Archiv für die Kategorie ‘Bitterfeld’

Wie weiter beim Hochwasserschutz für Bitterfeld?

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

Beim Juni-Hochwasser wiederholte sich das Schreckenszenario von der Flutkatastrophe 2002: Damals wie heute brach ein Deich an der Mulde in Sachsen. Enorme Wassermengen strömten in den Seelhausener See direkt neben der Goitzsche. Die Böschung zwischen beiden Seen drohte wegen des hohen Wasserdrucks zu brechen – was dann auch für die Bitterfelder Altstadt die Überflutung bedeutet hätte.

„Die Deiche müssen so schnell wie möglich DIN-gerecht ausgebaut werden. Hier in Anhalt Bitterfeld wie auch in Nordsachsen. Einer der Schwachpunkte ist insbesondere die landkreis- und länderüberschreitende Hochwasserschutzkonzeption. Hier hat ja Professor Berkner einen interessanten Vorschlag gemacht, dem ich aber nicht in allen Punkten zustimme, der auf alle Fälle aber aus meiner Sicht eine wichtige Verhandlungsgrundlage ist, auf der man aufbauen kann.“

Noch Vorbehalte gegen Experten-Vorschlag

Das Konzept, dass Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen erarbeitet hat, sieht verschiedene Schwerpunkte vor: Der Lober-Leine-Kanal muss baulich verändert, die Polder an der Mulde ausgebaut werden. Sind die voll, soll Hochwasser im Seelhausener See gestaut werden. Und von dort soll es im schlimmsten Fall auch in die Goitzsche geleitet werden können. Doch genau damit ist der Anhalt-Bitterfelder Landrat nicht einverstanden. Dafür sei die Goitzsche nicht ausgelegt, zumal dann auch steigendes Grundwasser Bitterfeld bedrohe. Auch deshalb braucht die Umsetzung eines solchen Konzeptes Zeit, sagt Prof. Berkner:

Das heißt, wir reden hier nicht über Monate oder ein bis zwei Jahre. Ich denke, ein Zeithorizont von sieben bis acht Jahren ist sicher realistisch, weil die Sache hoch komplex ist. Es müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Es ist schon benannt worden – Grundwasserwiederanstieg, auch Vertrauensschutz für Investoren, die schon an den Seen sind. Diese Dinge müssen alle im Detail geklärt und besprochen werden.“

Nordsachsens Landrat drängt auf baldige Umsetzung

Doch für die Landräte drängt die Zeit – niemand weiß, wann wieder ein Hochwasser kommen kann. Auch die Bevölkerung in den betroffenen Regionen macht Druck, verschiedene Bürgerinitiativen haben sich gegründet, erzählt der Landrat von Nordsachsen, Michael Czupalla: „Wir müssen jetzt darauf drängen, dass diese Aufgaben, wo sich beide Länder auch bekannt haben, das als vorrangigen Schwerpunkt anzusehen – dass das jetzt zur Umsetzung kommt. Das muss jetzt gemacht werden: Den Ländern muss das vorgelegt werden, Stempel drunter, Finanzierung und dann muss es losgehen. Indirekt ist es ja schon losgegangen, es wird ja schon was gemacht.“

Schon bei ersten Arbeiten ungeahnte Probleme

An der Mulde in Sachsen laufen Bauarbeiten. Spundwände werden in den Deich zwischen Löbnitz und Bad Düben eingebracht. Hier funktioniert das länderübergreifende Arbeiten schon: Der Deich wird aus einer Hand von den Sachsen gebaut – Sachsen-Anhalt zahlt seinen Anteil. Dafür gebe es Schwierigkeiten von ungeahnter Seite, erzählt Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen: „Wir wollten schon relativ zeitig nach dem Hochwasser anfangen, weil die Deiche wirklich schwer beschädigt sind. Allerdings haben wir sehen müssen, dass die Bauindustrie massiv ihre Preise angezogen hat. Wir waren beim Vierfachen der ortsüblichen Preise angekommen. Deswegen kaufen wir jetzt die Spundwände direkt ab Hersteller und haben dann nur noch die Bauarbeiten vergeben.“

Zusätzliche Erschwernisse durch Bergbauerbe

Hinzu kommt, dass die gesamte Region durch den Bergbau arg gebeutelt wurde. Die Mulde zum Beispiel wurde in den 70er Jahren verlegt – und suchte sich bei den Extremhochwassern den Weg zurück in ihr altes Bett. Dem müsse man nun versuchen mit den heutigen technischen Möglichkeiten etwas entgegen zu setzen, sagt Burkhard Henning vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt. Und er sieht noch weitere Probleme:

„Auseinandersetzungen mit den ganzen Problemfeldern Denkmalschutz, Naturschutz, Eigentum, landwirtschaftliche Nutzung. So ein Deichbau hat ja immer etwas mit Flächeninanspruchnahme zu tun. Wenn ich alleine daran denke, der Lückenschluss nach Wolfen – da geht es dann auch um die Niederschlagsentwässerung des Chemieparks – also da muss ein Schöpfwerk mit integriert werden.“

Hilfe vom Bund ausdrücklich erwünscht

Überall gibt es verschiedene Auffassungen, die diskutiert werden müssen. Doch gerade die Bergbauvergangenheit bietet auch eine Chance, meint Michael Czupalla. Mit dem Bergbausanierer LMBV sitzt auch ein Bundesunternehmen mit am Tisch. Und vom Bund erwartet der Landrat die im Juni zugesagte Unterstützung:

„Schon allein von dem Geld, was in der Vergangenheit hier reingeflossen ist, würde mich als Bund schon interessieren, wie geht das jetzt weiter, war das richtig, was wir hier rein gesteckt haben. Und wo müssen wir mithelfen – Zusage der Kanzlerin hier vor Ort bei ihrem Besuch.“

Für den Hochwasserschutz sind die Länder zuständig. Doch Flüsse überschreiten nun einmal Grenzen. Und das machte die Arbeit der Krisenstäbe beim Juni-Hochwasser nicht einfacher, erzählen die Landräte. So hören die digitalen Höhenmodelle jeweils an den Landesgrenzen auf, auch durchgehende Pegeldaten an den Flüssen gibt es nicht. Hier muss für die Zukunft vorgesorgt werden – aber das können wohl nur die Länder in Abstimmung mit dem Bund.

Bitterfelder Landrat sieht sich als „Blitzableiter“

Unterdessen aber müssen die Landräte auch den Bewohnern in den bedrohten Gebieten Rede und Antwort stehen. Uwe Schulze: „Wir sind dann diejenigen, die ganz am Ende des Blitzableiters sind und alles erfahren dürfen, was entweder dort oben gemacht oder nicht gemacht wurde. Und deswegen werden wir uns auch aktiv mit einbringen. Aktiv mit unserer Meinung, die wir natürlich auch stützen auf die Erfahrungen aus der Bevölkerung aus den Städten und Gemeinden heraus.“

Doch Uwe Schulze und Michael Czupalla reihen sich mit ihrer Forderung in eine Schlange anderer Landräte und Bürgermeister ein, die nun alle versuchen, möglichst schnell den Hochwasserschutz zu vollenden.

Quelle: mdr.de

 

Weggerissene Straße vor Pouch wird repariert

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

Nach dem Hochwasser im Juni wird nun die zerstörte Straße zwischen Löbnitz in Sachsen und Pouch in Sachsen-Anhalt ausgebessert. Der 300 Meter lange Straßenabschnitt, den die Wassermassen fortgerissen hatten, müsse komplett erneuert werden. Das teilte das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. Bauarbeiter räumten zunächst Bauschutt und Treibgut weg. Die Kosten für die Sanierung von 900.000 Euro würden vom Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt getragen. Ende Oktober soll die Straße wieder befahrbar sein.

Quelle: mdr.de

Regelmäßige Kontrollen zum Schutz des Eigentums

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

 

Der Leiter des Reviers Anhalt-Bitterfeld versucht Einwohner, die aufgrund des Hochwassers ihre Wohnungen verlassen mussten, zu beruhigen. Bisher gab es keine Delikte in Bitterfeld und im Altkreis Köthen. Die Polizei tut alles, um Einbrüche in die verwaisten Räume zu verhindern. Die Mitteldeutsche Zeitung führte am am Dienstag in Köthen eine Gespräch mit Gerald Kohl, dem Leiter des Reviers Anhalt-Bitterfeld.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Spendenlager in Bitterfeld und Köthen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

 Spendenlager in Bitterfeld und Köthen

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat zwei Spendenlager eingerichtet. In den Lagern können Sachspenden abgegeben werden. Im Gegenzug dürfen vom Hochwasser betroffene Bürger hier Sachspenden für den persönlichen Bedarf abholen. Hierfür ist eine von der Heimatkommune ausgestellte Bescheinigung erforderlich, die Aufschluss darüber gibt, dass der Betroffene als Hochwassergeschädigter anerkannt werden kann. Da das Spendenlager in der Vierzoner Straße in Bitterfeld voll ist, besteht hier keine Möglichkeit mehr Sachspenden abzugeben. Diese müssten nach Köthen gebracht werden. Das Spendenlager in Köthen ist erst seit heute geöffnet, deshalb können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Sachspenden ausgegeben werden.

Spendenlager in Bitterfeld: Vierzoner Straße 25, täglich von 10 bis 18 Uhr.
Spendenlager in Köthen: Augustenstraße 39-42, bis auf Widerruf rund um die Uhr.

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Merkel verspricht noch mehr Geld

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

„Was wir leisten können, tun wir“: Angela Merkel ist wieder auf Hochwasser-Tour, diesmal geht’s nach Bitterfeld. Sie sagt den Betroffenen weitere Hilfen zu und lobt die Solidarität.

Die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für die Hochwasser-Opfer wird über die bisher zugesagte 100-Millionen-Euro-Soforthilfe hinausgehen. „Wenn das Hochwasser zurückgeht, beginnt die Analyse der Gesamtschäden. Da wird man dann natürlich noch weiter helfen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Besuch in Bitterfeld.

Zuvor hatte bereits Finanzminister Wolfgang Schäuble weitere Hilfen angekündigt, jedoch ebenfalls ohne konkrete Zahlen zu nennen. Alleine in Sachsen wird mit Schäden in Höhe von insgesamt rund zwei Milliarden Euro gerechnet.

Die SPD hatte am Donnerstag einen Hilfsfonds für flutgeschädigte Gebiete mit mehreren Milliarden Euro gefordert. Einen solchen Fonds hatten Bund und Länder nach der sogenannten Jahrhundertflut von 2002 an der Elbe eingerichtet.

Merkel betonte zudem, dass Bundeswehr und Bundespolizei alle angeforderten Kräfte zur Verfügung stellen würden: „Was wir leisten können, tun wir.“

Bei ihrem Besuch an den Deichen in Bitterfeld lobte die Kanzlerin die große Solidarität in den Hochwassergebieten: „Man sieht, dass Hand in Hand gearbeitet wird. Das ist schon wunderbar, was die Solidarität und das Zusammenstehen anbelangt. Da kann man ein Stück stolz darauf sein, dass das so klappt.“ In den Hochwassergebieten hatten sich Tausende freiwillig gemeldet, um die Deiche zu verstärken. Die Hochwasserlage an Donau, Elbe und Saale blieb auch am Donnerstag angespannt.

Die Hochwasserlage im Überblick:

Das Hochwasser entlang der Donau in Bayern blieb trotz sinkender Pegel bedrohlich. In der gefährdeten Region um Deggendorf und Straubing ging das Wasser zwar stündlich um mehrere Zentimeter zurück. Die Gefahr, dass durchgeweichte Dämme brechen, war aber weiter sehr hoch. Hunderte Einsatzkräfte versuchten, die Dämme zu sichern. In Oberbayern ist das Schlimmste wohl überstanden. In keinem der seit Sonntag betroffenen Landkreise besteht mehr der Katastrophenfall, teilte die Bezirksregierung in München mit.

In Sachsen-Anhalt waren Orte wie Bitterfeld weiter akut bedroht. Dort könnte es zu einem Wassereinbruch in die Innenstadt kommen, in der rund 10.000 Menschen leben. Zwei Deichsprengungen hatten nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Auch in Halle war die Lage weiterhin angespannt, obwohl der Pegelstand der Saale zurückging.

Angespannt blieb die Lage auch in den überschwemmten Gebieten entlang der Elbe in Sachsen – das Hochwasser des Flusses erreichte am Donnerstag seinen Höhepunkt. In Dresden kam es mittags auf 8,76 Meter. Damit lag das Maximum unter der Prognose, die von etwa neun Metern ausgegangen war. Normal sind knapp zwei Meter. Während Stadtteile im Osten und Westen unter Wasser standen, blieb die historische Altstadt anders als bei der Flutkatastrophe 2002 zunächst verschont. Der hohe Wasserstand soll vier bis fünf Tage anhalten. Nach Angaben der Stadt waren rund 9000 Haushalte ohne Strom.

Das Elbe-Hochwasser wird für Niedersachsen vermutlich weniger bedrohlich als befürchtet. Prognosen für die höchsten Pegelstände wurden am Donnerstag erneut um rund einen halben Meter nach unten korrigiert. Für Hitzacker werden nun für Dienstag und Mittwoch Höchststände von 7,65 Metern erwartet, 1,15 Meter weniger als noch vor zwei Tagen. Der Hochwasser- Höhepunkt könnte eventuell Mitte der Woche überschritten sein, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

In Brandenburg wird der Höhepunkt der Flut ebenfalls erst in den kommenden Tagen erwartet. Innenminister Dietmar Woidke (SPD) schätzte die Situation dennoch schwieriger ein als 2002. „Es ist eben nicht nur die Elbe, die kommt. Dieses Mal kommen alle Nebenflüsse mit großer Wucht mit dazu“, sagte Woidke im rbb-Inforadio.

Hunderte Bundeswehr-Soldaten unterstützten die Schutzmaßnahmen an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa 40.000 Sandsäcke wurden bereits gefüllt – zwei Millionen Sandsäcke sind zur Verstärkung der Deiche nötig. Das Wasser soll wohl kommenden Donnerstag den Höchststand erreichen.

URL: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-verspricht-weitere-hilfen-fuer-hochwasser-opfer-a-904215.html

Fluthilfe Dankeschön Konzert am 27 und 28 September

Veröffentlicht: September 16, 2002 von Generaldirektor in Bitterfeld
Mit der Gruppe Karat kommt eine deutsche Kultband auf den Bitterfelder Marktplatz, wenn an zwei Tagen – am 27. und dem 28. September – dort beim großen Dankeschön-Konzert für die Fluthelfer die Post abgeht. Wohl kaum eine andere Ost-Rock-Gruppe war schon vor der Wende in beiden Teilen Deutschlands so bekannt. Am Samstagabend rocken die fünf Musiker um Bandleader Herbert Dreilich vor dem Bitterfelder Rathaus. „Über sieben Brücken musst du gehn“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ – das sind inzwischen legendäre Hits.

Bitterfeld/MZ/ze.

Mit der Gruppe Karat kommt eine deutsche Kultband auf den Bitterfelder Marktplatz, wenn an zwei Tagen – am 27. und dem 28. September – dort beim großen Dankeschön-Konzert für die Fluthelfer die Post abgeht. Wohl kaum eine andere Ost-Rock-Gruppe war schon vor der Wende in beiden Teilen Deutschlands so bekannt. Am Samstagabend rocken die fünf Musiker um Bandleader Herbert Dreilich vor dem Bitterfelder Rathaus. „Über sieben Brücken musst du gehn“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ – das sind inzwischen legendäre Hits.

Karat gehört zu den insgesamt 17 Bands und Solisten, die an den beiden Konzerttagen auftreten, zu denen Hit Radio Brocken, die Mitteldeutsche Zeitung und die Deutsche Bahn AG einladen. Beide Tage stehen unter dem Motto „Hand in Hand“ und erinnern an die Flutkatastrophe an Mulde und Elbe.

Die Programme beginnen am 27. September um 18 Uhr und am 28. September um 14 Uhr. Mit dabei sind unter anderem auch Ute Freudenberg, Ohio Express, No Limit, Bianca Graf, Touché, Bell Book & Candle und Rednex.

http://www.mz-web.de/bitterfeld/dankeschoen-konzert-karat-rockt-vor-bitterfelder-rathaus,20640916,19408864.html