Archiv für die Kategorie ‘Hochwasserflut 2010’

Veröffentlicht: Oktober 21, 2010 von Generaldirektor in Hochwasserflut 2010, Wissenswertes
Schlagwörter:

Während die meisten Betroffenen des Jahrhunderthochwassers Ende August an den Kosten schwer zu knacken haben, können sich die Stadtwerke Osnabrück, als Hauptstromlieferant in Osnabrück, über den Mehrverbrauch beim Strom freuen. Denn die Trocknungsgeräte, die in vielen Häusern im Einsatz waren oder mancherorts auch noch sind, verbrauchen viel Energie.

Doch die Kosten dafür können, sofern eine entsprechende Versicherung besteht, auch dort geltend gemacht werden. Die nötigen Bescheinigungen gibt es bei den Stadtwerken. Normalerweise stellen die Stadtwerke für Sonderverbrauch an Strom im Jahr knapp 20 Bescheinigungen aus. Denn auch Wasserrohrbrüche hinterlassen Spuren. In diesem Jahr waren es allerdings im September allein 48 Bescheinigungen und im Oktober bislang schon 21. Entsprechende Anfragen werden laut Pressesprecher Marco Hörmeyer bis in den November hinein noch erwartet. Und diese Sonderverbräuche nach der Hochwasserkatastrophe liegen im Schnitt bei 1200 Kilowattstunden (kWh), sie reichen von 40 bis zu 9700 kWh. Das ist fast das Dreifache des Durchschnittsverbrauchs eines Einfamilienhauses, denn der beträgt rund 3500 kWh.

Zählerstände nötig

Für eine solche Bescheinigung sind natürlich die Zählerstände vom Beginn des Trocknungsprozesses und von dessen Ende erforderlich. Allerdings geben auch die Trocknungsfirmen auf ihren Rechnungen in der Regel den Stromverbrauch der Geräte für die Nutzungsdauer an. Doch erfahrungsgemäß liegt der tatsächliche Verbrauch oft etwas niedriger, da einige Geräte zwischendurch auch mal abgeschaltet werden.

Die Meldungen zum Sonderverbrauch sind aber nicht nur für die Versicherungen wichtig, sondern so lässt sich auch eine Höherstufung im folgenden Abrechnungsjahr vermeiden.

Bei der Abrechnung des Sonderverbrauchs zeigen sich die Stadtwerke sehr flexibel. Neben einer sofortigen Sonderzahlung ist eine Verteilung der Kosten bis zur nächsten Hauptrechnung möglich. Auf Anfrage bestätigt der Pressesprecher diese individuelle Regelung. Als kleiner Trost für alle Leidtragenden: Durch den Sonderverbrauch kann man vorübergehend vom Easy- in den günstigeren Easy-Plus-Tarif gelangen, wenn die Grenze von 4163 kWh überschritten wird.

Wer allerdings den Sonderverbrauch auch gesondert abgerechnet haben möchte, muss sich im Kunden- oder Infocenter der Stadtwerke telefonisch oder persönlich melden oder eine E-Mail schreiben und dann auch Kopien der Rechnungen und alle Wünsche schriftlich einreichen.

 

Advertisements

Neue Schauer im Anmarsch

Veröffentlicht: August 8, 2010 von fluthelfer in Hochwasserflut 2010

 

Ein Rückgang der Fluten wird noch auf sich warten lassen: Experten prognostizieren neue Schauer. Währenddessen arbeiten die Einsatzkräfte in den Krisengebieten auf Hochtouren. Der sächsische Innenminister Ulbig bezeichnet die Lage als angespannt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet nicht mit einer schnellen Beruhigung der Lage im sächsischen Hochwassergebiet nahe der polnischen Grenze. Meteorologe Robert Scholz berichtete am Sonntag von extremen Niederschlägen bis zu 160 Litern pro Quadratmeter. Aktuelle entspanne sich die Lage vorübergehend, nachdem der Dauerregen nach Nordosten abgezogen sei. Von Westen ziehe aber schon wieder ein neuer Tiefausläufer mit weiteren Schauern und Gewittern heran.

Dabei seien örtlich wieder sehr hohe Regenmengen durch Starkregen möglich, in der Fläche werde jedoch nicht mehr soviel Niederschlag zusammen kommen, hieß es weiter. Das von Norditalien über die Alpen gezogene Tief «Viola» hat den Angaben zufolge in den vergangenen Tagen die enormen Regenmengen im Südosten Deutschlands verursacht, stellenweise über 100 Liter pro Quadratmeter. Nachdem zuerst Bayern und der Alpenrand betroffen waren, wurde am Freitag und Samstag vor allem Sachsen mit unwetterartigen Regenfällen heimgesucht, wo es dann am Samstag zu der Hochwasserkatastrophe kam.

 

«Vollgesogen mit feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum bildeten sich an einer Luftmassengrenze, die sehr warme Luft im Osten und recht kühle Luft in Westeuropa trennt, zahlreiche Schauer und Gewitter», schrieb der Wetterexperte. Besonders in der Grenzregion zu Tschechien und Polen kamen demnach im Stau der Gebirge extrem hohe Regenmengen zusammen. Dabei traten in den engen Tälern des Erzgebirges und des Zittauer Gebirges viele Bäche und Flüsse über die Ufer, einige Ortschaften wurden regelrecht überflutet.

Erinnerungen an 2002

In Sachsen wurden Erinnerungen an das Jahrhunderthochwasser 2002 wach: Auch damals waren nach heftigen Regengüssen zunächst Bergflüsse über die Ufer getreten, dann große Wasserläufe bis hin zur Elbe. 21 Menschen starben damals, die Schäden gingen in die Milliarden.

Im Landkreis Görlitz liefen am frühen Sonntagmorgen weitere Evakuierungen auf Hochtouren, berichtete die Polizei. So musste im Landkreis Görlitz eine Behinderteneinrichtung geräumt werden. Laut DRK sollten etwa 280 Menschen einer Polizeischule untergebracht werden.

Die Katastrophengebiete im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Für Besucher sind diese Gebiete bis auf weiteres nicht zugänglich. Probleme bereiteten derzeit sogenannte Katastrophentouristen.

Innenminister: Lage angespannt

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) nannte die Lage in den Hochwassergebieten «angespannt». Ulbig sagte dem Sender MDR Info, durch den Dammbruch auf der polnischen Seite seien zusätzliche Wassermassen gekommen. Die Pegelstände seien kontinuierlich gestiegen. Ulbig betonte, die Menschen müssten aus der Gefahrenzone heraus. Deshalb sei evakuiert worden. «Die Feuerwehr, die Polizeikräfte tun das, was in ihren Kräften steht.»

Er appelliere an die Menschen, den Anweisungen zu folgen. Derzeit seien die Gebäude der unteren Altstadt betroffen. Die Einsatzkräfte würden die Nacht über verstärkt, und sie sollten auch ausgewechselt werden. «Das wird derzeit organisiert», sagte er.

Zur Tagesentwicklung erklärte Ulbig, es werde damit gerechnet, dass die Pegel in Görlitz nach einem kurzen Absinken wieder ansteigen könnten. Das hänge damit zusammen, dass «der Höchstpegel, der derzeit durch Zittau durch ist, sich dann im Laufe des Vormittages (…) auf Görlitz zubewegt.»

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) warnte vor historischen Neiße-Pegelständen. Es drohe ein Rekord-Pegel von 8 Metern. Kupfer betonte, der historische Höchststand habe bei 6,78 Metern gelegen.
cvd/sgo/news.de/ddp/dpa

 

Hochwasser Flut rollt nach Brandenburg

Veröffentlicht: August 8, 2010 von fluthelfer in Hochwasserflut 2010

 

Wie geht es in den Hochwassergebieten weiter? Experten prognostizieren neue Schauer. Die Einsatzkräfte arbeiten auf Hochtouren. Das rollt der Scheitel der Welle weiter.

Acht Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002 ist Sachsen am Wochenende erneut von einer Flutkatastrophe heimgesucht worden. Nach schweren Regenfällen mit Rekordmengen bis zu 160 Liter pro Quadratmeter und dem Bruch einer Staumauer in Polen überschwemmten die Wassermassen der Neiße und anderer Flüsse Straßen und ganze Ortschaften. Allein in Sachsen wurden mehr als 1400 Menschen evakuiert, im Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien gab es mindestens elf Tote. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig sprach von einer «sehr ernsten Lage», zum Teil galt Katastrophenalarm.

Kritisch war die Lage im Landkreis Görlitz, aber auch im Raum Zittau und Weißwasser sowie rund um Chemnitz. Der Pegel der Neiße in Görlitz lag am Sonntagvormittag bei 7,07 Metern – normal ist zu dieser Jahreszeit ein Stand von 1,70 Metern. In den kommenden Stunden werde ein weiterer Anstieg auf 7,20 Meter erwartet, sagte der Pressesprecher des sächsischen Umweltministeriums, Andreas Kunze. Für die Spree in der Lausitz galt die höchste Hochwasserwarnstufe 4. Im Bereich der Elbzuflüsse sei es neben Hochwasser auch zu Erdrutschen gekommen.

Entwarnung konnte auch am Sonntag noch nicht gegeben werden. Aktuell entspanne sich die Lage zwar vorübergehend, nachdem der Dauerregen nach Nordosten abgezogen sei, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Von Westen ziehe aber schon wieder ein neuer Tiefausläufer mit weiteren Schauern und Gewittern heran.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der sich vor Ort ein Bild machte, sagte aber am Sonntagmittag in Görlitz, das Gröbste sei überstanden. Das Wasser laufe langsam ab. Mit den gewaltigen Schäden des Jahrhunderthochwassers vor acht Jahren sei das jetzige nicht vergleichbar, es seien die richtigen Lehren gezogen worden. Die Landesregierung richtete ein Spendenkonto für die Flutopfer ein.

Im sächsischen Neukirchen wurden am Samstag beim Auspumpen eines Kellers die Leichen von zwei Männern und einer Frau im Alter zwischen 63 und 74 Jahren gefunden. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, hatten sie offenbar versucht, ihr dort befindliches Hab und Gut vor den eindringenden Wassermassen zu retten, und waren dabei ertrunken. In Tschechien ertranken vier Männer. Drei weitere Hochwassertoter wurden in Polen gemeldet.

Wohngebiet überschwemmt

Im Landkreis Görlitz herrschte seit Samstagnachmittag, 16 Uhr, Katastrophenalarm, später kamen Teile der Sächsischen Schweiz hinzu. Der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend, sagte, in der betroffenen Region sei es das schlimmste Hochwasser seit über 100 Jahren. Mehrere Orte und Ortsteile wurden wegen Überschwemmungen der Neiße und Mandau evakuiert. In Zittau wurde ein Wohngebiet überschwemmt, so dass die Menschen dort eingeschlossen waren. Zudem mussten der Zugverkehr teilweise eingestellt und die Autobahn 72 vorübergehend gesperrt werden.

Erheblich verschärft hatte sich die Lage nach dem Bruch einer Staumauer am polnischen Fluss Witka bei Radmeritz in der Nähe der deutschen Grenze. Der sächsische Innenminister Ulbig sagte im Sender MDR Info, dadurch seien zusätzliche Wassermassen in das ohnehin schon von Hochwasser betroffene Gebiet geströmt. «Die Feuerwehr, die Polizeikräfte tun das, was in ihren Kräften steht», fügte er hinzu. Schäden gab es auch an historischen Häusern in der Görlitzer Altstadt. Das Deutsche Rote Kreuz war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz, darunter Luftretter mit Spezialausbildung. Zudem wurden Hubschrauber zur Rettung der von den Fluten bedrängten Menschen eingesetzt.

Ein für Montag geplantes Treffen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit seinem polnischen Amtskollegen zur Sicherheit im Grenzgebiet wurde wegen der Flutkatastrophe abgesagt.

Auch Brandenburg und Sachsen-Anhalt betroffen

Hochwasser wurde auch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erwartet, wenn auch nicht mit so dramatischen Auswirkungen wie in Sachsen. Die Pegelstände der Elbe stiegen noch. Kritisch war die Lage in Tschechien, wo ebenfalls mehr als 1000 Menschen vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht werden mussten. In Chrastava an der Lausitzer Neiße und der am Nebenfluss Smeda gelegenen Ortschaft Frydlant wurden mehrere Einwohner mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet. In der südpolnischen Stadt Bogatynia standen drei Viertel aller Straßen unter Wasser. Aber auch in Bayern brachte der Dauerregen den Starnberger See zum Überlaufen, wie Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst berichtete.


cvd/news.de/ap

 

Hochwasser Görlitz wird evakuiert

Veröffentlicht: August 7, 2010 von fluthelfer in Hochwasserflut 2010

 

Im Dreiländereck von Tschechien, Polen und Ostsachsen spitzt sich die Hochwasserlage zu. Für Teile der Region gilt Katastrophenalarm, acht Menschen starben bereits.

Das Wasser kam schnell. Mindestens vier Menschen konnten sich nicht mehr vor den Fluten retten, die nach andauerndem Regen in Sachsen und Polen strömten. Eine Staumauer brach, auf Görlitz rauschte am Abend eine Flutwelle zu.

Im Erzgebirge ertranken drei Menschen bei dem Versuch, Waschmaschinen aus dem Keller ihres Mehrfamilienhauses zu retten. In Polen wurde ein Mensch von den Fluten eines Flusses mitgerissen. In Tschechien ertranken vier Männer.

Für den Süden des Landkreises Görlitz und für Teile der Sächsischen Schweiz wurde am Abend Katastrophenalarm ausgerufen. Er gilt für Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau und die Gemeinde Kirnitzschtal. Das teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Pirna mit. Grund sind die Wassermassen in zahlreichen Bergflüssen, die nach Starkregen teilweise über die Ufer getreten seien. Ein Wohnviertel im Osten der Stadt Zittau stand unter Wasser und musste evakuiert werden, teilte das Landratsamt Görlitz mit.

In Zittau erreichte der Pegelstand der Neiße laut Landeshochwasserzentrum am Abend 4,70 Meter. Das bedeutet Hochwasseralarmstufe vier. Den Polizeiangaben zufolge brach in Drausendorf ein Neißedamm. Am späten Abend stand der Pegel in Görlitz bei 6,68 Meter.

Auf Görlitz rauschte am späten Abend entlang der Neiße eine Flutwelle zu, nachdem im polnischen Radomierzyce (Radmeritz) eine Staumauer gebrochen war. Sie sollte die deutsch-polnische Grenzstadt von etwa 22.00 Uhr an erreichen, teilte der Katastrophenschutzstab des Landkreises mit. «Die Bevölkerung wird gebeten, ihre Häuser zu verlassen und höhergelegene Orte aufzusuchen.» Entlang der Neiße liefen bereits Evakuierungen, weitere würden vorbereitet. Die Bevölkerung werde über Lautsprecherwagen informiert, hieß es aus dem Katastrophenschutzstab.

Für das vom Hochwasser betroffene Gebiet entlang der Neiße ist ein Bürgertelefon eingerichtet worden. Es ist unter den Nummern 03588 285940 und 03588 285941 zu erreichen, teilte die Polizei in Görlitz am Samstagabend mit. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach im MDR-Fernsehen von einer dramatischen Situation. Er bat einringlich darum, bei den Evakuierungen den Weisungen der Polizei zu folgen.

Im Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz sind am Samstagabend mehrere Menschen mit einem Hubschrauber vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht worden. Sie hatten sich in einem Hotel mit Restaurant («Buschmühle») aufgehalten, das vom Wasser eingeschlossen war. Dies sagte die Sprecherin des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Annette Hörichs. In Sebnitz habe der gleichnamige Fluss den Marktplatz überflutet. In Bad Schandau, das 2002 vom Jahrhunderthochwasser der Elbe stark zerstört worden war, sei Wasser der Kirnitzsch in die Stadt geflossen.

In Görlitz, wo nach einem Dammbruch im benachbarten Polen in der Nacht eine Flutwelle der Neiße erwartet wurde, wurde das Straßentheaterfestival Via Thea am Abend abgebrochen. «Die Sicherheit geht vor», begründetet Projektleiterin Christiane Hoffmann.

«Hier herrscht absolutes Chaos»

In der knapp 40 Kilometer von Görlitz entfernten Stadt Zittau gab es nach Polizeiangaben mehrere Verletzte und vom Wasser eingeschlossene Menschen. «Hier herrscht absolutes Chaos, das übertrifft alles bisher Dagewesene», sagte ein Polizeisprecher. Die Pegelstände der Lausitzer Neiße und des Flüsschens Mandau waren in kurzer Zeit stark gestiegen.

Kurz hinter der Stadt Zittau seien Orte abgeschnitten und stünden unter Wasser, berichtete der Sprecher des Innenministeriums, Frank Wend. Die Menschen würden mit Schlauchbooten aus ihren Häusern geholt.

Zuvor hatte das Tief «Viola» auf dem Weg gen Osten unter anderem im Erzgebirgsort Neukirchen gewütet. Dort ertranken eine 72-Jährige, ihr 74-jähriger Ehemann und ein 63-jähriger Nachbar. In dem Ort gebe es zahlreiche über die Ufer getretene Bäche, sagte ein Polizeisprecher.

Wegen des Hochwassers an der Elbe ist der Zugverkehr zwischen Sachsen und Tschechien unterbrochen worden. Die Strecke Richtung Prag und Budapest wurde am Samstagabend zwischen Bad Schandau und Königstein gesperrt, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit. Die Bahnlinie verläuft dort nahe des Flusses. Beim Hochwasser 2002 war die Strecke stark beschädigt worden. Am Samstag schwoll die Elbe kräftig an. Am Pegel Schöna an der Grenze zu Tschechien legte der Stand binnen 13 Stunden um drei Meter zu. In Dresden betrug der Zuwachs 1,60 Meter. Im bräunlichen Wasser schwammen Baumstämme und Gestrüpp.

In Polen wurde die Stadt Bogatynia an der Grenze zu Sachsen fast vollständig überflutet. Ein Mensch sei dabei ums Leben gekommen, sagte der Sprecher der polnischen Feuerwehr, Pawel Fratczak, der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Viele Menschen warteten auf den Dächern ihrer Häuser auf Rettung.

In den nordböhmischen Ortschaften Chrastava (Kratzau) und Frydlant (Friedland) wurden Einwohner mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet.

Tausende Haushalte hatten keinen Strom. Straßen und Zugstrecken wurden gesperrt.

Auch an der Spree stiegen die Pegel. In Bautzen stand er am Abend bei 4,03 Meter.

Unterdessen stiegen auch in Sachsen-Anhalt die Pegelstände einiger Flüsse. Wegen des Hochwassers der Weißen Elster sollte nach Einschätzung der zuständigen Zentrale in Magdeburg noch in der Nacht zum Sonntag am Pegel Zeitz die Alarmstufe 2 ausgerufen werden. Bei Gera-Landenberg gelte diese Stufe bereits. Insgesamt gibt es vier Stufen.

Heftiger Regen hatte in den Stunden zuvor auch in Bayern Straßen überschwemmt und Flüsse über die Ufer treten lassen. Vor allem im Allgäu fielen an mehreren Orten binnen 24 Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter – so viel wie normalerweise im ganzen Monat Juli. Helfer mussten zu etlichen Einsätzen ausrücken, zunächst blieb die Situation aber unter Kontrolle.
cvd/news.de/dpa,ddp