Archiv für die Kategorie ‘Deutsche Fluthilfe’

Das Hochwasser im Juni 2013 brachte viele Handwerksbetriebe beinahe um ihre Existenz. Drei geschädigte Unternehmer berichten von ihrem langen Weg zurück zur Normalität.

Nicht enden wollende Regenfälle, gebrochene Dämme, überflutete Straßen. Im Juni 2013 wurden große Teile Deutschlands vom Hochwasser erfasst. Besonders in Bayern und dem Osten des Landes stand das Wasser meterhoch in den Städten. Die Fluten überraschten auch viele Handwerksbetriebe, von denen einige an den Rand ihrer Existenz gebracht wurden.

Ein Jahr nach der Katastrophe ist trotz öffentlicher Hilfen bei vielen betroffenen Handwerkern noch immer keine Normalität eingekehrt.

Beinahe drei Meter hoch stand das Wasser in den Innenräumen des Malerbetriebs von Gerhard Lallinger, eine Fläche von 3.000 Quadratmetern, das Mauerwerk war von Feuchtigkeit durchzogen. Auch Equipment und Geschäftsunterlagen wurden zerstört. Auf rund zwei Millionen Euro belief sich Lallingers Gesamtschaden.

Jahre des Wiederaufbaus nötig

Von betrieblichem Alltag ist bis heute nichts zu spüren. „Es ist eher alles Flickwerk“, sagt der Inhaber. Das Geschäftsgebäude ist bisher nur provisorisch wieder aufgebaut. Drei bis vier Jahre könnte es noch dauern, bis alles wieder auf dem Niveau wie vor dem Hochwasser ist, schätzt Lallinger. Das ebenfalls betroffene Wohngebäude der Familie wurde bis auf den Rohbau entkernt. Inzwischen sind drei Stockwerke wieder aufgebaut und die Renovierungsarbeiten im Innengebäude fast abgeschlossen. Demnächst will die Familie dort wieder einziehen.

Trotz des Wiederaufbaus sind die Auftragsbücher derzeit gut gefüllt. Für Lallinger und sein Team bedeutet das allerdings auch eine ständige Doppelbelastung. „Der Stress ist mehr geworden und dafür gibt es keine Entschädigung“, sagt er.

Auch in Thüringen wütete das Hochwasser. Tecosi, dem Funktechnikbetrieb von Bernd U. Beyer aus Gera und Bad Köstritz, ist ein Schaden von über 200.000 Euro entstanden. Der Nachrichtentechniker versucht, die immer noch verzwickte Situation mit Entspannung zu meistern. „Man muss sich einfach zurücklehnen und sich bewusst werden, dass es nicht an einem Tag zu schaffen ist“, sagt Beyer.

Die Thüringer Aufbaubank ist für die Hälfe des entstandenen Schadens aufgekommen. Derzeit beantragt er Hilfen beim Bund, der weitere 30 Prozent übernehmen könnte. Mindestens 20 Prozent des Schadens muss er selbst tragen.

In den Geschäftsräumen und in der Kabelfernsehanlage in Geras Stadtteil Untermhaus wurde von der Flut die komplette Technik wie Verstärker und Schaltschränke zerstört. Auch das Archiv im Keller stand voll Wasser. Beyer hat versucht, die Situation mit provisorischen Lösungen zu überbrücken. Verrottete Kabelanschlüsse, Abzweiger und Verteiler müssen noch ersetzt werden.

Damit der Betrieb wieder läuft, arbeiten er und seine Mitarbeiter deutlich mehr als früher. Sonderschichten sind keine Seltenheit, auch am Wochenende ist Beyer oft in seinem Büro. Immerhin musste er keinen seiner Angestellten entlassen.

Von der Flut wurde auch das Haus getroffen, in dem er mit insgesamt acht Mietparteien wohnt. Eine Woche waren der Strom und die Elektroverteilung im Keller ausgefallen, drei Wochen lang funktionierte die Heizung nicht, man behalf sich mit Notstromaggregaten.

Für die Zukunft wünscht sich Beyer einen besseren Informationsfluss zwischen Betrieben und öffentlichen Stellen. Zudem müssten weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, die so eine Katastrophe in Zukunft verhindern. „Ich hoffe, dass die Talsperren endlich wieder einheitlich reguliert werden“, sagt Beyer.

Schleichende Schäden

Elektroinstallateur Christian Vogl war mit seinem Betrieb in Passau während des Hochwassers fast eine Woche von der Außenwelt abgeschnitten. Hof und Lager waren überflutet, der Gebäudeschaden beläuft sich mittlerweile auf weit über 200.000 Euro.

Von den bisher eingereichten Kostenrechnungen für Reparaturen wurden 80 Prozent übernommen, die restlichen 20 Prozent musste der Betrieb selbst aufbringen.

„Wir befinden uns nach wie vor in der Instandsetzung“, sagt Vogl. Dabei offenbaren sich nach und nach weitere böse Überraschungen. So macht sich in den Büroräumen inzwischen doch Feuchtigkeit im Boden bemerkbar, der nun ausgetauscht werden muss. Im Lagergebäude zeigen sich Risse in der Wand. Wie hoch diese Sanierungskosten sein werden und ob er staatliche Hilfe dafür bekommen wird, weiß der Elektro­installateur bisher noch nicht. Derzeit ist nur einer der drei Betriebsräume nutzbar, alle Arbeiten müssen auf engstem Raum stattfinden.

Mit dem Krisenmanagement während des Hochwassers war Vogl nicht ganz zufrieden. „Immer kamen neue Warnungen“, sagt er. Aber Vogl weiß, dass es auch die anderen Betriebe der Region erwischt hat. Einen Schuldigen möchte er nicht ausmachen, weil alle mit der Situation überfordert waren.

Wie viele andere hofft Vogl vor allem auf eines: bauliche Vorkehrungen, damit sich eine solche Katastrophe nicht mehr wiederholen kann.

 

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Landrätin überreicht Einsatzmedaille Hochwasser 2013

Veröffentlicht: Juni 17, 2014 von fluthelfer in Deutsche Fluthilfe

Marburg. In Anerkennung der während des Elbe-Hochwassers im Juni 2013 erbrachten Leistungen hat das Land Brandburg den Helferinnen und Helfern des heimischen Katastrophenschutzes die „Einsatzmedaille Hochwasser 2013“ verliehen.

Landrätin Kirsten Fründt überreichte am Samstagnachmittag gemeinsam mit Kreisbrandmeister Bodo Schmidt, seinem Stellvertreter Peter Schaller und Feuerwehrkommandant Sylvio Rische als Vertreter des brandenburgischen Elbe-Elster-Kreises, im Rahmen einer Feierstunde am Marburger Landratsamt die Auszeichnungen.

Vor rund einem Jahr waren mehr 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Feuerwehr, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Deutschen Roten Kreuzes und des Technischen Hilfswerks (THW) aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf in Sachsen und Brandenburg im Einsatz, um dabei zu helfen, die Folgen des verheerenden Hochwassers der Elbe zu mildern. Die heimischen Katastrophenschützer kamen dabei rund um die Stadt Mühlberg zum Einsatz, wo Deiche zu brechen drohten. In einer stundelangen Aktion und einem Kräfte zehrenden Nachteinsatz gelang es schließlich gemeinsam mit einheimischen Einsatzkräften und Soldaten der Bundeswehr die bedrohten Deiche, unter anderem unweit des Mühlberger Stadtteils Fichtenberg mit Zehntausenden Sandsäcken zu stabilisieren und eine Katastrophe abzuwenden.

„Den ehrenamtlichen Einsatzkräften gebührt für diese Leistungen großer Dank, Respekt und Anerkennung“, betonte Landrätin Kirsten Fründt. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass Menschen hier alles stehen und liegen lassen und sich auf den Weg machen, um anderen Menschen zu in großer Not zu helfen und beizustehen. „Ich bin sehr dankbar, dass wir bei unseren Hilfsorganisationen hier im Landkreis Marburg-Biedenkopf auf Menschen zählen können, die nicht lange diskutieren sondern dort anpacken, wo es nötig ist“, so die Landrätin.

„Unseren Einsatzkräften sind nicht nur die Eindrücke aus dieser Situation in Erinnerung geblieben. Auch an die professionelle Arbeit der einheimischen Einsatzkräfte aus Mühlberg und Umgebung, die reibungslose Zusammenarbeit und an die freundliche Aufnahme erinnern wir uns gerne zurück“, stellte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer fest. Das, was dort geleistet wurde, sei echte Team-Arbeit gewesen – hessische und brandenburgische Einsatzkräfte sowie Soldaten der Bundeswehr hätten Hand in Hand gearbeitet, was eine beeindruckende Erfahrung gewesen sei. „Zum Schluss des Einsatzes waren wir auch ein wenig stolz, dass wir mithelfen konnten, eine brenzlige Situation zu entschärfen“, erklärte Lars Schäfer.

Hintergrund des Einsatzes im Juni 2013 war zunächst ein Hilfeersuchen des Landes Sachsen an die hessische Landesregierung, die unter anderem die Einsatzkräfte aus Marburg-Biedenkopf in Marsch setzte. Innerhalb weniger Stunden waren mehr als 100 Helferinnen und Helfer zunächst auf dem Weg nach Dresden. Von dort wurden sie dann nach Mühlberg an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze beordert und waren dort mehrere Tage im Einsatz. (pm)

 

Quelle: nh24.de

Mit der Spende unterstützt Pitney Bowes die Arbeit der Behindertenwerkstatt Bethel und der Blindenwerkstätte Betzdorf / Sieg

 Auch in diesem Jahr hat Pitney Bowes, einer der Technologieführer im Bereich der physischen und digitalen Dokumenten- und Postbearbeitung, eine soziale Einrichtung durch eine Sachspende unterstützt. Die Wahl fiel auf die Kindertagesstätte Kinderparadies im thüringischen Gera, in der das Hochwasser zahlreiche Spiel- und Bastelmaterialien zerstört hatte. Die Verantwortlichen der Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes konnten so neue Spielsachen im Wert von 2000 Euro anschaffen. Mit der Herstellung des Spielzeugs waren die Behindertenwerkstätte der Stiftung Bethel proWerk und die Blindenwerkstätte Betzdorf / Sieg beauftragt.

Bereits seit Jahren unterstützt das Heppenheimer Unternehmen soziale Einrichtungen aus der Region Südhessen. Nach der Flutkatastrophe in der ersten Jahreshälfte 2013 entschied sich Pitney Bowes jedoch in diesem Jahr dafür, einem Kindergarten in einem vom Hochwasser besonders stark betroffenen Gebiet zu helfen.

„Wir legen Wert darauf, dass unsere Sachspenden gleich doppelt helfen: der Kita, die die Spielsachen erhält, sowie den gemeinnützigen Werkstätten, die sie produzieren“, erklärt Ralf Spielberger, Geschäftsführer von Pitney Bowes Deutschland und Österreich. „In diesem Jahr war es uns zudem ein besonderes Anliegen, unsere Solidarität mit den Opfern der Flutkatastrophe zu zeigen.“ Die Kinder der Geraer Kita dürfen sich unter anderem über didaktisches Holzspielzeug, Bastelmaterialien und einen neuen Puppenwagen freuen.

Marianne Paukstadt, Leiterin der Kita Kinderparadies Gera: „Ausgerechnet am Vortag des diesjährigen Kindertags fanden wir den Lagerraum mit allen vorbereiteten Geschenken und Spielsachen für die Kinder völlig überflutet vor. Umso größer war die Freude der Kinder, dass es uns durch die Spende von Pitney Bowes möglich wurde, die vom Wasser zerstörten Spiel- und Bastelsachen zu ersetzen.“

Über die Pitney Bowes Deutschland GmbH

Pitney Bowes bietet innovative Technologien für Klein-, Mittelstands- und Großunternehmen. Die Software, Postbearbeitungssysteme sowie die Service- und Dienstleistungskonzepte unterstützen Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen, mit deren Kunden in Verbindung zu treten, die Kundenbindung zu stärken und den Umsatz zu steigern. Pitney Bowes ist das einzige Unternehmen, das physische und digitale Kommunikationskanäle in einer Lösungsplattform verbindet.

Quelle: pressebox.de

Der Bundesrat hat in einer Sondersitzung den Weg für die Fluthilfe-Milliarden zur Beseitigung der Hochwasserschäden freigemacht – zwei Tage nach dem schwarz-gelben Bundeskabinett. Die Länderregierungen verabschiedeten einstimmig eine Verordnung über die Aufteilung und Verwendung der acht Milliarden Euro für den Wiederaufbau. Der Fonds war im Eilverfahren eingerichtet worden.

Ministerpräsidenten der betroffenen Länder danken

„Danke Deutschland, im Namen Sachsen-Anhalts sage ich das von ganzem Herzen“, sagte Reiner Haseloff, der Ministerpräsident des vom Hochwasser am schwersten betroffenen Bundeslandes. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich bezeichnete das Juni-Unwetter, in dessen Folge im Süden und Osten des Deutschlands Flüsse über die Ufer getreten waren, als „Katastrophe nationalen Ausmaßes“.

Die CDU-Politiker Tillich und Haseloff sowie die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack forderten mit Blick auf künftige Unwetter einen verstärkten Hochwasserschutz. „Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser“, sagte die Politikerin der Linken, Tack. Sie sprach sich ebenso wie Haseloff für eine Elementarschäden-Versicherungspflicht in den gefährdeten Gebieten aus, um die öffentliche Hand bei künftigen Katastrophen zu entlasten.

Stufenweise Auszahlung beginnt

Nun kann die Auszahlung aus dem Milliarden-Fluthilfefonds beginnen. Seit Juni flossen bereits Soforthilfen. Zusätzlich werden voraussichtlich rund 360 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds erwartet, die Bund und Ländern zur Hälfte zugutekommen sollen. Geplant ist eine stufenweise Auszahlung der Gelder aus dem Fluthilfefonds, da die endgültige Schadenssumme noch nicht feststeht.

Von der Auszahlung der ersten Raten von zunächst insgesamt rund 3,25 Milliarden Euro entfallen auf Basis vorläufiger Schadensmeldungen 40 Prozent auf Sachsen-Anhalt. Es folgen Sachsen mit rund 29 Prozent sowie Bayern mit rund 20 Prozent. Berücksichtigt werden muss aber noch die Verrechnung von Soforthilfen. Der Bund finanziert den Fonds vor und erhöht entsprechend seine Neuverschuldung. Die Länder zahlen die Fondsmittel bis zum Jahr 2033 ab.

Quelle: tagesschau.de

Versicherungen – Wer zahlt bei Hochwasser?

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Deutsche Fluthilfe

Ob bei Gebäude- oder Hausratsversicherungen: Bei Hochwasserschäden stellt sich die Frage, ob auch Elementarschäden zusätzlich abgedeckt sind. Gabriel Wirth erklärt, welche Versicherung wann und was zahlt:

http://www.br.de/nachrichten/wer-zahlt-bei-hochwasser-100.html

Quelle: br.de