Archiv für die Kategorie ‘Elbe’

Hamburger Schleusenleitdamm soll aufgerüstet werden, Stadt zahlt nur 40 000 Euro.

Geesthacht. Wenn Hamburg die Borghorster Elbwiesen flutet, dann bekommt Geesthacht einen Lückenschluss im Hochwasserschutz an der Elbe. Darauf haben sich jetzt die Hamburger Projektrealisierungs-Gesellschaft (ReGe) und das Land Schleswig-Holstein verständigt. Hamburg baut und Kiel zahlt — zumindest 90 Prozent der Baukosten. Die Restsumme, wohl lediglich 40 000 Euro, muss die Stadt Geesthacht finanzieren.

Um den Hochwasserschutz hatten sich zuletzt immer wieder die Unternehmer aus dem Gewerbegebiet an der Vierlander Straße und Anwohner der Bereiche Heuweg, Verschwisterungsviertel und Hans-Meyer-Siedlung gesorgt. Hintergrund: Geesthachts Hochwasserschutz endet im Nirgendwo in Höhe des Mischwerks am Horster Damm. Dahinter klafft eine Lücke, denn Hamburg hat seinen Hauptdeich weit zurückverlegt errichtet. Der Schleusenleitdamm, der Geesthachts Deich und den Deich in Hamburg verbindet, soll zum Deich aufgerüstet werden.

Nach dem Elbe-Hochwasser im Juni hatte sich die Stadt an die Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten. Geplant war bisher ein „Flügeldeich“, der rechtwinklig zum Elbufer vom bestehenden Deich in die Besenhorster Sandberge führen sollte. Ein Millionenprojekt, dessen Realisierung in weiter Ferne stand „Die jetzt aufgezeigte Lösung ist bestechend, man fragt sich, warum nicht schon früher jemand darauf gekommen ist“, freute sich Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, nachdem Dietmar Wienholdt aus dem Kieler Umweltministerium die Lösung präsentiert hatte. Wienholdt: „Hamburg fasst den Leitdamm für die Maßnahme zur Wiedervernässung der Elbwiesen sowieso an. Wir satteln drauf und bauen den Damm zum Deich aus.“ So sollen Baukosten in Höhe von nur 400 000 Euro ausreichend sein.

Die ReGe und das Land haben sich auf diese Lösung bereits geeinigt. Nur wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar. Allerdings ist das Planfeststellungsverfahren beschlossene Sache und Wienholdt geht nicht davon aus, dass der veränderte Aufbau — der Leitdamm erhält eine Verbreiterung um die Straße Horster Damm zwischen Geesthacht und Altengamme aufzunehmen und eine einen Meter dicke Lehmschicht als Abdeckung — zu einem neuen Verfahren führen wird. Damit kann voraussichtlich 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Dann ist Geesthacht entlang des Ufers komplett sicher“, so Manow.

Ein Flut-Beauftragter für Lauenburg

Dipl.-Ing. Dietmar Wienholdt aus der Abteilung für Wasserwirtschaft des Umweltministeriums war von Ministerpräsident Torsten Albig zum Flut-Beauftragten der Stadt Lauenburg ernannt worden, um in Kiel direkt Bericht zur Situation vor Ort zu erstatten. Jetzt war Wienholdt zum Arbeitsgespräch in Lauenburg.

 

Mit dem Schutz vor der Altstadt laufe es bereits, im nächsten Sommer sollen Lösungen präsentiert werden. „Wir wollen aber mehr. Zurzeit bewegt uns die Frage, was in Lauenburg passiert wäre, wenn in Fischbek der Deich nicht gebrochen wäre und wenn man die Havelpolder nicht geflutet hätte“, so Wienholdt. Dann wäre der Wasserstand der Elbe in Lauenburg statt auf 9,64 Meter wohl auf mehr als zehn Meter angestiegen. Unklar, was dann im Industriegebiet an den Söllerwiesen und entlang des Elbe-Lübeck-Kanals passiert wäre.

 

Länderübergreifend sitzen die Experten der Elbanrainer außerdem zusammen, um zu prüfen, ob der Bemessungswasserstand ausreichend ist. Anhand dieses Wertes werden Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser ausgelegt — etwa Deichhöhen. „Das Hochwasser der Elbe im Juni hatte den Bemessungswasserstand fast erreicht“, erinnert Wienholdt. Zu allen Themen arbeiten die Länder auch mit der Wasserschifffahrtsverwaltung des Bundes eng zusammen.

Quelle: ln-online.de

Advertisements

Elb-Hochwasser: Effektiver Schutz bis 2014

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Elbe, Lauenburg

Wie können die Städte an der Elbe in Zukunft besser vor Hochwasser geschützt werden? Höhere Deiche, Hochwasserschutzwände, mehr Raum für die Elbe – seit Jahren wird auch in Schleswig-Holstein heftig diskutiert, welche Maßnahmen am sinnvollsten wären – bislang allerdings ohne Ergebnis. Die Landesregierung will die Stadt Lauenburg und den Wasser- und Bodenverband jetzt bei der Schaffung eines effektiven Hochwasserschutzes für die Altstadt unterstützen. Bis Mitte 2014 soll ein Konzept vorliegen, das mit bis zu 80.800 Euro vom Land gefördert wird. Das teilte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Dienstag bei einer Kabinettssitzung in der Jugendherberge in Lauenburg mit.

Viele Wohnungen sind immer noch unbewohnbar

Vor dem Beginn der Sitzung informierte sich Albig gemeinsam mit den anderen Ministern vor Ort über den Zustand der Häuser und den Fortschritt der Sanierungsarbeiten. Rund 100 Gebäude wurden während der Flut beschädigt, zahlreiche Erdgeschosswohnungen sind immer noch unbewohnbar. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) betonte: „Angesichts des Klimawandels müssen wir mit häufigeren und höheren Elbhochwassern rechnen.“ Ein Hochwasser-Schutz, der auch den Denkmalschutz in der Lauenburger Altstadt berücksichtigt und von den Eigentümern und Bewohnern akzeptiert wird, sei deswegen besonders wichtig, so Habeck. Darüber hinaus will sich der Grünen-Politiker bei einer Sonderkonferenz der Umweltminister am 2. September auch für einen effektiveren Hochwasserschutz weit vor Lauenburg stark machen. Er fordert mehr effektive Überflutungs- und Rückhalteflächen im Ober- und Mittellauf der Elbe und weitere Polder zur Kappung der Hochwasserscheitel.

Schaden in Höhe von 27,28 Millionen Euro

Das Soforthilfeprogramm, das im Juni 2013 aufgelegt wurde, umfasst eine Million Euro Hochwasser-Hilfe vom Land und eine Million Euro vom Bund. Bislang wurden aus den Landesmitteln mehr als 700.000 Euro an die Stadt Lauenburg ausgezahlt. Insgesamt erhalten alle vom Elbe-Hochwasser betroffenen Länder weitere 6,22 Milliarden Euro Aufbauhilfe vom Bund. Aus der ersten Auszahlung dieser Hilfe hatte Schleswig-Holstein rund 11,5 Millionen Euro erhalten. Die bisher gemeldeten Schäden im Land belaufen sich auf 27,28 Millionen Euro.

Quelle: ndr.de

Schwierige Zeiten für Schäfer nach Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Elbe

Das Jahrhunderthochwasser vom Juni macht den Schäfern an der Elbe immer noch schwer zu schaffen. Da das Wasser auch einen Monat nach der Flut weiter an den Deichen steht und Sandsäcke und Treibgut viele Wege unpassierbar gemacht haben, können sie ihre Tiere nur an wenigen Stellen wieder auf die Deiche treiben. Dabei sind die Wiesen die wichtigsten Weiden für norddeutsche Elbschafe. Inzwischen wird sogar das Futter knapp, die Lämmer bekommen zu wenig Milch von ihren Müttern, wie Schäfer sagen.

Quelle: rhein-zeitung.de

Jede helfende Hand wird benötigt

Veröffentlicht: Juli 3, 2013 von fluthelfer in Elbe

Das Hochwasser ist abgeebbt, jetzt müssen kilometerlange Schutzfolien und mindestens eine halbe Million Sandsäcke auf den Elbdeich längst von Dömitz und auf den Dämmen und Hochwasserschutzmauern rund um Heiddorf und Neu Kaliß geräumt werden. „Uns bleibt keine Zeit. Die Sandsäcke und Folien müssen von den Deichen, sonst stirbt die Grasnarbe ab. Auch das kann katastrophale Auswirkungen auf die Deiche mit sich bringen“, weiß der Amtsvorsteher Dömitz-Malliß, Burkhard Thees. Er ist gleichzeitig der Leiter des Hochwasserabwehr-stabes für den Amtsbereich. Gestern traf er sich mit der Dömitzer Bürgermeisterin Renate Vollbrecht und der Leitenden Verwaltungsbeamtin Iris Weber, um das „Sandsackräumen“ für das Wochenende auf den Weg zu bringen.

„Die Grundvoraussetzung, wie auch für das Abwehren des Hochwassers, sind jede Menge freiwillige Helfer“, hofft Thees eben auf solche vielen hilfsbereiten Menschen. „Wir bieten Essen und Trinken auf, damit niemand über seine Maßen Kräfte verliert, auch wenn diese Aktion sicherlich an den Kräften zehren wird“, wirbt der Amtsvorsteher für Lust am Aufräumen. Wer beim Sandsackräumen zum Helfen mit dabei sein möchte, der soll sich wenn möglich bereits ab kommenden Freitag um 14 Uhr in Heiddorf beim Netto-Markt einfinden. Von dort aus werden die Helfer zu den Einsatzorten beordert. Der Einkaufsmarkt ist dann auch Sonnabend ab 8 Uhr zentraler Treffpunkt für weitere Einsätze entlang der ehemaligen Hochwasserbrennpunkte.

Für den Bereich Dömitz benötigt Bürgermeisterin Vollbrecht selbstverständlich ebenfalls jede hilfreiche Hand. Und das so schnell wie möglich. Der Ausgangspunkt für das große Aufräumen am Deich ist der Dömitzer Hafen bereits am Donnerstag ab 8 Uhr. Ebenfalls tags darauf am Freitag und am Sonnabend ab 8 Uhr werden dort eingewiesene Kräfte bereitstehen, um die hoffentlich vielen Helfer auf den Weg zu den Einsatzorten zu schicken.

Seit gestern ruft auch das Landratsamt und die Amtsverwaltung Dömitz-Malliß intern zum Helfereinsatz auf. „Ich bin mir sicher, dass von uns viele Kollegen und Kolleginnen diesem Aufruf folgen werden“, ist Fachbereichsleiter Ronny Schult vom Amt Dömitz-Malliß zuversichtlich und guten Mutes.

Für einen speziellen Einsatz wurde eine Spezialfirma an den kurz vor der Flut aufgeschütteten Hochwasserschutzwall am Netto-Markt in Heiddorf beordert. Dort musste auf ganzer Länge ausgelegte Schutzfolie und Massen an Sandsäcken vorsichtig vom Dammkörper aufgenommen werden, informiert Thees. „Da diese Firma auch den Wall aufgeschüttet hat, war dies die optimalste Art und Weise für das Wegräumen“, meinte Thees. „Die Kosten dafür werden wir wohl alleine zu bezahlen haben.“

Nach Einschätzungen des Amtsvorstehers werden die Aufräumarbeiten sicherlich über das kommende Wochenende hinaus andauern. Doch mit den Einsätzen der freiwilligen Helfer, sicherlich erneut mit Unterstützung vieler, vieler Feuerwehrkameraden und auch Vereinigungen und Anliegern der Wasserstraßen dürfte das Gros von den Deichen und Dämmen verschwunden sein, so Thees. Die Sandsäcke werden später vom Sand entleert wieder zentral deponiert, der Sand zu den Entnahmestellen wieder abgefahren. Eine Kontamination des Sands mit gesundheitsgefährdeten Stoffen schließt Thees aus.

Jeder Helfer ist also herzlich willkommen an den ehemaligen Brennpunkten des jüngsten Jahrhunderthochwassers. Einen Tipp sollte jeder Helfer beherzigen, der es dort länger aushalten will: Ist es warm und windstill, ist die Mitnahme vom Mückenschutz eine nützliche Hilfe. Denn die Plagegeister sind in der Population in den nassen Gebieten förmlich explodiert und wollen möglichst lange überleben.

Quelle: svz.de

Elb-Anwohner warten auf Entwarnung

Veröffentlicht: Juni 14, 2013 von fluthelfer in Elbe

 

In den Hochwassergebieten entlang der Elbe hoffen die Anwohner, dass das Schlimmste überstanden ist. Die Pegelstände sinken allmählich, doch das Wasser drückt weiterhin stark gegen die Deiche. Die Behörden halten daher die Gefahr von Dammbrüchen immer noch für sehr hoch. Die Regenfälle, die bis in die Nacht hinein andauerten, haben zwar keinen Einfluss auf den Pegelstand. Das Wasser von oben hat die aufgeweichten Deiche aber zusätzlich belastet.

Bis mindestens Anfang kommender Woche werde der Kampf gegen das Hochwasser und das Aufweichen der Deiche anhalten, sagte ein Sprecher des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Hannover. Eine Rückkehr zur Normalität sei noch nicht absehbar. Sorgen machen den Helfern zudem Gefahren durch Keime: Der Landkreis Lüneburg warnt nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen vor Viren im Hochwasser, die aus überfluteten Klärgruben ins Wasser gespült worden sind. Es bestehe die Gefahr, sich mit Hepatitis A anzustecken.

Hitzacker: Rückkehr auf Altstadtinsel

In Niedersachsen können die Bewohner der evakuierten Altstadtinsel von Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) heute seit sechs Uhr in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Der Landkreis hob die Evakuierung am frühen Freitagmorgen auf. Der Pegelstand war in der Nacht unter die Marke von 7,76 Meter gefallen. Auf die Insel dürfen allerdings vorerst nur Einwohner und Helfer, bis der Pegelstand auf 7,46 Meter gesunken ist.

Sinkende Pegelstände in Dömitz

In Mecklenburg-Vorpommern sinkt das Wasser ebenfalls allmählich: Die Pegelstände unterschritten am Donnerstag in Dömitz erstmals die Sieben-Meter-Marke und gingen im Durchschnitt einen Zentimeter pro Stunde zurück. Am Morgen lag der Pegelstand dort bei 6,76 Meter, im weiter flussabwärts gelegenen Boizenburg betrug er 7,03 Meter. Zu Wochenbeginn waren Höchststände von 7,21 Metern in Dömitz und 7,32 Metern in Boizenburg gemessen worden. Ausgelegt sind die Deiche für 6,80 Meter. Normalerweise ist die Elbe in beiden Städten um die zwei Meter tief.

Optimismus in Lauenburg

Auch in Schleswig-Holstein entspannt sich die Hochwasserlage nach und nach: In Lauenburg ging der Pegelstand der Elbe bis zum Morgen auf 9,29 Meter zurück. Die Einsatzkräfte zeigen sich optimistisch. Es werden erste Vorbereitungen getroffen, damit die Bewohner der überfluteten Altstadt möglichst schnell wieder in ihre Häuser könnten. Dabei soll sich heute entscheiden, ob die Hilfskräfte dort bereits ihre Hochleistungspumpen in Stellung bringen können.

Hamburger Hafenverwaltung befürchtet Giftfracht

Die Deiche in Hamburg sind nach Einschätzung der Umweltbehörde vollkommen ausreichend. Zwar sickerte am Mittwoch am Altengammer Hauptdeich das Wasser an mehreren Stellen durch. Dies stellt aber offenbar kein größeres Problem dar. Der Zentrale Katastrophenschutzdienst dichtete die Lecks mit insgesamt 40 Paletten Sandsäcken ab. Zur Kontrolle patrouillieren die Deichwarte in der Hansestadt alle zwei Stunden. Wie NDR 90,3 berichtete, befürchtet Hamburgs Hafenbehörde HPA jedoch eine Giftfracht durch die Elbeflut. Mitgeschwemmte Industrie-Abfälle und ausgelaufenes Heizöl könnten den Hafenschlick belasten.

Acht Milliarden Euro Hilfe

Um die Flutschäden zu bewältigen, hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der 16 Bundesländer am Donnerstag auf ein umfangreiches Hilfsprogramm für die Flutopfer verständigt. Der Fonds soll bis zu acht Milliarden Euro umfassen. Die genaue Höhe sei noch offen, weil das Ausmaß der Schäden noch nicht klar sei, sagte Merkel. Unterdessen besuchte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Hochwassergebiete an der Elbe in Niedersachsen und bedankte sich bei den dort eingesetzten Soldaten.

http://www.ndr.de/regional/elbhochwasser159.html

Fließmenge in Cottbus höher als erwartet

Veröffentlicht: Juni 7, 2013 von fluthelfer in Elbe

 

 

Aktuelle Messungen durch das LUGV haben ergeben, dass entgegen den automatisierten Angaben derzeit nicht 76, sondern 96 m³/sec am Pegel Sandow vorbeifließen.

Es muss also davon ausgegangen werden, dass  20 m³/sec mehr durch Cottbus fließen, als auf der Internetpräsenz des LUGV angegeben sind. Differenzen zwischen diesen Messwerten und den 110 m³/sec in Spremberg abgegebenen erklären sich aus den verhältnismäßig großen Überflutungsbereichen zwischen der Talsperre und Cottbus. Gegenwärtig gibt es widersprüchliche Angaben zu den Fließmengen in der Spree.

Die Ursachen dafür versuchen die Fachleute zu klären. Die „Abflusstafel“ des Landesumweltamtes (LUGV) muss nach den aktiven Tagen der Hochwasserschutzmaßnahmen überarbeitet werden.Die Unsicherheiten ergeben sich augenscheinlich aus der Tatsache, dass es seit über 30 Jahren keine Erfahrungen mit derartigen Wassermengen gibt.

Quelle: http://www.lr-online.de