Archiv für die Kategorie ‘Sachsen’

Fluthelfer-Orden für 88 Polizisten aus Sachsen

Veröffentlicht: Juni 29, 2014 von fluthelfer in Sachsen
88 sächsische Polizisten sind am Freitag mit dem Fluthelfer-Orden des Freistaats ausgezeichnet worden.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) überreichte die Medaille für ihren Einsatz bei der Flutkatastrophe 2013, wie das Innenministerium mitteilte. Unter anderem halfen die Beamten bei Evakuierungen, der Beseitigung von Schäden und der Sicherung von Eigentum in den geräumten Gebieten. So waren etwa zahlreiche Polizisten im Einsatz, als in Zeithain (Landkreis Meißen) der Damm auf einer Länge von 150 Metern brach und die Anwohner in Sicherheit gebracht werden mussten. Jeder Helfer, der mindestens 24 Stunden bei der Bewältigung der Flutkatastrophe im Einsatz war, kann mit der silberfarbenen Medaille ausgezeichnet werden. Vorschläge können noch bis Ende 2015 eingereicht werden. Bis Ende Mai sind in Sachsen rund 27 000 Helfer mit dem Sächsischen Fluthelfer-Orden ausgezeichnet worden.

 

Quelle: focus.de

Hochwasser-Kommunen bekommen Kosten für Einsatz erstattet

Veröffentlicht: Juni 29, 2014 von fluthelfer in Sachsen

Dresden. Ein Jahr nach dem Hochwasser an Elbe, Mulde und Nebenflüssen können betroffene Landkreise und Kommunen nun ihre Einsatzkosten geltend machen. Am Dienstag beschloss das Kabinett in Dresden dazu eine Richtlinie. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach von einer für die Kommunen kommoden Lösung. Insgesamt stehen 27,5 Millionen Euro bereit. Die Summe soll Kosten für Nothilfemaßnahmen abdecken. Dazu gehören Einsätze von Feuerwehr und Katastrophenschutz, Notunterkünfte, Verpflegung und medizinische Versorgung. Auch das Säubern betroffener Regionen und die Entsorgung der Abfälle werden bezahlt. Das Geld stammt aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union für das Hochwasser 2013.

 

Quelle: sz-online.de

 

Hochwasser: Stadt verstärkt sich

Veröffentlicht: Januar 15, 2014 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Für gut acht Millionen Euro sollen die Schäden in Glauchau behoben und Schutzmaßnahmen realisiert werden. Eigens dafür wurde eine neue Stelle im Rathaus geschaffen.

Glauchau. Sie selbst ist von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 verschont geblieben. Aber sie weiß, wie schnell Wasser ansteigen und Schäden bringen kann. In den 1990er-Jahren schwoll der Bach vor ihrem Grundstück in Zwickau bedrohlich an. Sigrun Steinert beschäftigt sich seit Jahresanfang mit dem Hochwasserschutz in Glauchau. „Ich komme aus der freien Wirtschaft“, sagt sie. Viele Jahre habe sie in verschiedenen Ingenieurbüros gearbeitet, war für Baugenehmigungen und Bauüberwachungen zuständig. Somit sei sie auch mit der Arbeit mit Behörden vertraut.

Jetzt sitzt die 59-Jährige quasi auf der anderen Seite und hat einen Berg Arbeit vor sich. Sie ist nun erst einmal dabei, sich einzuarbeiten. Die Stadt Glauchau hatte die Stelle ausgeschrieben, sieben Bewerber kamen in die engere Auswahl. Schließlich wurde sie mit Sigrun Steinert besetzt. Sie wird für sämtliche Vorhaben des Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 zuständig sein. Insgesamt handelt es sich um 57 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtumfang von mehr als acht Millionen Euro. „Das macht man nicht nebenbei“, sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Deshalb habe er das Personal verstärkt.

Aus seiner Sicht ist es seit dem Hochwasser des Jahres 2002 nicht gelungen, für wirksamen Schutz vor allem an den Zuflüssen in Mulde und Lungwitzbach zu sorgen. Deshalb stehen zum Beispiel Planungen im Bereich der Bahntrasse in Niederlungwitz und entlang des Reinholdshainer Baches ganz oben auf der Liste. Diese Arbeiten laufen bereits, sagt Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus.

Ihren Worten nach sind die Wiederaufbaumaßnahmen finanziert, dennoch müsse für nahezu jede ein Fördermittelantrag gestellt werden. Wenn es sich um Neubauten handelt, müssen die Anträge entsprechend qualifiziert sein und eine Entwurfsplanung aufweisen. Beispielsweise seien allein sechs Brückenbauten geplant. Wichtig sei außerdem die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, denn Hochwasserprobleme lauern in nahezu jeder Ortschaft, sei es in Jerisau/Lipprandis, in Niederlungwitz, Reinholdshain, Wernsdorf, Rothenbach oder Gesau. Und die Probleme gibt es nicht erst seit dem Jahr 2013. Die Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt Glauchau selber in Angriff nimmt, müssen aber auch mit denen der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt sein, denn sie ist für die Bereiche der Zwickauer Mulde und des Lungwitzbaches zuständig. Beispiel: Bei beiden Hochwasserkatastrophen hat sich der Flutrinnendamm unterhalb der Eisenbahnbrücke als Schwachpunkt erwiesen. Nur mit Unterstützung von Bundeswehr und technischem Hilfswerk konnte ein Überfluten des benachbarten Umspannwerks und der Unterstadt verhindert werden. Der Deich wurde als die Schwachstelle ausgemacht. Bei den Beratungen, wie der Bereich saniert werden kann, war die Stadt Glauchau dabei. Vorgesehen ist, eine etwa 300 Meter lange Spundwand in den Deich zu rammen. Allerdings steht noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen. Aber auch beim geplanten Bau der Wernsdorfer Brücke über die Mulde ist nach Ansicht des dortigen Ortsvorstehers Andreas Winkler (CDU) Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung notwendig.

Deiche hielten

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr ist die Stadt Glauchau mit einem blauen Auge davongekommen.

Neben der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren viele freiwillige Helfer im Einsatz, die in erster Linie Sandsäcke füllten und stapelten. Somit wurden die Deiche an der Flutrinne und in

Jerisau gehalten und die Katastrophe abgewendet.

Besonders schlimm hatte es den Ortsteil Niederlungwitz erwischt. In den Tagen von Ende Mai/Anfang Juni gab es insgesamt drei Wellen, in denen der Lungwitzbach enorm schnell anschwoll. In einigen Bereichen des Dorfes stand das Wasser höher als beim Hochwasser 2002, an anderen Stellen war es weniger.

Der Gesamtschaden in Glauchau lag bei 8,5 Millionen Euro. Den Löwenanteil tragen die Straßen, Brücken, Deiche und öffentliche Einrichtungen mit 6,5 Millionen Euro, Unternehmen mit etwa 850.000 Euro und Wohngebäude mit etwa 500.000 Euro. Landwirtschaftliche Unternehmen hat es mit 125.000 Euro erwischt. (sto)

Quelle: .freiepresse.de

Wiederaufbaustab: Fluthilfe soll schneller ausgezahlt werden

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Sachsens Wiederaufbaustab drückt bei der Zahlung von Fluthilfen nochmals aufs Tempo. Die Bewilligungsverfahren sollen vereinfacht und damit beschleunigt werden, berichtet die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“ am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Chef des Wiederaufbaustabes, Umweltstaatssekretär Fritz Jäckel.
So sollten Fluthilfen für Privatpersonen auch bewilligt werden können, wenn noch nicht alle Unterlagen vollständig bei der Sächsischen Aufbaubank vorliegen. Damit Private bei der Bezahlung von Handwerkern nicht in Vorkasse gehen müssen, werde die Aufbaubank nach Vorlage der Rechnung das Geld unbürokratisch an den Auftraggeber überweisen. Die Bank werde angesichts des komplizierten Antragsverfahrens im November zusätzliche Beratungstage für Hochwasseropfer in Rochlitz, Döbeln, Grimma, Königstein und Meißen anbieten, sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer.
Quelle: focus.de

Das Dorf gehörte zu den am stärksten von der Flut betroffenen Kommunen in Westsachsen. Keiner der vier Ortsteile blieb verschont.

Fraureuth. Das Hochwasser vom 2. Juni ist Geschichte, doch ein Großteil der Schäden sind in der Gemeinde Fraureuth noch immer sichtbar. Deren Beseitigung kann die Kommune nun schrittweise in Angriff nehmen. Dafür erhält die Gemeinde 2,5 Millionen vom Freistaat. Davon bekommt Fraureuth 1,95 Millionen Euro von der Sächsischen Aufbaubank, der Rest kommt vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. „Wir bekommen die Beseitigung aller von uns gemeldeten 25 Schäden in vollem Umfang bezahlt und erhalten sogar noch einen Zuschlag von zehn Prozent“, sagt Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU).

Von den bewilligten Vorhaben wurden acht Projekte in der Prioritätenliste als sehr hoch eingestuft. Dazu gehören die Instandsetzung des Mühlgrabens vom Einlass Neumarker Bach bis zur Ernst-Ahnert-Straße 23 im Ortsteil Gospersgrün sowie die Sanierung des Feuerlöschteiches am Wiesenweg in Römersgrün. Auf der Dringlichkeitsliste ganz oben stehen unter anderem auch die Beseitigung der Schäden, die das Hochwasser am Ruppertsbach im Bereich der Talstraße 34 sowie der Kleingartenanlage „Wiesengrund“ anrichtete. Mit dem vom Freistaat bewilligten Geld sollen unter anderem auch die Brücke zum „Steinbruch“, Ernst-Ahnert-Straße, repariert sowie der Beiersdorfer Bach im Bereich Dorfstra- ße 25 in Höhe der Feuerwehr grundhaft in Stand gesetzt werden.

Zu den Schwerpunktvorhaben in der Gemeinde gehört das Freibad Fraureuth. „Die Einrichtung wurde durch das Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen und musste nach der Flut für fast zwei Wochen geschlossen werden“, sagt der Bürgermeister. Durch den Dauerregen trat der sich hinter dem Bad am Waldesrand befindliche Vorstau über die Ufer. Die braune Brühe schoss den Hang hinunter in die Freizeiteinrichtung, floss in das Becken, vermischte sich mit dem Badewasser und verwandelte das Areal in eine Seenlandschaft. Dabei wurden unter anderem Spielplatz und Volleyballplatz weggespült. Ein Teil der Kanalisation, die unter dem Bad verläuft und durch die das Wasser des Vorstaus fließt, wurde zerstört. Was sich während der Flut besonderes negativ auswirkte: Die Gemeinde hatte 2011 in das Bad 20.000 Euro investiert und mit dem Geld unter anderem eine Pumpe installiert, mit deren Hilfe das Becken mit Nass in Trinkwasserqualität gefüllt wird. Auch diese Technik wurde durch die Flut beschädigt.

Gemeinden setzen Projekte um

Die Stadt Werdau hat 13,7 Millio- nen Euro für die Beseitigung der Hochwasserschäden bekommen. Das größte Bauvorhaben ist dabei die Instandsetzung der Ufermauer der Pleiße entlang der Turnhallenstraße. Diese Maßnahme kostet rund 1,7 Millionen Euro.

Crimmitschau erhielt 7,5 Millio- nen Euro und setzt damit 74 Maßnahmen um, unter anderem für Instandsetzungsarbeiten im Sahnpark.

Neukirchen bekam 3 Millionen Euro. Dafür soll zum Beispiel das Lehrschwimmbecken repariert werden.

Quelle: freiepresse.de

Naturschützer nennen Hochwasserschutz in Sachsen ineffektiv

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dresden. Sieben Umwelt- und Naturschutzverbände haben den Hochwasserschutz in Sachsen als ineffizient und nicht zeitgemäß kritisiert. Statt vor allem auf technische Maßnahmen wie höhere Deiche und Flutmauern in den Überschwemmungsgebieten entlang der großen Flüsse zu setzen, müsse ein wirksamer Hochwasserschutz in den Quellbereichen der Zuflüsse und den Hochwasserentstehungsgebieten betrieben werden, forderte die Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz am Freitag in Dresden. Auch von SPD und Grünen kam Kritik am Hochwasserschutzkonzept der Regierung. Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück.

Für den Landesverband Sächsischer Heimatschutz warf der frühere CDU-Kultusminister und Umweltexperte Karl Mannsfeld den Behörden im Freistaat eine „einseitige Bevorzugung technisch baulicher Maßnahmen“ beim Hochwasserschutz vor. Diese seien kostenintensiver als die Schaffung von Überschwemmungsgebieten.

Nach der „Jahrhundertflut“ 2002 habe Sachsen noch 49 Deichrückverlegungen oder Polder mit einem Flächengewinn von circa 75.000 Hektar zum Hochwasserabfluss vornehmen wollen. 2012 sei das Ziel auf 34 Maßnahmen nachkorrigiert worden. „Und bis zum Juni 2013 wurden zwei Maßnahmen mit 114 Hektar gleich 1,5 Prozent der ursprünglichen Zielstellung umgesetzt“, sagte Mannsfeld. Er forderte ein „Fluss- und Auenprogramm“ für Sachsen und eine wesentliche Ausweitung der Überflutungsflächen und eine Renaturierung der Böden in den Quellgebieten, um einen Abfluss des Wassers bei starken Regenfällen zu verlangsamen.

Regierung soll Land bereit stellen

Nach Ansicht der Umweltverbände sollte die Staatsregierung bei der Schaffung der Überflutungsflächen öffentlichen Grund in flutsicheren Lagen als Ausgleich für Grundstückseigentümer in flussnahen Gebieten anbieten. Außerdem könnten solche Maßnahmen in bestehende Programme wie das Sächsische Waldmehrungsprogramm oder eine Umstrukturierung der Landwirtschaft einbezogen werden.

„Es hat viel mit Fläche zu tun, viel mit Engagement und viel mit Kreativität“, sagte Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen. Dabei verwies er auf Naturschutzverbände, die in Eigeninitiative Überflutungsflächen gekauft und renaturiert hätten. „Ich bin optimistisch, wenn alle Institutionen des Freistaates Sachsen so aktiv vorwärts marschieren wie so manche Naturschutzvereinigung in ihrem beschränkten Rahmen, dass wir diese Problematik in 20 Jahren geklärt hätten.“

SPD und Grüne begrüßten die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, in der neben dem Sächsischen Heimatschutz und der Grünen Liga auch Nabu, BUND, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Landesjagdverband und die Sächsischen Angler organisiert sind.

Ministerium weist Kritik zurück

Das Umweltministerium wies den Vorwurf eines einseitig ausgerichteten Hochwasserschutzes zurück. Sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ wie 2002 oder im Juni dieses Jahres seien allein durch naturnahen Hochwasserschutz oder die Schaffung von Rückhalteflächen nicht zu bewältigen, sagte Sprecher Falk Hofer.

Wir haben den Hochwasserschutz priorisiert und uns natürlich erst dort darum gekümmert, wo Menschen zu schützen sind oder wo Güter zu schützen sind.“ Hochwasserschutz sei eine „Generationenaufgabe“. Derzeit liefen in Sachsen 27 Deichrückverlegungsmaßnahmen und die Schaffung von sieben Poldern in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen. Auch die Behauptung, die Flüsse würden einfach eingemauert, treffe nicht zu. „Wir haben an Sachsens Flüssen erster und zweiter Ordnung Uferbereiche von 23.000 Kilometer Länge. An diesen 23.000 Kilometern haben wir Deiche von 600 Kilometer Länge“, sagte Hofer.

Quelle: lvz-online.de

 

Alles bestens in Leipzig in Sachen Hochwasserschutz? Die Leipziger Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach (Grüne) wollte das doch etwas genauer wissen. Es wurde ja gewaltig Alarm geschlagen im Juni, insbesondere am linken Deich des Elsterhochwasserflutbetts wurde panikartig verteidigt. Hinterher war dann von einer großen Sickerstelle die Rede. Was war da los? Hatte die Landestalsperrenverwaltung ihre Arbeit nicht getan?

Auch das hochgewachsene Gras auf den Deichen am Hochflutbett sorgte gleich nach dem Höhepunkt der Deichverteidigung für öffentlichen Ärger. Mit dem Zeigefinger wurde amtlicherseits auf die Leipziger Umweltverbände gezeigt, die seien wohl schuld daran, dass das Gras nicht gemäht war.

Nicht nur Gisela Kallenbach fühlte sich da wie in einem seltsamen Land. Beim Ökolöwen, der sich sehr wohl gemeint fühlte, schüttelte man nur verwundert den Kopf: „Für die Mahd auf den Deichen ist eindeutig die Talsperrenverwaltung zuständig. Selbst wenn da seltene Schmetterlinge flattern würden, hätten wir darauf keinen Einfluss.“

Und genau danach fragte Gisela Kallenbach den sächsischen Umweltminister. Der muss doch wissen, was auf seinen Deichanlagen vor sich geht. Wie war das also mit dem viel zu hoch stehenden Gras? – Umweltminister Frank Kupfer hat am 30. September geantwortet. Und siehe da. Der Deich war ordnungsgemäß gemäht worden, gehutet, wie es heißt. Denn gemäht werden die Deiche von Schafen. „Die erste Hutung erfolgte im April / Mai 2013“, gab Frank Kupfer nun Auskunft. „Der während des Hochwassers im Juni 2013 sichtbare und hier kritisierte Aufwuchs war der natürliche witterungsbedingte Zuwachs der Frühjahrsmonate.“

Kurz vor der Ankunft der Flut konnte nicht noch einmal eine Schnellmahd erfolgen. Begründung des Ministers: Weil die Deichverteidigungswege fehlten

Diese Frage stellten dann doch berechtigterweise die Umweltverbände: Warum fehlten die Deichverteidigungswege? Dafür ist doch nun einmal die Talsperrenverwaltung zuständig. Warum hat sie keine gebaut, obwohl niemand sie dran gehindert hat? – Mitten während der Deichverteidigung hat die Landestalsperrenverwaltung ja dann eine steinige Anlieferstrecke am linken Deich hingeschüttet. Und nach der Flut hat sie dasselbe kommentarlos am rechten Deich getan – und damit alle Radwege zum Cospudener See in einen Hindernisparcour verwandelt.

Und was war das mit der Sickerstelle am linken Deich, die für so viel Alarmstimmung sorgte? Drohte da gar der Deich zu brechen? – Nicht wirklich. Die Wahrheit ist: Die Sickerstelle ist schon lange bekannt. Auch wenn Umweltminister Frank Kupfer in seiner Auskunft nur bis zum Winterhochwasser 2011 zurückgeht, ein HQ 30, wie er es nennt. Also ein Hochwasser, wie es im Schnitt aller 30 Jahre auftritt. Man erinnert sich, dass auch dieses Januar-Hochwasser 2011 in Leipzig inszeniert wurde, als sei Holland in Not. Die Inszenierung hatte ihren Sinn, denn damit wurde im Nachgang ab Februar 2011 das radikale Abholzen von Bäumen auf und hinter den Deichen im Leipziger Auenwald begründet. Stichwort: „Tornadoerlass“. Noch heute sind zwei Prozesse gegen diese amtlichen Abholzungen vor Gericht anhängig.

Die Sickerstelle kennen die Fachleute seit Jahrzehnten, denn man hatte hier den Deich einfach über einem alten Nebenarm der Paußnitz aufgeschüttet. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im nördlichen Auenwald, wo das Wasser unter dem Deich in die nördliche Burgaue sickerte, weil man auch dort einen alten Wasserlauf einfach überbaut hatte. Das hat die LTV 2011 dann unterbunden, indem sie schwere Stahlschotten in den Deich getrieben hat. Gründlicher wurde noch nie ein Auwald vor dem für ihn so wichtigen Wasser geschützt.

Was jetzt am Elsterhochflutbett passiert, ist völlig offen. Denn im Juni 2013 sickerte natürlich wesentlich mehr Wasser aus der Sickerstelle – der Wasserdruck war ja auch wesentlich höher. Es war ja ganz offiziell ein Hochwasser der Kategorie HQ 150. Frank Kupfer: „Die Deiche am Elsterflutbett wurden dabei weitaus höher als im Januar 2011, teilweise über mehrere Tage im Freibordbereich, eingestaut. Damit wurden die Deiche im Juni 2013 bedeutend stärker als im Januar 2011 und über ihre Belastungsgrenzen hinaus in Anspruch genommen.“

Man sieht: Der Minister hat sich von den Experten aus der LTV zuarbeiten lassen. Und was heißt denn nun das mit dem Freibord? – Wikipedia: „Der Freibord bezeichnet in der Wasserwirtschaft den Abstand zwischen einem Wasserspiegel und einer höher liegenden Kante eines Bauwerkes, meistens die Oberkante eines Dammes oder Ufers.“

Heißt also: Das Wasser überstieg zwar die theoretisch gewollte Hochwassermaximalhöhe, blieb aber unterhalb der Deichkrone. Meldungsweise fehlten am Ende 30 Zentimeter.

Und die Sickerstelle? – Frank Kupfer: „Die nach dem Hochwasserereignis im Jahr 2013 vorgenommenen Schadenserfassungen weisen einen hohen Schädigungsgrad der Deichabschnitte am Elsterhochflutbett durch Suffusion (Lösung und Umlagerung feiner Bodenteilchen im Boden) sowie Erosion aus.“ Die LTV hätte nicht vorher reagieren müssen, denn die Sickerstellen wurden erst mit dem Juni-Hochwasser „kritisch“.

Die dritte Frage von Gisela Kallenbach beschäftigt sich mit dem geplanten Neubau des Nahleauslasswerks, das beim Juni-Hochwasser ja bekanntlich ebenfalls wieder geöffnet werden musste (mit entsprechenden Flutungsschäden bis zum Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg). Die Grünen-Abgeordnete wollte einfach wissen, warum es nicht möglich ist, den Fachbaum niedriger zu setzen. Dann könnte der Auwald dahinter ja auch bei kleineren Hochwassern schon geflutet werden.

Aber hier scheint es jetzt wieder um die Verwendung des richtigen Begriffs zu gehen. Frank Kupfer: „Der Fachbaum des Nahleauslasswerkes liegt, mit bloßen Auge erkennbar und vermessungstechnisch nachgewiesen, auf gleicher Höhe mit dem (mit) Auwald bewachsenen Hinterland. Eine Absenkung des Fachbaums könnte daher nicht zu einer häufigeren Überschwemmung des Polders führen.“

Mal noch zur Einschränkung erwähnt: Die Burgaue ist noch nicht als Polder umgebaut. Wäre sie das, wären die Bauwerke darin (Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, Domholzschänke) durch eigene Eindeichungen vor Überflutungen geschützt. Was da im Januar 2011 und im Juni 2013 mit der Burgaue angestellt wurde, war zwar eine Flutung, aber eine geregelte Nutzung als Polder war es nicht.

Und der Fachbaum? – Bei klassischen Wehren ist der Fachbaum das oberste Holz, das den Wasserstand dahinter bestimmt. Beim Nahleauslasswerk ist es aber der Betonsockel, oberhalb dessen sich die stählernen Tore befinden. Eine Variante der Überlegungen zum Leipziger Hochwasserschutzkonzept geht davon aus, dass das Nahlewerk prinzipiell überflüssig ist und die Stahltore einfach demontiert werden könnten. Und an der Stelle wird die Frage von Gisela Kallenbach erst interessant: Dann bestimmt nämlich wirklich der Fachbaum, wie oft der Auwald in der Burgaue geflutet wird.

Nämlich deutlich öfter. Immer dann nämlich, wenn der Wasserstand in der Nahle höher als der Fachbaum steht. Oder eben höher als die Höhe der Burgaue. Und das wäre dann auch bei kleineren Hochwassern der Fall. Dazu muss nicht der Fachbaum abgesenkt werden, sondern die Stahltore müssten abgebaut werden – und nicht erneuert, wie es die LTV jetzt mit Genehmigung des Leipziger Umweltamtes vor hat.

Das Geld, das man am Auslasswerk sparen würde (Es ist von 3 Millionen Euro die Rede.) könnte besser und vor allem nachhaltiger zum Schutz der Bauwerke im „Polder“ Burgaue eingesetzt werden. Dann würden nämlich auch jene Kosten entfallen, die jetzt bei jeder Flutung der Burgaue als Schaden entstehen. Siehe: Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, 470.000 Euro.

So ganz nebenbei hat der Minister also angedeutet, wie unsinnig das eigene Hochwasserschutzkonzept ist.

Quelle: l-iz.de

Radebeul. Die Stadt Radebeul hat von der Sächsischen Staatskanzlei die Bestätigung ihres Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 erhalten. Im Rahmen des Plans wurden insgesamt 33 Einzelmaßnahmen bestätigt, die ein Gesamtvolumen von rund 15,7 Millionen Euro haben. Von diesem Budget entfallen 7,8 Millionen Euro auf die Sächsische Aufbaubank, die übrigen 7,9 Millionen Euro auf das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV).

Die Einzelmaßnahmen verteilen sich mit etwa 9,5 Millionen Euro zum großen Teil auf die Stadt Radebeul. Größ- ter Posten auf dieser Liste ist die Instandsetzung der Oberen Johannis- bergstraße/Kottenleite zwischen Meiß- ner Straße und Ringstraße, für die 3,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. 2,2 Millionen Euro werden außerdem für Arbeiten an der Kötzschenbrodaer Straße zwischen Am Gottesacker und Weintraubenstraße benötigt, weitere 1,3 Millionen Euro für den Ersatzneubau der Brücke und der Stützmauer „An der Jägermühle“.

Insgesamt rund fünf Millionen Euro verteilen sich auf Maßnahmen, die die Stadtentwässerung nach der Juni-Flut durchführen muss, etwa bei der Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlage in Radebeul-Naundorf. Der Eigenbetrieb Städtische Bäder- und Freizeitanlagen benötigt 484 000 Euro, um Schäden an der Sporthalle „An der Festwiese 1“ sowie an den Böschungen und Stützmauern des Lößnitzbades zu beseitigen.

Im Wiederaufbauplan ebenfalls bestätigt sind 356 400 Euro für die Dresdner Verkehrsbetriebe, die Arbeiten an der Gleisschleife Radebeul-West durchführen müssen, 143 000 Euro für das Ökumenische Kinderhaus Am Gottesacker, 75 900 Euro für das Familienzentrum Altkötzschenbroda sowie 64 900 Euro für die Stiftung Hoflößnitz, wo Stützmauern beschädigt worden sind.

„Auf der Grundlage des bestätigten Wiederaufbauplans können nunmehr die notwendigen Einzelförderanträge bei den jeweiligen Bewilligungsbehörden gestellt werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Quelle: dnn-online.de

Wie gut durchdacht ist der Hochwasserschutz für Döbeln?

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Im Erzgebirge werden zwei teure Regenrückhaltebecken geplant. Ob sie Döbeln vor der jüngsten Flut geschützt hätten, ist fraglich.

 

 

Wer in Döbeln noch immer sein Geschäft einräumt, sein Haus trocknet, sich mit der Versicherung herumärgert oder auf die Bearbeitung seines Fluthilfeantrages wartet, dürfte sich seit zwei Monaten auch immer wieder diese Frage stellen: Lohnt sich der Wiederaufbau überhaupt? Döbeln wurde Ende Mai und Anfang Juni zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren von einem Jahrhunderthochwasser überschwemmt. Wenn sich derartige Fluten häufen, wird das Leben an der Mulde teuer. Und so ist das verdrängte Thema Hochwasserschutz mit seinen endlosen Diskussionen, Planungsrunden und Genehmigungsverfahren auf einmal wieder wichtig.

 

„Wir brauchen nicht das Auto, das draußen rumfährt und verkündet, dass das Wasser kommt. Wir brauchen Überflutungsgebiete“, sagte vor einigen Wochen Uhrmacher Michael Pietsch vom Niedermarkt. Auch Rückhaltebecken forderte er und traf damit, glaubt man den Planern der Landestalsperrenverwaltung (LTV), ins Schwarze. Mit der Flutmauer, die derzeit rund um die Muldeinsel und entlang der gegenüberliegenden Ufer errichtet wird, ist die Stiefelstadt nur gegen ein statistisch aller 50 Jahre auftretendes Hochwasser geschützt. Dies bedeutet, dass der Muldepegel in Mahlitzsch dann bei 389 Zentimetern liegt: rund 30 Zentimeter über Alarmstufe 4. Einen Schutz vor einem statistisch aller 100 Jahre auftretenden Hochwasser (HQ100) sollen zwei etwa gleich große Rückhaltebecken bei Mulda und Oberbobritzsch bieten, die irgendwann an Nebenflüssen der Freiberger Mulde im Erzgebirge eingerichtet sein sollen. Die Flut im Mai und Juni war in Döbeln etwa ein HQ100. Das Hochwasser 2002 wird als HQ200-300 eingestuft.

 

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, welches für das Becken bei Oberbobritzsch im ersten Quartal 2014 abgeschlossenen sein soll, sagt Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion. Für das Becken bei Mulda kann er keinen Termin nennen, weil die Talsperrenverwaltung gerade wieder die Pläne überarbeitet. Ist der Feststellungsbeschluss einmal da, haben etwa Eigentümer in Anspruch genommener Flächen die Möglichkeit, gegen den Beschluss zu klagen. Und wird dann endlich losgelegt, vergehen bis zur Fertigstellung 4,5 bis 5 Jahre, schätzen Ingenieure. Immerhin muss für das Becken in Mulda extra ein über vier Kilometer langer Überleitungsstollen durch Erzgebirgshügel getrieben werden, damit Wasser der Mulde im Hochwasserfall im Rückhaltebecken am Chemnitzbach „zwischengeparkt“ werden kann.

 

Ein Gegner des Hochwasserschutzvorhabens ist der Naturschutzverband Sachsen. Außer dass er aus nahe liegenden Gründen etwas dagegen hat, dass die Hochwasserrückhaltebecken Flächen beeinträchtigen, die nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt sind, argumentiert der von Tobias Mehnert geleitete Verband auch, die Hochwasserrückhaltebecken schützten die flussabwärts gelegenen Städte Nossen, Roßwein und Döbeln nicht. Im Einzugsgebiet der Freiberger Mulde gebe es drei typische, Hochwasser verursachende Wetterlagen: Entweder geht nur im Erzgebirge Starkregen nieder, es schüttet im Erzgebirgsvorland bis hinein in die Region Döbeln oder es regnet überall entlang der Freiberger Mulde heftig und über längere Zeit. Ein HQ100 im Bereich der Rückhaltebecken, das nicht durch Starkregen im Unterlauf der Mulde verstärkt wird, so der Naturschutzverband, fließe bereits an Nossen ohne Überschwemmungen vorbei und man braucht keine Rückhaltebecken, um die Städte im flacheren Land zu schützen. In den beiden anderen Fällen falle im flachen Land so viel Wasser vom Himmel, dass zwei Riesenwasserspeicher weiter oben an der Mulde Döbeln nicht wirklich schützen.

 

Die Landestalsperrenverwaltung hingegen hält die Rückhaltebecken in jedem Fall für sinnvoll. Man habe bei der Planung halt bestimmte Wahrscheinlichkeiten für Niederschlagsereignisse errechnet. Kosten und Nutzen stünden bei den geplanten beiden Rückhaltebecken – zusammen immerhin geschätzte rund 100 Millionen Euro teuer – in einem vernünftigen Verhältnis. Außerdem wirkten die Rückhaltebecken auch bei einem zwei- oder dreihundertjährigen Hochwasser noch dämpfend und minderten Hochwasserschäden flussabwärts ab, erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne.

 

Wie erwähnt, Hochwasserschutzplanungen sind so lange langweilig, bis das eigene Geschäft unter Wasser steht. Wie gut die Rückhaltebecken vor Hochwasser schützen, kann vielleicht erst die Praxis beweisen. Das jüngste Hochwasser zeigt jedoch, dass die Gefahr durch Regen, der in der Nähe fällt, nicht zu unterschätzen ist: Wie 2002 fielen sowohl im Erzgebirge als auch am Unterlauf der Freiberger Mulde mehr oder weniger zeitgleich Starkregen. Hobbymetereologe Heinz Frust aus Mockritz hat vom 25. Mai bis zum 4. Juni 167 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen – fast sechsmal soviel, wie in diesem Zeitraum üblich ist.

 

Vor allem für die erste „Welle“ des Hochwassers am 31. Mai gibt es Indizien, die für einen großen Beitrag des lokal gefallenen Regens zur Entstehung der Flut sprechen. So war der Hochwasserscheitel, also der höchste Pegelstand der Mulde, fast zeitgleich in Berthelsdorf und 42 Kilometer weiter flussabwärts in Nossen. Eine naheliegende Erklärung dafür ist, dass im Erzgebirgsvorland eine Menge Wasser in die Mulde floss, wie Hydrologe Uwe Büttner vom Landeshochwasserzentrum bestätigt. Dieses Wasser hätten Rückhaltebecken nicht aufgehalten. Die Feuerwehr Döbeln registrierte am 31. Mai vier Einsätze an Überschwemmungen und Ausuferungen von innerstädtischen Bächen, den Gewässern zweiter Ordnung: Nachts um 2 Uhr wurden die Kameraden zum Pommlitzer Bach/Amselgrund gerufen, um 16 Uhr gab es Alarm am Bielbach und im weiteren Verlauf des Abends noch zwei Einsätze am Pommlitzer Bach. Der Döbelner Anzeiger vermerkte am Nachmittag dieses Tages auf seiner Facebook-Seite, der Bielbach habe die B175 zwischen der Autobahnabfahrt Döbeln-Ost und Döbeln überflutet. Bei der zweiten, höheren „Welle“ am 2. und 3. Juni vermerkt das Einsatzprotokoll der Feuerwehr keine Überflutungen an innerstädtischen Bächen. Die Niederschläge vor Ort waren jedoch ebenfalls beträchtlich.

Quelle: sz-online.de

Still ruht der Deich in Neubleesern

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Als das Hochwasser das Siel in Neubleesern im Juni erreichte, hielt der Schutz nicht lange stand. Die Sanierung des zerstörten Siels steht still, weil der Schwerpunkt der Hochwasserschäden an der Mulde liegt. In Neubleesern könnte im nächsten Frühjahr begonnen werden.

Neubleesern/Prettin „Hier baut der Freistaat Sachsen“, heißt es auf dem großen Bauschild bei Neubleesern, gleich hinter der Landesgrenze zu Sachsen gelegen. Und zwar: „Grundhafte Instandsetzung des Elbedeiches Zwethau-Schützberg“. Im Moment allerdings baut hier gar niemand, kein Bagger dreht sich, kein Lkw bewegt Sand und Erde. Der Deich ist verwaist. Lediglich der stählerne Kasten um das während des Hochwassers geborstene Siel verrät, dass hier nach dem schweren Hochwasser Anfang Juni doch etwas getan wurde.

Allerdings, so räumt Axel Bobbe, Betriebsleiter bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, ein, dass nach der Sicherung des Siels tatsächlich weitere Arbeiten „seit einigen Wochen“ gestoppt wurden. Entgegen den noch zu Flutzeiten geäußerten Planungen. Sein Betrieb ist das Pendant zum sachsen-anhaltischen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Elbe kein Schwerpunkt

„Wir haben durch das Hochwasser Schäden an Elbe, Mulde und Weißer Elster in Höhe von 280 Millionen Euro zu reparieren“, erklärt der sächsische Hochwasserschützer den Grund. Schwerpunkt sei daher im Moment für seinen Zuständigkeitsbereich die Mulde, wo die durch das Hochwasser verursachten Schäden am größten seien.

„Wir haben für dieses Jahr 70 Millionen Euro zur Verfügung, die allein in Reparaturen fließen werden. Und im nächsten Jahr ist noch mal so eine Größenordnung nötig“, erläutert Bobbe. Daher stünde im Moment nur fest, dass erst einmal das kaputte Siel erneuert wird. „Wir erarbeiten dafür gegenwärtig die Ausschreibung. Sie wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Den Bau bereiten wir für das nächste Jahr vor.“ Wenn alles gut laufe, dann könne der nach dem Frühjahr starten.

Die Sanierung des gesamten Deichabschnittes werde sicher um ein Jahr verschoben, so der Betriebsleiter der in Rötha (südlich von Leipzig) ansässigen Zweigstelle der Landesbehörde. Wie seinerzeit berichtet, liegt das während der Flut geborstene Siel in dem einzigen in diesem Bereich noch nicht sanierten Abschnitt der Schutzanlage. Von Zwethau her bis an das Siel heran ist der Damm inzwischen saniert. Schon zu Zeiten des Hochwassers Anfang Juni war dieser Teil weitgehend fertiggestellt. Dann schließt sich in Richtung Sachsen-Anhalt der Altdeich an. Ab der folgenden Linkskrümme ist die Anlage wiederum bereits grundhaft ertüchtigt, da sich in diesem Abschnitt die Bruchstelle befindet, die im Jahr 2002 zur Flutkatastrophe in hiesiger Region führte. Gerade aus diesem Grund verfolgen die Einwohner in Prettin und Umgebung – die sächsischen Orte in diesem Gebiet einbezogen – sehr aufmerksam, was sich in puncto Hochwasserschutz auf sächsischer Seite tut.

„Kaum Informationen“

Den möglichen Aufschub der Sanierung des Deiches „finde ich nicht in Ordnung“, merkt daher Prettins Ortsbürgermeisterin Helga Welz (parteilos) an. So sehr sie auch die von Bobbe genannten Gründe anerkennt. „Vor allem ist es aber der Umstand, dass wir von sächsischer Seite wieder einmal kaum Informationen bekommen. Uns fragen die Leute, aber wir wissen nicht die Antworten.“ Das widerspreche aus ihrer Sicht dem allgemeinen Eindruck, dass die Zusammenarbeit über die Ländergrenze hinweg nun besser wäre. „Es müsste aber dringend etwas passieren, um die Ängste der Leute in Sachsen-Anhalt zu beruhigen“, meint Helga Welz.

Und nicht zuletzt waren damals ja auch einige sächsische Orte von dem Dammbruch betroffen. Wie während der jüngsten Hochwassersituation mehrfach berichtet, hatten sich Einwohner aus Dautzschen, Zwethau und anderen Orten in großer Sorge an die Feuerwehren der Stadt Annaburg, insbesondere Prettins, gewandt, weil sie den Eindruck hegten, dass ihre Landesbehörden die Verteidigung des Deiches aufgäben. Darauf wurde auch sofort reagiert.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser: Geld für Schutzkonzept

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Wermsdorf. Die Gemeinde Wermsdorf setzt weiter auf Hochwasserschutz. Am Donnerstag beschlossen die Räte einstimmig die Finanzierung, um das Schutzkonzept für Saubach und Schallenteichbach fortzusetzen. Das ist das Startsignal für das Ingenieurbüro, weiter nach machbaren Möglichkeiten zu suchen, um Anwohner bei Starkregen und Überschwemmungen effektiv zu schützen.

Quelle: oaz-online.de

Energie Cottbus gewinnt Benefizspiel für Hochwasser-Opfer mit 8:0

Veröffentlicht: September 8, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Fußball-Zweitligist FC Energie Cottbus hat ein Benefizspiel zugunsten der Hochwasser-Opfer an der Elbe gegen eine Nordsachen-Auswahl klar für sich entschieden. Die Lausitzer gewannen vor 1100 Zuschauern im Torgauer Hafenstadion mit 8:0 (7:0).

Die Treffer für die Brandenburger erzielten am Samstag André Formitschow (3), Ivica Banovic und John Jairo Mosquera (je 2) sowie Marco Stiepermann. Geschont wurde bei den Cottbusern Stürmer Boubacar Sanogo, den leichte Knieprobleme plagten. In der sächsischen Kleinstadt wurden die Energie-Kicker von Co-Trainer Uwe Speidel betreut, da Chefcoach Rudi Bommer am Tag zuvor beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich in München weilte. Insgesamt kamen durch die Zuschauereinnahmen 5500 Euro für die Flut-Opfer zusammen.
Quelle: lr-online.de

Wiederaufbaupläne der Kommunen werden beraten

Veröffentlicht: September 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der Wiederaufbau nach dem Hochwasser in Sachsen geht in eine neue Phase. Nunmehr werden die vorliegenden Pläne der Kommunen geprüft und nach Dringlichkeit sortiert, wie die Staatskanzlei am Montag in Dresden mitteilte. Bis zum 20. September soll das abgeschlossen sein, hieß es. Sind die Pläne bestätigt, kann das Geld für die einzelnen Vorhaben beantragt werden.
Sachsens Kommunen hatten nach dem Juni-Hochwasser ihre Schäden auf rund 780 Millionen Euro geschätzt. Diese sollen zu 100 Prozent aus dem nationalen Fluthilfefonds ersetzt werden – vorausgesetzt, die Kommunen versichern sich gegen künftige Hochwasserschäden. Ansonsten gibt es nur einen 90-prozentigen Ersatz.
Quelle: focus.de

Sachsen: Jetzt kann die Fluthilfe fließen

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen

Die sächsische Landesregierung gab gestern grünes Licht für die Hochwasserentschädigung. Bis zu 80 Prozent der Gesamtschäden schießt das Land zu. Anträge können jetzt gestellt werden.

Mit der gestern von der Landesregierung verabschiedeten Förderrichtlinie „Hochwasserschäden 2013“ sind die finanziellen Hilfen für vom Juni-Hochwasser betroffene Unternehmen der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft sowie des Gartenbaus neu geregelt. Der Zuschuss zur Schadensbeseitigung bei Unternehmen beträgt nach der neuen Richtlinie 80 Prozent der Gesamtschäden. Bei bereits eingereichten Anträgen auf finanzielle Hilfen werden die neuen Entschädigungssätze berücksichtigt.

 „Bisher sind bei der Sächsischen Aufbaubank nur wenige Anträge auf Förderung gestellt worden. Nun haben die Betriebe aber Klarheit über die endgültigen Förderkonditionen. Ich hoffe, dass die Anträge nun zügig gestellt werden und dass der nachhaltige Wiederaufbau schnell vorankommt“, so Staatsminister Frank Kupfer.

Was wird entschädigt?

Gefördert wird die Beseitigung aller Schäden, die unmittelbar durch das Hochwasser entstanden sind. Das schließt auch Schäden durch wild abfließendes Wasser, Sturzfluten, aufsteigendes Grundwasser, überlaufende Regen- und Mischwasserkanäle sowie durch Hangrutsche ein, soweit sie unmittelbar durch das Hochwasser verursacht wurden. Als Schäden gelten neben Schäden an Kulturpflanzen unter anderem auch Ausgaben für den Wiederaufbau, für Reparaturen, die Wiederbeschaffungskosten von Nutztieren, Vorräten und Lagerbeständen sowie die Kosten für Aufräumarbeiten und für die Schadensermittlung.

er Mindestschaden muss 5.000 Euro betragen. Im Bereich der Forstwirtschaft gilt eine Förderobergrenze von 200.000 Euro, in der Binnenfischerei liegt diese derzeit bei 30.000 Euro, jeweils nach den Bestimmungen des Europäischen Beihilferechts. Der Freistaat Sachsen hat bei der EU-Kommission eine Öffnung der Förderobergrenze für die Binnenfischerei beantragt. Zu Ermittlung der Schadenshöhe ist ein Gutachten erforderlich.

Zuschuss für Kleingärten

Die Förderrichtlinie regelt auch die Förderung der Schadensbeseitigung in Kleingärten und Kleingartenvereinen. Als Schäden gelten hier unter anderem Ausgaben für die Reparatur und den Wiederaufbau von Vereinsanlagen und Gartenlauben sowie die Kosten für die Schadensermittlung. Vereine bekommen einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der Schäden, wenn diese über 2 000 Euro liegen. Bei Kleingärtnern liegt der Mindestschaden bei 5 000 Euro. Auch hier ist zur Ermittlung der Schadenshöhe ein Gutachten erforderlich.

Quelle: agrarheute.com

Hochwasserschutz besiegelt Freibad-Aus

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dem Zschopauer Stadtrat wurde eine Liste mit zehn Vorhaben zur Flutschadensbeseitigung vorgestellt. Allein 1,49 Millionen Euro sollen ins Badgelände fließen.

Zschopau. Um die Schäden nach dem Frühjahrs-Hochwasser und dem wenige Tage später niedergegangenen Unwetter an der öffentlichen Infrastruktur in Zschopau zu beseitigen, sind reichlich 2,67 Millionen Euro nötig. Das hat das Bauamt der Stadtverwaltung ausgerechnet. Eine Liste mit zehn Maßnahmen stellte Bauamtsleiterin Kerstin Buschmann am Mittwochabend dem Stadtrat vor.

Das vom Umfang größte und zugleich umstrittenste Projekt ist die Offenlegung des verrohrten Gansbaches im Badgelände. Der Bach hatte nach Starkregen sein Bett verlassen, die Becken geflutet und die Traversen in Mitleidenschaft gezogen. Als Buschmann die Baukosten auf 1,49 Millionen Euro bezifferte, ging ein Raunen durch die Besucherreihen. „Für das Geld könnten wir doch gleich das Freibad sanieren“, flüsterte jemand. Für einige Abgeordnete hörte sich das Projekt so an, als wolle die Stadt vollendete Tatsachen schaffen und damit eine eventuell später mögliche Sanierung des Bades ausschließen. Dass der verrohrte Zulauf, der einst die Becken speiste, offengelegt werden soll, sah BFW-Fraktionschef Frieder Meyer als Widerspruch zur Bekundung des Stadtrates, dass die Freizeitstätte erhalten bleiben soll: „Für mich stellt sich das konträr dar.“ Otmar Müller (FDP) beklagte, dass sich der Ratsbeschluss, das Bad nicht abzureißen und demzufolge zu erhalten, nicht im aktuellen Haushalt widerspiegele.

Oberbürgermeister Klaus Baumann (CDU) bestritt, den Ratsbeschluss mit dem Abbruch der Gansbach-Verrohrung umgehen zu wollen. Schließlich müsse man zuerst den Hochwasserschutz gewährleisten. Nach der jüngsten Flut liege es ohnehin nahe, dass es für die Einrichtung keine Baugenehmigung mehr geben wird, fügte er hinzu.

Zuvor hatte Buschmann erklärt, dass nach dem Hochwasser nur ein Rückbau des Freibades konsequent sei: „Eigentlich müssten wir das Gelände an die Zschopau zurückgeben, weil es Schwemmland ist.“ Gegenüber „Freie Presse“ bestätigte sie, dass mit der Offenlegung des Gansbaches das Bad nicht mehr an dieser Stelle saniert werden könne.

Vor dem Stadtrat dämpfte sie Erwartungen, wonach Zschopau wie die Stadt Leisnig (Mittelsachsen) für die Badsanierung in den Genuss von Fördermitteln kommen könnte. Auf das Beispiel aus dem Nachbarlandkreis hatte die Freibad-Bürgerinitiative auf ihrer Internet-Seite verwiesen. Mitstreiter Frank Heyde bat Baumann zu prüfen, ob sich die Leisniger Erfahrungen auf die Motorradstadt übertragen ließen.

Theoretisch könne Zschopau zwar das Sanierungsgebiet für das Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ auf ein Gebiet mit dem Bad und etwa dem Zweigwerkufer erweitern. Allerdings sei es schwierig, Entwicklungsziele zu definieren. Neben der Badsanierung müsste es im Flussgebiet gleichzeitig um den Rückbau von Gebäuden gehen. Das passe nicht zusammen, sagte Buschmann gestern der „Freien Presse“.

Vor dem Stadtrat machte sie am Mittwoch deutlich, dass die Situation von Leisnig nicht mit der von Zschopau vergleichbar sei. Die nächsten Bäder im Umfeld der 8700 Einwohner zählenden Stadt Leisnig mit 40 Ortsteilen befinden sich 12, 17 und 18 Kilometer von der Kommune entfernt. „Dagegen gibt es bei Zschopau im Umkreis von zehn Kilometern allein sieben Bäder“, so Buschmann. Das Leisniger Freibad befinde sich zudem schon mehr als 15 Jahre im Fördergebiet der Stadt.

Die Liste mit den Zschopauer Vorhaben ist laut Bauamtsleiterin inzwischen vom Landkreis geprüft und bestätigt worden. Der Gesetzgeber räumt die Möglichkeit einer 100-prozentigen Förderung ein.

Bauvorhaben im Umfang von 2,76 Millionen Euro

Zschopau hat neben der Offenlegung des Ganzbaches im Badgelände (1,49 Millionen Euro) vom Kreis neun weitere Projekte bestätigt bekommen:

 

Gewässerausbau Gräbelbach (10.000 Euro), Einlaufbauwerk und Durchlass Stadtgutbach (309.400 Euro), Sportanlage Sandgrube (408.900 Euro), Wasserstraße Krumhermersdorf (80.100 Euro), Uferweg (18.000 Euro), Wasserweg und Weg zur Bodemerkanzel (47.600 Euro), Wurzelweg (188.600 Euro), Brücke über den Nesselbach und Bachlauf am Freibad Krumhermersdorf (209.440 Euro), Altbergbauanlage „Heilige Dreifaltigkeit“ (3800 Euro).

Quelle: freiepresse.de

Leipzig. Der 40 Meter hohe Forschungskran im Leipziger Auwald steht seit gut zwei Monaten still. Grund sind die Schäden nach dem Juni-Hochwasser. Damals hatte die Talsperrenverwaltung das benachbarte Nahle-Auslaufbauwerk geöffnet und Wasser auf die Waldflächen umgeleitet. „Der Kran wurde dabei unterspült und hat sich um rund einen Meter geneigt“, sagte Christian Wirth, Professor für funktionelle Botanik an der Universität Leipzig. Es bestehe nach wie vor die Gefahr, dass er umkippe. Zum Schutz habe die Hochschule jetzt im Radius von 70 Metern einen Zaun aufstellen lassen. Zuvor hatte nur Flatterband vor der Gefahr gewarnt.

Das genaue Ausmaß des Schadens ist noch immer unklar. „Experten der Mibrag haben sich den Kran angeschaut, nächste Woche will ein Unternehmen aus Halle seine Leute schicken“, so Wirth. Erst wenn die genauen Expertisen vorlägen, könne eine Strategie zur Reparatur erarbeitet werden. „Für so einen Schaden hat man keine Gebrauchsanleitung im Regal“, meint der Professor. Klar ist auch, die Instandsetzung gibt es nicht zum Nulltarif. Zahlen kann Wirth noch nicht nennen. „Wir haben aber bereits Fluthilfe beantragt“, sagt der Biologe.

Verzichten will er auf den 2001 installierten Kran keineswegs. Ein Doktorand stehe bereits in den Startlöchern. Er soll die Kühlwirkung des Auwalds untersuchen und dabei auch die Temperaturen der Blätter auf Baumkronen messen. Der Kran sei für solche Untersuchung ideal. Forscher könnten in eine Gondel klettern und sich über einen 45 Meter langen Arm bequem den Messpunkten nähern. Ohne das Bauwerk lasse sich die Arbeit nur mühsam mit viel Kletterei umsetzen.

Nicht zuletzt sei der Kran auch für das in Leipzig entstehende Biodiversitätszentrum eine wichtige Plattform. „An der Einrichtung hängen immerhin acht Professuren“, berichtet Wirth. Leipzig hatte sich mit seinen Uni-Partnern Jena und Halle-Wittenberg in der Endrunde gegen die FU Berlin durchgesetzt. Insgesamt 15 Hochschulen hatten sich beworben. Das Zentrum wird für zunächst vier Jahre mit 33 Millionen Euro gefördert.

Der Kran steht seit 2001 im Auwald. Wirths Vorgänger, der inzwischen verstorbene Hochschullehrer und Botanik-Chef der Universität, Wilfried Morawetz, ließ ihn aufstellen. In den Jahren darauf machten die Forscher spektakuläre Entdeckungen und gestochen scharfe Fotos. So wiesen sie im Jahr 2003 Laubfrösche in 25 Metern Höhe, inmitten dichter Baukronen, nach.

Quelle:lvz-online.de

Fluthilfe ja, aber nicht für Hausrat

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen

Bürger, Kommunen und Unternehmen warten auf Fördergeld. Sachsen hat jetzt die Hochwasserhilfen geregelt – und zeigt sich auch dort wie üblich sparsam

Dresden. Trotz der nahenden Bundestagswahl gibt Sachsen das Wiederaufbaugeld nach dem verheerenden Juni-Hochwasser nicht mit vollen Händen aus. Kommunen wie Privatleute werden genau abwägen müssen, wie sie mit dem Geld aus dem nationalen Wiederaufbaufonds umgehen. Finanzielle Hilfen für die Wiederbeschaffung zerstörten Hausrates gibt es in Sachsen nicht. Kommunen müssen sich, um 100 Prozent der Schäden ersetzt zu bekommen, gegen künftige Hochwasserschäden versichern.

 

 

 

Staatskanzleichef Johannes Beermann (CDU) verwies am Dienstag bei der Vorstellung der vom Kabinett verabschiedeten Richtlinie darauf, dass Sachsen mit dem vom Bund zugebilligten Geld auskommen wolle. Der Freistaat rechnet mit gut 1,7 Milliarden Euro. „Die Wiederherstellung der Infrastruktur und der Bewohnbarkeit von Häusern haben absoluten Vorrang“, sagte Beermann. Beim Hausrat etwa gehe der Freistaat bewusst andere Wege als andere Länder. Ein hoher Versicherungsgrad, Soforthilfen und reichlich fließende Spenden seien einige Argumente gegen einen Schadenersatz für Hausrat.

 

 

 

Bürger, Unternehmen und Vereine können bis zu 80 Prozent der Schäden ersetzt werden. Beermann geht davon aus, dass das der Regelfall sein wird. Wer sein zerstörtes Haus an anderer Stelle wieder aufbauen möchte, kann einen zinslosen Kredit vom Land in Höhe von 20 Prozent des Schadens bekommen. Über eine Änderung der Gemeindeordnung soll es den Kommunen ermöglicht werden, Betroffenen Grundstücke unter dem eigentlichen Wert zur Verfügung zu stellen. Ein separates Programm zur Umsiedlung von Betroffenen werde es nicht geben. „Der Wiederaufbau eines Hauses an anderer Stelle ist die freie Entscheidung des Einzelnen“, sagte Beermann.

 

 

 

 

Aufwendige Antragstellung

 

 

 

Aktuell liegen bei der Sächsischen Aufbaubank knapp 300 Förderanträge von Unternehmen, Privathaushalten und Vereinen vor. Deren Schäden summieren sich auf knapp 16 Millionen Euro. Die Antragstellung ist aufwendig, weil im Gegensatz zur Soforthilfe zum Beispiel Gutachten eingeholt werden müssen. Nach bisherigen Schätzungen hatte das Hochwasser in Sachsen einen Schaden von rund 1,9 Milliarden Euro verursacht. Schlimmer hatte es das Nachbarland Sachsen-Anhalt mit rund 2,7 Milliarden Euro Schäden getroffen.

 

 

Widerstand gegen Hochwasserschutzmaßnahmen soll in Sachsen künftig schwieriger werden. Das Kabinett verabschiedete den Entwurf eines sogenannten Begleitgesetzes, mit dem mehrere Landesgesetze in punkto Hochwasserschutz geändert werden. So sollen Grundstückseigentümer unkomplizierter gezwungen werden können, Land etwa für Deichbauten herzugeben. Zudem ist unter anderem beabsichtigt, generelle Bauverbote in Naturschutzgebieten zugunsten des Hochwasserschutzes aufzuheben.

Quelle: sz-online.de

Pirna trocknet dem Herbst entgegen

Veröffentlicht: August 18, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen

Das Elbehochwasser stand lange in der Stadt und traf vor allem die Geschäftsleute. Die Mauern der Läden trocknen langsam, aber in ein paar Wochen soll das normale Leben wieder beginnen.

Aus dem Hauseingang mit der Nummer 10 dringt das schrille metallische Rasseln eines Bohrhammers auf die Lange Straße in Pirna. Das spätgotische Bürgerhaus von 1730 hat schon wer weiß wie viele Hochwasser der Elbe überstanden, denn die Lange Straße steht fast immer unter Wasser, wenn der Fluss über die Ufer tritt. Zuletzt 2006 bei dem „Zwischenhochwasser“ und eben dieses Jahr wieder. Nun werden abermals die Spuren und Schäden beseitigt. Gegenüber auf der anderen Straßenseite liegt ein Schaufenster dunkel.

Da war einmal ein Kosmetikladen. Durch die blinden Scheiben ist der frühere Verkaufsraum zu erkennen, bis auf eineinhalb Meter Höhe ist der Putz abgeschlagen. Je weiter man in die historische Altstadt Pirnas kommt, desto mehr dunkle Schaufenster. An der Dohnaischen Straße, der Geschäftsstraße, die direkt zur Elbe führt – wo auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war, als das Wasser ihr noch entgegen kam – ist aus geöffneten Ladentüren noch immer das rauhe Gebläse der Trocknungsgeräte zu hören. Vereinzelt bunte Schilder: „Wir haben geöffnet“.

Wie ein Weihnachtsmarkt im Hochsommer

„Acht Wochen ging das Ungemach – nu’s wieder uff ab Donnerschdach – und däden uns ooch sehre freuen – Sie wie vorher scheen zu betreuen“, heißt es an einem Bekleidungsgeschäft. Am Markt steht das Schuhhaus Eppstädt leer. In dem weiträumigen Geschäftsraum rührt sich nichts. „Es muss trocknen“, sagt später Kerstin Emmrich, die Tochter der Eigentümerin. „Sie finden uns im Hüttendorf auf dem Marktplatz“, heißt auf einem Schild. Vor dem Pirnaer Rathaus wirkt das Hüttendorf wie ein Weihnachtsmarkt im Hochsommer. Tatsächlich sind die Verkaufsstände aus dem Lager geholt worden, wo sie auf den nächsten Weihnachtsmarkt warteten.

Jetzt werden daran Blumen und Gemüse, Kleider und Haushaltswaren und eben Schuhe verkauft. „So können wir wenigstens unsere Sommerkollektion anbieten“, sagt Kerstin Emmrich. Zwei Plastikstühle und ein grüner Kunststoffläufer dienen zur Anprobe. Die junge Frau erzählt: In der Woche, als das Wasser kam, wollte das Schuhhaus den 80. Jahrestag seines Bestehens feiern. Die Ware für den Sonderverkauf war schon ausgepackt, und die ganze Familie war am Sonntag damit beschäftigt, kleine Präsente für die Kunden zu packen – bis am Mittag die Hochwasserwarnung kam.

Dann brachte die Familie die Schuhe in Sicherheit. Es ist nicht viel Betrieb zwischen den Verkaufsbuden. „Wir wollen aber zeigen, dass es weitergeht“, sagt Kerstin Emmrich. Nein, sie wollen sich nicht geschlagen geben vom Wasser und den Naturgewalten. „So viel Anfang war noch nie,“, fasst Stadtsprecher Thomas Gockel die Stimmung zusammen. Rund um den Marktplatz haben die Restaurants, Gasthöfe und Imbisslokale die Sommermöbel auf die Straße gestellt. In den Gaststuben bietet sich dasselbe Bild: Baustelle, abgeschlagener Putz, Trocknungsgeräte. Unter den Sonnenschirmen aber lässt es sich gut aushalten.

Der schöne Sommer macht es leicht, das Leben nach draußen zu verlagern. „Man muss ja auch mal Glück haben“, sagt Uwe von Schröter vom „Café und Bistro“. Doch etwa zwei Drittel der Stühle sind leer. Die Touristen, für die Pirna sonst eine feste Station ist, kommen nicht. Auch der städtische Touristen-Service nebenan verzeichnet 30 Prozent weniger Besucher, berichtet Antje Pötschke, die Leiterin. Die Stornierungswelle habe gleich mit dem Hochwasser eingesetzt.

„Viele wollen nicht als Gaffer erscheinen“

„Da haben auch Leute abgesagt, deren Quartiere gar nicht vom Hochwasser getroffen waren“, sagt sie. Obwohl in Pirna alle touristischen Ziele vom Hochwasser unbeschadet geblieben sind, und obwohl der Elbe-Radweg wieder zu befahren ist, bleiben die Besucher weg. „Viele wollen nicht als Gaffer erscheinen oder bei den Aufräumarbeiten im Weg stehen“, mutmaßt sie über die Motive. Manches bekommt sie bei den telefonischen Anfragen zu hören. „Aber gerade jetzt brauchen wir die Besucher.“ Erst am Ende des Jahres wird man eine Bilanz ziehen können.

Das Wasser hat viele Tage in der Pirnaer Altstadt gestanden und ist tief ins Mauerwerk eingedrungen. Das muss jetzt trocknen, das dauert und ist kaum zu beschleunigen. In Pirna traf das Hochwasser überwiegend Geschäftsleute, denn im Parterre der Häuser liegen eben die Geschäftsräume.

Fast alle konnten ihre Waren und die Einrichtung rechtzeitig in Sicherheit bringen, aber die Böden quollen auf, die Mauern sind nass. Oft sind die Geschäftseigentümer auch die Hauseigentümer. Während Mieter sich flutsichere Quartiere suchen konnten, bleibt den Hausherren gar nichts anderes übrig, als weiterzumachen.

„Wir wollen wieder Leben in die Stadt bekommen“, sagt Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke. Dazu hat man kürzlich schon das traditionelle Hoffest genutzt, bei dem Privatleute ihre versteckten Höfe öffnen und die Gäste bewirten. Zum ersten Mal stand das Fest unter einem Motto: „Wir sind wieder aufgetaucht“. Ausnahmsweise waren auch die Geschäftsleute geladen, ihr Sortiment anzubieten. Die übliche Verkaufsnacht, die sonst Anfang September stattfindet, wurde auf Ende des Monats verschoben. Es soll der Startschuss werden für ein wieder „normales“ Geschäftsleben in Pirna.

Quelle: faz.ne

Bürger machen mit Plakaten Druck für Hochwasserschutz

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Mit 1500 Postern wollen Anwohner der Würschnitz erreichen, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Unterstützt werden sie dabei vom Klaffenbacher Lions-Club.

Harthau/Klaffenbach. Menschen, darunter auch Politiker, vergessen schnell. Damit das mit dem erst wenige Wochen zurückliegenden Juni-Hochwasser nicht passiert, hat die Harthauer Bürgerinitiative Hochwasserschutz Würschnitztal eine Plakataktion gestartet. „Hochwasserschutz jetzt!“ steht auf den Postern vor dem Hintergrund einer hellblau eingefärbten Hochwasserszene und „Taten statt schöner Worte“ sowie „intelligente Lösungen für ganz Sachsen“.

Nachdem in Harthau bereits die ersten Exemplare verteilt wurden, sollen in den nächsten Wochen in der gesamten Stadt Plakate möglichst an Stellen angebracht werden, wo viele Menschen vorbeikommen, in öffentlichen Einrichtungen ebenso wie in Schaufenstern privater Geschäfte. „Wir hoffen, dass uns dabei viele Einwohner und auch Studenten unterstützen“, sagt Ralf Kirch- übel, Sprecher der nach dem August-Hochwasser 2010 gegründeten achtköpfigen Bürgerinitiative. Dort können die Plakate, von denen insgesamt 1500 Stück in den Formaten A 2 und A 4 gedruckt wurden, kostenfrei bezogen werden.

„Hochwasserschutz ist ja nicht nur ein Thema für die Flutopfer, sondern betrifft über die Schäden an Unternehmen und öffentlichen Gebäuden sowie die steuerfinanzierten staatlichen Hilfen jeden Bürger“, sagt Kirchübel zum Anliegen der Aktion. Deshalb, so versprechen sich die Initiatoren, sollen die Plakate die Erinnerung an die Hochwasser seit 2002 wach und den Druck auf die Politiker konstant halten, versprochene Hochwasserschutzmaßnahmen ohne Verzögerung zu verwirklichen.

Viele Anwohner der Würschnitz in Einsiedel und Harthau waren Anfang Juni bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2010 vom Hochwasser betroffen und fordern vor allem, dass ein Hochwasserrückhaltebecken bei Jahnsdorf nicht erst nach 2017, sondern möglichst schnell gebaut wird. „Es hätte uns in Harthau vor den diesjährigen Überflutungen bewahrt“, ist Steffen Groh von der Bürgerinitiative überzeugt. Ihnen und ihren Mitstreitern gehe es aber nicht nur um wirksamen Schutz an der Würschnitz, sondern ebenso an der Zwönitz, der Chemnitz und allen anderen Flüssen in Sachsen, unterstreichen Kirchübel und Groh. Die Plakataktion hätten sie deswegen gleich nach dem jüngsten Hochwasser geplant.

Möglich geworden sei sie aber erst durch eine Geldspende des Lions-Clubs Chemnitz-Wasserschloß Klaffenbach. „Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz ist eines der Projekte, die wir aus den Erlösen des diesjährigen Chemnitz-Marathons unterstützen“, erklärt Klaus Kleinertz, Organisator des Laufes und eines der derzeit 24 Mitglieder des 1999 gegründeten Lions-Clubs. Auch dessen Versammlungsort, das Schlosshotel im Wasserschloß Klaffenbach, war vom Juni-Hochwasser betroffen. Weil diese Flut genau eine Woche nach dem Marathon begann, habe man sich spontan entschlossen, eine Initiative für besseren Hochwasserschutz zu unterstützen. „An der Harthauer Initiative gefällt uns, dass es ihr nicht vorrangig um höhere Flutschutzmauern, sondern um intelligente Lösungen wie Überflutungsflächen geht“, sagt Clubmitglied Aribert Böhm, von dem der Vorschlag dazu stammte.

Plakate können morgen und am 24. August jeweils von 10 bis 14 Uhr bei Tino Frohberg, Klaffenbacher Straße 1, abgeholt werden.

Das Hochwasser Anfang Juni hat allein in Chemnitz nach Angaben der Stadtverwaltung Schäden von rund 21,6 Millionen Euro angerichtet. Damit lagen sie höher als bei den Flutkatastrophen 2002 und 2010, als jeweils Schäden von etwa 17 Millionen Euro bilanziert wurden. Am schwersten betroffen waren in diesem Jahr Straßen, Brücken und Gleise mit Schäden von 5,7 Millionen, Privathaushalte mit 2,8 Millionen sowie Unternehmen mit 2,5 Millionen Euro.

Lions (Löwen)-Clubs sind Organisationen, deren Mitglieder in freundschaftlichem Miteinander Gutes tun wollen. Der erste entstand 1917 in den USA, in Europa gibt es seit 1948 Lions-Clubs. Die internationale Lions-Vereinigung zählt insgesamt mehr als 1,35 Millionen Mitglieder in fast 47.000 Clubs aus 208 Ländern und Gebieten, darunter sechs Clubs in Chemnitz. Ursprünglich als reine Herrenclubs gegründet, beträgt der Frauenanteil heute fast ein Viertel.

Quelle: freiepresse.de

Die Landesdirektion Sachsen hat den Planfestellungsbeschluss für den Polder Löbnitz erlassen. Damit könne die Landestalsperrenverwaltung mit dem Bau weiterer Abschnitte beginnen.

Das teilte die Behörde am Freitag mit. Die Landesdirektion hatte bereits den vorzeitigen Baubeginn am Deich von Bad Düben-Hohenprießnitz sowie in Wellaune im Norden von Sachsen genehmigt. Diese Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss. Das Polder-Projekt verbessert den Angaben zufolge den Hochwasserschutz an der Vereinigten Mulde bis zur Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Es ist 19,8 Kilometer lang und hat eine Fläche von 1500 Hektar. Der Polder kann bei einem Hochwasser 15 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Über die Höhe der Investition wurden keine Angaben gemacht.

Quelle: focus.de

Mylauer sauer auf Stadt

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen

Nur wenige Wochen nach dem Hochwasser vom Juni wurden Teile Mylaus durch Starkregen erneut überflutet. Die Bürger fordern die Stadt deshalb auf, endlich zu handeln.

Mylau. Die vom Hochwasser betroffenen Mylauer sind mit der Stadtverwaltung unzufrieden. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Biergarten Rosin deutlich. Mehr als 40 Mylauer waren der Einladung von Kerstin Platzer und Katrin Rosin gefolgt.

Provisorische Brücke gefordert

Ein Hauptproblem ist aus Sicht der Mylauer die Brücke am Karl-Marx-Ring, die beim Hochwasser zum Nadelöhr wurde und extrem beschädigt ist. „Es gibt ein Gefahrengutachten von 2002, in dem der Abriss der Brücke dringend empfohlen wurde. Elf Jahre ist nichts passiert“, sagte der Mylauer Steffen Singer. „Die Brücke muss weg und dafür ein Provisorium her, bis die andere Brücke am Ring gebaut ist“, pflichtete ihm Michael Held bei. Er bezweifelt aber, dass die Stadt eine provisorische Brücke bauen lässt. „Doch wenn das Gebiet wieder überflutet wird, kostet das mehr als ein Provisorium“, sagte er.

In der Stadtratssitzung vom Juni hatten die Bürger zudem verlangt, einen Notfallplan für Katastrophen wie das jüngste Hochwasser zu erarbeiten. Der fehle aber immer noch. Beim letzten Regen habe es so wieder Probleme gegeben, die Feuerwehr zu erreichen, um prophylaktisch Sandsäcke zu ordern. Die Rettungsleitstelle habe die Auskunft erteilt, dass sie nicht für die Vorbeugung da sei. Für die Sandsäcke sei dann Sand vom Spielplatz am Schützenhaus zusammengekratzt worden. Die Stadt habe immer noch kein Hilfsmaterial auf Lager.

Angst um Gesundheit

Die Mylauer machen sich zudem Sorgen und ihre Gesundheit. Ein Gutachten hat das Fabrikgelände am Hirschstein als verseucht eingestuft. Jetzt steht die Frage, ob von dort Schadstoffe in Richtung Stadt gelangt sind.

Kritik gab es auch an stadteigenen Grundstücken, die immer noch aussehen, wie kurz nach dem Hochwasser im Juni. „Wenn man an den leer stehenden Häusern vorbeigeht, riecht man die Nässe. In einigen war seit dem Hochwasser noch keiner drin. Wir werden hier zum Rattenloch“, so Carmen Singer. Einige befürchten darüber hinaus, dass der gesperrte Spielplatz am Karl-Marx-Ring zum Müllplatz verkommt. Kritisiert wurde auch die Informationspolitik des Rathauses. Am 29. August soll Bürgermeister Christoph Schneider (CDU) deshalb Rede und Antwort stehen. „Es kann ja sein, dass der Bürgermeister viel gemacht hat, nur die Bevölkerung weiß nichts davon“, sagte Karin Rosin.

Bürgermeister bekommt Post

Die Mylauer wollen nun einen Brief an Bürgermeister Christoph Schneider schicken, der auch dem Landrat und dem Reichenbacher Oberbürgermeister zugehen soll. „In Neumark und Reichenbach funktioniert die Beseitigung der Flutschäden“, sagte Katrin Rosin, die bei dem Starkregen vor zwei Wochen erneut mit dem Wasser zu kämpfen hatte. „Während Sie und Ihre Mitarbeiter Ihren Urlaub genießen, sind wir ein weiteres Mal abgesoffen, wühlen in Schlamm, Dreck und Müll und versuchen, unsere Häuser und Firmen wieder instandzusetzen“, heißt es im Entwurf des Schreibens.

Behörden reparieren Hochwasserschäden an der Spree

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Sachsen
An der Spree in Schirgiswalde (Landkreis Bautzen) werden bis Ende September die durch mehrere Hochwasser verursachten massiven Erosionen beseitigt.
Auf etwa 270 Metern Länge soll unter anderem die Sohle des Gewässers wiederhergestellt werden, wie die Landestalsperrenverwaltung (LTV) in Pirna am Mittwoch mitteilte. Schäden am Gewässerbett und der Sohlschwelle verhinderten seit 2010 den Wasseranstau, der Fluss-Altlauf musste trockengelegt werden, erklärte die Behörde. Daher sollen nun die Sohlschwelle wiederhergestellt und der Altlauf von Sedimenten beräumt werden. Die Erd- und Wasserarbeiten, die rund 180 000 Euro kosten, müssen wegen der Fischschonzeiten aber bis Ende September abgeschlossen sein.
Quelle: focus.de

Erste Fluthelfer-Orden werden am 14. September vergeben

Veröffentlicht: August 13, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Die ersten Sächsischen Fluthelfer-Orden werden am 14. September verliehen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der die Ehrung gestiftet hatte, wird die Auszeichnungen selbst überreichen 
wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Zu der Festveranstaltung in der Dresdner Semperoper werden rund 400 Menschen erwartet, die bei der Juni-Flut im Einsatz waren, hieß es. Die Staatskapelle Dresden wird spielen, das MDR-Fernsehen überträgt einen Teil der Veranstaltung live.
Quelle: focus.de

Nachfrage nach Fluthelfer-Orden eher verhalten

Veröffentlicht: August 13, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Für den Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013 sind bisher mehrere hundert Vorschläge eingegangen. Das Innenministerium verbuchte bis Ende vergangener Woche 326.
Seit dem 1. August können Vorschläge für die Verleihung unterbreitet werden. Auch nach der Hochwasser-Katastrophe von 2002 hatte es eine solche Auszeichnung gegeben – rund 140 800 Fluthelfer-Orden wurden damals verliehen. In den Städten gab es bisher eher wenige Vorschläge. „Bei uns stehen bisher fünf Männer auf der Liste“, sagte etwa Jekaterina Nikitin von der Pressestelle der Stadt Pirna.
Quelle: focus.de

Hochwasser soll breiter werden

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Grüne fordern weitere Überflutungsflächen in Sachsen / Deichverlegung erfolgt sehr langsam

Damit Fluten an sächsischen Flüssen weniger Schäden anrichten, müssen sich diese ausbreiten können. Doch bei den geplanten Vorhaben kommt das Land nicht voran.

Die Aussicht klingt ernüchternd. In etwa 250 Jahren werden Sachsens Flüsse den Raum haben, der ihnen nach dem Hochwasser 2002 versprochen wurde – vorausgesetzt, das Tempo, mit dem Deiche verlegt und damit neue Flussauen geschaffen werden, erhöht sich nicht spürbar. An 49 Stellen sollten, so ist es in den Konzepten zum Hochwasserschutz für den Freistaat zu lesen, zusätzliche Auen und Überflutungsflächen entstehen; Flüsse wie die Elbe, die Freiberger und Zwickauer Mulde, Zschopau und Spree sollten sich auf 7500 Hektar zusätzlich ausbreiten können. Die Realität hinkt diesen Planungen meilenweit hinterher: Gerade einmal zwei Vorhaben mit 110 Hektar sind umgesetzt. Stand der Planerfüllung: 1,5 Prozent.

Gisela Kallenbach will das nicht hinnehmen. »Das muss schneller gehen«, meint die Abgeordnete der Grünen im Landtag. Ihre Fraktion fordert vom Land jetzt sogar, sich ehrgeizigere Ziele zu setzen. Eine Studie, die sie beim WWF-Aueninstitut in Rastatt in Auftrag gab, schlägt weitere 17 Deichrückverlegungen vor, mit denen die Flüsse weitere 3418 Hektar Rückhaltefläche erhalten würden.

Wie notwendig das ist, hat nach Ansicht von Oliver Harms vom Aueninstitut das Hochwasser im Juni 2013 gezeigt. Das hat in Sachsen viel weniger Schäden angerichtet als die Flut 2002. Grund: Der technische Hochwasserschutz – Deiche und Flutmauern – wurde verbessert, Deichbrüche kamen seltener vor. Dafür aber wurde das flussabwärts gelegene Sachsen-Anhalt um so stärker getroffen: »Die Unterlieger müssen es ausbaden«, sagt Harms. Die Pegel lagen dort viel höher als 2002, weil das Wasser ungehindert durch Elbe, Mulde und Saale floss. Magdeburg entging nur knapp einer Katastrophe; um Breitenhagen und Fischbeck, wo Deiche brachen, trat sie ein.

Harms fordert deshalb, technische Schutzmaßnahmen nur auf Ortschaften, Siedlungen und Bauwerke zu beschränken, alle weiteren Flächen aber zur Verfügung zu stellen, damit Wassermassen sich besser ausbreiten können: »Das Hochwasser soll breiter werden«, formuliert der Experte. Allerdings lasse sich nicht exakt beziffern, um wie viele Zentimeter sich die Pegel kappen ließen: »Dafür sind die Ereignisse jeweils zu verschieden.«

In der Theorie dürfte die Forderung, den Flüssen mehr Raum zu geben, einleuchten; in der Praxis steht sie, wie die sehr zögerliche Umsetzung der Pläne zeigt, vor großen Hürden. Vorbehalte gibt es etwa bei den Bewohnern von Orten, die näher am verlegten Deich lägen und den Anstieg des Grundwassers fürchten. Ablehnend reagieren häufig auch Landwirte, die ihre zu Überflutungsflächen umgewandelten Felder nur noch extensiv nutzen dürfen oder damit rechnen müssen, dass ihr Mais öfter im Wasser steht. Harms hält es für selbstverständlich, dass Bauern in solchen Fällen entschädigt werden. Man müsse aber generell abwägen, »ob wir Städte schützen wollen oder Maisäcker«.

Kein plausibles Argument sind nach Ansicht Kallenbachs die Kosten. Zwar ist eine Verlegung von Deichen nicht eben preiswert, wie ein Modellprojekt in Sachsen-Anhalt belegt. Dort werden in Regie der Naturschutzorganisation WWF im Lödderitzer Forst 7,3 Kilometer Elbedeich tiefer ins Land verlegt, was etwa 27,8 Millionen Euro kosten soll. Allerdings kostet auch die Ertüchtigung vorhandener Deiche viel Geld. Zudem seien 100 Millionen Euro aus dem Topf für Hochwasserschutz im Landesetat nicht abgerufen worden, wie die Abgeordnete herausgefunden hat. Sie vermutet neben den Konflikten mit Anwohnern, Bauern und Besitzern der Flächen einen weiteren, recht banalen Grund für die Skepsis gegen einen ökologischen Hochwasserschutz. Beim zuständigen Landesbetrieb arbeiteten zumeist Ingenieure, und »deren Denkansatz ist ein anderer: Sie wollen bauen.«

Quelle: neues-deutschland.de

Juni-Hochwasser lässt Handballer nun improvisieren

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Sachsen

8. Open-Air in Rochlitz wird drinnen gespielt – Spannende Spiele und Musik gibt es wie in den Vorjahren

 

 Das Juni-Hochwasser hat in Rochlitz viele Schäden hinterlassen und zwingt auch jetzt noch zum Improvisieren. So mussten sich die Handballer des BSC Motor Rochlitz auch für ihr Handball-Open-Air eine B-Variante einfallen lassen.

 

Ausfallen kam nicht infrage, deshalb geht die 8. Auflage der Veranstaltung morgen in der Regenbogen-Turnhalle über die Bühne. „Wegen der Flutschäden können wir unser Traditionsturnier nicht im Vater-Jahn-Stadion ausspielen und mussten umstrukturieren“, erklärt der Rochlitzer Handball-Chef Alexander Goy. Ab 10 Uhr wird nun morgen unter dem Hallendach um den Pott der Stadt gekämpft. Für das Turnier in der Muldestadt haben sich Teams aus verschiedenen Bundesländern angemeldet, insgesamt gehen zwölf Mannschaften an den Start. Bei den Damen treten Schlaubetal, Burgstädt, die HSG Muldental, Claußnitz und eine Mannschaft es BSC Motor Rochlitz an. „Man darf auf die Frauen gespannt sein, die sich für die neue Saison im Punktspielbetrieb angemeldet haben“, sagt Goy. Bei den Herren sind mit Lichtenstein, Schöneiche, Schlaubetal, Borna, der HSG Muldental, Oberlungwitz und den Gastgebern sieben Mannschaften dabei.

Am Abend sorgen eine Liveband und ein DJ für Stimmung. „Auch wenn es diesmal nicht zu hundert Prozent eine Open-Air-Veranstaltung ist, lohnt sich ein Besuch“, betont Goy. Und das kann man dem Handball-Chef glauben. Bislang gab es beim Spielen und Feiern immer eine gute Resonanz

Quelle: freiepresse.de

Die Grünen in Sachsen fordern mehr Überflutungsflächen für den Fall eines erneuten Hochwassers. „Wir müssen aus den Ereignissen lernen. Wir können nicht alle paar Jahre ein neues Jahrhunderthochwasser hinnehmen“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Gisela Kallenbach, am Freitag in Dresden. In Sachsen gebe es zu wenig Flächen, die steigendes Flusswasser aufnehmen könnten.

Kallenbach bezog sich dabei auf eine Studie des WWF-Auen-Institutes im baden-württembergischen Rastatt, die ihre Fraktion in Auftrag gegeben hatte.Die Studie schlägt unter anderem vor, 17 neue Überflutungsflächen entlang von Elbe, Zwickauer oder Freiberger Mulde mit einer Gesamtfläche von rund 3400 Hektar in ehemaligen Flussauen zu schaffen.

Technischer Schutz sei zwar wichtig, um Orte vor den Fluten zu schützen, sagte Kallenbach. Jede andere Fläche solle aber für ökologischen Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt werden.Die Grünen warfen der Regierung vor, zu wenig für den ökologischen Hochwasserschutz zu tun. So sei nach der Flut von 2002 die Rückverlegung von 49 Deichen geplant gewesen – so sollte eine Überflutungsfläche von 7500 Hektar entstehen. Bis heute wurden den Grünen zufolge aber nur zwei Maßnahmen mit einer Überflutungsfläche von 111 Hektar umgesetzt. Andere Maßnahmen zum Hochwasserschutz hätten Priorität gehabt, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage.

Dabei sei es vor allem darum gegangen, Menschenleben, Städte und Dörfer zu schützen. Die Juni-Flut habe gezeigt, dass technischer Hochwasserschutz wie Mauern oder Schutzwände gegriffen habe. Zudem sei man mit Landwirten im Gespräch über mögliche Überflutungsflächen. Solche Entschädigungs- und Planungsverfahren seien allerdings aufwendig.

Quelle: dnn-online.de

Bislang mehr als 100 Wiederaufbau-Anträge nach Hochwasser gestellt

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Sachsen

106 Förderanträge zum Wiederaufbau nach dem Hochwasser sind bislang in Sachsen gestellt worden. 28 kamen von Unternehmen, 78 von Privatleuten und Vereinen, wie die Sächsische Aufbaubank am Montag auf Anfrage mitteilte. Bei diesen Antragstellern summierten sich die Schäden auf zusammen 6,3 Millionen Euro, hieß es. Aus den Kommunen lägen wegen des speziellen Verfahrens noch keine Anträge vor.

Seit nunmehr drei Wochen können staatliche Hilfen beantragt werden. Die Prozedur ist aufwendig, weil im Gegensatz zur Soforthilfe zum Beispiel Gutachten eingeholt werden müssen. Das Fördergeld kommt aus dem nationalen Wiederaufbaufonds, Sachsen erhält rund 1,7 Milliarden Euro.

Quelle: lvz-online.de

Hochwasser hat gute Entwicklung bei Bibern in Sachsen gebremst

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Das Juni-Hochwasser von Elbe und Mulden hat den Bestand der sächsischen Biber vermutlich reduziert. Das Umweltministerium geht davon aus, dass der größte Teil der Jungtiere aus diesem Jahr verendet ist.

„In einigen Gebieten wird mit einem Totalverlust der Nachkommen gerechnet“, teilte das Ministerium in einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine Parlamentsanfrage mit. Zahlen zu verendeten Tieren lägen jedoch nicht vor. Aus einer Übersicht des Ministeriums geht hervor, dass sich der Bestand der Biber seit 1990 gut entwickelt hat. Damals gab es schätzungsweise 120 bis 160 Reviere mit etwa 450 bis 600 Tieren. 2012 waren es zwischen 275 und etwa 360 Reviere mit 975 bis gut 1.300 Bibern.

Der Großteil der sächsischen Biber sind Elbebiber (Castor fiber albicus). Die Vorkommen an der Neiße sind auf polnische Bestände zurückzuführen. Biber gibt es darüber hinaus in den Mulden, der Schwarzen Elster und der Spree. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Nach dem Hochwasser – Warten auf Touristen

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Hotels, Gaststätten und Cafés der Hochwassergebiete warten nach dem Ende der Flut wieder auf Touristen. Schnell und mit hohem Einsatz hat sich die Sächsische Schweiz wieder herausgeputzt. Doch reicht das?

Der kleine sächsische Ort Schmilka liegt direkt an der deutsch-tschechischen Grenze zwischen der Elbe und den steil aufragenden Felsen des Elbsandsteingebirges. Hier kann Bäcker Matthias Deußig Gästen wieder seine historische Bäckerei und Wassermühle erklären. Sie liegt ein Stück den Hang hinauf, direkt an einem Wanderweg.

Nur die Touristen, die zu ihm kommen, sind nach dem Hochwasser deutlich weniger geworden. „Wenn ich nachts um 24 Uhr anheize, kann ich frühestens um 4 Uhr anfangen zu backen“, erklärt er, während er stolz auf seinen Ofen zeigt, der noch genau wie im 18. Jahrhundert mit Holz befeuert wird. „Wir bereiten alles immer frisch zu. Deswegen brauchen wir genauso viel Zeit, wie der Ofen auch benötigt“, sagt Bäcker Deußig.

Die gesamte Bäckerei kommt vollständig ohne Strom aus. Ein großer Vorteil, denn vor etwa einem Monat konnte Deußig die Schmilkaer so mit frischem Brot versorgen. Denn auf dem Höhepunkt des Hochwassers stand der halbe Ort unter Wasser und die komplette Stromversorgung fiel aus. Die einzige Straße von Schmilka in das benachbarte Bad Schandau war nicht mehr passierbar. Das kleine Dorf war von der Außenwelt abgeschnitten.

Wiederöffnung so schnell wie möglich

Deußigs Brote und Kuchen werden auch den Gästen im Bio-Hotel „Helvetia“ angeboten. Es liegt am unteren Ende des Ortes direkt an der Elbe. „Wir haben hier über zwei Etagen im Wasser gestanden“, berichtet Inhaber Sven-Erik Hitzer. „Wir haben das Wasser zehn Tage lang ohne Pause im Erdgeschoss drin gehabt.“ Trotzdem fasste Hitzer genau zu dieser Zeit einen mutigen Entschluss: „Es ging erst einmal darum, dass wir ein Datum setzen. Wir haben uns dann den 1. Juli vorgenommen.“ Für ihn war das Datum erst einmal „patriotisch an die Wand genagelt“, doch mit rund 80 Helfern und hohem persönlichen Einsatz konnte er sein Hotel pünktlich zum vorgenommenen Termin wieder eröffnen.

Infrarot sorgt für trockene Wände

Einen besonderen Vorteil verschaffte Betreiber Sven-Erik Hitzer dabei eine neue Trocknungstechnik. Mit neuartigen Infrarottrocknern bekam er die Feuchtigkeit schnell aus den Wänden. Die Geräte werden dabei direkt vor die betroffenen Stellen gestellt und das Wasser kann wirkungsvoll verdampfen.

„Wir haben noch freie Zimmer“, antwortet Sven-Erik Hitzer auf die Frage nach der aktuellen Auslastung seines Hauses. Die Zahlen vor dem Hochwasser hat er noch nicht wieder erreicht, auch wenn die Bio-Touristen besonders treue Gäste sind. Aber bereits im August ist das Hotel fast wieder voll. Andere Hotels haben es da nach seiner Ansicht wesentlich schwerer.

Sorgen machen Hitzer aber vor allem die Tagestouristen. Am linken Elbufer von Schmilka verläuft der Elberadweg, der vor allem viele Radfahrer in den Ort führt. Der Radweg ist auch schon wieder durchgehend für die Radler befahrbar, aber dennoch „bleiben sie trotzdem aus“, bilanziert Hitzer. Die Radfahrer fehlen als wichtige Gäste im Café, Restaurant und der Bäckerei.

Kaffee und Kuchen aus dem Verkaufswagen

Im benachbarten Bad Schandau gleicht der historische Markt einer großen Baustelle. Die Geschäfte hier sind zwar zum Teil noch geschlossen, doch Terrassen und Cafés haben schon wieder geöffnet. Die Besitzer behelfen sich mit mobilen Verkaufswägen, solange die Läden noch nicht wieder benutzbar sind. Auch die ersten Hotels direkt an der Elbe öffnen wieder.

Auch das Land Sachsen hat die Not der Tourismusbranche erkannt. Mit rund 1,8 Millionen Euro zusätzlich will Sachsen wieder Gäste ins Land locken und damit die betroffenen Hochwasserregionen unterstützen. Mit den Tourismusbetrieben sind auch die regionalen Produzenten betroffen, die unter anderem die Hotels beliefern. Auch sie verzeichnen herbe Umsatzeinbrüche. „Andererseits sind wir als Verein Landschaft Zukunft e.V. dazu da, jetzt wieder Werbung zu machen und eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen“, zeigt sich Joachim Oswald vom regionalen Vermarktungsverein kämpferisch.

Die große Sanierung kommt erst noch

Im Garten des Hotels „Helvetia“ ist bereits alles wieder grün. Vom Hochwasser ist kaum noch etwas zu sehen. Die Stühle stehen im Gras direkt an der Elbe und eine große Schaukel hängt in den Bäumen. Doch so unbeschadet wie es scheint, hat das Hotel das Hochwasser dann doch nicht überstanden. Dennoch hatte man Glück im Unglück. „Es war wichtig, dass es nicht während der Hauptsaison passiert ist“, sagt Sven-Erik Hitzer. Sonst hätten sie jetzt während der Sommermonate ihr Hotel für den großen Umbau schließen müssen. Die anstehende gründliche Sanierung kommt erst noch. Dafür will Hitzer sich Zeit nehmen, wenn es wirtschaftlich am besten zu verkraften ist. Im Winter soll es soweit sein, denn dann kommen kaum Touristen in die Sächsische Schweiz.

Quelle: dw.de

Neues Wehr für Hoyerswerdaer Schwarzwasser in Zescha

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der kleine Ort Zescha bei Königswartha (Landkreis Görlitz) ist künftig besser gegen Hochwasser geschützt.
Nach neun Monaten Bauzeit ist das neue Wehr für das Hoyerswerdaer Schwarzwasser fertig, wie die Landestalsperrenverwaltung in Prina am Montag mitteilte. Die Behörde investierte rund 325 000 Euro, um das betriebsuntüchtige alte Wehr an dem Flüsschen zu ersetzen. Als Ersatz für die wegen der Bauarbeiten gefällten Bäume sollen im Herbst 19 Erlen und Eichen gepflanzt werden.
Quelle: focus.de

Hochwasser spült Panzergranate aus dem Krieg an

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen
An einem Bach im Königswalder Ortsteil Brettmühle (Erzgebirgskreis) hat am Samstag ein Förster eine Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.
Wie die Polizeidirektion Chemnitz mitteilte, hatte vermutlich das Hochwasser im Juni das Geschoss angespült. Als der Pegel wieder zurückging, blieb es offenbar am Ufer des Bachs liegen. Der Kampfmittelräumdienst nahm die im Durchmesser 7,5 Zentimeter dicke Granate mit, Gefahr für Anwohner bestand laut Polizei nicht.
Quelle: focus.de

Benefizspiel zugunsten vom Hochwasser betroffener Sportvereine

Veröffentlicht: Juli 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Spiele zwischen Chemnitz und Zwickau sind Klassiker. Am 2. August treffen der CFC und der FSV erneut aufeinander. Diesmal für einen guten Zweck.

Die Schlagzeilen über die Schäden des Jahrhundert-Hochwassers vor sieben Wochen sind aus den Medien verschwunden. Das heißt nicht, dass die zum Teil immensen Schäden auch schon behoben wären. Vor allem kleinere Sportvereine in der Region Südwestsachsen sind noch immer mit den Flutfolgen konfrontiert. Dazu zählen der TSV Germania aus Chemnitz, der SV Remse oder der FV Wolkenburg (beide aus der Region Zwickau). Deren Fußballplätze und Vereinsheime waren im Juni nicht zum ersten Mal überflutet. Die Schäden waren und sind enorm. Dank vieler Helfer wurden die gröbsten Unwetterfolgen zwar beseitigt, doch viele Reparaturen stehen noch an.

Dabei können die drei Vereine jetzt auf prominente Hilfe setzen. Der Drittligist Chemnitzer FC und der Regionalligist FSV Zwickau bestreiten am 2. August, 18.30 Uhr, im Stadion an der Gellertstraße ein Benefizspiel zugunsten der vom Hochwasser betroffenen kleineren Sportvereine. „Mit diesem Spiel wollen wir über den Tellerrand des Fußballs hinausschauen. Unsere beiden Vereine möchten bei aller sportlichen Rivalität – die sie seit Jahrzehnten verbindet – zeigen, dass sie gemeinsam etwas für die Region tun“, beschreibt der Geschäftsführer des CFC, Sven-Uwe Kühn, die Idee hinter dem Spiel. Unterstützung erhält er dabei vom Cheftrainer des FSV Zwickau, Torsten Ziegner: „Wenn wir da irgendwie helfen können, sind wir gern dabei. Das sind wir den Leuten in der Region schuldig, die uns immer tatkräftig während der Spiele unterstützen. Und wenn wir die Möglichkeit bekommen, auf so eine Art und Weise ein Stück zurückzugeben, machen wir das gern.“

Für beide Mannschaften hat das Spiel auch einen sportlichen Reiz. Der CFC, am Wochenende mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet, sucht noch nach der Form und erwartet mit den Zwickauern einen motivierten und engagierten Gegner. Die Zwickauer wiederum befinden sich noch in der Vorbereitung auf die neue Regionalligasaison und erwarten sich vom Test beim alten Rivalen eine Standortbestimmung. „Wir werden sportlich alles geben“, verspricht Torsten Ziegner.

Während sich die Fans in der Region Chemnitz/Zwickau also auf einen echten Klassiker freuen dürfen, hoffen die vom Hochwasser betroffenen Vereine ganz verständlich auf möglichst viele zahlende Zuschauer.

„Das Benefizspiel ist eine ganz große Geschichte!“, freut sich Harald Scheffler, ehrenamtlicher Vereinsmanager des TSV Germania: „Wir brauchen die Spendengelder sehr dringend, denn es sind noch Schäden in Höhe von etwa 15.000 Euro zu beheben. Die Heizungsanlagen auf unseren Sportstätten an der Annaberger und Erdmannsdorfer Straße sind durch das Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Und auf unserem Sportplatz an der Markersdorfer Straße sind die Fußböden im Vereinsheim und in den Umkleidekabinen völlig hinüber.“ Er finde es bemerkenswert, dass ein Profiverein wie der Chemnitzer FC einer kleineren Sportgemeinschaft in der Not hilft.

Auch in Remse und in Wolkenburg war die Überraschung riesig, als die Vereinschefs gestern von der gemeinsamen Aktion des CFC, des FSV Zwickau und des „Freie Presse“-Hilfsvereins „Leser helfen“ erfuhren. Neben den Spiel- und Trainingsplätzen waren in beiden Orten auch die Vereinsheime überflutet. In Remse wird der Schaden auf rund 50.000 Euro geschätzt. Die Wolkenburger traf es noch ärger. „Jeder Euro hilft uns und wird dringend gebraucht“, sagte FV-Schatzmeister Andreas Fiedler. Gemeinsam mit seinem Vereinschef Bernd Aurich hofft er jetzt auf eine Riesenkulisse am 2. August.

Das Spiel zugunsten der Hochwasseropfer findet am 2. August, 18.30 Uhr, im Stadion an der Gellert- straße statt. Der Erlös wird über den Verein „Leser helfen“ an die ausgewählten Vereine in Chemnitz, Remse und Wolkenburg weitergeleitet.

Eintrittspreise: Tribüne (Vollzahler 13 Euro, ermäßigt 8 Euro); Stehplatz überdacht (Vollzahler 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder unter 14 Jahren 1 symbolischer Euro); Stehplatz (Vollzahler 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 14 Jahren 1 Euro).

Karten für das Spiel gibt es ab sofort in allen bekannten Vorverkaufsstellen

Quelle: freiepresse.de

CDU-Agrarexperte fordert weitere Fördermöglichkeiten für Flutopfer

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Der Agrarexperte der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Heinz, hält die Förderung für vom Juni-Hochwasser geschädigte Landwirte und Winzer für nicht ausreichend.
Gerade kleine Betriebe müssten umfangreicher unterstützt werden, sagte er am Sonntag in Dresden. Er forderte weitere Lösungen und hält etwa eine Erhöhung der Förderquote „angesichts der massiven Schäden“ für sinnvoll. Heinz verwies zur Begründung auf massive Schlammablagerungen auf Äckern, Bodenerosion, Zerstörungen von Grünland und Feldfrüchten sowie Reben und Trockenmauern an Weinbauhängen. Die Schäden in der Landwirtschaft waren vorläufig mit 35,4 Millionen Euro beziffert worden. Bisher werden 50 Prozent der Schäden auf Antrag ersetzt.
Quelle: focus.de

Sächsische Aufbaubank geht nochmals in die Hochwasser-Regionen

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) geht von diesem Montag an nochmals in die besonders vom Hochwasser betroffenen Regionen. „Zwei Wochen lang wollen wir Unternehmen, Privatleute und Vereine über die Fördermöglichkeiten für den Wiederaufbau gezielt informieren“, sagte SAB-Sprecherin Beate Bartsch. Geplant seien Vorträge, im Anschluss würden Fragen beantwortet. „Wir rechnen mit großem Interesse“, sagte Bartsch. Es habe nach der Veröffentlichung der Förderrichtlinien schließlich zahlreiche Anfragen gegeben.

 

 

Die ersten Stationen der Informationsveranstaltungen sind Döbeln Grimma, Meißen, Zeithain und Pirna. In der darauffolgenden Woche geht es nach Bad Schandau, Riesa, Crimmitschau und Bennewitz.

 

 

Seit einer knappen Woche können in Sachsen Fördermittel für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser beantragt werden. Die Anträge dafür sind sehr umfangreich, es müssen Gutachten eingeholt und etliche Nachweise erbracht werden. Antragsformulare können auf der Homepage der SAB unter http://www.sab.sachsen.de abgerufen werden. Das Geld kommt aus dem nationalen Wiederaufbaufonds. Sachsen rechnet mit 1,7 Milliarden Euro. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Stadt geht an Reserve – Marienberg stockt Betrag um 330.000 Euro auf

Veröffentlicht: Juli 21, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Stadt Marienberg erhöht die Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden an der kommunalen Infrastruktur aus Hochwasser und Starkregen um 330.000 Euro. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Zusammenkunft einstimmig beschlossen.

 

Bereits in der vorherigen Ratssitzung hatte das Gremium einhellig zugestimmt, 100.000 Euro aus der städtischen Geldreserve zur Schadensbeseitigung zu entnehmen. Damit stehen insgesamt 430.000 Euro zur Verfügung, um schnell reagieren und Baufirmen beauftragen zu können. Doch die Kommune hofft auf eine Refinanzierung. Am Montag habe der Freistaat eine Förderrichtlinie herausgegeben, nach der die Beseitigung von Schäden an nicht versicherbarer Infrastruktur mit 90 Prozent gefördert werden kann, sagte der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Ordnung, André Heinrich, der die Stadtratssitzung leitete: „Das klingt nicht schlecht.“

 

Allerdings sei eine Bagatellgrenze gesetzt worden: Nur für Maßnahmen über 10.000 Euro könne eine Förderung beantragt werden. Die Möglichkeit, dabei Vorhaben zusammenzufassen, sind nach den Worten von André Heinrich beschränkt. Bei näher zusammenliegenden Schäden zum Beispiel im Schwarzwassertal sei dies möglich, nicht aber ein einfaches Zusammenfassen von verschiedenen Straßen. Zudem hat die Stadt beim Landkreis einen Antrag auf Soforthilfe gestellt und will daraus den Eigenanteil für die Maßnahmen finanzieren. (bz)

Quelle: freiepresse.de

Zum Sommerferienbeginn in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg startet Sachsen eine bundesweite Tourismuskampagne. 750.000 Euro zusätzlich investiere das Land, um Besucher nach dem Hochwasser anzuwerben, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Infolge der Überschwemmungen im Juni seien Reisebuchungen storniert und weniger neue abgeschlossen worden; die meisten Sehenswürdigkeiten hätten aber keinen Hochwasserschaden genommen.

Das Geld fließt nach Angaben des Ministeriums unter anderem in Werbebeilagen in überregionalen Zeitungen und Magazinen. Tourismusbotschafter ist Michael Ballack. Die Kampagne läuft vom 21. Juli bis zum 17. August.

Quelle: lvz-online.de

Hochwasser-Opfer wollen weg

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Sachsen

 

Viele von denen, die schon 2002 das sogenannte erste Jahrhundert-Hochwasser erwischt hatte, mussten in diesem Juni wieder mit ansehen, wie ihre Häuser nach dem Wiederaufbau in den Fluten versanken. Und viele haben die Nase voll, wollen nur noch weg.

 

von Hanno Griess

Es geht um 50 Häuser in Nünchritz bei Riesa. Zum wiederholten Male wurden sie vom Hochwasser erwischt. Den meisten reicht es jetzt. 90 Prozent der Anwohner würden gerne absiedeln, wie es heißt. Die Anwohner sagen, sie fühlten sich nicht mehr sicher. Deshalb fordere man eine Lösung wie im Fall der Siedlung Röderau Süd.

Umsiedlung auf Kosten des Steuerzahlers

Röderau-Süd ist das Stichwort. Die ehemalige Siedlung in direkter Nachbarschaft, die nie hätte gebaut werden dürfen, wurde nach 2002 komplett umgesiedelt. Auf Kosten des Steuerzahlers. Auf die Forderung, so etwas zu wiederholen, hatte der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann, in der vergangenen Woche eine kurze, aber klare Ansage parat: „Nein.“

Kritik von der Opposition

An diesem kategorischen Nein gibt es Kritik, beispielsweise von Martin Dulig, Chef der oppositionellen Sozialdemokraten. Er hatte bereits im Landtag die Idee eines Umsiedlungsfonds ins Spiel gebracht: „Ich halte das Thema Umsiedelung nach wie vor für eine Option, die man bei dem Thema Hochwasserschutz und Konsequenzen aus der Flut auf der politischen Tagesordnung besprechen und auch organisieren muss – als eine Option. Ich höre nur nicht sehr viel Positives aus der Staatskanzlei. Die Leute wollen aber jetzt wissen, lohnt es sich, an der selben Stelle wieder aufzubauen. Oder lohnt es sich nicht.“

Ob es sich aber lohnt, müsse jeder selbst entscheiden, sagt dagegen Staatsminister Johannes Beermann, die Regelung laute: „Bei denjenigen, die von dem Standort, wo sie gebaut und gewohnt haben, weg möchten, weil sie sagen, wir halten es einfach nicht mehr aus, wir sind zum dritten Mal jetzt unter Wasser geraten und wir möchten gern woanders ein neues Haus bauen, sind wir uns mit dem Bund und den anderen Ländern einig, dass auch dort grundsätzlich nur so viel Geld gegeben wird, wie derjenige bekommen hätte, wenn er an Ort und Stelle wieder aufgebaut hätte.“

Die Proteste der Anwohner in Nünchritz, aber auch beispielsweise in Grimma, im Muldental haben also bisher nichts genützt. Das einzige Zugeständnis der sächsischen Landesregierung: ein Lenkungsausschuss soll laut Beermann zumindest prüfen: „Mal darüber nachzudenken, denn es sind ja doch erhebliche Summen, wenn sie ein neues Haus bauen, ob da nicht ein entsprechendes Kreditprogramm oder Kreditvergünstigungsprogramm des Landes als Kompensation noch hilfreich wäre, um dort einzugreifen. Das werden wir jetzt in Ruhe prüfen und (…) bis zum 25. Juli noch nachsteuern.“

Ein neues Haus an anderer Stelle, wie damals in Röderau-Süd, bekommen Umsiedlungswillige also auf keinen Fall, und von einem Umsiedlungsfonds, wie ihn die SPD vorschlägt, ist auch weiterhin keine Rede.

Quelle: mdr.de

„Willkommen in Sachsen“ – auch nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Rund 750.000 Euro extra investiert das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in eine bundesweite Kampagne zugunsten des Reiselandes Sachsen. Mit Michael Ballack als Standortbotschafter beginnt am 21. Juli 2013 eine Serie von Beilagen in überregionalen Tageszeitungen. Die Auflagenhöhe liegt bei 3,7 Millionen Druckexemplaren. Ergänzend kommen Schaltungen auf verschiedenen Online-Portalen mit einer Reichweite von 4,2 Millionen Seitenaufrufen hinzu. Ziel der Kampagne ist es, die Leser und Reisenden davon zu überzeugen, dass Sachsen weiterhin eine Reise wert und ein Großteil der touristischen Reiseziele mühelos erreichbar und unversehrt ist.

Staatsminister Morlok: „Kurz vor den Sommerferien in den drei bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, wollen wir zeigen, dass man in Sachsen problemlos die schönsten Tage des Jahres verbringen kann.“

Als „Land von Welt“ wirbt der Freistaat mit Sonderveröffentlichungen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der Welt am Sonntag, der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sowie im Magazin stern für eine Reise nach Sachsen. Standortbotschafter Michael Ballack hebt in seinem Gastbeitrag den Fleiß, die Herzlichkeit und die Hartnäckigkeit der Sachsen hervor, die ihre Heimat schon kurz nach dem Juni-Hochwasser wieder zum Schmuckstück gemacht haben.

Die bundesweite Tourismuskampagne des Freistaates läuft vom 21. Juli bis 17. August 2013.

Quelle: 02elf.net

Regierung appelliert: Hochwasserschäden nachhaltig beheben

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Sachsens Regierung hat Betroffene der Flutkatastrophe davor gewarnt, Schäden nur „eins zu eins“ zu beheben und allein den alten Zustand wiederherzustellen.
Bei einem neuerlichen Hochwasser müssten dieselben Schäden möglichst vermieden werden, betonten Umweltminister Frank Kupfer und Innenminister Markus Ulbig (beide CDU) am Mittwoch in einem gemeinsamen Appell. Wo eine besondere Hochwassergefahr vorliege, sollten Anlagen wie Versorgungstechnik ganz aus dem gefährdeten Bereich verlegt werden. Das sei nicht nur ein Appell an den gesunden Menschenverstand, sondern auch eine gesetzliche Pflicht. Vor der Instandsetzung solle unbedingt fachlicher Rat eingeholt werden.
Quelle: focus.de

Nach der Flut ist vor der Flut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Obwohl Sachsen schon viel Geld in den Hochwasserschutz investiert hat, haben die Überschwemmungen im Juni viel Schaden angerichtet. Die betroffenen Gemeinden stellen sich bereits die Frage, wie sie sich vor dem nächsten Hochwasser schützen.
Astrid Pawassar, Dresden

Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz hat es wieder hart erwischt. Das noble Schwimmbad mit grossem Wellnessbereich ist die Lebensader des Kur- und Freizeitbetriebes. Nach der «Jahrhundertflut» im Jahre 2002 haben die Betreiber knapp eine Million Euro in Flutschutzanlagen investiert, damit die Hauptattraktion des Ortes nicht wieder im Wasser versinkt. Doch diesmal brachte nicht die Elbe, sondern das rapide gestiegene Grundwasser das vorläufige Aus. Das Bad ist für Bad Schandau unerlässlich, deshalb wird es auch wieder instand gesetzt. «Aber allzu oft können wir so etwas nicht verkraften», sagt der Bürgermeister Andreas Eggert.

Schutz für Menschen geht vor

Jede Flut ist anders, lautet eine der Lehren aus den Überschwemmungen der letzten elf Jahre. Waren es 2002 die kleinen Erzgebirgsflüsschen, die als reissende Ströme die Täler fluteten, so kämpften die Katastrophendienste vor wenigen Wochen mit einem sieben Tage anhaltenden Hochwasserscheitel der Elbe. Nach dem Dauerregen im Mai waren die Böden gesättigt, die durchweichten Deiche konnten dem anhaltenden Wasserdruck mancherorts nicht mehr standhalten. Dennoch waren die diesjährigen Überschwemmungen in Sachsen bei weitem nicht so desaströs wie vor elf Jahren.

Seit 2002 hat der Freistaat Sachsen viel für den Hochwasserschutz getan. 120 Kilometer Deiche wurden saniert, 23 Kilometer neu gebaut. Durch Deichrückverlegungen sind gut 100 Hektaren zusätzlicher Überschwemmungsflächen für die Flüsse geschaffen worden. Mehr als 64 000 Hektaren Fläche sind als Überschwemmungsgebiete eingestuft worden, das heisst, dass dort nicht gebaut oder der Abfluss von Wasser nicht behindert werden darf. Die Kritik von Naturschutzverbänden, dies reiche nicht aus, es müssten noch viel mehr Retentionsgebiete ausgewiesen werden, kontert der zuständige Landwirtschafts- und Umweltminister, Frank Kupfer: «Die oberste Priorität ist der Schutz für die Menschen, die Polder kommen später dran.»

Dresden hat von dieser Gewichtung profitiert. 16 Millionen Euro investierte das Land Sachsen in Schutzmauern und Fluttore. Die Altstadt mit Semperoper und Kunstsammlungen blieb diesmal trocken. Anders sah es in den Aussenbezirken im Osten und Westen aus. Der östliche Stadtteil Laubegast wurde abermals zur Insel, weil sich im Nu der bebaute alte Elbarm wieder mit Wasser füllte. Stadt und Land konnten sich hier über Art, Umfang und Zuständigkeit für den Hochwasserschutz bisher nicht einigen. Im westlich gelegenen Gohlis war der neue Deich noch nicht fertiggestellt, weil sich durch Einsprüche das dafür notwendige Planfeststellungsverfahren in die Länge zog.

Die Praxis zur Genehmigung von Hochwasserschutzmassnahmen ist nicht nur den Politikern ein Dorn im Auge. Der Weg vom Planfeststellungsantrag bis zur Realisierung des Projektes ist lang und bietet mit Anhörungen, Auslegungen der Pläne und Klagemöglichkeiten viel Raum für Verzögerungen. «Es gibt Verfahren, die mehr als 20 Jahre dauern», weiss Jürgen Stamm, Professor für Wasserbau an der Technischen Universität Dresden. «Da stellt sich die Frage, ob man für einen Polder das gleiche Planfeststellungsverfahren braucht wie für ein Atommüllendlager.» Braucht man nicht, befand die Staatsregierung und liess sich soeben vom Sächsischen Landtag ein neues Wassergesetz verabschieden, das die Genehmigung öffentlicher Hochwasserschutzanlagen deutlich beschleunigen soll.

Begehrlichkeiten

Die Politik habe sich in den vergangenen Jahren ohnehin als lernfähig erwiesen, befindet Professor Stamm: «Die 2007 verabschiedete Richtlinie der Europäischen Union zum Risikomanagement in hochwassergefährdeten Gebieten ist richtungweisend.» Sie verschiebt den Akzent vom reinen Schutzgedanken hin zur Vorsorge. So will auch Sachsen mit neuen Restriktionen für überschwemmungsgefährdete Gebiete dafür sorgen, dass künftig noch mehr flussnahe Bereiche von Bebauung freigehalten werden.

Ob sich die gesetzgeberischen Bemühungen in der Praxis bewähren, muss sich erweisen. Denn die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass zeitgleich mit der Beseitigung von Hochwasserschäden bei manchen politischen Entscheidungsträgern ein Verdrängungsprozess einsetzt. Landwirtschafts- und Umweltminister Kupfer berichtete der Presse unlängst von Kommunalpolitikern in Dresden, die sich hinter einem neuen Deich ein Gewerbegebiet vorstellen konnten.

Noch viel grösser ist das Bauvorhaben, das Eingang in einen Masterplan zur Entwicklung des Gebietes rund um den alten Stadthafen gefunden hat. Nach Hamburger Vorbild soll hier – im Überschwemmungsgebiet – auf einem 40 Hektaren grossen Gelände eine «Hafen-City» mit exklusiver Wohnbebauung entstehen. Diese soll angeblich hochwassersicher bis zu einem Pegelstand der Elbe von 9,24 Metern werden, weil Tiefgaragen als Auffangbecken dienen sollen. Das Umweltministerium hat protestiert, kann aber gegen die Begehrlichkeiten der Stadt nur auf Überzeugungskraft setzen, denn das Gebiet ist kommunales Eigentum.

Mauer in Meissen zu tief

Weiter elbabwärts, in Meissen, ist man aus Schaden klug geworden. «Den letzten sturen Hausbesitzern ist nun klargeworden, dass sie ihre Heizungen und Elektroanlagen nach oben verlagern müssen», sagt der Oberbürgermeister Olaf Raschke. Denn Meissen hatte auch 2006 und 2010 mit Hochwasser zu kämpfen; diesmal war wieder die gesamte Altstadt geflutet. Die Schutzmauer an der Elbe hält nur kleinere Hochwasser ab; für das diesjährige hätte sie auf einer Länge von 25 Kilometern zwei Meter höher sein müssen. «Man kann nicht alles verbarrikadieren, wir müssen mit Überschwemmungen leben und den Neuaufbau so organisieren, dass die Gebäude dem Wasser standhalten», lautet Raschkes Schlussfolgerung. Nun gilt es, Schäden in Höhe von 53,9 Millionen Euro zu beseitigen. Das Theater, ein am tiefsten Punkt der Stadt gelegener Bau aus dem 16. Jahrhundert, wird künftig ohne Holz und mit Baustoffen ohne Dämmung auskommen müssen. Gartenanlagen in Elbnähe werden zu Feuchtwiesen umgewandelt, damit der Fluss mehr Raum bekommt.

Eine Sorge wird der Oberbürgermeister allerdings nicht so schnell los: Die Angst, dass die Touristen ausbleiben. Wie so viele Elbanrainer in Sachsen ist die Stadt, bekannt für ihre Porzellanmanufaktur, auf Gäste angewiesen. «Hier ist kein Hotelbett nass geworden, die Händler konnten rechtzeitig ihre Waren und das Inventar in Sicherheit bringen, und unsere Touristenattraktionen wie Porzellanmanufaktur, Burg und die Weinberge sind ohnehin nicht gefährdet», fasst Raschke die Situation zusammen. Er selbst hat aus Solidarität mit anderen Flutopfern diesmal seine Ferien in Deggendorf und Passau verbracht.

Quelle: nzz.ch

„Ich glaube, wir würden Breitenhagen verlassen“

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Städtische Wohnungsbau GmbH Schönebeck (SWB) sammelte bei einem Mieterfest für die Flutopfer. Anfang der Woche wurde zwei Breitenhagener Familien ganz unbürokratisch mit 8000 Euro geholfen, deren Gebäude nicht versichert sind. Doch die Nerven in der Dorfgemeinschaft liegen blank.

„Sagen Sie doch mal Ihrem Mann, dass er mit aufs Foto kommen soll“, bat Sigrid Meyer, Geschäftsführerin der SWB, die neben ihr stehende Siegrid Exner. „Das geht gerade nicht“, wies die 60-jährige Breitenhagenerin gerührt in Richtung ihres Ehemannes, der ein paar Schritte zur Seite gegangen war. Der 63-Jährige freute sich so über das Geld der SWB, dass ihm Tränen in den Augen standen. Die Exners gehören zu jenen Breitenhagenern, die nicht versichert vor dem Ruin stehen. In ihrem Drei-Generationenhaus leben fünf Personen. Dazu zählt Sohn Sven, der nach der Flut von Breitenhagen weg ziehen wird. Der 45-Jährige ist schwer krank, muss regelmäßig zur Dialyse nach Schönebeck. Er wird sich in der Nähe des Schönebecker Klinikums eine Wohnung suchen, wobei ihm die SWB behilflich sein wird. „Ich habe zu ihm gesagt, dass das richtig ist“, räumt seine Mutter ein. „Wir wissen ja nicht, was uns die Zukunft hier in Breitenhagen bringen wird.“

Weitere Empfänger der SWB-Spende ist die vierköpfige Familie Beyte. Ihr Haus in der Schifferstraße war eines der ersten, dass beim Bruch des Ringdeiches am 10. Juni absoff. Mittlerweile ist es fast vollkommen entkernt. Ein Baubegriff, den man in diesen Tagen oft hört. Kameraden der freiwilligen Feuerwehren Nienburg und Gübs halfen dabei. In den Reihen der Feuerwehr Ranies war beispielsweise ein Bauingenieur, der wichtige Sanierungstipps gab.

Mittlerweile ist das gut hundert Jahre alte Haus, von dem man einen schönen und unverbauten Blick auf die Felder und Deiche hat, eine Mega-Baustelle. Die einstige Funktion der Räume ist nur zu erahnen, die Böden sind raus, kurioserweise erinnert eine tickende Uhr daran, dass hier mal ein Wohnzimmer war.

Manuela und Kai Beyte schätzen die Aufbaukosten auf 30000 Euro. „Das wird nie und nimmer reichen“, meint Sigrid Meyer ernüchternd. Die Fachfrau der Wohnungsgesellschaft schätzt auf den ersten Blick die Sanierung mindestens doppelt so hoch ein. Deshalb ist es ein Lichtblick, wenn freiwillige Helfer, wie ein Elektriker aus Sachsendorf, die Familie unterstützen. Die SWB will auf ihrer Facebookseite weitere Handwerker organisieren.

„Ich glaube, wir würden Breitenhagen verlassen“, gesteht Manuela Beyte. Aber der Kredit für das Haus hält sie am Ort. Auf dem Hilfskonto der Wohnungsbau GmbH gingen im ersten Anlauf 11500 Euro von Mietern und Firmen ein. „Da kommt immer noch was nach“, berichtet Sigrid Meyer. Anfang der Woche waren 14700 Euro (!) auf dem Konto. Damit soll weiteren Familien geholfen werden.

Aber wer gibt die Tipps, welche Flutopfer am nötigsten Hilfe brauchen? „Das war Ortsbürgermeister Kotzur, der weiß das am besten“, antwortet die SWB-Geschäftsführerin.

Doch genau da liegt der Hase im Pfeffer. Zweifellos sind die Familien Exner und Beyte die richtigen Adressaten. Dennoch gibt es unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema. Denn in Breitenhagen liegen die Nerven blank. Wer hat welche Hilfe am nötigsten? Das zu koordinieren fordert man von der Einheitsgemeinde, von einem unabhängigen Mitarbeiter. Viele sind im Dorf der Meinung: Wenn das ein Breitenhagener macht, würde man dessen Objektivität anzweifeln.

Quelle: volksstimme.de

Anzeige „Sagen Sie doch mal Ihrem Mann, dass er mit aufs Foto kommen soll“, bat Sigrid Meyer, Geschäftsführerin der

Feuerwehren bekommen Hochwasser-Schäden ersetzt

Veröffentlicht: Juli 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Dresden. Die sächsischen Feuerwehren bekommen Geld für die während der Hochwassereinsätze entstandenen Schäden an ihrer Ausrüstung. Ein entsprechendes Hilfsprogramm mit einem Gesamtvolumen von zehn Millionen Euro beschloss die Staatsregierung, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Die Unterstützung solle es sowohl für die Freiwilligen Feuerwehren als auch für die Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat geben. Dadurch sollen die geschädigten oder zerstörten Einsatzfahrzeuge und technisches Gerät wie Pumpen und Schläuche möglichst schnell wiederhergestellt werden, wie es weiter hieß. (dpa)

Quelle: sz-online.de

 

 

Mit einem Schlauchboot sind Rettungskräfte in den Straßen von Grimma unterwegs.   Foto: dpa Mit einem Schlauchboot sind Rettungskräfte in den Straßen von Grimma unterwegs.
Leipzig. Noch vermag niemand genau zu sagen, wie hoch die Flutschäden sind. Fakt ist jedoch bereits jetzt, dass Sachsen die schlimmste Hochwasserkatastrophe seit dem Sommer 2002 erlebt. Tausende versuchten das Hab und Gut der Menschen in Sicherheit zu bringen. In weiten Teilen des Landes haben bereits die Aufräumarbeiten begonnen, ist das Ausmaß der Katastrophe zu sehen. Viele Betroffene stehen vor dem finanziellen Ruin.

Die Leipziger Volkszeitung ruft deshalb auf, diesen Menschen zu helfen und hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet – unter dem Motto „Sachsen helfen Sachsen“, mit dem Stichwort „Hochwasseropfer“. Das Diakonische Werk der ev.-luth. Landeskirche Sachsens wird die Spendengelder an diejenigen Hochwasseropfer in Sachsen verteilen, die sie am nötigsten brauchen.

Wer helfen will, richtet seine Überweisung an „Sachsen helfen Sachsen“, Kontonummer 3120120900, Ostsächsische Sparkasse Dresden (BLZ 85050300), Stichwort: Hochwasseropfer.   Sie können auch unser Spendenformular unten nutzen. Dann wird die von Ihnen gewählte Summe bequem vom Konto abgebucht.   Selbstverständlich erhalten Sie bei beiden Varianten eine Spendenquittung. Ihre Daten werden verschlüsselt übertragen.

Herzlichen Dank sagen Redaktion und Verlag der LVZ.

Robert Nößler
Leipzig. Proteste, Klagen und gestoppte Bauvorhaben: Jahrelange Verzögerungen bei neuen Hochwasserschutzprojekten könnten künftig der Vergangenheit angehören. Die Ministerpräsidenten von Sachsen und Bayern einigten sich am Dienstag auf eine gemeinsame Bundesratsinitiative, um die Planungsverfahren zu beschleunigen. Davon würde die Region Leipzig stark profitieren, erklärte Axel Bobbe, Bereichsleiter der sächsischen Landestalsperrenverwaltung (LTV), gegenüber LVZ-Online.

Bobbe, der für den Bereich Elbaue, Mulde und Untere Weiße Elster zuständig ist, begrüßte den Vorstoß der Ministerpräsidenten ausdrücklich. Schließlich würden manche Orte in der Region bereits seit dem Hochwasser 2002 auf einen funktionierenden Hochwasserschutz warten – und wurden erneut überflutet. „Die Gelder sind teilweise längst da“, erklärte er. Wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren, die sich zehn Jahre oder länger hinziehen können, sei oft aber noch gar nicht mit dem Bau begonnen worden. „Wir beklagen seit Jahren, dass die Prozesse zu langatmig sind“, berichtete Bobbe und bezeichnete die länderübergreifende Initiative als „längst überfällig“.

Schneller Flut-Schutz für Elstertrebnitz und Bennewitz?

Sollte die neue Regelung kommen, könnte in der Region ein regelrechter Bauboom bei den Hochwasserschutzanlagen beginnen. Bobbe nennt als Beispiel den dringend notwendigen Muldedeich von Bennewitz bis Püchau bei Wurzen, wo bereits seit 2005 das Planfeststellungsverfahren läuft. Streitpunkt ist hier vor allem der Naturschutz. Auch nach mehrfacher Überarbeitung der Baupläne durch die LTV habe noch keine einvernehmliche Lösung erzielt werden können.

Ein anderer Streitfall ist die geplante Wehranlage in Elstertrebnitz. Seit 2010 wurde der Ort allein sieben Mal überflutet. Bobbe hofft nun auf den Baubeginn noch in diesem Jahr. „Die Bevölkerung hat es inzwischen satt. Aber es gab trotzdem immer wieder Diskussionen.“ Durch die neue, rund eine Million Euro teure Anlage sollen die Wassermassen aus der Elster kontrolliert durch den Ort geleitet werden. Bislang fließt das Wasser über den Mühlgraben nahe der Bundesstraße 2 ungehindert in die Ortschaft.

„Nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag diskutieren“

„Die Projekte werden nicht vom fehlenden Geld gebremst“, stellte Bobbe klar und verwies als Beispiel auf Grimma. Die nach der Flut im Jahr 2002 konzipierten Hochwasserschutzanlagen für rund 40 Millionen Euro waren bei der jüngsten Flut erst zur Hälfte fertig gestellt – wegen Bedenken von Denkmalschützern und Protesten durch Bürgerinitiativen. „Wir haben drei Jahre zu spät mit dem Bau begonnen“, schätzt Bobbe. Die erneute Überflutung der Innenstadt wäre also bei einem früheren Eingreifen der Politik möglicherweise zu verhindern gewesen. „Hier geht es darum, Leib und Leben zu schützen und nicht darum, bis zum Sankt Nimmerleinstag zu diskutieren“, machte er seinem Ärger Luft.

Etwa elf Jahre nach der Flut 2002 sei die Region Leipzig noch nicht einmal bei der Hälfte der dringend benötigten Projekte angekommen, bilanziert der Hochwassser-Experte. Zwar seien seit 2002 inzwischen 65 Planfeststellungsverfahren abgeschlossen und rund 30 angeschoben worden. Nach dem Hochwasser mit rund 800 Millionen Euro Schaden an den Deichen, Schutzmauern und anderen Hochwasseranlagen bleibe aber noch immer ein Vielfaches zu tun. Das neuerliche Juni-Hochwasser habe die Planer erneut zurückgeworfen: Allein im Leipziger Raum seien an den Anlagen Schäden in Höhe von 150 Millionen Euro entstanden.

Juni-Hochwasser könnte nur Vorgeschmack gewesen sein

Bobbe warnte zugleich davor, dass das Hochwasser im Juni nur ein Vorgeschmack auf künftige Flut-Ereignisse in der Region gewesen sein könnte. „Was Leipzig, die Weiße Elster und die Mulde erlebt haben“, so der Talsperrenchef, „ist keinesfalls das Ende der Fahnenstange.“ Die Niederschlagsmengen seien zwar enorm hoch gewesen, aber noch deutlich von maximal berechneten Unwettern entfernt. „Um für ein solches Ereignis vorbereitet zu sein“, meint Bobbe, „müssen wir schleunigst handeln.“

Nach der Flut fängt die Arbeit erst an

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Von Bernhard Honnigfort

„So geht das nicht weiter hier:“ Zwei Jahrhundertfluten reichen. Die Linkes und Schmidts aus Gruna wollen keinen neuen Deich. Sie wollen umsiedeln. Nun ist Krach im Dorf.

Ines Linke sucht die Katzen. Sie hastet mit einem Teller Futter auf dem Rasen hinterm Haus herum, irgendwo müssen sie doch sein. Endlich kommt eine. Nebenbei erzählt Ines Linke, wie es ihr gerade geht. „Wollen Sie wissen, was los ist? Ich kann nicht mehr schlafen“, sagt sie. „Wenn es anfängt zu regnen, kriege ich Schweißperlen auf der Stirn.“ Sie stellt den Teller ins Gras, die Katze kommt aus der Hecke geschossen und frisst gierig das braune Futter. Ihr Mann Andreas ist gerade mit Maler Krause gekommen. Sie stehen vorn am Gartentor. „Meine Frau ist ein Nervenbündel“, sagt Linke „So geht das nicht weiter hier.“

Er und der Maler gehen rein, ein modernes Haus, gelber Klinker, großzügig angelegt. An der braunen Haustür klebt noch der graue Schlamm. Drinnen alles ausgeräumt, die Fliesen aufgehackt, Höllenlärm, Bautrockner brummen, das Erdgeschoss ist leer, das Mobiliar oben. Es ist drückend heiß wie in einem Gewächshaus. „Das war mal mein schönes Haus“, ruft Linke. Neben dem Kachelofen klebt ein kleines Schildchen etwa in Kniehöhe am Türrahmen: „Hochwasser 2002“.

Vor dreizehn Jahren sind Andreas und Ines Linke eingezogen. Sie haben das Haus gebaut, es war ihr Traumhaus. Zwei Jahre später stand es etwa 80 Zentimeter unter Wasser, 80.000 Euro Schaden. Anfang Juni 2013, bei Jahrhundertflut Nummer zwei, waren es sechzig Zentimeter. Jetzt reicht es, zwei große Fluten in elf Jahren, das übersteigt das Ertragbare. Ihnen geht es wie vielen Flutopfern: Es fehlt die Kraft, alle paar Jahre komplett neu anzufangen. Sie fühlen sich nicht mehr sicher, sie schlafen schlecht, schrecken auf, wenn Regen aufs Dach fällt. Sie werden ganz unruhig, wenn in der Tagesschau wieder von einer 5b-Wetterlage die Rede ist, die sich über Polen, Österreich, Tschechien, Süd- und Ostdeutschland gebildet hat und in den nächsten Tagen Starkregenfälle schickt. Sie haben keine Ruhe und keine Freude mehr in ihren Häusern. „Ich liebe diese Gegend“, sagt Linke. „Ich komme von hier. Aber jetzt geht es nicht mehr, ich halte das nicht aus. Wir müssen weg.“

Eine Idylle, eine Katastrophe

Gruna in Nordsachsen zwischen Bad Düben und Eilenburg, ein kleines Dorf am Fluss Mulde, über 700 Jahre alt, 200 Einwohner. 70 Häuser, ein Kirchlein, der Wendenturm, das alte Rittergut und der Gasthof. Der Dorfkern liegt genau in einer malerischen Schleife des Flusses am Rand des Naturparks Dübener Heide. Wiesen, so weit das Auge reicht, Störche und Milane kreisen am Himmel. Eine Idylle, eine Katastrophe. In der Ferne mähen Bauern Gras und kehren es zusammen. Als Viehfutter unbrauchbar. Es stand unter Wasser, ist nur noch Müll. Ein Mann kommt mit einer Schubkarre voller Dreck aus seinem Haus. Er schwitzt, er ist schlecht gelaunt, kein Wunder. Er sagt, er schiebe schon den ganzen Tag Dreck. 2002 sei das Wasser wenigstens etwas sauberer gewesen. „Diesmal war es eine üble Brühe.“

Anfang Juni, als die Mulde zu einem Strom anschwoll und die ganze Gegend in einen großen See verwandelte, standen alle Häuser in Gruna im Wasser, 70 von 70. Das alte Gruna ist wie ein Topf, den man ins Land gedrückt hat. Wenn es über den Rand reinläuft, ist alles verloren. Das Dorf hat einen alten Ringdeich, einen Rand, aber er hilft nicht wirklich. Die Mulde brach durch, außerdem sprudelte Grundwasser aus Hausbrunnen von unten ins Dorf. Nicht zum ersten und nicht zum zweiten Mal. Andreas Linke will weg, er sagt, das Dorf sei nicht zu retten. Der Versicherungsmakler hat Unterschriften gesammelt. Ein Drittel der Leute, sagt er, will wegziehen wie er. Zwei Drittel wollen bleiben. Nun ist der Dorffrieden im Eimer. Was tun? „Es ist doch billiger, uns alle umzusiedeln“, sagt Linke. Er glaubt den Ankündigungen nicht, die aus der Landespolitik nach der Flut kamen: Der Deich soll verbessert und ausgebaut werden. Einen Polder will man anlegen, der Flutwasser aufnehmen kann. Etwa 5,5 Millionen Euro würde das alles angeblich kosten. 2014 soll das Planfeststellungsverfahren beginnen.

„Die sagen den Leuten nicht die Wahrheit“, schimpft er. „Wir werden hingehalten und eingelullt.“ Es müssten noch teure Pumpen her, die das Grundwasser in Schach halten könnten. Alles würde viel teurer, alles würde sich ewig hinziehen. Das kleine Gruna stehe jawohl nicht oben auf der Prioritätenliste. Er schimpft, er muss mal Dampf ablassen. Nach 2002 sei doch auch nichts richtig gemacht worden. Ein paar Spundwände, die nicht hielten. Fünf Vermessungstrupps seien im Dorf herumgerannt. „Und nichts ist seitdem passiert.“

Er ist wütend. Es sei doch besser, die Leute zu entschädigen und die ganze Gegend in ein Überflutungsgebiet umzuwandeln. Man könnte 500 Hektar Flutflächen schaffen, das sei sinnvoller. Und dann sagt er: „300.000 Euro Entschädigung und ich bin sofort weg.“ So viel will Linke für Haus und Grundstück haben. Damit könnte er anderswo in der Gegend neu anfangen. „Billiger geht es nicht.“

In Sachsen und den anderen von der Flut heimgesuchten Ländern wird genau das gerade diskutiert: Wo lohnt es, Deiche und Dämme zu verstärken? Wo muss zusätzlicher Flutraum geschaffen werden? Wo ist es klüger, Häuser und vielleicht ganze Orte aufzugeben? Sachsens SPD hat gerade einen Fonds gefordert, aus dem Umsiedler bezahlt werden sollen, die CDU/FDP-Landesregierung prüft die Idee, weiter und klüger ist man noch nicht.

„Die sagen den Leuten nicht die Wahrheit“

Die Teufel stecken ja auch in den Details, Beispiel Gruna: Soll man die einen entschädigen und umsiedeln und für den Rest, der bleiben möchte, dennoch eine Menge Geld ausgeben für höhere Deiche? Soll man womöglich alle zwangsumsiedeln, wie es im Braunkohlebergbau seit Jahrzehnten üblich ist? Ein heißes Thema, die Landesregierung in Dresden fasst es mit ganz, ganz spitzen Fingern an. Andreas Linke verhandelt mit dem Maler. Zwischendurch erzählt er. Er habe versucht, in Gruna eine Art Bürgerversammlung einzuberufen, um darüber zu reden, was werden soll. Aber nichts da, er sei direkt angefeindet worden, sagt er.

Die Mehrheit steht dagegen. „Lasst uns erst einmal aufräumen und zur Ruhe kommen“, meint Bürgermeister Lothar Schneider. Linkes Gerede vom Umsiedeln rücke alles nur in ein schlechtes Licht. Mitten im Ort steht ein kleiner Bauwagen. Er war Schneiders Krisenzentrum während der Flut. Dramatische Szenen spielten sich ab. Das Dorf musste von Bundespolizisten aus Hessen per Hubschrauber evakuiert werden. Nun wird aufgeräumt. Es riecht muffig, vor jedem Haus entlang der Dorfstraße liegen Berge aus Schutt, abgeklopftem Putz, Fliesen, Steinen, Sperrmüll. „Die Leute wollen wieder aufbauen“, sagt der Bürgermeister. „Oder sieht so ein Dorf aus, das aufgegeben hat?“ Das Dorf ist gespalten. Antje Bieligk, die Wirtin vom Fährhaus, will weitermachen. Seit 1806 gebe es einen Fährbetrieb, seit 1860 stehe ein Fährhaus hier. „Nie sind die Menschen weggelaufen. Wir tun es auch nicht.“ Sie ist verärgert wie viele in Gruna. Die ganze Debatte um Umsiedlung schade nur, sagt die blonde Frau. „Wer hilft denn einem Dorf, das von der Hälfte aufgegeben wird?“

Genau gegenüber vom Gasthaus auf der anderen Straßenseite wohnt seit mehr als 30 Jahren Friedhelm Schmidt mit seiner Familie. Der 57-Jährige, seine Frau Marlies, die schwerbehinderte Schwiegermutter, sein 86-jähriger Vater, alle wurden per Hubschrauber ausgeflogen. „Es reicht“, sagt Schmidt. „Wir werden gegen den Fluss nicht ankommen.“ Er hat schon so oft seinen Keller ausräumen müssen, dass er gar nicht mehr weiß, wie oft. „Mein Vater wurde bei Hochwasser geboren“, erzählt er. Schmidt ist ein ruhiger Mann, der nicht zu Hysterie und Panikmache neigt. „Das hat doch keinen Sinn mehr hier“, sagt er. Der alte Hühnerstall hinter ihm hat seit der Flut 2002 einen fingerbreiten Riss im Mauerwerk.

Noch einmal will er das nicht erleben. Er fühlt sich nicht alt, aber er fühlt sich zu alt, um alle drei oder fünf Jahre seine Familie zu retten und sein Haus untergehen zu sehen. „Oben an der Zufahrtsstraße nach Gruna könnte man doch neu anfangen“, sagt er. Hoch genug sei das Gebiet, Platz für alle sei genügend, außerdem sei es öffentlicher Grund und nicht Privatbesitz. „Neu-Gruna“, sagt er, „warum denn nicht.“

Quelle: fr-online.de

Zweites Juni-Hochwasser geht glimpflich aus

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Elbe in Sachsen hat am Donnerstag den Höchststand der zweiten Juni-Flut erreicht. „Vor einem Hochwasser wie vor 14 Tagen braucht niemand mehr Angst haben“, sagte eine Sprecherin der Landeshochwasserzentrale. An der Elbe bei Schöna und Dresden galt vorübergehend die zweite von vier Alarmstufen.

Dampferfahrten und Drachenbootrennen abgesagt

Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten bis einschließlich Freitag komplett eingestellt. Ab dem Wochenende gilt ein eingeschränkter Sonderfahrplan. Zudem sind zahlreiche Fährverbindungen in der Sächsischen Schweiz und in Dresden eingestellt. Der Beginn der Filmnächte am Elbufer in Dresden wurde um eine Woche verschoben. Die Veranstalter hatten die Bühne und die Leinwand wegen des Hochwasser abbauen müssen. Das Terrassenufer stand erneut unter Wasser, konnte aber am Freitagnachmittag schon wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Schon wieder tritt die Elbe über – Trübe Aussichten in Dresden
Programmänderungen gibt es auch beim Elbhangfest am Wochenende zwischen Loschwitz und Pillnitz. So wurde das traditionelle Drachenbootrennen abgesagt. Zudem wurden einige Veranstaltungsorte verlegt

In Meißen waren wieder die elbnahen Parkplätze sowie die Baustellenumgehung der Bundesstraße B6 (Siebeneichener Straße) gesperrt. Mit größeren Überflutungen rechnete die Stadtverwaltung aber nicht. Entwarnung gab es auch aus Radebeul, das nach Angaben aus dem Rathaus dieses Mal von Überschwemmungen verschont blieb. Im benachbarten Coswig beobachtete das Ordnungsamt den Fluss genau. Auch wurde jedoch nicht mit größeren Überschwemmungen gerechnet, sagte Stadtsprecherin Ulrike Tranberg. Der vorübergehend hohe Elbwasserstand könnte sich jedoch negativ auf die teilweise noch von Grundwasser gefluteten Keller in Wohnhäusern auswirken.

In Pirna beobachteten die Menschen die Elbe mit Unruhe, sagte Katja Riedel, amtierende Weinkönigin und Juniorchefin des Hotels Deutsches Haus. Die meisten Bewohner ufernaher Bereiche seien noch mit dem Trockenlegen ihrer Keller und Erdgeschosse von der ersten Flut beschäftigt. Sandsäcke vor die durchnässten Gewölbe zu legen würde sowieso nur wenig bringen. Das Hotel ist zwar wieder offen, allerdings kann das Erdgeschoss noch nicht wieder genutzt werden.

In Riesa wurden vorsorglich der Stadtpark, der Elberadweg und eine Straße in Ufernähe gesperrt. Ein Stadtsprecher sagte, es drohten aber keine Gefahren für Gebäude. Lediglich ein Wassersportklub hätte überschwemmt werden können, wenn der Pegel höher als die bisherigen Prognosen gestiegen wäre.

Entwarnung an Flüssen in Ostsachsen

In Ostsachsen hatte sich die Lage schon zuvor deutlich entspannt. Laut Landesamt sank das Wasser in Spree, Lausitzer Neiße und Schwarzer Elster wieder. Neben der Elbe galt am Donnerstag nur noch an der Spree bei Spreewitz und der Großen Röder bei Kleinraschütz die Alarmstufe 2.

Quelle: mdr.de

Kupfer: Baupläne in Flutgebieten neu prüfen

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer hat die Städte und Gemeinden im Freistaat aufgefordert, bestehende Neubaupläne in flutgefährdeten Gebieten nochmals genau zu prüfen. Der CDU-Politiker verwies auf die Hochwasser und Überschwemmungen im Juni und erklärte: „Angesichts der Bilder der letzten Wochen sollte jedem klar sein: Bauen in Überschwemmungsgebieten birgt großes Risiko und wird im Ernstfall zu hohen Sachschäden führen.“ Außerdem koste jede Bebauung Überschwemmungsflächen. Kupfer betonte außerdem, die Gemeinden müssten bei ihren Planungen für Wohn- oder Gewerbegebiete auch beim Hochwasserschutz aufeinander Rücksicht nehmen. Egoismus sei hier fehl am Platz.

Neue Flussbetten erhalten, Ufermauern abreißen

Dem Umweltminister zufolge wird derzeit im Landtag über ein neues sächsisches Wassergesetz beraten, das noch über die Regelungen des Bundes im Wasserhaushaltsgesetz hinausgeht. So wolle der Freistaat eine bundesweit bisher einmalige Kategorie von überschwemmungsgefährdeten Gebieten einführen, in denen das Bauen nur eingeschränkt erlaubt ist. Dazu gehöre etwa ein mögliches Verbot von Mietwohnungen in Kellern, erläuterte Kupfer.

Der Gesetzentwurf sieht außerdem vor, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben. So sollen nach Aussage des Ministers nach Möglichkeit Ufermauern entfernt und Ufer in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Geplant sei auch, Gewässeraufweitungen und neue Flussbetten zu erhalten, die durch natürliche Ereignisse wie Hochwasser entstanden sind. Zur Begründung sagte Kupfer: „Eines haben die Hochwasser der vergangenen Jahre gezeigt: Dort, wo die Gewässer eingezwängt in einem künstlichen Bett verlaufen, suchen sie sich ihr altes natürliches Flussbett.“

Grüne kritisieren spätes Umschwenken

Der Vorsitzende der sächsischen Grünen, Volkmar Zschocke, meinte zu Kupfers Erklärung, der Umweltminister sei reichlich spät aufgewacht. Dass er jetzt den Abriss von Ufermauern fordere, müsse den Kommunen wie blanker Hohn vorkommen. Schließlich habe die Staatsregierung jahrelang auf immer mehr und höhere Mauern als Flutschutzmaßnahme gedrängt, kritisierte Zschocke. Dennoch sei das Umschwenken richtig, denn solche Begrenzungen sorgten für immer höhere Pegelstände und reißendere Flüsse. Der Grünen-Politiker forderte zugleich, auch die Renaturierung von Flüssen und Bäche, das Entsiegeln von Flächen und den Abriss von Infrastruktur in besonders flutgefährdeten Bereichen zu fördern.

Colditz plant Umsiedlung für Hochwasserschutz

Die Häuser an der Mulde in Colditz standen sowohl 2002 als auch in diesem Jahr unter Wasser. Viele Bewohner wollen deshalb umziehen. Die Stadt unterstützt diese Pläne.

Elbe in Sachsen hat Höchststand fast erreicht

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Die Elbe in Sachsen hat ihren Höchststand fast erreicht. Nach 5,35 Metern am Morgen in Dresden soll das Wasser nach Angaben des Landeshochwasserzentrums nur noch geringfügig steigen. Vor einem Hochwasser wie vor 14 Tagen brauche niemand mehr Angst haben, sagte eine Sprecherin. An der Elbe bei Schöna und Dresden galt die zweite von vier Alarmstufen. Die Sächsische Dampfschiffahrt hat ihre Fahrten zwischen Seußlitz und Bad Schandau bis einschließlich Freitag eingestellt. Veranstaltungen am Elbufer wurden abgesagt. (dpa)

Bange Blicke nach Sachsen und gen Himmel

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Sachsen

Nach erneutem Regen in Sachsen werden in Sachsen-Anhalt die Flüsse und Deiche intensiv beobachtet. Das betonte eine Sprecherin des Krisenstabes der Landesregierung am Mittwoch. An neuralgischen Punkten wie im Salzlandkreis hat sich die Lage noch nicht gänzlich entspannt. Dazu gehört Breitenhagen im Elbe-Saale-Winkel, wo die Einwohner erst nach zwei Wochen in den wegen Hochwassers gesperrten Ort zurückkehren durften, wie eine Sprecherin des Krisenstabes des Landkreises sagte. Probleme gebe es zum Beispiel noch mit der Stromversorgung. «Und die Menschen schauen besorgt zum Himmel und hoffen, dass kein großer Regen kommt.»

Unterdessen regte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf der Sondersitzung des Bundesrates in Berlin als Konsequenz aus der Flut die Einrichtung eines dauerhaften nationalen Fonds für Katastrophenfälle an. Zudem sei es notwendig, Verfahren zum Schutz vor Hochwasser zu beschleunigen. Haseloff lobte zugleich die Hilfsbereitschaft der Menschen beim Hochwasser, wie die Staatskanzlei weiter mitteilte. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de