Archiv für die Kategorie ‘Hochwasserflut 2011’

Hochwasser Flut fordert mehrere Tote

Veröffentlicht: Januar 17, 2011 von fluthelfer in Hochwasserflut 2011

 

Das Hochwasser hat in Deutschland mehreren Menschen wohl das Leben gekostet. Fünf Personen werden vermisst – die Ermittler gehen davon aus, dass sie ertrunken sind.

Die Polizei suchte bislang erfolglos nach den von der Fulda und Steinach in Hessen mitgerissenen Männern. Die Beamten schätzen am Montag die Chance, die Männer lebend zu finden, in beiden Fällen als gering ein.

Nach einem Vermissten, der am Wochenende auf der Flucht vor der Polizei in die Fulda gesprungen war, wird derzeit nicht mehr gesucht, wie ein Polizeisprecher in Kassel sagte. Nach Polizeiangaben handelt es sich möglicherweise um einen 32-Jährigen. Er hatte in der Nacht zum Samstag in Kassel beim Erkennen eines Streifenwagens sein Auto beschleunigt und war vor den Beamten geflüchtet. Entlang der Fulda verlor der Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr in den Straßengraben. Nach dem Unfall flüchtete er zu Fuß und sprang dann in den Fluss. Auch ein 59-Jähriger, der am Donnerstag bei Neckarsteinbach (Kreis Bergstraße) in die Steinach gestürzt war, ist noch nicht gefunden worden.

Das Hochwasser hat wohl schon einige Menschen das Leben gekostet. Am Freitagabend stürzte vermutlich ein 67-Jähriger in Bräunlingen (Baden-Württemberg) in die Breg. In Auerbach im Erzgebirge wird seit Freitagmorgen eine 77-Jährige vermisst, die möglicherweise in einen Hochwasser führenden Bach gestürzt ist. In Bayern fehlt seit Mitte letzter Woche von einem Schleusenarbeiter jede Spur. Allem Anschein nach ist er in die Traun gefallen. Ähnliche Vorfälle gab es in der vergangenen Woche in Thüringen an der Unstrut, in Niedersachsen an der Emmer und der Rems in Baden-Württemberg.
jag/ivb/news.de/dapd

 

Hochwasser Flüsse schwellen an

Veröffentlicht: Januar 15, 2011 von fluthelfer in Hochwasserflut 2011

 

Die Hochwasserlage hat sich besonders in Bayern und Brandenburg zugespitzt. Regenfälle und Schneeschmelze ließen die Pegel zahlreicher Flüsse vielerorts weiter ansteigen. Vom Hochwasser betroffen waren vor allem Städte und Ortschaften an Main und Donau.

Durch den anhaltenden Regen und das Tauwetter stiegen die Pegel der Flüsse in Nord- und Ostbayern vielerorts weiter an. An der Donau hatte der Scheitel der Hochwasserwelle Kelheim die Meldestufe 3 erreicht. Flussabwärts stiegen die Pegel weiter an. In Regensburg sollte der Hochwasserhöchststand Samstagnachmittag erreicht werden. Die Hochwasserexperten rechneten allerdings damit, dass der Scheitel mit 630 Zentimetern am Pegel Eiserne niedriger ausfallen werde als beim Hochwasser von 2002.

Auch am Main blieb die Hochwasserlage angespannt. Nach Angaben der Stadt rechnet Würzburg in der Nacht zum Montag mit der zweiten Welle, die wohl höher sein wird als die erste. Einem Stadtsprecher zufolge gehen die Vorhersagen anhand des Pegels Trunstadt von bis zu 6,70 Meter aus. Dies sei ein deutlich höherer Stand als beim letzten großen Hochwasser 2003.

In Brandenburg verschärfte sich die Hochwasserlage besonders an der Schwarzen Elster. Am Samstagvormittag erreichte der Fluss Richtwerte für die höchste Alarmstufe 4, wie ein Sprecher des Landkreises Elbe-Elster mitteilte.

An der Elbe hatte der Wasserstand in Dömitz in Westmecklenburg die Fünf-Meter-Marke überschritten. Am Samstagmorgen wurden 5,20 Meter gemessen, wie NDR 1 Radio MV berichtete. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt habe die Hochwasser-Alarmstufe 1 ausgelöst.

In Köln erreichte der Wasserstand des Rheins am Morgen eine Höhe von 8,62 Metern, wie die dortige Hochwasserschutzzentrale mitteilte. Allerdings stieg er mit rund 1,5 Zentimetern pro Stunde nur noch halb so schnell wie am Vortag. Die Kölner Altstadt sei aber bis zu einem Pegel von 11,30 Metern sicher.

Für den Rhein in Rheinland-Pfalz werden am Wochenende steigende Pegel erwartet. Beispielsweise werde für Speyer damit gerechnet, dass der derzeitige Pegel von 6,40 Meter noch etwas steigen werde, sagte eine Sprecherin des Hochwassermeldezentrums in Mainz dapd-Anfrage.

In der niedersächsischen Stadt Hann. Münden bereiteten sich die Bürger auf eine zweite Weser-Hochwasserwelle vor. «Wir rechnen mit der Spitze des Hochwassers von Samstagabend bis Sonntagfrüh», sagte Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU). Am Samstagvormittag betrug der Weserpegel 5,40 Meter. Burhenne rechnete mit einem Wert in Richtung 6,00 Meter und damit geringer als zunächst erwartet. Noch am Freitag war die Stadtverwaltung für das Wochenende mit einem Stand des Weserpegels von bis zu 6,50 Metern und weiteren Überschwemmungen ausgegangen.

In der Stadt sind mehrere Straßen in der Altstadt und in den Ortsteilen überschwemmt und mussten gesperrt werden. Einwohner und Helfer des Technischen Hilfswerks verstärkten die Sandsackbarrieren.

Die Hochwasserlage in Baden-Württemberg hingegen entspannte sich weiter. Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale meldete am Samstagvormittag fallende Wasserstände an nahezu allen betroffenen Flussgebieten mit der Ausnahme von Wertheim. Auch in Nordhessen ging das Wasser langsam zurück. Am Oberlauf der Fulda seien durchweg fallende Pegelstände verzeichnet worden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel.
jag/news.de/dapd

 

Überschwemmungen Hochwasser auf allen Kanälen

Veröffentlicht: Januar 14, 2011 von fluthelfer in Hochwasserflut 2011

 

Milde Temperaturen und Dauerregen lassen das Wasser wieder steigen. In Passau und Hannoversch Münden sind Teile der Altstadt überschwemmt und in Koblenz hebt sich der Rhein wieder. Auch Dresden und Leipzig bereiten sich auf Hochwasser vor.

Die sehr milden Temperaturen und Dauerregen haben die Hochwassersituation in vielen Teilen Deutschlands wieder verschärft. In Bayern, Niedersachsen und Sachsen stiegen Flüsse und Bäche nach Behördenangaben vielerorts erneut an. Tausende Helfer sind im Einsatz, um mit Sandsäcken die Uferbereiche zu verstärken. Hingegen entspannte sich die Lage in Hessen und dem nördlichen Baden-Württemberg.

Am Morgen spitzte sich die Lage an der Donau zu. Der Passauer Rathausplatz wurde überflutet. Neben zahlreichen kleineren Straßen mussten auch zwei Bundesstraßen gesperrt werden. In Deggendorf musste ein 110 Meter langes Schiff aufgrund des Hochwassers mit einem schweren Stahlseil vor dem Losreißen gesichert werden.

An der Oberweser in der niedersächsischen Stadt Hannoversch Münden waren mehrere Straßen in der Altstadt überschwemmt. Nach Angaben der Stadtverwaltung muss bis Samstag mit einem weiteren Anstieg des Pegels gerechnet werden. «Wir bleiben in höchster Alarmbereitschaft», sagte Stadtsprecherin Julia Bytom.

Koblenz drohen erneut Überschwemmungen

In Koblenz lag der Rheinpegel am Vormittag bei 6,64 Metern. Der Höchststand wurde hier für Samstag mit 7,40 Metern vorhergesagt, das wäre leicht unter der Maximalhöhe vom vergangenen Montag mit 7,52 Metern. Das Deutsche Eck am Zusammenfluss von Rhein und Mosel sowie Teile des Bundesgartenschau-Geländes stünden damit erneut unter Wasser, auch einzelne Vororte wären wieder betroffen.

Auch an der Ruhr seien bereits fast wieder die Wasserstände vom vergangenen Wochenende erreicht, sagte Georg zur Strassen von der Talsperrenleitzentrale des Ruhrverbands in Essen. Schlimmeres verhinderten bislang die Talsperren, die allein seit Donnerstag zwölf Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten.

Zur Entlastung der durchweichten Deiche wurden in Leipzig mehrere Hundert Hektar Auwald völlig geflutet. An der Pleiße südlich von Leipzig gilt inzwischen die Warnstufe 3, wie das Landeshochwasserzentrum in Dresden mitteilte. Die Stadt bereitet sich seit Tagen auf eine Flutwelle vor, auf Deichen werden Hunderte Bäume gefällt, um die Standsicherheit der Anlagen zu verbessern. Das Wasser bedroht weiterhin die nördlichen Stadtteile Leutzsch und Lindenau.

Wasser erreicht Dresdner Terrassenufer

In Dresden erreichte das Hochwasser der Elbe das Terrassenufer vor der historischen Altstadt. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Straße für den Verkehr weitgehend gesperrt. Der Elbpegel war in der Nacht auf 5,10 Meter angestiegen. Es galt die Alarmstufe 2.

Auf einen weiteren Anstieg der Wasserstände bereitet sich ebenfalls Sachsen-Anhalt vor. Deshalb wird am Samstag das Pretziener Wehr südöstlich von Magdeburg geöffnet. Damit kann ein Teil des Elbhochwassers durch den 21 Kilometer langen Umflutkanal abfließen. Nach Angaben des Landesbetriebes für Hochwasserschutz steigen die Flüsse in Tschechien, außerdem nehmen die Wassermassen, die aus der Mulde und der Saale in die Elbe fließen, weiter zu.

Trotz steigender Pegelstände der Donau blieb die Hochwassersituation in Regensburg vergleichsweise entspannt geblieben. Für den Abend rechnet die Stadtverwaltung mit einem Pegelstand von 6,50 Metern. «Wir erwarten, dass die Schutzvorkehrungen dem Hochwasser standhalten», sagte der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Regensburg, Wolf-Dieter Rogowsky. Die Hochwasserspitze werde voraussichtlich am Sonntagmorgen erreicht.

Das Hochwasser des Mains in Frankfurt geht bereits leicht zurück. «Der Pegel liegt derzeit bei 4,72 Meter, nachdem die Scheitelwelle in der Nacht 4,79 Meter erreicht hatte», sagte ein Feuerwehrsprecher. Für das Wochenende wurde jedoch eine zweite Hochwasserwelle vorhergesagt.
iwi/news.de/ddp

 

Nach der Welle ist vor dem Regen

Veröffentlicht: Januar 11, 2011 von fluthelfer in Hochwasserflut 2011

Die Hochwasserwelle war weniger schlimm als befürchtet. Doch während die Pegel vielorts langsam sinken, kommen Meterologen mit der nächsten Hiobsbotschaft: Regen. Die kommenden Tage werden mild, aber sehr nass.

Das Wasser des Rheins geht langsam zurück. Laut Hochwasserschutzamt der Stadt Köln falle der Pegel etwa einen Zentimeter pro Stunde. Am Dienstagmorgen war der Pegelstand bereits um sieben Zentimeter auf 8,84 Meter gesunken. Ein Sprecher sagte, er gehe weiter von sinkenden Pegelständen aus. In Koblenz erreichte der Wasserstand bereits am Montagnachmittag mit 7,52 Meter seinen Scheitel, inzwischen ist er wieder etwas gesunken.

Unterdessen dringt in die historische Altstadt in Wertheim im Main-Tauber-Kreis wie erwartet seit Montagabend das Hochwasser ein. Die Stadt mit ihren rund 24.000 Einwohnern ganz im Norden Baden-Württembergs an der Grenze zu Bayern kennt die steigenden Fluten aber seit Jahren und hatte dementsprechend vorgesorgt. Anwohner und Geschäftsleute sicherten ihre Häuser und Wohnungen rechtzeitig so gut es ging und räumten alles Bewegliche aus der Gefahrenzone. Viele Läden haben mobile Warenständer und Fliesen statt Teppichböden.

Dank eines Wegesystems aus etwa 400 Metern Stegen bleibt die Altstadt an zentralen Punkten passierbar. Zudem stehen Boote bereit. Bei Wertheim mündet die Tauber in den Main. Gegen 19 Uhr am Montagabend hatte der Pegelstand des Mains die kritische Marke von 5,20 Metern erreicht, wie die Stadt berichtete. Der Kampf mit Pumpen gegen das anrückende Wasser sei daraufhin gestoppt worden. Gegen 23 Uhr war das Wasser bereits sechs weitere Zentimeter gestiegen.

Für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch erwarteten die Behörden in Wertheim einen Pegelstand von etwa 5,50 Metern. Die Altstadt soll dann soweit überflutet sein, dass das Geschäftsleben zum Erliegen kommt. Das aktuelle Hochwasser ist nicht außergewöhnlich. In der Einsatzleitung der Feuerwehr an der Tauberbrücke war die Lage gegen Mitternacht ruhig und entspannt. Es habe bisher keine Zwischenfälle gegeben, hieß es. Alles sei gut vorbereitet und abgesprochen.

Nach Angaben der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale hatte im Jahr 1995 das Januar-Hochwasser in Wertheim 6,37 Meter erreicht. Das ist beinahe ein Meter mehr als die Vorhersage für die Nacht zum Mittwoch.

Wettervorhersage: Milder und regnerischer

Bis zum Freitag sagen die Meterologen Regen vorher. Heute ist es zunächst bedeckt oder neblig trüb, gebietsweise auch heiter, vereinzelt leichter Nieselregen. Noch am Vormittag gibt es im Westen etwas Regen, lokal und kurzzeitig auch gefrierender Regen möglich, in höheren Mittelgebirgslagen teils Schnee, der bis zum Abend etwa eine Linie Schleswig-Holstein-Allgäu erreicht.

Die Temperatur liegt im Nordosten kaum oder nur wenig über dem Gefrierpunkt, sonst 2 bis 9 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein. Schwacher bis mäßiger in Höhenlagen frischer Wind aus südlichen, später im Westen aus westlichen Richtungen.In der Nacht zu Mittwoch weiter ostwärts ausgreifende Regenfälle, nur in höheren Lagen sowie vorübergehend im Nordosten Schnee. Tiefstwerte zwischen +5 und -1 Grad.
jag/news.de/dpa