z.B. die Sandsackentsorgung, die Beseitigung und Entsorgung der Notdeiche sowie die Wiederherstellung der Deichaußenbermen sowie ähnliche dringliche Deichbaumaßnahmen

Einen ersten Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt es hier!

Ausführliche Analyse steht vor der Planung

Das Bemessungshochwasser (BHW) wurde nach Erkenntnissen der Gewässerkundler an allen niedersächsischen Elbepegeln mit Werten zwischen 10 – 50 cm überschritten . Jedoch gibt es immer noch keine klaren Signale aus dem Ministerium, dass das Bemessungshochwasser heraufgesetzt wird. (Das würde für einige Deiche bedeuten, dass sie erhöht werden müssten).

Besprochen wurde außerdem der Fortgang der Planungen für verbesserten Hochwasserschutz in Orten an der Elbe, wie zum Beispiel in Vietze, Wussegel und Neu Darchau. So ergaben Grundbautechnische Untersuchungen und Standsicherheitsüberprüfungen, dass im Dannenberger Bereich auf ca. 11 km Deichlänge (zwischen Damnatz und Wussegel) Deiche erhöht, überprüft und saniert werden müssen. Des weiteren sind im Landkreis mehrere Siele und Schöpfwerke nicht für die Wasserstände des Hochwassers 2013 geeignet. In einigen Bereichen wird auch eine Anhebung der Deichverteidigungswege notwendig sein.

Einig sind sich sowohl Ministerium als auch die Hochwasser-Fachleute, dass mindestens Vietze und Katemin/Neu Darchau „echte“ Deiche benötigen, um zukünftig Schäden in ihren Orten zu vermeiden. Zusagen für die Übernahme der Planungskosten durch das Land gibt es bereits – über die Finanzierung der Deichbauten wird derzeit noch verhandelt. Insgesamt ist bei der Umsetzung wohl mit einem Zeitraum von mehreren Jahren zu rechnen.

Ganzheitliches Konzept in Arbeit

Ein umfangreicher Katalog von Maßnahmen soll in Zukunft im Mittel- und Unterlauf der Elbe für Entspannung sorgen. Abgrabungen, Deichrückverlegungen und Gehölzschnitt sind dabei nur einige der geplanten Maßnahmen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Elb-Anrainer-Ländern, national wie internationa (Tschechien) spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die ganzheitliche Betrachtung des gesamten Flussraumes.

Vor der Planung steht eine ausführliche Analyse. Das Bundesamt für Gewässerkunde stellte in Bleckede Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu Auswirkungen verschiedener Einflusse auf die Entwicklung des Hochwassers 2013 vor. Demnach flossen alleine 207 Mio. Kubikmeter Wasser durch den Deichbruch bei Fischbek ab. Weitere Deichbrüche, die Polderflutung in der Havelniederung sowie die Regelung der Talsperren in Tschechien führten nach Ansicht der Fachleute dazu, dass die Scheitelhöhen der Flutwelle um 20 – 75 cm niedriger als ursprünglich prognostiziert ausfielen. Die Deichbrüche allein trugen allerdings nur unwesentlich zur Pegelsenkung bei, so die Fachleute.

Zusätzliche Pegelsenkungen in Höhe von etwa 20 – 40 cm wären eingetreten, wenn die zum Teil bereits 2006 vereinbarten Maßnahmen aus dem Aktionsplan Hochwasser sowie aus den Vereinbarungen der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe geplanten Rückhalteräume vollständig einsatzbereit gewesen wären. (Anmerkung: Staatssekretärin Almut Kottwitz hatte bereits kurz nach dem Hochwasser 2013 darauf hingewiesen, dass von diesen vereinbarten Maßnahmen lediglich knapp die Hälfte umgesetzt sind).

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand das gemeinsam vom Umweltministerium und von der Biosphärenreservatsverwaltung vorgestellte Konzept für ein integriertes Auenmanagement, das unter anderem ein Beweidungskonzept enthält.

Die Themen der Informationsveranstaltung und die in Bleckede gehaltenen Vorträge können im Detail hier! auf den Internetseiten des Niedersächsischen Umweltministeriums nachgelesen werden.

 

Quelle: wendland.net

Weil die Schäferin Barbara Guckes eine Hochwasser-Entschädigung erhalten hat, werden ihr vertraglich erbrachte Leistungen im Naturschutz nicht vergütet. Wer sich auf natürliche Landschaftspflege einlässt, bekommt Fördermittel, sonst könnten solche Schafbetriebe wie der von Barbara Guckes nicht überleben.

Die Schafe grasen friedlich auf den Elbwiesen zwischen Gorsdorf und Schützberg. Nur wenn „Kobold“, einer der beiden Altdeutschen Hütehunde, mal meint, seine Anwesenheit etwas deutlicher kundtun zu müssen, lassen sie sich aus der Ruhe bringen und flitzen Schafbock „Hans“ nach, immer im Kreis herum.

Job in Konstanz aufgegeben

„Verflixter Kerl, was soll das“, mahnt Schäferin Barbara Guckes – pfeift „Kobold“ zurück und zürnt: „Hast wohl wieder zu viel Energie?“ Wirklich böse klingt das jedoch nicht. Einmal zur Ordnung gerufen, folgt der Vierbeiner wieder aufs Wort. Mit Tieren ist es halt einfacher als mit Menschen. Auch deshalb hat Philosophie-Dozentin Barbara Guckes vor einigen Jahren ihren gut bezahlten Job an der Universität Konstanz aufgegeben. Dort hat sie ihre Studenten mit den Lehren von Aristoteles bis Kant vertraut gemacht. Jetzt „studiert“ sie die Philosophie der blökenden Rasenmäher, die weitaus genügsamer sind und die Welt in Ordnung finden, wenn sie ein Fleckchen Wiese unter sich und andere Schafe neben sich haben.

Dass die 49-Jährige ihre Universitäts-Karriere abgebrochen hat, bereut sie auch jetzt nicht, obwohl sie gegenwärtig gewissermaßen ein Lehrstück erlebt, das deutlich zeigt, welche Unsicherheiten ihr Traumberuf mit sich bringt.

Es geht um Geld, genaugenommen um etwa 5 000 Euro, deren Zahlung ihr das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Sachsen-Anhalt verweigert, wie sie sagt. Für die Schäferin bedeutet das eine äußerst schmerzhafte Nachwirkung des jüngsten Hochwassers. „Die Regierung rühmt sich dafür, dass alle betroffenen Land- und Tierwirte – auch Schäfer, eine Entschädigung erhalten haben. Auch ich bekam etwa 5 000 Euro dafür, dass ich im Juni auf der überfluteten Fläche kein Heu machen konnte und somit der erste Schnitt ausgefallen ist. Das war okay.“

Alles hätte nach ihren Worten gut weitergehen können. Sie erläutert: „Als kleiner Schäfereibetrieb erbringe ich mit meinen 540 Schafen so genannte Freiwillige Naturschutzleistungen (FNL) im Rahmen der Argrarumweltverordnung. Dafür muss ich vorgegebene Weidezeiten einhalten und darf die Flächen nicht so intensiv beweiden, wie es sonst üblich wäre. Zum Beispiel darf ich vor Mitte Juni kein Heu machen. Außerdem sind Pausen in der Beweidung einzuhalten, damit sich die Fläche wieder erholen kann. Deshalb stehen nur wenige Schafe auf der Weide, die anderen auf Deichabschnitten.“ Dort „arbeiten“ sie im Auftrag des Landesamtes für Hochwasserschutz und sind als Deichpfleger gern gesehen, weil sie mit ihrem Tritt die Erde verdichten, „eine landwirtschaftliche Dienstleistung, die bezahlt wird. Das klappt auch prima“, lobt die Schäferin.

Wer sich auf diese natürliche Landschaftspflege einlässt und damit quasi die Beweidung der Wiesenflächen erheblich einschränkt, bekommt Fördermittel, sonst könnten solche Schafbetriebe nicht überleben. „Alle Auflagen diesbezüglich habe ich trotz des Hochwassers erfüllt“, gibt Barbara Guckes an. Aber die Reaktion des ALFF nach der gezahlten Hochwasserentschädigung kann sie nicht nachvollziehen: Normalerweise wäre im November die Zahlung der jährlichen Fördermittel für natürliche Landschaftspflege fällig gewesen. Doch die Schäferin wundert sich, dass dieses Geld aus- und ihr Konto leer bleibt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Zunächst an Versehen geglaubt

„Da kein Schreiben von der Behörde kam, habe ich zunächst an ein Versehen geglaubt, etwas abgewartet und nach Wochen beim ALFF nachgefragt.“ Was sie dort zu hören bekam, konnte sie nur kopfschüttelnd vernehmen: „Man sagte mir, ich hätte bereits Fördermittel als Hochwasser-Entschädigung bekommen. Eine weitere Förderung für ein und dieselbe Fläche dürfe nicht gezahlt werden.“

Mit der sprichwörtlichen Schafsgeduld hat Barbara Guckes seitdem nichts mehr am Hut. „Das ist unglaublich. Somit ist die Hochwasserentschädigung faktisch zurückgenommen worden, indem erbrachte Leistungen nicht vergütet werden. Wenn das wirklich verrechnet wird, bleibe ich auf dem Schaden sitzen, als Dankeschön dafür, dass ich mich brav an die Auflagen gehalten habe. Wenn das so ist, wird Naturschutz zu Lasten derjenigen realisiert, die ohnehin schon ein Risiko auf sich nehmen. Zusätzlich muss ich nun damit rechnen, dass mir bei jedem Hochwasser der Ruin droht.“

Der Unteren Naturschutzbehörde scheint die Reaktion des ALFF ebenso unverständlich: „Sie hat mir geraten, dagegen Widerspruch einzulegen“, so Guckes. „Dazu brauche ich jedoch erst einmal einen schriftlichen Bescheid vom ALFF, dass ich die Gelder nicht bekomme. Aber der liegt mir immer noch nicht vor.“ Mittlerweile, so erfuhr sie, sei ihr Fall ans zuständige Ministerium in Magdeburg weitergeleitet worden.

Quelle: mz-web.de

Nadine Wehlte, Sozialarbeiterin bei der Caritas, betreut und berät 90 Familien in Gera, Caaschwitz und Gößnitz bei der Überwindung der Hochwasserschäden vom Juni 2013. Sie sagt: „Hilfe ist weiter nötig“

Gera/Caaschwitz/Gößnitz. Nadine Wehlte hatte im Sommer 2013 gerade ihr Sozialarbeiterstudium an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur absolviert, da wurde sie beruflich gleich ins sprichwörtliche Wasser geworfen, ins Hochwasser von Elster und Pleiße. „Seit dem 5. August 2013 bin ich in Gera, Caaschwitz und Gößnitz im Altenburger Land unterwegs, um Familien zu helfen, die Opfer des verheerenden Juni-Hochwassers geworden sind . 90 Familien betreue ich.“ Warum acht Monate nach der Flut immer noch Hilfe nötig ist, erklärt die 34-jährige praktische junge Frau: „Bis heute laufen in vielen überschwemmten Häusern die Trockner. Viele Familien sind zusammengerückt. Sie wohnen in der Enge übermöblierter Obergeschosse ihrer Häuser. Nicht sofort konnten die mit Reparaturaufträgen überhäuften Handwerker in allen Häusern arbeiten.“ Sehr dankbar sei deshalb die Beratung des Bauexperten des Bistums, Jürgen Tiefholz, angenommen worden. Er habe Ratschläge gegeben, wie die Bausubstanz zu erhalten ist, in welcher Reihenfolge Handwerksarbeiten laufen sollten. „Her Tiefholz hat mir bei mindestens 20 Familien einen guten Einstieg verschafft“, schätzt Nadine Wehlte die Arbeit ihres Fluthelferkollegen.

Doch nicht nur Hilfe bei der Antragsausfüllung oder Rat in finanzieller-materieller Hinsicht war gefragt. „Die meisten wollten einfach nur darüber reden, wie sie das Hochwasser erlebt hatten, als die Gefahr immer näher rückte.“ Sie hörte Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, Familien mit Kindern, ältere Leute an. „Ganz unterschiedlich geht jeder mit dem Erlebten um, fertig ist man damit noch lange nicht.“ Die Spendenfeste der Caritas Ostthüringen halfen, wieder Zuversicht zu gewinnen, zur Normalität zurückzukehren. So wurden im Spätherbst in Gera- Heinrichsgrün, Caaschwitz und Göschwitz kleinere Sachspenden vor Ort angeboten. Nebenbei konnte man Kaffee trinken, Roster essen, basteln, spielen – die Notgemeinschaft fand sich zusammen. “ Aus ganz Ostthüringen sind 80 Anträge für Großspenden wie Möbel, Teppiche, Kühlschränke eingegangen“, berichtet Caritas-Geschäftsführer Andreas Zube. „Nach dem Bedürftigkeitsprinzip wurden 25 positiv beschieden. Nun sind die Spendensammellager leer und geschlossen.“ Rund 35 Fluthelfer aus den Jobcentern Gera und Altenburg standen der Caritas in den Spendensammellagern, beim Transport und der Verteilung hilfreich zur Seite.

Mit dem Katalog in nasse Wohnungen

Nadine Wehlte reiste wie eine Vertreterin mit einem Katalog in die Hochwasserwohnungen. Dort konnten die Familien anhand der Fotos und Maße von Couchgarnituren, Teppichen Auslegware, Schrankwänden entscheiden, was in ihre Wohnung passt. Die Sozialarbeiterin ist im ersten Beruf Kauffrau für Groß- und Einzelhandel für Sanitär und Heizung, Sie bringt also durch aus Beratererfahrung und Fachkenntnisse mit. Warum hat sich die Mutter von zwei Kindern, der zehnjährigen Sophie und des fünfjährigen Tim, für ein Sozial-Studium entschieden? „Ich wollte unbedingt noch eine neue Herausforderung im Leben und ich arbeite gerne mit Menschen.“ So bewerkstelligte sie es, dass ein schwerbehinderter alter Mann, der wegen der gefluteteten Parterreräume im Rollstuhl im Obergeschoss zwei Monate fest saß, endlich wieder nach draußen kam. „Zwei Männer trugen ihn die Treppen hinunter und nach seinem Ausflug wieder hinauf. Er war dankbar.“ Eine Frau, der ein Ofen gespendet wurde, bedankte sich mit Kuchen und Spritzringen als erstem Backresultat aus dem neuen Ofen. „Der Dank war rührend, so wie von den Gößnitzer Kindergartenkindern vom „Knirp­senland“ mit ihrem Programm. Die Phase des Neuaufbruchs komme für viele Menschen erst jetzt im Frühjahr, wenn gebaut und geputzt, notfalls auch umgezogen wird. „Bei manchen liegen die Nerven immer noch blank, gibt es Partnerschaftsprobleme, Mehrbelastung durch die Handwerker im Haus. Ältere Leute sind von dieser Umbruchsituation in ihrem Leben, auf die sie nicht vorbereitet waren, überfordert.“ Ihre Betreuungstätigkeit möchte die Sozialarbeiterin gerne auf die Hochwassergebiete in Berga und Wünschendorf ausweiten. „Bedarf besteht“, weiß sie. Nadine Wehlte hat feste Sprechzeiten: In Caaschwitz Mittwoch, 14 bis 16 Uhr, im Gemeindehaus, in Gößnitz Dienstag, 9 bis 12 Uhr, in der Waldenburger Straße 4 und in Gera Donnerstag, 15 bis 18 Uhr, in der Geschäftsstelle der Caritas in der Kleiststraße 7. Erreichbar ist sie unter ihrer Handynummer 0174 173 2693.

Quelle: otz.de

Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren

Veröffentlicht: Januar 20, 2014 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Überschwemmungsgebiet an der Donau bei Günzburg ist jetzt amtlich festgesetzt

Das Landratsamt Günzburg hat das Überschwemmungs-gebiet der Donau für den Bereich des Landkreises amtlich festgesetzt. Dies dient dem Schutz der Bürger vor Hochwasser. Bauherren sollen dadurch ebenfalls mehr Sicherheit bekommen. Denn Bauvorhaben und Geländeveränderungen bedürfen dort einer wasserrechtlichen Genehmigung. Da es bisher schon eine „vorläufige Sicherung“ gegeben hatte, ergeben sich für Grundstückseigentümer jetzt keine zusätzlichen Einschränkungen, teilt das Landratsamt mit.

Die Fotos der Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 hätten deutlich gemacht, wie gefährdet Menschen und Gebäude sind. Deshalb sei die Lenkung der baulichen Entwicklung ein wesentlicher Teil der Vorsorge gegen die Hochwassergefahren, so das Landratsamt. Nach der amtlichen Festsetzung brauchen Bauvorhaben und Geländeveränderungen im Überschwemmungsgebiet der Donau eine wasserrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt beziehungsweise durch die Stadt Günzburg.

Peter Kaufmann vom Landratsamt erläutert: „Wichtig für die Entscheidung ist, ob ein Vorhaben bei Hochwasser Nachteile für andere Grundstücke oder die Allgemeinheit haben kann.“ Dies sei beispielsweise der Fall, wenn durch ein Gebäude oder eine Auffüllung Hochwasser auf andere Grundstücke umgeleitet wird. Bei der Prüfung gehe es aber auch darum, den Bauherrn selbst zu schützen. „So muss die Höhenlage von bewohnten Räumen an die zu erwartende Hochwasserkote angepasst werden“, erläutert Kaufmann.

Im festgesetzten Überschwemmungsgebiet gibt es Anforderungen und Prüfpflichten für Öltanks und andere Anlagen für wassergefährdende Stoffe. Kaufmann: „Öl-Havarien waren in der Vergangenheit oft die Folge von Hochwasser.“ Ein Öltank entwickle eine enorme Auf-triebskraft, wenn er von Hochwasser umspült wird. Der Tank könne schlimmstenfalls schwimmen wie ein Boot und zerdrückt werden. Kaufmann: „Die Hülle üblicher Tanks ist dünner, als man allgemein vermutet.“ (zg)

Die neue Verordnung kann man im Internet abrufen unter

http://www.landkreis-guenzburg.de

Unterlagen In Papierform gibt es die Verordnung und Planunterlagen bei den Städten Leipheim und Günzburg und der Verwaltungsgemeinschaft Offingen. Die 56 Seiten umfassende farbige „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesverkehrsministeriums informiert, wie sich Gebäude vor Hochwasser schützen lassen. Sie steht kostenlos zum Download bereit unter http://www.bmvbs.de (Auswahl: Publikationen). Im Landratsamt (Landkreisbürgerbüro) und der Außenstelle Krumbach liegen auch gedruckte Exemplare zur Abholung bereit.


Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Hochwasserschutz-fuer-Buerger-und-Bauherren-id28501112.html

Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Hochwasserschutz-fuer-Buerger-und-Bauherren-id28501112.html

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Hochwasserschutz am Tegernsee – Jeder Tropfen zählt

Veröffentlicht: Januar 20, 2014 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Um die Anwohner am Tegernsee vor Hochwasser zu schützen, will das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ein neues Wehr bauen. Es soll den Seespiegel bei Überschwemmungsgefahr um bis zu 30 Zentimeter absenken. Doch die Bürger befürchten schlimme Folgen der Baumaßnahme.

Andreas Scherzer kennt die vernichtende Kraft des Wassers, auch am Tegernsee gibt es Hausbesitzer, die nach der Flut vom vergangenen Juni noch immer mit Schäden zu kämpfen haben. Er weiß also, dass es eine existenzielle Frage für viele Menschen ist, ob der Tegernsee eine neue, bedeutendere Rolle im Hochwasserschutz übernehmen kann. Aber ihn und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative „Gegenwehr“ treibt auch diese Angst um, dass künftig irgendwo in einer Behörde jemand sitzt, der die Macht hat, Schicksal zu spielen. Der entscheiden kann, „ob die oben absaufen oder die unten“.

Ob also bei einem Hochwasser die Uferanlieger am Tegernsee das Wasser in den Wohnungen haben oder die Menschen an der Mangfall, die am Ausfluss des Sees entspringt und in Rosenheim in den Inn mündet. „Ein solches Instrument muss man nicht schaffen“, sagt Scherzer.

Das Instrument, das er meint, ist ein neues Wehr, dass das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim am Tegernsee bauen will. Es soll laut Auskunft der Behörde dazu dienen, den Seespiegel vor einem Hochwasser um bis zu 30 Zentimeter zu senken. Das sei technisch jetzt nicht möglich und werde im Falle einer neuen Flut den Anliegern ebenso zugute kommen wie den Menschen an der Mangfall, weil es einem Hochwasser hier wie dort eine dramatische Spitze nehmen könnte. Eine „Win-win-Situation“ nennt Behördenchef Paul Geisenhofer seine Pläne. Der See werde aber unter keinen Umständen zu einem künstlichen Rückhaltebecken wie etwa der Sylvensteinspeicher umgebaut. Und der Wasserspiegel werde auch künftig nicht höher steigen als das jetzt bei Hochwasser auch der Fall sei. „Da lassen wir die Finger davon. Der Tegernsee bleibt ein natürlicher See, ein ökologisches Kleinod“, sagt Geisenhofer. Aber er räumt auch ein, dass es „eine Gruppierung gibt, die uns das nicht glaubt“.

Die dramatischen Bilder von der Juni-Flut, bei der die Mangfall ein Rosenheimer Stadtviertel komplett unter Wasser setzte, aber auch der Tegernsee weit über die Ufer trat, sind erst ein halbes Jahr alt. Und der Hochwasserschutz steckt fest. Für die Menschen an der Mangfall in Kolbermoor oder Rosenheim sei diese Nachricht schade, aber nicht dramatisch, sagt Wasserwirtschaftsamts-Chef Geisenhofer. Viel wichtiger sei für sie, dass die Deiche saniert oder erhöht würden und das riesige Rückhaltebecken in Feldolling realisiert werde. Er hoffe, dass dafür Ende 2014 der Planfeststellungsbescheid ergehe und dann die etwa vierjährige Bauphase beginnen könne. „Feldolling ist in der Bedeutung für die Mangfall Champions-League, das neue Wehr am Tegernsee Kreisliga.“ In Zeiten sich verschärfender Hochwasser könne aber jeder Tropfen zählen.

„Wir wollen ja auch gerne ein neues Wehr“, sagt Gegenspieler Scherzer von der Bürgerinitiative. „Aber keines, das den See einen Meter oder mehr aufstauen kann.“ Warum müsse ein so monströser Bau das alte Schuhmacherwehr ersetzen, fragt er. Was passiere denn, wenn es bei einem Hochwasser am See einen Öltank zerreißt oder gleich mehrere, wie es im Juni zum Beispiel in Passau der Fall war? „Wir haben keinen Zugriff, was die mit diesem Wehr machen.“ Um mögliche Folgen von Eingriffen in den See zu untersuchen, gab die Bürgerinitiative ein limnologisches Gutachten in Auftrag. Beide Parteien interpretieren es zu ihrem Vorteil. Zu viele Eingriffe in den Wasserspiegel würden Schilf, Vögeln und Fischen schaden, sagt Scherzer. Die für die Natur so schädlichen Hochwasser würden durch das neue Wehr verringert, sagt das Wasserwirtschaftsamt.

Die Pläne für einen Neubau an Stelle des jetzigen Schuhmacherwehrs gibt es schon einige Jahre. Die fünf Gemeinden im Tegernseer Tal lehnten eine erste Variante, die sogar zwei Wehre vorgesehen hatte, schon erfolgreich ab. Die Talbürgermeister, für die als Hauptbetroffener in Sachen Wehr der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) spricht, sehen grundsätzlich das neue Wehr positiv. „Wenn es eine Lösung gibt, die uns oben im Tegernseer Tal und den Leuten unten an der Mangfall nützt, sind wir dafür.“ Nach einer Bürgerversammlung im vergangenen Sommer, in der das Wasserwirtschaftsamt die Sorgen der Menschen nicht zerstreuen konnte, warte er nun auf eine Reaktion.

Für seine Gemeinde Gmund müsse aber gelten: „Für die Menschen, die am Seeausfluss wohnen, darf es keine Verschlechterung geben.“ Diese müssten ohnehin mit bis zu fast eineinhalb Metern Betonmauern leben, die laut Wasserwirtschaftsamt bei einem neuen Wehr als Begrenzung der Mangfall nötig würden. Denn diese wird sich dann aus technischen Gründen höher aufstauen. Die Kommunen haben deshalb zwei Experten beauftragt, die die Pläne des Wasserwirtschaftsamts laufend prüfen. Wenn den neue kommen. „Momentan herrscht Stillstand“, sagt Bürgermeister Preysing.

Quelle: sueddeutsche.de

Warum die Saalekaskade in Ostthüringen weiter nur ein Zehntel ihres Stauvolumens für den Hochwasserschutz nutzt. Auf dem Papier hat die Flut 2013 gar nicht stattgefunden

Hohenwarte/Jena/Halle/Brambach. Das war knapp. Noch fünf Zentimeter mehr, sagte Anfang Juni ein Feuerwehrmann in Halle, „und wir wären erledigt gewesen“. „Drei“, verbesserte ein Kollege. Drei Zentimeter, und Sachsen-Anhalts größte Plattenbausiedlung in Halle-Neustadt wäre im Hochwasser der Saale versunken

Noch während der Jahrhundertflut, der dritten in 19 Jahren, ist es der ehemalige CDU-Stadtrat Eberhard Doege, der von Halle aus nach Ostthüringen zeigt. „Schaut euch doch mal das Talsperren-Management dort an“, zitiert ihn die „Mitteldeutsche Zeitung“. Zu DDR-Zeiten habe es zwar auch Hochwasser gegeben. Aber nicht mit solchen Auswirkungen. Das falle „schon auf“

Heinz Schmerschneider, ein Hallenser Anwalt, vertieft das Thema. Er fragt ein bisschen polemisch, was eigentlich aus den Staumauern in den Thüringer Bergen geworden sei. Wurden die gerade renoviert? Sind sie inzwischen zurückgebaut? Oder war eben mal der Talsperrenwärter krank?

Natürlich nicht. Die Bleiloch-Talsperre, fertiggestellt 1928, ist mit 215 Millionen Kubikmetern noch immer die größte Rückhaltewanne Deutschlands. Zusammen mit dem Stausee Hohenwarte und drei kleineren Speichern bildet sie die Saalekaskade. Ein System, dessen 400 Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen in der Lage ist, die Pegelstände bis in die Elbe bei Magdeburg zu beeinflussen. Das ist in trockenen Sommern wichtig. Aber noch wichtiger, wenn es sintflutartig regnet.

Nur im Krisenfall gibt die Behörde Anweisung

So wie in der letzten Maiwoche 2013. Seltsam, dass sich ausgerechnet in diesen Tagen der Stausee Hohenwarte randvoll präsentierte. Einige Besitzer von schwarz gebauten DDR-Bungalows in der Bucht Alter vermuten, der Vollstau galt ihnen. Der Energiekonzern Vattenfall, er ist Eigentümer der Stauseen, will die Bungalows weghaben. Vattenfall konnte aber darauf verweisen, dass der vorgeschriebene Sommer-Stauraum für den Hochwasserschutz eingehalten worden ist. Nämlich in der Bleiloch-Sperre, man müsse beide immer zusammen sehen. Und Bleiloch hatte zu Beginn des Hochwassers 40 Millionen Kubikmeter Luft, fünf Millionen mehr als nötig. Bei der Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Jena heißt es, Vattenfall sei ein sehr kompetenter Partner, was das Management der Kaskade angeht. Nur im Krisenfall gebe die Behörde selbst die Anweisungen.

Weshalb nicht Platz für 100 Millionen Kubik?

Nicht allein in Halle wurde die Frage laut, weshalb ein so wirksames Schutzsystem wie die Saalekaskade keine zehn Prozent ihres Stauvolumens für Hochwasser freihalten muss. Im Winter mit 55 Millionen Kubikmetern etwas mehr wegen der erwartbaren Schneeschmelze. Aber reicht das?

Bei weitem nicht, mit solchen „verhängnisvollen Stauraumwerten“ könnten nur Befehlsausführende eines „fachlich inkompetenten Gesetzgebers“ hantieren, erregte sich schon vor elf Jahren der kundige Jenaer Harald Kluge. Er bezog sich allerdings auf die damals nur 25 Millionen Kubikmeter Sommerstauraum und 40 Millionen im Winter, die der promovierte Freizeitangler für unvertretbar hielt. Kein Wunder, denn das Hochwasser im Januar 2003 hatte die High-Tech-Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst am 16. April 2008 reagierte das Umweltministerium mit einem müden Erlass, die Freiräume zu vergrößern. „Aber mindestens das Doppelte wäre nötig“, ärgert sich Frank Jauch, der Dezernent für Finanzen und Sicherheit in Jena. Hätte die Saalekaskade für 100 Millionen Kubikmeter Platz gehabt, wäre Jena-Göschwitz im Juni 2013 nicht so jämmerlich abgesoffen, glaubt der SPD-Mann. Er fasse es nicht, wie hochnäsig die TLUG über die Jenaer Argumente hinweg gehe.

Es gebe keinen Grund, am aktuellen Stauregime etwas zu ändern, beharrt Peter Krause, bei der Behörde zuständig für den gewässerkundlichen Landesdienst und die Hochwasser-Nachrichtenzentrale. Denn erstens, sagt er, sei der Starkregen im Mai/Juni ein wirklich seltenes Ereignis gewesen. Und zweitens hätten vor allem die Saale-Zuflüsse hinter der Kaskade das Hochwasser gebracht.

Ja, genau wie 1994, dreht Gerhard Kemmler vom Verband Angeln und Naturschutz den Spieß argumentativ um. Damals habe besonders die Schwarza extreme Wassermassen in die Saale geschüttet. Nur mit dem Unterschied, dass die Saaletalsperren zufällig so viel Luft hatten, dass sie erstmalig drei Tage lang komplett geschlossen werden konnten. Der Angelfreund schlussfolgert: Das war vergangenen Juni wieder nur Glück. Denn hätte die Schwarza genauso getobt wie 1994, wäre bei gleichzeitigem Überlaufen der Hohenwarte-Sperre vermutlich sogar der Jenaer Marktplatz geflutet worden. Über die Schäden der Unterlieger in Sachsen-Anhalt, so Kemmler, dürfe man gar nicht erst nachdenken. Hoffentlich komme dort niemand auf die Idee, von Thüringen Schadenersatz zu fordern.

Horst-Dieter Hantschel hat das nicht vor. Er mag die Thüringer, die einen Gutteil der Gäste in seinem Hotel „Elbterrassen zu Brambach“ ausmachen. In normalen Zeiten. Das Juni-Hochwasser verwüstete zwar nicht Brambach, heute ein Ortsteil der Doppelstadt Dessau-Roßlau. Einen Teil der hübschen Herberge mit Gastronomie aber schon. Runde 100″000 Euro Schaden. Das Haus steht seit 1918 direkt an der Elbe.

Mit der Saale, die erst einige Kilometer flussabwärts bei Barby einbiegt, hat Hantschel demnach nichts zu tun. Leider doch, korrigiert der gemütlich brummende Mann, der mit seiner Frau Ramona das Hotel seit 1991 betreibt. Führten Elbe und Saale gleichzeitig Hochwasser, mache der Rückstau der Saale bis zu zehn Zentimeter aus. Zehn Zentimeter, die entscheidend sein können.

Im Juni waren sie es. „Die Saale erleben wir hier sonst eher als ruhigen Fluss“, erzählt Hantschel. Alarm geschlagen werde mehr wegen der sächsischen Mulde. Man habe gelernt, mit Hochwasser zu leben. Aber es komme immer öfter und heftiger, beobachtet der Anhalter Gastronom. Am schwersten ausgerechnet in der Gästesaison. „Voriges Jahr blieben selbst Stammgäste weg, als wir alles schon wieder in Ordnung hatten“, grämt sich Hantschel über den Umsatzeinbruch. Er hat trotzdem keinen seiner Mitarbeiter entlassen.

„Wir bekamen nach dem Hochwasser auch viele Anrufe, ob es sich lohnt, zu uns in Urlaub zu kommen“, gibt Almut Lukas, die Vorsitzende des Fördervereins Bleiloch-Hohenwarte-Stausee e.V., Auskunft. Aber ob sich überhaupt noch Feriengäste und Camper anlocken ließen, wenn der Wasserspiegel der Stauseen beständig sechs oder gar acht Meter tiefer läge, weiß sie nicht zu sagen. Da müssten vorher viele Partner an einen Tisch, um das zu diskutieren, findet die Touristikerin.

„Die müssen sich mal klar werden, was sie wollen.“

„Mir wäre das lieber als zu viel Wasser, dann hätte ich mehr Stellfläche“, sagt Reinhard Schniz, der in Neumannshof und Droschkau zwei Zeltplätze betreibt. Als die Hohenwarte schon zu Pfingsten voll war, musste er Gästen absagen. Ganz anders denkt Klaus-Peter Pretzsch, der mit zwei Kabinenschiffen auf dem Bleiloch-Stausee schippert. „Die müssen sich mal klar werden, was sie eigentlich wollen“, wettert er beim Gedanken an Niedrigwasser. Viel mehr als Tourismus sei doch hier nicht, und gemessen an DDR-Zeiten werde der Wasserstand schon um einiges niedriger gehalten.

Erinnerung täuscht manchmal. Im Mai 2011 konnte Pretzsch sein Hotelschiff „Bad Lobenstein“ zur Premierenfahrt bis Harra steuern. Erstmals in der Nachkriegszeit kam hier wieder ein größerer Kahn hin. „Das geht bei weniger Wasser nicht“, räumt der Schiffsführer ein. Auch die Freunde des Motorboot-Sports würden bei wenig Wasser wohl endgültig aufgeben, gibt er zu bedenken.

Jüngste Jahrhundertflut kam nicht in Risikokarte

Hochwasserschutz sei nie der einzige Zweck der Kaskade gewesen, betont Marcel Möller vom Referat Wasserbau des Umweltministeriums. Schon die Erbauer hätten auch die Energiegewinnung im Blick gehabt. Der touristische Aspekt sei dann später hinzu gekommen. Die Stadt Jena, sagt der Ministeriale, sollte erst mal ihre Hausaufgaben im Fach Hochwasserschutz machen. Spundwände und so. Man könne Vattenfall nicht 100 oder gar 130 Millionen Kubikmeter Freihaltevolumen zumuten: „Dann müssten wir die dafür irgendwie entschädigen.“

Für Thomas Schulz ist das neu. Aus Sicht der Energieerzeugung, erklärt der langjährige Experte beim Stromkonzern, nütze es nicht, möglichst viel Wasser in den Talsperren zu haben. Denn bei einem Hochwasser müssen dann die Fluten über den Grundablass und die Hochwasserentlastung an den Staumauern abgelassen werden. Also energetisch ungenutzt. Für Vattenfall, so Schulz, würden auch die unterschiedlichen Einstellungen der Sommer- und Winterkapazität für den Hochwasserschutz keine Rolle spielen. Die würden von den Behörden so vorgegeben.

Die TLUG hat jetzt 74 Hochwasser-Risikogebiete kartiert und online gestellt. Die Bezeichnungen HQ20, HQ100 und HQ200 geben an, wo das Hochwasser im statistischen Mittel ein Mal in 20, 100 und 200 Jahren hinkommt. Frank Jauch hat erwartet, dass sich der HQ100-Wert nach der Juni-Flut entsprechend verändert. Fehlanzeige, schimpft der Jenaer Dezernent. Das Land tue so, als hätte es die Flut 2013 gar nicht gegeben. Das sei „der Gipfel der Verantwortungslosigkeit“.

Quelle: otz.de

Mehr als ein halbes Jahr nach der Flut hat die Sanierung der Clodramühle immer noch nicht begonnen. Wirt Silvio Müller zieht angesichts der ungewissen Zukunft die Konsequenz und steigt aus

Clodra. Silvio Müller gibt auf. Der Pächter der Gaststätte Clodramühle kann nicht mehr, teilte er der OTZ mit. Ob es eine Zukunft für das gerade bei Wan­derern beliebte Lokal gibt, ist offen. Müller zieht, wie er sagte, die Konsequenz aus einem halben Jahr, in dem vor Ort kaum etwas passierte.

Der Zustand der Clodra­mühlen-Gaststätte ist nach dem verheerenden Junihochwasser nahezu unverändert. Zwar sind einige Schäden, etwa Löcher in der Straße, inzwischen be­hoben. Und auch im Haus wurde mit Arbeiten begonnen. Aber nicht fortgeführt. Zudem steckt noch immer Nässe in den Wänden. Aufgestellte Heizer helfen nur notdürftig. Was hinter dem Putz oder im Boden noch steckt, ist kaum zu sagen.

Weil es keinen Lichtblick gebe, es nicht gelungen sei, etwas auf die Beine zu stellen, habe er beschlossen, aus dem Pacht­vertrag auszusteigen, sagte Müller. Zumal auch die finanziellen Zwänge immer stärker geworden seien. Eine komplette Saison sei ihm verloren gegangen, so Müller, der die Gasstätte seit 2009 betrieb. Aus den Plänen, schnell zumindest kleine Ver­anstaltungen durch­zuführen, sei wegen der nicht erfolgten Re­novierung nichts geworden. Ausfallversicherung und Kurzarbeitergeld seien von laufenden Kosten aufgefressen worden bzw. inzwischen aus­gelaufen.

Zudem bliebe auch nach einer eventuellen Sanierung die Situation an der Elster vertrackt. Wegen der ebenfalls von der Flut zerstörten Brücke ist die Gasstätte vom Wanderweg am jenseitigen Elsterufer abgeschnitten. „40 bis 50 Prozent der Gäste“ würden auch nach einer Wiedereröffnung fehlen, schätzt Müller. Zudem müsste man fast wieder von vorne beginnen und den Namen der Clodramühle bekannt machen. Am schlimmsten sei aber das Warten darauf, dass etwas passiert.

Seit 20 Jahren ist Müller in der Gastronomie tätig und will es weiterhin bleiben. Er sucht nun nach einem Job in der Branche. Ob Koch, Kellner oder Außendienst sei ihm egal. „Ich würde alles machen“, sagt er, „wenn sich nur jemand findet, der mir helfen möchte.“

Die Inhaberin der Gaststätte, Diana Heyne-Bretschneider, wollte sich zur Entwicklung vor Ort weiterhin nicht gegenüber OTZ äußern. Neuigkeiten erwarte sie im März. Mehr wolle sie im Moment nicht sagen.

Quelle: otz.de

Eine Stadt am Fluss, das ist auch immer mal wieder eine Stadt am oder schlimmstenfalls im Hochwasser. So idyllisch die Lage Dettelbachs am Main auch ist, der Fluss bleibt ein unberechenbarer Geselle. Zwar gibt es technische Hilfen, um im Fall der Fälle die Fluten einigermaßen im Zaum zu halten, doch braucht es dafür einiges an Geld – wobei die Qualität des Hochwasserschutzes natürlich auch den Preis bestimmt.

Welche Möglichkeiten es gibt, Häuser und Bewohner in der Stadt Dettelbach und im auf der anderen Flussseite liegenden Mainsondheim zu schützen, darüber informierte in der jüngsten Stadtratssitzung Markus Schiffler vom Tiefbautechnischen Büro Glückert. Schiffler unterschied zwischen einem Hochwasser-Basisschutz sowie Vorkehrungen gegen fünf-, 20- und 50-jähriges Hochwasser. Überlegungen zu einem Schutz vor 100-jährigem Hochwasser dürften demnach wohl ausscheiden – der Kosten wegen, die eine Studie des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg im vergangenen Jahr auf 7,6 Millionen Euro beziffert hatte.

Die Maßnahmen darunter liegen jedoch offenbar im Bereich des Möglichen. Dabei geht es vor allem um Veränderungen an Kanaldeckeln oder Regenüberläufen sowie um vergleichsweise überschaubare Bauarbeiten beispielsweise im Bereich der Dettel. Den Basisschutz für Dettelbach bezifferte Schiffler mit 99 000 Euro, die Zusatzkosten auf 46 000 Euro (fünfjähriges Hochwasser), 15 000 Euro (20-jähriges) und 54 000 Euro (50-jähriges). Insgesamt würden für die Stadt also 214 000 Euro für den Schutz vor einem 50-jährigen Hochwasser anfallen.

Schwieriger gestaltet sich die Sache in Mainsondheim. „Kostengünstig“ im fünfstelligen Eurobereich sei hier nur eine sogenannte Binnenentwässerung zu haben, bei der es lediglich um die Ableitung von Wasser geht, das sich im geschützten Bereich sammelt. Ein Gebäudeschutz sei wegen der geografischen Lage schwierig – und teuer. Um die flussnahen Gebäude Mainsondheims zu schützen, müsse ein 450 Meter langer mobiler Hochwasserschutz eingerichtet werden, dessen Kosten Schiffler mit 460 000 Euro angab. Allerdings reiche dieser Schutz auch nur für ein 20-jähriges Hochwasser.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Bürgermeisterin Christine Konrad wollte in der Sitzung die Ausführungen Schifflers zunächst nur als Information verstanden wissen.

Quelle: mainpost.de

Horb-Mühringen – Wie soll Mühringen künftig vor Hochwasser geschützt werden? Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten macht erste konkrete Vorschläge. Nun ist das Regierungspräsidium am Zug.

Am 22. September 2013 hatte das Ingenieurbüro Heberle aus Rottenburg die vorläufigen Ergebnisse zur Schadensanalyse und zum Hochwasserschutz in einem Zwischenbericht öffentlich vorgestellt. Bürgermeister Jan Zeitler stellte jetzt die fertige Analyse vor. An diesem Pressegespräch nahmen Bernhard Asprion und Ottmar Meyer vom Fachbereich Technische Betriebe sowie Mühringens Ortsvorsteherin Monika Fuhl teil.

Bürgermeister Zeitler war es wichtig zu betonen, dass die Stadt dieses Gutachten schon im Januar 2013 in Auftrag gegeben hatte, das heißt bereits vor dem großen Hochwasser am 1. Juni. Sein Ziel sei es, möglichst schnell einen verbesserten Hochwasserschutz für Mühringen zu erreichen.

Die Eyach ist im Bereich Mühringen ein Gewässer 1. Ordnung und steht damit in der Ausbau- und Unterhaltspflicht des Landes. Zuständig für den Abschnitt Mühringen ist das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Stadt Horb ist hier, obwohl sie nicht zuständig ist, in Vorleistung getreten und hat das Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt. »Wir lassen die Bürger nicht im Stich«, betonte Zeitler. Es sei städtisches Geld eingesetzt worden, um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Gespräche mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu haben. Das RP hat das Gutachten inzwischen bekommen, um es zu prüfen.

Danach sollen Gespräche mit den Regierungspräsidium geführt werden, bei denen auch Ortsvorsteherin Monika Fuhl dabei sein wird. Zeitler sprach die Hoffnung aus, dass man so noch in diesem Jahr einen Schritt weiter kommen könne. Bei der Nutzen-Kosten-Analyse wurden verschieden Varianten untersucht und verglichen. Erkenntnisse aus früheren Hochwassern flossen in die Untersuchung komplett mit ein.

Unter Berücksichtigung des Vergleichs, in dem der volkswirtschaftliche Schaden, der durch das Hochwasser entsteht, den Kosten für einen verbesserten Hochwasserschutz gegenüber gestellt wird, empfiehlt das Ingenieurbüro die Variante 1.1 mit Investitionskosten von 1,42 Millionen Euro, die Linienschutz und örtlichen Hochwasserschutz beinhaltet.

Ein HQ100-Schutz (Schutz gegen hundertjähriges Hochwasser) könne im Ortsbereich erreicht werden durch Verwallung, Ufermauern und mobile Elemente beidseitig der Eyach.

Für die Umsetzung dieser Variante sind bereits sichtbare Schutzstrukturen vorhanden. Es müssten hier die Schutzhöhen ausgeführt werden bzw. noch Fehlstellen geschlossen werden. Ortsvorsteherin Monika Fuhl wies noch einmal darauf hin, dass sich gezeigt habe, dass das Wasser immer schneller kommt und höher steigt.

Zeitler ist es wichtig, dass man schnellstens zu einem Ergebnis für Mühringen kommt und sah es im Moment nicht als vordringlich an, eine Lösung zu suchen, die die ganze Eyach, die von Balingen und Haigerloch kommend aus zahlreichen Nebengewässern gespeist wird, einzubeziehen. Da hier verschiedene Landkreise und Regierungspräsidien beteiligt sind, würde das die Sache verzögern, so der Bürgermeister.

 Quelle: schwarzwaelder-bote.de
Eine Fläche von rund 410 Quadratkilometern gilt in Mecklenburg-Vorpommern als Hochwasserrisikogebiet.

Die Gebiete liegen an der Küste, aber auch an Flüssen im Binnenland wie an der Elbe, wie aus den neuen Hochwassergefahren- und -risikokarten hervorgeht. Agrarminister Till Backhaus (SPD) stellte die Karten am Mittwoch in Schwerin vor und schaltete sie im Internet frei. Jeder Bürger, jedes Unternehmen oder jede Behörde könne sich jetzt ein Bild davon machen, wie sich verschiedene Wasserstände auswirken könnten, sagte er. Die Hochwassergefahrenkarten zeigen für die jeweiligen Gebiete und Orte bis auf die Straßen sowie einzelne Gehöfte und Häuser genau, welche Flächen bei bestimmten Wasserständen überflutet werden und welche Wege dann nicht mehr passierbar sind. Das sei eine Hilfe für Entscheidungen jedes einzelnen Bürgers, aber auch für Behörden, wenn es etwa um die Evakuierung von Orten im Hochwasserfall gehe. Wie Backhaus sagte, hätten die Karten bei der Elbeflut 2013 schon gute Dienste leisten können. So habe es damals Überlegungen gegeben, die von Hochwasser bedrohten Orte entlang der Elbe im Land zu evakuieren. Etwa 14 300 Menschen wären betroffen gewesen.

Für die Hochwasserrisikogebiete sollen bis 2015 Managementpläne erarbeitet werden. Es dürfe dann nicht mehr vorkommen, dass Gemeinden etwa Baugenehmigungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten erteilen.

Außerdem stellt das Land seit Mittwoch auf einem Pegelportal Informationen über die aktuellen Wasserstände an Flüssen bereit. Rund 80 Pegel sind einbezogen. Die Seite ermöglicht außerdem den direkten Zugriff auf Wetterwarnungen und Sturmflutwarnungen. Backhaus räumte ein, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Naturereignissen wie Hochwasser und Sturmfluten gebe. Die Menschen könnten sich aber besser darauf einstellen und Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die EU hat laut Backhaus die Karten und entsprechende Managementpläne gefordert, weil bei den immer häufiger auftretenden Hochwasserereignissen immer höhere Schäden entstanden. Mecklenburg- Vorpommern hat laut Minister seit 1990 rund 96 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Quelle: focus.de

Hochwasser: Stadt verstärkt sich

Veröffentlicht: Januar 15, 2014 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Für gut acht Millionen Euro sollen die Schäden in Glauchau behoben und Schutzmaßnahmen realisiert werden. Eigens dafür wurde eine neue Stelle im Rathaus geschaffen.

Glauchau. Sie selbst ist von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 verschont geblieben. Aber sie weiß, wie schnell Wasser ansteigen und Schäden bringen kann. In den 1990er-Jahren schwoll der Bach vor ihrem Grundstück in Zwickau bedrohlich an. Sigrun Steinert beschäftigt sich seit Jahresanfang mit dem Hochwasserschutz in Glauchau. „Ich komme aus der freien Wirtschaft“, sagt sie. Viele Jahre habe sie in verschiedenen Ingenieurbüros gearbeitet, war für Baugenehmigungen und Bauüberwachungen zuständig. Somit sei sie auch mit der Arbeit mit Behörden vertraut.

Jetzt sitzt die 59-Jährige quasi auf der anderen Seite und hat einen Berg Arbeit vor sich. Sie ist nun erst einmal dabei, sich einzuarbeiten. Die Stadt Glauchau hatte die Stelle ausgeschrieben, sieben Bewerber kamen in die engere Auswahl. Schließlich wurde sie mit Sigrun Steinert besetzt. Sie wird für sämtliche Vorhaben des Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 zuständig sein. Insgesamt handelt es sich um 57 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtumfang von mehr als acht Millionen Euro. „Das macht man nicht nebenbei“, sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Deshalb habe er das Personal verstärkt.

Aus seiner Sicht ist es seit dem Hochwasser des Jahres 2002 nicht gelungen, für wirksamen Schutz vor allem an den Zuflüssen in Mulde und Lungwitzbach zu sorgen. Deshalb stehen zum Beispiel Planungen im Bereich der Bahntrasse in Niederlungwitz und entlang des Reinholdshainer Baches ganz oben auf der Liste. Diese Arbeiten laufen bereits, sagt Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus.

Ihren Worten nach sind die Wiederaufbaumaßnahmen finanziert, dennoch müsse für nahezu jede ein Fördermittelantrag gestellt werden. Wenn es sich um Neubauten handelt, müssen die Anträge entsprechend qualifiziert sein und eine Entwurfsplanung aufweisen. Beispielsweise seien allein sechs Brückenbauten geplant. Wichtig sei außerdem die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, denn Hochwasserprobleme lauern in nahezu jeder Ortschaft, sei es in Jerisau/Lipprandis, in Niederlungwitz, Reinholdshain, Wernsdorf, Rothenbach oder Gesau. Und die Probleme gibt es nicht erst seit dem Jahr 2013. Die Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt Glauchau selber in Angriff nimmt, müssen aber auch mit denen der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt sein, denn sie ist für die Bereiche der Zwickauer Mulde und des Lungwitzbaches zuständig. Beispiel: Bei beiden Hochwasserkatastrophen hat sich der Flutrinnendamm unterhalb der Eisenbahnbrücke als Schwachpunkt erwiesen. Nur mit Unterstützung von Bundeswehr und technischem Hilfswerk konnte ein Überfluten des benachbarten Umspannwerks und der Unterstadt verhindert werden. Der Deich wurde als die Schwachstelle ausgemacht. Bei den Beratungen, wie der Bereich saniert werden kann, war die Stadt Glauchau dabei. Vorgesehen ist, eine etwa 300 Meter lange Spundwand in den Deich zu rammen. Allerdings steht noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen. Aber auch beim geplanten Bau der Wernsdorfer Brücke über die Mulde ist nach Ansicht des dortigen Ortsvorstehers Andreas Winkler (CDU) Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung notwendig.

Deiche hielten

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr ist die Stadt Glauchau mit einem blauen Auge davongekommen.

Neben der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren viele freiwillige Helfer im Einsatz, die in erster Linie Sandsäcke füllten und stapelten. Somit wurden die Deiche an der Flutrinne und in

Jerisau gehalten und die Katastrophe abgewendet.

Besonders schlimm hatte es den Ortsteil Niederlungwitz erwischt. In den Tagen von Ende Mai/Anfang Juni gab es insgesamt drei Wellen, in denen der Lungwitzbach enorm schnell anschwoll. In einigen Bereichen des Dorfes stand das Wasser höher als beim Hochwasser 2002, an anderen Stellen war es weniger.

Der Gesamtschaden in Glauchau lag bei 8,5 Millionen Euro. Den Löwenanteil tragen die Straßen, Brücken, Deiche und öffentliche Einrichtungen mit 6,5 Millionen Euro, Unternehmen mit etwa 850.000 Euro und Wohngebäude mit etwa 500.000 Euro. Landwirtschaftliche Unternehmen hat es mit 125.000 Euro erwischt. (sto)

Quelle: .freiepresse.de

Die Wiederaufbauer

Veröffentlicht: Dezember 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Hochwasser hinterließ in Bayern Schäden von mehr als einer Milliarde Euro. Sie sind noch längst nicht behoben. Aber der Durchhaltewille der Betroffenen ist ungebrochen. Opfer berichten, wie sie die Katastrophe erlebt haben – und wie es ihnen heute geht.

Die Flut brachte Not, Zerstörung und Verzweiflung, sie brachte aber auch eine selten gekannte Solidarität. Weite Teile Bayerns standen im Juni unter Wasser, der Schaden überschritt deutlich die Grenze von einer Milliarde Euro. Opfer berichten, wie sie die Naturkatastrophe erlebt haben – und wie es ihnen heute geht.

Über Weihnachten hatte Josef Alt Besuch von der Familie seiner Schwester, sie musste allerdings im Wohnwagen schlafen. Auch seine Eltern kehrten zurück nach Fischerdorf. Sie waren sechs Monate in einem Pflegeheim untergebracht, wie es mit ihnen weitergeht, ist offen. Sie wissen immer noch nicht, ob ihr Wohnhaus abgerissen werden muss – wie fast 150 andere in dem Deggendorfer Stadtteil. Alts Gärtnerei glich im Juni einer Mondlandschaft, ausgelaufenes Öl hatte die Böden verseucht. Der 46-Jährige brauchte ein paar Tage, bis er wusste, dass er nicht aufgeben würde, obwohl die Versicherung keinen Cent erstattete. Ein Drittel des Schadens – insgesamt mehrere hunderttausend Euro – bekam er bis heute durch staatliche und private Hilfen ersetzt.

Zwei bis drei Sonntage habe es seit dem Hochwasser gegeben, an denen er nicht gearbeitet habe. Fundamente wurden errichtet, Gebäude erneuert, Maschinen repariert, vieles in Eigenleistung. Alt handelt mittlerweile mit regionalen Waren von hoher Qualität, im Februar will er mit der Produktion von eigenem Gemüse beginnen. Das Dorf, glaubt der Gärtner, hat sich verändert. Einige Menschen werden nicht mehr zurückkehren. Wenn er seinen Betrieb im Vergleich zum Juni sehe, komme ihm aber manches vor wie ein kleines Wunder. „Die wahren Helden sind die Helfer“, sagt Alt. Am 4. Januar wird er für sie ein Fest ausrichten.

Teil einer Großfamilie zu sein, hat Vor- und Nachteile. 16 Angehörige gehören der Familie Diez aus Freilassing an. Als sie nach dem Hochwasser zusammenrücken mussten, wurde es mitunter ziemlich eng, sagt Jurij Diez. Seine Eltern, seine Schwester, ihr Mann und die zwei Kinder mussten das überschwemmte Haus verlassen, das sie erst ein Jahr zuvor in mühsamer Arbeit fertiggestellt hatten. Sie quartierten sich bei Jurij und seinem Bruder ein. Weil die Familie Diez andererseits über viele geschickte Hände verfügt, ist sie nun bereits weiter als die meisten Nachbarn. Die müssen warten, bis ein Handwerker Zeit für sie hat – und das zu akzeptablen Preisen. Manche Firmen, weiß Jurij Diez, seien „wie die Geier“. Die Diez‘ verließen sich zumeist auf sich selbst. „Wir haben gewerkelt, es hat Kraft und Nerven gekostet, aber es sieht ganz gut aus.“ Gut zwei Monate musste das Haus trocknen, Tag für Tag wurde Wänden und Böden bis zu 30 Liter Wasser abgerungen. Finanzielle Unterstützung erhielt die Familie des Schauspielers von Kollegen und weiteren Künstlern. Noch fehlt es an manchen Sachen, „aber man gewöhnt sich an die Situation“. Im Frühjahr wird weitergewerkelt – dann im Garten.

Die leuchtend grüne Linie an der Wand erspart Romildo Fossalto manche Erklärung. Sie zieht sich quer durch das ganze Schuhgeschäft und markiert den Höchststand vom 3. Juni – es war der Tag, an dem Inn und Donau in der Passauer Fußgängerzone zu einem kleinen See zusammenflossen. Und Fossalto machte Schlagzeilen als Schuhhändler, der mit seinem Laden einst von der Donau weg in die höher gelegene Fußgängerzone zog, und den es dennoch erwischte. Im Oktober kehrte er wieder in sein Geschäft zurück. Im Vergleich zu anderen Passauern sei er noch glimpflich davongekommen, sagt der 33-Jährige. Bis in der Stadt alle Schäden beseitigt sind, dürften Jahre vergehen. Die Angst, dass so ein Hochwasser wiederkehre, werde er wohl nie mehr los, sagt Fossalto. Aber er hat sich vorbereitet. Die neue Einrichtung besteht aus selbst entwickelten Palettentischen mit Rollen unten dran. Im Notfall lassen sie sich einfach wegfahren.

In den Ställen der Familie Schreiber wird wieder gemuht. Etwa 240 Mastkühe haben die Landwirte aus Altholz bei Plattling eingestellt. Bis zum Juni hatten die Schreibers Bullen, doch die brauchen hochwertiges Futter, von dem es im Moment nicht so viel gibt. Denn Mais ist knapp. Etwa 200 Bullen konnten beim Hochwasser abtransportiert werden, für 100 kam jede Hilfe zu spät. Sie bekamen den Gnadenschuss, ehe sie ertranken. Inzwischen, sagt Juniorchef Thomas Schreiber, geht es wieder aufwärts. Über das Landwirtschaftsamt sei ausreichend Geld geflossen, die Herbstsaat wurde wie geplant ausgebracht. Nur versichern lässt sich der Hof erst dann, wenn der neue Isardamm errichtet sein wird. Den Schreibers gehören selbst einige Hektar Grund, auf denen der Deich einmal stehen soll. Die Bereitschaft zum Verkauf ist da, doch noch mangelt es an Ausgleichsflächen. Es gab Tage, an denen er überlegt habe, ob sich das alles noch lohne, sagt Schreiber: „Aber man kann ja nicht aufgeben oder weggehen. Also geht es weiter. Es muss ja weitergehen, was willst du sonst machen?“

Quelle: sueddeutsche.de

Ehrenamtsempfang des Landes Brandenburg

Veröffentlicht: Dezember 15, 2013 von Generaldirektor in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

14.12.2013 – Einhundert der aktivsten Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler aus allen Teilen des Landes waren in der Potsdamer Staatskanzlei Gäste von Landtagspräsident Gunter Fritsch und Ministerpräsident Dietmar Woidke Beim traditionellen Ehrenamtsempfang wandte sich Fritsch an die Anwesenden: „Mit Ihrer Ausdauer und Leidenschaft, sich freiwillig zu engagieren, leisten Sie einen fundamentalen Beitrag für unser Gemeinwesen.“ Woidke versprach für die von ihm geführte Landesregierung, die Ehrenamtskultur im Land auch in Zukunft zu pflegen.

http://ehrenamt-in-brandenburg.de/fotos-vom-ehrenamtsemfpang-2013-in-der-staatskanzlei/

Ehrenamtsempfang 2013

Auszeichnung für Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Dezember 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Bernhard Enninghorst als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Freckenhorst überreichte die Auszeichnungen an die Aktiven, die im Juni spontan nach Magdeburg gefahren waren. Mit einem Wasserrettungszug aus dem DRK-Landesverband Nordrhein waren Salim Abdellaoui und Martin Riemann von der Freckenhorster DRK-Wasserwacht im Hochwassergebiet rund um die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt im Einsatz und übernahmen mit den Booten des Wasserrettungszugs verschiedenste Aufgaben in den überfluteten Gebieten.

Gemeinsam mit Kräften aus dem gesamten Kreisgebiet waren Nicole Dirksen, Andreas Peveling, Bernd Peveling und Andreas Engbert in Magdeburg. Dort halfen sie bei der Einrichtung und dem Betrieb einer Notunterkunft in einem Gymnasium, in dem bis zu 1000 Menschen – überwiegend Einsatzkräfte – untergebracht werden konnten. Mehr als 2000 Mahlzeiten am Tag wurden auf dem Betreuungsplatz für Einsatzkräfte durch die Helfer aus den beiden heimischen Kreisen zubereitet. „Das war ein unvergessliches Erlebnis“, erinnern sich die DRK-Mitglieder noch immer gern an ihren erfolgreichen Einsatz. „Die Menschen vor Ort waren super hilfsbereit und sehr dankbar!“

Die Verleihung der Einsatzspange nutzte DRK-Vorsitzender Bernhard Enninghorst nicht nur, um sich bei den Hochwasserhelfern zu bedanken. Auch sonst hatte der DRK-Ortsverein in diesem Jahr viel zu tun: „Wir hatten viele verschiedene Einsätze“, erinnerte Enninghorst und lobte die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer: „Wir haben ein gut ausgebildetes und motiviertes Team.“

Quelle: die-glocke.de

Die Wiederaufbauhilfe nach dem Hochwasser läuft in Gößnitz schleppend an. Die Stadtverwaltung hat beobachtet, dass Flutopfer das ihnen zustehende Geld nicht abrufen, weil schlicht die Eigenmittel fehlen. Das Landratsamt gewährt in Härtefällen Darlehen aus Spendengeldern

Gößnitz. Sechs Monate nachdem sich die Pleiße in die Gößnitzer Straßen ergoss, Wohnhäuser und Firmen flutete, sind die äußeren Spuren der Katastrophe verblasst. Heute kämpfen die Menschen nicht gegen das Wasser, sondern gegen die Bürokratie. „Die Wiederaufbauhilfe wurde am grünen Tisch entschieden“, so das bittere Fazit von Dorothee Philipp, Hauptamtsleiterin der Stadt Gößnitz. In vier dicken Ordnern hat die Stadtverwaltung die Schäden an privatem und öffentlichem Eigentum erfasst. Von den 600 privaten Schadensfällen haben bislang jedoch nur 70 die Anträge auf Wiederaufbauhilfe eingereicht.

Erklärungsversuche dafür gibt es einige: Die Versicherung hat gezahlt, der Schaden fällt unter die vom Land festgesetzte sogenannte Bagatellgrenze von 2000 Euro, die Soforthilfe konnte die Ausgaben decken oder die Frist bis zum Ende 2014 setzt Betroffene noch nicht unter Zeitdruck. Dennoch: Dorothee Philipp hatte auch Menschen in ihrem Büro sitzen, denen stand die staatliche Unterstützung zu, sie konnten aber den Eigenanteil nicht aufbringen. Laut der Richtlinie des Thüringer Bauministeriums werden 80 Prozent der Hochwasserschäden übernommen, jedoch nur bis zu einem Höchstbetrag – für den Hausrat in einem Einpersonenhaushalt 4000 Euro, für eine vierköpfige Familie sind es 9000 Euro. Wer neue Möbel, eine neue Küche oder neue Elektrogeräte kauft, muss zudem mit einem Abschlag von 30″Prozent rechnen. Ein Beispiel: Für die neue Waschmaschine im Wert von 500 Euro zahlt das Land am Ende tatsächlich nur 280 Euro – 80 Prozent der Kaufsumme abzüglich 30″Prozent Abschlag, rechnet Dorothee Philipp vor. „Wir sind nicht bei einer 80-prozentigen Förderung, definitiv nicht. Am Ende sind es 56 Prozent Zuschuss“, sagt sie. Wenn eine vierköpfige Familie also die höchste Förderung für Hausrat von 9000″Euro tatsächlich bekommen möchte, muss sie gut und gerne 16″000 Euro ausgeben. „Und das ist ein Ding der Unmöglichkeit“. Für „nicht nachvollziehbar“ hält die Hauptamtsleiterin auch die Vorfinanzierung. Denn das Land zahlt die Wiederaufbauhilfe erst auf Rechnungsvorlage aus. Während Zahlung zu einem späteren Rechnungstermin beim großen Möbelhaus noch möglich sein mag, hält Dorothee Philipp das bei Handwerkern für nahezu ausgeschlossen. Auch in der Schadenskommission des Altenburger Landes sind derlei Fälle bekannt. In der Theorie reichen die Leute eine Rechnung ein, in der Praxis beauftragt man aber keinen Generalauftragnehmer, der eine Rechnung schreibt, sondern viele einzelne Handwerker, die auch noch einen Abschlag wollen. Das weiß auch Dorit Bieber von der Schadenskommission. Deshalb hat sich das Landratsamt dazu entschlossen, Spendengelder als zinsloses Darlehen zu vergeben. Damit könnten die Flutopfer die Zeit überbrücken, bis das Land die Wiederaufbauhilfe ausgezahlt hat und zum Beispiel Material im Baumarkt oder gebrauchte Möbel im An- und Verkauf kaufen. Die Rechtsabteilung des Landratsamt habe dieses Vorgehen abgesegnet. Solche Darlehensvereinbarungen seien Ausnahmen und würden nur in Härtefällen gewährt. Vier Mal ist das bislang vorgekommen. „Einzelabstimmungen in allen vier Fällen“, bekräftigt Dorit Bieber und sagt, dass bereits wieder Mittel zurückgeflossen seien auf das Spendenkonto. Rund 127″430″Euro sind bislang auf dem Spendenkonto des Landkreises eingegangen. Da im Vergleich zum Hochwasser vor elf Jahren die Schäden größer, aber die Spendensumme geringer ist, kann das Geld nicht so breit gefächert vergeben werden. Die Kommission zahlt deshalb nur an jene aus, deren Schaden unter der Bagatellgrenze liegt oder nicht förderfähig ist. „Damit ist gesichert, dass die ausgezahlten Spenden im Aufbauhilfeprogramm nicht auf die staatliche Förderung angerechnet werden und diese nicht mindern“, so Dorit Bieber. Am Ende dürfte das auch den vielen Spendern entsprechen – sie wollen, dass ihr Geld den Betroffenen hilft und nicht beiträgt, staatliche Zuschüsse zu reduzieren.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser Hamburg heute: Vorsichtig am Nikolaus

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Die Polizei und Feuerwehr in Norddeutschland ist derzeit im Dauereinsatz. Stürme und Hochwasser sorgte bereits am Donnerstag (5.12.) für Ausnahme-Situationen. Richtig gefährlich soll es laut Wetter-Experten am frühen Freitagmorgen werden.
Aufgrund von Sturm- und Hochwasser-Warnungen fanden am Donnerstagabend in Hamburg keine Weihnachtsmärkte statt. In Teilen Schleswig-Holsteins fiel die Schule aus. Eltern von Hamburger Schülern war es freigestellt, die Kinder zum Unterricht zu schicken. Auf der Elbe wurde der Schiffsverkehr teilweise eingestellt.
Am Donnerstagabend erreichte der Orkan „Xaver“ seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Fischauktionshalle und der Fischmarkt standen vollständig unter Wasser. Das Hochwasser am Donnerstag war allerdings nur ein Vorgeschmack für das was noch kommen soll. Der Höhepunkt des Unwetters wird am Freitagmorgen um 6.30 Uhr erwartet.
Das erwartete Hochwasser soll die Sturmflut von 1962 möglicherweise sogar übertreffen. Allerdings wäre das nicht ganz so tragisch wie damals. Die Deiche sind auf 7,30 Meter ausgelegt. Eine zusätzliche Gefahr geht vom Sturm aus. Daher gilt es sich unbedingt aus Wäldern fernzuhalten und unnötige Ausflüge ins Freie zu vermeiden.
Quelle: norddeutschland.blogspot.de

Vom Hochwasser betroffene Familien können Zettel ausfüllen – Abgabe bis 13. Dezember

Für Kinder von Hochwasser-Betroffenen hat sich der Kreisjugendring Deggendorf etwas Besonderes einfallen lassen: Drei Geschenke im Wert von bis zu 50 Euro können auf einen Wunschzettel geschrieben werden, einer davon wird erfüllt. Zudem lädt der Kreisjugendring die betroffenen Kinder und ihre Familien am 23. Dezember um 12 Uhr zu einer Gratis-Vorstellung des Disney-Films „Die Eiskönigin“ in das Lichtspielhaus ein.

Die Wunschzettel sind in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings (Amanstraße 11) erhältlich. Die Wünsche sollten möglichst detailliert geschrieben sein, rät KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger: „Das macht es uns dann leichter, das Richtige zu kaufen.“

Mitmachen können Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren aus hochwasserbetroffenen Familien im Landkreis. Außerdem sollte auf dem Wunschzettel vermerkt werden, wie viele Personen zum Kinonachmittag kommen, „weil wir die Plätze im Lichtspielhaus reservieren müssen“, erläutert Hohenberger. Die Wunschzettel können bis zum 13. Dezember in der KJR-Geschäftsstelle abgegeben werden, „einfach in den Postkarten werfen reicht“, sagt Hohenberger.

Quelle: idowa.de

Deiche entlang der Weser halten stand

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Sturmflut als Folge des Orkans „Xaver“ hat in der Nacht ihren Höhepunkt erreicht. Das Wasser lief gegen 3 Uhr in Bremerhaven 3,15 höher auf als das mittlere Hochwasser, das ist der dritthöchste Stand seit dem Jahr 1907. In Bremen war es gegen 4:40 Uhr 2,61 Meter höher als üblich. Größere Schäden sind bislang aber ausgeblieben.

Der Bahnverkehr im Großraum Bremen ist noch beeinträchtigt, weil nicht alle Züge dort stehen, wo sie eingesetzt werden sollten. Auch im Fernverkehr kommt es zu Verspätungen und Ausfällen. Die Strecken von und Nach Bremen sind allerdings frei. Am Flughafen Bremen sind fasst alle Inlandsflüge am Vormittag storniert. Das Bundeligaspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München wird aber wie geplant stattfinden, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Es fehlten nur 30 Zentimer am Stadion

Man sei noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, so der Senator bei einer nächtlichen Begehung der Pauliner Marsch in der Nähe des Stadions. Mäurer hatte sich persönlich ein Bild vom Zustand der Deiche vor dem Stadion gemacht. Dort fehlten nur rund 30 Zentimeter bis das Wasser Stadion und Trainingsplätze überspült hätte. Die Folge wären Schäden in Millionenhöhe gewesen.

Schleuse in Bremerhaven außer Betrieb

Die Hafengesellschaft „Bremenports“ informierte in der Nacht über den bisherigen Verlauf der Sturmflut. Die Deiche haben gehalten. Mitarbeiter der Hafengesellschaft, die regelmäßig die Deiche kontrollieren, melden keine Beeinträchtigungen. An einem Sperrwerk gab es kleine Leckagen und eine der größeren Schleusen im Hafen, die Nordschleuse, funktioniert derzeit nicht.Durch das Kettengetriebe und das Zahnrad ist Wasser eingesickert und hat zu Kurzschlüssen in der Elektrik geführt. Erst wenn das Wasser weiter abgelaufen ist, können die Techniker von Bremenports nachsehen, was zu reparieren ist. Die Situation an der noch Kaiserschleuse ist aber trotzdem entspannt, denn es sind nur wenige Schiffe unterwegs. Die meisten liegen wegen des Sturms im Hafen.

Der Schutz der Küste sei gewährleistet. Die Seenotretter meldeten bislang keine Einsätze. Größere Sturmschäden in der Stadt gab es in der Nacht nicht. Die Feuerwehr musste etwa 50 Mal zu kleineren Einsätzen ausrücken.

Notunterkunft am Bremer Leibnitzplatz

In der Stadt Bremen forderten die Behörden die Bewohner hochwassergefährdeter Gebiete auf, ihre Häuser zu verlassen. Zwölf Menschen verbrachten die Nacht in einer Notunterkunft am Leibnitzplatz. Voraussichtlich werden Bereiche des Weser-Stadions überflutet werden. Daher besteht die Gefahr, dass das Bundesliga-Spiel am Samstag ausfällt.

Der Gezeitenwechsel wird aber kaum spürbare Erleichterung bringen. Der Wasserstand wird auch bei Ebbe fast auf dem Niveau eines normalen Hochwassers liegen. Der Orkanwind drückt weiter das Nordsee-Wasser an die Küsten und in die Flüsse des Binnenlandes. Deswegen stehen Bremerhaven auch mindestens zwei weitere schwere Sturmfluten bevor. Für den Notfall stehen auch 500 Soldaten der Marineoperationsschule bereit.

Bereits am Donnerstagnachmittag war der Zugverkehr auf vielen Strecken im Nordwesten unterbrochen. In Bremen-Vegesack trat die Weser über das Ufer – die Promenade ist überflutet. In Bremen und Bremerhaven bleiben am Freitag alle Schulen geschlossen, das haben die jeweiligen Behörden bekanntgegeben. Ein Betreuungsangebot ist aber an allen Schulen gewährleistet. Schulbusse fahren jedoch nicht.

Mehrere Gebiete in Bremen geräumt

Verschiedene Gebiete wurden in Bremen am Donnerstag geräumt. Menschen im Industriegebiet rund um das Vulkangelände in Vegesack sowie im Kleingartengebiet in Rablinghausen und auf dem Stadtwerder sowie in der Pauliner Marsch mussten ihre Gebäude verlassen. Werder Bremen hat den Erdgeschossbereich des Weser-Stadions evakuiert und technische Geräte wie auch Mobiliar in die nächsthöhere Etage gebracht. Falls die Weser über die Deichhöhe von 5,50 Meter steigt, würde Wasser auch ins unmittelbar in Fluss-Nähe gelegene Stadion laufen. „Ob es passiert, können wir noch nicht sagen. Der Krisenstab berechnet die Situation ständig“, sagte Mediendirektor Tino Polster von Werder Bremen. Dann wäre das Spiel gegen Bayern München am Samstag gefährdet. Auch die Behörden sorgen sich um die Sicherheit des Deiches. Der Verein hatte wegen des drohenden Unwetters sein Training zeitlich vorverlegt und Publikum aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

Am Donnerstagabend stellte auch die Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham-Blexen ihren Betrieb ein. Das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ hatte zuvor die Bremerhavener Columbuskaje verlassen. Es wurde auf die offene See geschleppt und soll den Orklan vor Helgoland abwarten. An der Kaje wurde es durch Sturm und Hochwasser zu gefährlich. Das Schiff hätte an die Kaje gedrückt werden können.

Dauereinsatz für die Polizei

Die Polizei Bremen rückte zu vielen Einsätzen aus. Bisher wurden keine verletzten Menschen gemeldet. Umgeknickte Verkehrsschilder, herunter gefallene Dachziegel und umgewehte Bäume wurden gemeldet. In Habenhausen kippte der Fahnenmast eines Schuhgeschäftes um und in Gröpelingen drohte eine Riesenplakatwand herunterzufallen.

Warnung vor Aufenthalt im Freien

Bis Samstagfrüh soll das Unwetter anhalten, neben heftigem Sturm ist auch Schnee angesagt. In Bremerhaven wurde der Katastrophenstab einberufen. Für den Fall, dass es hart auf hart kommt – so Rüdiger Staats von Bremenports – liegen 25.000 Säcke bereit, 3.000 davon sind schon mit Sand gefüllt. Bislang wurden keine Schäden gemeldet.

Feuerwehr und Polizei warnen davor, beim Unwetter im Freien unterwegs zu sein. Die Gefahr sei groß, dass Bäume entwurzelt werden, Äste und Gegenstände durch die Luft fliegen und Dachziegel herunterstürzen.

Quelle: radiobremen.de

Das Orkantief „Xaver“ hat der Millionenmetropole Hamburg eine der schwersten Sturmfluten der Vergangenheit beschert. Auch an der Nordseeküste hatten die Menschen eine unruhige Nacht. Es bleibt stürmisch. Die nächste Flutwelle wird heute Abend erwartet.

Hamburg/Husum – Das Orkantief „Xaver“ hat auch in der Nacht zu Freitag Norddeutschland durchgepustet. Besonders an der Nordsee auf den Halligen bangten die Bewohner vor dem Hochwasser. Die Schäden sind aber in Schleswig-Holstein und andernorts zunächst geringer als befürchtet – auch wenn die Orkanböen am Freitag noch teilweise extrem stark fauchen.

 

Am Morgen waren die Sorgen in Hamburg besonders groß. Auf die Millionenmetropole war die schwerste Sturmflut seit langer Zeit zugerollt. Die Innenbehörde warnte vor extremen Wasserständen.

„‚Wir haben eine Sturmflut, die es in den letzten 10, 20 Jahren nur sehr selten gegeben hat“, sagte ein Behördensprecher am Freitagmorgen. Der Scheitel wurde gegen 6 Uhr erreicht – mit knapp vier Metern über dem Mittleren Hochwasser. Das sind gut 6,10 Meter über Normalnull. Zuletzt habe es Anfang der neunziger Jahre zwei Mal einen solchen Wasserstand der Elbe gegeben.

Der Hamburger Hafen wurde in der Nacht zum Freitag geräumt und gesperrt. „Ab 2.30 Uhr durfte keiner mehr hereinfahren“, sagte der Sprecher. Einige Anwohner mussten ihre Häuser räumen. Die Hochwasserschutztore wurden geschlossen.

In der Millionenstadt überspülte das Wasser am Freitag in den tieferen Gebieten nahe der Elbe Zentimeter um Zentimeter Land. Zum Fischmarkt führte kein Weg mehr. Eine Seniorenresidenz am Fluss wurde zur eingeschlossenen Insel. Plätze in der historischen Speicherstadt und der Hafencity liefen voll.

Auf das Hochwasser in dieser Nacht werden noch weitere folgen, denn Xaver hat eine außergewöhnlich lang anhaltende Kraft. Insgesamt treibt der Orkan nach bisherigen Erkenntnissen drei schwere Sturmfluten an die Nordseeküste und nach Hamburg. Jeweils mit den Gezeiten wird alle zwölf Stunden ein extremes Hochwasser auflaufen. „Xaver“ bläst voraussichtlich fast zwei Tage aus Nordwesten.

Viele Bahnen fahren nicht – Okanböen in ganz Deutschland

Die Folgen des Orkans sind indes in der ganzen ganzen Bundesrepublik zu spüren. Schwere Orkanböen ziehen über weite Teile des Landes hinweg. Dächer wurden abgedeckt, Lkw umgeweht, Bäume stürzten um. Die gute Nachricht: Insgesamt gab es bislang trotz extremer Böen von teilweise bis zu 155 Stundenkilometern nur wenige Unfälle mit Verletzten.

Bei Hannover wurde ein Kleinbus mit behinderten Schülern von einer starken Böe erfasst und in einen entgegenkommenden Wagen gedrückt. Dabei wurde ein 68-Jähriger schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde.

In Elmshorn bei Hamburg prallte eine Regionalbahn an einem Bahnübergang gegen einen umgestürzten Baum. Der Zugführer wurde leicht verletzt. Ein Zug der Hamburger Hochbahn fuhr gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste.

In Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern deckte „Xaver“ das Dach eines Supermarktes ab.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in List auf Sylt in der Nacht Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde erreicht. Gestern Abend lagen sie zeitweilig sogar über 180 Stundenkilometern. Auf dem Brocken im Harz erreichte „Xaver“ gar eine Spitzengeschwindigkeit von 155 Stundenkilometern.

Kein Betrieb an vielen Schulen und Universitäten

De Inseln und Halligen vor Schleswig-Holsteins Küste sind vom Festland aus nicht mehr zu erreichen, die Fähren stellten den Betrieb ein. Auch der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal kam zum Erliegen.

Reisende hatte „Xaver“ bereits am Donnerstag auf eine Geduldsprobe gestellt. In Hamburg, Hannover und Bremen wurden etliche Flüge gestrichen.

Auch der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen. In Schleswig-Holstein können viele Züge weiterhin nicht fahren. Vielerorts lägen Bäume auf den Gleisen oder hingen in den Oberleitungen, hieß es. In Nordrhein-Westfalen dagegen sind sämtliche Strecken inzwischen wieder befahrbar.

 

Generell gelte für alle Verbindungen im Norden, dass sich die Fahrgäste auf teils deutliche Verspätungen einstellen müssten. So sei die Strecke von Berlin nach Hamburg nur auf einem Gleis befahrbar.

In vielen Schulen Norddeutschlands fällt der Unterricht am Freitag aus. An den Universitäten in Greifswald und Rostock wurden die Lehrveranstaltungen gestrichen.

Und sogar vorm Fußball macht „Xaver“ nicht halt: Das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Bayern München am Samstag ist gefährdet. Steigt das Wasser der Weser über den Deich, kann das Spiel nicht stattfinden.

Quelle: .manager-magazin.de

Hochwasser-Helfer aus Deggendorf ausgezeichnet

Veröffentlicht: Dezember 5, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Berlin/Deggendorf – Sie organisierte bei der Hochwasser-Katastrophe in Deggendorf Helfer und vermittelte Unterkünfte: Die Initiative „Deggendorf räumt auf“ ist in Berlin ausgezeichnet worden.

Für ihren Einsatz nach der Hochwasserkatastrophe im Juni in Bayern ist eine Initiative aus Deggendorf mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet worden. Die Initiative „Deggendorf räumt auf“ erhalte den Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement, teilten die Veranstalter zur Verleihung am Donnerstag in Berlin mit. Als Organisator habe die Hochschule Deggendorf 4500 ehrenamtliche Helfer aktiviert, Unterkünfte vermittelt und unzählige Geräte sowie Elektroautos zur Verfügung gestellt. Der Sonderpreis ist mit 5000 Euro dotiert.

„Menschen, die im Engagement Sinn suchen und durch Engagement Sinn stiften, knüpfen zwischenmenschliche Verbindungen und halten damit unsere Gesellschaft zusammen“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bei der Preisverleihung. Der Deutsche Engagementpreis sei ein gutes Beispiel, um Respekt vor dem freiwilligen Einsatz auszudrücken. Seit 2009 wird die Auszeichnung vom Bündnis für Gemeinnützigkeit verliehen. Förderer sind das Bundesministerium für Familie sowie der Generali Zukunftsfonds.

Bei dem Hochwasser waren in Deggendorf rund 20 Prozent der Fläche überschwemmt worden. Tausende Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Innerhalb kürzester Zeit hatten Studenten die offizielle Helferkoordinierungsstelle der Stadt eingerichtet und drei Wochen aufrechterhalten. Mit Hilfe von Hotlines sowie der Facebook-Seite „Deggendorf räumt auf“ wurden die Helfer eingeteilt.

Nur wenige Meter von den öligen Wassermassen im überfluteten Stadtteil Fischerdorf entfernt, hatten sie ein Zelt als provisorische Einsatzzentrale eingerichtet. Dort wurden die vielen freiwilligen Helfer mit Handschuhen, Schaufeln und Besen ausgestattet und dorthin geschickt, wo Hilfe am nötigsten war.

Es sei damals darum gegangen, einfach zu helfen, sagte der stellvertretende Teamleiter Dominik Fischer. „Spätestens wenn man direkt vor Ort an der Wasserlinie stand und die beklemmende Atmosphäre am eigenen Leib fühlte, waren dieses Bedürfnis und der Drang danach außergewöhnlich stark ausgeprägt.“ Die Studenten hätten aus reiner Überzeugung gehandelt und seien „einfach nur glücklich, dass wir so vielen Menschen helfen konnten“.

Quelle: merkur-online.de

Fluthelfer, Lebensretter und Vorbild

Veröffentlicht: November 29, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In seinem Kroatienurlaub erreicht ihn ein Anruf seines Freundes: Die Hochwassersituation hat sich zugespitzt, der Ort Breese in Brandenburg wird ebenfalls betroffen sein.

Noch am gleichen Tag bricht der Uelzener Sascha Weiss seinen Urlaub ab und reist zurück nach Deutschland, um in Breese Hilfe zu leisten. Für Carola Rosenau ist Sascha Weiss deshalb der „Mensch 2013“.

Ähnlich wie er haben sicherlich noch weitere Uelzener ihre Freizeit dafür aufgewendet, um anderen Menschen zu helfen. Diese Freiwilligen wollen die AZ und die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen auszeichnen. Bis zum 20. Dezember werden noch weitere Vorschläge für „Mensch 2013“ angenommen.

Sascha Weiss versuchte, den Bauernhof seines Freundes mit Sandsäcken zu sichern, evakuierte den gesamten Tierbestand und errichtete provisorische Ställe, schreibt Carola Rosenau. „Als das Wasser kam und der Hof nicht zu retten war, war genau er derjenige, der allen Mut machte und eine Initiative ins Leben rief: Hilfe für Breese.“ Auch heute helfe er noch beim Wiederaufbau des alten Bauernhofs und der Stallanlagen und koordiniere den Einsatz weiterer Helfer und Sachspenden für das Dorf.

Noch weitere Helfer wurden für die Aktion vorgeschlagen. So berichtet Vanessa Schulz, wie ihr Verlobter Kevin Hübner aus Bad Bevensen in mehreren Fällen Erste Hilfe geleistet habe. So kümmerte er sich beispielsweise um einen Mann, der am Schnellenmarkt zusammengebrochen war. Dessen Frau habe dem Retter noch ein Jahr später ihren Dank ausgesprochen. Oder bei einem Bekannten habe Kevin Hübner schnell reagiert und somit dessen Leben gerettet. „Hätte mein Verlobter den Rettungswagen nicht gerufen, wäre er an einer Lungenembolie im Endstadium gestorben“, erklärt Vanessa Schulz.

Verdient hätte die Ehrung „Mensch 2013“ nach Ansicht von Bernd Katenkamp auch Hermann Billung-Meyer, der Geschäftsführer beim TuS Ebstorf ist und dabei das Wohl aller 1440 Mitglieder im Auge habe. „Er unterstützt und hilft in allen TuS-Sparten, wo die Ärmel aufgekrempelt werden müssen und Hilfe notwendig ist.“ Als Sportwart in der Basketballabteilung, als Erste-Hilfe-Person, als Organisator in der Leichtathletik, bei der Integrationsarbeit und sein Zuhause sei „ein ,Unterkunftsasyl’ geworden, wo außerörtliche Sportler nicht nur für eine Nacht eine Bleibe gefunden haben“. Hermann Billung-Meyer sei ein „Denkmal und Vorbild für ehrenamtliche Vereinsarbeit, wo immer der Mensch im Vordergrund steht“, schreibt Bernd Katenkamp.

Wer ist Ihr „Mensch 2013“? Genannt werden können Einzelpersonen und Gruppen aus dem Landkreis Uelzen, ohne Altersbeschränkung, die sich in diesem Jahr in einer Einrichtung oder auch als Einzelkämpfer ehrenamtlich engagiert haben. Vergessen Sie bitte nicht, Ihren Namen, Adresse und Telefonnummer anzugeben.

Senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 20. Dezember an: Per Post: Allgemeine Zeitung „Mensch 2013“ Groß Liederner Straße 45 29525 Uelzen Per E-Mail: mensch2013@az-online.de

Quelle: az-online.de

Ab sofort können von Flutschäden betroffene Wohnungs- und Hauseigentümer eine kostenfreie Vor-Ort-Energieberatung im Rahmen notwendiger Sanierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

BMWi übernimmt Eigenanteil für Verbraucher

Nach der Flut setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) auf Soforthilfe in den betroffenen Hochwassergebieten. So können Flugeschädigte im Vorfeld einer Haus- oder Wohnungssanierung eine kostenlose Energieberatung in Anspruch nehmen. Die Beratung selbst wird durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) organisiert und beinhaltet auch Detail-Checks zu speziellen Fragen, wie dem Umgang mit Feuchteschäden, dem Ersatz der Heizungsanlage oder die richtige Reihenfolge möglicher Sanierungsmaßnahmen. Den Eigenanteil für Verbraucher in Höhe von 45 Euro übernimmt im Rahmen der Soforthilfe das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Hochwassergeschädigte können sich einen kostenlosen und unabhängigen Energieberater direkt ins Haus holen. Das hilft ganz praktisch und konkret vor Ort. Sanierungsmaßnahmen, die zu Energieeinsparungen bei den Bürgerinnen und Bürgern führen, helfen langfristig Geld zu sparen.“

Download der Beratungsgutscheine

10.000 kostenfreie Beratungsgutscheine können direkt bei den Verbraucherberatungsstellen oder über die Internetseite Verbraucherzentrale-energieberatung.de als Download bezogen werden.

Hinweise der Initiative EnergieEffizienz zu weiteren Fördermöglichkeiten

Gebäude- und Wohnungseigentümer haben unabhängig von der gemeinsamen Flutopferaktion des BMWi und des vzbv einen Förderanspruch im Rahmen einer Vor-Ort-Energiesparberatung. Vorraussetzung ist die Beratung durch einen zugelassenen Energieberater, der das Wohngebäude daraufhin untersucht, wie es unter Wirtschaftlichkeitsmaßstäben zu einem Effizienzhaus saniert werden kann.

Grundlage dieser Bezuschussung aus Bundesmitteln ist die Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort. Sie richtet sich an alle Gebäude- oder Wohnungseigentümer, sowie unter bestimmten Vorraussetzungen an selbständige Unternehmen und Einrichtungen mit gemeinnützigem, mildtätigem oder kirchlichem Charakter.

Die staatlichen Fördersätze für die  „Vor-Ort-Beratung“  fallen je nach Gebäudegröße und Zweck der Maßnahme unterschiedlich aus. So werden:

  • Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bis zu 400 Euro,
  • Wohngebäude ab drei Wohneinheiten mit maximal 500 Euro,
  • eine zusätzliche Stromeinsparberatung mit 50 Euro,
  • und thermografische Untersuchung mit bis zu 100 Euro gefördert.

Dabei ist es die Aufgabe des Energieberaters den Förderantrag bereits vor Beginn seiner Beratung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einzureichen. Die Zuschüsse werden nach ihrer Bewilligung durch das Amt direkt an den Berater ausgezahlt.

(02.07.2013 / IEE)

Quelle: stromeffizienz.de

Was Glück für die Hochwasser-Opfer bedeutet

Veröffentlicht: November 19, 2013 von fluthelfer in Fischbeck

„Glück“ ist in dieser Woche das Thema für die ARD. In Mitteldeutschland hatten in diesem Jahr viele Leute wenig Grund zum Glücklichsein: Hunderttausende waren im Juni vom schweren Hochwasser betroffen. Wie verändert sich der Blick auf Glück dadurch und was erfreut die Menschen trotz eines solchen Unglücks?

Bei Tangermünde schlängelt sich die Elbe friedlich durch ihr Flussbett – ein Ort zum Glücklichsein. Wirklich? Nur ein paar Kilometer weiter liegt Fischbeck. Der Ort war im Juni mehrere Wochen lang vom Hochwasser überschwemmt. Container stehen vor vielen Häusern. Immer noch sind die Erdgeschosse unbewohnbar. Manche Häuser wurden sogar abgerissen.

Glück mit „aber“

Doch auf einem Grundstück steht schon ein halb fertiger Neubau. Ursula Thieke und ihr Mann gehören wohl zu den schnellsten – macht sie das glücklich? „Naja, Glück… Weiß ich nicht… Ich bin froh und glücklich, dass wir wieder alles aufbauen. Aber – da ist immer ein ‚aber‘ dabei“, sagt Ursula Thieke. Es fällt ihr schwer, sich zu freuen, wenn sie sieht, wie auch die Nachbarn zu kämpfen haben. Aber es habe sie glücklich gemacht, dass von überall so viel Hilfe kam.

Das betont auch Bodo Ladwig, Bürgermeister der Gemeinde Fischbeck. In seinem Büro hängen die Wände voller Spendenschecks. Geld macht nicht glücklich – aber es hilft. Und ein Glück sei auch, dass beim Deichbruch niemand zu Tode gekommen ist: „Wenn man vier Monate nach dem Deichbruch durch den Ort geht und mit den Leuten spricht, hört man schon heraus: Es ist ein anderes Glücksgefühl, als es früher mal war. Heute ist man froh, wenn man einen Elektriker oder Fliesenleger bekommt, oder wenn das alles wie ein Zahnrad ineinander greift und man sein Haus sanieren kann. Man hat doch eine andere Wertvorstellung, glaube ich.“

Blumen für Schönhausen

Im fünf Kilometer entfernten Schönhausen lebt Pfarrer Ralf Euker. Für ihn als Seelsorger ist die Flut zu einem Schwerpunkt geworden. Von Glück ist da nicht viel zu hören: „Erst mal die Phase des Wartens in der Evakuierung, dann die Schockphase, in der die Betroffenen gesehen haben, was das Wasser angerichtet hat, und jetzt nach Monaten macht sich deutlich so etwas wie Ermüdung und Erschöpfung breit. Teilweise liegen die Nerven blank, weil alles nicht so schnell vorangeht, wie man sich das vorstellt.“ In Schönhausen sieht man das an vielen Häusern.

Aber in vielen Vorgärten blühen Blumen. Das habe einen besonderen Grund, erzählt eine Schönhausenerin: „Während der Flut kam eine Gärtnerei aus Seehausen und hat gesagt: Es sieht alles so trostlos aus, aber wir machen Ihnen jetzt eine Freude, wir bringen Blumen. Da haben sie jede Menge Blumen abgeladen, die wir jetzt wieder in die Vorgärten gepflanzt haben. Das war der erste Lichtblick.“ Nun hofft sie, Weihnachten wieder in ihr Haus ziehen zu können.

Wer so eine riesige Aufgabe bewältigt, der dürfte wieder glücklich werden. Das hofft auch Ursula Thieke aus Fischbeck: „Glück… Vielleicht empfindet man das, wenn man mal drin ist, wenn alles eingerichtet ist, wenn man wieder Zuhause ist.“

Fischbeck: 100 Tage seit dem Deichbruch

Fotogalerie

Quelle: mdr.de

Rund fünf Monate nach der Flutkatastrophe an der Elbe und ihren Nebenflüssen werden heute in Magdeburg die ersten Helfer fürs Mitmachen und Anpacken belohnt.
Die Männer und Frauen aus dem ganzen Land bekommen aus der Hand von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Fluthelfernadel überreicht. Konkrete Vorschläge für die Auszeichnungen kamen aus den Kommunen. Das Kabinett hatte Ende August auf der ersten Sitzung nach der Sommerpause die Verleihung der Ehrennadeln beschlossen.Damit will das Land allen danken, die durch ihren Einsatz die gravierenden Hochwasserfolgen für Sachsen-Anhalt so gut es ging gemindert haben. Ihr Engagement müsse gewürdigt werden, hieß es zur Begründung. Insgesamt sollen zunächst rund 31 000 Fluthelfernadeln vergeben werden.

Auszeichnung für Lebensmittel-Verteiler

Veröffentlicht: November 16, 2013 von fluthelfer in Halle

Auf einem Empfang in der Magdeburger Staatskanzlei werden am Samstag die ersten Fluthelfer geehrt. Insgesamt sollen 51.000 Fluthilfenadeln und Bandspangen an zivile und uniformierte Helfer vergeben werden. Unter den Ausgezeichneten ist Ronnsen Behrens aus Halle, der im Juni mit Freunden Lebensmittel-Spenden organisiert hatte.

 

Die Reaktion eines Freundes ist Ronnsen Behrens im Gedächtnis geblieben. Ein Schrank von einem Mann, einer, den nichts umwirft, hatte plötzlich Tränen in den Augen. Er war beeindruckt von dem Anblick, der sich ihm im allein gelassenen halleschen Stadtteil Lettin geboten hatte – und von der Dankbarkeit der Menschen dort. „Du glaubst nicht, was da los ist, hat er gesagt“, erinnert sich Behrens. Juni 2013: Halle versank im Flutchaos. Und eine Armada von Freiwilligen stemmte sich gegen die Wucht der Saale.

Ronnsen Behrens, der heute als einer der ersten die Fluthelfer-Nadel des Landes erhält, gehörte mit seinen Freunden dazu. Männer, die ihre Freizeit üblicherweise Autos widmen. In Behrens kleiner privaten Werkstatt im Osten der Stadt steht unter anderem ein VW Derby, Baujahr 77. Der 30-Jährige baut alte Kisten wie diese wieder auf, fährt auf Tuning-Treffs und Messen, trifft sich mit Freunden, die ebenso vernarrt in Autos sind wie er. Als der Pegel der Saale stieg und stieg, trat das PS-starke Hobby aber wie vieles andere in den Hintergrund. „Natürlich hätten wir uns auch mit einer Tüte Chips vor den Fernseher setzen können“, sagt Behrens heute. „Aber wir haben uns nur angesehen und gewusst: Wir müssen irgendetwas tun.“ Was sie da noch nicht ahnten: Aus den ersten Einsätzen beim Ausräumen eines gefährdeten Hauses und auf dem Gimritzer Damm würde ein logistisches Mega-Projekt werden.

Es begann mit vier Wasserkästen und ein paar Pappbechern auf dem Marktplatz, direkt an der Sandsack-Füllstation. „Es war warm, die Helfer hatten Durst und Hunger“, so Behrens. Seine kleine Spende potenzierte sich schnell. Kaufhäuser brachten Kaffee, wildfremde Menschen Töpfe mit warmem Essen und Platten mit selbst gebackenem Kuchen. „Nach ein paar Stunden brauchten wir schon einen Tisch.“ Pavillons kamen dazu, um die Lebensmittel vor der Sonne zu schützen. Und irgendwann, erinnert sich Behrens, war das kleine Projekt mit Wasserkästen aus dem Kofferraum zur Top-Versorgungsstelle für Halles Fluthelfer angewachsen. Getränkehersteller fuhren palettenweise Ware herbei, Großbäckereien kündigten Lieferungen an. Seine Handynummer habe im Internet gestanden, Hilfsorganisationen oder die Freiwilligenagentur hätten an ihn verwiesen, wenn es um Versorgung ging, so der angestellte Karosseriebauer.

Er und seine Freunde zogen von nun an Fäden: Zu Gaststätten, in denen die Brote von den Bäckereien geschmiert wurden. Zu einem DJ. Zu Feuerwehr und Polizei und zur Stadt, die half, als die jungen Leute über Nacht nicht wussten, wohin mit all dem, was nach Tag eins an Spenden übrig war – acht Transporter voll. Die im Kern 15 Mann starke Gruppe hatte ansonsten alles, was nötig war: Strategen, Anpacker, Leute mit Technik – zusammengeknüpft zu einem riesigen Spinnennetz, wie es Behrens beschreibt. Aufhören, selbst wenn sie gewollt hätten, kam nicht mehr in Frage. „Auf einmal hatten wir ja auch Verantwortung für die Spenden“, sagt Sebastian Grumbach, einer, der durch Zufall auf die Runde stieß. Eine Hilfsorganisation hatte ihn weggeschickt, weil er im Rollstuhl sitzt. „Ich hatte aber Zeit und Elan.“ Und zwei gesunde Arme, um Essen und Getränke zu verteilen.

Ronnsen Behrens und Sebastian Grumbach ist von diesen Tagen einiges in Erinnerung geblieben. Die „Nudel-Mutti“, wie sie die Frau nannten, die mit einem Riesentopf ankam und sogar fragte, was sie am nächsten Tag kochen solle. Die alte Dame mit Gehhilfe. Menschen, die ihnen begeistert Geld in die Hand drückten, was neben Pfandeinnahmen half, Mülltüten, Teller oder Besteck zu besorgen. Einer wollte sogar 500 Euro geben. Vor allem aber wusste Behrens schnell: „Auf meine Freunde ist Verlass.“

Die meisten hatten inzwischen ihre Arbeitgeber um Freistellung gebeten – in der Regel erfolgreich. Selbst ein Lokführer bekam das Okay der Deutschen Bahn. Ein Lkw-Fahrer aus Behrens’ Freundeskreis kam mit einem 40-Tonnen-Kühllaster, von dem aus ab Tag zwei des Versorgungsprojektes rund um die Uhr Spenden auf dem Sandsackfüllplatz in der Heide verteilt wurden. „Wir konnten allein an einem Tag 2.000 Leute versorgen“, so Behrens. Und zudem mit Lieferwagen an Brennpunkte fahren – nach Lettin oder in die überflutete Talstraße und Tage später, als sich die Lage in Halle beruhigte, nach Köthen und Aken. „Da war ich emotional am Boden“, sagt der Karosseriebauer. Aken war offiziell evakuiert. „Eine Geisterstadt, in der Motorräder und Couchgarnituren auf Garagendächern standen, kein Spatz mehr auf dem Dach zwitscherte. Das war wie im Film.“

Am Ende haben sie in Halle auch noch beim Aufräumen geholfen, zum Großteil nach der Arbeit, im Schichtsystem. Drei, vier Wochen waren Behrens und seine Freunde so dabei. Es war eine Zeit, in der es nicht nur positive Erfahrungen gab. Er habe sich auch geärgert, über Firmen zum Beispiel, die für ihre Spende zwingend Werbung erwarteten, sagt der 30-Jährige. Sich selbst sieht er als einen Menschen, der so erzogen worden ist, anderen zu helfen – ohne auf Gegenleistungen oder Auszeichnungen zu schielen. „Und ich wollte zeigen, dass das jeder kann.“

Was bleibt? Auch etwas, was Ronnsen Behrens wichtig ist: neue Freunde wie Sebastian Grumbach.

Quelle: mz-web.de

Erholen vom Hochwasser

Veröffentlicht: November 14, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Weihnachten steht vor der Tür und das Jahrhundert-Hochwasser im Sommer scheint weit zurückzuliegen. Doch mit den Folgen hat auch Deggendorf noch immer zu kämpfen. Einigen betroffenen Deggendorfern ein sorgenfreies Wochenende zu bereiten, ist Kitzingens Ziel, wenn 50 Gäste aus dem Süden Bayerns am Samstag anreisen. Wie es in der Pressemitteilung der Touristinfo Kitzingen heißt, wurde für sie mithilfe vieler Unterstützer ein kostenfreies Programm zusammengestellt.

Andrea und Burkhard Finger vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Kitzingen waren im Juni als Kriseninterventionsberater vor Ort. Andrea Finger ist zudem eine von Kitzingens Gästeführerinnen und trug die Idee des Erholungswochenendes an das Team der Touristinfo heran.

Hofrat Walter Vierrether und sein Team kontaktierten nach eigenen Angaben Kitzinger Hotels, Gastronomen, Weinhändler, das neue Deutsche Fastnachtmuseum und viele mehr. Diese sagten laut Mitteilung ohne Ausnahme ihre Bereitschaft und Sponsoring zu.

Zum Programm gehört auch der Gottesdienst am Sonntag, 17. November, um 9.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche. Hierzu sind alle Bürger eingeladen.

Quelle: infranken.de

Das Juni-Hochwasser hat viele Menschen hart getroffen – besonders jene, die nicht versichert waren. Doch das hat nicht immer was mit „wollen“ zu tun: Viele wurden von der Versicherung mit Hinweis auf das hohe Risiko abgelehnt – wer nah am Wasser baut, lebt gefährlich. Das soll sich ändern: Die Justizminister der Länder beraten heute über eine Versicherungspflicht, die auch bei sogenannten Elementarschäden eintritt. Der Thüringer Justizminister Holger Poppenhäger hatte den Auftrag, die rechtlichen Möglichkeiten dafür zu prüfen. Uns hat er exklusiv vorab erläutert, dass eine solche Versicherungspflicht möglich ist und es dafür gute Argumente gibt.

Es ist erst wenige Monate her, da stand das Wasser in Gößnitz über einen Meter hoch und zerstörte das Hab und Gut der Gößnitzer: „Mobiliar, Akten, alles mögliche. Schönen großen Container hingestellt, da fliegt jetzt alles hinein“ – „Das muss alles weg, das ist Sperrmüll. Das muss saubergemacht werden.“ Manche Bürger bekamen Hilfe von ihrer Versicherung – andere aber nicht, so wie Andre Peter: „Da kriegen wir überhaupt nichts ersetzt. Das wird nicht versichert, wenn man im Hochwassergebiet lebt. Das sind 20.000 bis 30.000 Euro Schaden, auf dem wir sitzenbleiben.“

Zu viele Gebäude noch ungeschützt

Das wollen die Justizminister der Länder nun ändern, sagt Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger im Gespräch mit MDR INFO: „Für uns kommt es darauf an, dass der Teil der Gebäude, der zur Zeit von der Versicherungswirtschaft nicht versichert wird, zumindest versicherbar ist. Und das ist im Moment für tausende Gebäude nicht gewährleistet.“

Die Lösung soll eine Pflichtversicherung sein – für alle Hausbesitzer. Poppenhäger hat geprüft und sagt jetzt: So eine Regel ist rechtlich möglich. Dabei soll es nicht nur um Hochwasser gehen, sondern zum Beispiel auch um Erdrutsche: „Wir können nicht ganze Landstriche, ganze Städte und Gemeinden aufgeben. Wir müssen die Risiken vernünftig versichern, dann ist allen geholfen.“

Versicherer mit Vorbehalten

Organisiert werden soll die Versicherung nicht vom Staat, sondern privat wie die Autohaftpflicht: Man muss eine haben – wo man sie abschließt, ist aber egal. Allerdings sind die Versicherungskonzerne bislang noch überhaupt nicht begeistert von der Idee. Sie befürchten: Wenn es eine Versicherungspflicht gibt, werden die Bauherren risikofreudiger und bauen an Stellen, die viel zu gefährlich sind.

Poppenhäger will dieses Argument nicht gelten lassen: Wo gebaut werden darf, müssten die Kommunen regeln. Er hofft, die Versicherungen von dem neuen Modell noch überzeugen zu können: „Ich glaube, dass die Erfahrung in anderen Bereichen durchaus deutlich macht, dass es nicht zwingend ein Verlustgeschäft für die Versicherungswirtschaft sein muss – und ich glaube, dass weiß die Versicherungswirtschaft auch. Man muss jetzt über die Bedingungen reden.“

Termin ist noch unklar

Für die Versicherungen mag sich das Ganze am Ende lohnen. Bezahlen müssen nämlich die Hausbesitzer – auch die, die weit entfernt von Flüssen wohnen. Ist das nicht ungerecht? Der Thüringer Justizminister meint: „Nein. Wenn wir Hochwasserkatastrophen haben – was die letzten Jahre ja öfter vorkam – und der deutsche Steuerzahler im Wesentlichen für die Schäden aufkommt, dann ist jeder betroffen. Ich glaube, dass eine Versicherungslösung die Risiken und auch die Kosten gerechter verteilt.“

Wann die Versicherungspflicht kommt, ist aber noch offen. Die Justizminister wollen heute beraten, wie es weiter geht. Über so eine Versicherung sprechen nämlich auch Union und SPD bei den Koalitionsverhandlungen.

Quelle: mdr.de

Google macht Werbung mit Fluthelfern

Veröffentlicht: November 5, 2013 von fluthelfer in Halle

Seine größte Werbekampagne in Deutschland startet der Internet-Riese mit einer Geschichte aus Halle. Seit diesem Freitag läuft der Spot überall im Fernsehen. Der 89 Sekunden lange Film erinnert an den Kampf gegen das Juni-Hochwasser in Halle – und beschreibt eine besondere Idee, die die 16-jährige Isabell Pflieger und ihr acht Jahre älterer Bruder Lars damals hatten.

Der Internet-Gigant Google hat ein Geschwister-Paar aus Halle zu den Hauptfiguren seiner neuen bundesweiten Werbekampagne gemacht. Seit Freitag laufen die Spots im Fernsehen und bald sogar als Werbeblock im Kino. Der 89 Sekunden lange Film erinnert an den Kampf gegen das Juni-Hochwasser in Halle – und beschreibt eine besondere Idee, die die 16-jährige Isabell Pflieger und ihr acht Jahre älterer Bruder Lars damals hatten: Auf einer Karte im Internet markierten beide Hilfsangebote und Brennpunkte und unterstützten so vor allem die Tausenden Helfer.

Film über Halle ist Teil einer großen Werbekampagne

„Halle ist unsere Heimatstadt. Wir sind hier groß geworden“, sagt Isabell ganz zu Beginn des Spots. Der Film wird die Stadt, die Hilfsbereitschaft ihrer Einwohner in den Tagen der Flut, vor allem aber Isabell und ihren Bruder deutschlandweit bekanntmachen. Denn er ist Teil der bisher größten Werbekampagne des Internet-Giganten Google in Deutschland.

Die Geschichte von der interaktiven Hochwasser-Informationskarte der Geschwister aus Halle ist der erste von fünf geplanten Spots, die Google während der nächsten Monate in Deutschland, Großbritannien und Frankreich startet. Im Internet, wo der Film heute bis 10 Uhr freigeschaltet werden soll, heißt er „Lars und Isa: Zwei gegen die Flut“. Aus insgesamt 1 100 möglichen Internet-Projekten hatte Google die Geschichte von Lars und Isabell Pflieger als erste ausgewählt.

„Als Anfang Juni die Hochwasser-Katastrophe ausgerufen wurde, war alles total chaotisch“, sagt Lars Pflieger. Aber Informationen seien doch nun mal das Wichtigste in so einer Situation, fand er. „Zunächst wollte ich mir nur selbst einen Überblick verschaffen.“ Und was tut ein angehender 24-jähriger Maschinenbau-Ingenieur heutzutage, wenn er Ordnung ins Chaos bringen will? Er baut sich eine Internetkarte, ganz simpel, beim Kartendienst Google-Maps in diesem Fall. Und dort zeichneten er und seine Schwester aktuelle Hochwasser-Informationen ein: Wo werden Spenden benötigt? Wo Helfer? Gibt es genug Schippen? Welche Straßen sind gesperrt?

Es war wie ein Spiel – zunächst, sagt Lars. Ein einfaches Zusammentragen aller Informationen, derer sie habhaft werden konnten – allerdings bis zum frühen Morgen. „Diese Karte haben wir zunächst ja nur mit Freunden und Bekannten geteilt“, erzählt Isa im Film.

http://www.youtube.com/watch?v=AJtQIyiFtVM

Manchmal aber entwickeln sich die Dinge rasend schnell. „Am nächsten Tag war die Karte fast eine Viertelmillion Mal angeklickt worden.“ Lars kann es immer noch nicht richtig glauben. Aber beide hatten eine Lücke geschlossen im chaotischen Informationsnetz der Willigen mit Schippe und Smartphone. Das Heer der Helfer, das sich an den Sandsack-Füllstationen drängte, die Tausenden, die auf der Suche nach Orten waren, wo sie gebraucht wurden, hatten plötzlich ein zusätzliches Informationsportal zu den Nachrichten aus den Medien.

Es wurde dann zum Selbstläufer. Wie ein Schneeball-System“, sagt Lars. „Und da mussten wir natürlich weitermachen“, ergänzt Isabell. Die heutige Elftklässlerin am Giebichenstein-Gymnasium hatte wie viele andere schulfrei bekommen, um helfen zu können. Man hatte die 16-Jährige aber zunächst überall wieder weggeschickt, es gab schlicht zu viele Helfer. Also ging sie zurück an den Computer, um die Verkehrsnachrichten in ihrer Karte zu aktualisieren. „Wir haben alles eingetragen, was wir im Internet, in den sozialen Netzwerken und auf der Stadtseite an Infos fanden. Vor allem der Hochwasserticker der Mitteldeutschen Zeitung war sehr hilfreich“, erinnert sich Lars. Drei Tage fütterten die Geschwister im Zimmer von Isabell, zwischen Aquarium und Meerschwein-Käfig, ihre Hochwasser-Informationsseite. „Deichgraf“ haben die Eltern ihren Sohn irgendwann gerufen. Stolz sind Sven und Jeannette Pflieger auf ihre beiden Kinder, das kann man in dem Werbe-Film unschwer erkennen.

Drei Tage lang Dreharbeiten in Halle

Drei Tage lang haben die Google-Leute schließlich in Halle für den TV-Spot gedreht. Auf dem Markt, an der Saale auf der Burg Giebichenstein und zu Hause bei den Pfliegers. Dafür haben die beiden auch Geld bekommen. Vierstellig, sagt Lars. „So viel jedenfalls, dass eine Schülerin und ein Student sich sehr darüber freuen“.

Aber natürlich war Geld nie die Motivation, ihre Karte ins Netz zu stellen. „Wir wollten damit tatsächlich nur unserer Stadt helfen“, sagt Lars Pflieger am Ende des Films. „Lars und Isa, Deichgrafen“, steht dann ganz am Schluss im Abspann. Obwohl beide nie auf einem Deich gestanden haben.

Die Karte findet man immer noch im Netz. Inzwischen hat sie mehr als 536 800 Klicks. Es könnten noch ein paar mehr werden.

Quelle: mz-web.de

Das Hochwasser im Juni 2013 hat bei vielen Gastwirten und Hoteliers an der Elbe zu drastischen wirtschaftlichen Einbußen geführt: Übernachtungsgäste stornierten ihren Sommerurlaub, viele Radtouristen und Wanderer mieden die Gegenden entlang der Elbe. Davon betroffen ist auch das Landhaus Elbufer in Gülstorf in der Gemeinde Amt Neuhaus, das sich mit seiner barrierefreien Einrichtung besonders auf Gäste mit Behinderungen eingestellt hat. Die Ochtmisser Firma Behne Entsorgungssysteme (BES) unterstützte das Landhaus jetzt mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro. BES-Inhaber Jürgen Behne überreichte die Spende am Samstag, 26. Oktober, an Thomas Stock, den Geschäftsführer des Landhauses Elbufer.

Mit dabei war auch Landrat Manfred Nahrstedt, der sich über die großzügige Geste freut: „Der Hochwasser-Aufbauhilfefonds des Bundes enthält keinerlei Mittel für rein wirtschaftliche Einbußen durch Übernachtungs-Stornierungen“, so Nahrstedt. „Damit erhalten auch die Übernachtungsanbieter an der Elbe im Landkreis Lüneburg von staatlicher Seite keine Entschädigungen für den Gästemangel in diesem Sommer. Umso mehr ist es zu begrüßen, wenn private Initiativen die Hotels und Pensionen an der Elbe mit einem speziellen Angebot – wie dem des Landhauses Elbufer – unterstützen.“

Die Firma BES ist langjähriger Sponsor der Ochtmisser Sportvereine und sponsert seit 2011 den Jürgen Behne Cup, der in diesem Jahr wegen der Baumaßnahmen am Sportpark Ochtmissen nicht stattfinden konnte. Ochtmissens Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz hatte daher die Idee, stattdessen dem Landhaus Elbufer eine Spende zukommen zu lassen, das in seine behindertengerechte Einrichtung viel investiert hat und daher vom Hochwasser stark betroffen ist.

Quelle: lueneburg.de

Hochwasser beschädigt das neue Haus

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Grimma

FLUTHILFE Siefersheimer Landfrauen helfen Familie in Grimma

Tief beeindruckt von den Bildern der Flutkatastrophe in Ostdeutschland hatten die Siefersheimer Landfrauen beschlossen, eine betroffene Familie aus Grimma mit einer Spendenaktion zu unterstützen.

Nun war es soweit, dass eine Delegation der Siefersheimer Landfrauen in Richtung Grimma starten konnte und dort das gesammelte Geld der Familie übergeben konnte. Unterstützt wurden die Frauen dabei von der Mercedes Benz Niederlassung in Mainz, die ihnen einen Kleinbus für die Fahrt zur Verfügung stellte. „Auf den ersten Blick machte das Städtchen Grimma einen sehr aufgeräumten Eindruck. Saubere Straßen, frisch verputze Häuser in einladend, hellen Farben machten Lust auf einen Spaziergang durch die Stadt. Doch schon nach den ersten Metern zeigte sich die traurige Wirklichkeit“, fasst Annerose Kinder im Gespräch mit der AZ zusammen.

Auch Elke Zydziun, die diese Aktion ins Leben gerufen hatte, berichtet, was die Landfrauen in Grimma erlebten: „In den unteren Stockwerken der Häuser entlang der von Hochwasser betroffenen Straßen waren Fenster und Türen geöffnet, überall hingen Abluftrohre von Trocknungsgeräten aus den Fenstern. Putz war abgeklopft, Kabel und Leitungen hingen von den Decken, Fußböden waren herausgerissen. Ein modriger Geruch nach feuchtem Holz und Erdreich lag in den Straßen. Kaum ein Geschäft war geöffnet. Im Elektroladen standen aufgetürmte Waschmaschinen, die vom Wasser unbrauchbar geworden waren, ein Haushaltswarengeschäft bot die Hochwasserware in Kisten für 10 bis 50 Cent das Stück an“, fasst Zydziun zusammen.

Besonders in Erinnerung behalten werden die Siefersheimerinnen dabei aber auch die Botschaften der Bewohner, die sie in den Fenstern der Häuser entdeckten. Diese reichten nämlich von einem hoffnungsvollen „Wir machen weiter“, „Vielen Dank allen Helfern“, bis hin zu resignierten Aussagen wie dieser: „Das Wasser hat uns den Mut genommen.“

„Noch beeindruckt von unserem Rundgang empfing uns dann Familie Trautner. Die junge Familie hatte das Haus erst vor drei Jahren gekauft und gerade die Renovierung abgeschlossen, als das Hochwasser die untere Etage völlig zerstörte. Hier bot sich das gleiche Bild. Das untere Stockwerk musste völlig entkernt werden. Bad, Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, Türen, Fenster, Kachelofen alles war unbrauchbar geworden“, beschreiben die Landfrauen, die Situation der jungen Familie.

Die Familie lebe nun seit Juni mit beiden Kindern im oberen Stockwerk des Hauses mit provisorischer Koch- und Waschgelegenheit. „Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Aber sie sind guten Mutes. Mit großer Freude nahmen sie die Spende von 2.015 Euro ent gegen. Als lieben Gruß aus Siefersheim hatten wir noch eine Geschenkkiste mit Wein und Spezialitäten im Gepäck, die Kinder freuten sich über ein Paket mit Kleidung und ganz besonders über zwei Kuscheltiere“, berichtet Zydziun.

Quelle: allgemeine-zeitung.de

Am 31. Mai dieses Jahres stand das Wasser der Rauda teilweise zwei Meter hoch in den Räumen der Pfarrmühle. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn und treuer Kunden herrscht mittlerweile wieder Alltag im Mühltal.

Mühltal. Ein paar Monate sind seit dem Juni-Hochwasser, das auch im Eisenberger Mühltal wütete, vergangen. „Uns geht es wieder gut“, sagt Martina Seidemann, Inhaberin des Wald­hotels Pfarrmühle. Anderthalb Meter stand das Wasser am 31. Mai dieses Jahres in der ­Küche, zwei Meter im Keller, der Biergarten – überflutet.

„Man hat nur noch die Oberfläche der Tische gesehen“, erinnert sie sich, während sie aus dem Fenster schaut. Eine Katze habe darauf gesessen, wusste nicht, wie sie mit trockenen Pfoten ins Haus kommen soll. „Wir haben den Bach immer im Auge ­gehabt“, erzählt Martina Seidemann. Einen Tag zuvor war noch eine Wandergruppe zu ­Besuch, pitschnass vom damals einsetzenden Regen.

Nach einem letzten Kontrollgang legen sich die Wirtsleute schlafen. „Es war ja noch alles in Ordnung.“ Nach ein paar Stunden wird Martina Seidemann wach: „Ich habe aus dem Fenster gesehen, da ist schon alles rund ums Haus geschwommen und der Bach war zum reißenden Fluss geworden.“ Erst versagt die Außenbeleuchtung, später auch der Strom im Haus. ­Gegen 3″Uhr in der Nacht kommt die Feuerwehr, schaut, ob evakuiert werden muss. „Wir hatten ja auch Hausgäste.“

Zum Glück weicht das Wasser schnell, schon tags darauf kann die Familie mit dem Aufräumen beginnen. Die Feuerwehr aus Weißenborn kehrt am Morgen ebenfalls ins Mühltal zurück. „Die haben ganz tolle Arbeit geleistet, alles ab­gepumpt, bis nicht mal mehr der Schlamm in den Räumen war“, ist Martina Seidemann noch immer dankbar. Die Einsatzkräfte zersägen auch große Baumstämme und an­deres Treibgut, das sich rund um das Mühlengelände an den Zäunen sammelt.

Die Schäden schätzt die Chefin auf rund 50 000 Euro. Ein Haus, in dem sich unter anderem Lagerräume befinden, wurde großflächig unterspült und drohte abzusacken. Das Wehr wurde zerschlagen, eine Brücke beschädigt, auch das Mühlrad nimmt Schaden. Teils notdürftig wird repariert, damit der Betrieb weitergehen kann. „Unser großer Vorteil war, dass wir weitermachen konnten, auch wenn das Tal teilweise nicht erreichbar war“, erzählt Martina Seidemann. „Andere Betriebe standen ja teil­weise wochenlang still.“ Die treue Kundschaft hilft während dieser schwierigen Zeit ebenfalls: „Wir wollen auch keine Spenden, wer uns unterstützen möchte, der kommt einfach bei uns in der Pfarrmühle vorbei.

Quelle: otz.de

Kurzmitteilung  —  Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Hochwasser: Neue Flächen finden

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Bürgermeister Lothar Nagel (FCW) informierte den Marktgemeinderat über die Ergebnisse einer Ortseinsicht mit den Verantwortlichen der beiden Behörden, an dem auch er teilnahm. Ins Visier der Inspekteure gerieten großflächige Aufschüttungen auf zwei Grundstücken östlich des Gewerbegebiets in Richtung Düllstadt. Außerdem wurde festgestellt, dass an der neuen Umgehungsstraße nur ein Durchlass zum Main hin errichtet wurde, der die Wassermassen nicht aufnehmen konnte. Der Gemeinderat hatte laut Nagel beim damaligen Planfeststellungsverfahren in Anbetracht der prekären Hochwassersituation in Schwarzach drei Durchlässe gewünscht.

Einstimmig stimmte das Gremium einer aufwändigen „Geländeaufnahme“ zu, bei der die Höhenverhältnisse entlang der Bäche festgestellt werden. Außerdem findet am 5. November eine Sitzung der Dorfschätze-Gemeinden statt, bei der neue Retentionsflächen im Oberlauf der Bäche gefunden werden sollen. Nagel erachtet die Maßnahmen im Oberlaufbereich für dringend notwendig, „damit den Letzten nicht die Hunde beißen“.

Weitere Punkte aus dem Gemeinderat:

• Schwarzenau wird in das umfassende Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Ergebnisse des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) und des erweiterten Vitalitätschecks für die Ortsteile zeitnah umzusetzen. Bei der Stärken- und Schwächenanalyse war bei Schwarzenau ein besonderer Handlungsbedarf angezeigt. Die Wartezeit bis zur Realisierung der Dorferneuerung beträgt laut Nagel zurzeit etwa vier Jahre.

• Der Regionale Planungsverband Würzburg hat für das Gemarkungsgebiet Schwarzach keine Vorrang- und Vorhaltsgebiete für Windkraftanlagen vorgeschlagen. Laut Bürgermeister Lothar Nagel wird es künftig keine Ansammlungen von Windrädern in der Gemeinde geben. Einzelanlagen seien allerdings vorstellbar.

• In Hörblach wird zwischen der Einmündung der Kitzinger Straße in die Umgehungsstraße und dem Beginn der Großlangheimer Straße eine neue Straßenleuchte aufgestellt. Die Gemeinde hatte zu dem Vorhaben die Anlieger befragt, nur einer hatte ablehnend geantwortet. Der Kostenanteil für die Anwohner von 1062 Euro wird auf sieben Grundstücke umgelegt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil dieser Straßenbereich auf einer Länge von 90 Meter nicht ausgeleuchtet ist.

• Der Gemeinderat hat dem Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald für das kommende Jahr zugestimmt. Revierförster Max Bartholl prognostizierte einen Überschuss von etwa 2 500 Euro. Er rechnet mit Einnahmen aus dem Holzverkauf von 24 120 Euro und Fördergeldern in Höhe von 10 500 Euro. Die Ausgaben für Pflege und Aufforstungen belaufen sich auf insgesamt 32 145 Euro.

Quelle: infranken.de

Bad Dürrenberg rüstet auf

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Am Floßplatz wird eine stationäre Pumpenanlage errichtet. Der Barfußteich soll saniert werden. Drei wichtige Deiche werden umfassend stabilisiert. Im südlichen Saalekreis will das Land mindestens 9,5 Millionen Euro investieren.

 

Noch gut kann sich Bad Dürrenbergs Bürgermeister, Arpad Nemes (CDU), an das Hochwasser im Juni dieses Jahres erinnern. Das Wasser stand fast überall fünf Zentimeter vor der Deichkrone, in Vesta hingegen lief es sogar schon darüber, so dass der Deich erhöht werden musste. Über die jetzt dringend notwendigen Arbeiten in Sachen Hochwasserschutz sowie Schutz vor Druckwasser und Vernässung sprach die MZ mit dem Bürgermeister und Bauamtsleiter René Schaar.

Deiche

Das Land Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren mindestens 9,5 Millionen Euro im südlichen Saalekreis in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen investieren. Akuter Handlungsbedarf besteht in Kirchfährendorf. Dort hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, die jüngst zu einem Gespräch beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz war. Im kommenden Jahr soll der Abschnitt vom Denkmal in der Kirchfährendorfer Straße bis zur Saalebrücke in Höhe und Standsicherheit den Erfahrungen der jüngsten Flut angepasst werden. Die bereits existierenden Planungen werden überarbeitet. Eingeplant sind für den Bau 800 000 Euro. Auch das Siel in Vesta soll im kommenden Jahr neu aufgebaut und der Deich in Teilabschnitten stabilisiert werden. Und nicht zuletzt wird der Deich zwischen Ostrau und Wölkau angefasst. Für die Rekonstruktion des Deiches und des Deichverteidigungswegs sind laut LHW 540 000 Euro eingeplant. Für die Sanierung dieses Deiches im Bereich des Floßplatzes zwischen der Straßen- und der Eisenbahnbrücke im Ortsteil Klein-Ostrau macht sich ebenfalls eine vor kurzem gegründete Bürgerinitiative stark. Beide Initiativen werden in ihrem Anliegen, so schnell wie möglich etwas für die Sicherheit der Gebäude und der Menschen zu tun, vom Bürgermeister unterstützt.

Floßplatz

Um die Probleme mit dem Druckwasser im Bereich Floßplatz bis Ostrauer Straße zu entschärfen, wird auf dem Floßplatz eine stationäre Pumpenstation errichtet. Mit Pumpen am Floßplatz hatte man bereits während des Hochwassers eine Entspannung erreicht. Nemes verspricht sich davon auch eine Entspannung im Bereich des Sportplatzes, wo das Haus einer Familie beim Hochwasser überflutet wurde. Mit dem Bau soll in Kürze begonnen werden, die Kosten dafür trägt die Stadt.

An der Mauer

Eine neue Leitung mit größerem Durchmesser, die das Wasser von den Feldern in Richtung Saale ableiten soll, soll entlang den Straßen An der Mauer, Am Berge, Schreberstraße gebaut werden. Dort ist noch eine zweite Maßnahme im Gespräch, worüber die Stadt, die Untere Wasserbehörde, der Unterhaltungsverband und die Agrargenossenschaft diskutieren. In den Feldbereichen oberhalb der Straße „An der Mauer“ sollen Rückhaltebecken errichtet werden, um bei extremen Witterungsverhältnissen die Wassermassen zurückzuhalten. Fördermittel für den Bau der Leitung sind vom Unterhaltungsverband beantragt worden. In Zusammenarbeit mit der Stadt erfolgen jetzt die Planungen.

In Goddula sollen im Rahmen des Förderprogramms Vernässung der Barfußteich sowie seine Zu- und Abläufe saniert werden, um bei extremen Wettersituationen sowie bei Druckwasser das Oberflächenwasser schnellstmöglich in die Saale abzuleiten beziehungsweise zu stauen. Für diese geplanten Arbeiten sind die Ausschreibungen schon erfolgt. Die Auftragsvergabe soll im November stattfinden.

Eisenbahnbrücke

Nachdem beim Hochwasser im Juni die Straße sowie die Straßenbahnschienen überschwemmt waren, soll darüber nachgedacht werden, ob ein ehemaliger Graben hinter der Eisenbahnbrücke, der das Wasser in Richtung Kröllwitz ableiten könnte, zur Gefahrenabwehr wieder aktiviert wird. Dazu sind unter anderem auch Gespräche mit der Stadtverwaltung Leuna erforderlich.

Quelle: mz-web.de

Bei jedem Starkregen tritt Marlies Franke vor ihr Haus im Hinterhof 4 in Bohlingen und schaut besorgt zum Galgenberg. Die Furcht vor einem erneuten Hochwasser verfolgt sie seit über vier Jahren, damals im Juni 2009 traf es sie innerhalb von zwei Wochen faustdick. Zwei schwere Unwetter zogen durchs Aachtal und überschwemmten in deren Folge die Kellerräume ihres Hauses im Hinterhof 4. Die braunen Wassermassen strömten vom Galgenberg ins Tal und sammelten sich am östlichen Ortsausgang Richtung Moos. Seit diesem Vorfall steht vor dem Doppelhaus der Familien Franke/Winkler eine Bake am Straßenrand, damit im erneuten Ernstfall ein Ablaufschacht sofort geöffnet werden kann. „Eigentlich ist diese Bake grotesk“, beschwert sich Marlies Franke, zum Schutz hat sie selbst bauliche Maßnahmen am Haus ausführen lassen. Nach dem Hochwasser 2009 habe der damalige OB Ehret Hilfe zugesagt und neben der Straße sei ein 100 Meter langer Erdwall als Sofortmaßnahme aufgeschüttet worden, um die Wassermassen auf dem nahen Maisfeld künftig aufzuhalten. Doch die besorgten Anwohner warten noch immer auf Informationen zu einem konkreten Hochwasserschutz des Hangwassers vom Galgenberg.

Ortsvorsteher Stefan Dunaiski versteht die Ängste der Bewohner, er macht aber Hoffnung auf eine baldige Verwirklichung des Hochwasserschutzkonzeptes, das mit dem neuen Baugebiet Hinter Hof 3 kommen sollte. Bei der Erschließung dieses künftigen Baulandes im östlichen Anschluss an den Hinterhof ist es vorgesehen, Maßnahmen des zwischenzeitlich mehrmalig überarbeiteten Hochwasserschutzes zu integrieren. So könnten z. B. großzügig dimensionierte Kanalisationsrohre das Hangwasser vom Galgenberg beim Kreisverkehr besser aufnehmen. Ortsvorsteher Stefan Dunaiski stellte im Gespräch mit dieser Zeitung aber unmissverständlich klar, wie wichtig das neue Baugebiet für Bohlingen im doppelten Sinne sei. „Sollte es beim Aufkauf der Baugrundstücke jetzt zu Verzögerungen kommen, dann müsste die Stadt Singen beim Hochwasserschutz für den Statdteil Bohlingen anderweitig tätig werden.“

Quelle: suedkurier.de

Manöverkritik nach Hochwasser

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Kreis Lüneburg

Lüneburg/Hohnstorf. Die Nachwehen des Rekord-Hochwassers sind noch zu spüren: Für rund 570 000 Euro hat der Artlenburger Deichverband eine 80 Meter lange Spundwand am Hohnstorfer Deich einbringen lassen, die bis zu zwölf Meter tief ins Erdreich geht. Wegen der Bauarbeiten, die voraussichtlich noch mindestens bis Ende November andauern sollen, ist der Wohnmobilstellplatz in Hohnstorf/Elbe nicht nutzbar. Während der Artlenburger Deichverband auch unter den Eindrücken des Juni-Hochwassers an der Elbe eine Baustelle nach der anderen abarbeitet, betreibt der Landkreis Lüneburg seit Wochen Manöverkritik zum vergangenen Katastrophenmanagement während der Elbe-Flut.

Zuletzt trafen sich Landkreisvertreter in großer Runde mit Verantwortlichen von Deich- und Hilfsverbänden über Polizei und Bundeswehr bis zu Landesbehörden in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck. Nur die Gemeindebürgermeister waren nicht eingeladen. Etwas beizutragen hat beispielsweise Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (CDU) dennoch, er sagt auf LZ-Nachfrage: “Dadurch, dass Bleckedes Bürgermeister Jens Böther und Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn die ersten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr mit dem Deichverband selber in die Hand genommen hatten, fühlten wir uns vor Ort gut aufgehoben.” Der Landkreisführung wirft er hingegen “Dickfälligkeit” vor.

“Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an”, sagt Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) zum Vorhalt, zu spät den Katastrophenalarm wegen des drohenden Jahrhunderthochwassers ausgelöst zu haben. Das war am Morgen des 5. Juni: Da waren bereits Feuerwehren aus anderen Teilen Niedersachsens auf der Durchfahrt in den Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg, der einen Tag früher um Hilfe gerufen hatte. Nahrstedt: “Aber Lüchow-Dannenberg ist auch Oberlieger und wir haben darauf geachtet, was die machen und haben keine 15 Stunden später ebenfalls den Alarm ausgelöst – und damit rechtzeitig.” Und: “Alle Helfer haben einen tollen Job gemacht und haben bis zur Erschöpfung gekämpft.”

Solche und andere Diskussionen rund um die Bewältigung der Hochwasserkrise des Landkreises führt Nahrstedt in den vergangenen Wochen häufiger – und das wird auch weiterhin so bleiben. Gesprächsrunden gab es bereits mit der Polizeidirektion, mit Feuerwehren, hauptamtlichen Bürgermeistern und eben zuletzt in großer Runde in Scharnebeck. Nahrstedt: “Wir wollen aufarbeiten, was die einzelnen Teilnehmer gut fanden, und feststellen, wo wir noch besser werden können.”

Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht von Lüneburg Kreisbrandmeister Torsten Hensel bei der Kommunikation: “Es hakte etwas zwischen den Einsatzabschnitten und der Technischen Einsatzleitung, kurz TEL, aber auch zwischen dem Stab des Landkreises und der Polizeidirektion.” Und auch die personelle Besetzung der TEL sei aus heutiger Sicht für den Schichtdienst mit weniger als 40 Leuten zu dünn besetzt gewesen. Hensel: “Wir brauchen einen größeren Personalstamm, 60 Leute wären wünschenswert. Wir sind auf der Suche.”

Manch andere Lehre wurde bereits gezogen, neben der Einlagerung übriggebliebener Sandsäcke sollen laut Landrat Nahrstedt etwa Geräte angeschafft werden, die das Abfüllen von Sandsäcken per Hand erleichtern sollen.

Und die Manöverkritik geht schrittweise noch bis Mitte Januar weiter: Zunächst will sich die Lüneburger Kreisspitze am 5. November mit den Bürgermeistern an der Elbe im Landkreis zusammensetzen. Und Mitte November folgt dann ein Treffen der länderübergreifenden “Kommunalen Arbeitsgemeinschaft” mit den Landräten der Elb-Anrainer von Harburg über Lüneburg und Ludwigslust-Parchim bis Prignitz. Dort sollen laut Landrat Nahrstedt auch die Themen Deicherhöhung und Schaffung von Überflutungsflächen besprochen werden.

Quelle: landeszeitung.de

Nach dem Wasser fließt das Geld

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Im Mai und Juni dieses Jahres führten extreme Regenfälle zu Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands. Auch Teile Baden-Württembergs waren davon betroffen. Menschen, denen ihr Hab und Gut durch die Katastrophe zerstört wurde, können nun finanzielle Hilfe beim Land beantragen.

Baden-Württemberg habe 74 Millionen Euro für die Aufbauhilfe zur Verfügung, teilte Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Mittwoch in Stuttgart mit.

Härtefälle erhalten volle Summe

Bis Ende Juni 2015 können Geschädigte Anträge stellen. In der Regel seien die Regierungspräsidien dafür zuständig. Privatpersonen sollen sich an die Bürgermeisterämter der Stadtkreise und die Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden wenden.

Die Zuschusshöhe soll meist bei 80 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. In Härtefällen soll die volle Summe erstattet werden. Hilfen Dritter wie von Versicherungen würden aber angerechnet.

Quelle: swr.de