Bürger reden beim Thema Hochwasser mit

Veröffentlicht: Oktober 29, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Am Mittwoch stellt das Regierungspräsidium die geplanten Maßnahmen vor – Veranstaltung ist öffentlich

Wangen Wie lassen sich in Zukunft Hochwasserschäden vermeiden oder verringern? Zu diesem Thema informiert das Regierungspräsidium Tübingen am Mittwoch, 30. Oktober, von 18 bis zirka 20.30 Uhr im Wangener Rathaus. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Das Regierungspräsidium stellte dabei das Hochwasserrisikomanagement im Projektgebiet Argen sowie den Entwurf des Maßnahmenberichts zum Hochwasserrisikomanagement für das Projektgebiet in den Landkreisen Bodenseekreis und Ravensburg vor.

Laut einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums fasst der Maßnahmenbericht die wesentlichen Aufgaben zusammen, die zur Verringerung des Risikos durch Hochwasser für Mensch, Umwelt, Wirtschaft sowie das Kulturerbe beitragen.

Für alle Aufgaben seien Umsetzungszeiträume und Verantwortlichkeiten benannt worden. Dabei werde deutlich, dass umfangreiche Aktivitäten von Kommunen und Behörden mit der Eigenvorsorge der Bürger und Eigentümer von Wirtschaftsunternehmen und Kulturgütern zusammenwirken müssen.

Bürger können Pläne kommentieren

Morgen Abend sollen die Ergebnisse der bisherigen Aktivitäten vorgestellt und diskutiert werden. Die Teilnehmer haben dabei Gelegenheit, Anmerkungen und Ergänzungen einzubringen. Alle relevanten Informationen werden in den Maßnahmenbericht einfließen, kündigt das Regierungspräsidium an.

Somit könne ein größtmöglicher Nutzen für die Region erreicht werden. Zu der Informationsveranstaltung laden das Regierungspräsidium Tübingen, der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg ein.

Bereits ab 15 Uhr beraten die Hochwasserpartnerschaften im Gebiet die Maßnahmen des Hochwasserrisikomanagements. So könne sichergestellt werden, dass alle Betroffenen informiert sind und ihre Anregungen in den Prozess einbringen können, heißt es in der Pressemitteilung.

In Baden-Württemberg liegt das Hochwasserrisikomanagement federführend in der Hand der Regierungspräsidien. Dabei werden Kommunen oder staatliche Stellen über die seit 2003 bestehenden Hochwasserpartnerschaften eingebunden.

„Es soll möglichst wenig passieren“

Grundlegendes Element für die Hochwasserrisikomanagement-Pläne sind die Hochwassergefahrenkarten. Auf dieser Grundlage werden Hochwasserrisiken bewertet und Maßnahmenpläne erarbeitet. Damit bei einem Hochwasser möglichst wenig Schäden entstehen, sein ein abgestimmtes Vorgehen aller Verantwortlichen, einschließlich der Bürger, notwendig, so das Regierungspräsidium.

Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten sei es, neue Risiken zu vermeiden, bestehende Risiken zu reduzieren und die Folgen während und nach einem Hochwasser so gering wie möglich zu halten.

Dabei werde der europäische Paradigmenwechsel aufgegriffen, der vom unrealistischen „Es muss trocken bleiben“ hin zu einem umsetzbaren „es soll möglichst wenig passieren“ gehe.

Quelle: schwaebische.de

Niedernjesa. Die Staumauer am Wendebachsee rückbauen, das Naturerholungsgebiet erhalten und nicht zuletzt den Hochwasserschutz für Niedernjesa sichern – diese scheinbare Quadratur des Kreises versucht die aktuelle Landesregierung.

Jetzt war Umweltminister Stefan Wenzel vor Ort, um sich auch mit Landrat Stefan Reuter und Andreas Friedrichs zu beraten.

Jahrelang wurde darüber debattiert, jetzt ist es so gut wie amtlich: Nach dem Regierungswechsel Anfang des Jahres plant das Land Niedersachsen den Rückbau der Talsperre am Wendebach. Damit einher entfällt die Hochwasser-Schutzfunktion für nur einen Kilometer westlich vom Staudamm gelegene Ortschaft Niedernjesa. Da die Gefährdung dort als hoch eingeschätzt wird, war gestern Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vor Ort.

„Ich freue mich, dass wir jetzt eine Mischung gefunden haben, mit der das Naherholungsgebiet Wendebach erhalten bleibt, gleichzeitig aber der Hochwasserschutz für Niedernjesa gewährleistet wird“, betont Friedrichs. „Damit findet eine Never ending Story endlich ein Ende.“

Die Pläne sehen vor, dass die mehr als 40 Jahre alte Staumauer, die wegen mangelnder Standfestigkeit nie einen echten Hochwasserschutz gewährleistete (wir berichteten), bis auf eine Höhe wenige Zentimeter über der jetzigen Wasserfläche des Wendebachstausees abgetragen wird. Nach einer groben Beurteilung würden dann jedoch bei einem Jahrhunderthochwasser rund 35 Prozent Niedernjesas überflutet werden. Deshalb sollen nach einem ersten Grobkonzept des Rosdorfer Ingenieurbüro Rinne & Partner südlich und nördlich des Ortes sowie im Verlauf der Leine Schutzeinrichtungen angelegt werden. Diese werden aus einem Hochwasserschutzdamm, mobilen Schutzwänden, Schutzmauern sowie Abgrabungen bestehen.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt, dessen Fertigstellen bis zu vier Jahre dauern wird, beziffert Umweltminister Wenzel auf etwa 2,1 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land knapp 1,7 Millionen Euro. Auf die Gemeinde Friedland, die für den Hochwasserschutz in Niedernjesa zuständig ist, kommen Kosten von 421 000 Euro zu.

„Uns ist es wichtig, dass bei einem Hochwasser das Problem nicht auf die Unterlieger und damit auf die Stadt Göttingen umgeleitet wird“, betont Landrat Bernhard Reuter.

Daher werde man dafür sorgen, dass die Wasserflächen, die durch die Schutzmaßnahmen im Ort selbst verloren gehen, ortsnah als Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden.

„Niedernjesa bekommt nun endlich einen Hochwasserschutz, der sowohl der Gefährdung durch die Leine als auch durch den Wendebach Rechnung trägt“, zeigt sich Andreas Friedrichs mit der dann wohl endgültigen Lösung sehr zufrieden.

Quelle: hna.de

Nach dem Juni-Hochwasser ist die Thematik Flutpolder im östlichen Landkreis Regensburg wieder aktuell geworden.

Seit Jahren handelt es sich hier um ein brisantes Thema, das viele Fragen aufwirft. Fragen, die die Abgeordnete Tanja Schweiger nun in einem umfassenden Fragenkatalog an die Staatsregierung gestellt hat. Die Brisanz der Thematik ergibt sich nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Klimaveränderungen so Tanja Schweiger. Hochwässer werden immer öfter und immer stärker eintreten als bisher angenommen.

In drei schriftlichen Anfragen will die Abgeordnete unter anderem in Erfahrung bringen, welche seit 1999 projektierten Hochwasserschutzmaßnahmen bislang nicht umgesetzt wurden. Zudem möchte sie wissen, welche geologischen Erkundungen durchgeführt wurden und inwieweit die bisherigen Polderplanungen daraufhin untersucht worden, welche Mehrkosten, bzw. Entschädigungszahlungen durch ansteigenden Grundwasserpegel – auch in der weiteren Umgebung (Mintraching, Neutraubling) – erforderlich werden, insbesondere bei Gebäuden wie Öffentlichen Bauten, Privathäusern und Gewerbebauten, der Infrastruktur (Mero, Straßen) oder durch mögliche Nichtmehrbelegung von Friedhöfen.

In einer der Fragen erkundigt sie sich nach der Beurteilung der Staatsregierung in Bezug auf die Befürchtungen der IG gegen Flutpolder östlich Regensburgs, dass Trinkwasserbrunnen bei Polderflutung durch ins Hinterland drängende Grundwasser verschmutzt und damit unbrauchbar gemacht werden.

Auch den Widerspruch, wonach der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat 2007 mit den Worten: „gesteuerte Flutpolder sind dort gar nicht vorgesehen“ zitiert wurde, während in der regionalen Presse vom September 2013 Minister Marcel Huber erläutert, dass das Projekt „gesteuerte Flutpolder“ nun vorangetrieben werden muss, möchte sie geklärt haben.

Besonders wichtig findet sie Details in Bezug auf das Hochwasser im Juni 2013 und das entsprechende Schleusenmanagement oder die Frage, warum sich beim letzten Hochwasser in den geplanten und bereits fertig gestellten Retentionsräumen der Pfatter kein Wasser befand.

Nachfassen will die Abgeordnete auch im Bereich der Energieerzeugung, um zu erfahren an wie vielen Schleusen Strom erzeugt und bis zu welcher Höhe dort Wasser angestaut wird . Ebenso interessiert sich Tanja Schweiger für die Thematik Schöpfwerke um hieraus resultierende Antworten für die Donauanlieger auswerten zu können.

Aufgrund der Brisanz dieses Themas hat sich die Abgeordnete zudem direkt an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. Eine Antwort wird in den nächsten drei Wochen erwartet.

Quelle: wochenblatt.de

Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Frost – Schäden am Haus übernimmt die Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung. Verbraucher müssen bei beiden Verträgen aber eine Erweiterung des Schutzes auf Elementarschäden vereinbart haben, damit die Versicherung bei Hochwasser zahlt. Dafür ist meist ein Zusatzvertrag nötig. Nicht alle Gesellschaften versichern Schäden gleich. Darauf weist Kerstin Hartwig von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein in Berlin hin.

Eine Überschwemmung kann entweder durch Hochwasser, Regen oder Grundwasser als Folge von Regen oder Hochwasser entstehen. Während Versicherung A zum Beispiel alle Fälle versichert, schließt B eine Überschwemmung durch Hochwasser aus. Hartwig rät, die Klauseln genau zu lesen. Nicht jeder Hausbesitzer braucht eine Zusatzversicherung für alle Schadensfälle. Während zu viel Schnee auf dem Dach überall zum Problem werden kann, kommen Überschwemmungen in der Nähe eines Flusses oder Gewässers vor.

Kommt es zum Unwetter, müssen die Elementarschäden umgehend detailliert dokumentiert werden. Es gibt keine Vorschrift, das Haus gegen jede Naturgefahr zu schützen. Wohnen Verbraucher aber nah am Fluss, und kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen, sollten sie ihr Haus schützen, erklärt Hartwig. Sonst könne der Gutachter entscheiden, der Schaden sei „grob fahrlässig verursacht“ worden. Und dann könne der Versicherer die Leistung kürzen oder sie ganz verweigern.

Quelle: morgenpost.de

Das Hochwasser im Frühsommer hat in Jena einen Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro verursacht. Das sagte der Sicherheitsdezernent der Stadt, Frank Jauch, am Freitag. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so der Dezernent. Jauch kündigte an, dass ein Koordinierungskreis ab November Vorschläge erarbeiten werde, wie der Hochwasserschutz in Jena künftig verbessert werden kann. So müsse etwa geprüft werden, das Gewerbegebiet in Göschwitz mit Dämmen besser zu schützen. Das Gewerbegebiet war Anfang Juni vom Hochwasser der Saale überflutet worden.

Jauch erneuerte auch seine Forderung, die Pegelregulierung in den Saale-Talsperren in staatliche Verantwortung zu übernehmen. Derzeit entscheidet der Betreiber der Talsperren, Vattenfall, darüber, wann wieviel Wasser abgelassen wird. Das Unternehmen verweist aber darauf, dass die Regulierung der Pegel in den Staubecken auf Anweisung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) erfolge.

Jenas Sicherheitsdezernent forderte am Freitag, das Rückhaltevolumen der Saale-Talsperren müsse von 40 Millionen Kubikmetern auf 100 Millionen erhöht werden. Der Hochwasserschutz müsse höhere Priorität haben als die Interessen privater Energieunternehmen oder des Tourismus.

Quelle: mdr.de

NRW veröffentlicht Hochwasser-Risikokarte

Veröffentlicht: Oktober 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Düsseldorf – Heftige Sommergewitter oder lang anhaltende Regenfälle können Flüsse und Bäche sturzflutartig anschwellen lassen und so erhebliche Überschwemmungen verursachen.

 
In vielen Fällen, vor allem an kleineren Flüssen und Bächen, ist ein Schutz durch technische Schutzbauten nur eingeschränkt möglich. Dort stehen vorsorgende Planungen zum Schutz vor Hochwasserschäden im Vordergrund.

Grundlage für einen vorsorgenden Hochwasserschutz in der Fläche bilden die sogenannten Hochwasserrisiko- und Hochwassergefahrenkarten, die derzeit für die betroffenen Kommunen in NRW durch die Bezirksregierungen erstellt werden. Auf den Karten sind mögliche Überschwemmungsbereiche abgebildet.

Umweltminister Johannes Remmel hat heute am Beispiel der Stadt Paderborn die Systematik der Karten erläutert: „Die Karten sind ein wichtiges Instrument, um ganz lokal vor Ort Maßnahmen zu entwickeln und die möglicherweise betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Industrie und Landwirtschaft über die Risiken zu informieren“, erklärte der Minister.

„Infolge des globalen Klimawandels werden die Hochwasser eher zunehmen. Prognostiziert werden für NRW zunehmende Niederschläge und Wasserabflüsse in den Wintermonaten, die häufiger als bisher zu Hochwasser führen können. Zusätzlich können lokale Sturzfluten die Situation insbesondere in den Kommunen verschärfen. Das Hochwasser an Elbe und Oder hat in diesem Jahr mal wieder gezeigt, dass vorsorgender Hochwasserschutz deutlich weniger Kosten verursacht, als wenn Schäden durch Hochwasser beseitigt werden müssen.“

Auf einer Länge von rund 6.000 Kilometern an 448 Gewässern wurde in NRW ein signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt und in den Hochwasserkarten dokumentiert. Die Gefahrenkarten informieren dabei über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Die Risikokarten zeigen, wo Wohn- und Industriegebiete betroffen sind oder Schutzgebiete und Kulturobjekte gefährdet werden.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben ab heute die Möglichkeit, sich auf der Internetseite http://www.flussgebiete.nrw.de über die Hochwasserrisiken an „ihrem“ Fluss oder Bach zu informieren. Ein großer Teil der Karten ist bereits verfügbar, weitere Karten werden schrittweise bis zum 22. Dezember 2013 ins System eingestellt.

Für Minister Remmel bedeutet vorsorgender Hochwasserschutz, das Risiko für Schäden durch Hochwasser möglichst gering zu halten. Als wirksamste Maßnahme beschreibt der Minister, „keine neuen Siedlungs- oder Gewerbegebiete in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen.“

Auf der Sonderkonferenz der Umweltminister zum Thema „Hochwasserschutz“ im September 2013 hat Remmel deshalb in einem Antrag gefordert, die Ausweisung von Baugebieten in Überschwemmungsgebieten ausnahmslos zu verbieten. „Vorbeugender Hochwasserschutz bedeutet auch, den Flüssen an den Stellen wo dies möglich ist, wieder mehr Raum zu geben. Wird in Überschwemmungsgebieten gebaut, verringern sich die Überflutungsflächen was an anderer Stelle für höhere Wasserstände sorgen kann“, erklärte Remmel.

Das Land NRW investiert – neben der finanziellen Unterstützung des Baus von Hochwasserschutzanlagen- im Rahmen der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr in die ökologische Entwicklung von Flüssen und Gewässern in der Fläche. Ziel ist, diesen Gewässern wieder mehr Platz zur Ausbreitung zu geben und eine naturnahe Entwicklung voranzutreiben.

Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten werden erstellt im Rahmen der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Umsetzung eines verbindlichen „Hochwasserrisiko-Managements“. Die Hochwasserrisiken müssen erkannt und nachhaltig verringert werden – so die Zielvorgabe. Das Hochwasserrisiko-Management beinhaltet eine deutliche Weiterentwicklung des vorsorgenden und ökologischen Hochwasserschutzes. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt diese neue Orientierung in der europäischen Richtlinie, die ihren Focus eben nicht nur auf den technischen Hochwasserschutz richtet, sondern auch auf integrierte Lösungsansätze.

Weitere Unterlagen zum Hochwasserschutz in NRW

Hochwasserrisikomanagement

In Internetportal http://www.flussgebiete.nrw.de/index.php?title=uptseite werden alle Informationen zum Hochwasserrisikomanagement für jeden abrufbar bereitgestellt.  Neben der vorläufigen Bewertung und Bestimmung der Risikogewässer werden aktuell bis Ende 2013 die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten eingestellt und darauf aufbauend mit den zuständigen Akteuren die Hochwasserrisiko-Managementpläne erstellt.

Landtagsbericht

Das NRW-Umweltministerium hat im Juni 2012 einen Bericht an den Landtag zur Situation des Hochwasserschutzes in NRW und seiner Perspektive bis 2015 überstellt. Der Bericht ist zu finden unter http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV16-20.pdf

Bürgerbroschüre

Im Juni 2011 hat das Ministerium eine neue Broschüre zum Thema „Hochwasserschutz in NRW“ herausgegeben, die sich speziell an die Bürgerinnen und Bürger des Landes richtet. Sie gibt einen Überblick über die rechtlichen und technischen Grundlagen des Hochwasserschutzes.

Die Broschüre ist zu finden unter http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/service_kontakt/archiv/presse2011/presse110618.php (PD)

Quelle: proplanta.de

Ein Masterplan für Hochwasserschutz wird gesucht

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Renningen – Punkt 19 Uhr hat sich am Dienstagabend der Bürgersaal in Renningen gefüllt. Rund fünf Dutzend interessierte und hochwasserbetroffene Bürger kamen, um sich mit Bürgermeister Wolfgang Faißt, Christof Dustmann vom Stadtplanungsamt und Bauamtsleiter Helmut Gaul von den Experten des Landratsamtes über die Hochwasserlage in Renningen und Malmsheim informieren zu lassen.

Jochen Weinbrecht, Leiter des Amts für Wasserwirtschaft im Kreis, und seine Kollegen Steffen Kroneisen, zuständig für die rechtliche Seite, und René Strüber, ortszuständiger Sachbearbeiter, erklärten ausführlich die Hochwasser-Gefahrenkarten (HWGK), anhand derer die Risikogebiete am und um den Rankbach klassifiziert und beurteilt werden. Und deckten erstmal die Schwachstellen der Statistik auf, nach der es Hochwasser, wie in diesem Jahr von Mai bis Juli viermal passiert, eigentlich nur alle 20 bis 30 Jahre geben dürfte. „Schön wäre, wir könnten jetzt sicher sagen, dass wir die nächsten Jahrzehnte verschont blieben“, meinte der Amtsleiter schmunzelnd, aber – Statistik sei eben Statistik und ergebe nur Durchschnittswerte über einen längeren Zeitraum. Trotzdem: die Karten sind ziemlich genau und sind Grundlage für die Einstufung aller Gebiete, für Auflagen bei der Erschließung neuer Baugebiete und für geforderte Maßnahmen, die die Eigentümer erbringen müssen. Denn: Eigentum verpflichtet, stellten die Herren vom Landratsamt klar. Einige Möglichkeiten dazu erklärte Weinbrecht gleich an Ort und Stelle. Vor allem bei der Gebäudetechnik lässt sich einiges tun: Rückstausicherung, Öltanksicherung, Rohrdurchlässe, um nur drei Stichpunkte zu nennen.

Die anschließende Diskussion zeigte: auch die Stadtverwaltung muss Maßnahmen ergreifen, damit sich die Situation entschärft. Der Knackpunkt scheint der Zusammenschluss des Maisgrabens bei der Sessler-Mühle mit dem Rankbach zu sein. Hier sind regelmäßig die Wiesen und Koppeln überflutet, das Wasser läuft auch nach normalen Regentagen oft tagelang nicht ab. Der Maisgraben scheint die Fluten, die durch abgeleitetes Regenwasser von der B 295, der neuen B 464 und anderen Zuflüssen nicht mehr aufzunehmen. Das Ausputzen des Maisgrabens und des Rankbachbettes oder häufigeres Mähen der Retentionsräume, wie einige der Anwesenden forderten, sei aber wegen der dort lebenden Tiere, Amphibien und Kleinstlebewesen nicht uneingeschränkt möglich, so die Experten. Gebrochene Äste vor allem der alten Pappeln am Uferrand zu entsorgen und die Durchflüsse sauber zu halten, ist dagegen durchaus möglich.

„Die Stadtverwaltung hat das Problem erkannt“, erklärte Bürgermeister Faißt und ging konkret auf die individuelle Situation der Fragesteller ein, fachlich unterstützt durch Christoph Dustmann und die Wasserwirtschafts-Spezialisten vom Landratsamt. Vieles werde sich mit der geplanten Flussgebietsuntersuchung klären, die auch weitergehende Maßnahmen wie die angefragte Erhöhung des Bordsteins in der Wilhelmstraße als Wasserbarriere beinhaltet.

Mit der Untersuchung soll auch der ideale Standort für ein geplantes Wasserrückhaltebecken festgestellt werden. Dieses könnte am Renninger Ohr, südöstlich des Maisgrabens, gebaut werden.

Die Renninger Hochwasser-Gefahrenkarte wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres im Rathaus ausliegen. Die bis dahin zur Ansicht ausgelegte Karte ist nicht offiziell und auch nicht verbindlich. Und eines ist auch ganz klar: Renningen zählt nicht zu den besonders durch Hochwasser gefährdeten Gebieten, und die bereits erfolgten Maßnahmen der Stadt wie der naturnahe Umbau des Rankbachs an vielen Stellen zeigen auch Wirkung. Trotzdem hat die Stadtverwaltung am Ende des Abends einiges an Aufgaben mitgenommen.

Quelle: leonberger-kreiszeitung.de

Wiederaufbaustab: Fluthilfe soll schneller ausgezahlt werden

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen
Sachsens Wiederaufbaustab drückt bei der Zahlung von Fluthilfen nochmals aufs Tempo. Die Bewilligungsverfahren sollen vereinfacht und damit beschleunigt werden, berichtet die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“ am Donnerstag nach einem Gespräch mit dem Chef des Wiederaufbaustabes, Umweltstaatssekretär Fritz Jäckel.
So sollten Fluthilfen für Privatpersonen auch bewilligt werden können, wenn noch nicht alle Unterlagen vollständig bei der Sächsischen Aufbaubank vorliegen. Damit Private bei der Bezahlung von Handwerkern nicht in Vorkasse gehen müssen, werde die Aufbaubank nach Vorlage der Rechnung das Geld unbürokratisch an den Auftraggeber überweisen. Die Bank werde angesichts des komplizierten Antragsverfahrens im November zusätzliche Beratungstage für Hochwasseropfer in Rochlitz, Döbeln, Grimma, Königstein und Meißen anbieten, sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer.
Quelle: focus.de

Hochwasser-Spende an THW und Feuerwehr Rosenheim

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Bayern

Die Sopranistin Sieglinde Zehetbauer war, wie viele Rosenheimer, im Juni vom Hochwasser betroffen.

Beeindruckt von der erlebten Hilfsbereitschaft von Feuerwehr und THW organisierte sie in der Kirche Heilig Blut ein Benefizkonzert für die Helfer (wir berichteten). Jetzt übergab Zehetbauer den Erlös von 1700 Euro zu gleichen Teilen an die Rosenheimer Feuerwehren und das THW. Zehetbauer dankte dabei allen, die das Konzert möglich gemacht hatten, vor allem Pastoralreferentin Birgit Hölper-Wendling, Dekan Daniel Reichel, dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden von Heilig Blut, Georg Weiß sowie den Künstlern, die das Konzert mit ihr zusammen gestaltet hatten. Bei der Scheckübergabe dabei waren (von links) THW-Ortsbeauftragter Harald Feckl, THW-Schatzmeister Siegfried Schlosser, Sieglinde Zehetbauer, der Vorstand der THW-Helfervereinigung Stefan Veith, Stadtbrandrat Hans Meyrl und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Georg Weiß

Quelle: ovb-online.de

Wie weiter beim Hochwasserschutz für Bitterfeld?

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Bitterfeld

Beim Juni-Hochwasser wiederholte sich das Schreckenszenario von der Flutkatastrophe 2002: Damals wie heute brach ein Deich an der Mulde in Sachsen. Enorme Wassermengen strömten in den Seelhausener See direkt neben der Goitzsche. Die Böschung zwischen beiden Seen drohte wegen des hohen Wasserdrucks zu brechen – was dann auch für die Bitterfelder Altstadt die Überflutung bedeutet hätte.

„Die Deiche müssen so schnell wie möglich DIN-gerecht ausgebaut werden. Hier in Anhalt Bitterfeld wie auch in Nordsachsen. Einer der Schwachpunkte ist insbesondere die landkreis- und länderüberschreitende Hochwasserschutzkonzeption. Hier hat ja Professor Berkner einen interessanten Vorschlag gemacht, dem ich aber nicht in allen Punkten zustimme, der auf alle Fälle aber aus meiner Sicht eine wichtige Verhandlungsgrundlage ist, auf der man aufbauen kann.“

Noch Vorbehalte gegen Experten-Vorschlag

Das Konzept, dass Prof. Dr. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen erarbeitet hat, sieht verschiedene Schwerpunkte vor: Der Lober-Leine-Kanal muss baulich verändert, die Polder an der Mulde ausgebaut werden. Sind die voll, soll Hochwasser im Seelhausener See gestaut werden. Und von dort soll es im schlimmsten Fall auch in die Goitzsche geleitet werden können. Doch genau damit ist der Anhalt-Bitterfelder Landrat nicht einverstanden. Dafür sei die Goitzsche nicht ausgelegt, zumal dann auch steigendes Grundwasser Bitterfeld bedrohe. Auch deshalb braucht die Umsetzung eines solchen Konzeptes Zeit, sagt Prof. Berkner:

Das heißt, wir reden hier nicht über Monate oder ein bis zwei Jahre. Ich denke, ein Zeithorizont von sieben bis acht Jahren ist sicher realistisch, weil die Sache hoch komplex ist. Es müssen viele Aspekte berücksichtigt werden. Es ist schon benannt worden – Grundwasserwiederanstieg, auch Vertrauensschutz für Investoren, die schon an den Seen sind. Diese Dinge müssen alle im Detail geklärt und besprochen werden.“

Nordsachsens Landrat drängt auf baldige Umsetzung

Doch für die Landräte drängt die Zeit – niemand weiß, wann wieder ein Hochwasser kommen kann. Auch die Bevölkerung in den betroffenen Regionen macht Druck, verschiedene Bürgerinitiativen haben sich gegründet, erzählt der Landrat von Nordsachsen, Michael Czupalla: „Wir müssen jetzt darauf drängen, dass diese Aufgaben, wo sich beide Länder auch bekannt haben, das als vorrangigen Schwerpunkt anzusehen – dass das jetzt zur Umsetzung kommt. Das muss jetzt gemacht werden: Den Ländern muss das vorgelegt werden, Stempel drunter, Finanzierung und dann muss es losgehen. Indirekt ist es ja schon losgegangen, es wird ja schon was gemacht.“

Schon bei ersten Arbeiten ungeahnte Probleme

An der Mulde in Sachsen laufen Bauarbeiten. Spundwände werden in den Deich zwischen Löbnitz und Bad Düben eingebracht. Hier funktioniert das länderübergreifende Arbeiten schon: Der Deich wird aus einer Hand von den Sachsen gebaut – Sachsen-Anhalt zahlt seinen Anteil. Dafür gebe es Schwierigkeiten von ungeahnter Seite, erzählt Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen: „Wir wollten schon relativ zeitig nach dem Hochwasser anfangen, weil die Deiche wirklich schwer beschädigt sind. Allerdings haben wir sehen müssen, dass die Bauindustrie massiv ihre Preise angezogen hat. Wir waren beim Vierfachen der ortsüblichen Preise angekommen. Deswegen kaufen wir jetzt die Spundwände direkt ab Hersteller und haben dann nur noch die Bauarbeiten vergeben.“

Zusätzliche Erschwernisse durch Bergbauerbe

Hinzu kommt, dass die gesamte Region durch den Bergbau arg gebeutelt wurde. Die Mulde zum Beispiel wurde in den 70er Jahren verlegt – und suchte sich bei den Extremhochwassern den Weg zurück in ihr altes Bett. Dem müsse man nun versuchen mit den heutigen technischen Möglichkeiten etwas entgegen zu setzen, sagt Burkhard Henning vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt. Und er sieht noch weitere Probleme:

„Auseinandersetzungen mit den ganzen Problemfeldern Denkmalschutz, Naturschutz, Eigentum, landwirtschaftliche Nutzung. So ein Deichbau hat ja immer etwas mit Flächeninanspruchnahme zu tun. Wenn ich alleine daran denke, der Lückenschluss nach Wolfen – da geht es dann auch um die Niederschlagsentwässerung des Chemieparks – also da muss ein Schöpfwerk mit integriert werden.“

Hilfe vom Bund ausdrücklich erwünscht

Überall gibt es verschiedene Auffassungen, die diskutiert werden müssen. Doch gerade die Bergbauvergangenheit bietet auch eine Chance, meint Michael Czupalla. Mit dem Bergbausanierer LMBV sitzt auch ein Bundesunternehmen mit am Tisch. Und vom Bund erwartet der Landrat die im Juni zugesagte Unterstützung:

„Schon allein von dem Geld, was in der Vergangenheit hier reingeflossen ist, würde mich als Bund schon interessieren, wie geht das jetzt weiter, war das richtig, was wir hier rein gesteckt haben. Und wo müssen wir mithelfen – Zusage der Kanzlerin hier vor Ort bei ihrem Besuch.“

Für den Hochwasserschutz sind die Länder zuständig. Doch Flüsse überschreiten nun einmal Grenzen. Und das machte die Arbeit der Krisenstäbe beim Juni-Hochwasser nicht einfacher, erzählen die Landräte. So hören die digitalen Höhenmodelle jeweils an den Landesgrenzen auf, auch durchgehende Pegeldaten an den Flüssen gibt es nicht. Hier muss für die Zukunft vorgesorgt werden – aber das können wohl nur die Länder in Abstimmung mit dem Bund.

Bitterfelder Landrat sieht sich als „Blitzableiter“

Unterdessen aber müssen die Landräte auch den Bewohnern in den bedrohten Gebieten Rede und Antwort stehen. Uwe Schulze: „Wir sind dann diejenigen, die ganz am Ende des Blitzableiters sind und alles erfahren dürfen, was entweder dort oben gemacht oder nicht gemacht wurde. Und deswegen werden wir uns auch aktiv mit einbringen. Aktiv mit unserer Meinung, die wir natürlich auch stützen auf die Erfahrungen aus der Bevölkerung aus den Städten und Gemeinden heraus.“

Doch Uwe Schulze und Michael Czupalla reihen sich mit ihrer Forderung in eine Schlange anderer Landräte und Bürgermeister ein, die nun alle versuchen, möglichst schnell den Hochwasserschutz zu vollenden.

Quelle: mdr.de

 

Medaillen aus Niedersachsen

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

43 Offenbacher Einsatzkräfte werden für ihre Hochwasserhilfe an der Elbe belohnt.

Es ist eine besondere Medaille, die 43 Männer und Frauen gestern Abend erhalten haben: Das Land Niedersachsen dankt den Offenbachern. Sie haben Anfang Juni im Kampf gegen das Hochwasser im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg geholfen, haben Schutzmaßnahmen koordiniert, Wälle gegen die Fluten der Elbe errichtet. Für diesen Katastrophenschutzeinsatz hat der niedersächsische Ministerpräsident eine Hochwassermedaille gestiftet, die Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gestern zusammen mit der Anerkennungsurkunde des hessischen Innenministers überreichte.

Für einige der Hilfskräfte ist dies schon die zweite Medaille aus einem anderen Bundesland. Im Jahr 2002 gab es bereits einen Fluthelferorden des Landes Sachsen für den Einsatz beim Elbehochwasser. Damals waren die Einsatzkräfte aber „nach der Lage“, wie sich Uwe Sauer, der Leiter der Feuerwehr Offenbach, ausdrückt. Das heißt: Die Fluten waren schon da, man musste reagieren statt agieren.

Lebhaft erinnern sich Sauer und Marcus Schönbach, Zugführer des Betreuungszugs beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Offenbach, noch an jene Tage im Juni dieses Jahres, als die Hochwasserwelle durch Deutschland rollte. „Wir waren in Niedersachsen vier Tage lang von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein im Einsatz“, sagt Sauer und betont, er sei sehr stolz auf alle, die dabei waren. Es mache Mut, „zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn hier in Hessen ein ähnlicher Fall eintreten würde“. Schönberg ergänzt, der Einsatz habe gezeigt, dass es äußerst wertvoll sei, improvisieren zu können, und „dass Flexibilität unser höchstes Gut ist“.

1500 Meter Deich errichtet

Anfang Juni hatte der niedersächsische Ministerpräsident bei seinem hessischen Amtskollegen um Hilfe ersucht, weil zu befürchten war, dass die Scheitelwellen von Elbe- und Saale-Hochwasser zusammentreffen und zu einem Deichbruch führen würden. Am 5. Juni planten die Städte Frankfurt und Offenbach einen gemeinsamen Hilfszug, der sich in den Kreis Lüchow-Dannenberg in Bewegung setzen sollte. „Innerhalb eines halben Tages haben wir hier ein Kontingent zusammengestellt“, erinnert sich der Feuerwehrchef.

Elf Helfer von der Berufsfeuerwehr und 16 von der Freiwilligen Feuerwehr Offenbach machten sich am 6. Juni noch vor Sonnenaufgang auf in den 440 Kilometer entfernten Ort Gartow. Auch 16 Betreuungskräfte des ASB steuerten den Landkreis an. Sie stellten für die Hilfskräfte aus Frankfurt und Offenbach 150 Feldbetten in einer Schule auf, organisierten die Feldküche, brachten Gulaschkanonen zum Einsatz, besorgten für jeden Helfer täglich rund sechs Liter Flüssigkeit, stellten Lunchpakete zusammen und errichteten mobile Versorgungsstellen für die Wehrmänner.

Im Kreis Lüchow-Dannenberg war die Einsatzleitung „vor der Lage“. „Am Anfang war vom Hochwasser weit und breit nichts zu sehen“, blickt Sauer zurück, der vor Ort als Abschnittsleiter fungierte. Seine Leute schlossen im Ort Gorleben eine Deichlücke, bevor sie nach Vietze verlegt wurden. Ein Teil des Ortes liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe. Dort errichteten sie mit Radlader, Muldenkipper, Schippen und Sandsäcken auf einer Länge von insgesamt 1500 Metern Behelfsdeiche, die sie tags darauf aufgrund neuer Pegelprognosen noch einmal auf 20 Meter erhöhen mussten, bevor die Flut kam.

Leider waren am Ende alle Mühen vergeblich. „Im Nachhinein haben wir erfahren, dass ein von Bewohnern errichteter Wall zu schmal gebaut war und deshalb unterspült wurde.“ Zwei Tage nach der Rückkehr der Offenbacher soff Vietze ab.

Quelle: fr-online.de

Unterstützung für Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf, Hilfe

Der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham übergab in Furth im Wald einen Scheck von 700 Euro für in Not geratene Menschen in Fischerdorf bei Deggendorf.

Dass die Hochwasseropfer von Fischerdorf bei Deggendorf nicht vergessen sind, zeigte ein Volksmusik_Nachmittag, den der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham zusammen mit dem Auhof-Bauern Karl Schreiner in Furth im Wald initiierte. Mit viel Musik und Gesang verschiedener Gruppen aus der Region fand ein unterhaltsamer Nachmittag im Kolpinghaus statt. Dabei wurde zu Spenden für Fischerdorf aufgerufen.

Nun hat der Regionalvorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises, Sepp Krems, zusammen mit Karl Schreiner und Elfriede Gebert aus der Vorstandschaft die Summe von 700 Euro an Johanna Plach übergeben, eine der Initiatoren der Aktion „Helfen und Begleiten“. Die Gruppe mit Angehörigen der Pfarreien Furth, Rimbach und Gleißenberg begleitet seit Anfang Juli viele Fischerdorfer und Natternberger.

„Wer meint, dass nun alles für die Leute wunderbar läuft, der täuscht sich schwer“, stellte Günther Plach fest. Bei jeder Fahrt fehlten mehr Häuser, fast jedes dritte Haus müsse abgerissen werden, viele Familien hätten bis jetzt nur wenig Geld erhalten.

Gerade der Winter stelle viele vor große Probleme. So sei der Bürgerbus, mit dem die Gruppe meistens unterwegs ist, auf jeder Fahrt nach Fischerdorf randvoll mit Möbeln, Kleidung, Werkzeug, Elektrogeräten und vielem mehr. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar und geben Spenden sofort direkt an die Betroffenen weiter,“ so Johanna Plach.

Quelle: mittelbayerische.de

Hochwasser-Spende – Theater Dessau unterstützt Fußballer

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Aken
Der TSV Elbe Aken freut sich über eine Spende von 1.885 Euro. Das Anhaltische Theater Dessau sammelte das Geld auf einer Danke-Gala für Anhalts Fluthelfer. Die Spende des Theaters will der Verein in ein neues Kleinfeldtor investieren.

Mit 1.885 Euro unterstützt das Anhaltische Theater den TSV Elbe Aken 1863. Das Geld wurde am 28. September auf der Danke-Gala des Hauses für die Fluthelfer Anhalts gesammelt und am Donnerstag an den Verein überreicht.

„Wir haben überlegt, wer oder was war im Umland durch das Hochwasser am schlimmsten betroffen und wo wäre das Geld sinnvoll angelegt“, schilderte der Generalintendant des Anhaltisches Theaters, André Bücker, auf dem Sportplatz der Elbestadt. Der stand im Juni komplett unter Wasser. Bis heute sind die Schäden nicht beseitigt. So warten die Fußballer dringend auf zwei neue Flutlichtmasten, weil sie ansonsten abends nur eingeschränkt trainieren können.

Die Spende des Theaters will der Verein in ein neues Kleinfeldtor investieren. Außerdem soll ein Ballfangzaun von 130 Metern Länge und sechs Metern Höhe angeschafft werden. „Seit dem Hochwasser ist unser natürlicher Ballfangzaun nicht mehr vorhanden“, erklärte Olaf Schulz, Abteilungsleiter Fußball beim TSV Elbe Aken. Die hochgewachsenen Pappeln, die die Bälle von den Nachbargrundstücken ferngehalten hatten, standen im Wasser und sind dann bei einem Unwetter Ende Juni umgefallen oder mittlerweile gefällt worden.

Quelle: mz-web.de

Neunkirchen rüstet sich fürs Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Beim Gewässernachbarschaftstag erklärte Johann Böhm vom Wasserwirtschaftsamt, wie wichtig Vorsorge ist.

Mehr Natur für die Bäche im Landkreis Forchheim ist ein Plus für Ökologie und Artenvielfalt, naturnahe Gewässer beugen außerdem dem Hochwasser vor. Darauf wies Bürgermeister Heinz Richter (FWG) bei der Eröffnung des Gewässernachbarschaftstags in Neunkirchen hin. „Gerade bei kleineren Bächen kann durch eine entsprechende Renaturierung der Gewässerläufe und die Schaffung von Rückhalteflächen maßgeblich dazu beigetragen werden, den Hochwasserschutz voranzubringen.“

Dabei spiele der natürliche Rückhalt von Hochwasser in der Fläche eine genauso wichtige Rolle wie die richtige Pflege der Ufergehölze oder auch das Tot-holzmanagement, wie das Marktoberhaupt weiter betonte. „Zwar ist Hochwasser ein Naturereignis und kann nicht verhindert werden, man kann ihm aber bereits in der Fläche vorbeugen und durch geeignete Maßnahmen viel von seiner Wucht nehmen.“ In Dormitz seien beispielsweise schon Renaturierungsmaßnahmen am Brandbach durchgeführt worden.

Der vorbeugende Hochwasserschutz stand ganz oben auf der Tagesordnung des Gewässernachbarschaftstages im Neunkirchner Rathaussaal, der zum dritten Mal im Landkreis Forchheim stattfand und an dem 30 Mitarbeiter von Gemeindeverwaltungen und Pflegeverbänden teilnahmen.

Nachbarschaftsberater Johann Böhm vom Wasserwirtschaftsamt Kronach riet dazu, bereits im Vorfeld von Starkregen- und Hochwasserereignissen die Eigendynamik der Gewässer zu stärken, da Bäche, die ungehindert ausufern können, bei Hochwasser zu einem natürlichen Rückhalt in der Fläche beitragen können. Standortgerechte Ufergehölze wie Weiden und Erlen würden mit ihren Wurzeln bei Hochwasser das Ufer sichern und Uferabtragungen verhindern. Müssten dennoch Uferböschungen nach einem Hochwasser wiederhergestellt werden, könnten biologische Bauweisen wie Weidenfaschinen eingesetzt werden.

Während abgestorbene Bäume (Totholz) im Bach im Außenbereich ein wertvoller Naturbestandteil seien, müsse in Siedlungsbereichen das Totholz regelmäßig entfernt werden, damit es bei Hochwasser nicht zu den gefürchteten Verstopfungen kommen kann, wie der Wasser-Experte Böhm weiter ausführte. Überhaupt seien Durchlässe und Verrohrungen bei Hochwasser immer der Gefahr ausgesetzt, dass sie durch Treibholz verstopft werden.

Neunkirchens Bauamtsleiter Jochen Cervik zeigte dann anhand zahlreicher Bilder auf, wie der ansonsten mehr einem Rinnsal ähnelnde Schlierbach von Hetzles her und der Haarbach vom Hetzleser Berg herunter dann gemeinsam ab dem Baader Wehr als Brandbach bei Starkregen schnell den Ortskern von Neukirchen überfluten, so geschehen im Juli 2011 und 2012 sowie im Mai dieses Jahres. Deshalb müssten im Rahmen eines Integralen Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes der natürliche Rückhalt, der technische Hochwasserschutz und die Hochwasservorsorge stets gemeinsam betrachtet werden und das immer unter der Ägide eines hundertjährigen Hochwasserschutzes (HQ 100).

Hier in Neunkirchen habe man mit den beiden Gemeinden Hetzles und Dormitz eine Zweckvereinbarung geschlossen, die eine Aufteilung der Kosten nach der Einwohnerzahl, der Gewässerlänge oder nach Größe der Gemeindegebiete als möglich erscheinen lässt.

Für den Neunkirchner Feuerwehrkommandanten Robert Landwehr steht als Pragmatiker aber die Bereitschaft der Bürger, sich auch selbst bestmöglich auf das nächste Hochwasser vorzubereiten, mit ganz vorne an. Es dürfe nicht sein, dass jeder Bürger gleich nach der Feuerwehr rufe, wenn sein Abfluss verstopft ist, während die Truppe viel eher bei schweren Wassereinbrüchen oder gar der Rettung von Personen benötigt wird.

Beim letzten Hochwasser mussten seine Männer zu 64 Einsätzen ausrücken. Vor allem der Bereich des Brandbachgartens mit dem evangelischen Kindergarten und der angrenzenden Grundschule sei zuletzt immer komplett überschwemmt worden und habe jeden irgendwie verfügbaren Feuerwehrmann gefordert. Für die angrenzende Tiefgarage, die jedes Mal vollgelaufen sei, hätten jetzt die Bewohner als Akt der Selbsthilfe eine hydraulische Hochwassersperre angebracht.

Quelle: infranken.de

Hamburger Schleusenleitdamm soll aufgerüstet werden, Stadt zahlt nur 40 000 Euro.

Geesthacht. Wenn Hamburg die Borghorster Elbwiesen flutet, dann bekommt Geesthacht einen Lückenschluss im Hochwasserschutz an der Elbe. Darauf haben sich jetzt die Hamburger Projektrealisierungs-Gesellschaft (ReGe) und das Land Schleswig-Holstein verständigt. Hamburg baut und Kiel zahlt — zumindest 90 Prozent der Baukosten. Die Restsumme, wohl lediglich 40 000 Euro, muss die Stadt Geesthacht finanzieren.

Um den Hochwasserschutz hatten sich zuletzt immer wieder die Unternehmer aus dem Gewerbegebiet an der Vierlander Straße und Anwohner der Bereiche Heuweg, Verschwisterungsviertel und Hans-Meyer-Siedlung gesorgt. Hintergrund: Geesthachts Hochwasserschutz endet im Nirgendwo in Höhe des Mischwerks am Horster Damm. Dahinter klafft eine Lücke, denn Hamburg hat seinen Hauptdeich weit zurückverlegt errichtet. Der Schleusenleitdamm, der Geesthachts Deich und den Deich in Hamburg verbindet, soll zum Deich aufgerüstet werden.

Nach dem Elbe-Hochwasser im Juni hatte sich die Stadt an die Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten. Geplant war bisher ein „Flügeldeich“, der rechtwinklig zum Elbufer vom bestehenden Deich in die Besenhorster Sandberge führen sollte. Ein Millionenprojekt, dessen Realisierung in weiter Ferne stand „Die jetzt aufgezeigte Lösung ist bestechend, man fragt sich, warum nicht schon früher jemand darauf gekommen ist“, freute sich Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, nachdem Dietmar Wienholdt aus dem Kieler Umweltministerium die Lösung präsentiert hatte. Wienholdt: „Hamburg fasst den Leitdamm für die Maßnahme zur Wiedervernässung der Elbwiesen sowieso an. Wir satteln drauf und bauen den Damm zum Deich aus.“ So sollen Baukosten in Höhe von nur 400 000 Euro ausreichend sein.

Die ReGe und das Land haben sich auf diese Lösung bereits geeinigt. Nur wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar. Allerdings ist das Planfeststellungsverfahren beschlossene Sache und Wienholdt geht nicht davon aus, dass der veränderte Aufbau — der Leitdamm erhält eine Verbreiterung um die Straße Horster Damm zwischen Geesthacht und Altengamme aufzunehmen und eine einen Meter dicke Lehmschicht als Abdeckung — zu einem neuen Verfahren führen wird. Damit kann voraussichtlich 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Dann ist Geesthacht entlang des Ufers komplett sicher“, so Manow.

Ein Flut-Beauftragter für Lauenburg

Dipl.-Ing. Dietmar Wienholdt aus der Abteilung für Wasserwirtschaft des Umweltministeriums war von Ministerpräsident Torsten Albig zum Flut-Beauftragten der Stadt Lauenburg ernannt worden, um in Kiel direkt Bericht zur Situation vor Ort zu erstatten. Jetzt war Wienholdt zum Arbeitsgespräch in Lauenburg.

 

Mit dem Schutz vor der Altstadt laufe es bereits, im nächsten Sommer sollen Lösungen präsentiert werden. „Wir wollen aber mehr. Zurzeit bewegt uns die Frage, was in Lauenburg passiert wäre, wenn in Fischbek der Deich nicht gebrochen wäre und wenn man die Havelpolder nicht geflutet hätte“, so Wienholdt. Dann wäre der Wasserstand der Elbe in Lauenburg statt auf 9,64 Meter wohl auf mehr als zehn Meter angestiegen. Unklar, was dann im Industriegebiet an den Söllerwiesen und entlang des Elbe-Lübeck-Kanals passiert wäre.

 

Länderübergreifend sitzen die Experten der Elbanrainer außerdem zusammen, um zu prüfen, ob der Bemessungswasserstand ausreichend ist. Anhand dieses Wertes werden Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser ausgelegt — etwa Deichhöhen. „Das Hochwasser der Elbe im Juni hatte den Bemessungswasserstand fast erreicht“, erinnert Wienholdt. Zu allen Themen arbeiten die Länder auch mit der Wasserschifffahrtsverwaltung des Bundes eng zusammen.

Quelle: ln-online.de

Am 26. Oktober wollen vier Bürgerinitiativen ein »Aktionsbündnis für Erhalt von Kulturlandschaften und Siedlungsfähigkeit, gegen nasse Enteignung« bilden. Interessierte Bürger sind willkommen.

Die Bürgerinitiativen (BI), die sich am Sonnabend zu einer Konferenz in Hangelsberg treffen, ärgert im Grunde stets das Gleiche – die anhaltende Bedrohung durch Hochwasser und die Behörden, die Beschwerden und Vorschläge der Initiativen ignorieren, sie hinhalten, als inkompetent darstellen. Neben der BI »Müggelspree« handelt es sich um die BI »Grundwasser Rathenow und Umgebung«, die BI »Pro Kulturlandschaft« (Nuthe-Nieplitz) sowie den Bürgerverein »Wir von hier« (Lübben).

Die BI »Müggelspree« beispielsweise hatte eingangs des Jahres nach fünf Sitzungen die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Landesregierung und ihrer Behörden aufgekündigt. Die BI wirft der Arbeitsgruppe vor, die Probleme zu verschleppen. Als Politik und Bürokratie unter sich waren, ging es dann schnell. Nun benötigten sie gerade mal zwei Sitzungen, um ein Paket von 17 Punkten zu schnüren.

Da stelle sich die Frage, warum ein solches Maßnahmepaket nicht vorher auf den Tisch kam, bedauert Landwirt Volker Schmohl von der Bürgerinitiative. Die BI hat die 17 Punkte analysiert und kommt zu dem Schluss, dass nicht eine einzige Maßnahme wirklich geeignet sei, die Spree besser abfließen zu lassen, um dauerhaft nasse Niederungen zu verhindern. Darauf verwies auch ein Vertreter des Landesumweltamtes. Nach seinen Worten würden alle vorgesehenen »Maßnahmen nicht zu einer Entlastung bei Hochwassern wie anno 2010 führen«.

»Selbst Arbeiten mit dem Ziel, mehr Spreewasser abfließen zu lassen, werden in einer Form betrieben, die das gesamte Vorhaben hintertreiben«, meint Lutz Holst von der BI. Es geht dabei darum, die Anbindung von Altarmen des Flusses und andere Wasserwege zu entkrauten und von Schlamm zu befreien. Man beginne aber an der Quelle und arbeite sich zur Mündung vor. Was zu immer neuen Staustufen führe. Der Wasserspiegel steige und drücke das Wasser wieder in die Fläche zurück. Und dort wiederum fließe nichts ab, weil die Gräben teils gar nicht unterhalten werden. Der effektive Weg wäre also der von der Mündung hin zur Quelle, dann könne das Wasser abfließen.

Die Bürgerinitiative misstraut Versprechen aus der Politik. Als das Gelände am Wulkower Bogen anno 2011 unter Wasser stand, versprach das zuständige Rathaus unter dem Eindruck abgesoffener Höfe, überfluteter Flächen und abgestorbener Bäume ein neues Schöpfwerk. Dann änderte man den Plan, es hieß, man werde ein mobiles Schöpfwerk anschaffen. Daraufhin aber Bedauern: Der Eigentümer des Bodens lehne das Projekt ab. Der aber gehört zur BI und sagte: »Bauen Sie das Schöpfwerk, man hätte es gar nicht abreißen dürfen.« Das Landesumweltamt bejaht den Bedarf. Aber es müsse erst ein Gutachten erstellt werden. Die BI überschlägt: Selbiges allein kostet erheblich mehr als der Bau des neuen Schöpfwerkes.

Ungereimtheiten finden sich reichlich im Maßnahmeplan. Da hält sich in der BI hartnäckig der Gedanke, dass eine Lösung der Probleme seitens der Politik und der Behörden gar nicht gewollt sein könnte und man im Grunde Wasser in der Landschaft halten möchte. Hintergrund ist die den EU-Richtlinien folgende strategische Orientierung, Moore wiederherzustellen, große Flächen zu renaturieren. Die Folge: Derzeit stehen landwirtschaftliche Nutzflächen das dritte Jahr unter Wasser. Mancher Bürger ließ für fünfstellige Beträge eine Wanne unter sein Haus bauen. Wer sich dies nicht leisten konnte, muss weiter bangen und hoffen. Und die Gefahr ist größer geworden. Denn vor den Hochwassern 2010/11 und 2013 waren die Böden trocken. Anders als damals ist die Spreeniederung derzeit aber vollgesaugt. Das wird in der BI als überaus problematisch empfunden: »Bereits ein zweitägiger Regen lässt nach unseren Messungen den Pegel um zehn Zentimeter ansteigen«, sagt Lutz Holst.

Vom Zusammengehen, das jetzt verabredet werden soll, versprechen sich die Bürgerinitiativen mehr Informationen, mehr Kompetenz und mehr Mitbestimmung. Volker Schmohl sagt: »In Mecklenburg-Vorpommern sind ähnliche Probleme wie hier an der Müggelspree entstanden. Dort gab es ein Planfeststellungsverfahren, betroffene Flächen wurden aufgekauft, der Bürger entschädigt. Im Sinne des Rechtsstaates. Und dann ist es eben nass. Aber so?«

Wasserkonferenz, 26. Oktober, 10 bis 16 Uhr, Hangelsberg (Oder-Spree), Bürgerhaus, Berliner Damm 10

Quelle: neues-deutschland.de

Hochwasser spült Waffen in der Weißen Elster frei

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Hochwasser der Weißen Elster im Frühsommer hat bei Neumühle im Kreis Greiz Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Wie die Bürgermeisterin des Ortes, Pedra Hofmeister, MDR THÜRINGEN sagte, wurde an einem Wehr beim Dorf Erdreich weggespült, das die Altlasten über Jahrzehnte bedeckt hatte. Dadurch seien einige Waffen freigelegt und entdeckt worden. Man habe die Stelle gesichert und die zuständigen Stellen informiert. Die Waffen wurden dann im August geborgen

Die im Auftrag des Landes Thüringen tätige Munitionsbergungsfirma Tauber hat nach eigenen Angaben an der Stelle schließlich fast 200 Waffen mit einem Gesamtgewicht von etwa 170 Kilogramm geborgen – darunter auch scharfe Panzerfäuste. Den Angaben der Firma zufolge handelt es sich um Waffen aus den Beständen der Wehrmacht, die offenbar von den Alliierten nach Kriegsende in den Fluss gekippt worden sind. Ein Sprecher des Unternehmens sagte MDR THÜRINGEN, vor allem die US-Truppen hätten Waffenbestände der Wehrmacht in Gewässern, aber auch in Bombenkratern versenkt.

Der Einwohner Friedrich Bräunlich hat als Kind beobachtet, wie die Waffen in der Weißen Elster versenkt wurden. „Die sind mit den Lkws hier rückwärts an die Elster gefahren und haben militärisches Gerät versenkt – Munition, Panzerfäuste, MGs, entsprechende Munition, Handfeuerwaffen – alles, was die Wehrmacht hatte“, sagte der 75-Jährige dem MDR.

Quelle: mdr.de

Ottfried Fischer plant Hochwasser-Museum in Passau

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Passau

Kabarettist Ottfried Fischer (59) will in seinem Haus in Passau ein Hochwasser-Museum errichten. Nach dem verheerenden Rekordhochwasser vom Juni dieses Jahres hat sich Fischer laut Mitteilung vom Mittwoch entschlossen, mit einer Dauerausstellung an dieses Ereignis zu erinnern, Gründe für das Hochwasser zu zeigen und die Leistungen der Helfer zu würdigen.

München  –  Umgesetzt wird das Projekt den Angaben zufolge von Kulturmanager Peter Syr. Am Freitag (25. Oktober) wird Fischer in München Details zu dem geplanten Museum bekanntgeben. Die Drei-Flüsse-Stadt Passau erlebte in diesem Sommer mit einem Pegelstand von 12,90 Metern die schlimmste Hochwasserkatastrophe seit dem Jahr 1501.

Quelle: abendzeitung-muenchen.de

Eine Umleitung für die Sturzbäche

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Hier wird der Hochwasserschutz für Alfter-Ort schon einmal konkret sichtbar: Baubeginn für den Schlossweg-Entlastungsgraben, der bei künftigen Starkregen Sturzbäche vom Ortskern ablenken soll.

ALFTER.  Hier wird der Hochwasserschutz für Alfter-Ort schon einmal konkret sichtbar: Baubeginn für den Schlossweg-Entlastungsgraben, der bei künftigen Starkregen die Sturzbäche aus Schloss- und Buchholzweg sowie vom nördlichen Villehang zwischen Friedhof und Hof Mandt vom Ortskern ablenken soll. Nach dem symbolischen ersten Spatenstich gestern soll das rund 800000 Euro teure Projekt bis Ende März fertig werden.

Während Planer, Ingenieure und Bauunternehmer zuversichtlich ans Werk gehen, gab es bis gestern bei manchen Laien, darunter auch Bürgermeister Rolf Schumacher, einige Skepsis: Das vom Hang herabstürzende Wasser soll, so sieht es vor Ort für Nichtfachleute aus, von der Kreuzung Schlossweg/Buchholzweg aus offenbar erst einmal ein Stück den Schlossweg in Richtung Roisdorf wieder hinaufrauschen.

Tatsächlich wird der Graben nördlich der Kreuzung und unterhalb des Schlossweges so tief quer in den Hang geschnitten, dass das Wasser nicht klettern muss, sondern bis zur Gemeindegrenze fließen kann und dann noch fast 800 Meter hangabwärts bis zum Alfter-Bornheimer Bach seinen Weg finden soll. Noch in der Nacht zuvor hatte die Baugrube nach Gewitter voller Wasser gestanden; hätte es stärker geregnet, hätte sich die Flut möglicherweise wie schon oft talwärts zur Kronenstraße und dann über sie in den tieferliegenden Ortskern ergossen.

Dieser Wasserfall bis zum Görresbach soll ab Frühjahr 2014 Geschichte sein: Der Entlastungsgraben soll wie eine Ortsumgehung für Oberflächenwasserfluten wirken und Wasser und Schlamm längs der nördlichen Gemeindegrenze dem Alfter-Bornheimer Bach zuführen. Auch hierbei gab es Skeptiker, aber in Fachleute-reihen: Der Alfterer Fachbereichsleiter Artur Volkmann und Diplomingenieur Rolf Ingo Grünefeld (Regionalgas Euskirchen) haben nach Bürgermeister-Darstellung energisch für das Projekt bei Bauaufsicht und auch bei Bahnbetreiber HGK kämpfen müssen. Auch dort waren „kletterndes Wasser“ und steiler Abfluss in den Alfter-Bornheimer Bach neben den Stadtbahngleisen zunächst nicht geheuer. Die Projektvorkämpfer schafften es geduldig, zu überzeugen und die Baugenehmigungen für den Graben zu erhalten.

„Nicht nur langersehnt“, nannte Rolf Schumacher das Vorhaben, sondern auch „ein anspruchsvolles Projekt“ und ausdrücklich „dringend erforderlich“. Denn wenn mal in Alfter die Sonne nicht scheine, dann liege der Kernortsteil Alfter in einem „Trichter“ der Hänge und bekomme hier mehr Starkregenfluten ab als andere Vorgebirgsorte.

Ortsvorsteher Werner Jaroch sorgte sich um die Sicherheit der Kinder aus benachbarten Schulen und Kindergärten. Er erfuhr, dass die Grabengestaltung grundsätzlich wie ein Straßengraben nicht gesichert werde. Aber planmäßig tiefe Grabenabschnitte – auch mit im Flutfall tiefem Wasserstand – werden durch Geländer gegen Zutritt gesichert, ebenso wie Querdämme und Wasserbausteine im unteren Graben-teil eine Schussfahrt des Wassers vermeiden sollen .

Quelle: rundschau-online.de

Ein Gemälde. Darauf eine liebliche Landschaft. Bäume, ein Bauernhaus, ein Bächlein. Hans-Peter Janitzka und seine Frau Marina halten das Bild fest in ihren Händen. Beide haben dabei Tränen in den Augen. Sie schweigen. Marina schweigt ohnehin häufiger, doch für Hans-Peter ist das ungewöhnlich. Er ist umtriebig und redet eigentlich gerne. Doch jetzt schweigt auch er. Im neuen Zuhause soll das Gemälde einmal einen Ehrenplatz bekommen. Beide hängen sehr daran. Aus gutem Grund: Das Kunstwerk ist der einzige Gegenstand, den die Janitzkas aus ihrem alten Zuhause retten konnten. Der einzige. Ansonsten wurde alles restlos zerstört – vom Hochwasser, das in dem alten Haus bis kurz unters Dach stand. Das Haus muss demnächst abgerissen werden, so wie viele weitere Häuser hier in Fischbeck, jenem Ort in Sachsen-Anhalt, der es Anfang Juni bundesweit zu einer traurigen Berühmtheit gebracht hat.

Filmreife Szenen in Fischbeck

In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni brach der Elbedeich in Fischbeck auf einer Länge von rund 50 Metern. Gewaltige Wassermassen strömten ungebremst ins Land hinein. Binnen Minuten mussten die Janitzkas ihr Haus verlassen, nur mit dem, was sie am Leib trugen. Auch die 30 Kaninchen, die hinter dem Haus in ihren Ställen waren, musste die Familie zurücklassen. Tochter Christin war bereits zuvor evakuiert worden. Die 24-Jährige ist
schwer behindert.

Am gebrochenen Deich spielten sich in der Folgezeit filmreife Szenen ab. Szenen, die dem kompletten Gegenteil der lieblichen Landschaft auf Janitzkas Gemälde entsprachen: Während Polizeipanzer für eine apokalyptische Stimmung sorgten und ratternde Bundeswehr-Hubschrauber überdimensionale Sandsäcke ins Wasser warfen, wurden in einer spektakulären Aktion drei Frachtkähne gesprengt, um diese als riesige Stöpsel für die Deichbruchstelle zu verwenden.

Christin kam in einer Einrichtung der Lebenshilfe unter. Die Eltern richteten sich übergangsweise in einem nahen, leer stehenden Konsum-Supermarkt ein. Doch Vater Hans-Peter hielt die Ungewissheit nur wenige Tage aus: Er entschloss sich, zu seinem Haus zurückzukehren, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Nachts bin ich erst einmal ein Stück durch den dunklen Wald gegangen. Doch um das Haus herum stand alles noch unter Wasser. Ich schwamm rund 100 Meter zum Haus – alles war zerstört. Von den Kaninchen war nichts mehr zu sehen, sie wurden weggeschwemmt.“ Das Haus stand zehn Tage unter Wasser, es wurde vollständig unterspült und ist einsturzgefährdet. Schnell war klar: Es bleibt nur der Abriss.

Vormieter hatten Pferde in der Wohnung

Von ihrem Notquartier im Supermarkt aus machten sich die Janitzkas auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Sie fanden es gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite: Eine Wohnung, die zuvor Mietnomaden bewohnt hatten und die sich in einem jämmerlichen Zustand befand. „Die Vormieter besaßen zwei Pferde“, sagt Hans-Peter Janitzka. „Und in der Hochwasserphase brachten sie die Tiere doch tatsachlich in der Wohnung unter.“ Mit dem Rückgang des Wassers habe sich dann auch die Familie mitsamt den Pferden davongemacht.

Die Janitzkas standen vor der Mammutaufgabe, ihre neue Bleibe bewohnbar zu machen. Hilfe fanden sie beim Arbeiter-Samariter-Bund. „Wir haben Handwerker angestellt, die Flutopfer beim Wieder- oder Neuaufbau kostenlos unterstützen“, erklärt Stefan Eichler vom ASB Altmark. Drei dieser sogenannten „mobilen Engel“ seien zwei Wochen lang bei den Janitzkas im Einsatz gewesen. Tapete abreißen, grundieren, tapezieren, neu streichen und die Vorbereitungsarbeiten für den Fliesenleger. Schon bald können die Janitzkas in die neue Wohnung einziehen.

„Wegen der hohen Auftragslage finden viele Menschen derzeit keine Handwerker“, sagt ASB-Fluthilfekoordinator Dirk Biereige. „Weil aber der Winter vor der Tür steht, kann der Wiederaufbau nicht warten. Daher sind wir schnell mit konkreter Hilfe aktiv geworden.“ Der ASB hat neben den Handwerkern auch weitere Mitarbeiter, die sich speziell um das seelische Wohl der Menschen kümmern – oder betroffene Familien bei der Kinderbetreuung unterstützen.

Fischbeck blickt nach vorne – auch dank des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Quelle: aktion-deutschland-hilft.de

Hochwasser macht bekanntlich nicht an Landesgrenzen halt, auch nicht an der Mosel. Um sich gemeinsam besser zu schützen, haben Deutschland, Luxemburg und Frankreich jetzt die Hochwasserpartnerschaft „Dreiländermosel“ besiegelt.

„Wir müssen uns gemeinsam wappnen“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Die Mosel zähle zu den Einzugsgebieten mit dem größten Hochwasserrisiko in Rheinland-Pfalz. Ziel der neuen Vereinbarung sei es, zusammen Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. So sollen Katastrophenpläne aufeinander abgestimmt und grenzüberschreitend Fortbildungen für Mitarbeiter etwa von Feuerwehr und Abwasserwerken organisiert werden.

Damit arbeiten erstmals Kommunen aus drei Ländern und zwei Bundesländern bei der Hochwasservorsorge direkt zusammen. Die Partnerschaft deckt den Flussabschnitt zwischen dem französischen Hunting und dem rheinland-pfälzischen Konz ab. Beteiligt sind 20 französische, luxemburgische, saarländische und rheinland-pfälzische Gemeinden.

Quelle: swr.de

Neue Pumpen fürs nächste Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Bayern

Wartenberg – Die Marktgemeinde gibt 43 000 Euro aus, um die Feuerwehr für die nächste Flut zu wappnen. Außerdem wird der Kanal in Pesenlern verbessert.

Die Feuerwehr Wartenberg soll für den nächsten Hochwassereinsatz optimal ausgerüstet sein. Daher billigte der Marktgemeinderat Anschaffungen im Wert von insgesamt 43 000 Euro. „Die Aktiven haben festgestellt, dass die Pumpen nicht so sehr geeignet sind, Schmutzwasser zu pumpen. Alle fünf Minuten hat die Pumpe wieder zugemacht“, berichtete Bürgermeister Manfred Ranft über die Erfahrungen der Juni-Flut. Dabei sei die Tragkraftspritze aus dem Jahr 1962 sogar kaputt gegangen. Ein Ersatz dafür schlägt allein mit über 9000 Euro zu Buche.

Außerdem werden Wassersauger, Schmutzwasserpumpen, ein Notstromaggregat und ein Lichtsatz angeschafft. Auf der Liste steht auch eine mobile Lautsprecheranlage, die mit einem Magneten aufs Autodach montiert werden kann (gut 5000 Euro). Damit soll die Bevölkerung gewarnt werden können.

Mit einer Beförderungsleistung von 12 000 Liter pro Minute soll eine Zapfwellen-Kolben-Pumpe ein wichtiger Bestandteil der technischen Ausstattung sein (8000 Euro). Sie kann an ein landwirtschaftliches Fahrzeug montiert werden. „Mit einer solchen Pumpe hätten wir Pesenlern retten können“, sagte Ranft über den Ortsteil, der nicht nur bei der Jahrhundert-Flut unter hochsteigendem Grundwasser zu leiden hatte. Eine solche Investition sei dann eventuell sinnvoller, als einen teuren Schacht in Pesenlern zu bauen.

Der Landkreis habe drei solcher Pumpen angeschafft, berichtete Ranft. Die Wartenberger müssten dann überlegen, ob sie das Gerät als offizielles Einsatzmittel melden. So wäre es im Alarmfall eventuell woanders im Landkreis im Einsatz. „Dann haben wir wieder nichts davon“, erklärte der Bürgermeister. Alle Ausrüstungsgegenstände sollen in den Haushalt 2014 aufgenommen werden. Für die Tragkraftspritze sind Zuschüsse zu erwarten.

Das hohe Grundwasser soll auch mit einer erneuerten Kanalisation in Pesenlern bekämpft werden. Der Marktgemeinderat hat die Aufträge für den Bau einer neuen Druckentwässerung vergeben. Der Beschluss über die auf insgesamt 92 000 Euro geschätzten Arbeiten fiel einstimmig. „Ich denke, dass die Firmen nächste Woche anfangen“, erklärte Ranft.

Zum Dank für den Einsatz Anfang Juni haben ein paar Pesenlerner der Feuerwehr Geld gespendet. Knapp 1100 Euro gingen an die Retter, berichtete der Bürgermeister.

Quelle: merkur-online.de

Die Eyach-bedingte Überschwemmung im Bereich Hindenburgstraße /Au-Stadion am 1. Juni war nicht zu verhindern. Zu diesem Schluss kommt die Stadtverwaltung nach intensiver Ursachenforschung.

Rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde „oder vielleicht sogar etwas mehr“ (Oberbürgermeister Helmut Reitemann) wälzten sich am Abend des 1. Juni Eyach-abwärts. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt im Jahr 2000 waren jedoch „nur“ bis zu einem Jahrhunderthochwasser von maximal rund 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt worden. Im Bereich Hindenburgstraße bis zu einem 50-jährigen Hochwasser mit maximal 109 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Dass es noch schlimmer kommen könnte, damit rechnete seinerzeit offensichtlich kaum jemand. Doch es kam schlimmer. „Die Gewässerdirektion beim Regierungspräsidium hat uns bestätigt, dass es sich im Juni um eine Extremsituation gehandelt hat“, erklärte Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler gestern Abend den Balinger Stadträten. Man habe daher auch keine Chance gehabt, die Überflutungen des hinteren Bereichs der Hindenburgstraße und des Au-Stadions abzuwenden.

Inzwischen ist vielen Experten klar, dass nicht mehr die Frage ist, ob solch ein gewaltiges Hochwasser erneut auftritt, sondern nur wann es wieder zuschlägt. Was aber tun? Diese Frage möchte die Stadtverwaltung nun intensiv und zügig mit Vertretern der Gesamtfeuerwehr Balingen und Mitarbeitern der Gewässerdirektion klären. „Im November sind die ersten Gespräche anberaumt.“ Ziel: Die Erarbeitung eines Hochwasserschutzplans für die Kernstadt und die Teilorte entlang der Eyach beziehungsweise der Steinach. Was der beinhalten könnte, präsentierte Köhler gestern. Ein von 300 Meter mal 200 Meter langen Wällen eingerahmtes Rückhaltebecken zwischen Erzingen und Endingen. Köhler: „Im Ernstfall eine riesige Wasserfläche.“ Dazu ein weiteres Becken im Bereich des Wettbachs oder alternativ umfangreiche Schutzmaßnahmen im Bereich des Balinger Messegeländes. Beide Varianten sind nicht unter einer bis anderthalb Millionen Euro zu bekommen.

Beim Au-Stadion könnte sich Köhler vorstellen, mobile, im Boden verschraubbare Aluwände anzuschaffen. Doch was auch immer man dort mache, es sei klar, dass die Hochwassermaßnahmen schon mit Blick auf die Eyachufer-Umgestaltung zur Gartenschau koordiniert werden sollten. „Hier jetzt beispielsweise einfach eine Staumauer einzuplanen, halte ich nicht für sinnvoll“, so Köhler.

Quelle: zak.de

Erste Hochwasser-Hilfen an Landwirte gezahlt

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Brandenburg, finanzielle Hilfen

Potsdam  Gut vier Monate nach dem Sommer-Hochwasser hat das Potsdamer Agrarministerium die ersten Hochwasserhilfen ausgezahlt. An 13 Landwirte sei Schadensausgleich in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro gezahlt worden, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Vorrangig wurden die Härtefälle aus den Havelpoldern bei Rhinow entschädigt, die einen wirtschaftlichen Totalausfall hatten.

„Das sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe“, erläuterte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Zu den Schäden gehörten neben Ernteausfällen die Kosten für Bergung der Tiere und für die Räumung der überfluteten Flächen. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums bis Mitte Oktober 318 Anträge auf Hochwasserhilfe mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro eingereicht. Davon seien bereits 55 Anträge mit einem Volumen von 5,3 Millionen Euro bewilligt.

Quelle: moz.de

Stadt Dresden stellt Wiederaufbauplan nach Hochwasser vor

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Dresden, Hilfe

Insgesamt 82,7 Millionen Euro erhält die Stadt Dresden vom Freistaat Sachsen für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser im Juni 2013. Am Mittwoch hat Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann als Leiter des Hochwasser-Nachsorgestabes den konkreten Wiederaufbauplan vorgestellt.

Der vom Freistaat Sachsen bestätigte Plan enthält Schäden an Straßen und Brücken, dem DVB-Netz, Schulen, sowie Sportanlagen und Bädern sowie anderen Infrastruktureinrichtungen. Größter Einzelposten ist die Augustusbrücke, für die rund 16 Millionen Euro bereitgestellt werden. Für die rund 270 Maßnahmen müssen bis 30. Juni 2015 die entsprechenden Anträge auf Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. „Die Erfahrungen der letzten Hochwasserereignisse haben dafür gesorgt, dass alle Beteiligten mit hoher Professionalität zügig die erforderlichen Dokumentationen erbringen konnten“, so Vorjohann, der davon ausgeht, das bald mit der Beseitigung der Schäden gestartet werden kann.

Quelle: dnn-online.de

Hochwasser Deutschland 2013 – Applaus, Applaus!

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Malteser unterstützen die Sanierung einer Schule in Neuhaus am Inn

Applaus, Applaus
für deine Hilfe.
Mein Herz geht auf,
wenn du hilfst.
Applaus, Applaus
für deine Art uns hier zu helfen.
Hör niemals damit auf.
Ich wünsch mir so sehr,
du hörst niemals damit auf!

Die Band „Sportfreunde Stiller“ hätte ihre helle Freude daran, wenn sie sehen würde, was die Schüler der Maria-Ward-Realschule in Neuhaus am Inn aus dem Lied „Applaus, Applaus“ gemacht haben. Gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Irmgard Weinmann haben die Jungen und Mädchen das Original umgetextet und an ihre Situation angepasst – um sich dadurch bei den vielen Fluthelfern zu bedanken.

Die Schule ist in einem alten Barockschloss untergebracht, das sich seit dem Jahr 1320 auf einer Insel im Inn befindet. 634 Jahre später – also 1954 – stand der ehrwürdige Bau erstmals über zwei Meter unter Wasser. Auch 2002 war das Schloss betroffen, und nun also, am 3. Juni 2013, die nächste „Jahrhundertflut“. „Von oben gesehen glich unsere Schule einem sinkenden Schiff“, sagt die Schulleiterin Astrid Schmid. Nach Rückgang des Wassers habe sich ihr ein Bild des Grauens geboten: „Berge von Schlamm und Schutt in Klassenzimmern, der Küche und unseren Speisesälen – es war unvorstellbar. Sogar das massive Holzgeländer der Klosterbrücke wurde von den Wassermassen mitgerissen.“

Schüler und Eltern, Lehrer und Nachbarn, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer – sie alle packten in den Folgetagen mit an, um das Schulschiff wieder einigermaßen flott zu bekommen. Und tatsächlich: Zumindest die 9. und 10. Klassen konnten bereits drei Tage nach der Flut wieder den Unterricht aufnehmen, um ihre Abschlussarbeiten zu schreiben.

Gesamtschaden beträgt 1,5 Millionen Euro

Doch noch Monate nach der Flut laufen in vielen Räumen die Trockner. Das benachbarte Josefshaus, in dem elf Klassenzimmer und die Lehrküche der Schule untergebracht sind, ist schwer beschädigt und muss voraussichtlich 2014 abgerissen werden. Ein Neubau ist bereits angedacht. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 1,5 Millionen Euro. „Unsere Schulstiftung ist bei weitem nicht in der Lage, dies alles alleine zu stemmen“, sagt die Schulleiterin. „Neben der staatlichen Unterstützung waren wir von Anfang an auf Spendengelder angewiesen.“ So seien alle bisher anfallenden Kosten – von Stromkosten für Trocknungsgeräte, über Rechnungen von Handwerkern bis hin zur Reparatur der Telefonanlage – aus Spenden finanziert worden.

Allein die Hochwasserhilfe Bayern/Thüringen des Malteser Hilfsdienstes hat der Maria-Ward-Schule 385.000 Euro zur Verfügung gestellt. Spendenmittel, die größtenteils von Aktion Deutschland Hilft kommen, aber auch vom Bayerischen Rundfunk. „Dadurch konnten die Speisesäle bereits wiederhergestellt werden“, sagt Malteser-Koordinatorin Alexandra Bengler. „Genauso wie die Außenanlagen, hier vor allem der Gartenbereich.“ Soweit dies möglich sei, wolle man auch die Räume im Josefshaus wieder für den Unterricht nutzbar machen – wobei hier vor allem die Lehrküche wieder eingerichtet werden soll. Alexandra Bengler: „Allein die Küchenmöbel und -geräte kosten etwa 100.000 Euro. Sie sollen jedoch so eingebaut werden, dass sie in einem Neubau des Josefshauses weiterhin voll nutzbar sind.“

„Applaus, Applaus“, die 697 Schülerinnen und Schüler sind angesichts der großen Hilfsbereitschaft tief beeindruckt – und froh darüber, das Schulleben wieder aufnehmen zu können.

@ Das Helferlied des Schulchors im Internet: www.youtube.com/watch?v=ToL9vmdF9_Q

Quelle: aktion-deutschland-hilft.de

Das Dorf gehörte zu den am stärksten von der Flut betroffenen Kommunen in Westsachsen. Keiner der vier Ortsteile blieb verschont.

Fraureuth. Das Hochwasser vom 2. Juni ist Geschichte, doch ein Großteil der Schäden sind in der Gemeinde Fraureuth noch immer sichtbar. Deren Beseitigung kann die Kommune nun schrittweise in Angriff nehmen. Dafür erhält die Gemeinde 2,5 Millionen vom Freistaat. Davon bekommt Fraureuth 1,95 Millionen Euro von der Sächsischen Aufbaubank, der Rest kommt vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. „Wir bekommen die Beseitigung aller von uns gemeldeten 25 Schäden in vollem Umfang bezahlt und erhalten sogar noch einen Zuschlag von zehn Prozent“, sagt Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU).

Von den bewilligten Vorhaben wurden acht Projekte in der Prioritätenliste als sehr hoch eingestuft. Dazu gehören die Instandsetzung des Mühlgrabens vom Einlass Neumarker Bach bis zur Ernst-Ahnert-Straße 23 im Ortsteil Gospersgrün sowie die Sanierung des Feuerlöschteiches am Wiesenweg in Römersgrün. Auf der Dringlichkeitsliste ganz oben stehen unter anderem auch die Beseitigung der Schäden, die das Hochwasser am Ruppertsbach im Bereich der Talstraße 34 sowie der Kleingartenanlage „Wiesengrund“ anrichtete. Mit dem vom Freistaat bewilligten Geld sollen unter anderem auch die Brücke zum „Steinbruch“, Ernst-Ahnert-Straße, repariert sowie der Beiersdorfer Bach im Bereich Dorfstra- ße 25 in Höhe der Feuerwehr grundhaft in Stand gesetzt werden.

Zu den Schwerpunktvorhaben in der Gemeinde gehört das Freibad Fraureuth. „Die Einrichtung wurde durch das Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen und musste nach der Flut für fast zwei Wochen geschlossen werden“, sagt der Bürgermeister. Durch den Dauerregen trat der sich hinter dem Bad am Waldesrand befindliche Vorstau über die Ufer. Die braune Brühe schoss den Hang hinunter in die Freizeiteinrichtung, floss in das Becken, vermischte sich mit dem Badewasser und verwandelte das Areal in eine Seenlandschaft. Dabei wurden unter anderem Spielplatz und Volleyballplatz weggespült. Ein Teil der Kanalisation, die unter dem Bad verläuft und durch die das Wasser des Vorstaus fließt, wurde zerstört. Was sich während der Flut besonderes negativ auswirkte: Die Gemeinde hatte 2011 in das Bad 20.000 Euro investiert und mit dem Geld unter anderem eine Pumpe installiert, mit deren Hilfe das Becken mit Nass in Trinkwasserqualität gefüllt wird. Auch diese Technik wurde durch die Flut beschädigt.

Gemeinden setzen Projekte um

Die Stadt Werdau hat 13,7 Millio- nen Euro für die Beseitigung der Hochwasserschäden bekommen. Das größte Bauvorhaben ist dabei die Instandsetzung der Ufermauer der Pleiße entlang der Turnhallenstraße. Diese Maßnahme kostet rund 1,7 Millionen Euro.

Crimmitschau erhielt 7,5 Millio- nen Euro und setzt damit 74 Maßnahmen um, unter anderem für Instandsetzungsarbeiten im Sahnpark.

Neukirchen bekam 3 Millionen Euro. Dafür soll zum Beispiel das Lehrschwimmbecken repariert werden.

Quelle: freiepresse.de

In der Gemeinde in der Reischenau könnte ein Schaden von bis zu acht Millionen Euro entstehen

Dinkelscherben Die Wassermassen im Falle eines Jahrhunderthochwassers würden die Region um Dinkelscherben akut bedrohen: Über 30 Prozent der bebauten Fläche wäre davon betroffen. Diplom-Iingenieur Frank Steinbacher berichtete vor besorgten Bürgern im Vereinsheim von Häder, wie es um den geplanten Schutz für das Gebiet um Zusam und Kleiner Roth steht. Dabei übten die Anwesenden Kritik an der Politik vor rund 40 Jahren, als die Gewässer begradigt wurden.

Speziell der Gedanke an ein „Jahrhunderthochwasser“, also an extreme Überflutungen, wie sie im Schnitt nur alle 100 Jahre einmal stattfinden, macht einigen Dinkelscherbern zu schaffen. Eine solche, von Fachleuten „HQ 100“ genannte Katastrophe würde über ein Drittel, also rund 150 Gebäude im Bereich der Zusam und Kleinen Roth, unter Wasser setzen. Viele Bewohner fürchten um ihre flussnah gelegenen Häuser.

Auch dieses Jahr wurde es kritisch, als im Juni der Pegel der Zusam bei Fleinhausen die Marke von 1,50 Metern erreichte – bei einem Normalwert von 40 Zentimetern. Die Betroffenen hatten damals Glück, der Regen setzte mehrfach aus: „Wenn das über Nacht so weitergegangen wäre, wäre der Gemeindebereich überschwemmt worden“, warnte Peter Kraus (FW), zweiter Bürgermeister von Dinkelscherben. Er betonte Dinkelscherben „ist massiv gefährdet“.

Diplom-Ingenieur Frank Steinbacher, Hauptreferent des Abends präzisierte vor den rund 20 Besuchern in Hädern die Folgen des verheerenden Hochwassers vom Juni für weite Teile Bayerns und Ostdeutschland. „Die Schäden werden immer größer“, so der für seine lasergestützte Vermessung von Binnengewässern aus der Luft bereits mit dem österreichischen Businesspreis „i2b-Award“ prämierte Steinbacher.

Beispiele für die extreme Macht großer Wassermengen gibt es auch im Landkreis. Wie der Referent ausführte, war auch Welden dieses Jahr betroffen, nicht von Wasser der Laugna, sondern durch starken Regen. „20 Zentimeter ist dort das Wasser über den Waldboden geschossen. Falls die Kanalisation die Massen nicht mehr aufnehmen kann, laufen die Keller voll.“ Frank Steinbacher sieht allein in Dinkelscherben ein Schadenspotenzial von 7,5 bis 8 Millionen Euro – Grund genug für den Freistaat, um zu handeln. Bis 2020 wird Bayern „2,3 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investieren“. In der Reischenau sollen zwei Rückhaltebecken bei Siefenwang und Ziemetshausen dafür sorgen, dass sich die Zusam im Fall eines Jahrhunderthochwassers nicht in ein reißendes Gewässer verwandelt. Ebenfalls geplant ist ein Becken, damit aus der Kleinen Roth keine Gefahr wird. Die Gemeinde bemüht sich, Flächen zu tauschen, die im Rückstaugebiet liegen. Dabei gilt es eine Reihe Auflagen des Freistaats zu berücksichtigen, vor allem im Bereich des Umweltschutzes.

Steinbacher erklärte: „Man versucht nicht mehr, so stark in die Natur einzugreifen.“ „Das durfte man aber in den 70ern“, bemerkte einer der Anwesenden während der abschließenden Diskussion. Es sei vor rund 40 Jahren ein falscher Weg gewesen, die Gewässer zu begradigen. Kritisiert wurde von den Bürgern auch, dass anliegende Grundstücke damals zur Bebauung freigegeben worden seien. Wenn so eine Planung aktuell umgesetzt werden sollte, müsste man jedoch viele Auflagen beachten.

Alle im Vereinsheim waren sich einig, dass der Schutz vor einer möglichen Naturkatastrophe nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Wie es Gemeinderat Stefan Steinbacher, der Vater des Experten, auf den Punkt sagte: „Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein Betteldorf.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

In Merseburg beteiligen sich Anwohner finanziell am Bau einer Anlage zum Schutz vor der Saaleflut. Das ist in Sachsen-Anhalt einmalig. Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro.

Sanft steigt Dampf von der Saale auf, die sich träge in ihrem Bett wälzt. „Dieses Fleckchen Erde ist doch eigentlich ein Paradies“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrem Partner Olaf Necke und Sohn Jan in der Merseburger Werderstraße direkt am Fluss wohnt, der sich hier am Eingang zur Stadt noch seinen Weg durch die Aue bahnt. Doch die Idylle trügt. Viermal hat der Strom seit 1994 seine Urgewalten entfesselt, 20 Privatgrundstücke überschwemmt – das letzte Mal mit einem Rekordhochwasser im Juni dieses Jahres. „Ich möchte endlich nicht mehr in Angst vor der Saale leben müssen“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrer Familie nach wie vor mit den Folgen der Flut kämpft. Ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt soll den Südosten Merseburgs nun Schutz vor künftigen Überflutungen bringen.

Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro

Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro – finanziert zu 80 Prozent durch das Land. Den Rest der Summe trägt die Stadt, die wiederum die Grundstücksbesitzer in der Werder- und der Krautstraße auf freiwilliger Basis an den Kosten beteiligt. Das gab es in Sachsen-Anhalt in dieser Form noch nie. Für bebautes Land schießen die Eigentümer einen Euro pro Quadratmeter zu, für unbebaute Flächen 50 Cent. 43 000 Euro kommen so zusammen, die in den städtischen Finanzanteil einfließen. „Es hat viele Gespräche mit den Anwohnern gegeben. Und sicher wurde hier und da auch kontrovers diskutiert. Letztlich haben sich alle der Idee angeschlossen“, erzählt Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU).

Dass die Grundstückeigentümer auch finanziell Verantwortung übernehmen, findet Bühligen in diesem Fall richtig. „Durch den Hochwasserschutz tragen wir zum Werterhalt des privaten Eigentums in diesem Stadtteil bei. Die Menschen, die hier wohnen, müssen daran ein Eigeninteresse haben.“ Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) sieht es ähnlich. „Diese Verfahrensweise ist ein sinnvoller Weg. Jeder, der von Hochwasser betroffen sein kann, ist verpflichtet, eine geeignete Vorsorge zu treffen, soweit das möglich und zumutbar ist.“ Ob das Modell Schule machen kann, sagt der Minister aber nicht.

Knackpunkt ist im Fall von Merseburg die Einstufung der etwa 53 000 Quadratmeter großen Fläche. Sie gilt als Überschwemmungsgebiet. „Diese Flächen dienen in ihrer natürlichen Funktion als Rückhalt bei Hochwasser“, heißt es aus dem Umwelt- und Agrarministerium in Magdeburg. Der neue Deich indes würde diese Schutzfunktion nicht beeinträchtigen, das ist bei der Planung überprüft worden. Die verbleibende Überflutungsfläche bleibe groß genug, ergab die Expertise.

Land muss nicht Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten schützen

Das Land sei nicht verpflichtet, eine Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten zu schützen, so das Ministerium. Da sich aber die Stadt beteilige, werde man das Vorhaben unterstützen – so wie beim Hochwasserschutz in Biederitz. Nur dass dort Anwohner nicht zur Kasse gebeten werden wie in Merseburg.

„Wir haben doch gar keine Wahl, als mitzumachen“, sagt Olaf Necke. Das 5 200 Quadratmeter große Grundstück mit dem Wohnhaus und den Nebengebäuden hat er von seinen Eltern übernommen. Die hatten gelernt, mit dem Hochwasser zu leben. Das aber soll früher längst nicht so extrem ausgefallen sein. „1988 stand das Wasser das erste Mal im Garten, 1994 dann einen Meter hoch im Haus“, schildert der 51 Jahre alte Juwelier, der in Bad Lauchstädt ein Uhren- und Schmuckgeschäft führt.

Als 2002 die Saale wieder ausbrach und immense Schäden hinterließ, hatte die Versicherung die Police gekündigt. Necke baute sich daraufhin seinen eigenen Damm, dazu eine massive Betonmauer. Denn wenn das Wasser kommt, dann gleich von drei Seiten. „2011 konnten wir das Haus halten, aber in diesem Juni waren wir wieder chancenlos“, erzählt er.

Mehr als 90 000 Euro an Schäden haben Gutachter ausgerechnet. Bevor die Mauern trocken sind, werden wohl noch Monate vergehen. Die Fluthilfe des Landes, die die Familie beantragt hat, lindert die Not. „Vier Flutkatastrophen in zwei Jahrzehnten. So kann es nicht weitergehen“, sagt Olaf Necke. Er wolle nicht mehr den Schlamm aus einem Haus schippen und von vorn beginnen.

Das Saalehochwasser bedroht indes nicht nur die Häuser an der Werderstraße, sondern auch den historischen Stadtteil Neumarkt. „Wir hätten ohnehin in den Hochwasserschutz investieren müssen. Nur wäre die Variante kleiner ausgefallen“, sagt Frank Friedrich, Sachbereichsleiter im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. So sollte die Bundesstraße 181 zu einem Damm ausgebaut werden. Der Neumarkt wäre dann sicherer, alle Grundstücke südlich davon aber der Flut ausgeliefert gewesen. „Und genau dieses Szenario wollten wir vermeiden“, sagt Bühligen.

Wie die Stadt reagiert hätte, wenn einzelne Grundstückseigentümer gegen den Finanzierungsplan auf die Barrikade gegangen wären, kann der Oberbürgermeister nicht sagen. „Dann hätten wir eine Lösung finden müssen.“ Oder es wäre bei der ursprünglichen Planung geblieben

Baubeginn für 2014 geplant

Soweit ist es nicht gekommen. Schon im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Vorgesehen ist eine Kombination aus Deich, Spundwand und mobilen Elementen. „Es ist der große Vorteil der Merseburger Variante, dass wir uns mit Privatpersonen nicht mehr herumschlagen müssen. Das dürfte das Planverfahren deutlich beschleunigen“, sagt Frank Friedrich vom Landesbetrieb. Die Unterlagen für die Genehmigung des Bauprojektes sind eingereicht, die Entscheidung, ob und wann die Bagger anrollen, fällt das Landesverwaltungsamt in Halle.

Mit der unverbauten Idylle ist es dann für Familie Nocke/Stötzner vorbei. Quer über ihr Grundstück soll dann eine Mauer verlaufen, wie Nocke gehört hat rund 1,50 Meter hoch. „Vor dem Anblick graut es mir schon heute“, sagt Uta Stötzner. Immerhin habe der Landesbetrieb für Hochwasserschutz zugesagt, dass das Bauerwerk optisch gestaltet werden soll. „Früher hätte ich nie zugestimmt“, sagt sie. „Aber seit diesem Sommer ist das anders.“

Quelle: mz-web.de

Hochwasser Sachsen-Anhalt: Fluthilfe fließt nur zögerlich

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Halle

Halle  – In Sachsen-Anhalt geraten offenbar Unternehmen in Existenznot, weil dringend benötigte Wiederaufbauhilfen nach dem Juni-Hochwasser vom Land noch nicht ausgezahlt werden können. Ursache dafür ist eine noch ausstehende Genehmigung der EU-Kommission für die Überweisung von Fluthilfen, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). „Es gibt Firmen, die auf weitere Zahlungen nach der Soforthilfe angewiesen sind“, sagte der stellvertretende Leiter des Wiederaufbaustabes der Landesregierung, Theo Struhkamp, der Zeitung. Bislang habe das Wirtschaftsministerium maximal 200 000 Euro Soforthilfe je betroffener Firma gezahlt, „doch es kommt Druck auf von Betrieben, die mehr als diese 200 000 Euro benötigen“, so Struhkamp. Das Land warte daher händeringend auf eine Entscheidung der EU-Kommission.

Quelle: finanznachrichten.de

Knapp vier Monate nach dem Hochwasser ist der Hecklinger Jens Weber noch immer im Einsatz, um den Menschen in Breitenhagen zu helfen. Der Volksstimme-Volontär Philipp Queitsch erzählt er, wie er diese Extremsituation empfand.

Volksstimme: Sind Sie nach der Krisenzeit in Breitenhagen wieder im Arbeitsalltag auf dem Bau angekommen?

Jens Weber: Definitiv. Ich habe die Arbeit zu Zeiten des Hochwassers vier Wochen lang ruhen lasse. Mittlerweile habe ich aber alles wieder aufgeholt und es ist fast alles wieder wie vorher.

Volksstimme: Fast?

Jens Weber: Nun ja, die Hilfe in Breitenhagen ist noch nicht beendet. Ich fahre noch immer regelmäßig dort hin, um beim Wiederaufbau zu helfen. Das passiert dann nach Feierabend. Die Mitglieder von „Delmenhorst, wir helfen“ unterstützen den Ort ebenfalls weiterhin. Es gibt noch viel zu tun.

Volksstimme: Wie reagieren die Menschen dort nach dem Hochwasser?

Jens Weber: Der Zusammenhalt vor Ort ist sehr groß. Wir Helfer und die Einwohner sind damals zusammengewachsen. Die Zahl meiner Freunde auf Facebook hat sich in dieser Zeit verfünffacht. Heute besuchen wir uns gegenseitig und unternehmen etwas zusammen. Wenn ich durch den Ort fahre, halte ich fast an jeder zweiter Tür. Die Menschen sind sehr dankbar und laden uns regelmäßig zum Grillen ein. Ich weiß von ein paar Helfern, die aus Stuttgart nun sogar nach Breitenhagen gezogen sind, weil dort enge Beziehungen entstanden sind.

Volksstimme: Wie sehen die Hilfsmaßnahmen heute aus?

Jens Weber: Die Helfer aus Delmenhorst sind sehr gut organisiert. Drei Lkw sind bisher in Breitenhagen eingetroffen, beladen mit allem, was benötigt wird. Auch bei den Handwerkern passt sich die Hilfe gezielt den Bedürfnissen an. Wenn ein Fliesenleger gebraucht wird, schauen wir, welcher noch Kapazitäten hat und derjenige wird kontaktiert. Das funktioniert wirklich sehr gut. Trotzdem gibt es noch viel zu tun und die Arbeiten gehen nur Stück für Stück voran. Das liegt wiederum daran, dass das Geld der Versicherungen die Menschen erst erreichen muss. Aber die meisten Einwohner sind stark und optimistisch. Wir bezeichnen Breitenhagen gern als das „Gallische Dorf“, weil sie den Großteil selber stemmen.

Volksstimme: Sie haben in den vier Wochen vor Ort viele Schicksale beobachten können. Haben Sie das alles mittlerweile verarbeitet?

Jens Weber: Man lässt schon viel Revue passieren. Einige Geschichten gehen mir schon ans Herz. Dennoch ist es eher der Ärger darüber, dass vieles hätte besser klappen können. Bei der Organisation lief damals einiges schief. Wir hätten noch mehr retten können. Aber nach und nach schaffen wir immer mehr.

Quelle: volksstimme.de

108 Millionen Euro Soforthilfe sind seit Anfang Juni an Hochwassergeschädigte in Bayern ausbezahlt worden. Zum 15. Oktober ist das Sofortgeld nun eingestellt worden. Die versprochene schnelle und unbürokratische Hilfe sei erfolgreich umgesetzt worden, so Bayerns Finanzminister Dr. Markus Söder am Mittwoch. In die Soforthilfeprogramme des Finanz-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministeriums flossen rund 85, 9 und 13 Millionen Euro. Auf die erste Hilfe folgen nun bundeseinheitliche Hilfen für den Wiederaufbau und Steuererleichterungen. Die Vereinbarkeit einer steuerlichen Sonderregelung für Sanierungsaufwendungen mit dem Europarecht muss noch bestätigt werden.

Quelle: trp1.de

Auch wenn das Hochwasser längst zurückgegangen ist, hat es immer noch starke Auswirkungen. In Gommern betrifft das den Wald, in den das Wasser bei der Überspülung des Ehledeiches gelaufen ist. Tausende Bäume sterben ab.

 

Gommern l Ein gespenstischer Anblick bietet sich dem Wanderer, der sich in die im Sommer überfluteten Fläche des Waldes zwischen Vogelsang und Gommern begibt. Viele der Bäume sind schon kahl, obwohl der Herbst erst begonnen hat. „Sie sterben ab“, erklärte Revierförster Jens Dedow auf Nachfrage. Betroffen seien die meisten Baumarten des Waldstücks zwischen Vogelsang, AWG-See und Gommern. Nur wenige seien stark genug, um das Wasser unbeschadet überstanden zu haben. Zehn Wochen haben die Bäume im Wasser gestanden. Dedow schätzt, dass das die Bäume regelrecht erstickt hat. „Sauerstoff fehlt im Stauwasser“, erklärte er.

Nur Bäume, die die Fähigkeit haben, durch wasserhaltende Schichten im Boden zu wachsen, scheinen zu überleben. „Das sind vor allem Eichen. Allerdings scheinen die Kiefern auch unbeschadet zu sein, damit hätte ich nicht gerechnet“, fügte er an. Dedow gibt sich auch da vorsichtig. „Wir haben mit solchen Ereignissen keine Erfahrung“, sagte er. Noch immer stehe an vielen Stellen das Wasser kurz unter der Bodenfläche, an einigen Stellen füllt es noch immer Senken. Viele Bäume wurden so geschwächt, dass sie nun Opfer von Parasiten werden. Käfer, aber vor allem Pilze setzen den Bäumen weiterhin zu. Die Roteichen in dem Waldstück weisen fast alle tiefschwarze Flecken auf. „Das ist Schleimfluss“, erklärt Dedow. Schuld daran ist ein Pilz. Er befürchte, dass dieser sich weiter ausbreite, so dass auch für diese Bäume nur das Abholzen bleibt

Vielen Bäumen sei es anzusehen, dass sie nur noch von ihren Reserven leben. „Sie haben nur wenige grüne Blätter. Sie leben von dem, was noch im Stamm ist und gehen dann ein“, erklärte der Fachmann. Die Wurzel sei bei ihnen schon tot.

Zwischen 15 bis 20 Hektar, so vermutet der Revierförster, müssen nun kahlgeschlagen werden. „Wir haben das bei der Unteren Forstbehörde beantragt“, erklärte er. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Ihm wäre es lieb, wenn der Schlag so schnell wie möglich passieren würde. „Das Holz wird ja nicht besser“, betonte er. Einige Stämme könnten noch zu Brettern verarbeitet werden, viele junge Bäume reichen nur für Industrieholz, erklärte er. Die Menge an Holz sei nicht unbedingt das Problem, „das fängt unsere Planung schon auf“, erklärte er. Es ist eher die Qualität, die nicht mehr genügt, damit aus den Bäumen Sägeholz werden kann. „Oder eben nur mit Preisnachlässen“, befürchtet er.

Vier bis fünf Jahre werde er sich noch mit den Flutschäden beschäftigen müssen, schätzte Dedow. „Das Aufziehen der neuen Bäume ist dabei noch nicht mal mitgerechnet“, fügte er an.

Zusätzlich zu den Schäden am Holz hat das Hochwasser etliche Forstwege zerstört. Beziehungsweise wurden die Wege zerstört, als die Lkw Sand und Schotter während der Flut gefahren haben, um Deiche zu errichten. Rund 15 Kilometer Wege seien nun wieder aufgefüllt worden.

Auch die Fauna habe das Wasser beeinflusst. „In diesem Gebiet vermute ich, dass die Hälfte des Rehwildes verendet ist.“

Da das Wasser von zwei Seiten kam, sei das Wild eingeschlossen gewesen. Wildschweine seien die besseren Schwimmer, daher haben vermutlich mehr überlebt. Einen besseren Einblick bringen die nächsten Wochen, wenn alle Blätter gefallen seien. Doch schon jetzt registriert Dedow, der auch Jäger ist, „wesentlich weniger Fährten“.

Quelle: volksstimme.de

Naturschützer nennen Hochwasserschutz in Sachsen ineffektiv

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Dresden. Sieben Umwelt- und Naturschutzverbände haben den Hochwasserschutz in Sachsen als ineffizient und nicht zeitgemäß kritisiert. Statt vor allem auf technische Maßnahmen wie höhere Deiche und Flutmauern in den Überschwemmungsgebieten entlang der großen Flüsse zu setzen, müsse ein wirksamer Hochwasserschutz in den Quellbereichen der Zuflüsse und den Hochwasserentstehungsgebieten betrieben werden, forderte die Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz am Freitag in Dresden. Auch von SPD und Grünen kam Kritik am Hochwasserschutzkonzept der Regierung. Das Umweltministerium wies die Vorwürfe zurück.

Für den Landesverband Sächsischer Heimatschutz warf der frühere CDU-Kultusminister und Umweltexperte Karl Mannsfeld den Behörden im Freistaat eine „einseitige Bevorzugung technisch baulicher Maßnahmen“ beim Hochwasserschutz vor. Diese seien kostenintensiver als die Schaffung von Überschwemmungsgebieten.

Nach der „Jahrhundertflut“ 2002 habe Sachsen noch 49 Deichrückverlegungen oder Polder mit einem Flächengewinn von circa 75.000 Hektar zum Hochwasserabfluss vornehmen wollen. 2012 sei das Ziel auf 34 Maßnahmen nachkorrigiert worden. „Und bis zum Juni 2013 wurden zwei Maßnahmen mit 114 Hektar gleich 1,5 Prozent der ursprünglichen Zielstellung umgesetzt“, sagte Mannsfeld. Er forderte ein „Fluss- und Auenprogramm“ für Sachsen und eine wesentliche Ausweitung der Überflutungsflächen und eine Renaturierung der Böden in den Quellgebieten, um einen Abfluss des Wassers bei starken Regenfällen zu verlangsamen.

Regierung soll Land bereit stellen

Nach Ansicht der Umweltverbände sollte die Staatsregierung bei der Schaffung der Überflutungsflächen öffentlichen Grund in flutsicheren Lagen als Ausgleich für Grundstückseigentümer in flussnahen Gebieten anbieten. Außerdem könnten solche Maßnahmen in bestehende Programme wie das Sächsische Waldmehrungsprogramm oder eine Umstrukturierung der Landwirtschaft einbezogen werden.

„Es hat viel mit Fläche zu tun, viel mit Engagement und viel mit Kreativität“, sagte Tobias Mehnert, Vorsitzender der Grünen Liga Sachsen. Dabei verwies er auf Naturschutzverbände, die in Eigeninitiative Überflutungsflächen gekauft und renaturiert hätten. „Ich bin optimistisch, wenn alle Institutionen des Freistaates Sachsen so aktiv vorwärts marschieren wie so manche Naturschutzvereinigung in ihrem beschränkten Rahmen, dass wir diese Problematik in 20 Jahren geklärt hätten.“

SPD und Grüne begrüßten die Forderungen der Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, in der neben dem Sächsischen Heimatschutz und der Grünen Liga auch Nabu, BUND, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Landesjagdverband und die Sächsischen Angler organisiert sind.

Ministerium weist Kritik zurück

Das Umweltministerium wies den Vorwurf eines einseitig ausgerichteten Hochwasserschutzes zurück. Sogenannte „Jahrhunderthochwasser“ wie 2002 oder im Juni dieses Jahres seien allein durch naturnahen Hochwasserschutz oder die Schaffung von Rückhalteflächen nicht zu bewältigen, sagte Sprecher Falk Hofer.

Wir haben den Hochwasserschutz priorisiert und uns natürlich erst dort darum gekümmert, wo Menschen zu schützen sind oder wo Güter zu schützen sind.“ Hochwasserschutz sei eine „Generationenaufgabe“. Derzeit liefen in Sachsen 27 Deichrückverlegungsmaßnahmen und die Schaffung von sieben Poldern in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen. Auch die Behauptung, die Flüsse würden einfach eingemauert, treffe nicht zu. „Wir haben an Sachsens Flüssen erster und zweiter Ordnung Uferbereiche von 23.000 Kilometer Länge. An diesen 23.000 Kilometern haben wir Deiche von 600 Kilometer Länge“, sagte Hofer.

Quelle: lvz-online.de

 

Gemeinde muss Lösung für Peretshofen erarbeiten

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Dietramszell – Der Augraben, der Peretshofen entwässert, kann nicht so bleiben. Das hat sich spätestens beim Hochwasser im Juni gezeigt. Damals hat er die Staatsstraße 2072 überflutet.

Seit der Überschwemmung drängen das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt die Gemeinde, tätig zu werden. Am einfachsten wäre es, wenn der Augraben als Wildbach eingestuft würde. In diesem Fall würde das Wasserwirtschaftsamt Weilheim die Planungen übernehmen. Die Frage ist noch nicht endgültig geklärt, aber in Weilheim gibt es Zweifel, ob der Augraben wirklich ein reißendes Gewässer darstellt. „Wir wollen keine Zeit verlieren, wir planen parallel“, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier.

Die Möglichkeiten, die die Gemeinde hat, skizzierte Max Weiß vom Ingenieurbüro Kokai. Variante eins: Das Geschiebe, das sich seit Jahren im Augraben sammelt, wird entfernt, der Graben saniert, das marode Rückhaltebecken aus den 1960 Jahren zurückgebaut. Die Kosten lägen bei etwa 180 000 Euro. Variante zwei: Das Rückhaltebecken wird aufwändig saniert, die Ufer werden befestigt, und eine Flutmulde verhindert, dass die Staatsstraße und die Anwesen bei Hochwasser wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Kosten: 480 000 Euro. Im Idealfall erstattet der Freistaat 65 Prozent der Summe, so dass für die Gemeinde noch 140 00 Euro blieben.

Bei solchen Summen wurde den Gemeinderäten mulmig. Den Tenor der Wortemeldungen brachte Stephan Ailler auf den Punkt: „Alle zwei Lösungen sind finanziell für uns zu teuer. Alles steht und fällt mir der Förderfähigkeit.“ Mit 14:2 Stimmen sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dass zunächst einmal die Fördermöglichkeiten ermittelt werden. Auf Antrag von Leonhard Burger wird der Bauhof das gröbste Geschiebe im Augraben beseitigen.

Quelle: merkur-online.de

Der Friedberger Bauausschuss war nach aktuellen Informationen zuversichtlich, dass Bachern und Rederzhausen künftig besser vor Hochwasser geschützt werden können.

Bachern Der Bau des südlich des Stadtteils vorgesehenen Rückhaltebeckens wird weiter für 2015 angepeilt. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte dazu Bürgermeister Peter Bergmair. Ein Ingenieurbüro arbeitet derzeit noch an Details der Planung, die bis zum Jahreswechsel endgültig vorliegen soll. Damit könnte dann 2014 das Genehmigungsverfahren laufen. Zurzeit wird der geplante Dammbau noch mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Naturschutz abgestimmt. Eine konkrete Kostenberechnung liegt derzeit noch nicht vor. Zuvor gilt es beispielsweise noch zu klären, wie die Standsicherheit des Damms nachgewiesen werden kann. Eine Untersuchung des Baugrunds ergab schwierige Bodenverhältnisse.

Vorgesehen ist südlich von Bachern ein 60 Meter langer Damm im Talquerschnitt. Die Staatsstraße nach Ried wird er um 80 Zentimeter überragen. Um die Straßenböschung vor Durchnässung zu schützen, soll dort eine Lehmschicht aufgebracht werden. Gegenüber dem ursprünglichen Gelände könnte höchstens drei Meter hoch gestaut werden. Davon verspricht man sich, dass etwa die Hälfte der bisherigen Durchflussmenge bei einem größeren Hochwasser zurückgehalten werden könnte. „Ich bin froh, dass etwas vorangeht“, sagte Bacherns Stadträtin Wally Walkmann (SPD).

Rederzhausen Mehr Sicherheit auch entlang des Rederzhauser Grabens verspricht sich Bürgermeister Bergmair. Stadträtin Herta Widmann (CSU) erinnerte daran, wie lange dort die Rederzhauser Angst vor Unwetter haben: „Das zieht sich seit zehn Jahren.“ Nun sprach der Bürgermeister von einer „gewissen Hoffnung“, zu einer gütlichen Lösung mit dem Grundstückseigentümer kommen zu können. Angedacht ist, im Bereich des Rederzhauser Grabens beim Hochstallerweg zusätzlich etwa 2200 Kubikmeter Erdreich abzutragen. Damit entstünde zwar kein Rückhaltebecken im klassischen Sinne. Bei Hochwasser wäre es trotzdem weniger gefährlich: Das Wasser könnte sich mehr ausbreiten. Die Fließgeschwindigkeit würde sich verringern.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Damm kommt in Sichtweite – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Damm-kommt-in-Sichtweite-id27398222.html

Damm kommt in Sichtweite – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/friedberg/Damm-kommt-in-Sichtweite-id27398222.html

Thomas Hartmann lässt sich nicht unterkriegen. Nachdem erst ein Brand und nun auch das Hochwasser seine Lokale zerstörten, kehrt er jetzt auf den Weißenfelser Markt zurück. In der zentralen Lage hofft er auf zusätzliches Laufpublikum. Sein neues Lokal öffnet er am nächsten Dienstag

 

Zuerst im Weißenfelser Schultheiß abgebrannt und fast ein Jahr später im Saalestrand abgesoffen. Doch Thomas Hartmann lässt nichts anbrennen und taucht wieder auf. Obwohl dem 43-jährigen Markwerbener und seiner Familie angesichts der Schäden in Höhe eines sechsstelligen Betrages das Wasser bis zum Halse stand – und zu den Katastrophen noch drei private Schicksalsschläge hinzukamen – schaut er nach vorn und konzentriert sich auf seinen Neustart. Der ist am kommenden Dienstag, 22. Oktober, um 11 Uhr im angestammten Lokal „Schultheiß“ am Marktplatz.

Dort brennt seit Tagen schon das Licht und Wochenmarktbesucher schauen erwartungsvoll durch die Fenster. Wann es endlich wieder weitergeht, wollen sie wissen und erkundigen sich auch am Hintereingang Fischgasse, wo Handwerksfirmenautos stehen. „Ich freue mich über das Interesse“, sagt der Wirt. Nein, das Lachen hat Thomas Hartmann nicht verlernt, erklärt er zwischen Stühlen, Tellern, Tassen und Gläsern, die sich in der Gaststube stapeln und einer Speisekarte, die er gerade neu überarbeitet. Unterstützt von Mutter Gisela und Schwester Silke Hartmann, ist der gelernte Koch in diesen Tagen von der früheren und traditionsreichen Gaststätte „Saalestrand“ wieder ins Zentrum gezogen.

„Der Saalestrand hat mich über Wasser gehalten“, schätzt Hartmann nach einem knappen Jahr ein, in dem er in der kleinen Kneipe in der Leipziger Straße 100 vorübergehend Küchenchef und Wirt sein durfte. Dafür sei er dem Hauseigentümer und ehemaligen Gastronom Walter Illig dankbar. Inzwischen haben Dachdecker, Fliesen- und Fußbodenleger, Elektriker und Klempner mittelständischer Unternehmen der Region im Schultheiß gewirkt und die Brandschäden vergessen lassen. Neue Küchengeräte und Möbel wurden angeschafft, Geschirr ebenso, denn dreiste Diebe hatten nach dem Brand im vergangenen Juli lange Finger gemacht und alles mitgehen lassen, was sie kriegen konnten, blickt Hartmann zurück. Jetzt hoffe er, dass nicht nur die Stammkunden zu ihm halten, sondern auch wieder Laufkundschaft den kurzen Weg zu schätzen weiß.

Im vom Zentrum abgelegenen Saalestrand habe er den Unterschied schon deutlich gemerkt – vor allem um die Mittagszeit sei viel weniger los gewesen als im Schultheiß. Und nach der Saaleflut im Juni, Juli und August habe er bei schönem Sommerwetter dicht machen müssen und – reichlich acht Wochen verloren.

Seine Gäste will Hartmann mit ein paar neuen Gerichten und bewährten Krimi-Dinner-Angeboten überraschen. „Besucherflauten im Saalestrand hatten auch ihr Gutes“, blickt er zurück. „Ich hatte den Kopf frei für frische Ideen, die sich auf unserer Speisekarte wiederfinden werden“, kündigt der Herr der Töpfe und Pfannen an.

Quelle: mz-web.de

Juni-Hochwasser erhöht Spendenbereitschaft

Veröffentlicht: Oktober 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Deutschen haben von Januar bis August rund 2,6 Milliarden Euro gespendet. Damit liegt das private Spendenaufkommen um 19,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch die Gesamtzahl der Spender sowie die durchschnittliche Spendenhöhe sind gestiegen. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen GfK-Analyse im Auftrag des Deutschen Spendenrats…

Rund 18,1 Millionen Personen, etwas mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung, spendeten in den ersten acht Monaten des Jahres 2013 an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Die Zahl der Spender stieg um 1,9 Millionen Personen. Auch die Höhe einer durchschnittlichen Spende stieg von 26 auf 30 Euro. Insgesamt lag die Spendenhäufigkeit mit durchschnittlich 4,7 Spenden pro Person leicht unter dem Vorjahr.

Von den Spenden flossen, wie bereits 2012, rund 24 Prozent in den Bereich Kirche und Religion. Bedingt durch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat sich der Anteil der Not-/Katastrophenhilfe am Spendenaufkommen verdoppelt. Er stieg von 9 auf 18 Prozent. Allein im Juni 2013 haben die Deutschen 208 Millionen Euro wegen der Katastrophe im eigenen Land gespendet. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die Aufrufe und Berichterstattungen in den Medien: Fast die Hälfte der Spendeneinnahmen wurde dadurch angestoßen. Diese stammten überwiegend von der Generation 60 plus (67 Prozent).

Regional betrachtet war die Spendenbereitschaft für die Flutkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands am größten. Speziell im Osten haben vermehrt auch Menschen mit einem mittleren Einkommen Geld für die Hochwasserhilfe gegeben.

Die unter 49-Jährigen hatten – im Gegensatz zu anderen Katastrophen wie z.B. Haiti – weniger Geld für die Flut im eigenen Land gespendet. „Das könnte vor allem daran liegen, dass gerade junge Menschen das eigene Engagement in den überfluteten Gebieten vor Ort einer Geldspende vorzogen. Dafür sprechen auch viele spontane Aktionen in sozialen Netzwerken“, vermutet Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats.
Ausblick auf das Gesamtjahr

Die bisherige Entwicklung lässt für das Gesamtjahr 2013 eine Steigerung des Spendenvolumens erwarten. Wie hoch diese Steigerung ausfällt, wird wesentlich davon abhängen, ob es den Organisationen wie im Vorjahr gelingt, gerade in den letzten Monaten des Jahres noch einmal Impulse zum Spenden zu geben und damit auch neue Spender zum Geben zu motivieren.
Zur Studie

Die Studie „Spendenjahr 2013: Trends und Prognose“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. ist ein Teilergebnis der Studie. GfK CharityScope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK CharityScope ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt.

Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen sowie gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.

Quelle: kyffhaeuser-nachrichten.de

800.000 Euro für Hochwasser-Opfer gespendet

Veröffentlicht: Oktober 15, 2013 von fluthelfer in Bayern, finanzielle Hilfen

Spendengeld des Arbeiter-Samariter-Bundes geht direkt an betroffene Familien

Der Arbeiter-Samariter-Bund lässt den Hochwasseropfern in der Region Deggendorf Spendengelder in Höhe von 800.000 Euro zukommen. Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter nahm am Montag, 14. Oktober, den symbolischen Spendenscheck aus den Händen des bayerischen ASB-Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann (MdL) sowie des ASB-Landesgeschäftsführers Thomas Klüpfel entgegen.

„Wir sind froh darüber, dass wir mit dem Landratsamt Deggendorf einen verlässlichen Partner an unserer Seite haben“, sagte Pfaffmann. „Die Behörde hat vor Ort die beste Übersicht und kann das Geld am effektivsten an betroffene Familien weiterleiten. Viele Flutopfer hatten keine Versicherung – und genau diesen Menschen helfen wir.“

Der ASB werde regelmäßig an den Sitzungen der Deggendorfer Spendenkommission teilnehmen und den Vergabeprozess aktiv mitgestalten.

Quelle: idowa.de

Hochwasser Medaille 2013 in Hitzacker verliehen

Veröffentlicht: Oktober 14, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Am 14.Oktober 2013 wurden im Verdo Hitzacker am Abend die „Hochwasser Medaille 2013“ vom Land Niedersachsen an die Hochwasserhelfer verliehen. Mehr als 700 Vertreter der am Hochwassereinsatz beteiligten Organisationen wurden vom niedersächsischen Ministerpräsidenten und dem niedersächsischen Innenminister so wie vom Landrat Jürgen Schulz mit der Medaille und einer Urkunde geehrt. Darunter delegierte der Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis,Rotes Kreuz,Technisches Hilfswerk,Bundeswehr und Johanniter. Der Präsident des niedersächsischen Landtages Bernd Busemann bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Ehrenamtlichen und allen freiwilligen Helfer. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“ so Busemann. Die freiwillige Helfer bekamen keine Medaille.

Quelle: wendland-net.de

Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen

Veröffentlicht: Oktober 14, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Der Deutsche Wetterdienst nimmt bei Memmingen seine einzige Radaranlage in der Region in Betrieb. Die Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro

Fast wie ein überdimensionaler Morchel-Pilz sieht sie aus: Mitten im Wald zwischen den Unterallgäuer Gemeinden Niederrieden und Holzgünz auf Memminger Flur wurde nun die neueste Wetterradarstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) offiziell in Betrieb genommen. Mit 55 Metern Höhe ist sie eine der höchsten Wetterstationen Deutschlands. Sie misst in einem Umkreis von 150 Kilometern alle vorkommenden Niederschläge. Mit dieser 17. Anlage bei Memmingen wird nun die letzte Lücke in der meteorologischen Radarüberwachung Deutschlands geschlossen.

Daten auch für die Klimaforschung vewendbar

„Damit können wir in Echtzeit und flächendeckend sagen, wie viel Niederschläge, in welcher Zeit und an welchem Ort in der Bundesrepublik fallen“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter des (DWD), Dr. Tilman Holfelder. Die Daten seien Grundlagen für die Arbeit der Wasserwirtschaftsämter – aber auch, zum Beispiel bei Extremniederschlägen, für die Katastrophenschutzbehörden, die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen. „Natürlich sind die Daten auch für die Klimaforschung von großer Wichtigkeit“, ergänzt Holfelder.

Für die Allgäuer Region bedeute dies, dass bessere Vorhersagen auch für die Hochwasser von Iller, Lech und Wertach getroffen werden können. Schwabens Vizeregierungspräsident, Josef Gediga, und Memmingens Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh zeigten sich sehr angetan von diesem technischen Fortschritt. Voll des Lobes waren alle Beteiligten zudem über die gute Zusammenarbeit zwischen dem DWD und den Landesbehörden. Die 17 Beobachtungsnetze überschneiden und ergänzen sich in ihren Wirkungskreisen auch mit denen der Nachbarstaaten.

Anlage funktioniert automatisch

Bis 2014 sollen alle deutschen Wetterradarstationen auf den neusten Stand der Technik gebracht sein und damit den modernsten Dienst dieser Art in Europa darstellen. Personal gibt es auf dem „Wetterturm“ bei Memmingen allerdings nicht – nur einen regelmäßigen Wartungsdienst.

Die Anlage funktioniere automatisch und wird von der Offenbacher Zentrale des DWD aus gesteuert. Dort werden die Daten aller Radarstationen ausgewertet. Keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe übrigens laut Prüfung der Bundesnetzagentur durch die Radarstrahlen der Anlage. Diese gebe es theoretisch nur an der Spitze des Turmes unmittelbar vor der Antenne. Doch da kommt der normale Bürger nicht hin.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Einzigartige-Wetterstation-soll-praezise-vor-Hochwasser-warnen-id27297222.html

Einzigartige Wetterstation soll präzise vor Hochwasser warnen – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Einzigartige-Wetterstation-soll-praezise-vor-Hochwasser-warnen-id27297222.html

Alles bestens in Leipzig in Sachen Hochwasserschutz? Die Leipziger Landtagsabgeordnete Gisela Kallenbach (Grüne) wollte das doch etwas genauer wissen. Es wurde ja gewaltig Alarm geschlagen im Juni, insbesondere am linken Deich des Elsterhochwasserflutbetts wurde panikartig verteidigt. Hinterher war dann von einer großen Sickerstelle die Rede. Was war da los? Hatte die Landestalsperrenverwaltung ihre Arbeit nicht getan?

Auch das hochgewachsene Gras auf den Deichen am Hochflutbett sorgte gleich nach dem Höhepunkt der Deichverteidigung für öffentlichen Ärger. Mit dem Zeigefinger wurde amtlicherseits auf die Leipziger Umweltverbände gezeigt, die seien wohl schuld daran, dass das Gras nicht gemäht war.

Nicht nur Gisela Kallenbach fühlte sich da wie in einem seltsamen Land. Beim Ökolöwen, der sich sehr wohl gemeint fühlte, schüttelte man nur verwundert den Kopf: „Für die Mahd auf den Deichen ist eindeutig die Talsperrenverwaltung zuständig. Selbst wenn da seltene Schmetterlinge flattern würden, hätten wir darauf keinen Einfluss.“

Und genau danach fragte Gisela Kallenbach den sächsischen Umweltminister. Der muss doch wissen, was auf seinen Deichanlagen vor sich geht. Wie war das also mit dem viel zu hoch stehenden Gras? – Umweltminister Frank Kupfer hat am 30. September geantwortet. Und siehe da. Der Deich war ordnungsgemäß gemäht worden, gehutet, wie es heißt. Denn gemäht werden die Deiche von Schafen. „Die erste Hutung erfolgte im April / Mai 2013“, gab Frank Kupfer nun Auskunft. „Der während des Hochwassers im Juni 2013 sichtbare und hier kritisierte Aufwuchs war der natürliche witterungsbedingte Zuwachs der Frühjahrsmonate.“

Kurz vor der Ankunft der Flut konnte nicht noch einmal eine Schnellmahd erfolgen. Begründung des Ministers: Weil die Deichverteidigungswege fehlten

Diese Frage stellten dann doch berechtigterweise die Umweltverbände: Warum fehlten die Deichverteidigungswege? Dafür ist doch nun einmal die Talsperrenverwaltung zuständig. Warum hat sie keine gebaut, obwohl niemand sie dran gehindert hat? – Mitten während der Deichverteidigung hat die Landestalsperrenverwaltung ja dann eine steinige Anlieferstrecke am linken Deich hingeschüttet. Und nach der Flut hat sie dasselbe kommentarlos am rechten Deich getan – und damit alle Radwege zum Cospudener See in einen Hindernisparcour verwandelt.

Und was war das mit der Sickerstelle am linken Deich, die für so viel Alarmstimmung sorgte? Drohte da gar der Deich zu brechen? – Nicht wirklich. Die Wahrheit ist: Die Sickerstelle ist schon lange bekannt. Auch wenn Umweltminister Frank Kupfer in seiner Auskunft nur bis zum Winterhochwasser 2011 zurückgeht, ein HQ 30, wie er es nennt. Also ein Hochwasser, wie es im Schnitt aller 30 Jahre auftritt. Man erinnert sich, dass auch dieses Januar-Hochwasser 2011 in Leipzig inszeniert wurde, als sei Holland in Not. Die Inszenierung hatte ihren Sinn, denn damit wurde im Nachgang ab Februar 2011 das radikale Abholzen von Bäumen auf und hinter den Deichen im Leipziger Auenwald begründet. Stichwort: „Tornadoerlass“. Noch heute sind zwei Prozesse gegen diese amtlichen Abholzungen vor Gericht anhängig.

Die Sickerstelle kennen die Fachleute seit Jahrzehnten, denn man hatte hier den Deich einfach über einem alten Nebenarm der Paußnitz aufgeschüttet. Ein ähnliches Phänomen gibt es auch im nördlichen Auenwald, wo das Wasser unter dem Deich in die nördliche Burgaue sickerte, weil man auch dort einen alten Wasserlauf einfach überbaut hatte. Das hat die LTV 2011 dann unterbunden, indem sie schwere Stahlschotten in den Deich getrieben hat. Gründlicher wurde noch nie ein Auwald vor dem für ihn so wichtigen Wasser geschützt.

Was jetzt am Elsterhochflutbett passiert, ist völlig offen. Denn im Juni 2013 sickerte natürlich wesentlich mehr Wasser aus der Sickerstelle – der Wasserdruck war ja auch wesentlich höher. Es war ja ganz offiziell ein Hochwasser der Kategorie HQ 150. Frank Kupfer: „Die Deiche am Elsterflutbett wurden dabei weitaus höher als im Januar 2011, teilweise über mehrere Tage im Freibordbereich, eingestaut. Damit wurden die Deiche im Juni 2013 bedeutend stärker als im Januar 2011 und über ihre Belastungsgrenzen hinaus in Anspruch genommen.“

Man sieht: Der Minister hat sich von den Experten aus der LTV zuarbeiten lassen. Und was heißt denn nun das mit dem Freibord? – Wikipedia: „Der Freibord bezeichnet in der Wasserwirtschaft den Abstand zwischen einem Wasserspiegel und einer höher liegenden Kante eines Bauwerkes, meistens die Oberkante eines Dammes oder Ufers.“

Heißt also: Das Wasser überstieg zwar die theoretisch gewollte Hochwassermaximalhöhe, blieb aber unterhalb der Deichkrone. Meldungsweise fehlten am Ende 30 Zentimeter.

Und die Sickerstelle? – Frank Kupfer: „Die nach dem Hochwasserereignis im Jahr 2013 vorgenommenen Schadenserfassungen weisen einen hohen Schädigungsgrad der Deichabschnitte am Elsterhochflutbett durch Suffusion (Lösung und Umlagerung feiner Bodenteilchen im Boden) sowie Erosion aus.“ Die LTV hätte nicht vorher reagieren müssen, denn die Sickerstellen wurden erst mit dem Juni-Hochwasser „kritisch“.

Die dritte Frage von Gisela Kallenbach beschäftigt sich mit dem geplanten Neubau des Nahleauslasswerks, das beim Juni-Hochwasser ja bekanntlich ebenfalls wieder geöffnet werden musste (mit entsprechenden Flutungsschäden bis zum Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg). Die Grünen-Abgeordnete wollte einfach wissen, warum es nicht möglich ist, den Fachbaum niedriger zu setzen. Dann könnte der Auwald dahinter ja auch bei kleineren Hochwassern schon geflutet werden.

Aber hier scheint es jetzt wieder um die Verwendung des richtigen Begriffs zu gehen. Frank Kupfer: „Der Fachbaum des Nahleauslasswerkes liegt, mit bloßen Auge erkennbar und vermessungstechnisch nachgewiesen, auf gleicher Höhe mit dem (mit) Auwald bewachsenen Hinterland. Eine Absenkung des Fachbaums könnte daher nicht zu einer häufigeren Überschwemmung des Polders führen.“

Mal noch zur Einschränkung erwähnt: Die Burgaue ist noch nicht als Polder umgebaut. Wäre sie das, wären die Bauwerke darin (Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, Domholzschänke) durch eigene Eindeichungen vor Überflutungen geschützt. Was da im Januar 2011 und im Juni 2013 mit der Burgaue angestellt wurde, war zwar eine Flutung, aber eine geregelte Nutzung als Polder war es nicht.

Und der Fachbaum? – Bei klassischen Wehren ist der Fachbaum das oberste Holz, das den Wasserstand dahinter bestimmt. Beim Nahleauslasswerk ist es aber der Betonsockel, oberhalb dessen sich die stählernen Tore befinden. Eine Variante der Überlegungen zum Leipziger Hochwasserschutzkonzept geht davon aus, dass das Nahlewerk prinzipiell überflüssig ist und die Stahltore einfach demontiert werden könnten. Und an der Stelle wird die Frage von Gisela Kallenbach erst interessant: Dann bestimmt nämlich wirklich der Fachbaum, wie oft der Auwald in der Burgaue geflutet wird.

Nämlich deutlich öfter. Immer dann nämlich, wenn der Wasserstand in der Nahle höher als der Fachbaum steht. Oder eben höher als die Höhe der Burgaue. Und das wäre dann auch bei kleineren Hochwassern der Fall. Dazu muss nicht der Fachbaum abgesenkt werden, sondern die Stahltore müssten abgebaut werden – und nicht erneuert, wie es die LTV jetzt mit Genehmigung des Leipziger Umweltamtes vor hat.

Das Geld, das man am Auslasswerk sparen würde (Es ist von 3 Millionen Euro die Rede.) könnte besser und vor allem nachhaltiger zum Schutz der Bauwerke im „Polder“ Burgaue eingesetzt werden. Dann würden nämlich auch jene Kosten entfallen, die jetzt bei jeder Flutung der Burgaue als Schaden entstehen. Siehe: Sportplatz Böhlitz-Ehrenberg, 470.000 Euro.

So ganz nebenbei hat der Minister also angedeutet, wie unsinnig das eigene Hochwasserschutzkonzept ist.

Quelle: l-iz.de

Petition zum Hochwasser – Aken wartet auf Antworten

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Aken

Eine Akener Initiative fordert von den Politikern des Petitionsausschusses des Landtages in einem offenen Brief, sich endlich zu äußern. Bis Ende Oktober erwarten die 3.379 Unterzeichner eine Reaktion zu offenen Fragen zum Hochwasser.

Siegfried Schnuppe hat das Warten satt. Und mit ihm 3.379 Akener. Sie alle hatten im Sommer eine Petition unterschrieben. Darin kritisieren sie einige Vorkommnisse während des Hochwassers und fordern, dass diese Geschehnisse aufgearbeitet werden. Sie wollen Antworten auf ihre Fragen. Sie wollen nicht, „dass diese Dinge in Vergessenheit geraten“. Aber: Kein Zeichen aus Magdeburg.

Nun hat Schnuppe, der zu den Initiatoren der Petition gehört, sich wieder zu Wort gemeldet – mit einem offenen Brief. Darin beklagt er im Namen der Unterzeichner offiziell, dass sich der Petitionsausschuss bis Sonnabend offenbar nicht mit den Akener Sorgen beschäftigt habe. Rechtsanwalt Schnuppe sagt: „Das ist eine riesengroße Sauerei.“ Und schlechter Stil.

Warum meldet sich keiner?

„Diese Hochwasserkatastrophe“, betont er, „war etwas Außergewöhnliches.“ Dass die Politiker viel zu tun haben, verstehe er auch. Was er allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, „dass man es bis heute nicht für notwendig erachtet hat, sich bei uns zu melden“.

In der Petition fordern die Elbestädter eine Erklärung zu den Geschehnissen am Deichabschnitt bei Mutter Sturm zwischen Dessau und Aken. Hier war das Hochufer im Juni überspült worden und der Deich gebrochen. Mit ihrer Petition wollen sie eine Klärung der Zuständigkeiten herbeiführen: Wer kümmert sich in diesem Grenzbereich um den Deich? Die Stadt Dessau-Roßlau? Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld? Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW)?

Sie wollen weiter wissen, warum es gefährlich sein soll, ein für den Hochwasserfall gebautes Schöpfwerk während des Hochwassers zu betreiben. „Es mag eine Erklärung dafür geben, aber die kennen wir nicht“, hakt Schnuppe nach und schickt hinterher: „Nach unserer Auffassung beißt sich das.“ Sollte es eine schlüssige Argumentation für die Entscheidungen zum Schöpfwerksbetrieb geben, dann wüsste man das in Aken gern.

Und außerdem fordern die Elbestädter in ihrer Petition eine Entschuldigung des innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Landtag, Jens Kolze, der strafrechtliche Ermittlungen gegen die Akener Verantwortlichen für gut und richtig befand, obwohl es diese Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gegeben hatte. Er, Schnuppe, hielte es für einen guten Stil, solche Äußerungen zurückzunehmen beziehungsweise sich zu entschuldigen.

„Es geht uns bei allen Fragen, die wir mit der Petition aufwerfen, nicht darum nachzukarten. Wir wünschen uns Lösungsansätze. Diese Ereignisse dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Ausschuss will sich in den nächsten Sitzungen mit Petition beschäftigen

Acht bis zehn Wochen, hieß es damals, könnte es dauern, bis sich der Petitionsausschuss mit der Akener Initiative befasst. Mittlerweile sind weit mehr als zehn Wochen vergangen. Wenn sich die Bearbeitungszeiten verlängern, sei ein Gebot des Anstands, zumindest einen Zwischenbescheid zu schicken. Den erwartet die Akener Initiative bis Ende Oktober und will danach, sollte sich nichts tun, weiter politisch Druck machen. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, begründet Schnuppe, warum er so ungeduldig ist.

Unterdessen erklärte die Geschäftsstelle für Petitionen auf MZ-Nachfrage, dass die Stellungnahme der Landesregierung zu den Akener Geschehnissen jetzt vorliegt und sich der Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen damit befassen werde.

Quelle: mz-web.de

Besserer Schutz – Deich an der Donau wird saniert

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth wird einen etwa 1,7 Kilometer langen Deichabschnitt an der Donau sanieren. An dem drei Meter hohen Deich kam es beim Hochwasser Anfang Juni zu starken Sickerwasseraustritten am Deichfuß und einem starken Aufweichen des Bodens auf einer Länge von rund einhundert Meter (wir berichteten). Nur durch umgehende Sofortmaßnahmen durch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth konnte zum damaligen Zeitpunkt ein Deichbruch verhindert werden, schreibt die Behörde.

Die oberhalb und unterhalb liegenden Deichabschnitte in den Landkreisen Donauwörth und Dillingen sind bereits in den vergangenen Jahren verbessert worden. Nun soll mit der Sanierung dieses Teils zwischen der Bartlstockschwaige und der Grenze zum Landkreis Donau-Ries das letzte Deichstück an die aktuellen Sicherheitsanforderungen angepasst werden.

Dafür werden die Deichkrone sowie die landseitige Böschung verbreitert und der Deichfuß durch einen Auflastfilter verstärkt. Dieser dient im Hochwasserfall als Zufahrt zur Deichverteidigung. Die Maßnahme kostet rund eine halbe Million Euro, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit.

Aufgrund der Lage in einem naturschutzfachlich sensiblen Gebiet wurden die Arbeiten mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Durch die Verbreiterung des Deiches kann sich zukünftig auf einer größeren Fläche ein extensiver Magerrasen einstellen.

Der zu sanierende Deich besteht laut Wasserwirtschaftsamt bereits seit dem 19. Jahrhundert. Er bietet Schutz vor kleinen Hochwasserereignissen und steht zum Teil noch auf privaten Grundstücken. Für die anstehende Sanierung werden zusätzliche Flächen benötigt. Diese wurden bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Grunddienstbarkeiten gesichert. Im Rahmen des laufenden Flurbereinigungsverfahrens soll der Deich in öffentliches Eigentum übergehen, die Eigentümer werden Ersatzgrundstücke erhalten.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Besserer Schutz – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Besserer-Schutz-id27347942.html

Viele Hochwasser-Schäden noch nicht behoben

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Rund vier Monate nach der Flutkatastrophe vom Frühsommer ist in Thüringen ein großer Teil der Schäden an den Flussläufen noch immer nicht beseitigt. Karlheinz Hintermeier von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) sagte MDR THÜRINGEN, rund 70 bis 80 Prozent der betroffenen Gebiete habe man bereits „im Griff“.

Besonders an Ilm und der Elster bei Greiz müssten aber noch dringend Schäden behoben werden. Probleme bereiteten vor allem angeschwemmte Kiesbänke, sagte Hintermeier. Die müssten weg, um die Flussläufe zu normalisieren. Die Aufträge für die Arbeiten mit einem Volumen von rund 2,3 Millionen Euro seien größtenteils vergeben, die Baufirmen kämen jedoch kaum hinterher.

Für die weitere Schadensbeseitigung an den Hochwasserschutzanlagen rechnet Hintermeier mit einer Dauer von vier Jahren. Beispielsweise müssten alte oder zu niedrige Deiche ausgebaut werden, etwa in Greiz, Treben und Wünschendorf. Möglich sei, dass zusätzlich zu den dafür bereitstehenden Mitteln über 14 Millionen Euro eine weitere einstellige Summe nötig werde. Manche Schäden könnten erst nach Monaten erkannt werden.

Quelle: mdr.de

Vor dem Hochwasser im Juni hielt man im Umweltministerium in Hannover Lüchow-Dannenberg in Sachen Hochwasserschutz für gut aufgestellt. Nach dem Hochwasser wurde deutlich, dass beim nächsten, dann womöglich noch höher ausfallenden Hochwasser die Mauer in Hitzacker doch nicht hoch genug sein könnte.

Vom Freibord war diesmal nicht mehr soviel übrig, deshalb sei es nötig, die Mauer aufzustocken, fordert der Jeetzel-Deichverband. Ganz zu schweigen von Lücken und Problemen, die sich angesichts der Wassermengen plötzlich an anderen Stellen im Elbdeich auftaten. Einige dieser Probleme an Elbe und Jeetzel wurden gestern Peter Horn vorgestellt, dem für Hochwasserschutz zuständigen Fachmann im Ministerium und seinem Abteilungskollegen Peter Wilhelm. Die vom Jeetzeldeichverband zu der Herbstschau eingeladene Staatssekretärin Almut Kollwitz hatte kurzfristig abgesagt. Bei der Herbstschau ging es in Lüchow, Hitzacker, Wussegel und Laase um Deichverteidigungswege, Minderhöhen von Deichen und der Flutschutzmauer, um Bäume auf und an Deichen in der Schutzzone 3, sowie um den Rückschnitt der Verbuschung.

Die Vertreter der Deichverbände und der Kommunen hörten bei der Abschluss-Besprechung in Dünsche mit Wohlwollen, dass das Land seine Mittel für den Hochwasserschutz verdoppeln will, denn damit wächst auch ihre Hoffnung, einen Teil dieses Geldes für ihre Problemfälle abzubekommen. Die beiden Ministeriums- vertreter betonten, dass bei der Bereisung »die Probleme, die auf der Hand liegen, anschaulich gemacht wurden» und dass man versuchen werde, »Hilfeleistung zu bieten». Peter Wilhelm schloss sich dem Pragmatismus von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an: Der habe gesagt, wo etwas gemacht werden müsse, werde man auch Wege finden, es machen zu können. Peter Horn war wichtig, die Anwesenden noch einmal an das Erreichte zu erinnern: Die neue Anlage in Hitzacker habe hervorragend funktioniert, und sei von Bundeskanzlerin Merkel – »Beispielhaft für ganz Deutschland» – geadelt worden. Das Ganze sei nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung bezahlt worden – was letztlich auch den Bundesrechnungshof überzeugt habe. Hochwasserschutz bestehe nicht nur aus dem Deich, sondern auch aus Deichverteidigungswegen. Da sei Niedersachsen »top aufgestellt». Weil die Wege mit schwerem Gerät befahren werden konnten, habe man auch gut reagieren können. Woanders, so Horn, standen die Trecker tief im Schlamm, durch den die Helfer die Sandsäcke schleppen mussten. Auch Horn sieht nach diesem höheren Hochwasser neuen und weiteren Handlungsbedarf. Eine hohe Priorität müsse, so Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die »prekäre Situation» in Wussegel haben. Sein Vorschlag: Im Flurbereinigungsverfahren Flächen – auch für Polder – ankaufen, die Planungen anschieben. Bisher liegt das Bemessungshochwasser bei 4000 Kubikmeter pro Sekunde, künftig werde man sich an 4545 Kubikmetern/Sekunde bei einem Pegelstand von 7,99 in Wittenberge orientieren. Was die Elbe-Minis-ter im Dezember entscheiden werden, sei offen. Mehr länderübergreifende Abstimmung und mehr Transparenz wünschen sich Ernst-August Schulz vom Landkreis, Axel Schmidt vom Jeetzel-Deichverband und Peter Hildebrandt vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: als Unterlieger wollen sie bessere Informationen über die ihnen drohenden Wassermengen. Bis heute sei unklar, wieviel Wasser durch die Havelpolder gegangen sei. Im hiesigen Katastrophenstab habe man »nicht gewusst, was passiert», merkte Ernst-August Schulz an. Wie dringend eine Optimierung der Zusammenarbeit sei, zeigte er an einem Beispiel. Wäre nicht der Deich bei Fischbeck, sondern der bei Sandau gebrochen, dann wäre das Wasser von hinten bis Gartow gelaufen. Einiges sei durchaus auf dem kleinen Dienstweg zu klären, solche Fragen aber besser auf Landesebene.

Mit dem von Gartow Samt- gemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) gewünschte Nikolausgeschenk könnte es womöglich etwas werden: Es geht um die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Vietze. Horn kündigte einen Vor-Ort-Termin an und verwies auf Restgelder aus der alten Förderperiode.

Quelle: ejz.de

Kreisverwaltung und Biosphärenreservatsverwaltung haben Vorgehen im Detail abgestimmt

Ab dem 21. Oktober wird der Verbuschung an der Elbe zu Leibe gerückt.

Die Firma Hof Steinberg, die im Jahr 2010 Gehölze im Bereich zwischen Neu Darchau und Hitzacker zurückgeschnitten hatte, wird diese Arbeiten nun von Hitzacker an elbaufwärts fortsetzen. Das hat Diplomingenieur Ernst-August Schulz, Leiter des Fachdienstes Tiefbau und der Wasserbehörde, gegenüber der EJZ mitgeteilt. Jene Arbeiten waren bereits für die Jahre 2011 und 2012 geplant worden, kamen aber wegen hoher Wasserstände der Elbe nicht zustande. »Diesmal sehen die Pegelprognosen positiver aus, sodass wohl richtig was geschafft werden kann», ist Schulz optimis- tisch.

Am 1. Oktober hatte eine gemeinsame Bereisung der Fachleute der Kreisverwaltung, der Verwaltung des Biosphären- reservats sowie der beauftragten Firma stattgefunden. Dabei wurde einvernehmlich festgelegt, in welchen Bereichen genau welche Gehölze zurückgeschnitten werden sollen. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Kreisverwaltung jene Gehölze kartiert, die als besonders schädlich für den Hochwasserabfluss der Elbe gelten. »Die Biosphärenreservatsverwaltung war bei der Bereisung sehr kooperativ», lobt Ernst-August Schulz. So sei auch abgesprochen worden, dass in manchen Bereichen abgestorbene Eichen sowie größere Stämme Totholz aus dem Uferbereich der Elbe entfernt werden. »Auch Bäume wie beispielsweise die amerikanische Esche, die hier gar nicht heimisch ist, werden im Zuge der Rückschnittarbeiten mit Genehmigung der Verwaltung des Biosphärenreservats gefällt und entfernt.»

Beim Großteil der Gehölze handelt es sich aber um Weiden, die vor Ort mit einem Bagger abgeschnitten und anschließend geschreddert werden. Das Schreddergut wird danach aus dem Elbvorland abtransportiert.

Am rechtsseitigen Elbufer im Amt Neuhaus laufen die Rückschnittarbeiten zwischen Wehningen und Privelack bereits seit Anfang September. Darauf hat der Landkreis Lüneburg in einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Bislang wurde dort jener Bewuchs, der bei Hochwasser für die Deiche eine Gefahr darstellt, auf einer Strecke von 15 Kilometern vereinbarungsgemäß gezielt entfernt.

Bei der jüngsten Bereisung mit Verantwortlichen des Landkreises Lüneburg waren auch Vertreter des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums (VSKE) bei Herrenhof (gegenüber Hitzacker) zu- gegen, um sich über den aktuellen Stand der Rückschnittmaßnahmen zu informieren. Dort hat die Firma Zeyn den Auftrag zum Gehölzrückschnitt erhalten.

»Dieses Jahr sind wir schneller als in den Vorjahren», bewertete Klaus-Jürgen Steinhoff, Dezernatsleiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, die Arbeiten. Nach dem Hochwasser im Juni hatte die Biosphärenreservatsverwaltung die Erlaubnis erteilt, dass in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden darf und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Allein in der Gemeinde Amt Neuhaus und der Stadt Bleckede soll auf der rechten Elbseite insgesamt eine Strecke von 45 Kilometern be-arbeitet werden.

Vor Beginn der Arbeiten hatten sich auch dort die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen und der Firma Zeyn auf eine Gehölzbeseitigung in einem naturverträglichen Rahmen geeinigt, erklärte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Nach wie vor dürfen besondere Lebensräume, die nach EU-Recht unter Schutz stehen, nicht bearbeitet werden. Dafür muss ein Ausnahmeantrag bei der EU gestellt werden. Bereiche mit Biberbauten sind dauerhaft tabu und müssen erhalten bleiben.

Nach den Hochwassern der vergangenen Jahre sind die Maßnahmen gegen die Verbuschung an den Deichen noch wichtiger geworden, sind sich die Experten einig. Denn in dem Gehölz kann sich bei Hochwasser Treibgut sammeln und so den Wasserabfluss erheblich behindern. Im Landkreis Lüneburg koordiniert der VSKE die Abstimmung zwischen den Flächeneigen- tümern und der Firma Zeyn. Der Baumschnitt soll anschließend energetisch verwendet werden. »Das Schulzentrum Bleckede wird zum Beispiel mit den Holzhackschnitzeln aus den Rückschnittsarbeiten beheizt», erklärt Steinhoff. »Das anfallende Schnittmaterial ist mittlerweile ein echtes Wirtschaftsgut geworden.»

Quelle: ejz.de

30 000 Euro als Fluthilfe für Vietze

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Cuxhavener Zeitungen sammelten für Hochwassergeschädigte

Der Spendensegen für die vom Hochwasser Geschädigten in Vietze reißt nicht ab. Am Freitag übergaben der Landrat des Landkreises Cuxhaven, Vertreter des dortigen Lions-Clubs sowie der Niederelbe-Zeitung einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 30000 Euro.

Bereits über die im Raum Gartow eingesetzten Kreis-Feuerwehrbereitschaften hatten die Cuxhavener von den massiven Schäden in dem Elbeort erfahren. Die Tatsache, dass die Ehefrau des Landrats von Cuxhaven, Gerlinde Schulz-Bielefeld, ihr Abitur in Lüchow gemacht hatte und immer noch Beziehungen ins Wendland pflegt, sorgte mit dafür, dass schnell geklärt war, wohin die Spenden der Cuxhavener gehen sollten.

An der Nordsee gelegen, wissen die Menschen in Cuxhavener Umland sehr wohl, was es heißt, von einer Flut getroffen zu werden. »Wir mussten schon so manche Sturmflut überstehen», sagte Landrat Kai-Uwe Bielefeld in Vietze. »Da war den Menschen schnell klar, was es heißt, von einem Hochwasser überrollt zu werden.»

Die Spendenaktion der Niederelbe-Zeitung in Zusammenarbeit mit den Cuxhavener Nachrichten brachte rund 30000 Euro ein – 1500 Euro davon hatte der Lions-Club Cuxhaven Leuchtfeuer beigetragen, dessen Past-Präsidentin Gerlinde Schulz-Bielefeld ist. Die Stadt Otterndorf gab dann ein Übriges, um die 30000 Euro-Summe rund zu machen.

Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk freute sich sehr über die großzügige Spende der norddeutschen Nachbarn. Bei aller Dankbarkeit kam allerdings bei ihm etwas Frust über die verzögerte Abwicklung der zugesagten Landesgelder auf. »Die Spenden sind die ersten und bisher einzigen Gelder, die bei uns ankommen», hob Schenk bei der kleinen Dankesfeier im Dörfergemeinschaftshaus hervor. »Ich verstehe nicht, warum es so lange dauert, bis die von Land und Bund zugesagten Hilfsgelder ausgezahlt werden.» Für die Betroffenen sind die großzügigen Spenden deshalb enorm wichtig, um ihre Häuser vor dem Winter noch bewohnbar machen zu können.

»Es ist schön zu erleben, dass man nicht allein auf der Welt ist, dass uns so viel Hilfsbereitschaft zuteil wird», bedankte sich Schenk bei den Spenderinnen und Spendern – ein Dank, der von seinen Ratskolleginnen aus vollem Herzen bestätigt wurde.

Die großzügige Spende wird nun das Spendenkonto »Vietze» bei der Samtgemeinde Gartow noch einmal üppig bereichern. Verteilt wird es nach »Gerechtigkeitsprinzipien» an betroffene Flutopfer und soll darüber hinaus die Finanzierung der Planung eines Hochwasserschutzes für Vietze erleichtern, erläuterte Bürgermeister Schenk.

Quelle: ejz.de

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hilfsbereitschaft während der Hochwasserkatastrophe 2013 war enorm. Bei nationalen Notlagen, so zeigte sich, sind die Menschen bereit, füreinander einzustehen. Im Bevölkerungsschutz ist spontane Hilfe wichtig, aber nicht ausreichend. Eine gute Ausbildung und viel Übung sind notwendig, um schwere Krisen zu überstehen.

Viele Menschen haben erkannt, wie wichtig ein Engagement im THW ist. Dies schlägt sich in stei-genden Helferzahlen seit Beginn des Fluthilfeeinsatzes nieder. Im Frühling dieses Jahres verfügte das THW über 38.082 aktive Einsatzkräfte. Zum Herbst sind 38.818 Aktive im THW ehrenamtlich engagiert. Auch bei der THW-Jugend kamen rund 300 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren in den vergangenen sechs Monaten neu hinzu. Dies ist ein Gegentrend zu den sinkenden Helferzahlen der vergangenen Jahre, die mit dem Wegfall der Wehrpflicht im Jahr 2011 einhergingen.

„Ich freue mich sehr über den Zuspruch aus der Bevölkerung. Die wachsenden Helferzahlen sind ein Anzeichen für die große Hilfsbereitschaft in unserem Land. Sie sind außerdem ein positives Zeugnis für die Arbeit des THW“, sagt THW-Präsident Albrecht Broemme. Gleichzeitig mahnt er an, der Bevölkerungsschutz müsse zu jeder Zeit gut aufgestellt sein. Die Bürger dürften in ruhigen Phasen nicht das Interesse am THW verlieren und darauf bauen, dass Hilfe im Fall einer Katastrophe automatisch kommt. „Im letzten Jahr haben unsere Einsatzkräfte über 372.000 Stunden mit Übungen für den Einsatz verbracht. Sie investieren einen großen Teil ihrer Freizeit mit der Vorbereitung auf Einsätze. Das ist notwendig, damit das THW routinierte und angemessene Hilfe leisten kann“, sagt Broemme. Damit appelliert der THW-Präsident an die Menschen in Deutschland, sich ehrenamtlich zu betätigen und, etwa durch ein Engagement im THW, einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten.

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Enga-gement der bundesweit rund 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Europäischen Gemeinschaftsverfahrens sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

 

Quelle: thw.de

Fotos, Videos und Erlebnisse vom Hochwasser gesucht

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Bei einer der größten Hochwasser-Katastrophen in der Geschichte der Stadt Gera waren im Juni hunderte ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Ihnen soll am 19. November im Kultur- und Kongresszentrum gedankt werden. Um zu dokumentieren, was während des Hochwassers in und für Gera geleistet wurde, planen die Veranstalter eine große Fotowand aufzubauen, Videos zu zeigen und von Erlebnissen zu berichten, die manch einer sein ganzes Leben nicht mehr vergessen wird. Die Stadt Gera bittet deshalb alle Bürger, bis zum 25. Oktober Foto- oder Videomaterial sowie Berichte in geschriebener Form einzusenden. Möglich ist dies per E-Mail an kroeller.romy@gera.de oder per Post an das Kultur- und Kongreßzentrum Gera, z.H. Thomas Schmidt-Schaller, Schlossstraße 1, 07545 Gera. Weitere Informationen zur Veranstaltung „Wir sagen Danke“ gibt es im Internet unter www.gera.de/wir-sagen-danke.

Quelle: jenatv.de