Archiv für die Kategorie ‘Hochwasserschutz’

Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren

Veröffentlicht: Januar 20, 2014 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Überschwemmungsgebiet an der Donau bei Günzburg ist jetzt amtlich festgesetzt

Das Landratsamt Günzburg hat das Überschwemmungs-gebiet der Donau für den Bereich des Landkreises amtlich festgesetzt. Dies dient dem Schutz der Bürger vor Hochwasser. Bauherren sollen dadurch ebenfalls mehr Sicherheit bekommen. Denn Bauvorhaben und Geländeveränderungen bedürfen dort einer wasserrechtlichen Genehmigung. Da es bisher schon eine „vorläufige Sicherung“ gegeben hatte, ergeben sich für Grundstückseigentümer jetzt keine zusätzlichen Einschränkungen, teilt das Landratsamt mit.

Die Fotos der Hochwasserkatastrophe vom Juni 2013 hätten deutlich gemacht, wie gefährdet Menschen und Gebäude sind. Deshalb sei die Lenkung der baulichen Entwicklung ein wesentlicher Teil der Vorsorge gegen die Hochwassergefahren, so das Landratsamt. Nach der amtlichen Festsetzung brauchen Bauvorhaben und Geländeveränderungen im Überschwemmungsgebiet der Donau eine wasserrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt beziehungsweise durch die Stadt Günzburg.

Peter Kaufmann vom Landratsamt erläutert: „Wichtig für die Entscheidung ist, ob ein Vorhaben bei Hochwasser Nachteile für andere Grundstücke oder die Allgemeinheit haben kann.“ Dies sei beispielsweise der Fall, wenn durch ein Gebäude oder eine Auffüllung Hochwasser auf andere Grundstücke umgeleitet wird. Bei der Prüfung gehe es aber auch darum, den Bauherrn selbst zu schützen. „So muss die Höhenlage von bewohnten Räumen an die zu erwartende Hochwasserkote angepasst werden“, erläutert Kaufmann.

Im festgesetzten Überschwemmungsgebiet gibt es Anforderungen und Prüfpflichten für Öltanks und andere Anlagen für wassergefährdende Stoffe. Kaufmann: „Öl-Havarien waren in der Vergangenheit oft die Folge von Hochwasser.“ Ein Öltank entwickle eine enorme Auf-triebskraft, wenn er von Hochwasser umspült wird. Der Tank könne schlimmstenfalls schwimmen wie ein Boot und zerdrückt werden. Kaufmann: „Die Hülle üblicher Tanks ist dünner, als man allgemein vermutet.“ (zg)

Die neue Verordnung kann man im Internet abrufen unter

http://www.landkreis-guenzburg.de

Unterlagen In Papierform gibt es die Verordnung und Planunterlagen bei den Städten Leipheim und Günzburg und der Verwaltungsgemeinschaft Offingen. Die 56 Seiten umfassende farbige „Hochwasserschutzfibel“ des Bundesverkehrsministeriums informiert, wie sich Gebäude vor Hochwasser schützen lassen. Sie steht kostenlos zum Download bereit unter http://www.bmvbs.de (Auswahl: Publikationen). Im Landratsamt (Landkreisbürgerbüro) und der Außenstelle Krumbach liegen auch gedruckte Exemplare zur Abholung bereit.


Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Hochwasserschutz-fuer-Buerger-und-Bauherren-id28501112.html

Hochwasserschutz für Bürger und Bauherren – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Hochwasserschutz-fuer-Buerger-und-Bauherren-id28501112.html

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Hochwasserschutz am Tegernsee – Jeder Tropfen zählt

Veröffentlicht: Januar 20, 2014 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Um die Anwohner am Tegernsee vor Hochwasser zu schützen, will das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ein neues Wehr bauen. Es soll den Seespiegel bei Überschwemmungsgefahr um bis zu 30 Zentimeter absenken. Doch die Bürger befürchten schlimme Folgen der Baumaßnahme.

Andreas Scherzer kennt die vernichtende Kraft des Wassers, auch am Tegernsee gibt es Hausbesitzer, die nach der Flut vom vergangenen Juni noch immer mit Schäden zu kämpfen haben. Er weiß also, dass es eine existenzielle Frage für viele Menschen ist, ob der Tegernsee eine neue, bedeutendere Rolle im Hochwasserschutz übernehmen kann. Aber ihn und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative „Gegenwehr“ treibt auch diese Angst um, dass künftig irgendwo in einer Behörde jemand sitzt, der die Macht hat, Schicksal zu spielen. Der entscheiden kann, „ob die oben absaufen oder die unten“.

Ob also bei einem Hochwasser die Uferanlieger am Tegernsee das Wasser in den Wohnungen haben oder die Menschen an der Mangfall, die am Ausfluss des Sees entspringt und in Rosenheim in den Inn mündet. „Ein solches Instrument muss man nicht schaffen“, sagt Scherzer.

Das Instrument, das er meint, ist ein neues Wehr, dass das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim am Tegernsee bauen will. Es soll laut Auskunft der Behörde dazu dienen, den Seespiegel vor einem Hochwasser um bis zu 30 Zentimeter zu senken. Das sei technisch jetzt nicht möglich und werde im Falle einer neuen Flut den Anliegern ebenso zugute kommen wie den Menschen an der Mangfall, weil es einem Hochwasser hier wie dort eine dramatische Spitze nehmen könnte. Eine „Win-win-Situation“ nennt Behördenchef Paul Geisenhofer seine Pläne. Der See werde aber unter keinen Umständen zu einem künstlichen Rückhaltebecken wie etwa der Sylvensteinspeicher umgebaut. Und der Wasserspiegel werde auch künftig nicht höher steigen als das jetzt bei Hochwasser auch der Fall sei. „Da lassen wir die Finger davon. Der Tegernsee bleibt ein natürlicher See, ein ökologisches Kleinod“, sagt Geisenhofer. Aber er räumt auch ein, dass es „eine Gruppierung gibt, die uns das nicht glaubt“.

Die dramatischen Bilder von der Juni-Flut, bei der die Mangfall ein Rosenheimer Stadtviertel komplett unter Wasser setzte, aber auch der Tegernsee weit über die Ufer trat, sind erst ein halbes Jahr alt. Und der Hochwasserschutz steckt fest. Für die Menschen an der Mangfall in Kolbermoor oder Rosenheim sei diese Nachricht schade, aber nicht dramatisch, sagt Wasserwirtschaftsamts-Chef Geisenhofer. Viel wichtiger sei für sie, dass die Deiche saniert oder erhöht würden und das riesige Rückhaltebecken in Feldolling realisiert werde. Er hoffe, dass dafür Ende 2014 der Planfeststellungsbescheid ergehe und dann die etwa vierjährige Bauphase beginnen könne. „Feldolling ist in der Bedeutung für die Mangfall Champions-League, das neue Wehr am Tegernsee Kreisliga.“ In Zeiten sich verschärfender Hochwasser könne aber jeder Tropfen zählen.

„Wir wollen ja auch gerne ein neues Wehr“, sagt Gegenspieler Scherzer von der Bürgerinitiative. „Aber keines, das den See einen Meter oder mehr aufstauen kann.“ Warum müsse ein so monströser Bau das alte Schuhmacherwehr ersetzen, fragt er. Was passiere denn, wenn es bei einem Hochwasser am See einen Öltank zerreißt oder gleich mehrere, wie es im Juni zum Beispiel in Passau der Fall war? „Wir haben keinen Zugriff, was die mit diesem Wehr machen.“ Um mögliche Folgen von Eingriffen in den See zu untersuchen, gab die Bürgerinitiative ein limnologisches Gutachten in Auftrag. Beide Parteien interpretieren es zu ihrem Vorteil. Zu viele Eingriffe in den Wasserspiegel würden Schilf, Vögeln und Fischen schaden, sagt Scherzer. Die für die Natur so schädlichen Hochwasser würden durch das neue Wehr verringert, sagt das Wasserwirtschaftsamt.

Die Pläne für einen Neubau an Stelle des jetzigen Schuhmacherwehrs gibt es schon einige Jahre. Die fünf Gemeinden im Tegernseer Tal lehnten eine erste Variante, die sogar zwei Wehre vorgesehen hatte, schon erfolgreich ab. Die Talbürgermeister, für die als Hauptbetroffener in Sachen Wehr der Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) spricht, sehen grundsätzlich das neue Wehr positiv. „Wenn es eine Lösung gibt, die uns oben im Tegernseer Tal und den Leuten unten an der Mangfall nützt, sind wir dafür.“ Nach einer Bürgerversammlung im vergangenen Sommer, in der das Wasserwirtschaftsamt die Sorgen der Menschen nicht zerstreuen konnte, warte er nun auf eine Reaktion.

Für seine Gemeinde Gmund müsse aber gelten: „Für die Menschen, die am Seeausfluss wohnen, darf es keine Verschlechterung geben.“ Diese müssten ohnehin mit bis zu fast eineinhalb Metern Betonmauern leben, die laut Wasserwirtschaftsamt bei einem neuen Wehr als Begrenzung der Mangfall nötig würden. Denn diese wird sich dann aus technischen Gründen höher aufstauen. Die Kommunen haben deshalb zwei Experten beauftragt, die die Pläne des Wasserwirtschaftsamts laufend prüfen. Wenn den neue kommen. „Momentan herrscht Stillstand“, sagt Bürgermeister Preysing.

Quelle: sueddeutsche.de

Hochwasser: Stadt verstärkt sich

Veröffentlicht: Januar 15, 2014 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Für gut acht Millionen Euro sollen die Schäden in Glauchau behoben und Schutzmaßnahmen realisiert werden. Eigens dafür wurde eine neue Stelle im Rathaus geschaffen.

Glauchau. Sie selbst ist von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 verschont geblieben. Aber sie weiß, wie schnell Wasser ansteigen und Schäden bringen kann. In den 1990er-Jahren schwoll der Bach vor ihrem Grundstück in Zwickau bedrohlich an. Sigrun Steinert beschäftigt sich seit Jahresanfang mit dem Hochwasserschutz in Glauchau. „Ich komme aus der freien Wirtschaft“, sagt sie. Viele Jahre habe sie in verschiedenen Ingenieurbüros gearbeitet, war für Baugenehmigungen und Bauüberwachungen zuständig. Somit sei sie auch mit der Arbeit mit Behörden vertraut.

Jetzt sitzt die 59-Jährige quasi auf der anderen Seite und hat einen Berg Arbeit vor sich. Sie ist nun erst einmal dabei, sich einzuarbeiten. Die Stadt Glauchau hatte die Stelle ausgeschrieben, sieben Bewerber kamen in die engere Auswahl. Schließlich wurde sie mit Sigrun Steinert besetzt. Sie wird für sämtliche Vorhaben des Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 zuständig sein. Insgesamt handelt es sich um 57 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtumfang von mehr als acht Millionen Euro. „Das macht man nicht nebenbei“, sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Deshalb habe er das Personal verstärkt.

Aus seiner Sicht ist es seit dem Hochwasser des Jahres 2002 nicht gelungen, für wirksamen Schutz vor allem an den Zuflüssen in Mulde und Lungwitzbach zu sorgen. Deshalb stehen zum Beispiel Planungen im Bereich der Bahntrasse in Niederlungwitz und entlang des Reinholdshainer Baches ganz oben auf der Liste. Diese Arbeiten laufen bereits, sagt Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus.

Ihren Worten nach sind die Wiederaufbaumaßnahmen finanziert, dennoch müsse für nahezu jede ein Fördermittelantrag gestellt werden. Wenn es sich um Neubauten handelt, müssen die Anträge entsprechend qualifiziert sein und eine Entwurfsplanung aufweisen. Beispielsweise seien allein sechs Brückenbauten geplant. Wichtig sei außerdem die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, denn Hochwasserprobleme lauern in nahezu jeder Ortschaft, sei es in Jerisau/Lipprandis, in Niederlungwitz, Reinholdshain, Wernsdorf, Rothenbach oder Gesau. Und die Probleme gibt es nicht erst seit dem Jahr 2013. Die Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt Glauchau selber in Angriff nimmt, müssen aber auch mit denen der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt sein, denn sie ist für die Bereiche der Zwickauer Mulde und des Lungwitzbaches zuständig. Beispiel: Bei beiden Hochwasserkatastrophen hat sich der Flutrinnendamm unterhalb der Eisenbahnbrücke als Schwachpunkt erwiesen. Nur mit Unterstützung von Bundeswehr und technischem Hilfswerk konnte ein Überfluten des benachbarten Umspannwerks und der Unterstadt verhindert werden. Der Deich wurde als die Schwachstelle ausgemacht. Bei den Beratungen, wie der Bereich saniert werden kann, war die Stadt Glauchau dabei. Vorgesehen ist, eine etwa 300 Meter lange Spundwand in den Deich zu rammen. Allerdings steht noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen. Aber auch beim geplanten Bau der Wernsdorfer Brücke über die Mulde ist nach Ansicht des dortigen Ortsvorstehers Andreas Winkler (CDU) Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung notwendig.

Deiche hielten

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr ist die Stadt Glauchau mit einem blauen Auge davongekommen.

Neben der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren viele freiwillige Helfer im Einsatz, die in erster Linie Sandsäcke füllten und stapelten. Somit wurden die Deiche an der Flutrinne und in

Jerisau gehalten und die Katastrophe abgewendet.

Besonders schlimm hatte es den Ortsteil Niederlungwitz erwischt. In den Tagen von Ende Mai/Anfang Juni gab es insgesamt drei Wellen, in denen der Lungwitzbach enorm schnell anschwoll. In einigen Bereichen des Dorfes stand das Wasser höher als beim Hochwasser 2002, an anderen Stellen war es weniger.

Der Gesamtschaden in Glauchau lag bei 8,5 Millionen Euro. Den Löwenanteil tragen die Straßen, Brücken, Deiche und öffentliche Einrichtungen mit 6,5 Millionen Euro, Unternehmen mit etwa 850.000 Euro und Wohngebäude mit etwa 500.000 Euro. Landwirtschaftliche Unternehmen hat es mit 125.000 Euro erwischt. (sto)

Quelle: .freiepresse.de

Hochwasser: Neue Flächen finden

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Bürgermeister Lothar Nagel (FCW) informierte den Marktgemeinderat über die Ergebnisse einer Ortseinsicht mit den Verantwortlichen der beiden Behörden, an dem auch er teilnahm. Ins Visier der Inspekteure gerieten großflächige Aufschüttungen auf zwei Grundstücken östlich des Gewerbegebiets in Richtung Düllstadt. Außerdem wurde festgestellt, dass an der neuen Umgehungsstraße nur ein Durchlass zum Main hin errichtet wurde, der die Wassermassen nicht aufnehmen konnte. Der Gemeinderat hatte laut Nagel beim damaligen Planfeststellungsverfahren in Anbetracht der prekären Hochwassersituation in Schwarzach drei Durchlässe gewünscht.

Einstimmig stimmte das Gremium einer aufwändigen „Geländeaufnahme“ zu, bei der die Höhenverhältnisse entlang der Bäche festgestellt werden. Außerdem findet am 5. November eine Sitzung der Dorfschätze-Gemeinden statt, bei der neue Retentionsflächen im Oberlauf der Bäche gefunden werden sollen. Nagel erachtet die Maßnahmen im Oberlaufbereich für dringend notwendig, „damit den Letzten nicht die Hunde beißen“.

Weitere Punkte aus dem Gemeinderat:

• Schwarzenau wird in das umfassende Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Ergebnisse des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) und des erweiterten Vitalitätschecks für die Ortsteile zeitnah umzusetzen. Bei der Stärken- und Schwächenanalyse war bei Schwarzenau ein besonderer Handlungsbedarf angezeigt. Die Wartezeit bis zur Realisierung der Dorferneuerung beträgt laut Nagel zurzeit etwa vier Jahre.

• Der Regionale Planungsverband Würzburg hat für das Gemarkungsgebiet Schwarzach keine Vorrang- und Vorhaltsgebiete für Windkraftanlagen vorgeschlagen. Laut Bürgermeister Lothar Nagel wird es künftig keine Ansammlungen von Windrädern in der Gemeinde geben. Einzelanlagen seien allerdings vorstellbar.

• In Hörblach wird zwischen der Einmündung der Kitzinger Straße in die Umgehungsstraße und dem Beginn der Großlangheimer Straße eine neue Straßenleuchte aufgestellt. Die Gemeinde hatte zu dem Vorhaben die Anlieger befragt, nur einer hatte ablehnend geantwortet. Der Kostenanteil für die Anwohner von 1062 Euro wird auf sieben Grundstücke umgelegt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil dieser Straßenbereich auf einer Länge von 90 Meter nicht ausgeleuchtet ist.

• Der Gemeinderat hat dem Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald für das kommende Jahr zugestimmt. Revierförster Max Bartholl prognostizierte einen Überschuss von etwa 2 500 Euro. Er rechnet mit Einnahmen aus dem Holzverkauf von 24 120 Euro und Fördergeldern in Höhe von 10 500 Euro. Die Ausgaben für Pflege und Aufforstungen belaufen sich auf insgesamt 32 145 Euro.

Quelle: infranken.de

Bad Dürrenberg rüstet auf

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Am Floßplatz wird eine stationäre Pumpenanlage errichtet. Der Barfußteich soll saniert werden. Drei wichtige Deiche werden umfassend stabilisiert. Im südlichen Saalekreis will das Land mindestens 9,5 Millionen Euro investieren.

 

Noch gut kann sich Bad Dürrenbergs Bürgermeister, Arpad Nemes (CDU), an das Hochwasser im Juni dieses Jahres erinnern. Das Wasser stand fast überall fünf Zentimeter vor der Deichkrone, in Vesta hingegen lief es sogar schon darüber, so dass der Deich erhöht werden musste. Über die jetzt dringend notwendigen Arbeiten in Sachen Hochwasserschutz sowie Schutz vor Druckwasser und Vernässung sprach die MZ mit dem Bürgermeister und Bauamtsleiter René Schaar.

Deiche

Das Land Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren mindestens 9,5 Millionen Euro im südlichen Saalekreis in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen investieren. Akuter Handlungsbedarf besteht in Kirchfährendorf. Dort hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, die jüngst zu einem Gespräch beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz war. Im kommenden Jahr soll der Abschnitt vom Denkmal in der Kirchfährendorfer Straße bis zur Saalebrücke in Höhe und Standsicherheit den Erfahrungen der jüngsten Flut angepasst werden. Die bereits existierenden Planungen werden überarbeitet. Eingeplant sind für den Bau 800 000 Euro. Auch das Siel in Vesta soll im kommenden Jahr neu aufgebaut und der Deich in Teilabschnitten stabilisiert werden. Und nicht zuletzt wird der Deich zwischen Ostrau und Wölkau angefasst. Für die Rekonstruktion des Deiches und des Deichverteidigungswegs sind laut LHW 540 000 Euro eingeplant. Für die Sanierung dieses Deiches im Bereich des Floßplatzes zwischen der Straßen- und der Eisenbahnbrücke im Ortsteil Klein-Ostrau macht sich ebenfalls eine vor kurzem gegründete Bürgerinitiative stark. Beide Initiativen werden in ihrem Anliegen, so schnell wie möglich etwas für die Sicherheit der Gebäude und der Menschen zu tun, vom Bürgermeister unterstützt.

Floßplatz

Um die Probleme mit dem Druckwasser im Bereich Floßplatz bis Ostrauer Straße zu entschärfen, wird auf dem Floßplatz eine stationäre Pumpenstation errichtet. Mit Pumpen am Floßplatz hatte man bereits während des Hochwassers eine Entspannung erreicht. Nemes verspricht sich davon auch eine Entspannung im Bereich des Sportplatzes, wo das Haus einer Familie beim Hochwasser überflutet wurde. Mit dem Bau soll in Kürze begonnen werden, die Kosten dafür trägt die Stadt.

An der Mauer

Eine neue Leitung mit größerem Durchmesser, die das Wasser von den Feldern in Richtung Saale ableiten soll, soll entlang den Straßen An der Mauer, Am Berge, Schreberstraße gebaut werden. Dort ist noch eine zweite Maßnahme im Gespräch, worüber die Stadt, die Untere Wasserbehörde, der Unterhaltungsverband und die Agrargenossenschaft diskutieren. In den Feldbereichen oberhalb der Straße „An der Mauer“ sollen Rückhaltebecken errichtet werden, um bei extremen Witterungsverhältnissen die Wassermassen zurückzuhalten. Fördermittel für den Bau der Leitung sind vom Unterhaltungsverband beantragt worden. In Zusammenarbeit mit der Stadt erfolgen jetzt die Planungen.

In Goddula sollen im Rahmen des Förderprogramms Vernässung der Barfußteich sowie seine Zu- und Abläufe saniert werden, um bei extremen Wettersituationen sowie bei Druckwasser das Oberflächenwasser schnellstmöglich in die Saale abzuleiten beziehungsweise zu stauen. Für diese geplanten Arbeiten sind die Ausschreibungen schon erfolgt. Die Auftragsvergabe soll im November stattfinden.

Eisenbahnbrücke

Nachdem beim Hochwasser im Juni die Straße sowie die Straßenbahnschienen überschwemmt waren, soll darüber nachgedacht werden, ob ein ehemaliger Graben hinter der Eisenbahnbrücke, der das Wasser in Richtung Kröllwitz ableiten könnte, zur Gefahrenabwehr wieder aktiviert wird. Dazu sind unter anderem auch Gespräche mit der Stadtverwaltung Leuna erforderlich.

Quelle: mz-web.de

Bei jedem Starkregen tritt Marlies Franke vor ihr Haus im Hinterhof 4 in Bohlingen und schaut besorgt zum Galgenberg. Die Furcht vor einem erneuten Hochwasser verfolgt sie seit über vier Jahren, damals im Juni 2009 traf es sie innerhalb von zwei Wochen faustdick. Zwei schwere Unwetter zogen durchs Aachtal und überschwemmten in deren Folge die Kellerräume ihres Hauses im Hinterhof 4. Die braunen Wassermassen strömten vom Galgenberg ins Tal und sammelten sich am östlichen Ortsausgang Richtung Moos. Seit diesem Vorfall steht vor dem Doppelhaus der Familien Franke/Winkler eine Bake am Straßenrand, damit im erneuten Ernstfall ein Ablaufschacht sofort geöffnet werden kann. „Eigentlich ist diese Bake grotesk“, beschwert sich Marlies Franke, zum Schutz hat sie selbst bauliche Maßnahmen am Haus ausführen lassen. Nach dem Hochwasser 2009 habe der damalige OB Ehret Hilfe zugesagt und neben der Straße sei ein 100 Meter langer Erdwall als Sofortmaßnahme aufgeschüttet worden, um die Wassermassen auf dem nahen Maisfeld künftig aufzuhalten. Doch die besorgten Anwohner warten noch immer auf Informationen zu einem konkreten Hochwasserschutz des Hangwassers vom Galgenberg.

Ortsvorsteher Stefan Dunaiski versteht die Ängste der Bewohner, er macht aber Hoffnung auf eine baldige Verwirklichung des Hochwasserschutzkonzeptes, das mit dem neuen Baugebiet Hinter Hof 3 kommen sollte. Bei der Erschließung dieses künftigen Baulandes im östlichen Anschluss an den Hinterhof ist es vorgesehen, Maßnahmen des zwischenzeitlich mehrmalig überarbeiteten Hochwasserschutzes zu integrieren. So könnten z. B. großzügig dimensionierte Kanalisationsrohre das Hangwasser vom Galgenberg beim Kreisverkehr besser aufnehmen. Ortsvorsteher Stefan Dunaiski stellte im Gespräch mit dieser Zeitung aber unmissverständlich klar, wie wichtig das neue Baugebiet für Bohlingen im doppelten Sinne sei. „Sollte es beim Aufkauf der Baugrundstücke jetzt zu Verzögerungen kommen, dann müsste die Stadt Singen beim Hochwasserschutz für den Statdteil Bohlingen anderweitig tätig werden.“

Quelle: suedkurier.de

Bürger reden beim Thema Hochwasser mit

Veröffentlicht: Oktober 29, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Am Mittwoch stellt das Regierungspräsidium die geplanten Maßnahmen vor – Veranstaltung ist öffentlich

Wangen Wie lassen sich in Zukunft Hochwasserschäden vermeiden oder verringern? Zu diesem Thema informiert das Regierungspräsidium Tübingen am Mittwoch, 30. Oktober, von 18 bis zirka 20.30 Uhr im Wangener Rathaus. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Das Regierungspräsidium stellte dabei das Hochwasserrisikomanagement im Projektgebiet Argen sowie den Entwurf des Maßnahmenberichts zum Hochwasserrisikomanagement für das Projektgebiet in den Landkreisen Bodenseekreis und Ravensburg vor.

Laut einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums fasst der Maßnahmenbericht die wesentlichen Aufgaben zusammen, die zur Verringerung des Risikos durch Hochwasser für Mensch, Umwelt, Wirtschaft sowie das Kulturerbe beitragen.

Für alle Aufgaben seien Umsetzungszeiträume und Verantwortlichkeiten benannt worden. Dabei werde deutlich, dass umfangreiche Aktivitäten von Kommunen und Behörden mit der Eigenvorsorge der Bürger und Eigentümer von Wirtschaftsunternehmen und Kulturgütern zusammenwirken müssen.

Bürger können Pläne kommentieren

Morgen Abend sollen die Ergebnisse der bisherigen Aktivitäten vorgestellt und diskutiert werden. Die Teilnehmer haben dabei Gelegenheit, Anmerkungen und Ergänzungen einzubringen. Alle relevanten Informationen werden in den Maßnahmenbericht einfließen, kündigt das Regierungspräsidium an.

Somit könne ein größtmöglicher Nutzen für die Region erreicht werden. Zu der Informationsveranstaltung laden das Regierungspräsidium Tübingen, der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg ein.

Bereits ab 15 Uhr beraten die Hochwasserpartnerschaften im Gebiet die Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements. So könne sichergestellt werden, dass alle Betroffenen informiert sind und ihre Anregungen in den Prozess einbringen können, heißt es in der Pressemitteilung.

In Baden-Württemberg liegt das Hochwasserrisikomanagement federführend in der Hand der Regierungspräsidien. Dabei werden Kommunen oder staatliche Stellen über die seit 2003 bestehenden Hochwasserpartnerschaften eingebunden.

„Es soll möglichst wenig passieren“

Grundlegendes Element für die Hochwasserrisikomanagement-Pläne sind die Hochwassergefahrenkarten. Auf dieser Grundlage werden Hochwasserrisiken bewertet und Maßnahmenpläne erarbeitet. Damit bei einem Hochwasser möglichst wenig Schäden entstehen, sein ein abgestimmtes Vorgehen aller Verantwortlichen, einschließlich der Bürger, notwendig, so das Regierungspräsidium.

Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten sei es, neue Risiken zu vermeiden, bestehende Risiken zu reduzieren und die Folgen während und nach einem Hochwasser so gering wie möglich zu halten.

Dabei werde der europäische Paradigmenwechsel aufgegriffen, der vom unrealistischen „Es muss trocken bleiben“ hin zu einem umsetzbaren „es soll möglichst wenig passieren“ gehe.

Quelle: schwaebische.de

Niedernjesa. Die Staumauer am Wendebachsee rückbauen, das Naturerholungsgebiet erhalten und nicht zuletzt den Hochwasserschutz für Niedernjesa sichern – diese scheinbare Quadratur des Kreises versucht die aktuelle Landesregierung.

Jetzt war Umweltminister Stefan Wenzel vor Ort, um sich auch mit Landrat Stefan Reuter und Andreas Friedrichs zu beraten.

Jahrelang wurde darüber debattiert, jetzt ist es so gut wie amtlich: Nach dem Regierungswechsel Anfang des Jahres plant das Land Niedersachsen den Rückbau der Talsperre am Wendebach. Damit einher entfällt die Hochwasser-Schutzfunktion für nur einen Kilometer westlich vom Staudamm gelegene Ortschaft Niedernjesa. Da die Gefährdung dort als hoch eingeschätzt wird, war gestern Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vor Ort.

„Ich freue mich, dass wir jetzt eine Mischung gefunden haben, mit der das Naherholungsgebiet Wendebach erhalten bleibt, gleichzeitig aber der Hochwasserschutz für Niedernjesa gewährleistet wird“, betont Friedrichs. „Damit findet eine Never ending Story endlich ein Ende.“

Die Pläne sehen vor, dass die mehr als 40 Jahre alte Staumauer, die wegen mangelnder Standfestigkeit nie einen echten Hochwasserschutz gewährleistete (wir berichteten), bis auf eine Höhe wenige Zentimeter über der jetzigen Wasserfläche des Wendebachstausees abgetragen wird. Nach einer groben Beurteilung würden dann jedoch bei einem Jahrhunderthochwasser rund 35 Prozent Niedernjesas überflutet werden. Deshalb sollen nach einem ersten Grobkonzept des Rosdorfer Ingenieurbüro Rinne & Partner südlich und nördlich des Ortes sowie im Verlauf der Leine Schutzeinrichtungen angelegt werden. Diese werden aus einem Hochwasserschutzdamm, mobilen Schutzwänden, Schutzmauern sowie Abgrabungen bestehen.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt, dessen Fertigstellen bis zu vier Jahre dauern wird, beziffert Umweltminister Wenzel auf etwa 2,1 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land knapp 1,7 Millionen Euro. Auf die Gemeinde Friedland, die für den Hochwasserschutz in Niedernjesa zuständig ist, kommen Kosten von 421 000 Euro zu.

„Uns ist es wichtig, dass bei einem Hochwasser das Problem nicht auf die Unterlieger und damit auf die Stadt Göttingen umgeleitet wird“, betont Landrat Bernhard Reuter.

Daher werde man dafür sorgen, dass die Wasserflächen, die durch die Schutzmaßnahmen im Ort selbst verloren gehen, ortsnah als Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden.

„Niedernjesa bekommt nun endlich einen Hochwasserschutz, der sowohl der Gefährdung durch die Leine als auch durch den Wendebach Rechnung trägt“, zeigt sich Andreas Friedrichs mit der dann wohl endgültigen Lösung sehr zufrieden.

Quelle: hna.de

Nach dem Juni-Hochwasser ist die Thematik Flutpolder im östlichen Landkreis Regensburg wieder aktuell geworden.

Seit Jahren handelt es sich hier um ein brisantes Thema, das viele Fragen aufwirft. Fragen, die die Abgeordnete Tanja Schweiger nun in einem umfassenden Fragenkatalog an die Staatsregierung gestellt hat. Die Brisanz der Thematik ergibt sich nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Klimaveränderungen so Tanja Schweiger. Hochwässer werden immer öfter und immer stärker eintreten als bisher angenommen.

In drei schriftlichen Anfragen will die Abgeordnete unter anderem in Erfahrung bringen, welche seit 1999 projektierten Hochwasserschutzmaßnahmen bislang nicht umgesetzt wurden. Zudem möchte sie wissen, welche geologischen Erkundungen durchgeführt wurden und inwieweit die bisherigen Polderplanungen daraufhin untersucht worden, welche Mehrkosten, bzw. Entschädigungszahlungen durch ansteigenden Grundwasserpegel – auch in der weiteren Umgebung (Mintraching, Neutraubling) – erforderlich werden, insbesondere bei Gebäuden wie Öffentlichen Bauten, Privathäusern und Gewerbebauten, der Infrastruktur (Mero, Straßen) oder durch mögliche Nichtmehrbelegung von Friedhöfen.

In einer der Fragen erkundigt sie sich nach der Beurteilung der Staatsregierung in Bezug auf die Befürchtungen der IG gegen Flutpolder östlich Regensburgs, dass Trinkwasserbrunnen bei Polderflutung durch ins Hinterland drängende Grundwasser verschmutzt und damit unbrauchbar gemacht werden.

Auch den Widerspruch, wonach der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat 2007 mit den Worten: „gesteuerte Flutpolder sind dort gar nicht vorgesehen“ zitiert wurde, während in der regionalen Presse vom September 2013 Minister Marcel Huber erläutert, dass das Projekt „gesteuerte Flutpolder“ nun vorangetrieben werden muss, möchte sie geklärt haben.

Besonders wichtig findet sie Details in Bezug auf das Hochwasser im Juni 2013 und das entsprechende Schleusenmanagement oder die Frage, warum sich beim letzten Hochwasser in den geplanten und bereits fertig gestellten Retentionsräumen der Pfatter kein Wasser befand.

Nachfassen will die Abgeordnete auch im Bereich der Energieerzeugung, um zu erfahren an wie vielen Schleusen Strom erzeugt und bis zu welcher Höhe dort Wasser angestaut wird . Ebenso interessiert sich Tanja Schweiger für die Thematik Schöpfwerke um hieraus resultierende Antworten für die Donauanlieger auswerten zu können.

Aufgrund der Brisanz dieses Themas hat sich die Abgeordnete zudem direkt an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. Eine Antwort wird in den nächsten drei Wochen erwartet.

Quelle: wochenblatt.de

Das Hochwasser im Frühsommer hat in Jena einen Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro verursacht. Das sagte der Sicherheitsdezernent der Stadt, Frank Jauch, am Freitag. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so der Dezernent. Jauch kündigte an, dass ein Koordinierungskreis ab November Vorschläge erarbeiten werde, wie der Hochwasserschutz in Jena künftig verbessert werden kann. So müsse etwa geprüft werden, das Gewerbegebiet in Göschwitz mit Dämmen besser zu schützen. Das Gewerbegebiet war Anfang Juni vom Hochwasser der Saale überflutet worden.

Jauch erneuerte auch seine Forderung, die Pegelregulierung in den Saale-Talsperren in staatliche Verantwortung zu übernehmen. Derzeit entscheidet der Betreiber der Talsperren, Vattenfall, darüber, wann wieviel Wasser abgelassen wird. Das Unternehmen verweist aber darauf, dass die Regulierung der Pegel in den Staubecken auf Anweisung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) erfolge.

Jenas Sicherheitsdezernent forderte am Freitag, das Rückhaltevolumen der Saale-Talsperren müsse von 40 Millionen Kubikmetern auf 100 Millionen erhöht werden. Der Hochwasserschutz müsse höhere Priorität haben als die Interessen privater Energieunternehmen oder des Tourismus.

Quelle: mdr.de

Ein Masterplan für Hochwasserschutz wird gesucht

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Renningen – Punkt 19 Uhr hat sich am Dienstagabend der Bürgersaal in Renningen gefüllt. Rund fünf Dutzend interessierte und hochwasserbetroffene Bürger kamen, um sich mit Bürgermeister Wolfgang Faißt, Christof Dustmann vom Stadtplanungsamt und Bauamtsleiter Helmut Gaul von den Experten des Landratsamtes über die Hochwasserlage in Renningen und Malmsheim informieren zu lassen.

Jochen Weinbrecht, Leiter des Amts für Wasserwirtschaft im Kreis, und seine Kollegen Steffen Kroneisen, zuständig für die rechtliche Seite, und René Strüber, ortszuständiger Sachbearbeiter, erklärten ausführlich die Hochwasser-Gefahrenkarten (HWGK), anhand derer die Risikogebiete am und um den Rankbach klassifiziert und beurteilt werden. Und deckten erstmal die Schwachstellen der Statistik auf, nach der es Hochwasser, wie in diesem Jahr von Mai bis Juli viermal passiert, eigentlich nur alle 20 bis 30 Jahre geben dürfte. „Schön wäre, wir könnten jetzt sicher sagen, dass wir die nächsten Jahrzehnte verschont blieben“, meinte der Amtsleiter schmunzelnd, aber – Statistik sei eben Statistik und ergebe nur Durchschnittswerte über einen längeren Zeitraum. Trotzdem: die Karten sind ziemlich genau und sind Grundlage für die Einstufung aller Gebiete, für Auflagen bei der Erschließung neuer Baugebiete und für geforderte Maßnahmen, die die Eigentümer erbringen müssen. Denn: Eigentum verpflichtet, stellten die Herren vom Landratsamt klar. Einige Möglichkeiten dazu erklärte Weinbrecht gleich an Ort und Stelle. Vor allem bei der Gebäudetechnik lässt sich einiges tun: Rückstausicherung, Öltanksicherung, Rohrdurchlässe, um nur drei Stichpunkte zu nennen.

Die anschließende Diskussion zeigte: auch die Stadtverwaltung muss Maßnahmen ergreifen, damit sich die Situation entschärft. Der Knackpunkt scheint der Zusammenschluss des Maisgrabens bei der Sessler-Mühle mit dem Rankbach zu sein. Hier sind regelmäßig die Wiesen und Koppeln überflutet, das Wasser läuft auch nach normalen Regentagen oft tagelang nicht ab. Der Maisgraben scheint die Fluten, die durch abgeleitetes Regenwasser von der B 295, der neuen B 464 und anderen Zuflüssen nicht mehr aufzunehmen. Das Ausputzen des Maisgrabens und des Rankbachbettes oder häufigeres Mähen der Retentionsräume, wie einige der Anwesenden forderten, sei aber wegen der dort lebenden Tiere, Amphibien und Kleinstlebewesen nicht uneingeschränkt möglich, so die Experten. Gebrochene Äste vor allem der alten Pappeln am Uferrand zu entsorgen und die Durchflüsse sauber zu halten, ist dagegen durchaus möglich.

„Die Stadtverwaltung hat das Problem erkannt“, erklärte Bürgermeister Faißt und ging konkret auf die individuelle Situation der Fragesteller ein, fachlich unterstützt durch Christoph Dustmann und die Wasserwirtschafts-Spezialisten vom Landratsamt. Vieles werde sich mit der geplanten Flussgebietsuntersuchung klären, die auch weitergehende Maßnahmen wie die angefragte Erhöhung des Bordsteins in der Wilhelmstraße als Wasserbarriere beinhaltet.

Mit der Untersuchung soll auch der ideale Standort für ein geplantes Wasserrückhaltebecken festgestellt werden. Dieses könnte am Renninger Ohr, südöstlich des Maisgrabens, gebaut werden.

Die Renninger Hochwasser-Gefahrenkarte wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres im Rathaus ausliegen. Die bis dahin zur Ansicht ausgelegte Karte ist nicht offiziell und auch nicht verbindlich. Und eines ist auch ganz klar: Renningen zählt nicht zu den besonders durch Hochwasser gefährdeten Gebieten, und die bereits erfolgten Maßnahmen der Stadt wie der naturnahe Umbau des Rankbachs an vielen Stellen zeigen auch Wirkung. Trotzdem hat die Stadtverwaltung am Ende des Abends einiges an Aufgaben mitgenommen.

Quelle: leonberger-kreiszeitung.de

Neunkirchen rüstet sich fürs Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Beim Gewässernachbarschaftstag erklärte Johann Böhm vom Wasserwirtschaftsamt, wie wichtig Vorsorge ist.

Mehr Natur für die Bäche im Landkreis Forchheim ist ein Plus für Ökologie und Artenvielfalt, naturnahe Gewässer beugen außerdem dem Hochwasser vor. Darauf wies Bürgermeister Heinz Richter (FWG) bei der Eröffnung des Gewässernachbarschaftstags in Neunkirchen hin. „Gerade bei kleineren Bächen kann durch eine entsprechende Renaturierung der Gewässerläufe und die Schaffung von Rückhalteflächen maßgeblich dazu beigetragen werden, den Hochwasserschutz voranzubringen.“

Dabei spiele der natürliche Rückhalt von Hochwasser in der Fläche eine genauso wichtige Rolle wie die richtige Pflege der Ufergehölze oder auch das Tot-holzmanagement, wie das Marktoberhaupt weiter betonte. „Zwar ist Hochwasser ein Naturereignis und kann nicht verhindert werden, man kann ihm aber bereits in der Fläche vorbeugen und durch geeignete Maßnahmen viel von seiner Wucht nehmen.“ In Dormitz seien beispielsweise schon Renaturierungsmaßnahmen am Brandbach durchgeführt worden.

Der vorbeugende Hochwasserschutz stand ganz oben auf der Tagesordnung des Gewässernachbarschaftstages im Neunkirchner Rathaussaal, der zum dritten Mal im Landkreis Forchheim stattfand und an dem 30 Mitarbeiter von Gemeindeverwaltungen und Pflegeverbänden teilnahmen.

Nachbarschaftsberater Johann Böhm vom Wasserwirtschaftsamt Kronach riet dazu, bereits im Vorfeld von Starkregen- und Hochwasserereignissen die Eigendynamik der Gewässer zu stärken, da Bäche, die ungehindert ausufern können, bei Hochwasser zu einem natürlichen Rückhalt in der Fläche beitragen können. Standortgerechte Ufergehölze wie Weiden und Erlen würden mit ihren Wurzeln bei Hochwasser das Ufer sichern und Uferabtragungen verhindern. Müssten dennoch Uferböschungen nach einem Hochwasser wiederhergestellt werden, könnten biologische Bauweisen wie Weidenfaschinen eingesetzt werden.

Während abgestorbene Bäume (Totholz) im Bach im Außenbereich ein wertvoller Naturbestandteil seien, müsse in Siedlungsbereichen das Totholz regelmäßig entfernt werden, damit es bei Hochwasser nicht zu den gefürchteten Verstopfungen kommen kann, wie der Wasser-Experte Böhm weiter ausführte. Überhaupt seien Durchlässe und Verrohrungen bei Hochwasser immer der Gefahr ausgesetzt, dass sie durch Treibholz verstopft werden.

Neunkirchens Bauamtsleiter Jochen Cervik zeigte dann anhand zahlreicher Bilder auf, wie der ansonsten mehr einem Rinnsal ähnelnde Schlierbach von Hetzles her und der Haarbach vom Hetzleser Berg herunter dann gemeinsam ab dem Baader Wehr als Brandbach bei Starkregen schnell den Ortskern von Neukirchen überfluten, so geschehen im Juli 2011 und 2012 sowie im Mai dieses Jahres. Deshalb müssten im Rahmen eines Integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes der natürliche Rückhalt, der technische Hochwasserschutz und die Hochwasservorsorge stets gemeinsam betrachtet werden und das immer unter der Ägide eines hundertjährigen Hochwasserschutzes (HQ 100).

Hier in Neunkirchen habe man mit den beiden Gemeinden Hetzles und Dormitz eine Zweckvereinbarung geschlossen, die eine Aufteilung der Kosten nach der Einwohnerzahl, der Gewässerlänge oder nach Größe der Gemeindegebiete als möglich erscheinen lässt.

Für den Neunkirchner Feuerwehrkommandanten Robert Landwehr steht als Pragmatiker aber die Bereitschaft der Bürger, sich auch selbst bestmöglich auf das nächste Hochwasser vorzubereiten, mit ganz vorne an. Es dürfe nicht sein, dass jeder Bürger gleich nach der Feuerwehr rufe, wenn sein Abfluss verstopft ist, während die Truppe viel eher bei schweren Wassereinbrüchen oder gar der Rettung von Personen benötigt wird.

Beim letzten Hochwasser mussten seine Männer zu 64 Einsätzen ausrücken. Vor allem der Bereich des Brandbachgartens mit dem evangelischen Kindergarten und der angrenzenden Grundschule sei zuletzt immer komplett überschwemmt worden und habe jeden irgendwie verfügbaren Feuerwehrmann gefordert. Für die angrenzende Tiefgarage, die jedes Mal vollgelaufen sei, hätten jetzt die Bewohner als Akt der Selbsthilfe eine hydraulische Hochwassersperre angebracht.

Quelle: infranken.de

Hamburger Schleusenleitdamm soll aufgerüstet werden, Stadt zahlt nur 40 000 Euro.

Geesthacht. Wenn Hamburg die Borghorster Elbwiesen flutet, dann bekommt Geesthacht einen Lückenschluss im Hochwasserschutz an der Elbe. Darauf haben sich jetzt die Hamburger Projektrealisierungs-Gesellschaft (ReGe) und das Land Schleswig-Holstein verständigt. Hamburg baut und Kiel zahlt — zumindest 90 Prozent der Baukosten. Die Restsumme, wohl lediglich 40 000 Euro, muss die Stadt Geesthacht finanzieren.

Um den Hochwasserschutz hatten sich zuletzt immer wieder die Unternehmer aus dem Gewerbegebiet an der Vierlander Straße und Anwohner der Bereiche Heuweg, Verschwisterungsviertel und Hans-Meyer-Siedlung gesorgt. Hintergrund: Geesthachts Hochwasserschutz endet im Nirgendwo in Höhe des Mischwerks am Horster Damm. Dahinter klafft eine Lücke, denn Hamburg hat seinen Hauptdeich weit zurückverlegt errichtet. Der Schleusenleitdamm, der Geesthachts Deich und den Deich in Hamburg verbindet, soll zum Deich aufgerüstet werden.

Nach dem Elbe-Hochwasser im Juni hatte sich die Stadt an die Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten. Geplant war bisher ein „Flügeldeich“, der rechtwinklig zum Elbufer vom bestehenden Deich in die Besenhorster Sandberge führen sollte. Ein Millionenprojekt, dessen Realisierung in weiter Ferne stand „Die jetzt aufgezeigte Lösung ist bestechend, man fragt sich, warum nicht schon früher jemand darauf gekommen ist“, freute sich Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, nachdem Dietmar Wienholdt aus dem Kieler Umweltministerium die Lösung präsentiert hatte. Wienholdt: „Hamburg fasst den Leitdamm für die Maßnahme zur Wiedervernässung der Elbwiesen sowieso an. Wir satteln drauf und bauen den Damm zum Deich aus.“ So sollen Baukosten in Höhe von nur 400 000 Euro ausreichend sein.

Die ReGe und das Land haben sich auf diese Lösung bereits geeinigt. Nur wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar. Allerdings ist das Planfeststellungsverfahren beschlossene Sache und Wienholdt geht nicht davon aus, dass der veränderte Aufbau — der Leitdamm erhält eine Verbreiterung um die Straße Horster Damm zwischen Geesthacht und Altengamme aufzunehmen und eine einen Meter dicke Lehmschicht als Abdeckung — zu einem neuen Verfahren führen wird. Damit kann voraussichtlich 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Dann ist Geesthacht entlang des Ufers komplett sicher“, so Manow.

Ein Flut-Beauftragter für Lauenburg

Dipl.-Ing. Dietmar Wienholdt aus der Abteilung für Wasserwirtschaft des Umweltministeriums war von Ministerpräsident Torsten Albig zum Flut-Beauftragten der Stadt Lauenburg ernannt worden, um in Kiel direkt Bericht zur Situation vor Ort zu erstatten. Jetzt war Wienholdt zum Arbeitsgespräch in Lauenburg.

 

Mit dem Schutz vor der Altstadt laufe es bereits, im nächsten Sommer sollen Lösungen präsentiert werden. „Wir wollen aber mehr. Zurzeit bewegt uns die Frage, was in Lauenburg passiert wäre, wenn in Fischbek der Deich nicht gebrochen wäre und wenn man die Havelpolder nicht geflutet hätte“, so Wienholdt. Dann wäre der Wasserstand der Elbe in Lauenburg statt auf 9,64 Meter wohl auf mehr als zehn Meter angestiegen. Unklar, was dann im Industriegebiet an den Söllerwiesen und entlang des Elbe-Lübeck-Kanals passiert wäre.

 

Länderübergreifend sitzen die Experten der Elbanrainer außerdem zusammen, um zu prüfen, ob der Bemessungswasserstand ausreichend ist. Anhand dieses Wertes werden Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser ausgelegt — etwa Deichhöhen. „Das Hochwasser der Elbe im Juni hatte den Bemessungswasserstand fast erreicht“, erinnert Wienholdt. Zu allen Themen arbeiten die Länder auch mit der Wasserschifffahrtsverwaltung des Bundes eng zusammen.

Quelle: ln-online.de

Eine Umleitung für die Sturzbäche

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Hier wird der Hochwasserschutz für Alfter-Ort schon einmal konkret sichtbar: Baubeginn für den Schlossweg-Entlastungsgraben, der bei künftigen Starkregen Sturzbäche vom Ortskern ablenken soll.

ALFTER.  Hier wird der Hochwasserschutz für Alfter-Ort schon einmal konkret sichtbar: Baubeginn für den Schlossweg-Entlastungsgraben, der bei künftigen Starkregen die Sturzbäche aus Schloss- und Buchholzweg sowie vom nördlichen Villehang zwischen Friedhof und Hof Mandt vom Ortskern ablenken soll. Nach dem symbolischen ersten Spatenstich gestern soll das rund 800000 Euro teure Projekt bis Ende März fertig werden.

Während Planer, Ingenieure und Bauunternehmer zuversichtlich ans Werk gehen, gab es bis gestern bei manchen Laien, darunter auch Bürgermeister Rolf Schumacher, einige Skepsis: Das vom Hang herabstürzende Wasser soll, so sieht es vor Ort für Nichtfachleute aus, von der Kreuzung Schlossweg/Buchholzweg aus offenbar erst einmal ein Stück den Schlossweg in Richtung Roisdorf wieder hinaufrauschen.

Tatsächlich wird der Graben nördlich der Kreuzung und unterhalb des Schlossweges so tief quer in den Hang geschnitten, dass das Wasser nicht klettern muss, sondern bis zur Gemeindegrenze fließen kann und dann noch fast 800 Meter hangabwärts bis zum Alfter-Bornheimer Bach seinen Weg finden soll. Noch in der Nacht zuvor hatte die Baugrube nach Gewitter voller Wasser gestanden; hätte es stärker geregnet, hätte sich die Flut möglicherweise wie schon oft talwärts zur Kronenstraße und dann über sie in den tieferliegenden Ortskern ergossen.

Dieser Wasserfall bis zum Görresbach soll ab Frühjahr 2014 Geschichte sein: Der Entlastungsgraben soll wie eine Ortsumgehung für Oberflächenwasserfluten wirken und Wasser und Schlamm längs der nördlichen Gemeindegrenze dem Alfter-Bornheimer Bach zuführen. Auch hierbei gab es Skeptiker, aber in Fachleute-reihen: Der Alfterer Fachbereichsleiter Artur Volkmann und Diplomingenieur Rolf Ingo Grünefeld (Regionalgas Euskirchen) haben nach Bürgermeister-Darstellung energisch für das Projekt bei Bauaufsicht und auch bei Bahnbetreiber HGK kämpfen müssen. Auch dort waren „kletterndes Wasser“ und steiler Abfluss in den Alfter-Bornheimer Bach neben den Stadtbahngleisen zunächst nicht geheuer. Die Projektvorkämpfer schafften es geduldig, zu überzeugen und die Baugenehmigungen für den Graben zu erhalten.

„Nicht nur langersehnt“, nannte Rolf Schumacher das Vorhaben, sondern auch „ein anspruchsvolles Projekt“ und ausdrücklich „dringend erforderlich“. Denn wenn mal in Alfter die Sonne nicht scheine, dann liege der Kernortsteil Alfter in einem „Trichter“ der Hänge und bekomme hier mehr Starkregenfluten ab als andere Vorgebirgsorte.

Ortsvorsteher Werner Jaroch sorgte sich um die Sicherheit der Kinder aus benachbarten Schulen und Kindergärten. Er erfuhr, dass die Grabengestaltung grundsätzlich wie ein Straßengraben nicht gesichert werde. Aber planmäßig tiefe Grabenabschnitte – auch mit im Flutfall tiefem Wasserstand – werden durch Geländer gegen Zutritt gesichert, ebenso wie Querdämme und Wasserbausteine im unteren Graben-teil eine Schussfahrt des Wassers vermeiden sollen .

Quelle: rundschau-online.de

Die Eyach-bedingte Überschwemmung im Bereich Hindenburgstraße /Au-Stadion am 1. Juni war nicht zu verhindern. Zu diesem Schluss kommt die Stadtverwaltung nach intensiver Ursachenforschung.

Rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde „oder vielleicht sogar etwas mehr“ (Oberbürgermeister Helmut Reitemann) wälzten sich am Abend des 1. Juni Eyach-abwärts. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt im Jahr 2000 waren jedoch „nur“ bis zu einem Jahrhunderthochwasser von maximal rund 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt worden. Im Bereich Hindenburgstraße bis zu einem 50-jährigen Hochwasser mit maximal 109 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Dass es noch schlimmer kommen könnte, damit rechnete seinerzeit offensichtlich kaum jemand. Doch es kam schlimmer. „Die Gewässerdirektion beim Regierungspräsidium hat uns bestätigt, dass es sich im Juni um eine Extremsituation gehandelt hat“, erklärte Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler gestern Abend den Balinger Stadträten. Man habe daher auch keine Chance gehabt, die Überflutungen des hinteren Bereichs der Hindenburgstraße und des Au-Stadions abzuwenden.

Inzwischen ist vielen Experten klar, dass nicht mehr die Frage ist, ob solch ein gewaltiges Hochwasser erneut auftritt, sondern nur wann es wieder zuschlägt. Was aber tun? Diese Frage möchte die Stadtverwaltung nun intensiv und zügig mit Vertretern der Gesamtfeuerwehr Balingen und Mitarbeitern der Gewässerdirektion klären. „Im November sind die ersten Gespräche anberaumt.“ Ziel: Die Erarbeitung eines Hochwasserschutzplans für die Kernstadt und die Teilorte entlang der Eyach beziehungsweise der Steinach. Was der beinhalten könnte, präsentierte Köhler gestern. Ein von 300 Meter mal 200 Meter langen Wällen eingerahmtes Rückhaltebecken zwischen Erzingen und Endingen. Köhler: „Im Ernstfall eine riesige Wasserfläche.“ Dazu ein weiteres Becken im Bereich des Wettbachs oder alternativ umfangreiche Schutzmaßnahmen im Bereich des Balinger Messegeländes. Beide Varianten sind nicht unter einer bis anderthalb Millionen Euro zu bekommen.

Beim Au-Stadion könnte sich Köhler vorstellen, mobile, im Boden verschraubbare Aluwände anzuschaffen. Doch was auch immer man dort mache, es sei klar, dass die Hochwassermaßnahmen schon mit Blick auf die Eyachufer-Umgestaltung zur Gartenschau koordiniert werden sollten. „Hier jetzt beispielsweise einfach eine Staumauer einzuplanen, halte ich nicht für sinnvoll“, so Köhler.

Quelle: zak.de

In der Gemeinde in der Reischenau könnte ein Schaden von bis zu acht Millionen Euro entstehen

Dinkelscherben Die Wassermassen im Falle eines Jahrhunderthochwassers würden die Region um Dinkelscherben akut bedrohen: Über 30 Prozent der bebauten Fläche wäre davon betroffen. Diplom-Iingenieur Frank Steinbacher berichtete vor besorgten Bürgern im Vereinsheim von Häder, wie es um den geplanten Schutz für das Gebiet um Zusam und Kleiner Roth steht. Dabei übten die Anwesenden Kritik an der Politik vor rund 40 Jahren, als die Gewässer begradigt wurden.

Speziell der Gedanke an ein „Jahrhunderthochwasser“, also an extreme Überflutungen, wie sie im Schnitt nur alle 100 Jahre einmal stattfinden, macht einigen Dinkelscherbern zu schaffen. Eine solche, von Fachleuten „HQ 100“ genannte Katastrophe würde über ein Drittel, also rund 150 Gebäude im Bereich der Zusam und Kleinen Roth, unter Wasser setzen. Viele Bewohner fürchten um ihre flussnah gelegenen Häuser.

Auch dieses Jahr wurde es kritisch, als im Juni der Pegel der Zusam bei Fleinhausen die Marke von 1,50 Metern erreichte – bei einem Normalwert von 40 Zentimetern. Die Betroffenen hatten damals Glück, der Regen setzte mehrfach aus: „Wenn das über Nacht so weitergegangen wäre, wäre der Gemeindebereich überschwemmt worden“, warnte Peter Kraus (FW), zweiter Bürgermeister von Dinkelscherben. Er betonte Dinkelscherben „ist massiv gefährdet“.

Diplom-Ingenieur Frank Steinbacher, Hauptreferent des Abends präzisierte vor den rund 20 Besuchern in Hädern die Folgen des verheerenden Hochwassers vom Juni für weite Teile Bayerns und Ostdeutschland. „Die Schäden werden immer größer“, so der für seine lasergestützte Vermessung von Binnengewässern aus der Luft bereits mit dem österreichischen Businesspreis „i2b-Award“ prämierte Steinbacher.

Beispiele für die extreme Macht großer Wassermengen gibt es auch im Landkreis. Wie der Referent ausführte, war auch Welden dieses Jahr betroffen, nicht von Wasser der Laugna, sondern durch starken Regen. „20 Zentimeter ist dort das Wasser über den Waldboden geschossen. Falls die Kanalisation die Massen nicht mehr aufnehmen kann, laufen die Keller voll.“ Frank Steinbacher sieht allein in Dinkelscherben ein Schadenspotenzial von 7,5 bis 8 Millionen Euro – Grund genug für den Freistaat, um zu handeln. Bis 2020 wird Bayern „2,3 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investieren“. In der Reischenau sollen zwei Rückhaltebecken bei Siefenwang und Ziemetshausen dafür sorgen, dass sich die Zusam im Fall eines Jahrhunderthochwassers nicht in ein reißendes Gewässer verwandelt. Ebenfalls geplant ist ein Becken, damit aus der Kleinen Roth keine Gefahr wird. Die Gemeinde bemüht sich, Flächen zu tauschen, die im Rückstaugebiet liegen. Dabei gilt es eine Reihe Auflagen des Freistaats zu berücksichtigen, vor allem im Bereich des Umweltschutzes.

Steinbacher erklärte: „Man versucht nicht mehr, so stark in die Natur einzugreifen.“ „Das durfte man aber in den 70ern“, bemerkte einer der Anwesenden während der abschließenden Diskussion. Es sei vor rund 40 Jahren ein falscher Weg gewesen, die Gewässer zu begradigen. Kritisiert wurde von den Bürgern auch, dass anliegende Grundstücke damals zur Bebauung freigegeben worden seien. Wenn so eine Planung aktuell umgesetzt werden sollte, müsste man jedoch viele Auflagen beachten.

Alle im Vereinsheim waren sich einig, dass der Schutz vor einer möglichen Naturkatastrophe nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Wie es Gemeinderat Stefan Steinbacher, der Vater des Experten, auf den Punkt sagte: „Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein Betteldorf.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

In Merseburg beteiligen sich Anwohner finanziell am Bau einer Anlage zum Schutz vor der Saaleflut. Das ist in Sachsen-Anhalt einmalig. Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro.

Sanft steigt Dampf von der Saale auf, die sich träge in ihrem Bett wälzt. „Dieses Fleckchen Erde ist doch eigentlich ein Paradies“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrem Partner Olaf Necke und Sohn Jan in der Merseburger Werderstraße direkt am Fluss wohnt, der sich hier am Eingang zur Stadt noch seinen Weg durch die Aue bahnt. Doch die Idylle trügt. Viermal hat der Strom seit 1994 seine Urgewalten entfesselt, 20 Privatgrundstücke überschwemmt – das letzte Mal mit einem Rekordhochwasser im Juni dieses Jahres. „Ich möchte endlich nicht mehr in Angst vor der Saale leben müssen“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrer Familie nach wie vor mit den Folgen der Flut kämpft. Ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt soll den Südosten Merseburgs nun Schutz vor künftigen Überflutungen bringen.

Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro

Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro – finanziert zu 80 Prozent durch das Land. Den Rest der Summe trägt die Stadt, die wiederum die Grundstücksbesitzer in der Werder- und der Krautstraße auf freiwilliger Basis an den Kosten beteiligt. Das gab es in Sachsen-Anhalt in dieser Form noch nie. Für bebautes Land schießen die Eigentümer einen Euro pro Quadratmeter zu, für unbebaute Flächen 50 Cent. 43 000 Euro kommen so zusammen, die in den städtischen Finanzanteil einfließen. „Es hat viele Gespräche mit den Anwohnern gegeben. Und sicher wurde hier und da auch kontrovers diskutiert. Letztlich haben sich alle der Idee angeschlossen“, erzählt Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU).

Dass die Grundstückeigentümer auch finanziell Verantwortung übernehmen, findet Bühligen in diesem Fall richtig. „Durch den Hochwasserschutz tragen wir zum Werterhalt des privaten Eigentums in diesem Stadtteil bei. Die Menschen, die hier wohnen, müssen daran ein Eigeninteresse haben.“ Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) sieht es ähnlich. „Diese Verfahrensweise ist ein sinnvoller Weg. Jeder, der von Hochwasser betroffen sein kann, ist verpflichtet, eine geeignete Vorsorge zu treffen, soweit das möglich und zumutbar ist.“ Ob das Modell Schule machen kann, sagt der Minister aber nicht.

Knackpunkt ist im Fall von Merseburg die Einstufung der etwa 53 000 Quadratmeter großen Fläche. Sie gilt als Überschwemmungsgebiet. „Diese Flächen dienen in ihrer natürlichen Funktion als Rückhalt bei Hochwasser“, heißt es aus dem Umwelt- und Agrarministerium in Magdeburg. Der neue Deich indes würde diese Schutzfunktion nicht beeinträchtigen, das ist bei der Planung überprüft worden. Die verbleibende Überflutungsfläche bleibe groß genug, ergab die Expertise.

Land muss nicht Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten schützen

Das Land sei nicht verpflichtet, eine Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten zu schützen, so das Ministerium. Da sich aber die Stadt beteilige, werde man das Vorhaben unterstützen – so wie beim Hochwasserschutz in Biederitz. Nur dass dort Anwohner nicht zur Kasse gebeten werden wie in Merseburg.

„Wir haben doch gar keine Wahl, als mitzumachen“, sagt Olaf Necke. Das 5 200 Quadratmeter große Grundstück mit dem Wohnhaus und den Nebengebäuden hat er von seinen Eltern übernommen. Die hatten gelernt, mit dem Hochwasser zu leben. Das aber soll früher längst nicht so extrem ausgefallen sein. „1988 stand das Wasser das erste Mal im Garten, 1994 dann einen Meter hoch im Haus“, schildert der 51 Jahre alte Juwelier, der in Bad Lauchstädt ein Uhren- und Schmuckgeschäft führt.

Als 2002 die Saale wieder ausbrach und immense Schäden hinterließ, hatte die Versicherung die Police gekündigt. Necke baute sich daraufhin seinen eigenen Damm, dazu eine massive Betonmauer. Denn wenn das Wasser kommt, dann gleich von drei Seiten. „2011 konnten wir das Haus halten, aber in diesem Juni waren wir wieder chancenlos“, erzählt er.

Mehr als 90 000 Euro an Schäden haben Gutachter ausgerechnet. Bevor die Mauern trocken sind, werden wohl noch Monate vergehen. Die Fluthilfe des Landes, die die Familie beantragt hat, lindert die Not. „Vier Flutkatastrophen in zwei Jahrzehnten. So kann es nicht weitergehen“, sagt Olaf Necke. Er wolle nicht mehr den Schlamm aus einem Haus schippen und von vorn beginnen.

Das Saalehochwasser bedroht indes nicht nur die Häuser an der Werderstraße, sondern auch den historischen Stadtteil Neumarkt. „Wir hätten ohnehin in den Hochwasserschutz investieren müssen. Nur wäre die Variante kleiner ausgefallen“, sagt Frank Friedrich, Sachbereichsleiter im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. So sollte die Bundesstraße 181 zu einem Damm ausgebaut werden. Der Neumarkt wäre dann sicherer, alle Grundstücke südlich davon aber der Flut ausgeliefert gewesen. „Und genau dieses Szenario wollten wir vermeiden“, sagt Bühligen.

Wie die Stadt reagiert hätte, wenn einzelne Grundstückseigentümer gegen den Finanzierungsplan auf die Barrikade gegangen wären, kann der Oberbürgermeister nicht sagen. „Dann hätten wir eine Lösung finden müssen.“ Oder es wäre bei der ursprünglichen Planung geblieben

Baubeginn für 2014 geplant

Soweit ist es nicht gekommen. Schon im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Vorgesehen ist eine Kombination aus Deich, Spundwand und mobilen Elementen. „Es ist der große Vorteil der Merseburger Variante, dass wir uns mit Privatpersonen nicht mehr herumschlagen müssen. Das dürfte das Planverfahren deutlich beschleunigen“, sagt Frank Friedrich vom Landesbetrieb. Die Unterlagen für die Genehmigung des Bauprojektes sind eingereicht, die Entscheidung, ob und wann die Bagger anrollen, fällt das Landesverwaltungsamt in Halle.

Mit der unverbauten Idylle ist es dann für Familie Nocke/Stötzner vorbei. Quer über ihr Grundstück soll dann eine Mauer verlaufen, wie Nocke gehört hat rund 1,50 Meter hoch. „Vor dem Anblick graut es mir schon heute“, sagt Uta Stötzner. Immerhin habe der Landesbetrieb für Hochwasserschutz zugesagt, dass das Bauerwerk optisch gestaltet werden soll. „Früher hätte ich nie zugestimmt“, sagt sie. „Aber seit diesem Sommer ist das anders.“

Quelle: mz-web.de

Naturschützer nennen Hochwasserschutz in Sachsen ineffektiv

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dresden. Sieben Umwelt- und Naturschutzverbände haben den Hochwasserschutz in Sachsen als ineffizient und nicht zeitgemäß kritisiert. Statt vor allem auf technische Maßnahmen wie höhere Deiche und Flutmauern in den Überschwemmungsgebieten entlang der großen Flüsse zu setzen, müsse ein wirksamer Hochwasserschutz in den Quellbereichen der Zuflüsse und den Hochwasserentstehungsgebieten betrieben werden, forderte die Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz am Freitag in Dresden. Auch von SPD und Grünen kam Kritik am Hochwasserschutzkonzept der Regierung. Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück.

Für den Landesverband Sächsischer Heimatschutz warf der frühere CDU-Kultusminister und Umweltexperte Karl Mannsfeld den Behörden im Freistaat eine „einseitige Bevorzugung technisch baulicher Maßnahmen“ beim Hochwasserschutz vor. Diese seien kostenintensiver als die Schaffung von Überschwemmungsgebieten.

Nach der „Jahrhundertflut“ 2002 habe Sachsen noch 49 Deichrückverlegungen oder Polder mit einem Flächengewinn von circa 75.000 Hektar zum Hochwasserabfluss vornehmen wollen. 2012 sei das Ziel auf 34 Maßnahmen nachkorrigiert worden. „Und bis zum Juni 2013 wurden zwei Maßnahmen mit 114 Hektar gleich 1,5 Prozent der ursprünglichen Zielstellung umgesetzt“, sagte Mannsfeld. Er forderte ein „Fluss- und Auenprogramm“ für Sachsen und eine wesentliche Ausweitung der Überflutungsflächen und eine Renaturierung der Böden in den Quellgebieten, um einen Abfluss des Wassers bei starken Regenfällen zu verlangsamen.

Regierung soll Land bereit stellen

Nach Ansicht der Umweltverbände sollte die Staatsregierung bei der Schaffung der Überflutungsflächen öffentlichen Grund in flutsicheren Lagen als Ausgleich für Grundstückseigentümer in flussnahen Gebieten anbieten. Außerdem könnten solche Maßnahmen in bestehende Programme wie das Sächsische Waldmehrungsprogramm oder eine Umstrukturierung der Landwirtschaft einbezogen werden.

„Es hat viel mit Fläche zu tun, viel mit Engagement und viel mit Kreativität“, sagte Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen. Dabei verwies er auf Naturschutzverbände, die in Eigeninitiative Überflutungsflächen gekauft und renaturiert hätten. „Ich bin optimistisch, wenn alle Institutionen des Freistaates Sachsen so aktiv vorwärts marschieren wie so manche Naturschutzvereinigung in ihrem beschränkten Rahmen, dass wir diese Problematik in 20 Jahren geklärt hätten.“

SPD und Grüne begrüßten die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, in der neben dem Sächsischen Heimatschutz und der Grünen Liga auch Nabu, BUND, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Landesjagdverband und die Sächsischen Angler organisiert sind.

Ministerium weist Kritik zurück

Das Umweltministerium wies den Vorwurf eines einseitig ausgerichteten Hochwasserschutzes zurück. Sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ wie 2002 oder im Juni dieses Jahres seien allein durch naturnahen Hochwasserschutz oder die Schaffung von Rückhalteflächen nicht zu bewältigen, sagte Sprecher Falk Hofer.

Wir haben den Hochwasserschutz priorisiert und uns natürlich erst dort darum gekümmert, wo Menschen zu schützen sind oder wo Güter zu schützen sind.“ Hochwasserschutz sei eine „Generationenaufgabe“. Derzeit liefen in Sachsen 27 Deichrückverlegungsmaßnahmen und die Schaffung von sieben Poldern in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen. Auch die Behauptung, die Flüsse würden einfach eingemauert, treffe nicht zu. „Wir haben an Sachsens Flüssen erster und zweiter Ordnung Uferbereiche von 23.000 Kilometer Länge. An diesen 23.000 Kilometern haben wir Deiche von 600 Kilometer Länge“, sagte Hofer.

Quelle: lvz-online.de

 

Gemeinde muss Lösung für Peretshofen erarbeiten

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Dietramszell – Der Augraben, der Peretshofen entwässert, kann nicht so bleiben. Das hat sich spätestens beim Hochwasser im Juni gezeigt. Damals hat er die Staatsstraße 2072 überflutet.

Seit der Überschwemmung drängen das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt die Gemeinde, tätig zu werden. Am einfachsten wäre es, wenn der Augraben als Wildbach eingestuft würde. In diesem Fall würde das Wasserwirtschaftsamt Weilheim die Planungen übernehmen. Die Frage ist noch nicht endgültig geklärt, aber in Weilheim gibt es Zweifel, ob der Augraben wirklich ein reißendes Gewässer darstellt. „Wir wollen keine Zeit verlieren, wir planen parallel“, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier.

Die Möglichkeiten, die die Gemeinde hat, skizzierte Max Weiß vom Ingenieurbüro Kokai. Variante eins: Das Geschiebe, das sich seit Jahren im Augraben sammelt, wird entfernt, der Graben saniert, das marode Rückhaltebecken aus den 1960 Jahren zurückgebaut. Die Kosten lägen bei etwa 180 000 Euro. Variante zwei: Das Rückhaltebecken wird aufwändig saniert, die Ufer werden befestigt, und eine Flutmulde verhindert, dass die Staatsstraße und die Anwesen bei Hochwasser wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Kosten: 480 000 Euro. Im Idealfall erstattet der Freistaat 65 Prozent der Summe, so dass für die Gemeinde noch 140 00 Euro blieben.

Bei solchen Summen wurde den Gemeinderäten mulmig. Den Tenor der Wortemeldungen brachte Stephan Ailler auf den Punkt: „Alle zwei Lösungen sind finanziell für uns zu teuer. Alles steht und fällt mir der Förderfähigkeit.“ Mit 14:2 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dass zunächst einmal die Fördermöglichkeiten ermittelt werden. Auf Antrag von Leonhard Burger wird der Bauhof das gröbste Geschiebe im Augraben beseitigen.

Quelle: merkur-online.de

Der Friedberger Bauausschuss war nach aktuellen Informationen zuversichtlich, dass Bachern und Rederzhausen künftig besser vor Hochwasser geschützt werden können.

Bachern Der Bau des südlich des Stadtteils vorgesehenen Rückhaltebeckens wird weiter für 2015 angepeilt. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte dazu Bürgermeister Peter Bergmair. Ein Ingenieurbüro arbeitet derzeit noch an Details der Planung, die bis zum Jahreswechsel endgültig vorliegen soll. Damit könnte dann 2014 das Genehmigungsverfahren laufen. Zurzeit wird der geplante Dammbau noch mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Naturschutz abgestimmt. Eine konkrete Kostenberechnung liegt derzeit noch nicht vor. Zuvor gilt es beispielsweise noch zu klären, wie die Standsicherheit des Damms nachgewiesen werden kann. Eine Untersuchung des Baugrunds ergab schwierige Bodenverhältnisse.

Vorgesehen ist südlich von Bachern ein 60 Meter langer Damm im Talquerschnitt. Die Staatsstraße nach Ried wird er um 80 Zentimeter überragen. Um die Straßenböschung vor Durchnässung zu schützen, soll dort eine Lehmschicht aufgebracht werden. Gegenüber dem ursprünglichen Gelände könnte höchstens drei Meter hoch gestaut werden. Davon verspricht man sich, dass etwa die Hälfte der bisherigen Durchflussmenge bei einem größeren Hochwasser zurückgehalten werden könnte. „Ich bin froh, dass etwas vorangeht“, sagte Bacherns Stadträtin Wally Walkmann (SPD).

Rederzhausen Mehr Sicherheit auch entlang des Rederzhauser Grabens verspricht sich Bürgermeister Bergmair. Stadträtin Herta Widmann (CSU) erinnerte daran, wie lange dort die Rederzhauser Angst vor Unwetter haben: „Das zieht sich seit zehn Jahren.“ Nun sprach der Bürgermeister von einer „gewissen Hoffnung“, zu einer gütlichen Lösung mit dem Grundstückseigentümer kommen zu können. Angedacht ist, im Bereich des Rederzhauser Grabens beim Hochstallerweg zusätzlich etwa 2200 Kubikmeter Erdreich abzutragen. Damit entstünde zwar kein Rückhaltebecken im klassischen Sinne. Bei Hochwasser wäre es trotzdem weniger gefährlich: Das Wasser könnte sich mehr ausbreiten. Die Fließgeschwindigkeit würde sich verringern.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Damm kommt in Sichtweite – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Damm-kommt-in-Sichtweite-id27398222.html

Damm kommt in Sichtweite – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Damm-kommt-in-Sichtweite-id27398222.html

Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen

Veröffentlicht: Oktober 14, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Der Deutsche Wetterdienst nimmt bei Memmingen seine einzige Radaranlage in der Region in Betrieb. Die Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro

Fast wie ein überdimensionaler Morchel-Pilz sieht sie aus: Mitten im Wald zwischen den Unterallgäuer Gemeinden Niederrieden und Holzgünz auf Memminger Flur wurde nun die neueste Wetterradarstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) offiziell in Betrieb genommen. Mit 55 Metern Höhe ist sie eine der höchsten Wetterstationen Deutschlands. Sie misst in einem Umkreis von 150 Kilometern alle vorkommenden Niederschläge. Mit dieser 17. Anlage bei Memmingen wird nun die letzte Lücke in der meteorologischen Radarüberwachung Deutschlands geschlossen.

Daten auch für die Klimaforschung vewendbar

„Damit können wir in Echtzeit und flächendeckend sagen, wie viel Niederschläge, in welcher Zeit und an welchem Ort in der Bundesrepublik fallen“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter des (DWD), Dr. Tilman Holfelder. Die Daten seien Grundlagen für die Arbeit der Wasserwirtschaftsämter – aber auch, zum Beispiel bei Extremniederschlägen, für die Katastrophenschutzbehörden, die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen. „Natürlich sind die Daten auch für die Klimaforschung von großer Wichtigkeit“, ergänzt Holfelder.

Für die Allgäuer Region bedeute dies, dass bessere Vorhersagen auch für die Hochwasser von Iller, Lech und Wertach getroffen werden können. Schwabens Vizeregierungspräsident, Josef Gediga, und Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh zeigten sich sehr angetan von diesem technischen Fortschritt. Voll des Lobes waren alle Beteiligten zudem über die gute Zusammenarbeit zwischen dem DWD und den Landesbehörden. Die 17 Beobachtungsnetze überschneiden und ergänzen sich in ihren Wirkungskreisen auch mit denen der Nachbarstaaten.

Anlage funktioniert automatisch

Bis 2014 sollen alle deutschen Wetterradarstationen auf den neusten Stand der Technik gebracht sein und damit den modernsten Dienst dieser Art in Europa darstellen. Personal gibt es auf dem „Wetterturm“ bei Memmingen allerdings nicht – nur einen regelmäßigen Wartungsdienst.

Die Anlage funktioniere automatisch und wird von der Offenbacher Zentrale des DWD aus gesteuert. Dort werden die Daten aller Radarstationen ausgewertet. Keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe übrigens laut Prüfung der Bundesnetzagentur durch die Radarstrahlen der Anlage. Diese gebe es theoretisch nur an der Spitze des Turmes unmittelbar vor der Antenne. Doch da kommt der normale Bürger nicht hin.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Einzigartige-Wetterstation-soll-praezise-vor-Hochwasser-warnen-id27297222.html

Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Einzigartige-Wetterstation-soll-praezise-vor-Hochwasser-warnen-id27297222.html

Alles bestens in Leipzig in Sachen Hochwasserschutz? Die Leipziger Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach (Grüne) wollte das doch etwas genauer wissen. Es wurde ja gewaltig Alarm geschlagen im Juni, insbesondere am linken Deich des Elsterhochwasserflutbetts wurde panikartig verteidigt. Hinterher war dann von einer großen Sickerstelle die Rede. Was war da los? Hatte die Landestalsperrenverwaltung ihre Arbeit nicht getan?

Auch das hochgewachsene Gras auf den Deichen am Hochflutbett sorgte gleich nach dem Höhepunkt der Deichverteidigung für öffentlichen Ärger. Mit dem Zeigefinger wurde amtlicherseits auf die Leipziger Umweltverbände gezeigt, die seien wohl schuld daran, dass das Gras nicht gemäht war.

Nicht nur Gisela Kallenbach fühlte sich da wie in einem seltsamen Land. Beim Ökolöwen, der sich sehr wohl gemeint fühlte, schüttelte man nur verwundert den Kopf: „Für die Mahd auf den Deichen ist eindeutig die Talsperrenverwaltung zuständig. Selbst wenn da seltene Schmetterlinge flattern würden, hätten wir darauf keinen Einfluss.“

Und genau danach fragte Gisela Kallenbach den sächsischen Umweltminister. Der muss doch wissen, was auf seinen Deichanlagen vor sich geht. Wie war das also mit dem viel zu hoch stehenden Gras? – Umweltminister Frank Kupfer hat am 30. September geantwortet. Und siehe da. Der Deich war ordnungsgemäß gemäht worden, gehutet, wie es heißt. Denn gemäht werden die Deiche von Schafen. „Die erste Hutung erfolgte im April / Mai 2013“, gab Frank Kupfer nun Auskunft. „Der während des Hochwassers im Juni 2013 sichtbare und hier kritisierte Aufwuchs war der natürliche witterungsbedingte Zuwachs der Frühjahrsmonate.“

Kurz vor der Ankunft der Flut konnte nicht noch einmal eine Schnellmahd erfolgen. Begründung des Ministers: Weil die Deichverteidigungswege fehlten

Diese Frage stellten dann doch berechtigterweise die Umweltverbände: Warum fehlten die Deichverteidigungswege? Dafür ist doch nun einmal die Talsperrenverwaltung zuständig. Warum hat sie keine gebaut, obwohl niemand sie dran gehindert hat? – Mitten während der Deichverteidigung hat die Landestalsperrenverwaltung ja dann eine steinige Anlieferstrecke am linken Deich hingeschüttet. Und nach der Flut hat sie dasselbe kommentarlos am rechten Deich getan – und damit alle Radwege zum Cospudener See in einen Hindernisparcour verwandelt.

Und was war das mit der Sickerstelle am linken Deich, die für so viel Alarmstimmung sorgte? Drohte da gar der Deich zu brechen? – Nicht wirklich. Die Wahrheit ist: Die Sickerstelle ist schon lange bekannt. Auch wenn Umweltminister Frank Kupfer in seiner Auskunft nur bis zum Winterhochwasser 2011 zurückgeht, ein HQ 30, wie er es nennt. Also ein Hochwasser, wie es im Schnitt aller 30 Jahre auftritt. Man erinnert sich, dass auch dieses Januar-Hochwasser 2011 in Leipzig inszeniert wurde, als sei Holland in Not. Die Inszenierung hatte ihren Sinn, denn damit wurde im Nachgang ab Februar 2011 das radikale Abholzen von Bäumen auf und hinter den Deichen im Leipziger Auenwald begründet. Stichwort: „Tornadoerlass“. Noch heute sind zwei Prozesse gegen diese amtlichen Abholzungen vor Gericht anhängig.

Die Sickerstelle kennen die Fachleute seit Jahrzehnten, denn man hatte hier den Deich einfach über einem alten Nebenarm der Paußnitz aufgeschüttet. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im nördlichen Auenwald, wo das Wasser unter dem Deich in die nördliche Burgaue sickerte, weil man auch dort einen alten Wasserlauf einfach überbaut hatte. Das hat die LTV 2011 dann unterbunden, indem sie schwere Stahlschotten in den Deich getrieben hat. Gründlicher wurde noch nie ein Auwald vor dem für ihn so wichtigen Wasser geschützt.

Was jetzt am Elsterhochflutbett passiert, ist völlig offen. Denn im Juni 2013 sickerte natürlich wesentlich mehr Wasser aus der Sickerstelle – der Wasserdruck war ja auch wesentlich höher. Es war ja ganz offiziell ein Hochwasser der Kategorie HQ 150. Frank Kupfer: „Die Deiche am Elsterflutbett wurden dabei weitaus höher als im Januar 2011, teilweise über mehrere Tage im Freibordbereich, eingestaut. Damit wurden die Deiche im Juni 2013 bedeutend stärker als im Januar 2011 und über ihre Belastungsgrenzen hinaus in Anspruch genommen.“

Man sieht: Der Minister hat sich von den Experten aus der LTV zuarbeiten lassen. Und was heißt denn nun das mit dem Freibord? – Wikipedia: „Der Freibord bezeichnet in der Wasserwirtschaft den Abstand zwischen einem Wasserspiegel und einer höher liegenden Kante eines Bauwerkes, meistens die Oberkante eines Dammes oder Ufers.“

Heißt also: Das Wasser überstieg zwar die theoretisch gewollte Hochwassermaximalhöhe, blieb aber unterhalb der Deichkrone. Meldungsweise fehlten am Ende 30 Zentimeter.

Und die Sickerstelle? – Frank Kupfer: „Die nach dem Hochwasserereignis im Jahr 2013 vorgenommenen Schadenserfassungen weisen einen hohen Schädigungsgrad der Deichabschnitte am Elsterhochflutbett durch Suffusion (Lösung und Umlagerung feiner Bodenteilchen im Boden) sowie Erosion aus.“ Die LTV hätte nicht vorher reagieren müssen, denn die Sickerstellen wurden erst mit dem Juni-Hochwasser „kritisch“.

Die dritte Frage von Gisela Kallenbach beschäftigt sich mit dem geplanten Neubau des Nahleauslasswerks, das beim Juni-Hochwasser ja bekanntlich ebenfalls wieder geöffnet werden musste (mit entsprechenden Flutungsschäden bis zum Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg). Die Grünen-Abgeordnete wollte einfach wissen, warum es nicht möglich ist, den Fachbaum niedriger zu setzen. Dann könnte der Auwald dahinter ja auch bei kleineren Hochwassern schon geflutet werden.

Aber hier scheint es jetzt wieder um die Verwendung des richtigen Begriffs zu gehen. Frank Kupfer: „Der Fachbaum des Nahleauslasswerkes liegt, mit bloßen Auge erkennbar und vermessungstechnisch nachgewiesen, auf gleicher Höhe mit dem (mit) Auwald bewachsenen Hinterland. Eine Absenkung des Fachbaums könnte daher nicht zu einer häufigeren Überschwemmung des Polders führen.“

Mal noch zur Einschränkung erwähnt: Die Burgaue ist noch nicht als Polder umgebaut. Wäre sie das, wären die Bauwerke darin (Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, Domholzschänke) durch eigene Eindeichungen vor Überflutungen geschützt. Was da im Januar 2011 und im Juni 2013 mit der Burgaue angestellt wurde, war zwar eine Flutung, aber eine geregelte Nutzung als Polder war es nicht.

Und der Fachbaum? – Bei klassischen Wehren ist der Fachbaum das oberste Holz, das den Wasserstand dahinter bestimmt. Beim Nahleauslasswerk ist es aber der Betonsockel, oberhalb dessen sich die stählernen Tore befinden. Eine Variante der Überlegungen zum Leipziger Hochwasserschutzkonzept geht davon aus, dass das Nahlewerk prinzipiell überflüssig ist und die Stahltore einfach demontiert werden könnten. Und an der Stelle wird die Frage von Gisela Kallenbach erst interessant: Dann bestimmt nämlich wirklich der Fachbaum, wie oft der Auwald in der Burgaue geflutet wird.

Nämlich deutlich öfter. Immer dann nämlich, wenn der Wasserstand in der Nahle höher als der Fachbaum steht. Oder eben höher als die Höhe der Burgaue. Und das wäre dann auch bei kleineren Hochwassern der Fall. Dazu muss nicht der Fachbaum abgesenkt werden, sondern die Stahltore müssten abgebaut werden – und nicht erneuert, wie es die LTV jetzt mit Genehmigung des Leipziger Umweltamtes vor hat.

Das Geld, das man am Auslasswerk sparen würde (Es ist von 3 Millionen Euro die Rede.) könnte besser und vor allem nachhaltiger zum Schutz der Bauwerke im „Polder“ Burgaue eingesetzt werden. Dann würden nämlich auch jene Kosten entfallen, die jetzt bei jeder Flutung der Burgaue als Schaden entstehen. Siehe: Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, 470.000 Euro.

So ganz nebenbei hat der Minister also angedeutet, wie unsinnig das eigene Hochwasserschutzkonzept ist.

Quelle: l-iz.de

Besserer Schutz – Deich an der Donau wird saniert

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth wird einen etwa 1,7 Kilometer langen Deichabschnitt an der Donau sanieren. An dem drei Meter hohen Deich kam es beim Hochwasser Anfang Juni zu starken Sickerwasseraustritten am Deichfuß und einem starken Aufweichen des Bodens auf einer Länge von rund einhundert Meter (wir berichteten). Nur durch umgehende Sofortmaßnahmen durch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth konnte zum damaligen Zeitpunkt ein Deichbruch verhindert werden, schreibt die Behörde.

Die oberhalb und unterhalb liegenden Deichabschnitte in den Landkreisen Donauwörth und Dillingen sind bereits in den vergangenen Jahren verbessert worden. Nun soll mit der Sanierung dieses Teils zwischen der Bartlstockschwaige und der Grenze zum Landkreis Donau-Ries das letzte Deichstück an die aktuellen Sicherheitsanforderungen angepasst werden.

Dafür werden die Deichkrone sowie die landseitige Böschung verbreitert und der Deichfuß durch einen Auflastfilter verstärkt. Dieser dient im Hochwasserfall als Zufahrt zur Deichverteidigung. Die Maßnahme kostet rund eine halbe Million Euro, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit.

Aufgrund der Lage in einem naturschutzfachlich sensiblen Gebiet wurden die Arbeiten mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Durch die Verbreiterung des Deiches kann sich zukünftig auf einer größeren Fläche ein extensiver Magerrasen einstellen.

Der zu sanierende Deich besteht laut Wasserwirtschaftsamt bereits seit dem 19. Jahrhundert. Er bietet Schutz vor kleinen Hochwasserereignissen und steht zum Teil noch auf privaten Grundstücken. Für die anstehende Sanierung werden zusätzliche Flächen benötigt. Diese wurden bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Grunddienstbarkeiten gesichert. Im Rahmen des laufenden Flurbereinigungsverfahrens soll der Deich in öffentliches Eigentum übergehen, die Eigentümer werden Ersatzgrundstücke erhalten.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Besserer Schutz – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Besserer-Schutz-id27347942.html

Vor dem Hochwasser im Juni hielt man im Umweltministerium in Hannover Lüchow-Dannenberg in Sachen Hochwasserschutz für gut aufgestellt. Nach dem Hochwasser wurde deutlich, dass beim nächsten, dann womöglich noch höher ausfallenden Hochwasser die Mauer in Hitzacker doch nicht hoch genug sein könnte.

Vom Freibord war diesmal nicht mehr soviel übrig, deshalb sei es nötig, die Mauer aufzustocken, fordert der Jeetzel-Deichverband. Ganz zu schweigen von Lücken und Problemen, die sich angesichts der Wassermengen plötzlich an anderen Stellen im Elbdeich auftaten. Einige dieser Probleme an Elbe und Jeetzel wurden gestern Peter Horn vorgestellt, dem für Hochwasserschutz zuständigen Fachmann im Ministerium und seinem Abteilungskollegen Peter Wilhelm. Die vom Jeetzeldeichverband zu der Herbstschau eingeladene Staatssekretärin Almut Kollwitz hatte kurzfristig abgesagt. Bei der Herbstschau ging es in Lüchow, Hitzacker, Wussegel und Laase um Deichverteidigungswege, Minderhöhen von Deichen und der Flutschutzmauer, um Bäume auf und an Deichen in der Schutzzone 3, sowie um den Rückschnitt der Verbuschung.

Die Vertreter der Deichverbände und der Kommunen hörten bei der Abschluss-Besprechung in Dünsche mit Wohlwollen, dass das Land seine Mittel für den Hochwasserschutz verdoppeln will, denn damit wächst auch ihre Hoffnung, einen Teil dieses Geldes für ihre Problemfälle abzubekommen. Die beiden Ministeriums- vertreter betonten, dass bei der Bereisung »die Probleme, die auf der Hand liegen, anschaulich gemacht wurden» und dass man versuchen werde, »Hilfeleistung zu bieten». Peter Wilhelm schloss sich dem Pragmatismus von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an: Der habe gesagt, wo etwas gemacht werden müsse, werde man auch Wege finden, es machen zu können. Peter Horn war wichtig, die Anwesenden noch einmal an das Erreichte zu erinnern: Die neue Anlage in Hitzacker habe hervorragend funktioniert, und sei von Bundeskanzlerin Merkel – »Beispielhaft für ganz Deutschland» – geadelt worden. Das Ganze sei nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung bezahlt worden – was letztlich auch den Bundesrechnungshof überzeugt habe. Hochwasserschutz bestehe nicht nur aus dem Deich, sondern auch aus Deichverteidigungswegen. Da sei Niedersachsen »top aufgestellt». Weil die Wege mit schwerem Gerät befahren werden konnten, habe man auch gut reagieren können. Woanders, so Horn, standen die Trecker tief im Schlamm, durch den die Helfer die Sandsäcke schleppen mussten. Auch Horn sieht nach diesem höheren Hochwasser neuen und weiteren Handlungsbedarf. Eine hohe Priorität müsse, so Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die »prekäre Situation» in Wussegel haben. Sein Vorschlag: Im Flurbereinigungsverfahren Flächen – auch für Polder – ankaufen, die Planungen anschieben. Bisher liegt das Bemessungshochwasser bei 4000 Kubikmeter pro Sekunde, künftig werde man sich an 4545 Kubikmetern/Sekunde bei einem Pegelstand von 7,99 in Wittenberge orientieren. Was die Elbe-Minis-ter im Dezember entscheiden werden, sei offen. Mehr länderübergreifende Abstimmung und mehr Transparenz wünschen sich Ernst-August Schulz vom Landkreis, Axel Schmidt vom Jeetzel-Deichverband und Peter Hildebrandt vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: als Unterlieger wollen sie bessere Informationen über die ihnen drohenden Wassermengen. Bis heute sei unklar, wieviel Wasser durch die Havelpolder gegangen sei. Im hiesigen Katastrophenstab habe man »nicht gewusst, was passiert», merkte Ernst-August Schulz an. Wie dringend eine Optimierung der Zusammenarbeit sei, zeigte er an einem Beispiel. Wäre nicht der Deich bei Fischbeck, sondern der bei Sandau gebrochen, dann wäre das Wasser von hinten bis Gartow gelaufen. Einiges sei durchaus auf dem kleinen Dienstweg zu klären, solche Fragen aber besser auf Landesebene.

Mit dem von Gartow Samt- gemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) gewünschte Nikolausgeschenk könnte es womöglich etwas werden: Es geht um die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Vietze. Horn kündigte einen Vor-Ort-Termin an und verwies auf Restgelder aus der alten Förderperiode.

Quelle: ejz.de

Kreisverwaltung und Biosphärenreservatsverwaltung haben Vorgehen im Detail abgestimmt

Ab dem 21. Oktober wird der Verbuschung an der Elbe zu Leibe gerückt.

Die Firma Hof Steinberg, die im Jahr 2010 Gehölze im Bereich zwischen Neu Darchau und Hitzacker zurückgeschnitten hatte, wird diese Arbeiten nun von Hitzacker an elbaufwärts fortsetzen. Das hat Diplomingenieur Ernst-August Schulz, Leiter des Fachdienstes Tiefbau und der Wasserbehörde, gegenüber der EJZ mitgeteilt. Jene Arbeiten waren bereits für die Jahre 2011 und 2012 geplant worden, kamen aber wegen hoher Wasserstände der Elbe nicht zustande. »Diesmal sehen die Pegelprognosen positiver aus, sodass wohl richtig was geschafft werden kann», ist Schulz optimis- tisch.

Am 1. Oktober hatte eine gemeinsame Bereisung der Fachleute der Kreisverwaltung, der Verwaltung des Biosphären- reservats sowie der beauftragten Firma stattgefunden. Dabei wurde einvernehmlich festgelegt, in welchen Bereichen genau welche Gehölze zurückgeschnitten werden sollen. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Kreisverwaltung jene Gehölze kartiert, die als besonders schädlich für den Hochwasserabfluss der Elbe gelten. »Die Biosphärenreservatsverwaltung war bei der Bereisung sehr kooperativ», lobt Ernst-August Schulz. So sei auch abgesprochen worden, dass in manchen Bereichen abgestorbene Eichen sowie größere Stämme Totholz aus dem Uferbereich der Elbe entfernt werden. »Auch Bäume wie beispielsweise die amerikanische Esche, die hier gar nicht heimisch ist, werden im Zuge der Rückschnittarbeiten mit Genehmigung der Verwaltung des Biosphärenreservats gefällt und entfernt.»

Beim Großteil der Gehölze handelt es sich aber um Weiden, die vor Ort mit einem Bagger abgeschnitten und anschließend geschreddert werden. Das Schreddergut wird danach aus dem Elbvorland abtransportiert.

Am rechtsseitigen Elbufer im Amt Neuhaus laufen die Rückschnittarbeiten zwischen Wehningen und Privelack bereits seit Anfang September. Darauf hat der Landkreis Lüneburg in einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Bislang wurde dort jener Bewuchs, der bei Hochwasser für die Deiche eine Gefahr darstellt, auf einer Strecke von 15 Kilometern vereinbarungsgemäß gezielt entfernt.

Bei der jüngsten Bereisung mit Verantwortlichen des Landkreises Lüneburg waren auch Vertreter des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums (VSKE) bei Herrenhof (gegenüber Hitzacker) zu- gegen, um sich über den aktuellen Stand der Rückschnittmaßnahmen zu informieren. Dort hat die Firma Zeyn den Auftrag zum Gehölzrückschnitt erhalten.

»Dieses Jahr sind wir schneller als in den Vorjahren», bewertete Klaus-Jürgen Steinhoff, Dezernatsleiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, die Arbeiten. Nach dem Hochwasser im Juni hatte die Biosphärenreservatsverwaltung die Erlaubnis erteilt, dass in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden darf und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Allein in der Gemeinde Amt Neuhaus und der Stadt Bleckede soll auf der rechten Elbseite insgesamt eine Strecke von 45 Kilometern be-arbeitet werden.

Vor Beginn der Arbeiten hatten sich auch dort die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen und der Firma Zeyn auf eine Gehölzbeseitigung in einem naturverträglichen Rahmen geeinigt, erklärte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Nach wie vor dürfen besondere Lebensräume, die nach EU-Recht unter Schutz stehen, nicht bearbeitet werden. Dafür muss ein Ausnahmeantrag bei der EU gestellt werden. Bereiche mit Biberbauten sind dauerhaft tabu und müssen erhalten bleiben.

Nach den Hochwassern der vergangenen Jahre sind die Maßnahmen gegen die Verbuschung an den Deichen noch wichtiger geworden, sind sich die Experten einig. Denn in dem Gehölz kann sich bei Hochwasser Treibgut sammeln und so den Wasserabfluss erheblich behindern. Im Landkreis Lüneburg koordiniert der VSKE die Abstimmung zwischen den Flächeneigen- tümern und der Firma Zeyn. Der Baumschnitt soll anschließend energetisch verwendet werden. »Das Schulzentrum Bleckede wird zum Beispiel mit den Holzhackschnitzeln aus den Rückschnittsarbeiten beheizt», erklärt Steinhoff. »Das anfallende Schnittmaterial ist mittlerweile ein echtes Wirtschaftsgut geworden.»

Quelle: ejz.de

Hochwasser: Wo die Steinlach überläuft

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

OFTERDINGEN. Meist fließt die Steinlach ganz friedlich dahin. Doch bei starken Regenfällen verwandelt sie sich in einen reißenden Bach und droht, über die Ufer zu treten. An der Hochwasser-Gefahrenkarte ist jetzt abzulesen, wo das Risiko am höchsten ist – und Schutzmaßnahmen angebracht wären.

»An manchen Stellen sind’s nur 20 Zentimeter. Da kriegt man nasse Füße. Andere stehen einen Meter tief unter Wasser«, sagt Peter Mittag. Dort sind geflutete Keller und Gebäudeschäden zu erwarten. Der Sachgebietsleiter im Landratsamt hat am Dienstag den Gemeinderäten die Ergebnisse der Berechnungen für Steinlach und Wedenbach präsentiert.

Zwar sind’s nur wenige Bereiche, die laut statistischer Wahrscheinlichkeit einmal in hundert Jahren überspült werden, doch sie liegen mitten im Ort. Und das hat Konsequenzen. Landrats-Stellvertreter Hans-Erich Messner betont: »Dort dürfen keine neuen Bauvorhaben und keine Erweiterungen genehmigt werden.«

Theoretisch wären Ausnahmen denkbar. Doch Messner geht davon aus, dass fast kein Bauherr direkt auf demselben Gelände einen Ausgleich schaffen kann. Die Schutzvorschriften sind streng. Und: »Es gibt keine Bagatellgrenzen.« Die Gemeinde könne allerdings eventuell über Flächen im Ort verfügen, wenn sie außerhalb einen Ausgleich schaffe.

Auflagen für Betriebe

Jürgen Adam (FWV) vermutet, dass etliche Anwohner im Ortskern unangenehm überrascht sein dürften. »Da hat’s einige Baulücken.« Mancher habe gedacht, er könne irgendwann seine Scheune abreißen und ein Zwei-Familien-Haus hinstellen. Daraus wird in manchen Fällen nun nichts mehr werden.

Bürgermeister Joseph Reichert merkte an: Auch die Freifläche an der Insel, welche die Ofterdinger – vor seiner Zeit – als Standort für das Rathaus ausersehen hatten, ist nun tabu. Im Übrigen hat die Gemeinde bereits feststellen müssen, dass die Bestimmungen strenger geworden sind. Der Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet Rohr musste korrigiert werden, weil ein Zipfel, der gar nicht bebaut werden sollte, in die Hochwasser-Zone ragte (wir berichteten).

Zita Pflüger (SPD) schwant, dass auch die Versicherungen Konsequenzen ziehen und für gefährdete Gebiete die Prämien erhöhen werden. Ruth Blaum (SPD) lobte, es sei immerhin gut, »dass die Leute wissen, woran sie sind, und sich schützen können.« Harald Schwertle (FWV) vergewisserte sich, dass gefährdeten Betrieben entsprechende Auflagen erteilt werden. Udo Dietter (FWV) regte an: »Es ist dringend nötig, die Steinlach zu säubern«.

Nachbargemeinden kontaktieren

Der Bürgermeister betonte, man werde sich in einer Arbeitsgruppe mit den vorliegenden Daten befassen und dann Maßnahmen empfehlen. Mit den Fachleuten vom Amt will man rasch einen Termin für eine Gewässerschau vereinbaren – und zudem mit den anderen Steinlachgemeinden in Kontakt treten, um sich abzustimmen.

Quelle: gea.de

 

 

Krüner müssen keinen Cent bezahlen

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Krün – Das Juni-Hochwasser hat ganze Arbeit geleistet: Um den Kranzbach zu bändigen, werden ersten Schätzungen zufolge rund 850000 Euro fällig. Kosten, die Krün nicht treffen.

Hochwasserschutz ist wichtig – aber auch teuer. So musste Krün vor bald zehn Jahren 175 000 Euro für notwendige Sicherungsmaßnahmen am Kranzbach hinblättern. Bei einem Investitionsbudget von damals 726 000 Euro ein ordentlicher Batzen.

Nun muss erneut nachgebessert werden. Schätzungen zufolge schlägt die geplante Verbauung mit rund 850 000 Euro zu Buche. Doch diesmal treibt es dem Bürgermeister und den Krüner Gemeinderäten keine Sorgenfalten auf die Stirn. Warum auch? Das gesamte Projekt wird im Rahmen der Hochwasser-Hilfe komplett – und nicht wie ursprünglich vorgesehen mit 80 Prozent – von Bund und Land finanziert. Mit anderen Worten: Kein Cent muss diesmal aus dem Krüner Gemeindesäckel bezahlt werden. Kein Wunder, dass das Votum einstimmig ausfiel.

„Das Geld liegt bereit“, informierte Rathauschef Thomas Schwarzenberger (CSU). Und zwar bei der Regierung von Oberbayern. „Daher ist auch keine lange Vorfinanzierung nötig.“ Was im Falle Klais sehr wichtig ist. Denn dort ist rasches Handeln gefragt. So fraß sich während des Juni-Hochwassers der Kranzbach an einigen neuralgischen Stellen bis zu 40 Zentimeter in den Erdboden. Besonders prekär: Nahe einiger Klaiser Anwesen haben die Wassermassen die vorhandene Uferverbauung völlig unterspült. „Da liegt der Großteil der Flussbausteine in der Luft“, beschreibt Schwarzenberger die Situation. Nicht auszudenken, wenn der Hochwasserschutz dort vor einem Jahr nicht modifiziert worden wäre. Dann hätte die Flut erst recht leichtes Spiel gehabt und womöglich an einem angrenzenden Haus die Terrasse weggerissen. Doch allein diese komplizierte Sanierung – die Steine müssen erst raus, die Uferböschung gesichert und die Steine dann wieder eingebaut werden -, verschlingt wahrscheinlich 200 000 Euro. Die Maßnahme genießt oberste Priorität und soll noch heuer in Angriff genommen werden.

Sorgen bereitet aber auch die sogenannte Flutmulde – eine ungefähr zwei Kilometer lange Rinne zwischen Krün und Wallgau. Bei einer Flut befördert sie überschüssiges Kranzbachwasser ins Finzbett. Zwei Brücken, die für die Landwirte dort von Bedeutung sind, haben die Wassermassen im Juni den Rest gegeben. Sowohl der Übergang bei der Schutzmantel-Madonna als auch der bei Wallgau müssen abgerissen und neu gebaut werden.

Damit im Katastrophenfall noch mehr Wasser durch die Flutmulde laufen kann, soll bei den neuen Brücken der Mittelpfeiler entfernt werden. Daher muss die freitragende, fünf Meter breite und bis zu elf Meter lange Variante samt Geländer weitaus dicker ausfallen – statt 30 bis zu 70 Zentimeter. Eine Brücke könnte dann bis zu 240 000 Euro kosten. „Da müssen wir wirklich froh sein, dass es hier eine Förderung gibt“, betont Schwarzenberger.

Quelle: merkur-online.de

20 Vorhaben der Bestätigungskommission im Bauministerium gemeldet

Die Stadt Gera hat heute (8. Oktober 2013) ein erstes Paket mit kommunalen Wiederaufbaumaßnahmen nach der Hochwasserkatastrophe von Anfang Juni geschnürt. Dem Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wurden nach dem wöchentlichen Jour fixe unter Leitung von Baudezernent Ramon Miller rund 20 Vorhaben gemeldet. Darin enthalten sind alle vom Hochwasser betroffenen Schulen und weiterhin Sportstätten und Kultureinrichtungen. Der Anmeldung der Sportstätten liegt eine Prioritätenliste zugrunde, die das Präsidium des Stadtsportbundes erarbeitet hat. Über den Maßnahmenplan der Stadt Gera entscheidet die Programmbestätigungskommission des Ministeriums. Bis spätestens 30. Juni 2015 können Bewilligungsanträge zum Wiederaufbau durch die Kommunen gestellt werden. Einzelobjekte wie die Panndorfhalle und das Hofwiesenbad sind bereits beauftragt.

Durch Umsetzung von Personal wurden Verwaltungsbereiche, die mit den Wiederaufbau-Programmen befasst sind, verstärkt. Die Begleitung der städtischen Unternehmen erfolgt durch das Referat Wirtschaftsförderung. „Ich kann den Wunsch vieler Betroffener, beispielsweise der Sportvereine, verstehen, dass der Wiederaufbau schneller vorangehen müsste. Gegenwärtig prüfen wir, wie durch Dritte Maßnahmen vorfinanziert werden können, ohne dass sich das nachteilig für uns bei den Wiederaufbauhilfen des Landes auswirkt. Ebenso prüfen wir, wie über die Wiederaufbaurichtlinien Übergangslösungen, beispielsweise für Sportstätten, finanziert werden können. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Wiederaufbau nach dem Hochwasser bereits bedeutend weiter hätten sein können, wenn die Finanzlage unserer Stadt nicht so dramatisch angespannt wäre“, erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. Vor dem Haushalt- und Finanzausschuss verwies sie am Montagabend (7. 10. 2013) darauf, dass die Stadt Gera als erste Gebietskörperschaft nach dem Hochwasser die Soforthilfe für die Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt hatte. „Wir hatten buchstäblich über Nacht die Infrastruktur aufgebaut, um die Auszahlungen vornehmen zu können. Das war nur dank der engen Zusammenarbeit mit dem Freistaat möglich, der uns sehr schnell die zusätzlichen Gelder bereitgestellt hat“, erinnerte Frau Dr. Hahn.

Gegenwärtig sind im Zusammenhang mit der Soforthilfe noch sechs Mitarbeiter dezernatsübergreifend mit Abrechnungsaufgaben und der Klärung von Rechtsfragen beschäftigt. Insgesamt erhielten 2562 Familien bzw. Haushalte die Soforthilfe. 71 Anträge wurden abgelehnt, in zehn Fällen gab es Widersprüche. Es laufen acht Strafanträge wegen mutmaßlich widerrechtlich empfangener Soforthilfen, davon befinden sich drei in der Klärung. Insgesamt wurden über 1,865 Millionen Euro Soforthilfen an Privatpersonen ausgezahlt, das sind durchschnittlich 800 Euro je Haushalt. Insgesamt sind 21 Fälle bekannt, in denen Bürger zu Unrecht Soforthilfen empfangen haben – in der Summe handelt es sich um ca. 17.000 Euro.
Die Summe der Rückforderungen an 57 Antragsteller, weil beispielsweise die Versicherung gezahlt hat, beläuft sich auf 40.150 Euro, davon sind 3670 Euro noch offen.

Das Referat Wirtschaftsförderung reichte 956.000 Euro Soforthilfe des Freistaates an Kleinunternehmen durch. Hier lagen 478 Anträge vor. Bisher gibt es sechs Anträge auf Aufbauhilfe des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Unsere Wirtschaftsförderung betreute zusätzlich etwa 80 Immobilieneigentümer, die keinerlei Soforthilfe erhielten, aber dennoch immense Probleme hatten, bis zum Erscheinen der Aufbauhilfe im August.

Veröffentlichung: 09.10.2013

Quelle: gera.de

Aisch-Hochwasser soll bald schneller abfließen

Veröffentlicht: Oktober 9, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Die Gemeinde Adelsdorf lässt an der Laufer Mühle Wiesenflächen am Aischufer abtragen. Dadurch soll das Hochwasser der Aisch in Zukuknft schneller abfließen.

„Wir haben in unserer Gemeinde überlegt, wie wir der Laufer Mühle nach dem Hochwasser im Frühsommer am Besten helfen können“, erklärte Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), als er die Baumaßnahmen an der unteren Aisch in Augenschein nahm. Der Gemeinderat Adelsdorf kam dabei zu dem Ergebnis, durch den gemeindeeigenen Bauhof Wiesenflächen abtragen zu lassen, damit das Hochwasser an der Laufer Mühle künftig schneller abfließen kann und nicht noch einmal so große Schäden an der Therapieeinrichtung anrichtet wie vor einigen Monaten.

Durch die Überschwemmungen der vergangenen Jahre haben sich nämlich an den Uferflächen der Aisch große Sandbänke angehäuft, die den Abfluss des Wassers behindern und damit auch die Zufahrtsstraße zum Therapiezentrum unpassierbar machen, heißt es in einer Pressemitteilung der Laufer Mühle. „Gerade diese Zufahrtsstraße ist aber nicht nur für die Laufer Mühle, sondern auch für die Bürger aus dem Ortsteil Lauf und der Ortschaft Haid eine wichtige Verbindungsstrecke, die durch diese Maßnahmen bei zukünftigem Hochwasser wieder schneller befahrbar wird“, erläuterte Fischkal.

Michael Thiem, Gesamtleiter des Aischgründer Sozialzentrums, berichtete, dass dieser Straßenabschnitt bisher an 60 Tagen im Jahr nicht befahrbar ist. „Durch die Bauarbeiten erhöhen wir die zukünftige Befahrbar- und damit Erreichbarkeit enorm“, meinte Thiem. „Bisher mussten die Anwohner rund um die Laufer Mühle bei Hochwasser oftmals Umwege von zehn Kilometern über Förtschwind und Zentbechhofen in Kauf nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen“, ergänzte der Vorsitzende des Freundeskreises der Laufer Mühle, Reinhard Lugschi.

Quelle: infranken.de

 

Olching – Mit einem Bündel an Maßnahmen will die Stadt Olching künftige Hochwasser-Katastrophen an der Starzel vermeiden.

Jetzt hat die Stadtverwaltung einen Rechenschaftsbericht zu den bisherigen Schritten veröffentlicht. Demnach hat sich Bürgermeister Andreas Magg mit seinen Amtskollegen aus Eichenau und Alling darauf verständigt, am Starzelbach Pegelmessstellen zu installieren, um eine bestmögliche Frühwarnung zu erreichen. Zudem sollen weitere Retentionsräume ermittelt und geschaffen werden, also Flächen, die bei einem Hochwasser größere Mengen des Wassers aufnehmen können. Laut Stadtsprecherin Julia Henderichs werden die Kommunen dafür ein Planungsbüro beauftragen.

Wie berichtet, war es nach mehrtägigen Regenfällen Anfang Juni zu einem Hochwasser an der Starzel gekommen. In Eichenau, vor allem aber auch in Olching war es zu erheblichen Überschwemmungen gekommen. Das Wasser stand in zahlreichen Kellern. In Eichenau richtete das Hochwasser nicht so viel Schaden an, weil das vor einigen Jahren angeschaffte Hochwasserschutzsystem „Beaver“ zum Einsatz kam.

Wie Henderichs betont, werde nun auch in Olching erwogen, das Schlauchsystem für die Feuerwehr anzuschaffen. Die Sandsackbestände der Brandhelfer seien in der Zwischenzeit wieder aufgefüllt worden. Zudem verfügt die örtliche Feuerwehr nun über mehrere Hochleistungspumpen. Ferner überprüft die Stadtverwaltung laut Henderichs derzeit, ob die Betonbrücke, die rund 40 Meter südlich der Staatsstraße 2345 über die Starzel führt und den Wasserablauf beim letzten Hochwasser behindert hat, komplett entfernt werden kann.

Die Verwaltung geht auch auf die Kritik am Einsatz der Feuerwehr und am Zustand der Starzel ein, die nach dem Hochwasser laut wurde. So hatten Bürger eine mangelnde Bachpflege beklagt. Gemäß eines Gewässerentwicklungsplanes von 2005 werde der Bach regelmäßig einmal pro Jahr gesäubert, sagt Henderichs. Zudem habe die Stadt als eine der ersten Maßnahmen nach dem Hochwasser einen größeren Wurzelstock aus dem Bachlauf entfernt. Die von vielen Seiten geforderten Ausholzungsmaßnahmen könnten aufgrund der Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes erst ab Oktober durchgeführt werden.

Bezüglich des Vorwurfs von Bürgern, die Feuerwehr hätte das Oberflächenwasser nicht in die Kanalisation gepumpt, verweist Henderichs auf Informationen des Amperverbandes. Demnach drohte ein Rohrbruch, weil das Kanalsystem im Verbandsgebiet bereits massiv überlastet war. „Aus diesem Grund ist strikt untersagt, Oberflächenwasser in die Kanalisation zu pumpen“, so Henderichs.

Quelle: merkur-online.de

Derzeit ist der Wendische Berg in Zeitz für drei Tage komplett gesperrt. Denn im Eingang der Parzellenstraße, am oberen Wendischen Berg und in der Wendischen Straße werden zusätzliche Kanäle eingebaut, um ein weiteres Hochwasser bei Starkregen in der Innenstadt verhindern.

 

Die Einrichtung der Baustelle an der Einmündung Wendischer Berg in Zeitz hat begonnen. Zwei Schilder machen schon deutlich, was ab Mittwoch auf die Autofahrer zukommt: Eine weitere Baustelle mit Vollsperrung des Wendischen Berges für drei Tage. „In diesem Bereich, Eingang Parzellenstraße, oberer Wendischer Berg und Wendische Straße werden zusätzliche Kanäle eingebaut“, sagt Bernd Schirmer, Leiter des Eigenbetriebes Abwasser der Stadt Zeitz, „es wird Einschränkungen geben, aber wir wollen damit vor allem eines erreichen: Eine Situation wie im Sommer vor einem Jahr, als das Wasser in der Fußgängerzone stand, sicher ausschließen.“

Das wird vermutlich jeder in Zeitz begrüßen. Die neuerliche Änderung der Verkehrsführung in der aktuellen Situation verlangt dagegen schon etwas mehr Verständnis. Doch hinter dem, was für Autofahrer wie eine weitere Horrormeldung klingt, verbirgt sich eine nötige Baumaßnahme. Besser gesagt, die Beendigung der 2012 begonnenen Kanalbauarbeiten im Bereich oberer Wendischer Berg. „Baubeginn ist offiziell am 7. Oktober, da wird die Baustelle eingerichtet“, sagt Gerald Glück, Teamleiter technische Dienstleistung der Stadtwerke Zeitz GmbH, „Bauende soll etwa Mitte Dezember sein, wenn die Witterung mitspielt.“ Während der Realisierung werde es zu einzelnen Einschränkungen im Straßenverkehr kommen, fügt er an. Doch es sind auch verschiedene konkrete Bereiche betroffen.

In den ersten drei Tagen ab Mittwoch wird im oberen Teil des Wendischen Berges gearbeitet. Das ist nur unter Vollsperrung möglich. Weiterhin beginnen die Arbeiten im Bereich der Einmündung Weberstraße. Dort steht bereits eine Warnbake, weil die Straße an dieser Stelle nicht befahrbar ist. Bereits bei den Straßenbauarbeiten im letzten Jahr gab es Probleme mit dem Untergrund: Im Juli 2012 war oberhalb des Wendischen Berges ein Stück Straße abgesackt – ein paar Zentimeter, auf einer Fläche, etwas größer als ein Kanaldeckel und gegenüber einer Baustelle, wo Mischwasserkanäle verlegt wurden. Allerdings war das Loch zwei Meter tief. Hier wird, wie Schirmer erläutert, noch einmal Boden ausgetauscht, um den schwierigen Untergrund in den Griff zu bekommen. Dann wird eine neue Bitumenschicht Richtung Wendische Straße aufgebracht. Die Kanalarbeiten gehen weiter in Richtung Neumarktstraße und in der Wendischen Straße. Hier sind dann auch archäologische Untersuchungen nötig. Vollsperrungen soll es dann allerdings nur noch zeitweilig geben, die Zufahrten zu Neumarktstraße und Parzellenstraße sollen gegeben sein, ebenso die Erreichbarkeit aller Geschäfte im Baustellenbereich.

Die örtliche Umleitungsstrecke vom 9. bis 11. Oktober ist ausgeschildert, stadteinwärts ist der Wendische Berg ohnehin gesperrt. Stadtauswärts geht es aus der August-Bebel-Straße über die Schützenstraße, Tröglitzer Straße und Freiligrathstraße zum Fuß des Wendischen Bergs.

Quelle: mz-web.de

Besserer Schutz gegen die Fluten im südlichen Saalekreis

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Saalekreis

In den nächsten Jahren sollen mindestens 9,5 Millionen Euro in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen im südlichen Saalekreis fließen. Dazu gehören auch Hohenweiden und Merseburg. Für den geplanten Deichneubau zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf ist die Finanzierung mittlerweile gesichert.

Es ist eine wichtige Botschaft vor allem für die Menschen, die an Saale und Weißer Elster wohnen. Das Land Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren mindestens 9,5 Millionen Euro im südlichen Saalekreis in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen investieren. Fast 8,5 Millionen Euro stammen dabei aus der regulären Haushaltsplanung im Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW); weitere 1,125 Millionen Euro kommen aus verschiedenen Töpfen zur Beseitigung von Hochwasserschäden. „Es handelt sich bei den Projekten um keine Lippenbekenntnisse. Das Geld steht zur Verfügung“, sagte Frank Friedrich, Sachbereichsleiter im LHW, auf der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses des Kreises.

Die wichtigsten Projekte 

„Hochwasserfluten der Saale waren bislang eher Winterereignisse, wenn Schneeschmelze und Niederschläge aufeinandertreffen“, sagt Friedrich. Ansonsten habe der Fokus – gerade der Landespolitik – zumeist auf Elbe, Mulde und Schwarzer Elster gelegen. Das hat sich geändert. Für den geplanten vier Kilometer langen Deichneubau zwischen Rattmannsdorf und Benkendorf ist die Finanzierung mittlerweile gesichert. 4,577 Millionen Euro soll der Schutzwall kosten. Der LHW hat Einigung mit der Deutschen Bahn über die notwendigen Flächen erzielt – das Gelände hatte der Konzern für Ausgleichsmaßnahmen belegt, die durch die neue ICE-Strecke notwendig werden.

Noch in diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Baubeginn könnte 2015 sein. „So lange halten wir noch durch. Für uns ist es ein wichtiges Signal, dass nach der langen Zeit des Wartens nun endlich gebaut wird“, meint Bernhard Riesner, Chef der Wasserwacht in der Einheitsgemeinde Schkopau. Auch an der Weißen Elster will der LHW tätig werden. So sind Reparaturen am Hubschütz Döllnitz und am Süddeich vorgesehen – aber kein Neubau, um den kleinen Ort zu schützen. „Hier ist zukünftig vor allem der Katastrophenschutz gefordert“, erklärt Friedrich.

Es ist ein Pilotprojekt. Zum ersten Mal in Sachsen-Anhalt beteiligen sich Anwohner auf freiwilliger Basis finanziell am Hochwasserschutz – mit einem Euro pro Quadratmeter Grundstück. Der Plan sieht vor, den alten Winddeich am Mittelkanal (von der B 181 bis zur Werderstraße) zu ertüchtigen. Es folgt ein Mix aus neuem Deich, Mauer und mobilen Elementen. So sollen der Wohnbereich um die Werder- und Krautstraße sowie der Neumarkt gegen künftige Saalefluten gesichert werden. Die Unterlagen für das 1,172 Millionen Euro teure Vorhaben sind beim Landesverwaltungsamt zur Prüfung eingereicht; Baubeginn soll schon in 2014 sein. Der geschützte Bereich wird dann von einem Überschwemmungs- zum Risikogebiet. Baurecht für weitere Häuser soll es dennoch nicht geben.

Hier besteht akuter Handlungsbedarf. 2014 soll der alte Saaledeich auf einer Länge von 450 Metern in Höhe und Standsicherheit den Erfahrungen der jüngsten Flut angepasst werden (800 000 Euro). Weiteres Geld fließt beispielsweise in die Instandsetzung des Siels Vesta. Auch der Dammabschnitt von Goddula nach Vesta zeigt Schwächen. Auch dieser Deich soll angefasst werden. Was genau erforderlich ist, soll eine Planung (100 000 Euro) ergeben. Fest eingestellt sind bereits 540 000 Euro für die Rekonstruktion des Deichverteidigungswegs zwischen Ostrau und Wölkau. Der Talsperrenbetrieb des Landes will den Speicher umbauen. So soll die Wasserabgabe bei Hochwasser von derzeit 14,5 Kubikmeter pro Sekunde auf dann 2,5 Kubikmeter gedrosselt werden – was das Umland deutlich entlasten soll.

Quelle: mz-web.de

Mehr Raum für den Fluss Weida

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt

Das Baurecht für das Rückhaltebecken der Querne bei Querfurt liegt noch nicht vor. Dafür wird in Schraplau ab 2015 die Weida ausgebaut. Der Plan sieht einen Ausbau auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor.

Wenn auf der Querfurter Platte der Schnee schmilzt und das Wasser von den Hängen bei Gatterstädt und Lodersleben in die Querne stürzt, wird das Flüsschen zur Furie. Mit Urgewalt bahnt es sich dann seinen Weg vom Ziegelrodaer Forst über Querfurt, Obhausen (ab da heißt das Gewässer dann Weida), Esperstedt bis Schraplau. „Hochwasser kennen wir auch. Ich schlafe schlecht, wenn es im Winter taut“, sagt Querfurts Bürgermeister Peter Kunert (FDP) und spricht von Flutkatastrophen, als das Wasser 1,50 Meter hoch durch die Stadt schwappte. Zwei millionenschwere Bauprojekte sollen die Sicherheit entlang von Querne und Weida erhöhen: ein Hochwasserrückhaltebecken bei Querfurt und der Gewässerausbau in Schraplau.

Der Querne-Speicher – zwischen Lodersleben und Querfurt sanft in die Landschaft integriert – soll bei Hochwasser den maximalen Abfluss des Baches auf sieben Kubikmeter pro Sekunde drosseln. Dazu nutzt der Talsperrenbetrieb des Landes als Bauherr das natürliche Geländeprofil und baut außerdem einen 140 Meter langen, sieben Meter hohen und 60 Meter breiten, begrünten Damm. Das Rückhaltevolumen kann bis zu 385 000 Kubikmeter Wasser betragen. Ein Betonbauwerk an der Querne reguliert den Abfluss. Wann gebaut werden kann, ist unklar. Joachim Schimrosczyk, stellvertretender Geschäftsführer im Talsperrenbetrieb, will sich nicht festlegen. „Dafür benötigen wir das Baurecht, und das liegt noch nicht vor“, sagt er. Unter anderem müssten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens noch Einwände gegen das Projekt erörtert werden. Zudem wurde in der Baustellenzufahrt eine Kammmolchpopulation entdeckt. Die Lurche sind streng geschützt. „Ich denke aber nicht, dass der Molch zu einem K.o.-Kriterium wird“, erklärt Schimrosczyk und hält einen Baustart im nächsten oder übernächsten Jahr für realistisch. Die Kosten liegen im siebenstelligen Euro-Bereich. Ohne Hochwasser wird der Speicher als solcher nur kaum zu erkennen sein.

Die Finanzierung ist indes ebenso abgesichert wie bei dem großen Eingriff in Schraplau. 1,6 Millionen Euro will der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) ab 2015 verbauen lassen. Die dafür notwendigen Unterlagen sollen im November an die zuständige Fachabteilung im Landesverwaltungsamt eingereicht werden.

Der Plan sieht einen Ausbau der Weida auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor. Das Hauptaugenmerk konzentriert sich dabei auf eine Wehranlage am Bahnhof sowie die Ertüchtigung der alten Weida und des Umfluters. Sie sollen die Fluten aufnehmen, damit der Fluss nicht ausufert. Die Stadt selbst ist mit 80 000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Unter anderem müssen die städtischen Brücken in der Weida-Straße und am Kindergarten abgerissen und komplett erneuert werden.

„Die Brücken haben sich stets als Hindernis erwiesen. Bei Hochwasser stauen sie das Wasser auf“, erzählt Bürgermeister Frank Birke (CDU). Daher bestünde immer die Gefahr, dass die Brühe durch die Stadt laufe. „Meines Wissens nach war die Innenstadt das letzte Mal in den 1980er Jahren richtig schlimm überflutet“, sagt der Bürgermeister. Für die Stadt sei die Investition wichtig. Viele Einwohner hätten ihre Häuser saniert und neu gebaut. „Diese Werte müssen geschützt werden.“

Quelle: mz-web.de

Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich hat dem Magistrat der Stadt Bad Soden-Salmünster einen Förderbescheid über 28.530 Euro für eine Hochwasserschutzmaßnahme am Klingbach überreicht. Dies geschieht im Rahmen des Landesprogramms für Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz. „Die Hessische Landesregierung hat in den vergangenen zehn Jahren rund 230 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Einen großen Stellenwert nimmt dabei die Förderung kommunaler Hochwasserschutzmaßnahmen ein“, sagte Lucia Puttrich.

Der Klingbach ist ein 8,6 Kilometer langer Zufluss der Kinzig im Main-Kinzig-Kreis. Die Stadt Bad Soden-Salmünster beabsichtigt in der Ortslage von Salmünster die linksseitige Ufermauer zu sanieren. Gleichzeitig soll eine Erhöhung der Mauer den Hochwasserschutz verbessern. Auch die rechtsseitige Ufermauer soll um etwa 50 Zentimeter erhöht werden. Hierdurch wird eine bebaute Fläche von 9.600 Quadratmetern, auf der etwa 18 Gebäude stehen, vor einer Überschwemmung bei einem Hochwasserereignis geschützt, welches rund alle hundert Jahre auftreten kann.

Bei den baulichen Veränderungen der Ufermauern handelt es sich um eine vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahme. Die förderfähigen Gesamtaufwendungen dafür belaufen sich auf insgesamt 76.840 Euro. Die Landesregierung gewährt hierzu im Rahmen des Landesprogramms zur Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz eine Zuwendung in Höhe von insgesamt 28.530 Euro. Dies entspricht einer Förderquote von 37,1 Prozent. „Ein funktionierender Hochwasserschutz ist unerlässlich. Bad Soden-Salmünster schützt mit der Erhöhung der Ufermauern seine Bürger vor einem möglichen Hochwasser“, so die Ministerin abschließend

Quelle: osthessen-news.de

Elbe-Deichabschnitte saniert

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Brandenburg, Hochwasserschutz

Jedes große Hochwasser bedeutet eine Zitterpartie für die Stadt Mühlberg im Süden Brandenburgs. Doch der Deichbau macht dort Fortschritte. Jetzt wird noch eine Rückzugsfläche gebaut.

Mit sanierten Deichen wird die Stadt Mühlberg (Elbe-Elster) besser gegen Hochwasser geschützt. Umweltministerin Anita Tack (Linke) übergab am Mittwoch die ersten beiden fertigen Deichabschnitte in der Nähe des Ortsteils Köttlitz. Für 3,5 Millionen Euro wurden dort 450 Meter Deich saniert und auf 750 Metern Länge ein Damm auf einer neuen Trasse errichtet. Zugleich entsteht dort eine 180 Hektar große Überflutungsfläche. Weitere Deichabschnitte sollen bei Mühlberg in den nächsten fünf Jahren gebaut werden. Die Arbeiten kosten 22 Millionen Euro.

Mühlberg war im August 2002 und im Juni dieses Jahres nur knapp einer Flutkatastrophe entgangen. Die Kleinstadt musste beide Male evakuiert werden. Doch die durch Sandsäcke verstärkten Dämme hielten dem Druck der Wassermassen stand. Der tagelange Abwehrkampf Tausender Bewohner und ihrer Helfer begründete das „Wunder von Mühlberg“.

Quelle: nordkurier.de

Wie gut durchdacht ist der Hochwasserschutz für Döbeln?

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Im Erzgebirge werden zwei teure Regenrückhaltebecken geplant. Ob sie Döbeln vor der jüngsten Flut geschützt hätten, ist fraglich.

 

 

Wer in Döbeln noch immer sein Geschäft einräumt, sein Haus trocknet, sich mit der Versicherung herumärgert oder auf die Bearbeitung seines Fluthilfeantrages wartet, dürfte sich seit zwei Monaten auch immer wieder diese Frage stellen: Lohnt sich der Wiederaufbau überhaupt? Döbeln wurde Ende Mai und Anfang Juni zum zweiten Mal innerhalb von elf Jahren von einem Jahrhunderthochwasser überschwemmt. Wenn sich derartige Fluten häufen, wird das Leben an der Mulde teuer. Und so ist das verdrängte Thema Hochwasserschutz mit seinen endlosen Diskussionen, Planungsrunden und Genehmigungsverfahren auf einmal wieder wichtig.

 

„Wir brauchen nicht das Auto, das draußen rumfährt und verkündet, dass das Wasser kommt. Wir brauchen Überflutungsgebiete“, sagte vor einigen Wochen Uhrmacher Michael Pietsch vom Niedermarkt. Auch Rückhaltebecken forderte er und traf damit, glaubt man den Planern der Landestalsperrenverwaltung (LTV), ins Schwarze. Mit der Flutmauer, die derzeit rund um die Muldeinsel und entlang der gegenüberliegenden Ufer errichtet wird, ist die Stiefelstadt nur gegen ein statistisch aller 50 Jahre auftretendes Hochwasser geschützt. Dies bedeutet, dass der Muldepegel in Mahlitzsch dann bei 389 Zentimetern liegt: rund 30 Zentimeter über Alarmstufe 4. Einen Schutz vor einem statistisch aller 100 Jahre auftretenden Hochwasser (HQ100) sollen zwei etwa gleich große Rückhaltebecken bei Mulda und Oberbobritzsch bieten, die irgendwann an Nebenflüssen der Freiberger Mulde im Erzgebirge eingerichtet sein sollen. Die Flut im Mai und Juni war in Döbeln etwa ein HQ100. Das Hochwasser 2002 wird als HQ200-300 eingestuft.

 

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, welches für das Becken bei Oberbobritzsch im ersten Quartal 2014 abgeschlossenen sein soll, sagt Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion. Für das Becken bei Mulda kann er keinen Termin nennen, weil die Talsperrenverwaltung gerade wieder die Pläne überarbeitet. Ist der Feststellungsbeschluss einmal da, haben etwa Eigentümer in Anspruch genommener Flächen die Möglichkeit, gegen den Beschluss zu klagen. Und wird dann endlich losgelegt, vergehen bis zur Fertigstellung 4,5 bis 5 Jahre, schätzen Ingenieure. Immerhin muss für das Becken in Mulda extra ein über vier Kilometer langer Überleitungsstollen durch Erzgebirgshügel getrieben werden, damit Wasser der Mulde im Hochwasserfall im Rückhaltebecken am Chemnitzbach „zwischengeparkt“ werden kann.

 

Ein Gegner des Hochwasserschutzvorhabens ist der Naturschutzverband Sachsen. Außer dass er aus nahe liegenden Gründen etwas dagegen hat, dass die Hochwasserrückhaltebecken Flächen beeinträchtigen, die nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie geschützt sind, argumentiert der von Tobias Mehnert geleitete Verband auch, die Hochwasserrückhaltebecken schützten die flussabwärts gelegenen Städte Nossen, Roßwein und Döbeln nicht. Im Einzugsgebiet der Freiberger Mulde gebe es drei typische, Hochwasser verursachende Wetterlagen: Entweder geht nur im Erzgebirge Starkregen nieder, es schüttet im Erzgebirgsvorland bis hinein in die Region Döbeln oder es regnet überall entlang der Freiberger Mulde heftig und über längere Zeit. Ein HQ100 im Bereich der Rückhaltebecken, das nicht durch Starkregen im Unterlauf der Mulde verstärkt wird, so der Naturschutzverband, fließe bereits an Nossen ohne Überschwemmungen vorbei und man braucht keine Rückhaltebecken, um die Städte im flacheren Land zu schützen. In den beiden anderen Fällen falle im flachen Land so viel Wasser vom Himmel, dass zwei Riesenwasserspeicher weiter oben an der Mulde Döbeln nicht wirklich schützen.

 

Die Landestalsperrenverwaltung hingegen hält die Rückhaltebecken in jedem Fall für sinnvoll. Man habe bei der Planung halt bestimmte Wahrscheinlichkeiten für Niederschlagsereignisse errechnet. Kosten und Nutzen stünden bei den geplanten beiden Rückhaltebecken – zusammen immerhin geschätzte rund 100 Millionen Euro teuer – in einem vernünftigen Verhältnis. Außerdem wirkten die Rückhaltebecken auch bei einem zwei- oder dreihundertjährigen Hochwasser noch dämpfend und minderten Hochwasserschäden flussabwärts ab, erklärt LTV-Sprecherin Katrin Schöne.

 

Wie erwähnt, Hochwasserschutzplanungen sind so lange langweilig, bis das eigene Geschäft unter Wasser steht. Wie gut die Rückhaltebecken vor Hochwasser schützen, kann vielleicht erst die Praxis beweisen. Das jüngste Hochwasser zeigt jedoch, dass die Gefahr durch Regen, der in der Nähe fällt, nicht zu unterschätzen ist: Wie 2002 fielen sowohl im Erzgebirge als auch am Unterlauf der Freiberger Mulde mehr oder weniger zeitgleich Starkregen. Hobbymetereologe Heinz Frust aus Mockritz hat vom 25. Mai bis zum 4. Juni 167 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gemessen – fast sechsmal soviel, wie in diesem Zeitraum üblich ist.

 

Vor allem für die erste „Welle“ des Hochwassers am 31. Mai gibt es Indizien, die für einen großen Beitrag des lokal gefallenen Regens zur Entstehung der Flut sprechen. So war der Hochwasserscheitel, also der höchste Pegelstand der Mulde, fast zeitgleich in Berthelsdorf und 42 Kilometer weiter flussabwärts in Nossen. Eine naheliegende Erklärung dafür ist, dass im Erzgebirgsvorland eine Menge Wasser in die Mulde floss, wie Hydrologe Uwe Büttner vom Landeshochwasserzentrum bestätigt. Dieses Wasser hätten Rückhaltebecken nicht aufgehalten. Die Feuerwehr Döbeln registrierte am 31. Mai vier Einsätze an Überschwemmungen und Ausuferungen von innerstädtischen Bächen, den Gewässern zweiter Ordnung: Nachts um 2 Uhr wurden die Kameraden zum Pommlitzer Bach/Amselgrund gerufen, um 16 Uhr gab es Alarm am Bielbach und im weiteren Verlauf des Abends noch zwei Einsätze am Pommlitzer Bach. Der Döbelner Anzeiger vermerkte am Nachmittag dieses Tages auf seiner Facebook-Seite, der Bielbach habe die B175 zwischen der Autobahnabfahrt Döbeln-Ost und Döbeln überflutet. Bei der zweiten, höheren „Welle“ am 2. und 3. Juni vermerkt das Einsatzprotokoll der Feuerwehr keine Überflutungen an innerstädtischen Bächen. Die Niederschläge vor Ort waren jedoch ebenfalls beträchtlich.

Quelle: sz-online.de

Lohmar will Kreuzung höherlegen

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Das Hochwasser vom Juni hatte in Lohmar erhebliche Schäden an Wohnhäusern angerichtet. Wie das künftig verhindert werden kann, darum geht es am Montag im Bauausschuss. Ein Vorschlag lautet, am Jabach eine Straße höher zu legen

Am kommenden Montag entscheidet sich, wie sich die Stadt Lohmar künftig gegen Hochwasser schützen wird. In den vergangenen Monaten haben Fachingenieure untersucht, mit welchem Aufwand die Wassermassen von den Siedlungen ferngehalten werden können. Die Stadtverwaltung hat auf diesen Ergebnissen beruhend eine Vorlage für die Sondersitzung des Bauausschusses vorbereitet, zu der auch Bürger kommen können.

Die Vorgaben der Landesregierung, ihre Bürger vor einem so genannten hundertjährlichen Hochwasser zu schützen, erfüllt die Stadt weitestgehend. Ausnahmen sind das Rückhaltebecken am Auelsbach und der Ellhauser Bach.

Der Rat hat im Juni beschlossen, das Rückhaltebecken des Bachs zu vergrößern. Die Verwaltung hat zwei Alternativen ausgearbeitet: Entweder wird die Außenmauer des offenen Beckens um 1,50 Meter oder um 1,75 Meter erhöht. In der ersten Variante würde damit ein hundertjährliches Hochwasser, in der zweiten sogar ein zweihundertfünfzigjährliches Niederschlagsereignis abgedeckt. Die Kosten für diese Maßnahmen liegen bei 280 000 Euro beziehungsweise 300 000 Euro.

Die Stadt will schon seit 2008 den Hochwasserschutz verbessern. Das sei bisher aber daran gescheitert, dass einige Anwohner kein Land abgeben wollen. Doch ein neues EU-Gesetz ermögliche es der Stadt nun, die Grundstücke auch gegen den Willen der betroffenen Anwohner für den Hochwasserschutz zu nutzen, heißt es aus dem Rathaus. Geplant ist, den teilweise durch Rohre laufenden Bach komplett frei zu legen. Damit würde der Schutz vor einem zweihundertfünfzigjährlichen Hochwasser steigen. Die geschätzten Kosten dafür liegen bei 1,7 Millionen Euro.

Das Gewässer genügt zwar dem Schutz vor einem hundertjährlichen Hochwasser, wie es das Land fordert und finanziell auch entsprechend fördert. Doch die Regenfälle am 20. Juni dieses Jahres haben gezeigt, dass das nicht reicht. Die Stadt will daher auf eigene Kosten den Schutz erhöhen. Der Bau eines Umleitungskanals in der Art eines Bypasses scheidet wegen der Kosten von 4,5 Millionen Euro aber aus.

Statt dessen ist nun geplant, das Straßenniveau um bis zu 80 Zentimeter anzuheben. Im Juni konnten die Rohre das Wasser nicht fassen. Es floss entlang des Lärmschutzwalls über die die Einmündung zur Jabachbrücke in die Siedlung. Das soll nun in Zukunft verhindert werden. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass das Gartencenter am Ende der Hauptstraße erheblich mehr Wasser abbekommen wird. Hierfür muss ein Plan zur „Schadensminimierung“, wie es die Stadtverwaltung formuliert, entworfen werden. Die Kosten für die Höherlegung der Kreuzung lieben bei etwa 175 000 Euro.

Sondersitzung am 7. Oktober

Die öffentliche Sondersitzung zum Hochwasserschutz in Lohmar findet am Montag, 7. Oktober, 18 Uhr, im Sitzungssaal im Rathaus statt.

Am 20. Juni dieses Jahres gingen in Lohmar innerhalb von 40 Minuten rund 63 Liter Regenwasser pro Quadratmeter nieder. Das entspricht statistisch gesehen einem Hochwasser, wie es alle 500 Jahre einmal vorkommt. Dazu eine Zahl im Vergleich: Bei einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasser geht man von 55 Litern Regenwasser pro Quadratmeter in einer Stunde aus.

Geld für den verbesserten Hochwasserschutz will die Stadtverwaltung im Haushalt für das Jahr 2015 einstellen. Der Etat für 2014 steht bereits, es gibt einen Doppelhaushalt für dieses und das kommende Jahr.

Auch den Schutz an diesem Gewässer bei Weegen will die Stadt verbessern. Dafür sind 900 000 Euro vorgesehen. Damit soll verhindert werden, dass am Regenrückhaltebecken Wasser austritt und in Grundstücke am Hollenberg gelangt.

Dort, wo im vergangenen Jahr das Hochwasserrückhaltebecken fertiggestellt worden ist, soll hingegen nichts verändert werden. Allerdings wird der Landesbetrieb Straßenbau NRW dazu aufgefordert, die zu kleinen Kanäle unter der Bundesstraße 484 zu vergrößern.

Quelle: ksta.de

Ende der Spenden-Diskussion

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Die Oberfinanzdirektion segnet Bitterfeld-Wolfens Entscheidung ab, Spendengelder für den Betrieb der Brunnen. Mit den Baumaßnahmen sollte der Grundwasserspiegel gesenkt werden, um Hochwassergeschädigten zu helfen.

 Ende der Diskussion: Für zusätzliche Brunnen während der Flut darf die Stadt Bitterfeld-Wolfen Spenden einsetzen. Das hat die Oberfinanzdirektion Magdeburg entschieden. Damit dürfte die Kritik der vergangenen Wochen abebben. Dabei ging es im Kern um 12.500 Euro für die Betriebskosten der Brunnen, die das Grundwasser in Teilen Bitterfelds abgesenkt hatten.

„Das ist die schnellste Soforthilfe gewesen“

„Das ist doch die schnellste Soforthilfe gewesen, die wir als Stadt für die vom Hochwasser betroffenen Einwohner überhaupt leisten konnten“, betont Lutz Jerofke, Leiter des Büros der Oberbürgermeisterin. „Innerhalb kürzester Zeit wurde bei 200 Grundstücken der Grundwasserspiegel gesenkt, zum Schluss waren nur noch 14 Häuser betroffen.“ Doch die Stadtverwaltung war sich offenbar nicht sicher, ob dafür tatsächlich Spenden eingesetzt werden können und wandte sich selbst an die Oberfinanzdirektion. Man wollte nach den „Irritationen“, wie Jerofke die Lage nach der MZ-Berichterstattung nennt, Klarheit in die Sache zu bringen. Schließlich gab es auch im Stadtrat Zweifel, inwiefern die Verwendung der Flutspenden für Betriebskosten dem Spendenzweck entspricht.

Doch auf den Quittungen sei vermerkt gewesen, „dass es um Hilfeleistung für Hochwassergeschädigte geht“, so Jerofke. „Das war beim Betrieb der Brunnen der Fall und so hat es auch die Oberfinanzdirektion gesehen: Der Einsatz der Spenden entspricht ihrem Zweck. Alles ist also rechtens.“ Die Kritik insgesamt kann Jerofke nicht nachvollziehen. Bürger haben sich wohl auch in der Verwaltung beschwert und wollten ihre Spenden zurück, berichtete er kürzlich in einer Ortschaftsratssitzung.

So viele Spenden sind ein Glücksfall

Die elf zusätzlichen Brunnen waren der Schwerpunkt des Konzepts, um während der Flut der hohen Grundwasserstände vor allem in Bitterfeld-Süd Herr zu werden. Gebaut wurden sie nach dem Hochwasser 2002, um solche Extremereignisse zu beherrschen. Bleibt die Frage: Gab es keine Regelung, wie die Kosten finanziert werden? Auf MZ-Nachfrage sagt Stefan Hermann, Geschäftsbereichsleiter Bauwesen/Stadtentwicklung: „Bisher mussten wir die Brunnen zum Glück nicht nutzen. Während des Katastrophenzustandes wurden die Kosten vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld getragen. Aber wir mussten sie auch danach noch in Betrieb lassen, weil noch Grundstücke betroffen waren.“ Und tatsächlich, räumt Hermann ein, gibt es bisher keine Festlegung, wie in einem solchen Fall die Finanzierung gesichert wird. „Unabhängig von eingehenden Spenden wurde entschieden, dass die Stadt vorfinanziert.“ Dass so viele Spenden überwiesen wurden, sei ein Glücksfall – auf den man bei einer erneuten Hochwasser-Katastrophe aber nicht setzen könne. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, damit künftig ein Budget vorhanden ist und klar festlegen, wie die Kosten bezahlt werden.“

Wie nun die über 116.000 Euro Spenden verteilt werden könnten, dazu hat die Stadtverwaltung Bitterfeld-Wolfen nun einen Vorschlag erarbeitet (siehe „Verteilung“). Entscheiden muss letztlich der Stadtrat während seiner Sitzung am 23. Oktober. Der größte Batzen soll laut Vorschlag an die Kleingärtner im Stadtgebiet gehen. Über 500 betroffene Gärten wurden gemeldet, jeder soll 100 Euro bekommen. Berücksichtigt werden auch weitere Vereine sowie unter anderem Feuerwehr/Wasserwehr und Privatpersonen.

Quelle: mz-web.de

Aufarbeitung der Katastrophe

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserschutz

Der Hochwasser-Ausschuss von Dessau-Roßlau blickt auf die Juni-Flut zurück und diskutiert Schlussfolgerungen. Der Kleutsch-Sollnitzer Deich soll nun eher erhöht werden als bislang geplant.

 

Dessau-Roßlaus Hochwasserausschuss macht sich für eine Änderung der Prioritätenlisten für den Deichbau in und um Dessau stark: Der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz soll deutlich schneller erhöht werden als bislang geplant. Schon 1999 gebaut, fehlt dort auf 4,5 Kilometer ein halber Meter zu den Höhen, die das Bemessungshochwasser 2002 setzt. Elf Jahre später mussten Kleutsch und Sollnitz im Juni evakuiert werden, als Mulde-Pegel von über sieben Meter vorhergesagt wurden.

In der Prioritätenliste, die die Stadt gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz erarbeitet, hat der Kleutsch-Sollnitzer Deich bislang nur die Priorität 3 – und damit zwölf Hochwasserschutzprojekte vor sich. Für Gerd Möbius, Mitglied im Hochwasserausschuss, ein Unding. „Das ist eine Sollbruchstelle – und gehört mindestens auf das Niveau des Deiches Möster Höhen.“ Der ist Priorität 1. Eine Ewigkeit. Das Planfeststellungsverfahren dauert dort schon über zehn Jahre.

Dreieinhalb Monate nach der zweiten Jahrhundertflut innerhalb von elf Monaten haben Dessau-Roßlaus Katastrophenschützer im Hochwasserausschuss die große Bilanz vorgelegt. Gebildet nach dem Hochwasser 2002, ist dieser Ausschuss eine Dessau-Roßlauer Besonderheit, die nach 2007 schon in Frage stand, an deren Notwendigkeit spätestens seit Juni aber keiner mehr zweifelt.

Die Bilanz beschränkte sich nicht nur auf ein 1 200 Seiten starkes Einsatztagebuch mit über 3 000 Meldungen, die einen Eindruck geben, was in den zwei teilweise dramatischen Wochen im Juni alles im Katastrophenstab zu klären und zu entscheiden war.

Im Ausschuss wurde grundsätzlich Lob verteilt für die Arbeit des Katastrophenstabes, was Kritikpunkte nicht ausschloss. War die Evakuierung von Kleutsch und Sollnitz notwendig? „Es war eine schwierige Entscheidung. Doch die Prognosen der Pegel hatten uns keine Wahl gelassen“, verteidigte Oberbürgermeister Klemens Koschig die damalige Entscheidung. War die Informationspolitik des Katastrophenstabes ausreichend? „Nein“, fand Waldersees Ortsbürgermeister Lothar Ehm. „Vor allem am Anfang war das eine Katastrophe.“ Warum wurden in einigen Einsatzabschnitten Technische Einsatzleitungen zur Deich-Verteidigung gebildet, in anderen aber nicht? „Wir haben das vom Gefährdungspotenzial abhängig gemacht“, erklärte Martin Müller vom Katastrophenschutzstab, gab aber zu, „dass es da prinzipiellen Klärungsbedarf gibt“.

Aus den Reihen des Ausschusses gab es viele Hinweise. Zum Verbandsdeich in Mildensee, der eine gefährliche Lücke hat. Zum Ringdeich in Törten. Zum Zustand der Taube. Vor allem aber zum unzureichenden Pflegezustand der Deiche, den Ehm seit Jahren immer wieder anprangert. Im Juni wurde Waldersees Ortsbürgermeisters in seiner Skepsis bestätigt. Meterhoch habe das Grün an den Deichen gestanden. „Wir verbauen Millionen in Deiche und sparen Zehntausende beim Unterhalt“, sagte Jürgen König, Ortsbürgermeister von Großkühnau, und kritisierte zugleich, dass zu oft noch Bäume in den Deichen stehen. Im Bereich des Weinbergschlösschens sei das ein riesiges Problem. „Kommen die Bäume dort nicht weg“, sagte König, „werden wir das nicht mehr verteidigen.“

Ein Großteil der Kritiken war im Amt bekannt – und längst eingearbeitet in ein Papier, das in die Kategorien „Schlussfolgerungen“ und „Prioritäten“ geteilt war und im Ausschuss präsentiert wurde. Es enthielt große wie kleine Dinge. Die Katastrophenschützer wollen Aufgaben und personelle Besetzung der Technischen Einsatzleitungen neu definieren. „Die personellen Zuordnungen sind nicht mehr haltbar“, gab Müller zu. Dessau-Roßlau will die Anschaffung von Großpumpen prüfen. Im Juni halfen vor allem die Experten aus der Partnerstadt Ludwigshafen mit schwerer Technik aus. Mittelfristig wird der Neubau einer Lagerhalle auf dem Feuerwehr-Gelände in der Köckert-Straße angestrebt. Der Grund: Immer mehr Teile des mobilen Hochwasserschutzes sind fachgerecht vorzuhalten.

Die Arbeitsrichtlinien für die Wasserwehren sollen überarbeitet werden. „Die haben sich ausgezahlt“, lobte Großkühnaus Ortsbürgermeister Jürgen König das Engagement vieler Dessau-Roßlauer. Trotzdem gibt es Regelungsbedarf. An der Kommunikation wird gearbeitet. Die Katastrophenstäbe der Region werden direkt miteinander verbunden. Die für Dessau-Roßlau kritischen Stellen – „Mutter Sturm“ zwischen Kühnau und Aken sowie der Deich am Schöpfwerk Kapen – befinden sich alle an den Grenzen von kreisfreier Stadt und den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg. Im Juni hatte es da immer wieder Abstimmungsprobleme gegeben. Für die Ortsbürgermeister werden extra E-Mail-Verteiler geschaffen. Ein eigener, offizieller Facebook-Account wird angestrebt. „Wir sind im Juni zu oft den Meldungen hinterher gelaufen“, erinnerte Oberbürgermeister Koschig.

Nachgedacht wird aber auch über ganz einfache Dinge: Handys für die Wasserwehren. Hinweisschilder an den Deichen, die auf die aktuelle Hochwasserwarnstufe hinweisen und Schwarze Bretter für Pressemitteilungen. Auch wenn das Internet in der Krise ein wichtiges Kommunikationsmittel war. „Wir müssen auch an die älteren Menschen denken“, sagte König, der im Juni Zettel mit aktuellen Hochwasser-Meldungen an einige Deichscharten anbringen ließ.

Die Schlussfolgerungen fanden Zustimmung. Bei einigen Vorschlägen wird es darauf ankommen, die Finanzierung zu sichern. Bis auf den Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz war auch die vorgestellte Prioritätenliste Deichbau unstrittig. Sechs Projekte stehen dort in der Priorität 1. Mit dem Flutungs-polder Rösa ist ein Vorhaben dabei, das weit weg von Dessau-Roßlau scheint. Doch der Mulde-Polder bei Rösa könnte die Dessauer Mulde-Pegel entscheidend absenken. Außerdem Priorität 1 haben der Deich Möster Höhen, die Wasserstadt, deren Deichtor im Juni erheblichen Schaden genommen hat, die Jonitzer Mühle, das Gebiet um die Hubitzkellerschleuse bei Großkühnau und „Mutter Sturm“, das Hochufer zwischen Kühnau und Aken, das im Juni überspült wurde. Die Elbe floss nach Aken – und gefährdete sogar Mosigkau.

In der Priorität 2 stehen die Hochwasserschutzwand in der Südstraße in Roßlau, die nach Fertigstellung des Schöpfwerkes begonnen werden soll, der Deich am Schöpfwerk Kapen an der A 9, der Scholitzer See in Mildensee und ein Lückenschluss in der Kreuzbergstraße. Es folgen in der Priorität 3 die Senken in der Ludwigshafener Straße, der Reichardtswall – und der Deich zwischen Kleutsch und Sollnitz. Noch. Gespräche mit dem Landesamt für Hochwasserschutz sollen daran noch etwas ändern.

Quelle: mz-web.de

Mit App besser gegen Hochwasser gerüstet

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Gießen (ck). Wenn man an Hochwasser mit schlimmen Folgen in jüngerer Vergangenheit denkt, dann fallen einem vor allem Gegenden in Bayern oder Ostdeutschland ein. Doch auch in Mittelhessen hat man Erfahrungen« mit Überflutungen; beispielsweise nach Starkregen im Raum Haiger und Dillenburg sowie an Lahn und Ohm.

Hochwasser lassen sich zwar nicht vermeiden, man kann sich aber besser vor den Auswirkungen schützen. Dieses Ziel verfolgt eine neue App, die am Mittwoch im Regierungspräsidium (RP) Gießen »scharf« geschaltet wurde.

Gemeinsam den roten Knopf zur Inbetriebnahme drückten Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Prof. Martin Przewloka, der Erfinder der Neuerung. Der Lehrbeauftragte und Dozent an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sei Ende vergangenen Jahres an das RP herangetreten mit der Idee, gemeinsam Projekte zu entwerfen, um den öffentlichen Sektor näher an die Bürger heranzubringen, so Witteck.

Im Detail »ging es um die gemeinsame Entwicklung von Applikationen, die dem Bürger etwas bringen«, ergänzte Przewloka. Nachdem die Rahmenbedingungen und die für einen Einsatz zu berücksichtigenden Technologien festgelegt worden seien, hätten sich die Vertreter von RP, THM und den mittelhessischen Landkreisen im Rahmen von Workshops daran gemacht, konkrete Themen zu besprechen. Schnell sei das Gespräch auf Hochwasser gekommen, da für diesen Bereich bestimmte Voraussetzungen – beispielsweise Sensorik und Web-Auftritt – schon vorhanden waren. »Lediglich das letzte Stück bis zum Bürger fehlte noch«, so Przewloka. Das sollte in Form einer mobilen Applikation geschlossen werden.

Mit der neuen, kostenlosen Handy-App des RP, die über den Google Play Store ab sofort und über den App Store in den kommenden Tagen erhältlich ist, ist es möglich, sich über Hochwassermeldungen informieren zu lassen. Sobald an einem pegelüberwachten Gewässer die Meldestufe I erreicht ist, erfolgt automatisch der Versand einer Warnmeldung.

Wie Walter Debus vom Hochwasserlagezentrum Lahn beim RP erläuterte, sind im mittelhessischen Raum neben den größeren Flüssen Lahn, Dill und Ohm elf kleinere Gewässer wie beispielsweise Salzböde oder Lumda mit Pegeln versehen. Derzeit werde mit der Stadt Gießen über eine weitere Messeinrichtung an der Wieseck verhandelt.

Wie Tobias Schwalm, der im Rahmen seiner Diplomarbeit an der THM mit der Ausarbeitung und Umsetzung der App beauftragt war, berichtete, ist es möglich, über eine Auswahlmaske die relevanten Gewässer auszuwählen oder die automatischen Standortdienste zu nutzen. Handybesitzer seien mit der App in der Lage, sich über Hochwasserlagen, Pegelstände und Prognosen im Einzugsgebiet der Lahn zu informieren und somit rechtzeitig auf Hochwasser zu reagieren.

Wie Witteck ergänzte, habe seine Behörde gleichzeitig die Internetseite des Hochwasserlagezentrums überarbeitet, um auch hier den neuesten technischen Standard sowie einen verbesserten Bürgerservice anbieten zu können. Angesichts der guten Zusammenarbeit kann sich Witteck noch weitere solche gemeinsamen Projekte vorstellen, um sich im Servicebereich zu profilieren.

Quelle: giessener-allgemeine.de

Vorsorge gegen das Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Beim Gewässernachbarschaftstag wurde die Bedeutung der Gewässerunterhaltung betont

Die WBW Fortbildungsgemeinschaft für Gewässerentwicklung mbH in Karlsruhe bietet Gemeinden und Städten regelmäßig Weiterbildungen an. Beim sogenannten „Gewässernachbarschaftstag“ in Neuler wurden Hochwassergefahren und der Umgang mit dem Biber thematisiert. Am Nachmittag ging es an den Frankenbach, um sich vor Ort ein Bild eines Biber-Lebensraumes zu verschaffen.

Rund 20 Bauhofmitarbeiter und Gemeindeangestellte aus dem Altkreis Aalen waren der Einladung ins Rathaus gefolgt und wurden vom Hausherrn, dem Neulermer Bürgermeister Manfred Fischer begrüßt. Ebenso begrüßte er die Themen, die auf der Tagesordnung standen. „Die einen haben den Biber schon, die anderen noch nicht“, ging er treffend auf diesen sich immer weiter ausbreitenden Nager ein.
Eine ebenso hohe Aktualität habe das Hochwasser, die jüngsten Medienberichte aus der Donauregion noch im Kopf. Zwar hatte Hochwasser in diesem Frühjahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, aber im Altkreis Aalen fiel dieses nicht dramatisch aus, sagte Alexander Renschler vom Baubetriebshof der Stadt Ellwangen. Dennoch gehe Hochwasser alle an, fügte Arnolf Hauber vom Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hinzu. Er wollte allen „Gewässerunterhaltspflichtigen“ Ideen mitgeben, wie mit diesem „unabwendbaren Naturereignis“ umzugehen sei.
Zunächst erläuterte er, wie Hochwasser überhaupt entsteht und welche Faktoren größtenteils dafür verantwortlich sind. Grundsätzlich entstehe ein Hochwasser, wenn mehr Regen fällt, als ein Fluss in sein Bett aufnehmen kann. Dennoch seien Hochwasser größtenteils durch Menschen gemacht, resümierte er. Gute Wasserspeicher, wie der Wald oder die Wiese werden zunehmend mit Siedlungen bebaut oder für den Ackerbau genutzt.
„Wer einen Maisacker nach dem Regen beobachtet, wird feststellen, dass die Erdoberfläche wie betoniert wirkt“, nannte Hauber als Beispiel. Während im Urzustand ein geschlängelter Flusslauf von viel Wald umgeben war, änderte sich mit den Jahrhunderten das Landschaftsbild. Das Gewässer verlaufe heute eher geradlinig, der Wald als natürlicher Wasserspeicher wurde von zunehmenden Siedlungen und Ackerbau verdrängt.
Das „natürliche Ereignis Hochwasser“ könne nicht verhindert werden. Drei Teilstrategien würden jedoch zum Erfolg führen, die Schäden durch Hochwasser klein zu halten. Dazu zähle die Vorsorge, zu der die Städte und Gemeinden verpflichtet seien. Ebenso die Regeneration, die den Wiederaufbau nach dem Hochwasser beinhalte sowie die Bewältigung des Hochwassers.
Jedoch spielen vorbereitende Maßnahmen, insbesondere die Gewässerunterhaltung eine zentrale Rolle, erklärte Hauber. Weiter ging er auf Hochwasseralarm sowie Einsatzpläne ein und auf die richtige Lagerung von Sandsäcken.
Am Nachmittag ging es mit Rainer Allgöwer, Bibermanager des RP Stuttgart an den Frankenbach. Hier wurde deutlich, wie der Biber seinen Lebensraum einrichtet und Dämme baut.

 Hochwassergefahrenkarten findet man auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de.

Quelle: schwaebische-post.de

Nach der Flut-Katastrophe vom Juni sollte der Hochwasserschutz in Bayern vorangetrieben werden, etwa durch neue Polder. In Regensburg machen Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer schon jetzt dagegen mobil.

Im Landkreis Regensburg gibt es noch gar keine konkreten Planungen für einen Flutpolder – dennoch wehren sich der Regensburger Landrat, Bürgermeister und Donau-Anrainer gegen die Polder-Pläne.

Rechtsanspruch auf Flut-Polder

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter kündigte im Bayerischen Rundfunk an, prüfen zu wollen, ob die Donau-Unterlieger einen Rechtsanspruch auf Flutpolder bei den Oberliegern haben. Bernreiter sagte, der Landkreis Deggendorf mache seine Hausaufgaben, erwarte das aber auch von allen anderen an der Donau.

Polder lässt Grundwasserspiegel steigen

Regensburgs Landrat Herbert Mirbeth (CSU) wehrt Kritik vorsorglich ab: Unsolidarisch mit den Donau-Unterliegern in Deggendorf oder Passau sei er keinesfalls. Es seien allein fachliche Gründe, warum Lokal-Politiker und Anrainer gegen einen Flutpolder an der Donau sind, betont Mirbeth. So würde ein Polder im östlichen Landkreis Regensburg den ohnehin schon hohen Grundwasserspiegel steigen lassen. Nasse Keller und überflutete Äcker könnten die Folge sein, fürchten der Landrat sowie Markus Hörner von einer Interessensgemeinschaft gegen Flutpolder.

Hochwasser an Überläufen bekämpfen

Hörner spricht von „Gigantomanie“ an der Donau. Sinnvoller sei es, Hochwasser schon an den Oberläufen der Donauzuflüsse zu bekämpfen, also etwa an Isar und Inn, meint er. Wasserbau-Experten, wie Hans Helmut Bernhart von der Uni Karlsruhe, halten die Regensburger Polder-Gegner für unsolidarisch. Bernhart sagte dem Bayerischen Rundfunk, die „Egoismen“ der Oberlieger seien im Hochwasserschutz schon immer das Problem gewesen.

Josef Feuchtgruber vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg verspricht, dass man steigendes Grundwasser durch einen Flutpolder in den Griff bekommen könne. Schäden an landwirtschaftlichen Flächen in einem Poldergebiet würden ohnehin entschädigt, so Feuchtgruber. Die Donau-Unterlieger sind – wie zu erwarten – enttäuscht von der Haltung im Landkreis Regensburg.

Mit Regensburger Kollegen reden

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) kündigte im Bayerischen Rundfunk an, mit seinem Regensburger Kollegen und Parteifreund Mirbeth reden zu wollen. Er sagt: „Es kann nicht sein, dass sich jemand ausklinkt.“

Die Diskussion um mögliche Flutpolder beschäftigte den Landkreis Regensburg bereits vor mehreren Jahren. Sie ging vom Regionalen Planungsverband aus und mündete im Jahr 2006 in einem Kreistagsbeschluss, mit dem Vorranggebiete für Flutpolder abgelehnt wurden. Die Akteure von damals (Landrat, Bürgermeister im östlichen Landkreis, „Interessengemeinschaft gegen Flutpolder“) treten jetzt erneut gemeinsam auf.

Quelle: br.de

Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Nach dem Hochwasser im Sommer war in Leipheim die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Jetzt investiert die Stadt.

Tagelang kam kein oder nur wenig Wasser aus dem Hahn, fast einen Monat lang musste man Wasser zum Trinken, Kochen und Spülen abkochen. Die Trinkwasserprobleme waren im Sommer eine Herausforderung für die Leipheimer, besonders für Eltern mit kleinen Kindern, Gewerbetreibende und die Industrie. Am Donnerstag hat der Stadtrat jetzt erste Maßnahmen beschlossen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren.

Beim Hochwasser im Juni war sie für mehrere Tage ausgefallen. Das schmutzige Wasser der Donau hatte die fünf Brunnen des dortigen städtischen Wasserwerks mit Kolibakterien verunreinigt. Sie mussten nach und nach abgestellt werden. Für solche Fälle hat die Stadt eigentlich noch zwei Brunnen auf dem Fliegerhorst. Doch diesen Sommer mussten die Verantwortlichen feststellen, dass die nicht mehr die Leistung bringen, die sie bringen müssten, um die ganze Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. Bürgermeister Christian Konrad erklärte im Stadtrat: „Sie können derzeit 17 Liter pro Sekunde leisten, wir brauchen aber 20 Liter pro Sekunde.“ Das sei mit den Brunnen durchaus möglich, sagte Bauamtsleiter Jürgen Mößle: Die wasserrechtliche Genehmigung habe man sogar für 25 Liter pro Sekunde.

Um die Leistung wieder zu steigern und so die Notversorgung zu sichern, müssen die beiden Brunnen regeneriert werden. Das ist zum letzten Mal vor zehn Jahren durch die Bundeswehr geschehen. Den ersten Schritt dafür hat der Stadtrat jetzt beschlossen.

Eine Firma aus Küps (Oberfranken) wird die beiden Tiefbrunnen untersuchen. Dafür müssen Pumpen und sogenannte Saugstromsteuerleitungen ausgebaut werden, um dann diverse chemische Untersuchungen vornehmen zu können. Erst danach könne man sagen, ob eine Regenerierung sinnvoll ist, erklärte Mößle. Dieser erste Schritt kostet die Stadt 36 000 Euro – vorausgesetzt, es gibt keine Versandung und keine technischen Schwierigkeiten beim Ausbau.

Wenn sich nach dieser Untersuchung herausstellt, dass die beiden Tiefbrunnen regeneriert werden können – davon geht die Stadt aus –, dann werde der Stadtrat voraussichtlich in der Novembersitzung den Auftrag dazu vergeben, sagte Mößle. „So hätten wir bis Anfang 2014 wieder ein leistungsfähiges Wasserwerk auf dem Fliegerhorst.“

Gleichzeitig wird auch das Wasserwerk an der Donau untersucht. „Wir prüfen, wie wir die Durchhaltefähigkeit bei Hochwasser noch steigern können“, sagte der Bürgermeister. Dafür sei man schon im Gespräch mit mehreren Experten. Die Möglichkeiten sollen demnächst im Stadtrat vorgestellt werden.

Schon im Juni hatte Konrad klar gemacht, dass Leipheim kaum Alternativen zu seinen bestehenden Brunnen hat: Ein weiteres Wasserschutzgebiet für neue Brunnen sei im Stadtgebiet nicht möglich, eine Versorgung über andere Anbieter (zum Beispiel die Landeswasserversorgung oder die Stadtwerke Günzburg) sehr teuer. „Wir müssen die Wasserversorgung möglichst schnell in den Griff bekommen“, machte Konrad klar. „Damit uns so was wie im Sommer nicht wieder passiert.“ Der Stadtrat stimmte dann auch einstimmig für die Auftragsvergabe.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Dem-naechsten-Hochwasser-sollen-die-Brunnen-standhalten-id27171377.html

Dem nächsten Hochwasser sollen die Brunnen standhalten – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/guenzburg/Dem-naechsten-Hochwasser-sollen-die-Brunnen-standhalten-id27171377.html

Niederorschel. In einem Punkt sind sich die Wetter-Experten einig: Der Regen nimmt zu. Die Hochwasser-Gefahr wächst.

In Niederorschel wurde reagiert. Innerhalb von elf Monaten erschufen Fachleute an der Ohne ein Dammbauwerk. Sie verwandelten eine Wiese, die so groß wie drei Fußballfelder war, in ein Hochwasser-Rückhaltebecken. Mit einem Fassungsvermögen von 30 000 Kubikmetern. Das Projekt ist beendet. Jetzt konnte es besichtigt werden. Etliche Niederorschler nutzten diese Gelegenheit.

„Eine Million Euro wurden hier verbuddelt“, erklärte Bürgermeister Hans Dannoritzer. Eine absolute Sicherheit im Hochwasserschutz werde es zwar nie geben, weiß der Ortschef, „aber hier haben wir ein Rückhaltebecken für den Notfall, das uns helfen wird, unser Dorf zukünftig besser zu schützen. Wir haben vorgesorgt.“

Gegen ein Jahrhundert-Hochwasser ist auch in Niederorschel kein Kraut gewachsen. Aber jene Überschwemmungen, wie sie alle zwei bis fünf Jahre zu erwarten sind, sollten künftig keine größeren Probleme mehr bereiten. „Wenn das Wasser kommt, dann wird es hier zwischengespeichert“, zeigte Bauingenieur Martin Kellner vom Damm auf das 300 Meter lange Rückhaltebecken. Während das Becken vollläuft, wird das Wasser kontrolliert und gedrosselt wieder abgelassen. Im Einlaufbereich ließen die Ingenieure die Sohle der Ohne ein wenig anheben. Um den Flussbewohnern keinen Kummer zu bereiten, errichteten sie hier eine Fisch-Treppe.

„Das letzte wirklich große Hochwasser erlebte Niederorschel vor 30 Jahren“, erinnerte sich Hans Dannoritzer. „Wir alle wünschen uns, dass wir dies nicht noch einmal durchstehen müssen.“ Die Birkunger Talsperre puffere schon viel ab, so der Bürgermeister. Aller Sorgen ledig ist die Ohne aber nicht. Auch in der Bauzeit brachte der Fluss phasenweise viel Wasser mit. So fehlten an einem Tag nur noch zwei Zentimeter, sonst wäre das Becken erstmals vollgelaufen.

Geplant wurde das Becken vom Mühlhäuser Ingenieurbüro Kellner. Die Firma ETG aus Walschleben führte den Bau aus. Hans Dannoritzers Dank galt auch dem Bauamt der VG.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Das Thema Hochwasser spielte in der jüngsten Elbe-Pareyer Gemeinderatssitzung erneut eine Rolle: die Mittelbeantragung für Wegebau und Schadensbeseitigung, die Frage, was getan wird zur Verbesserung der Sicherheit, und, wie die Koordination im Katastrophenfall noch besser laufen könnte.

Im ersten Teil der Sitzung gab der stellvertretende Elbe-Pareyer Gemeindewehrleiter Steve Flügge einen Bericht zum Hochwassereinsatz der Feuerwehren. Aus den Reihen des Gemeinderats war eine entsprechende Bitte gekommen, der Flügge gern und sehr ausführlich nachkam.

Während des Hochwassers hatten die Elbe-Pareyer Wehren ihre Zentrale am Gerätehaus in Zerben, ein zweiter Stützpunkt für den Hochwassereinsatz sei dann noch in Derben eingerichtet worden, während in Güsen Kameraden für den Grundschutz, das heißt für Brände oder technische Hilfeleistungen, in Bereitschaft gehalten wurden, erklärte Flügge. Die Schichten wurden auf jeweils zwölf Stunden festgelegt. Kürzer wäre es nicht möglich gewesen, weil man schon so hart an die Grenze bei der Anzahl der verfügbaren Feuerwehrleute kam. Die Frage der Freistellung von der Arbeit sei ein Problem gewesen: Die sollte aus Kostengründen minimal gehalten werden, am Ende mussten aber doch alle herangezogen werden. Weniger, als in den Mitgliedslisten der Wehren stehen, seien es aber immer noch gewesen.

Die erste Anforderung von Außerhalb der Gemeinde kam früh am 6. Juni: Die Zerbener Wehr ist mit neun Kameraden nach Vogelsang gefahren, wo sie 16 Stunden im Einsatz waren. „Mehr Leute konnten wir nicht abstellen.“

Einige Kameraden sind zwischenzeitlich auch zu Stellen im Deich, wo Biber gegraben haben, mit rausgefahren. Weiterhin wurden zunächst mehrere kleinere Einsätze abgearbeitet. Durch das Heranziehen von freiwilligen Helfern konnten immer wieder Kameraden aus den Einsätzen herausgelöst werden, um in Bereitschaft für den nächsten Notfall zu sein. In Abstimmung mit Günter Fricke vom Gemeindeamt gelang das sehr gut.

Eine riesiges Problem auch für die Feuerwehren der Gemeinde war der Hilfsdeich bei Ferchland. Flügge stellte den Ablauf hier noch einmal dar. Trotz der vielen Helfer einschließlich 50 Mann Verstärkung vom THW war der Damm nicht mehr zu halten, so dass schließlich entschieden werden musste, die Leute aus dem Bereich wegzuholen, um sie nicht zu gefährden. „Das war für uns hart“, betont Flügge. Insbesondere Marko Gummelt, stellvertretender Einsatzleiter beim Hochwasser und hier vor Ort von Seiten der Feuerwehr zuständig, ist die Entscheidung schwer gefallen.

So gut wie möglich wurde über alles Protokoll geführt, obwohl auch das mitunter nicht leicht war. So hat Steve Flügge zusammenrechnen können, dass die Elbe-Pareyer Feuerwehrfahrzeuge während des Hochwassers insgesamt 3 736 Kilometer unterwegs waren, davon allein 345 Kilometer die Zerbener wegen des Einsatzes in Vogelsang. Fast 65 Betriebsstunden waren die Pumpen im Einsatz.

Kritisch merkte Flügge an, dass es großen Nachholebedarf bei den Kenntnissen in der Deichverteidigung gebe. Einen Lehrgang Deichbau habe nur Günter Fricke besucht, der neben seiner Tätigkeit im Amt auch bei der Feuerwehr ist. Für das nächste Jahr sei ein entsprechender Lehrgang für mehrere Kameraden bereits vereinbart, kündigte Flügge an. Zudem gab er zu bedenken, dass die Leute, die lange Zeit in der Wasserwehr waren, großteils schon sehr alt sind und teilweise schon nicht mehr leben. Es müssten unbedingt jüngere Leute gewonnen werden.

Erschreckend sei auch die Ausstattung, wenn es zu einem solchen Katastrophenfall kommt: Es gebe nicht genügend Stromerzeuger in der Gemeinde, und auch die Beleuchtung für Einsätze während der Dunkelheit reiche nicht aus, von Fahrzeugen und Technik ganz zu schweigen. „Wir waren froh, dass private Firmen Technik gestellt haben, und wir hatten auch Kameraden zum Fahren, die freigestellt wurden.

In der Risikoanalyse müssen solche Fragen mit bedacht werden. Eine Schmutzwasserpumpe zum Beispiel habe nur die Zerbener Wehr. In anderen Gemeinden seien Feuerwehrpumpen durch den Einsatz bei Schmutzwasser kaputt gegangen, zum Glück sei das hier nicht passiert.

Mangelhaft sei aus seiner Sicht die Kommunikation mit dem Gemeindeamt gewesen. „Unser Vorschlag ist, dass im Katastrophen-Fall jemand von der Feuerwehr mit im Stab sitzt, der Bescheid weiß, wer welche Technik hat, und die Feuerwehren koordiniert.“ Gefehlt habe auch eine technische Einsatzleitung vom Landkreis.

Das Positivste an jener Zeit sei der Zusammenhalt der Kameraden der einzelnen Ortsfeuerwehren gewesen. „Wir sind in dieser Zeit so zusammengewachsen, das hätte keiner gedacht. Ein Dankeschön an alle Kameraden für diesen Zusammenhalt!“

Dank sagten im Anschluss auch Gemeinderatsvorsitzender Egon Buchmann und Bürgermeisterin Jutta Mannewitz den Kameraden der Feuerwehr.

Quelle: volksstimme.de

Der Hochwasserschutz geht alle an und betrifft nicht nur einzelne Kommunen, wurde bei der Informationsveranstaltung in der Stadthalle, zu der Experten und Planer des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und der RMD Wasserstraßen GmbH geladen waren, besonders deutlich.

Zwei klare Signale gingen am Montagabend von der Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz in der Stadthalle Osterhofen aus: Die Bürgerinnen und Bürger wollen sachlich diskutieren. Unter dem Eindruck des verheerenden Hochwassers vom Frühjahr schauen sie aber auch besonders genau hin und hinterfragen die Detailplanung.

Quelle: idowa.de

Anwohner aus dem Mühlweg in Rangendingen machten am Montag ihrem Ärger in der Gemeinderatssitzung Luft. Sie finden den Hochwasserschutz unzureichend und fordern Verbesserungen.

Es hat sich viel Ärger aufgestaut bei den Anwohnern des Mühlweges. Sie beklagen, dass man, vor allem seit dem Anschluss des Baugebiets Gasse, im Mühlweg „immer und immer wieder mit Hochwasser und Überschwemmungen zu kämpfen“ hatte. Die Anwohner, die schon lange nach mehr Hochwasserschutz rufen, fühlen sich allein gelassen und „nur noch vertröstet“. Jetzt sei „die Jovialität zu Ende“, heißt es in einem Schreiben.

Entsprechend heftig waren die Vorwürfe gegen den Bürgermeister und den Gemeinderat am Montag in der Bürgerfragestunde. Bürgermeister Johann Widmaier musste die Zuhörer, denen Rederecht eingeräumt wurde, mehrmals zur Ordnung rufen: „Beleidigungen und Unterstellungen weise ich aufs Schärfste zurück.“

Die zentrale Fragestellung formulierte schließlich Mühlweg-Anlieger Christoph Schoder: „Wie sieht das weitere Vorgehen beim Hochwasserschutz aus? Ist die Gemeinde bereit, den Schutz zu erhöhen und, angesichts des Klimawandels, vorbeugend sogar noch einen Schritt weiter zu gehen, als es die Norm erfordert?“ Felicitas Schoder forderte: „Ich möchte einfach nur, dass was passiert.“

Bürgermeister Widmaier und Ingenieur Bernd Renner waren um Aufklärung bemüht. Widmaier listete die fünf schweren Hochwasser seit 2002 einzeln auf, trennte aber scharf zwischen Starzelhochwasser und Kanalüberlastung. Es sei nämlich nur einmal wegen überlasteter Kanäle zu Überschwemmungen im Ort gekommen. Das sei im Juni 2003 gewesen. Die Gemeinde habe darauf reagiert, den Sendelgraben tiefer gelegt und zur Entlastung des 1200 Kubikmeter fassenden Regenüberlaufbeckens IV zwischen Sendelgraben und Talbach ein zusätzliches Regenüberlaufbecken gebaut. Es seien nach dem Hochwasser 2003 auch gezielt weitere Engstellen im Kanalnetz entschärft worden. Seit Abschluss dieser Maßnahmen im Jahr 2005 habe es in Rangendingen „nie mehr ein Hochwasser mit eigenem Wasser“ gegeben, betonte Widmaier – das Unwetter vor knapp zwei Monaten ausgenommen, wo aber wiederum nicht das Kanalnetz versagte, sondern taubeneigroße Hagelkörner und Blattwerk die Einlaufschächte verstopften.

Ganz anders sieht es dagegen bei den Starzelhochwassern aus, wie sie sich 2002, 2008 und 2013 ereignet haben. Gegen ein Ansteigen des Grundwasserpegels sei jede Kanaltechnik machtlos. „Physik gilt auch in Rangendingen“, so Widmaier. „Wir können physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen.“ Der einzige Weg, die Fluten zu zähmen, sei das Hochwasserschutzkonzept, das das Fachbüro Hydrotec für den ganzen Starzellauf erarbeitet hat. Die Wassermengen müssen bereits in Jungingen und Hechingen aufgehalten werden. Genau dieses Ziel werde im Zweckverband „Hochwasserschutz Starzeltal“ verfolgt. „Aber auch wenn alle Projekte des Zweckverbandes umgesetzt sind, wird das keine Lösung für alle Zeiten sein“, warnte Widmaier.

Zur Beruhigung informierte Ingenieur Bernd Renner die Mühlweg-Anwohner darüber, dass das Kanalnetz in Rangendingen gemäß der Eigenkontrollverordnung kontinuierlich optimiert wird. Aktuell werde der Kanalplan neu überrechnet und Einzelmaßnahmen, wo diese angezeigt sind, umgesetzt. Als Sofortmaßnahme sollen auch die Regenauslässe streng kontrolliert und gewartet werden. Individueller Gebäudeschutz, etwa in Form von Rückstauklappen, sei aber zukünftig unerlässlich. Sandsäcke zum Eigenschutz werden in Rangendingen kostenlos ausgegeben.

Renner stellte auch klar, dass das Baugebiet Gasse nicht ursächlich für Kanalüberlastungen sein kann. Die Entwässerung der Neubaugebiete Gasse und Winterrain wurde im Trennsystem und mit eigener Retention angelegt. Zu den mittelfristigen Hochwasserschutzmaßnahmen zählt der Bau eines fünften Regenüberlaufbeckens. Außerdem wird, wie Widmaier wissen ließ, der Stausee noch in diesem Winter abgelassen und mit einer neuen, 200 000 Euro teuren Regelungstechnik versehen.

Die Gemeinderäte fühlten sich am Montag jedenfalls zu Unrecht der Untätigkeit beschuldigt. „Ich verstehe nicht, das wir hier so angegriffen werden. Wir hatten zum Thema Hochwasserschutz viele Sitzungen und viele Fachleute hier und brauchen uns nicht beleidigen und als Idioten beschimpfen zu lassen“, empörte sich Walter Müller. August Wannenmacher äußerte Verständnis für die Sorgen und Ängste der Hochwassergeschädigten, befand aber einige ihrer Argumente als „nicht in Ordnung“. „Was wir machen können, machen wir, und nehmen dafür auch Geld in die Hand, aber die Physik können wir nicht aus den Angeln heben“, stellte Magdalena Dieringer fest. Abschließend forderte Rudolf Strobel den Bürgermeister auf, die Botschaft der besorgten Rangendinger mit in den Zweckverband zu nehmen. Strobel drängte: „Mir geht das alles viel zu langsam.

Quelle: zak.de

Maßnahmeplan zur Beseitigung der Schäden

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Die Abgeordneten des Jessener Stadtrates verabschiedeten einen Maßnahmeplan zu der Beseitigung der Hochwasserschäden. Der Beschluss fiel einstimmig. Insgesamt werden 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten benötigt.

 

Obwohl es kurzzeitig den Anschein hatte, als wenn im Jessener Stadtrat der Beschluss zum Hochwasser-Maßnahmeplan wieder von der Tagesordnung genommen wird, fiel letztlich doch eine Entscheidung. Und diese wurde sogar einstimmig getroffen.

Die Abgeordneten hatten sich zuvor mit dem Maßnahmeplan zum Beseitigen hochwasserbedingter Schäden befasst. Das Papier war ihnen erst wenige Tage vor der Ratssitzung zugegangen, eine Vorberatung in Ausschüssen deshalb nicht möglich. Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) begründete das kurzfristige Einbringen dieses Themas damit, dass der Rat aufgefordert sei, rasch, bereits bis zum Ende des Monats, darüber zu befinden. In der Begründung des Beschlussentwurfs heißt es dazu: „Bis zum 15. September musste die Stadt Jessen die jeweiligen Einzelmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Infrastruktur in einer Übersicht zusammenstellen und an den Landkreis Wittenberg melden. Um die einzelnen Maßnahmen beim Landesverwaltungsamt beantragen zu können, ist der Beschluss des Maßnahmeplans im Stadtrat notwendig.“

Knapp 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten

Darin aufgelistet sind vor allem erforderliche Arbeiten an der kommunalen Infrastruktur. Die Zuwendungen können bis zu 100 Prozent der Aufwendungen betragen. Es gehe somit immerhin um einen Geldbetrag von 2,6 Millionen Euro, war zu hören. Da sei doch, so sagte Stadtratsvorsitzender Gunter Danneberg (CDU), der Auftrag des Rates klar. Aber nicht alle Details erschlossen sich, wie Stadträtin Bärbel Köhlerschmidt (Linke) deutlich machte, so der Satz in der Betreffzeile auf dem Beschlussentwurf mit immerhin 13 Abkürzungen (mehr unter „Stark abgekürzt“. Auch wollte sie mehr zu Details im Maßnahmeplan wissen, so zum Badesee Jessen-Süd. Diese Nachfragen brachten den Bürgermeister in Rage. Er sah wohl aufgrund der Erkundigungen gleich den gesamten Beschluss in Gefahr und wollte dazu eine Sonderratssitzung am letzten Septembertag.

Doch Unterstützung gab es hierfür nicht. Es seien normale Fragen gestellt worden, „die es zu beantworten gilt“, meinte CDU-Fraktionschef Frank Brettschneider. Gabriele Wolf (BBP-Bürgerinitiative Jessen) erkundigte sich, nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, ob denn die im Maßnahmeplan enthaltenen Schäden von Gutachtern betrachtet wurden, was der Bürgermeister bestätigte.

Dietmar Brettschneider bestand darauf, dass über seinen Antrag zur Sondersitzung abgestimmt wird. Doch niemand votierte dafür. Und der Maßnahmeplan, um Geld für die Beseitigung von Hochwasserschäden zu bekommen, passierte, wie erwähnt, einstimmig die Ratsrunde und kann ohne Probleme fristgerecht an das Landesverwaltungsamt übermittelt werden.

Quelle: mz-web.de

Still ruht der Deich in Neubleesern

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Als das Hochwasser das Siel in Neubleesern im Juni erreichte, hielt der Schutz nicht lange stand. Die Sanierung des zerstörten Siels steht still, weil der Schwerpunkt der Hochwasserschäden an der Mulde liegt. In Neubleesern könnte im nächsten Frühjahr begonnen werden.

Neubleesern/Prettin „Hier baut der Freistaat Sachsen“, heißt es auf dem großen Bauschild bei Neubleesern, gleich hinter der Landesgrenze zu Sachsen gelegen. Und zwar: „Grundhafte Instandsetzung des Elbedeiches Zwethau-Schützberg“. Im Moment allerdings baut hier gar niemand, kein Bagger dreht sich, kein Lkw bewegt Sand und Erde. Der Deich ist verwaist. Lediglich der stählerne Kasten um das während des Hochwassers geborstene Siel verrät, dass hier nach dem schweren Hochwasser Anfang Juni doch etwas getan wurde.

Allerdings, so räumt Axel Bobbe, Betriebsleiter bei der sächsischen Landestalsperrenverwaltung, ein, dass nach der Sicherung des Siels tatsächlich weitere Arbeiten „seit einigen Wochen“ gestoppt wurden. Entgegen den noch zu Flutzeiten geäußerten Planungen. Sein Betrieb ist das Pendant zum sachsen-anhaltischen Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft.

Elbe kein Schwerpunkt

„Wir haben durch das Hochwasser Schäden an Elbe, Mulde und Weißer Elster in Höhe von 280 Millionen Euro zu reparieren“, erklärt der sächsische Hochwasserschützer den Grund. Schwerpunkt sei daher im Moment für seinen Zuständigkeitsbereich die Mulde, wo die durch das Hochwasser verursachten Schäden am größten seien.

„Wir haben für dieses Jahr 70 Millionen Euro zur Verfügung, die allein in Reparaturen fließen werden. Und im nächsten Jahr ist noch mal so eine Größenordnung nötig“, erläutert Bobbe. Daher stünde im Moment nur fest, dass erst einmal das kaputte Siel erneuert wird. „Wir erarbeiten dafür gegenwärtig die Ausschreibung. Sie wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Den Bau bereiten wir für das nächste Jahr vor.“ Wenn alles gut laufe, dann könne der nach dem Frühjahr starten.

Die Sanierung des gesamten Deichabschnittes werde sicher um ein Jahr verschoben, so der Betriebsleiter der in Rötha (südlich von Leipzig) ansässigen Zweigstelle der Landesbehörde. Wie seinerzeit berichtet, liegt das während der Flut geborstene Siel in dem einzigen in diesem Bereich noch nicht sanierten Abschnitt der Schutzanlage. Von Zwethau her bis an das Siel heran ist der Damm inzwischen saniert. Schon zu Zeiten des Hochwassers Anfang Juni war dieser Teil weitgehend fertiggestellt. Dann schließt sich in Richtung Sachsen-Anhalt der Altdeich an. Ab der folgenden Linkskrümme ist die Anlage wiederum bereits grundhaft ertüchtigt, da sich in diesem Abschnitt die Bruchstelle befindet, die im Jahr 2002 zur Flutkatastrophe in hiesiger Region führte. Gerade aus diesem Grund verfolgen die Einwohner in Prettin und Umgebung – die sächsischen Orte in diesem Gebiet einbezogen – sehr aufmerksam, was sich in puncto Hochwasserschutz auf sächsischer Seite tut.

„Kaum Informationen“

Den möglichen Aufschub der Sanierung des Deiches „finde ich nicht in Ordnung“, merkt daher Prettins Ortsbürgermeisterin Helga Welz (parteilos) an. So sehr sie auch die von Bobbe genannten Gründe anerkennt. „Vor allem ist es aber der Umstand, dass wir von sächsischer Seite wieder einmal kaum Informationen bekommen. Uns fragen die Leute, aber wir wissen nicht die Antworten.“ Das widerspreche aus ihrer Sicht dem allgemeinen Eindruck, dass die Zusammenarbeit über die Ländergrenze hinweg nun besser wäre. „Es müsste aber dringend etwas passieren, um die Ängste der Leute in Sachsen-Anhalt zu beruhigen“, meint Helga Welz.

Und nicht zuletzt waren damals ja auch einige sächsische Orte von dem Dammbruch betroffen. Wie während der jüngsten Hochwassersituation mehrfach berichtet, hatten sich Einwohner aus Dautzschen, Zwethau und anderen Orten in großer Sorge an die Feuerwehren der Stadt Annaburg, insbesondere Prettins, gewandt, weil sie den Eindruck hegten, dass ihre Landesbehörden die Verteidigung des Deiches aufgäben. Darauf wurde auch sofort reagiert.

Quelle: mz-web.de

Herbstdeichschauen 2013 nach dem Juni-Hochwasser

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Mecklenburg Vorpommern

Schwerin/MVPO  Die Herbstdeichschauen der im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) liegenden Landesschutzdeiche im Bereich der Elbe und ihrer Rückstaubereiche mit Schwerpunkt auf das Juni-Hochwasser finden jeweils ab 9.00 Uhr

– am 9. Oktober 2013 für den Schaubereich Boizenburg (Baubezirk des StALU WM, Am Elbberg 20, 19258 Boizenburg) und

– am 23. Oktober 2013 für den Schaubereich Dömitz (Bauhof des StALU WM, Schweriner Str. 23, 19303 Dömitz) statt.

Die Deichschau dient der Prüfung des ordnungsgemäßen Zustandes der Deiche einschließlich der anderen Hochwasserschutzbauwerke wie Schöpfwerke, Flutschleusen und Deichsiele in der Örtlichkeit.

Während des „Rekordhochwassers“ der Elbe im Juni 2013 wurden die Deiche erheblich belastet. Wasserstände bis zu 0,5 m über den Bemessungswasserständen konnten erfolgreich gekehrt werden. Das Hochwasser und die umfangreichen Abwehrmaßnahmen haben aber Spuren hinterlassen, die durch umfangreiche Sofortmaßnahmen gemindert werden müssen. Diese Arbeiten werden zu den Herbstdeichschauen jedoch noch nicht vollumfänglich abgeschlossen sein.

Insbesondere wird durch die Kommission geprüft, wie sich der Unterhaltungszustand der Hochwasserschutzanlagen darstellt und ob in der Winterhochwasserperiode mit Einschränkungen in der Funktionssicherheit der Deiche und Anlagen zu rechnen ist. Dies könnte zu zusätzlichen Aufwendungen bei der Hochwasserabwehr führen.

Auf dem Kontrollprogramm stehen zudem die Baustellen zur Sanierung des Deiches am Randkanal bei Boizenburg und die Sanierung des rechten Löcknitzdeiches zwischen dem Löcknitzdüker und der ehemaligen Eisenbahnlinie im Bereich Dömitz.

Weiterhin wird über erste Schlussfolgerungen aus dem Juni-Hochwasser, aber auch über den Stand zur Verbesserung der Abflussbedingungen im Hochwasserabflussprofil der Elbe informiert.

Der Kommission gehören an: Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V, weiterer Landesbehörden, des Landkreises Ludwigslust-Parchim, der Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, der Wasserschutzpolizei, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der zuständigen Behörden und Verbände für den Hochwasserschutz der benachbarten Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie des StALU WM.

 


Quelle: StALU WM – Dienststelle Schwerin