Archiv für die Kategorie ‘Lauenburg’

Land gibt Geld für Flutschutz von Lauenburgs Altstadt

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

Das nächste Hochwasser kommt bestimmt. Um dafür gerüstet zu sein, soll die Altstadt von Lauenburg jetzt endlich einen effektiven Flutschutz bekommen. Das Land hat finanzielle Hilfe zugesagt – für ein Konzept, aber auch für dessen konkrete Umsetzung.

Lauenburg. Die Stadt Lauenburg erhält vom Land Schleswig-Holstein rund 80.000 Euro für den Hochwasserschutz für die historische Altstadt. Das sei ein wichtiger Schritt, um die Menschen und die historische Bausubstanz in Zukunft besser vor Überflutungen zu schützen, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in Lauenburg. Das Geld ist für ein Realisierungskonzept für den Hochwasserschutz bestimmt, das Mitte 2014 vorliegen soll. Beim Elbhochwasser im Juni 2013 waren Teile der Altstadt überflutet worden, mehrere Hundert Anwohner hatten für eine Woche ihre Häuser verlassen müssen.

Mit einem Stand von 9,55 Metern am Pegel Hohnstorf war das Hochwasser von 2013 das zweithöchste jemals gemessene, nur 1855 stand die Elbe mit 9,88 Metern noch höher. „Das war bereits das vierte Extremhochwasser innerhalb weniger Jahre. Angesichts dieser Entwicklung reicht es nicht, die Deiche einfach zu erhöhen. Wir brauchen mehr effektive Überflutungs- und Rückhalteflächen im Ober- und Mittellauf der Elbe“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Das werde Schleswig-Holstein auf der Sonderkonferenz der Umweltminister am 2. September deutlich machen. Außerdem sprach er sich dafür aus, dass das Land dem Staatsvertrag zum Hochwasserschutz beitreten solle.

In Lauenburg sind inzwischen die Planungen für einen Hochwasserschutz für die tief gelegene Altstadt in eine konkrete Phase eingetreten. „Das Hochwasser vom Juni hat den Bürgern die Augen geöffnet. Inzwischen haben fast alle die Notwendigkeit effektiver baulicher Schutzvorkehrungen erkannt“, sagte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede (CDU). In einem Ingenieurwettbewerb soll zusammen mit Denkmalschutzexperten und Anliegern ein Konzept erarbeitet werden, das aber wohl frühestens Ende 2014 umgesetzt werden kann. Auch beim Bau einer Hochwasserschutzanlage könne Lauenburg auf die Hilfe des Landes zählen, versicherte Habeck. Das Land könne bis zu 80 Prozent der Kosten übernehmen. „Das ist teuer, aber nichts zu unternehmen, wäre noch viel teurer“, sagte er.

In Lauenburg und den umliegenden Gemeinden sind nach aktuellem Stand durch das Hochwasser Schäden von 27,28 Millionen Euro entstanden. An Soforthilfe sind bislang mehr als 700 000 Euro ausgezahlt worden. Außerdem stehen nach Angaben der Staatskanzlei bislang 11,5 Millionen Euro Soforthilfe des Bundes zur Verfügung, eine zweite Tranche soll folgen.

Quelle: abendblatt.de

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Elb-Hochwasser: Effektiver Schutz bis 2014

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Elbe, Lauenburg

Wie können die Städte an der Elbe in Zukunft besser vor Hochwasser geschützt werden? Höhere Deiche, Hochwasserschutzwände, mehr Raum für die Elbe – seit Jahren wird auch in Schleswig-Holstein heftig diskutiert, welche Maßnahmen am sinnvollsten wären – bislang allerdings ohne Ergebnis. Die Landesregierung will die Stadt Lauenburg und den Wasser- und Bodenverband jetzt bei der Schaffung eines effektiven Hochwasserschutzes für die Altstadt unterstützen. Bis Mitte 2014 soll ein Konzept vorliegen, das mit bis zu 80.800 Euro vom Land gefördert wird. Das teilte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Dienstag bei einer Kabinettssitzung in der Jugendherberge in Lauenburg mit.

Viele Wohnungen sind immer noch unbewohnbar

Vor dem Beginn der Sitzung informierte sich Albig gemeinsam mit den anderen Ministern vor Ort über den Zustand der Häuser und den Fortschritt der Sanierungsarbeiten. Rund 100 Gebäude wurden während der Flut beschädigt, zahlreiche Erdgeschosswohnungen sind immer noch unbewohnbar. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) betonte: „Angesichts des Klimawandels müssen wir mit häufigeren und höheren Elbhochwassern rechnen.“ Ein Hochwasser-Schutz, der auch den Denkmalschutz in der Lauenburger Altstadt berücksichtigt und von den Eigentümern und Bewohnern akzeptiert wird, sei deswegen besonders wichtig, so Habeck. Darüber hinaus will sich der Grünen-Politiker bei einer Sonderkonferenz der Umweltminister am 2. September auch für einen effektiveren Hochwasserschutz weit vor Lauenburg stark machen. Er fordert mehr effektive Überflutungs- und Rückhalteflächen im Ober- und Mittellauf der Elbe und weitere Polder zur Kappung der Hochwasserscheitel.

Schaden in Höhe von 27,28 Millionen Euro

Das Soforthilfeprogramm, das im Juni 2013 aufgelegt wurde, umfasst eine Million Euro Hochwasser-Hilfe vom Land und eine Million Euro vom Bund. Bislang wurden aus den Landesmitteln mehr als 700.000 Euro an die Stadt Lauenburg ausgezahlt. Insgesamt erhalten alle vom Elbe-Hochwasser betroffenen Länder weitere 6,22 Milliarden Euro Aufbauhilfe vom Bund. Aus der ersten Auszahlung dieser Hilfe hatte Schleswig-Holstein rund 11,5 Millionen Euro erhalten. Die bisher gemeldeten Schäden im Land belaufen sich auf 27,28 Millionen Euro.

Quelle: ndr.de

Hochwasser-Schäden: Lauenburg rechnet mit Millionenbetrag

Veröffentlicht: Juni 22, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

Das Elbehochwasser hat in Lauenburg vermutlich Schäden in Millionenhöhe angerichtet. «Wir rechnen mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag», sagte Bürgermeister Andreas Thiede (CDU) am Samstag der dpa. Für eine Abschlussbilanz sei es aber noch zu früh. Die Mitarbeiter des Bauamts untersuchten derzeit noch die Schäden.

Die überflutete Elbstraße hatte vor zwei Wochen evakuiert werden müssen, die rund 300 Bewohner hatten erst eine Woche später in ihre Häuser zurückkehren können. Derzeit seien sie mit der Renovierung der Gebäude beschäftigt, sagte Thiede. Die Helfer seien aber alle abgereist. «Es ist das erste Mal seit drei Wochen, dass alle mal wieder durchatmen können.» An die vom Hochwasser betroffenen Einwohner seien in der vergangenen Woche bereits mehr als 200 000 Euro an Hilfen ausgezahlt worden.

Der Katastrophenalarm im Kreis Herzogtum Lauenburg war erst am Mittwoch aufgehoben worden. Der Wasserstand am Pegel Hohnstorf gegenüber von Lauenburg lag am Samstagmittag bei 7,80 Meter. Normal sind dort etwa 5 Meter. Auf dem Höhepunkt des Hochwassers Mitte Juni hatte der Pegelstand dort knapp 9,60 Metern betragen.

Mit einem Open-Air-Benefizkonzert wollen Musiker und Bands am Sonntag in Hamburg Spenden für die Flutopfer sammeln. Unter dem Motto «ElbAllianz» haben Liedermacher Rolf Zuckowski und Schmidt-Theater-Chef Corny Littmann zu der Veranstaltung auf der Reeperbahn aufgerufen. (dpa/lno)

Quelle: fr-online.de

Elbpegel bei Lauenburg sinkt weiter – Deichläufer noch im Einsatz

Veröffentlicht: Juni 18, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

Das Elbhochwasser in Lauenburg geht weiter zurück. Am Dienstagmorgen habe der Pegelstand dort bei 8,62 Meter gelegen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das Hochwasser gehe nach wie vor mit einer Geschwindigkeit von rund einem Zentimeter pro Stunde zurück. Der normale Wasserstand der Elbe liegt bei rund fünf Metern. Während in der Altstadt fast alle Sandsäcke abgeräumt sind, wird der Elbdeich nach wie vor von zwei Deichverteidigungsgruppen von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk bewacht. Trotz des nach wie vor hohen Wasserstandes bestehe dort aber keine akute Gefahr, sagte der Sprecher. Der aktuelle Pegelstand liegt noch immer rund 40 Zentimeter über dem sogenannten Jahrhunderthochwasser von 2002. (dpa/lno)

Quelle: fr-online.de

Lauenburger bereiten Rückkehr in Häuser vor

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Freudige Nachricht für die Bewohner der vom Elbhochwasser überflutete Lauenburger Altstadt: Sie dürfen voraussichtlich heute in ihre Häuser zurückkehren. Die Vorbereitungen dafür sind gestern angelaufen, nachdem klar war, dass das Hochwasser weiter zurückgeht. Mit Hilfe von Hochleistungspumpen wurden die Fluten aus den Straßen und Häusern befördert. Spezialisten müssen noch die Gas- und Stromleitungen in der Stadt überprüfen.

Gebäude werden einzeln überprüft

Vermutlich ab 8 Uhr am Sonnabend dürfen die Bewohner ihre Häuser wieder betreten – zusammen mit Statikern. Diese überprüfen ein Gebäude nach dem anderen. Sind diese sicher, dürfen die Bewohner dort bleiben. Im Laufe des Tages sollen dann alle etwa 300 Menschen wieder in ihre Räume zurückkehren können. Laut Krisenstab bleibt das Gebiet aber für Fußgänger und Autofahrer bis auf weiteres gesperrt, zum Schutz vor Hochwasser-Touristen. Außerdem wird es strenge Hygiene-Auflagen geben. Der Krisenstab befürchtet, dass durch das verschmutzte Elbwasser Keime und Krankheitserreger in die Altstadt gelangt sind.

Keine Gefahr an den Deichen

Noch immer sind Hunderte Helfer in Lauenburg im Einsatz, unter anderem um die Deiche zu kontrollieren. Sie sind laut Krisenstab stabil – Entwarnung gibt es aber nicht. „Wir haben in Sachsen-Anhalt gesehen, wie schnell es gehen kann“, sagte Krisenstabssprecher Peter Schütt. Der Pegelstand der Elbe sinkt derzeit um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Der Krisenstab erwartet, dass es so weitergeht. Am Morgen lag der Pegelstand in Hohnstorf gegenüber von Lauenburg bei 9,10 Metern. In Lauenburg selbst sind es stets einige Zentimeter mehr. Normal sind rund fünf Meter.

Wer zahlt die Hochwasserschäden?

Auf viele Flutopfer kommen hohe Kosten zu. Doch welche Versicherung zahlt und wer hilft, wenn keine Versicherung vorhanden ist? NDR.de beantwortet die wichtigsten Fragen. mehr

Möglich macht das der sogenannte Fluthilfe-Fonds, den Bund und Länder am Donnerstag gemeinsam vereinbart haben. Wie groß der Hilfstopf sein wird, ist noch nicht sicher. In Berliner Koalitionskreisen ist von bis zu acht Milliarden Euro die Rede. Auch die Firmen im Lauenburger Industriegebiet können auf finanzielle Hilfen hoffen, auch wenn keine größeren Schäden entstanden sind. Den Betrieben seien Kosten durch die Umlagerung von Waren und Rohstoffen entstanden, sagte Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei einem Ortstermin. Man sei in intensiven Gesprächen.

Debatte über Finanzierung des Hochwasserschutzes

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, dauerhaft mehr Geld als bisher für den Hochwasserschutz bereitzustellen. Der SPD-Politiker sagte der „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstagsausgabe), der Bund müsse die Finanzierung des Hochwasserschutzes im Binnenland neu ausbalancieren und an den Küstenschutz anpassen. „Heute ist die Lastenverteilung beim Hochwasserschutz im Binnenland zu 60 Prozent beim Bund und zu 40 Prozent bei den Ländern. Beim Küstenschutz sind es 70 zu 30.“

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/lauenburg241.html

 

In den Hochwassergebieten entlang der Elbe hoffen die Anwohner, dass das Schlimmste überstanden ist. Die Pegelstände sinken, doch das Wasser drückt weiterhin stark gegen die Deiche. Entwarnung gibt es deshalb noch nicht. An vielen Pegeln seien die Wasserstände noch ähnlich hoch wie bei den Hochwassern 2002 und 2011, erklärte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Gefahr von Dammbrüchen sei deshalb immer noch sehr hoch. Bis mindestens Anfang kommender Woche wird der Kampf gegen das Hochwasser wohl noch anhalten.

Hitzacker: Rückkehr auf Altstadtinsel

Die 220 Bewohner von Hitzackers Altstadtinsel dürfen zurück in ihre Häuser. In Niedersachsen können die Bewohner der evakuierten Altstadtinsel von Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Der Landkreis hatte die Evakuierung am frühen Freitagmorgen aufgehoben. Der Pegelstand war in der Nacht unter die Marke von 7,76 Meter gefallen. Auf die Insel dürfen allerdings vorerst nur Einwohner und Helfer. Erst ab einem Pegelwert von 7,46 Meter dürfen auch Besucher die Altstadt betreten. Der Katastrophenstab des Landkreises geht davon aus, dass der Katastrophenalarm bis Anfang nächster Woche bestehen bleibt. Auch im Landkreis Lüneburg bleibt der Katastrophenfall weiter ausgerufen. Der Schulbetrieb werde aber bis auf Amt Neuhaus wieder aufgenommen, teilte der Kreis mit.

Auch Lauenburger dürfen wohl bald zurück

Auch in Schleswig-Holstein entspannt sich die Hochwasserlage. Am Freitag kam die gute Nachricht für die rund 300 evakuierten Bewohner der Stadt Lauenburg: Wenn alles nach Plan laufe, könnten sie ab 8 Uhr am Sonnabend in ihre Häuser zurückkehren, teilte der Krisenstab am Freitag mit. Am Nachmittag hatten Einsatzkräfte begonnen, die Altstadt mithilfe von Pumpen von den Wassermassen zu befreien. „Wir hoffen, dass wir in der Nacht fertig werden“, sagte ein Sprecher. Anschließend sollen Spezialisten die Gas- und Stromleitungen in der Stadt überprüfen. Bauexperten und Statiker prüfen unterdessen die Häuser auf Schäden. Im Laufe des Tages sollen alle Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt sein. Die Evakuierung der Altstadt wird wohl am Sonntag endgültig aufgehoben. Bis dahin bleibt das Gebiet für Besucher noch gesperrt.

http://www.ndr.de/regional/elbhochwasser159.html

Aufatmen in Lauenburg: Hochwasser geht zurück

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Vorsichtiges Aufatmen bei den Bewohnern in der lauenburgischen Altstadt – und das aus zweierlei Hinsicht: Zum einen sinkt der Pegelstand der Elbe weiter leicht ab – und zwar um einen Zentimeter pro Stunde. Der Krisenstab erwartet, dass es so weitergeht. Am Donnerstagnachmittag lag der Pegelstand bei etwa 9,45 Metern. Normal sind gut fünf Meter. Außerdem stimmte der Landtag einer Soforthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Lauenburger in Höhe von einer Million Euro zu, die gleiche Summe packt der Bund oben drauf. Möglich macht das der sogenannte Fluthilfe-Fonds, den Bund und Länder am Donnerstag gemeinsam vereinbart haben. Wie groß der Hilfstopf sein wird, ist noch nicht sicher. In Berliner Koalitionskreisen ist von bis zu acht Milliarden Euro die Rede.

Elbstraßen-Bewohner müssen Geduld aufbringen

Die Helfer in Lauenburg sind damit beschäftigt, dass die Deiche zu kontrollieren. Zurzeit sieht es gut aus. Die Lage habe sich weitgehend stabilisiert, an den Deichen seien bislang keine Risse festgestellt worden, heißt es vom Krisenstab. Außerdem laufen die Planungen für die Rückkehr der Anwohner in ihre Häuser. Ab einem Wasserstand von 9,30 Metern werde die Feuerwehr beginnen, das Wasser abzupumpen, teilte die Stadt Lauenburg mit.

„Die Anwohner wollen natürlich so schnell wie möglich in ihre Häuser zurück.“ Sie müssen sich laut Sprecher Peter Schütt aber noch in Geduld üben. „Das geht erst, wenn wieder Strom da ist und die Gebäude von Bausachverständigen auf ihre Standfestigkeit überprüft worden sind. Beides ist erst möglich, wenn die Elbstraße trocken ist“, sagte Schütt.

Unterdessen forderte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Bundesregierung auf, dauerhaft mehr Geld als bisher für den Hochwasserschutz bereitzustellen. Der SPD-Politiker sagte der „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstagsausgabe), der Bund müsse die Finanzierung des Hochwasserschutzes im Binnenland neu ausbalancieren und an den Küstenschutz anpassen. „Heute ist die Lastenverteilung beim Hochwasserschutz im Binnenland zu 60 Prozent beim Bund und zu 40 Prozent bei den Ländern. Beim Küstenschutz sind es 70 zu 30.“

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/lauenburg241.html

Hochwasser an der Elbe: Wächter der Deiche

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Karl-Heinz Miekley macht mit seinem schweren Stiefel einen Maulwurfshügel platt. Die Erkenntnis: Alles trocken, keine Gefahr. Miekley steht auf einem grasbewachsenen Deich am Industriegebiet von Lauenburg in Schleswig-Holstein. An dieser Stelle sieht die Elbe fast idyllisch aus. Doch das Wasser schwappt nur knapp einen Meter unter der Spitze des Schutzwalls, die Elbe bleibt bedrohlich.

 

Karl-Heinz Miekly ist ein Deichläufer. Er kontrolliert die Dämme auf feuchte Flecken, Risse, mögliche Bruchstellen. Wenn der Pegel um einen Zentimeter steigt, bedeutet das einen zusätzlichen Druck von 16 Tonnen auf dem Deich. Und in den vergangenen Tagen ist das Wasser so hoch gestiegen wie noch nie.

Im Kampf gegen die Hochwasserflut kommt den Deichläufern daher eine wichtige Rolle zu. In Lauenburg übernehmen auch Miekley und seine Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Lanze diese Aufgabe. „Wenn das Industriegebiet verlorengeht, ist auch Lanze verloren“, sagt der 63-Jährige.

Um 8 Uhr morgens hat ihre Schicht begonnen. Zu viert gehen die Männer einen mehrere Kilometer langen Abschnitt ab. Für die Öffentlichkeit ist der Deich aus Sicherheitsgründen gesperrt – ebenso wie die Elbbrücke von Lauenburg. Jeder Baumstamm, jeder dicke Ast kann zu einer Gefahr für den Schutzwall werden. Draußen auf dem Wasser fischt das Technische Hilfswerk Treibgut aus den Fluten. „Wirklich enorm“, sagt Miekley, „diese Wassermassen“.

Vielerorts hat das Elbe-Hochwasser den Höchststand erreicht

Am Pegel Hohnstorf, auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe, wurden an diesem Mittag 9,54 Meter gemessen. Das ist etwas weniger als am Tag zuvor. Vielerorts steigt das Wasser nicht mehr oder sinkt, immerhin. Doch die Lage wird noch tagelang angespannt bleiben, der Pegel nur langsam sinken. Und mit jedem Tag Hochwasser steigt der Druck auf den Deich – und damit die Gefahr, dass er weiter aufweicht, dass doch noch eine Stelle bricht.

Welche dramatischen Folgen das haben kann, wurde in Fischbeck in Sachsen-Anhalt deutlich. Auf einer Länge von 50 Metern ist dort am Montag der Deich gebrochen, die Wassermassen flossen ins Landesinnere, überfluteten mehrere Ortschaften. Die Bundeswehr versuchte mit Helikoptern und sogenannten Big Packs, riesigen Sandsäcken, die Lücke wieder zu schließen. Vergeblich. An der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg breitete sich das Hochwasser weiter im Hinterland aus. Auch die letzten verbliebenen Einwohner der Dörfer Klietz, Kamern und Wust im Landkreis Stendal mussten ihre Häuser nun verlassen.

Und auch weiter nördlich in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen blicken die Menschen sorgenvoll auf die stark belasteten Deiche. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Sommerhochwasser-Rekord gemessen. Im niedersächsischen Landkreis Lüneburg wollten Helfer am Mittwoch fünf weitere Kilometer Deich mit Sandsäcken aufstocken. Dort und in Lüchow-Dannenberg verharrte die Elbe auf ihrem Höchststand.

Notdepot mit 20.000 Sandsäcken

Am Deich in Lauenburg können die Feuerwehrleute noch verhältnismäßig ruhig bleiben – was auch mit der Katastrophe in Sachsen-Anhalt zusammenhängt. Durch das Abfließen der Wassermassen bei Fischbeck fällt die Flut in Lauenburg niedriger aus als zuvor prognostiziert. „Das ist natürlich verdammt scheiße für die Betroffenen, aber gut für uns“, sagt Gruppenführer Sven Lang vorsichtig. Er will nicht falsch verstanden werden. „Es ist ein zweischneidiges Schwert.“

„Es herrscht angespannte Ruhe“, sagt auch Michael Bunk, Sprecher der Einsatzleitung in Lauenburg. 800 Personen seien derzeit im Einsatz. Wenn das Wasser irgendwo durchsickert, sind schnelle Trupps mit Sandsäcken zur Stelle. Eine Woche hat sich Lauenburg auf das Hochwasser vorbereiten können. Dämme wurden aufgeschüttet und verstärkt. Die Altstadt wurde überschwemmt, das war nicht zu verhindern. Aber ansonsten hoffen die Einsatzkräfte, dass der Ort verschont bleibt. Dass das Notdepot mit rund 20.000 Sandsäcken nicht benötigt wird.

Auch die Deichläufer sind verhalten optimistisch. Nach rund zwei Stunden ist die Patrouille beendet, alles in Ordnung so weit. „Dieser Deich hält“, sagt Miekley.

http://www.spiegel.de/panorama/elbe-hochwasser-erreicht-hoechststand-a-905297.html

Tausende Hochwasserhelfer an der Elbe sind unermüdlich im Einsatz

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 Tausende Hochwasserhelfer an der Elbe sind unermüdlich im Einsatz. Bundeskanzlerin Merkel hat ihnen bei einem Besuch in Lauenburg ihre Anerkennung ausgesprochen und die Hilfszusage des Bundes bekräftigt. „Wir achten und schätzen das ganze Engagement“, sagte die Kanzlerin am Mittwoch bei einem Besuch der Elbestadt. Zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) informierte sie sich über die Lage in der Kleinstadt und die Arbeit der Einsatzkräfte. Die Kanzlerin bekräftigte, dass der Bund die betroffenen Menschen nicht alleinlassen werde. „Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.“ Zugleich begrüßte sie, die Unterstützung von privater Seite: „Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.“

http://www.rp-online.de/panorama/live-angela-merkel-bekraeftigt-in-lauenburg-soforthilfe-1.3462254

Krisenstab von Lauenburg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 Michael Bunk, Sprecher am Krisenstab von Lauenburg, verkündet den aktuellen Pegelstand: 9,57 Meter. Aktuell steigt das Wasser seinen Angaben nach um etwa einen Zentimeter pro Stunde. Der ursprünglich prognostizierte Höchststand von fast elf Metern werde nicht mehr erwartet. Realistischer sei ein Maximum von etwa zehn Metern. Doch von Entwarnung kann hier deshalb noch keine Rede sein. Teile der Altstadt, besonders die Elbstraße, stehen kniehoch unter Wasser. „Wir haben versucht, mit Pumpen das Wasser aus der Stadt zu halten“, beschreibt Bunk. „Doch wir mussten unsere Bemühungen einstellen.“

 

http://www.focus.de/panorama/welt/hochwasser-in-deutschland-live-vor-ort-lauenburg-flutet-keller-mit-trinkwasser_aid_1010178.html

Pegelstand in Lauenburg

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Das Wasser hat in Lauenburg einen Stand von 9,39 Metern erreicht. Die Sandsackwälle hielten am Abend noch, ein Sprecher des Krisenstabes konnte aber nicht ausschließen, dass es auch in die Häuser eindringt. 75.000 Säcke sind allein in der Altstadt aufgeschichtet. in Ein Ende des Anstiegs ist noch nicht abzusehen: „Das Wasser steigt minütlich und wir haben den Scheitel noch längst nicht erreicht“, sagte der Sprecher. In Dresden dagegen entspannt sich die Lage. Nach einer Woche hat die Stadt den Katastrophenalarm wieder aufgehoben. Zuvor war der Pegelstand der Elbe von der höchsten Alarmstufe 4 auf Stufe 3 gesunken. Auf ihrem Scheitelpunkt hatte die Elbe vergangene Woche einen Wasserstand von 8,76 Metern erreicht. Normal sind knapp 2 Meter, bei der Jahrhundertflut 2002 waren 9,40 Meter gemessen worden. Pro Stunde falle der Pegelstand um zwei bis drei Zentimeter, teilte die Stadt mit.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Tausende-nach-Deichbruch-in-Fischbeck-evakuiert

Lauenburg in Schleswig-Holstein i

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Die vom Hochwasser der Elbe bedrohte Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein ist evakuiert worden. Am Montagvormittag war das Wasser nach Angaben des Krisenstabs bereits auf 9,18 Meter gestiegen. Am Donnerstag soll der Pegel in Hohnstorf auf der anderen Elbseite bei 10,15 Meter stehen. Höchster jemals gemessener Wasserstand in Hohnstorf waren 9,88 Meter – im Jahr 1855. Der Mittelwert des Pegels lag in den vergangenen zehn Jahren bei rund fünf Metern.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Tausende-nach-Deichbruch-in-Fischbeck-evakuiert

Altstadt von Lauenburg evakuiert

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Die vom Hochwasser der Elbe bedrohte Altstadt von Lauenburg in Schleswig-Holstein wird  evakuiert. Dort war das Wasser nach Angaben des Krisenstabs bereits auf 9,18 Meter gestiegen. Am Donnerstag soll der Pegel in Hohnstorf auf der anderen Elbseite bei 10,15 Meter stehen. Höchster jemals gemessener Wasserstand in Hohnstorf waren 9,88 Meter – im Jahr 1855.

 

http://www.n-tv.de/panorama/16-07-Hohengoehrener-Elbdeich-wird-aufgegeben-article10747971.html

„Die Unterstützung ist der Wahnsinn“

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

Patrick S. steht auf seiner Terrasse und blickt hinunter auf den reißenden Strom. Eigentlich trennt eine Uferpromenade sein Haus von der Elbe, doch seit einigen Tagen ist der Weg nicht mehr zu sehen. Nur das schon zur Hälfte versunkene Radwegschild lässt erahnen, dass hier sonst Menschen flanieren und Fahrrad fahren. „Wir gehen heute raus“, sagt er und blickt an diesem Sonntagnachmittag über die Fluten. In wenigen Stunden wird er sein Haus verlassen, denn der Krisenstab hat wegen des erwarteten Hochwasserpegels von 10,15 Metern die Evakuierung der Elbstraße angeordnet.

Alles aufgebockt, was geht

Die Zimmer von der Wohnung ähneln einem Lager: Alles Hab und Gut hat der 40-Jährige mit seiner Freundin zusammengepackt und auf Holzböcke gehoben. Das Schlafzimmer ist leergeräumt, die Küche abgebaut und auf Getränkekisten gestellt. Auch die Pflanzen auf der Terrasse stehen auf einem Tisch, umringt von Sandsäcken. „Wenn das Hochwasser wirklich so hoch steigt, dann steht hier alles mindestens einen halben Meter unter Wasser“, sagt S.. Seit Ende 2010 lebt der gebürtige Dresdener hier und hat schon das Hochwasser 2011 miterlebt. „Damals hatten wir aber noch knapp 40 Zentimeter Luft“, erinnert er sich, „diesmal wird das aber anders sein.“ Die nächste Zeit werden er und seine Freundin bei Bekannten in Geesthacht verbringen. „Sie räumen gerade das zweite Kinderzimmer für uns frei.“

Die Ungewissheit plagt die Anwohner

In den letzten Tagen wurde der erwartete Hochwasserpegel mehrmals korrigiert, mal nach unten, dann wieder nach oben. Beim Hochwasser vor zwei Jahren stieg die Elbe auf 9,22 Meter. So hoch wie die aktuelle Prognose war das Wasser in Lauenburg noch nie. So eine Situation hätte es bisher noch nicht gegeben, jede neue Entwicklung müsse abgewartet und neu eingeschätzt werden, meint Thomas G. von der Feuerwehr. Kein gutes Gefühl für die Bewohner. Das Schlimmste sei die Ungewissheit, wie hoch die Elbe nun tatsächlich steigt, und das Warten darauf, dass das Wasser kommt – so lauten die Empfindungen vieler Lauenburger.

„Die Unterstützung ist der Wahnsinn“

In dieser Krisenlage hat sich unter den Anwohnern eine große Solidarität entwickelt. Jeder hilft jedem, sei es beim Klavier schleppen oder Küche abbauen, und jeden Abend treffen sich alle auf einen Caipirinha im benachbarten Lokal. „Hier kommen wir dann zusammen zum Reden und Fachsimpeln, es herrscht ein wundervoller Zusammenhalt“, sagt Peter W., der auch zu den Betroffenen gehört, „und außerdem möchten wir gerne den Besitzern des Restaurants helfen, jetzt wo sowieso viel Umsatz wegbricht.“ S. Erfahrungen sind ähnlich. „Es kamen Helfer aus Neumünster, das war der Wahnsinn“, sagt er, als könne er er nicht fassen, „und sogar vier junge Menschen aus Kiel, die haben hier bis tief in die Nacht geackert, im Auto geschlafen und früh morgens wieder weitergemacht.“ Die Erinnerung daran lässt seine Stimme zittern.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Trotz der kritischen Situation versucht die Mehrheit der Bewohner zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Doch dies fällt nicht leicht, zumal Existenzen auf dem Spiel stehen. Viele Bewohner konnten nicht zur Arbeit gehen, weil sie sich in den vergangenen Tagen um ihren Häuser und Wohnungen gekümmert haben, so auch S. Der selbstständige Elektriker war in der Nachbarschaft unterwegs und hat die Stromleitungen gesichert, seine eigentlich anstehenden Aufträge konnte er nicht ausführen. Während er davon erzählt, ringt er um Fassung. Doch er sagt: „Wir hatten ja noch Glück. Wir konnten uns vorbereiten und wurden nicht so plötzlich von der Flut erwischt wie die Menschen in den anderen Hochwassergebieten.“ Was aus seiner Wohnung wird, weiß er nicht. „Aber es gibt immer ein ‚Danach‘, genau wie vor zwei Jahren“, sagt er zuversichtlich. Damals hat er sich ein Foto der überfluteten Uferpromenade auf den Briefkasten drucken lassen. Dieses Mal muss wohl ein neues Foto her.

http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/lauenburg377.html

Lauenburg an der Elbe

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Lauenburg

 

In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung soll am Mittag beginnen, sagte ein Sprecher des Krisenstabes am Sonntag. Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein, heißt es in einer Anordnung des Landrates, die im Internet veröffentlicht wurde. Grund sind die neuen Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe an diesem Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser. Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88 Meter.

http://www.haz.de