Tagung: Wie geht es mit dem Hochwasserschutz weiter?

Veröffentlicht: Januar 28, 2014 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

vergangenen Dienstag trafen sich in Bleckede Vertreter aus betroffenen Gemeinden, Hochwasser-Fachleute von verschiedenen Institutionen sowie Vertreter des Umweltministeriums, um sich über den aktuellen Stand von Hochwasserschutzplanungen und -finanzierung auszutauschen.

Neben der Vorstellung eines komplexen Maßnahmenprogramms zum Hochwasserschutz ging es in Bleckede auch um die Finanzierung. Eine Förderrichtlinie zur Aufbauhilfe wurde inzwischen von der Landesregierung freigegeben und soll nun schnellstmöglich umgesetzt werden. Für Maßnahmen des Hochwasserschutzes stehen demnach jährlich insgesamt rund 14 Mio. Euro zur Verfügung (freiwillige Landesmittel + EU-Mittel).

Gefördert werden damit u.a. der Bau von Deichen einschließlich Deichverteidigungswegen, Schöpfwerken, Sielen, Wehre und Wasserläufe. Neu hinzugekommen sind die Instandsetzung von
Schöpfwerken einschließlich der dazugehörigen technischen Anlagen, der Rückbau von Deichen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, insbesondere zur Wiedergewinnung von Überschwemmungsgebieten sowie die Beratung und Förderung von örtlichen Akteuren, wie es möglich wird, das gesamte Flusseinzugsgebiet bei der Entwicklung eines effektiven Hochwasserschutzes zu berücksichtigen.

Im Rahmen der ersten Tranche (50%) sollen zunächst die dringlichsten Schäden gefördert werden wie z.B. die Sandsackentsorgung, die Beseitigung und Entsorgung der Notdeiche sowie die Wiederherstellung der Deichaußenbermen sowie ähnliche dringliche Deichbaumaßnahmen

Einen ersten Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt es hier!

Ausführliche Analyse steht vor der Planung

Das Bemessungshochwasser (BHW) wurde nach Erkenntnissen der Gewässerkundler an allen niedersächsischen Elbepegeln mit Werten zwischen 10 – 50 cm überschritten . Jedoch gibt es immer noch keine klaren Signale aus dem Ministerium, dass das Bemessungshochwasser heraufgesetzt wird. (Das würde für einige Deiche bedeuten, dass sie erhöht werden müssten).

Besprochen wurde außerdem der Fortgang der Planungen für verbesserten Hochwasserschutz in Orten an der Elbe, wie zum Beispiel in Vietze, Wussegel und Neu Darchau. So ergaben Grundbautechnische Untersuchungen und Standsicherheitsüberprüfungen, dass im Dannenberger Bereich auf ca. 11 km Deichlänge (zwischen Damnatz und Wussegel) Deiche erhöht, überprüft und saniert werden müssen. Des weiteren sind im Landkreis mehrere Siele und Schöpfwerke nicht für die Wasserstände des Hochwassers 2013 geeignet. In einigen Bereichen wird auch eine Anhebung der Deichverteidigungswege notwendig sein.

Einig sind sich sowohl Ministerium als auch die Hochwasser-Fachleute, dass mindestens Vietze und Katemin/Neu Darchau „echte“ Deiche benötigen, um zukünftig Schäden in ihren Orten zu vermeiden. Zusagen für die Übernahme der Planungskosten durch das Land gibt es bereits – über die Finanzierung der Deichbauten wird derzeit noch verhandelt. Insgesamt ist bei der Umsetzung wohl mit einem Zeitraum von mehreren Jahren zu rechnen.

Ganzheitliches Konzept in Arbeit

Ein umfangreicher Katalog von Maßnahmen soll in Zukunft im Mittel- und Unterlauf der Elbe für Entspannung sorgen. Abgrabungen, Deichrückverlegungen und Gehölzschnitt sind dabei nur einige der geplanten Maßnahmen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Elb-Anrainer-Ländern, national wie internationa (Tschechien) spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die ganzheitliche Betrachtung des gesamten Flussraumes.

Vor der Planung steht eine ausführliche Analyse. Das Bundesamt für Gewässerkunde stellte in Bleckede Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu Auswirkungen verschiedener Einflusse auf die Entwicklung des Hochwassers 2013 vor. Demnach flossen alleine 207 Mio. Kubikmeter Wasser durch den Deichbruch bei Fischbek ab. Weitere Deichbrüche, die Polderflutung in der Havelniederung sowie die Regelung der Talsperren in Tschechien führten nach Ansicht der Fachleute dazu, dass die Scheitelhöhen der Flutwelle um 20 – 75 cm niedriger als ursprünglich prognostiziert ausfielen. Die Deichbrüche allein trugen allerdings nur unwesentlich zur Pegelsenkung bei, so die Fachleute.

Zusätzliche Pegelsenkungen in Höhe von etwa 20 – 40 cm wären eingetreten, wenn die zum Teil bereits 2006 vereinbarten Maßnahmen aus dem Aktionsplan Hochwasser sowie aus den Vereinbarungen der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe geplanten Rückhalteräume vollständig einsatzbereit gewesen wären. (Anmerkung: Staatssekretärin Almut Kottwitz hatte bereits kurz nach dem Hochwasser 2013 darauf hingewiesen, dass von diesen vereinbarten Maßnahmen lediglich knapp die Hälfte umgesetzt sind).

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand das gemeinsam vom Umweltministerium und von der Biosphärenreservatsverwaltung vorgestellte Konzept für ein integriertes Auenmanagement, das unter anderem ein Beweidungskonzept enthält.

Die Themen der Informationsveranstaltung und die in Bleckede gehaltenen Vorträge können im Detail hier! auf den Internetseiten des Niedersächsischen Umweltministeriums nachgelesen werden.

 

Quelle: wendland.net

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