Archiv für August, 2014

Elbe-Region wappnet sich für künftige Hochwasser

Veröffentlicht: August 28, 2014 von fluthelfer in Mecklenburg Vorpommern

Kilometermarkierung bei Neu Kaliß © dpa-Bildfunk Fotograf: Jens Büttner

Die Deichstrecke bei Neu Kaliß ist auf sechs Kilometern Länge ausgebaut und verstärkt worden.

Gut ein Jahr nach dem historischen Elbe-Hochwasser 2013 sind am Freitag verstärkte Deiche an das Land übergeben worden. Wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bei der offiziellen Übergabe sagte, sind in der Region damit wichtige Schwachstellen beseitigt worden.

Deiche der Elbe-Elde-Region auf sechs Kilometern ausgebaut

Backhaus betonte, die umgesetzten Maßnahmen sorgten für den besten Hochwasserschutz, den es an der Elbe-Elde-Wasserstraße jemals gegeben habe. Zwischen Neu Kaliß und Dömitz sind zwei Deiche auf einer Gesamtlänge von sechs Kilometern verstärkt worden. Dort errichteten Arbeiter für 800.000 Euro eine sogenannte Berme. Der horizontale Deichabschnitt soll Druck vom Deich nehmen und so ein Aufweichen verhindern. Auf diesem Weg können nun auch Autos fahren und so im Notfall Sandsäcke schneller an Ort und Stelle transportieren. Laut Backhaus gibt der Ausbau den Deichen zusätzlichen Halt, so dass ein Großeinsatz wie vor einem Jahr, als Freiwillige 600.000 Sandsäcke auf den Deichen verteilten, zukünftig nicht mehr nötig sein sollte.

Sude-Mündung soll neue Flutrinnen bekommen

Für eine längerfristige Verbesserung des Hochwasserschutzes aber seien weitere Maßnahmen notwendig, kündigte Backhaus an. Mecklenburg-Vorpommern werde gemeinsam mit Niedersachsen den Rückschnitt der Gehölze an der Elbe angehen. Laut Backhaus stehe die erste Maßnahme zum Ausschneiden kurz vor der Genehmigung. Es gehe dabei um Flächen an der Sude-Mündung bei Boizenburg. Dort sollen auch neue Flutrinnen angelegt und Deiche zurückverlegt werden. Umweltschützer hatten das Abholzen oder Ausdünnen der Auwälder als falsche Maßnahme kritisiert.

Die Elbeflut vom Sommer 2013 hatte in Mecklenburg-Vorpommern Schäden von rund acht Millionen Euro zur Folge, davon gut zwei Millionen Euro an den Deichen.

 

Quelle: http://www.ndr.de/

Ein Jahr nach dem Hochwasser: Gauck „Sieger der Herzen“

Veröffentlicht: August 27, 2014 von fluthelfer in Deggendorf

Auch in Natternberg freute man sich über den Besuch des Bundespräsidenten.Ein Jahr nach seinem Besuch im überfluteten Fischerdorf und Natternberg hat Bundespräsident Joachim Gauck am gestrigen Montag nachgeschaut, ob er mit seinem Eintrag im Goldenen Buch der Stadt „Deggendorf wird blühen“ richtig lag. Stimmt. Die Gartenschau blüht. Doch Gauck ging auch dieses Mal wieder dorthin, wo die Flut noch immer in der Seele wehtut.

Der Ministerpräsident, Minister um Minister, Staatssekretäre – auf das Jahrhundert-Hochwasser 2013 folgte ein Heer von Flut-Touristen. Vor allem in Fischerdorf, diesem Symbol der Katastrophe. Sie sorgten für staatliche Hilfe in beachtlicher Höhe. Der unbestrittene „Sieger der Herzen“ aber war Bundespräsident Joachim Gauck. Zwar konnte sich kein Fischerdorfer von Gaucks guten Worten ein neues Wohnzimmer kaufen, doch der Mann hat offenbar Gespür für den Herzschlag von Menschen, die alles verloren haben. Dass er sein Versprechen auf ein Wiedersehen nach einem Jahr gestern einlöste, rechnen sie ihm hoch an.

Zunächst informierte sich Gauck in kleiner Runde mit Experten sowie Vertretern von Stadt und Landkreis über den Stand der Sanierungsarbeiten und den Fortschritt beim Hochwasserschutz.

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt besuchte der Bundespräsident die Ortsteile Natternberg und Fischerdorf, die vom Hochwasser besonders stark betroffen waren. In beiden Stadtteilen standen die Fluten nach Dammbrüchen im Juni 2013 mehrere Meter hoch. Mehr als 150 Häuser mussten seitdem abgerissen werden.

Quelle: pnp.de