Archiv für die Kategorie ‘Aken’

Gedenklauf der Bürgerinitiative „Hochwasser Aken (Elbe)“

Veröffentlicht: Juni 9, 2014 von fluthelfer in Aken

Mit einem Staffellauf und der Enthüllung eines Gedenksteines erinnert Bürgerinitiative „Hochwasser in Aken“ an die Katastrophe von 2013. Fast 300 Einwohner von Aken und Gäste nahmen an der Enthüllung teil.

 

Zehn Kilometer Elbdeich haben Feuerwehren, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk und zahlreiche freiwillige Helfer im Juni 2013 in der Gemarkung Aken gegen die über ihre Ufer getretene Elbe verteidigt. Genau ein Jahr nach dem Deichbruch bei „Mutter Sturm“ im Dessauer Busch und der Evakuierung der Elbestadt hat am Sonnabend die Bürgerinitiative „Hochwasser Aken (Elbe)“ mit einem Staffellauf an das Geschehen in jenen Tagen und an den heldenhaften Einsatz der Helfer erinnert, aber auch daran, dass es immer noch so manche kritische Stelle im Deich gibt.

Der Staffellauf mit 100 Teilnehmern hat die beiden kritischsten Deichabschnitte miteinander verbunden: Die Stelle bei Obselau, an der der Deich während des Hochwassers abgerutscht war und nur durch große Kraftanstrengung von Soldaten des Logistikbataillons 172 Beelitz gehalten werden konnte, und den Ort an der B 185 in Richtung Dessau, wo Mitarbeiter der Firma Jägerbau, die Freiwillige Feuerwehr Aken und Angehörige der Bundeswehr in schier übermenschlichem Einsatz innerhalb weniger Stunden einen Notdeich errichtet hatten. An jener Stelle steht nun ein Gedenkstein, der an diese Katastrophe erinnert.

Fast 300 Einwohner von Aken, Gäste aus der Partnerstadt Erwitte, Vertreter des Technischen Hilfswerkes aus Lübben, Fußballer aus Hamburg und viele weitere, seit dem Hochwasser mit der Stadt Aken verbundene Menschen nahmen an dessen Enthüllung teil. Akens Bürgermeister Hansjochen Müller (SPD) blickte noch einmal auf jene Tage im Juni vor einem Jahr zurück, dankte den vielen Helfern, sparte aber auch nicht mit Kritik an Landesregierung und Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Nach seinen Worten seien noch immer nicht alle zum Schutz der Bürger nötigen Arbeiten abgeschlossen oder in Angriff genommen worden.

 

Quelle: mz-web.de

Hochwasser-Spende – Theater Dessau unterstützt Fußballer

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Aken
Der TSV Elbe Aken freut sich über eine Spende von 1.885 Euro. Das Anhaltische Theater Dessau sammelte das Geld auf einer Danke-Gala für Anhalts Fluthelfer. Die Spende des Theaters will der Verein in ein neues Kleinfeldtor investieren.

Mit 1.885 Euro unterstützt das Anhaltische Theater den TSV Elbe Aken 1863. Das Geld wurde am 28. September auf der Danke-Gala des Hauses für die Fluthelfer Anhalts gesammelt und am Donnerstag an den Verein überreicht.

„Wir haben überlegt, wer oder was war im Umland durch das Hochwasser am schlimmsten betroffen und wo wäre das Geld sinnvoll angelegt“, schilderte der Generalintendant des Anhaltisches Theaters, André Bücker, auf dem Sportplatz der Elbestadt. Der stand im Juni komplett unter Wasser. Bis heute sind die Schäden nicht beseitigt. So warten die Fußballer dringend auf zwei neue Flutlichtmasten, weil sie ansonsten abends nur eingeschränkt trainieren können.

Die Spende des Theaters will der Verein in ein neues Kleinfeldtor investieren. Außerdem soll ein Ballfangzaun von 130 Metern Länge und sechs Metern Höhe angeschafft werden. „Seit dem Hochwasser ist unser natürlicher Ballfangzaun nicht mehr vorhanden“, erklärte Olaf Schulz, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Elbe Aken. Die hochgewachsenen Pappeln, die die Bälle von den Nachbargrundstücken ferngehalten hatten, standen im Wasser und sind dann bei einem Unwetter Ende Juni umgefallen oder mittlerweile gefällt worden.

Quelle: mz-web.de

Petition zum Hochwasser – Aken wartet auf Antworten

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Aken

Eine Akener Initiative fordert von den Politikern des Petitionsausschusses des Landtages in einem offenen Brief, sich endlich zu äußern. Bis Ende Oktober erwarten die 3.379 Unterzeichner eine Reaktion zu offenen Fragen zum Hochwasser.

Siegfried Schnuppe hat das Warten satt. Und mit ihm 3.379 Akener. Sie alle hatten im Sommer eine Petition unterschrieben. Darin kritisieren sie einige Vorkommnisse während des Hochwassers und fordern, dass diese Geschehnisse aufgearbeitet werden. Sie wollen Antworten auf ihre Fragen. Sie wollen nicht, „dass diese Dinge in Vergessenheit geraten“. Aber: Kein Zeichen aus Magdeburg.

Nun hat Schnuppe, der zu den Initiatoren der Petition gehört, sich wieder zu Wort gemeldet – mit einem offenen Brief. Darin beklagt er im Namen der Unterzeichner offiziell, dass sich der Petitionsausschuss bis Sonnabend offenbar nicht mit den Akener Sorgen beschäftigt habe. Rechtsanwalt Schnuppe sagt: „Das ist eine riesengroße Sauerei.“ Und schlechter Stil.

Warum meldet sich keiner?

„Diese Hochwasserkatastrophe“, betont er, „war etwas Außergewöhnliches.“ Dass die Politiker viel zu tun haben, verstehe er auch. Was er allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, „dass man es bis heute nicht für notwendig erachtet hat, sich bei uns zu melden“.

In der Petition fordern die Elbestädter eine Erklärung zu den Geschehnissen am Deichabschnitt bei Mutter Sturm zwischen Dessau und Aken. Hier war das Hochufer im Juni überspült worden und der Deich gebrochen. Mit ihrer Petition wollen sie eine Klärung der Zuständigkeiten herbeiführen: Wer kümmert sich in diesem Grenzbereich um den Deich? Die Stadt Dessau-Roßlau? Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld? Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW)?

Sie wollen weiter wissen, warum es gefährlich sein soll, ein für den Hochwasserfall gebautes Schöpfwerk während des Hochwassers zu betreiben. „Es mag eine Erklärung dafür geben, aber die kennen wir nicht“, hakt Schnuppe nach und schickt hinterher: „Nach unserer Auffassung beißt sich das.“ Sollte es eine schlüssige Argumentation für die Entscheidungen zum Schöpfwerksbetrieb geben, dann wüsste man das in Aken gern.

Und außerdem fordern die Elbestädter in ihrer Petition eine Entschuldigung des innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Landtag, Jens Kolze, der strafrechtliche Ermittlungen gegen die Akener Verantwortlichen für gut und richtig befand, obwohl es diese Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gegeben hatte. Er, Schnuppe, hielte es für einen guten Stil, solche Äußerungen zurückzunehmen beziehungsweise sich zu entschuldigen.

„Es geht uns bei allen Fragen, die wir mit der Petition aufwerfen, nicht darum nachzukarten. Wir wünschen uns Lösungsansätze. Diese Ereignisse dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Ausschuss will sich in den nächsten Sitzungen mit Petition beschäftigen

Acht bis zehn Wochen, hieß es damals, könnte es dauern, bis sich der Petitionsausschuss mit der Akener Initiative befasst. Mittlerweile sind weit mehr als zehn Wochen vergangen. Wenn sich die Bearbeitungszeiten verlängern, sei ein Gebot des Anstands, zumindest einen Zwischenbescheid zu schicken. Den erwartet die Akener Initiative bis Ende Oktober und will danach, sollte sich nichts tun, weiter politisch Druck machen. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, begründet Schnuppe, warum er so ungeduldig ist.

Unterdessen erklärte die Geschäftsstelle für Petitionen auf MZ-Nachfrage, dass die Stellungnahme der Landesregierung zu den Akener Geschehnissen jetzt vorliegt und sich der Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen damit befassen werde.

Quelle: mz-web.de

Akens Bürgermeister Hansjochen Müller will es klargestellt wissen: Gegen Verantwortliche vor Ort hat die Staatsanwaltschaft nie ermittelt. Die Anzeige vom 13. Juni habe sich vielmehr gegen den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gerichtet, so Müller

„Ermittlungen gegen Akener eingestellt“ – selten hat eine Überschrift in der MZ Akens Bürgermeister Hansjochen Müller so geärgert. „Weil sie nicht richtig ist“, benennt das Stadtoberhaupt den Grund seiner Verärgerung. Es habe nie eine Anzeige gegen die Technische Einsatzleitung der Stadt Aken gegeben, stellt Müller einen MZ-Beitrag vom 14. August richtig. Die Anzeige vom 13. Juni habe sich vielmehr gegen den Landkreis Anhalt-Bitterfeld gerichtet „und die Ermittlungen wurden eingestellt“.

Aus gutem Grund, wie einem Schreiben des Pressesprechers der Staatsanwaltschaft Dessau, Christian Preissner, an den Akener Bürgermeister zu entnehmen ist. Die Ermittlungen, führt Preissner aus, hatten „keine Hinweise auf mögliche strafrechtlich relevante Pflichtverletzungen des seinerzeit amtierenden Landrats ergeben“. Im Verlauf der Ermittlungen sei der Anzeigenerstatter, ein Akener Bürger, als Zeuge vernommen worden. Fehler der kommunalen Kräfte habe der Mann dabei nicht behauptet „insbesondere keine der vor Ort eingesetzten Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, THW, Zivilpersonen)“, betont Staatsanwalt Preissner. „Gegen Verantwortliche der Stadt Aken haben sich die Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gerichtet. Als Ziel der Anzeigenerstattung hatte der Zeuge „die Aufklärung der Ereignisse um das Hochwasser 2013“ benannt.

Daran ist auch Hansjochen Müller interessiert. Und umso mehr ärgert er sich darüber, dass er zwar schon am 29. Juli ein Schreiben an André Schröder, Chef der CDU-Fraktion im Landtag gerichtet habe, bis gestern darauf aber keine Antwort bekommen hat.

In dem Schreiben an Schröder geht es um die Pressemitteilung der CDU-Landtagsfraktion vom 20. Juni – und um die Bitte um Aufklärung darüber. Wie die MZ damals berichtete, hatte in dieser Pressemitteilung der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, der aus Dessau stammende Jens Kolze, die ihm „aus Medienberichten“ bekannt gewordenen „staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Verantwortlichen der vor Ort in Aken (Elbe) handelnden Einsatzkräfte“ begrüßt. Man habe als Fraktion davon Kenntnis erhalten, so Kolze damals, „dass ausgebildete Einsatzkräfte und Fachexperten für Hochwasserschutz vor Ort von der Einsatzleitung wieder weggeschickt wurden.“ Sollte dieses Vorgehen der Wahrheit entsprechen, könne die Verantwortlichkeit für fehlerhafte Vorgänge in Aken nicht auf Landesebene gesucht werden.

Dies hatte in Aken (nicht nur bei den Verantwortlichen vor Ort) für viel Aufsehen und viel Ärger gesorgt. „Wir fühlen uns durch die Pressemitteilung, deren Inhalt nicht der Wahrheit entsprach, diffamiert“, schreib Müller an Schröder. In Aken hätte man nach Feststellung der Wahrheit ein Dementi bzw. eine Entschuldigung erwartet.

Damit Schröder auch weiß, worum es geht, hat Müller in einem Schreiben eine gedrängte, aber gut verständliche Beschreibung der Vorgänge zwischen dem 8. Juni als gleich zwei Deichbrüche Aken von Ost und West bedrohten, und den Tagen danach gegeben – sozusagen als faktischer Unterbau für die Feststellung

„Es wäre leicht gewesen, vor Abgabe der Pressemitteilung durch Rückfrage bei der Staatsanwaltschaft oder im Justizministerium zu klären, ob überhaupt gegen die Verantwortlichen in Aken (Elbe) eine Anzeige vorliegt.“

Die Pressemitteilung, so betont Müller in seinem Schreiben, habe das Vertrauen der Akener in die Landespolitik erschüttert, „und das ist nicht gut für die Demokratie“.

Quelle: mz-web.de

Der Haushalts- und Finanzausschuss in Aken befasst sich mit Kriterien, um Geldspenden nach dem Hochwasser zu verteilen. Ein Gremium soll dann über die Vergabe der Spendengelder entscheiden. Insgesamt geht es dabei um 113 523 Euro.

Als Dieter Heilmann den Ratssaal in Aken weithin hörbar wieder verlässt, die Tür hinter sich zuknallt und schimpft, scheint klar: Dies wird keine normale Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses. Eine emotional brisante schon eher.

Heilmann (SPD) hat sich im Tag vertan. Eigentlich ist er gekommen, um seine Fraktion zu komplettieren, aber nicht am Mittwochabend. Donnerstag ist er gefragt – im Hauptausschuss. Ein Irrtum und Weckruf für die Ausschusssitzung.

Die Stadträte wollen entscheiden, welche Kriterien man heranziehen sollte, um die bei der Stadt eingegangenen Geldspenden für die Hochwasseropfer zu verteilen. Es geht um 113 523 Euro. Weitere 112 040 sind an einen bestimmten Zweck gebunden, sollen städtischen Einrichtungen und hier im weitesten Sinne der Kinder- und Jugendarbeit zugute kommen. 178 Häuser sind in der Elbestadt im unmittelbaren Wohnbereich durch das Hochwasser beschädigt, davon waren 74 Objekte nicht versichert. Und – auch diese Zahl nennt Evelyn Klee, Kämmerin im Akener Rathaus, zu Beginn der Sitzung – 915 Anträge auf Soforthilfe gibt es.

Aufgabe des Ausschusses?

Spätestens als sie aus der Richtlinie des Landes zitiert, ist den fünf Versammelten – die CDU erscheint aus verschiedenen Gründen (Urlaub und vom Hochwasser betroffen) in diesem Ausschuss gar nicht – klar, dass sie keine einfache Aufgabe vor sich haben. Dennoch ist Klaus Hummel (SPD), der Vorsitzende des Ausschusses, überzeugt, man solle hier, in dieser Runde die Kriterien festlegen, nach denen die Spenden verteilt werden.

Das sieht Richard Strauch, der für Die Linke spricht, etwas anders: Er will nicht, dass ein parlamentarisches Gremium mit den entsprechenden Mehrheitskonstellationen darüber befindet. Er will eine unabhängige Institution. Auch mit Parlamentariern, aber nicht nur. Er ist überzeugt, der Haushalts- und Finanzausschuss sei nicht in der Lage, eine gerechte Lösung zu finden.

Strauch plädiert auch für eine pauschale Verteilung. „Wir sollten es uns nicht so schwer machen. Wir teilen die zur Verfügung stehende Summe durch die Anzahl der Anträge von Betroffenen, dann sind wir fertig und hätten niemanden benachteiligt oder bevorzugt.“ Darüber soll der Ausschuss nun abstimmen. Doch Lothar Seibt (FDP) will etwas Ruhe in die Sitzung bringen und schlägt vor, nicht vorschnell Ja oder Nein zu sagen; „das ist wirklich nicht so einfach“. Die Frage sei doch nicht, ob man schnell zu einer Lösung käme, sondern, was gerecht wäre.

Zeit drängt

Pfarrer Ulf Rödiger ist da und soll einmal aus Sicht der Kirche erläutern, wie man dort mit Spenden verfährt. Er sagt: Man müsse in jedem Fall Sorge tragen, dass niemand überzahlt wird, dass keiner mehr bekommt, als es kostet, den entstandenen Schaden zu ersetzen. Und er betont: „Die Leute brauchen das Geld jetzt. Wir können nicht warten, bis die Rechnungen da sind.“ Es müsse die Möglichkeit bestehen, Belege nachzureichen. Aber sein wichtigster Hinweis an die Akener Verwaltung hat nichts mit dem Verfahren an sich, sondern mit der Form zu tun: Das Antragsformular müsse einfach und verständlich gehalten sein.

Seibt betont an diesem Abend, dass Spendenmittel keine Versicherung seien. Ob jemand schwer oder nicht so schwer betroffen ist, fände er sekundär. Hummel zum Beispiel sieht das komplett anders. Er berichtet, dass die Leute, die gespendet haben, immer wieder betonten, das Geld sollten die wirklich Bedürftigen erhalten. Michael Bonke (SPD) empfindet es sogar als unsozial, die Spenden pauschal zu vergeben. Auch Bürgermeister Hansjochen Müller ist dagegen, Evelyn Klee, die Kämmerin, ist für eine Quote nach dem Prinzip: großer Schaden, größere Spende, kleiner Schaden, kleinere Spende.

Einigkeit besteht am Ende doch, als es um das Gremium geht. Ein Gremium, das über die Vergabe der Spendenmittel entscheiden soll. Im Rahmen dessen, was der Ausschuss nach intensiver Auseinandersetzung an Kriterien festgelegt hat, aber auch mit dem nötigen Spielraum. Müller zum Beispiel führt echte Härtefälle an, Klee das andere Extrem, woraufhin Seibt erklärt: „Es gibt immer Gangster, Leute mit krimineller Energie.“ Offen bleibt, wann sich das Gremium zum ersten Mal trifft.

Quelle: mz-web.de

Hochwasserschutz in Aken – Bürger mit Antworten unzufrieden

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Aken

Umweltminister Hermann Onko Aeikens und Ronald Günther vom LHW mussten sich bei der Bürgersprechstunde zum Thema Hochwasserschutz in Aken am Mittwoch auch viel Kritik anhören.

Drei Fragen zum Hochwasser 2013 brannten dem Akener Hans-Jürgen Herzberg am Mittwochabend unter den Nägeln – und nicht nur ihm: Wie soll künftig die Organisation mit dem Salzlandkreis am Deichabschnitt Breitenhagen ablaufen? Was geschieht bei „Mutter Sturm“ (an dieser Stelle wird von der Stadt Aken immer wieder die fehlende Zusammenarbeit mit der Dessauer Seite kritisiert) und: Wie steht das Land zu seiner Satzung zum Betreiben von Pumpwerken, in der steht, dass die Funktionstüchtigkeit der Pumpwerke jederzeit zu sichern ist?

Die letzte Frage bezog sich auf den verzögerten Einsatz des Akener Schöpfwerkes beim letzten Hochwasser durch den zuständigen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), der in Aken nach wie vor heftig in der Kritik steht. Nachdem Herzberg zusammen mit anderen über 3 500 Unterschriften für eine Petition zum Hochwasserereignis 2013 auf den Weg gebracht hatte – die Unterschriften wurden in dieser Woche an den Petitionsausschuss übergeben – wollte er von Umweltminister Hermann Onko Aeikens wissen, ob der denn „schon was bekommen hat“. „Habe ich“, bestätigte Aeikens, der am Mittwochabend auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Krause in die Akener Bierstuben gekommen war, um Fragen zu beantworten und erste Schlussfolgerungen aus der Katastrophe zu ziehen, über deren Verlauf gerade ein Bericht für den Landtag erarbeitet wird. Zur fachlichen Unterstützung hatte der Minister Ronald Günther vom Flussbereich Schönebeck des LHW mitgebracht. Über zwei Stunden wurde heftig debattiert. Stellenweise ließen aufgebrachte Akener die Gäste kaum zu Wort kommen. Hier einige der aufgeworfenen Probleme:

War es richtig, das Schöpfwerk Aken zeitweilig außer Betrieb zu nehmen?

Nein, sagten unter anderem Siegfried Mehl, Danilo Licht und Hans-Jürgen Herzberg. Ein Vorwurf lautet, man hätte das Schöpfwerk vorher sichern müssen. Ein weiterer, die Technische Einsatzleitung in Aken sei über das Abschalten nicht informiert gewesen.

„Ich weiß, dass es zum Schöpfwerk unterschiedliche Auffassungen gibt“, sagte Aeikens. Bei seiner Entscheidung habe er sich auf die Bewertung der Mitarbeiter des LHW gestützt, die eine Gefahr für Leib und Leben des Bedienungspersonals bei eindringendem Wasser nicht ausschließen konnten. Die Leistung des Schöpfwerkes sei für eine derartige Katastrophe nicht ausgelegt. Es gab einen Totalausfall der Anlage, was einen technischen Check und das Auswechseln kaputter Teile notwendig machte, daher der Stillstand.

Er verfüge über Fotos und Videos, die belegen, dass stromführende Teile im Pumpenkeller bereits unter Wasser standen, da habe es nur eine Entscheidung geben können: abschalten, ergänzte Ronald Günther vom LHW, der auch bezweifelt, dass die Wirkung des Schöpfwerkes das Stadtgebiet hätte großflächig entwässern können. Weil man zu keinem Ergebnis kam, schlug Minister Aeikens schließlich vor, bei einem Ortstermin mit Landkreis, Stadt, Technischer Einsatzleitung und Bürgerinitiative für weitere Aufklärung zu sorgen.

Was passiert am Deichabschnitt „Mutter Sturm“?

Ziel sei es, bis 2020 die Deiche im Land DIN-gerecht und sicher zu machen, sagte Minister Aeikens. Die jetzigen Höhen der Deiche beruhen auf den Fluten von 2002, das als Bemessungshochwasser genommen wurde. Die Deichhöhen entsprechen seither den 2002er Höchstwerten plus einen Meter. Vorgeschlagen wird eine neue Bemessungsgrundlage auf Basis des Hochwassers 2013 plus einen halben Meter. Am Abschnitt „Mutter Sturm“ bei Aken sollen noch in diesem Jahr dafür vorbereitende Arbeiten aufgenommen werden. Das Hochwasser werde auch Thema einer Sonderkonferenz der Bundesländer sein. Die EU wolle ebenfalls Geld für den Hochwasserschutz zur Verfügung stellen. Zu Mängeln bei der kreisübergreifenden Zusammenarbeit beim Hochwasserseinsatz sagte Aeikens, dass alle Kreise Tagebücher geführt haben, dort wolle man detailliert zu den Vorgängen recherchieren.

Wann erfolgt die Entschädigung für die vom Hochwasser Betroffenen?

Am Freitag soll zu diesem Thema eine Pressekonferenz stattfinden. Betroffene erhalten bis zu 80 Prozent Entschädigung für Häuser und Inventar. Das trifft auch auf Gewerbetreibende zu, die in besonderen Härtefällen auch bis zu 100 Prozent entschädigt werden können. Die Anträge sollen ab Montag erhältlich sein, so Aeikens. Dietmar Krause will der MZ dazu in Kürze noch konkrete Details mitteilen. Ob Besitzer von Grundstücken in Naherholungsgebieten entschädigt werden können, wie Vertreter vom Löbitzsee fragten, will der Minister nach Prüfung beantworten.

Warum werden Gräben nicht ordentlich entkrautet, was passiert mit dem vielen toten Holz und Grünschnitt nach dem Hochwasser, wie hilft das Land bei Vernässung durch Grundwasser?

Zum Thema Entkrautung an Gewässern II. Ordnung wurde an die Unterhaltungsverbände verwiesen, in denen die Kommunen Mitglieder sind. Für die Grünschnitt-entsorgung sollte der Landkreis zusammen mit den Kreiswerken Lösungen finden, wurde dorthin verwiesen. Brigitte Take appellierte an die Bürger, zu den regelmäßigen Grabenschauen zu gehen, und informierte, dass die Stadt Aken trotz Haushaltskonsolidierung Geld für ein Gutachten zum Grundwasser anfordern kann.

Fragen gab es darüber hinaus u.a. zur Verbreiterung der Taube sowie zum Wulfener Bruch und zum Akazienteich/Löbitzsee, wo man befürchtet, dass hier Polderflächen angelegt werden sollen.

Quelle: mz-web.de

Helfer unterstützen beim Wiederaufbau

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Aken

Die Gemeinschaft „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“ unterstützt eine junge Familie aus Aken beim Wiederaufbau ihres erst im Vorjahr neu bezogenen Hauses. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75.000 Euro.

 

Erst im November vergangenen Jahres zogen Andrea Miethig und Mario Elß mit ihren Kindern Adrian (7) und Maria (2) in ihr neu gebautes Haus in der Kleinzerbster Straße in Aken ein. „Es ist unser Traumhaus. Den Bautyp Bungalow haben wir bewusst gewählt, mit Blick auf das Alter“, sagt sie. In diesem Sommer nun sollten die Außenanlagen in Angriff genommen werden.

Daraus wird aber vorerst nichts. Das Haus der jungen Familie wurde während des Hochwassers überflutet. Das Wasser stand mehrere Tage lang einen halben Meter hoch in allen Räumen – mit verheerenden Folgen. Sämtliche Möbel, Haustechnik, Fliesen, Fußbodenheizung, alles war hinüber. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 75 000 Euro. „Ich habe zwei Wochen neben mir gestanden und nur geweint“, blickt Andrea Miethig zurück. Sie musste sich ärztlich behandeln lassen.

Ihrem Mann erging es kaum anders, auch er war geschockt, als er durch das überflutete Haus waten musste und die Verwüstungen sah. Beide haben inzwischen wieder neuen Lebensmut gefasst, was in großem Maße auch den Helfern aus Quedlinburg und Umgebung zuzuschreiben ist, die beim Wiederaufbau des Hauses tatkräftig anpacken.

Initiator des Ganzen ist Karsten Dannenberg, Chef einer Dach- und Fassadenbaufirma in Quedlinburg. „Ich habe im Fernsehen viele Berichte über die Flut und helfende Menschen gesehen. In einer solchen Situation nichts zu tun, da hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen“, begründet der 41-Jährige seine Hilfsbereitschaft, der sich noch viele andere Menschen anschlossen. Entstanden ist ein Netzwerk mit dem Namen „Flutopferhilfe Quedlinburg & Freunde“. Mehr als 150 Menschen sind laut Karsten Dannenberg inzwischen dabei, tauschen sich zumeist über Facebook und E-Mails aus, haben entweder Geld und Dinge für das Haus gespendet oder haben in Aken mit angepackt.

Ihren Anfang machte die „Flutopferhilfe“ am 8. Juni, als man 3000 Liter Getränke nach Magdeburg brachte und dort Sand schippte. Von der ersten Aktion blieben 25 Euro übrig, die Helfergemeinschaft beschloss, weiter Geld zu sammeln. Einer aus der Runde regte schließlich an, sich auf eine vom Hochwasser betroffene Familie zu konzentrieren. „Man kann vielen Betroffenen mit kleinen Beträgen zwar etwas helfen, aber eben nicht sonderlich erfolgreich“, sagt Karsten Dannenberg. Aus dem Netzwerk heraus kam auch der Vorschlag, Andrea Miethig und Mario Elß zu unterstützen.

Karsten Dannenberg machte sich mit Andreas Grosser, einem Geschäftspartner, am 22. Juni auf den Weg nach Aken. Die in Baufragen bewanderten Männer schauten sich die Schäden an und legten fest, was alles zu tun ist. Ein erster Arbeitseinsatz fand am 29. Juni statt, 20 Leute waren in die Elbestadt gekommen. „Wir haben 145 Quadratmeter Fußboden rausgestemmt, Fußbodenheizung und Dämmung herausgerissen“, schildert Karsten Dannenberg. Beim zweiten Einsatz am vergangenen Sonnabend rückten 16 Quedlinburger an, um im gesamten Haus den Putz wegzustemmen – in etwa von der Höhe, in der das Wasser stand. Nicht nur Männer packten an, auch einige Frauen waren mitgekommen. Carmen Hoffmann war eine von ihnen. „Ich möchte einfach nur helfen“, sagte die Mitarbeiterin des Quedlinburger VHS-Bildungswerkes, die über Facebook auf die „Flutopferhilfe“ aufmerksam geworden war.

Auch die Hausherren stemmten Putz weg, schleppten ihn in Eimern nach draußen in einen Container. „Ich empfinde die Hilfe als großes Glück und bin diesen Menschen unglaublich dankbar“, äußert Andrea Miethig. Schon seit dem 8. Juni, als die Akener wegen des Hochwassers evakuiert wurden, lebt sie mit ihrer Familie im Elternhaus in Wulfen, beengt zwar, aber das muss eben gehen. Sie freut sich bereits auf den Tag, an dem sie wieder in ihr Haus einziehen kann.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Familie bis Oktober, spätestens aber zu Weihnachten im Haus zu haben“, sagt Karsten Dannenberg. So lange werde die „Flutopferhilfe“ die Werbetrommel für das Projekt rühren.

Quelle: mz-web.de

Die Angst bleibt

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Aken
Von Sylke hermann

 

Eine Bürgerinitiative fordert eine „moralische Instanz“ für Aken. Regelmäßig soll darüber informiert werden, welche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant sind.

Das Hochwasser ist weg, aber der Frust bleibt. Bei vielen, vor allem älteren Menschen in Aken sei deutlich zu spüren, wie verunsichert, wie ängstlich sie sind. Droht uns so eine Naturkatastrophe womöglich wieder? „Das fragen sich einige“, bestätigt Klaus Dieter Brömmel. Brömmel ist Mitglied der Akener Bürgerinitiative „Wasser in den Kellern“, die sich schon viele Monate vor dem Hochwasser mit dem Thema befasst hat, und für die spricht er auch, wenn er sagt: „Nachdem, was uns im Juni hier widerfahren ist, brauchen wir künftig mehr Informationen zum vorbeugenden Hochwasserschutz.“

Gremium gefordert

Der Bürgermeister, so die Forderung der Initiative, müsse ein Gremium bilden, mit allen in der Krise Beteiligten: Stadt, Kreis und Land, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft und berufenen Akener Bürgern natürlich. Es dürfe in der Runde nicht darum gehen, nachträglich um Kompetenzen zu streiten oder Schuldfragen zu diskutieren. „Hier darf es ausschließlich um die Frage gehen: Was muss getan werden, dass uns so etwas nicht noch einmal passiert“, formuliert Brömmel.

Moralische Verantwortung

Ein solches Gremium, findet die Bürgerinitiative, müsse schon allein „aus einer moralischen Verantwortung für diese Stadt“ einberufen werden. Die Akener bräuchten ihren inneren Frieden zurück, das Gefühl, dass sie sich in dieser, in ihrer Stadt sicher und wohl fühlen können und eine vernünftige Lebensqualität vorfinden. Brömmel: „Die Akener müssen wissen, dass sie wieder ruhig schlafen können.“

Für Brömmel scheint unausweichlich, dass diese Runde die Öffentlichkeit regelmäßig informiert, welche Hochwasserschutzmaßnahmen geplant sind, worauf man sich verständigt hat. Ausgewählte, anerkannte Persönlichkeiten könnten den engen Kontakt zwischen der Expertenrunde und interessierten Akenern halten – mit dem Ziel, dass jeder, der das möchte, gut informiert ist. Wie wichtig das ist, macht Brömmel rückblickend an einer konkreten Situation fest: „Es reicht eben nicht zu sagen, Aken wird evakuiert.“ Kurz zuvor hatte es noch geheißen: Aken sei sicher. So etwas verwirre unnötig.

Die von der Akener Bürgerinitiative angeregte Expertenrunde sollte sich nach deren Einschätzung auf eines konzentrieren, wie Brömmel sagt: „harmonisch und miteinander nach vorne blicken“

Quelle: mz-web.de

 

 

Bald wieder freie Fahrt zwischen Aken und Dessau?

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Aken

Das Aufräumen auf den Straßen nach Aken und Diebzig hat begonnen. Der Behelfsdamm auf der L 63 zwischen Aken und Dessau wird mit Baggern abgetragen. 15.000 Tonnen Schotter müssen abtransportiert werden.

 

In Windeseile schaffen die schweren Lkw den Schutt von der Landesstraße 63 zwischen Aken und Dessau. Das während des Hochwassers eiligst erbaute Wasserschloss hat seine Schuldigkeit getan und verschwindet jetzt. „Wir haben etwa zehn Werktage eingeplant“, sagt Siegfried Mehl, Gesellschafter der Firma KTSB Bau GmbH in Köthen. Seit Ende letzter Woche ist man nun dabei, den Behelfsdamm mitten auf der Straße abzutragen. Rund 15 000 Tonnen Schotter.

Danach ist die Landesstraßenbaubehörde in Dessau gefragt. Hier muss man abwarten, was ein Vor-Ort-Termin mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und der Polizei ergibt. Der soll kurzfristig, wie der amtierende Regionalbereichsleiter Oliver Grafe auf MZ-Nachfrage erklärt, organisiert werden. Genauso kurzfristig werde dann entschieden, wie es weiter geht: Kann man die Straße ohne Weiteres befahren oder aber mit Einschränkungen oder müssen erst noch Schäden behoben werden?

Auf der Straße zwischen Wulfen und Diebzig kommen nur noch Fußgänger durch – vorausgesetzt, sie haben flinke Beine. Denn sie müssen einen Graben überwinden, der am 21. Juni während des Hochwassers wegen Unterspülung ausgebaggert worden ist. Die Diebziger fragen sich, wann die Straße endlich gemacht wird und ob bis dahin zumindest ein Provisorium errichtet werden könnte. Denn zurzeit müssen sie einen Umweg fahren.

Wie lange noch, kann niemand sagen. Auch nicht die zuständige Landesstraßenbaubehörde. Auf MZ-Anfrage spricht der Regionalbereichsleiter von notwendigen Abstimmungen und Genehmigungen, der Erkundung des Baugrunds, die für die Baumaßnahme „zwingend erforderlich“ seien. Er weist außerdem darauf hin, dass mit den Mitteln des Landes „verantwortungsbewusst“ umgegangen werden müsse.

Eine ähnliche Antwort erhielt auch der CDU-Landtagsabgeordnete Dietmar Krause vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Sobald die erforderlichen Genehmigungen vorliegen, würden die Arbeiten kurzfristig vergeben. Das Wichtigste, was die Diebziger interessiert, war aber weder in Dessau noch in Magdeburg zu erfahren: Wann konkret ist die Straße wieder befahrbar? Von „drei bis vier Wochen“ war beim Landkreis mal die Rede. „Möglichst kurzfristig“, meinte zeitgleich Grafe. Deshalb lohne es auch nicht, ein Provisorium zu errichten. Das allerdings war vor drei Wochen.

Quelle: mz-web.de

Elbe-Saale-Winkel bei Aken

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Aken

 

Im Elbe-Saale-Winkel bei Aken bleibt die Lage weiter kritisch. Nach Angaben des Krisenstabes sind zwei Schöpfwerke beschädigt. Das Wasser könne deshalb nicht richtig abgepumpt werden. Der Krisenstab wollte das Schöpfwerk in Betrieb nehmen, um das Hochwasser des Flüsschens Taube von den Zufahrten nach Aken zu pumpen. Nach Angaben des Krisenstabes wird nun geprüft, ob bei Groß Rosenburg ein Loch in den Saaledeich gesprengt werden kann, durch den das Wasser zurück in den Fluss geleitet werden soll. Seit dem Bruch des Saale-Deiches bei Klein Rosenburg strömt das Wasser ins Hinterland und hat inzwischen Sachsendorf und Lödderitz erreicht.

http://www.mdr.de

Keine Entwarnung für Aken und Umgebung

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Aken

 

Der Katastrophenstab des Landkreises Anhalt-Bitterfeld geht davon aus, dass das aus der Saale Richtung Aken strömende Wasser Mittwoch Nacht, spätestens aber am Donnerstag zum Stillstand kommt. Die Lage in Aken und den umliegenden Orten ist aber laut Katastrophenstab weiter ernst, obwohl der Pegel der Elbe unter sieben Meter gesunken ist (12. Juni, 16 Uhr: 6,75 Meter, 12 Uhr: 6,85 Meter).
Der Zufluss von Elbwasser über das Hochwasser bei „Mutter Storm“ und die B 185 in die überschwemmte Akener Waldsiedlung ist nach der gestern bereits gemeldeten Errichtung eines Behelfsdeiches nur noch minimal.
Auf der anderen Seite der Stadt steht Wasser der Taube in Susigke. Da das Saalewasser aus dem Deichbruch bei Groß Rosenburg augenscheinlich langsamer vordringt, wird vermutet, dass sich der Zufluss verringert hat; denn auch der Pegel der Saale ist gesunken.

Das Flüsschen Taube war vom vordringenden Wasser der Saale in die entgegengesetzte Fließrichtung gedrückt worden. Im Raum Breitenhagen fließt sie aber bereits wieder in die normale Richtung und entwässert damit das Gebiet. Das ist aber noch nicht überall so und könnte noch eine lokale Erscheinung sein. Laut stellvertretendem Landrat Bernhard Böddeker hat das Hochwasser seinen Höchststand Mittwoch Nachmittag noch nicht erreicht. Es war zu diesem Zeitpunkt auf eine Höhe von 53 Metern über dem Meeresspiegel vorgedrungen. Aken und Umgebung liegt in einer Höhe von 52 bis 55 Metern. In die Stadt Aken ist das Wasser aus Richtung Groß Rosenburg/Lödderitz noch nicht vorgedrungen.

Wasser steht in unterschiedlicher Höhe in Diebzig, Kühren, Mennewitz, Obselau und Susigke, wo sowohl Wasser aus der Saale, als auch aus der Elbe eingeflossen ist. In Trebbichau steht etwas Wasser, der Ort war gestern Nachmittag nach den Beobachtungen eines MZ-Redakteurs aber noch weitgehend trocken. Je nachdem, wann der Zufluss des Saalewassers stoppt, könnte das auch so bleiben.

Die Bungalowsiedlungen am Löbitzsee und am Akazienteich waren gestern noch nicht betroffen, diese Gebiete sind laut Katastrophenstab aber weiter gefährdet. Gefährdet sind weiter die Diebziger Straße in Wulfen und die Häuser in Kleinzerbst an der Straße Richtung Aken. Aber „kein Ort steht vollständig unter Wasser“, informierte der stellvertretende Landrat Böddeker.

Das Schöpfwerk Aken wurde am Dienstag außer Betrieb genommen. Nun pumpt das Technische Hilfswerk Wasser aus der Taube über den Deich in die Elbe. Zuvor war das Schöpfwerk Breitenhagen bereits ausgefallen. Das wollte man beim hiesigen Schöpfwerk verhindern, erklärte Böddeker. Deshalb werde es nur betrieben, wenn sicher sei, dass die Technik keinen Schaden nimmt. „Sonst bekommen wir das Wasser hier anschließend nicht ´raus“, so Böddeker. Über die Taube würde das Wasser aus Aken und umliegenden Überschwemmungsgebieten nach Rückgang des Hochwassers nur äußerst langsam in die Saale zurückfließen. Deshalb muss es über das Schöpfwerk Aken in die Elbe abgepumpt werden, um die Orte möglichst schnell wieder trocken zu bekommen.

http://www.mz-web.de/

Aken: Weitere Durchbruch/Einsatzkräfte drohen eingeschlossen zu werden

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Aken

MZ Köthen: Die Einsatzleitung im Akener Rathaus hat entschieden, die Sicherungsarbeiten an der Dessauer Landstraße weiter fortzusetzen. Kurzfristig wurden an dieser Straße rund 10 000 Tonnen Kies zum Schottern angefahren. Zu schaffen macht der Einsatzleitung zurzeit ein weiterer Durchbruch am Alten Damm im Dessauer Busch. Auf dem Rückweg von einer Vorort-Begehung hatten Akener Feuerwehrleute dort drei weitere Quellstellen entdeckt und sofort begonnen, die Stellen mit Sandsäcken zu sichern. Weitere Kräfte wurden angefordert. Inzwischen droht den Männern ernste Gefahr, vom Wasser eingeschlossen zu werden. Akut ist die Lage  inzwischen auch am Deich in Obselau, wo zur Stunde Wasser über die Deichkrone läuft. der Pegel in Aken steigt beständig weiter und liegt jetzt aktuell  bei 7,88 Meter also weit über den Prognosen.

http://www.mz-web.de

16:40 Uhr, Aken: Unsicher Lage am Deich in Groß Rosenburg

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Aken

 

 

MZ Köthen: Im Moment widersprechen sich die Aussagen zum Zustand des Deiches in Groß-Rosenburg. Am Vormittag war noch von einem Dammbruch die Rede. Die Evakuierung von rund 8.000 Menschen wurde daraufhin vorsorglich angeordnet.  Wie Bürgermeister Hansjochen Müller nach Rücksprache mit dem Flussbereichsleiter Christian Jung jetzt informierte, droht der Deich auf  einer Länge von ca. 80 Meter abzurutschen, es strömt Wasser über, das Deichbestandteile ausspült. Nach neuesten Expertenberechnungen würde es bei einem Deichbruch maximal zwei bis drei Tage dauern, bis das Wasser in und um Aken auf eine Höhe von einem Meter ansteigt.

http://www.mz-web.de