Archiv für die Kategorie ‘Hitzacker’

Beinahe 400 Menschen fanden sich auf Einladung der Evangelisch-lutherischen Kirchen im Landkreis am Sonntag Vormittag zu einem großen Dank-Gottesdienst ein. Landesbischof Ralf Meister hielt die Predigt – die Spiritualwerkstatt Schweskau und Janice Harrington sorgten für den richtigen Schwung.

Als die Sandsäcke zur Dekoration für den Flut-Gottesdienst aufgebaut wurden, hatte so manchen Hitzackeraner ein heiliger Schrecken erfasst, raunte es vor Beginn des großen Dank-Gottesdienstes am Sonntag: Sie befürchteten, dass schon wieder eine Flut im Anrollen sei, als Mitarbeiter des Maschinenrings Gabelstaplerweise Sandsäcke auf dem Parkplatz an Hitzackers Hafen abluden. Doch dieser Gottesdienst sollte einer fröhlicher werden. Dank für „die Bewahrung vor dem ganz großen Schrecken“ war das Motto des Tages und Dank für die überstandene Mühe sowie die außerordentlich große Unterstützung durch tausende private und berufliche Helfer.

Rund 400 Gäste hatten sich am Parkplatz an der Marschtorstraße eingefunden, um am großen Dank-Gottesdienst nach der überstandenen Flut teilzunehmen. Neben professionellen Einsatzkräften von Feuerwehr, THW, DRK und DLRG waren auch viele Helfer unter den Gottesdienst-Besuchern ebenso wie vom Hochwasser Betroffene. Aber auch viele politische Vertreter ließen es sich nicht nehmen, am Gottesdienst teilzunehmen.

Landrat Jürgen Schulz, mehrere Samtgemeinde- und Gemeinde-Bürgermeister fanden sich in Hitzacker ebenso ein wie der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel, dem es „ein Bedürfnis war, über die Teilnahme am Gottesdienst seine Solidarität mit den Lüchow-Dannenbergern zu zeigen“.

Propst Stephan Wichert von Holten dankte vor allem den vielen Ehrenamtlichen und „ehrenamtlichen Professionellen“, die mit viel Mühe und Zeiteinsatz bei der Bewältigung der Flut geholfen hatten. „Dank auch dafür, dass alles da war, dass die Helfer nicht hungern und dürsten mussten und dass kaum ein Werkzeug mitgebracht werden musste,“ richtete sich ein weiterer Dank des Propstes an alle, die auf andere Weise geholfen hatten als durch Sandsack-Befüllen und Schleppen.

Viel Beifall erhielt die Danksagung an Landrat Jürgen Schulz, dem Propst Wichert von Holten dafür dankte, dass er „die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit“ getroffen hatte. Ebenso erhielt Umweltminister Wenzel Beifall dafür, dass er bei der Bewältigung der Flutfolgen für schnelle Lösungen gesorgt hatte.

„Für unsere Fehler kann Gott nichts“ 

Landesbischof Ralf Meister beschäftigte sich in seiner Predigt mit der göttlichen Schöpfung und der Rolle des Menschen darin. „Durch die Flut sind wir erneut belehrt worden, dass die Harmonie in der Natur gestört ist,“ so das Oberhaupt der Landeskirche. „Wir sollen aber Gott nicht benutzen, um unsere Fehler im Umgang mit der Natur zu entschuldigen. Es gibt keine theologische Antwort auf die Flutkatastrophe.“

Aber dennoch beschäftige sich Kirche mit den Folgen der Flut. „Denn Menschen sind Teil der Natur und müssen sich die Frage nach ihrer Rolle darin stellen.“ So berge eine Katastrophe auch die Chance auf neue Erfahrungen, z. B. auf die Erfahrung einer starken solidarischen Gemeinschaft, wie sie zu Zeiten der Flut da war. Und dafür sei durchaus Gottes Hilfe gefragt, Hilfe bei der Entwicklung von Kraft, diese Solidarität auch aufzubringen und vor allem Hilfe dabei, Konzepte zu entwickeln, wie Natur und Mensch einträchtig miteinander leben können. „Dank sagen müssen wir aber auch für die Bewahrung vor dem ganz großen Schrecken,“ so Meister.

Auch Hitzackers Pastor Jens Rohlfing erinnerte daran, dass Hitzacker bei dem aktuellen Hochwasser als Symbol der Bewahrung gelten könne, während Fischbeck als Symbol für die Katastrophe gelte. Deshalb haben die Kirchen beschlossen, die Kollekte beim Dank-Gottesdienst den Opfern des durchbrochenen Deiches rings um Fischbeck zukommen zu lassen.

Flutgeschichten und Fürbitten

Ungewöhnlich genug für einen Gottesdienst rief Propst Wichert von Holten die Anwesenden dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen – „Geschichten von Hilfe, Not und Sorge“. Nach anfänglichem Zögern erzählten dann doch einige Lüchow-Dannenbergern, was ihnen während der Flut begegnet ist. Während eine Vietzerin von ihrem großen Schaden und „nicht mehr wiederzufindenden Schuhen“ erzählte, waren Andere immer noch beeindruckt von dem großen Gemeinschaftsgeist beim Sandsack-Befüllen, deren „Anzahl wir nicht mehr zählen konnten“.

In ihren Fürbitten richteten sich u.a. Umweltminister Stefan Wenzel, Landrat Jürgen Schulz, Polizeikommissariats-Leiter Ulrich Constabel oder der ehemalige Kreis-Feuerwehrbrandmeister Uwe Schulz mit Danksagungen und Wünschen an Gemeinde und Kosmos.

Gospel-Sängerin Janice Harrington mit ihrer Band und die Spiritual-Werkstatt Schweskau brachten einen Hauch Blues-Feeling nach Hitzacker. Mit Gospel-Hits wie „Oh Happy Day“ oder „Down by the Riverside“ hatten sie schnell Herzen und Stimmbänder gelockert. Das Wetter tat sein Übriges, den Dank-Gottesdienst zu einem angenehmen Erlebnis zu machen: es beschränkte sich auf kurze Schauer.

Bei Bratwurst und Getränken bestand nach dem rund 1 1/2-stündigen Gottesdienst noch ausgiebig die Gelegenheit, sich über die Erlebnisse der letzten Wochen auszutauschen.

Quelle: http://wendland-net.de

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Wenig Interessierte, viele Fragen

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Hitzacker, Hochwasserschutz

Nur gut 30 Besucher bei Bürgerversammlung zum Thema Hochwasser in Hitzacker

Hitzacker. Fast einen Monat ist es her, dass das Hochwasser an den Lüchow-Dannenberger Elb- und Seegedeichen seinen Höchststand erreichte. Als die Angst wuchs, die Hochwasserschutzanlagen könnten nicht halten, als allerorts in den Samtgemeinden Elbtalaue und Gartow hektische Betriebsamkeit herrschte beim Bauen neuer Deiche und Dämme und dem Sichern der vorhandenen.

Am Montag hatte die Stadt Hitzacker zu einer Bürgerversammlung in das Café Dierks eingeladen, um die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen. Und um Fragen zu beantworten. Denn davon gibt es jetzt, wo die Elbe wieder friedlich in ihrem Bett fließt, viele in der Elbestadt.

So beispielsweise jene, warum kurz vor dem Erreichen des Hochwasserscheitels die Hitzackeraner Stadtinsel evakuiert worden war, das gefährdete Wussegel jedoch nicht. »Das lag daran, dass es sich um völlig verschiedene Verhältnisse handelte», antwortete Stadtdirektor Jürgen Meyer. Die Gefährdung der Stadtinsel sei deutlich intensiver gewesen als jene Wussegels, was vor allem daran lag, dass die Hochwasserschutzwand in Hitzacker von im Fluss treibenden Baumstämmen oder Ähnlichem hätte beschädigt werden können. Diese Gefahr bestand auch in Wussegel, so Meyer, doch dort wäre es wegen der deutlich kleineren Zahl zu evakuierender Menschen jederzeit möglich gewesen, alle in Sicherheit zu bringen – eben anders als auf Hitzackers Stadtinsel, wo gut 400 Menschen leben. Allerdings sei man auch auf die Evakuierung Wussegels vorbereitet gewesen, stellte Meyer heraus.

Was mit den zahlreichen Sportbooten und Yachten im Falle eines erneuten Hochwassers geschehen solle, wenn erst einmal der Sportboothafen wie geplant erweitert ist und dann mehr Platz bietet, wollte ein anderer der nur etwa 30 interessierten Bürger wissen. Denkbar sei eine Verlagerung der Boote nach Tießau oder Dömitz, so Meyer. »Da gibt es noch Abstimmungsbedarf, aber das sollte kein Problem sein», betonte der Stadtdirektor. Keine Antwort konnte die Verwaltung hingegen auf die Frage geben, ob denn das Elbvorland und der Fluss selbst jetzt nach dem Hochwasser in irgendeiner Weise mit Giftstoffen, Bakterien oder anderen Hinterlassenschaften der Flut belastet sind – wie 2002, als weite Teile des Elbvorlandes wegen abgelagerten Giftstoffen für die Landwirtschaft nicht mehr nutzbar waren. »Bislang haben wir keine Informationen darüber», so die ers- te Samtgemeinderätin Petra Steckelberg auf EJZ-Nachfrage. Und auch beim NLWKN, dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, gibt es bislang keinerlei Erkenntnisse über gefährliche oder auch nur signifikante Schadstoffablagerungen im Lüchow-Dannenberger Elbvorland, sagt NLWKN-Sprecherin Herma Heyken.

Die Hochwasserschutzwand in Hitzacker habe sich indes bewährt, berichteten Ortsbrandmeister Egon Behrmann und Ehrengemeindebrandmeister Norbert Schulz auf Nachfrage. Während des Hochwassers seien Vertreter des Herstellers in Hitzacker gewesen und hätten sich von der Standfestigkeit der Konstruktion überzeugt, so Schulz. Allerdings sei durch den Rekordstand der Elbe das sogenannte Freibord, also die Höhe der Schutzeinrichtung über dem Wasserspiegel, auf unter 1,5 Meter geschrumpft. Da aber ein Freibord von eineinhalb Metern erforderlich sei, müsse die Aluminiumwand, die im Hochwasserfall auf die Hochwasserschutzmauer aufgesetzt wird, erhöht werden, stellte Deichhauptmann Axel Schmidt heraus. Ein entsprechendes Schreiben werde an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gesandt. Weil hatte bei seinem Besuch in Lüchow-Dannenberg während des Hochwassers versprochen, dass er für alle Fragen und Bitten zum Thema Hochwasserschutz ein offenes Ohr haben werde und sich alle Institutionen, Kommunen und Verbände gern an ihn wenden könnten.

Quelle: ejz.de

Zurück auf die Stadtinsel

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Behörden heben Evakuierung in Hitzacker auf – Betretungsverbot soll heute enden

rg Hitzacker. Es hat aufgehört, das Plätschern des Wassers, das durch die Hochwasserschutzwand auf die Hitzackeraner Hafenpromenade läuft. Der Elbpegel ist deutlich gesunken, der Fluss steht wieder unterhalb der Aluminium-Profile, die die Hitzackeraner Stadtinsel vor einer Überflutung durch das Rekordhochwasser der vergangenen Tage bewahrten.

Gestern hoben daher die Behörden die Evakuierung des besonders gefährdeten Teils der Elbestadt auf, und die meisten Einwohner sind auch bereits zurückgekehrt in ihre unversehrten Häuser und Wohnungen. Das Hochwasser hat die Stadt Hitzacker und seine Einwohner verschont.

Die meisten Bewohner waren mit leichtem Gepäck gereist, nur wenige hatten auch Mobiliar und Elektrogeräte in Sicherheit gebracht. Entsprechend war auch die Rückkehr in die Stadt ein recht unspektakulärer Akt. Der erste, der um 6 Uhr morgens wieder einen Fuß auf die Stadtinsel setzte, war Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins. »Absolut richtig» gewesen sei die Evakuierung, betont er, und sie habe auch sehr gut geklappt. Nicht zuletzt, weil die Hitzackeraner die Situation mit einer Gelassenheit hingenommen hatten, die so nicht zu erwarten gewesen sei, lobte Mertins gestern Nachmittag die Ruhe, mit der die Evakuierung vonstatten gegangen war.

Heute soll auch das Betretungsverbot der Stadtinsel enden. Noch gestern durften lediglich Bewohner, Einsatzkräfte und Mitarbeiter von auf der Stadtinsel ansässigen Firmen die Polizeisperren an der Drawehnertor-Brücke und dem Parkplatz Bleichwiese passieren.

Auf ihrem Hausmüll werden die Hitzackeraner nun jedoch noch eine Weile sitzenbleiben. Die flutbedingt ausgefallene Müllabfuhr-Tour in dieser Woche werde nicht nachgeholt, heißt es aus dem Kreishaus. Nächster Abfuhrtermin: Montag, der 24. Juni.

Quelle: ejz.de

Evakuierung Hitzackers ab Freitag, 6.00 Uhr aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 14, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Am späten Abend korrigierte der Landkreis Lüchow-Dannenberg seine Lageeinschätzung Donnerstag: demnach kann die Evakuierung der Stadtinsel Hitzacker voraussichtlich nun doch am Freitag, 14.06.2013, um 6:00 Uhr morgens aufgehoben werden.

Wie bereits berichtet wurde, kann die Aufhebung erst ab einem Unterschreiten des Pegelstandes von 7,76 m am Pegel Hitzacker erfolgen. Nach der (neuen) Einschätzung tritt dieser Fall in den Morgenstunden des 14.06.2013 ein. Anwohner können also voraussichtlich am Freitag Morgen in ihre Wohnungen zurück kehren.

Die Hochwasserschutzzonenverordnung der Samtgemeinde Elbtalaue regelt auch, bis wann auf der Stadtinsel das eingeschränkte Betretungsrecht gilt. Ab einem Pegelwert von 7,46 m am Pegel Hitzacker wird auch diese Einschränkung aufgehoben – dies tritt nach jetziger Einschätzung am Samstag morgen, die Sperrung der Stadtinsel wäre also ab 8:00 Uhr Morgens aufgehoben.

Die Kreisverwaltung empfiehlt jedoch, sich in dieser Frage Freitag zu informieren.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/evakuierung-hitzackes-ab-freitag-6-00-uhr-aufgehoben-19484

Diesmal ohne Stiefel

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt in Hitzacker Hochwasser-Fonds an

gel Hitzacker. Es gibt angenehmere Termine, als sich zu Hochwasser-Zeiten in einer verlassenen Altstadt umzusehen. 2006 musste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Hochwasser-Besuch in Hitzacker sogar noch Gummistiefel überstülpen.

Das war bei ihrem gestrigen Besuch in der Elbestadt nicht nötig. Denn zum einen betrat die Kanzlerin gar nicht die evakuierte Innenstadt. Zum anderen: Selbst wenn, dann wäre sie im Trockenen geblieben. Den Hochwasser-Schutzeinrichtungen sei Dank. Die Kanzlerin lobte dann auch die Effektivität der Einrichtungen in Hitzacker. Zuvor hatte sie sich mit mehreren Personen aus Politik, Behörden und Verbänden im Schöpfwerk über dessen Funktion informiert. Vor allem bedankte sie sich aber direkt bei einigen der Einsatzkräfte. Sie zeigte sich beeindruckt davon, wie die Menschen zusammenstehen.

Kanzlerin Merkel kündigte in Hitzacker einen Hochwasser-Fonds an. Der soll beim heutigen Bund-Länder-Treffen aufgelegt werden. Für was der Fonds konkret gedacht ist und mit welchem Volumen er gefüllt sein soll – darüber sagte die Kanzlerin nichts. Sie sprach jedenfalls von einem guten Miteinander von Bund und Ländern und stellte in Aussicht, dass über alle erdenklichen Schutzmaßnahmen, auch Retentionsflächen, gesprochen werde. »Es bleibt viel zu tun», hat die Kanzlerin erkannt. Das findet Landrat Jürgen Schulz (parteilos) schon lange. Er forderte in Hitzacker neben einem Fonds auch ein komplettes Programm, um die Elbe zu bewirtschaften. Bilder von dem Merkel-Besuch in Hitzacker gibt es in der Fotogalerie unter http://www.ejz.de.

 Der Besuch von Angela Merkel hat die Bürger in Hitzacker nicht besonders beeindruckt, berichtet HAZ-Reporter Christian Link. „Sie hat jedem von uns die Hand geschüttelt und ein paar Worte mit uns gewechselt“, sagt Elfriede Ritz. Ritz gehört zu den etwa zehn ausgesuchten Einwohnern, die zur Kanzlerin vorgelassen wurde, um von der Situation in Hitzacker zu berichten. „Es war aber alles sehr hektisch. Mit den Augen war sie schon wieder woanders“, berichtet Ritz. Die Bundeskanzlerin habe Verbesserungen im Hochwasserschutz versprochen. Ritz ist skeptisch: „Ich glaube nicht, dass bis zum nächsten Hochwasser etwas passiert.“ Auch andere Bürger von Hitzacker versprechen sich nicht viel vom Kanzlerinnenbesuch. „Es ist halt Wahlkampf“, bringt ein Einwohner die allgemeine Stimmung auf den Punkt.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Erstmals gesunken

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 In Hitzacker ist der Elbe-Pegel heute Morgen erstmals gesunken – um zwei Zentimeter. Die Deiche machen allerdings stellenweise schon schlapp. „Die Elbe suppt hier langsam durch. Die vom Deichverband sagen aber, das ist in Ordnung“, sagt Feuerwehrabschnittsleiter Andreas Lenz.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Ist das Schlimmste vorbei?

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Seit über 24 Stunden steigt das Hochwasser in Hitzacker nicht mehr. Eine Bedrohung gibt es dennoch: “Bei diesem Wasserdruck werden einige Deiche bis zum Wochenende durchweichen“, befürchtet Landrat Schulz aus Lüchow-Dannenberg. Falls Deiche aufgeweicht werden, steht Hilfe bereit: 3500 Helfer sind da. Und noch 330.000 Sandsäcke Reserve.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasserwelle-rollt-weiter-nach-Norden

Hitzacker

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Die Atmosphäre an der Elbe in Hitzacker erinnert ein wenig an einen Ausflug. Feuerwehrleute sitzen auf Klappstühlen in der Sonne, sie essen Wurstsemmeln am Deich, knipsen Bilder mit ihren Handys. Das Wasser ist hoch, aber still, nur die Geräusche von ein paar knatternden Motorbooten dringen ans Ufer. Das Elbe-Hochwasser hat hier seinen Höhepunkt erreicht. Für die Einsatzkräfte in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg gilt nun, die Deiche gegen die Wassermassen zu verteidigen. In Hitzacker fließt die Elbe bei 8,17 Metern. Die Spundwand, die die historische Altstadt von den Wassermassen trennt, hat noch rund 80 Zentimeter Luft nach oben. Das Wasser soll nach Einschätzung des Katastrophenstabs nicht weiter steigen. Doch bedrohen schwimmenden Bäume und Äste die dünne Aluminiumwand. „Falls da was mit Wucht dagegen treibt, würde sie verbiegen oder das Holz würde Löcher reinreißen“, sagt Feuerwehrmann Hans-Joachim Becker. „Gestern haben wir eine ganze Eiche rausgeholt.“ Auch ein ganzer Jägerstand sei bereits aus dem Wasser gefischt worden, erzählt er. Zehn Meter weiter hieven fünf Feuerwehrmänner gerade mit einem Autokran einen meterlangen Baumstamm aus dem Wasser über eine Mauer. „Da haben sie einen schönen, dicken Stamm gefangen, mindestens eine halbe Tonne“, sagt Becker zufrieden, „der hätte uns weh getan“. Am Ufer türmt sich das gesammelte Holz auf einem meterhohen Stapel.

 

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasserwelle-rollt-weiter-nach-Norden

Stadtinsel von Hitzacker bleibt noch Evakuierungsgebiet

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Der Hochwasserscheitel in Hitzacker ist kaum erreicht, schon mehren sich die Anfragen am Bürgertelefon, wann die Bewohner der Stadtinsel wieder in ihre Häuser zurückkehren können.

Die Hochwasserschutzzonenverordnung legt die Evakuierung bei einem  Bemessungswasserstand von 7,76 m fest. Der aktuelle Pegelstand hat in Hitzacker 8,17 m erreicht .

Die Prognosen gehen davon aus, dass der Höchststand sich einige Tage halten und dann erst langsam wieder sinken wird. So bleibt die Stadtinsel von Hitzacker auch in den nächsten Tage noch Evakuierungsgebiet.

Für unaufschiebbare Erledigungen zur Sicherung an den Häusern erteilt die Samtgemeinde Elbtalaue am Infopoint im Feuerwehrgerätehaus Hitzacker Ausnahmegenehmigungen. Nur mit einer solchen Genehmigung kann die von der Polizei gesicherte Absperrung an der Drawehnertorstraße passiert werden. Und es werden von der Polizei nicht mehr als 7 Personen gleichzeitig auf die Stadtinsel gelassen,um eine Überprüfung und schnelle Erreichbarkeit der Menschen bei Gefahrenlage sicherzustellen.

Die Samtgemeinde wird rechtzeitig darüber informieren, wenn die Prognosen eine Rückkehr der Bewohner in ihre Häuser zulassen.

Mitteilung der SG Elbtalaue

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/stadtinsel-von-hitzacker-bleibt-noch-evakuierungsgebiet-19818

Beeindruckter Landesvater

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Niedersachsens Ministerpräsident Weil besucht Hochwasserbrennpunkte in Lüchow-Dannenberg

rg Wussegel/Hitzacker. Es war ein unaufgeregter Besuch, den Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gestern den Brennpunkten der Hochwasserfront im Lüchow-Dannenberger Nordkreis abstattete. Ein Besuch, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, mit Verantwortlichen zu reden – und um Danke zu sagen.

Und genau das tat der Landesvater auch. In Wussegel, Hitzacker und Neu Darchau. Dort, wo die Lage heikel ist. Und wo sie auch vorerst heikel bleibt.

In Wussegel ließ sich Weil von den Fachleuten der Landesbehörde NLWKN und hiesigen Wasserwirtschaftern über die Lage ins Bild setzen und verschaffte sich einen Überblick über die Stahl- und Holzkons-truktion, mit der der Ingenieur Jörg-Heinrich Siemke die dortige Hochwasserschutzmauer auf eine Höhe brachte, die den Rekordfluten auch gewachsen ist. »Eindrucksvoll», attestierte der Ministerpräsident. Ein Wort, mit dem er anschließend auch das Engagement der vielen tausend Helfer in Lüchow-Dannenberg beschrieb und die Leistungen der Organisatoren und Pla- ner dieses mittlerweile vier- ten Hochwasser-Großeinsatzens nach der Jahrhunderflut von 2002. »Ich habe Hochachtung vor dem, was Sie hier alle leis-ten», stellte Weil heraus. »Vielen Dank dafür.»

In Hitzacker ließ sich Weil die dortigen Hochwasserschutzanlagen erläutern und nahm den Dank von Jeetzeldeichverband-Geschäftsführer Peter Hildebrandt dafür entgegen, dass das Land das Siel- und das Schöpfwerk übernommen hatte – denn der Verband hätte sich die Anlagen beim besten Willen nicht leisten können, so Hildebrandt. Ein offenes Ohr fand auch Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins (FDP) beim Minis-terpräsidenten, als er berichtete, dass das wirtschaftliche Leben in der Stadt derzeit brach liege, was für viele Betriebe existenzbedrohend sei. Weil versprach eine »detaillierte Nachbetrachtung» des Hochwassers und der Schäden – und er versprach, dass sich die Landespolitik mit dem gesamten Themenkomplex »intensiv befassen» werde. »Aber erst, wenn dieses Hochwasser überstanden ist», stellte Weil heraus. »Solange müssen wir alle unsere Kräfte bündeln, um diese Katastrophe gemeinsam zu bewältigen.»

Quelle: ejz.de

Elbe in Niedersachsen

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Das Hochwasser lässt die Elbe in Niedersachsen weiter steigen. In Hitzacker im Kreis Lüchow-Dannenberg ist am Montagmorgen bereits die 8-Meter-Marke überschritten worden. Um 6.59 Uhr lag der Pegelstand bei 8,05 Meter. Bereits am Sonntag wurde die bisherige Rekordmarke von 2011 (7,70 Meter) geknackt. Wann die Elbe ihren höchsten Stand erreicht ist unklar. Der Katastrophenschutzstab des Landkreises erwartet den Scheitel in Hitzacker bis zum Dienstagabend bei 8,20 Meter. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg ging dagegen bislang von einem Scheitelpunkt von 8,50 Metern für Donnerstag aus.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Tausende-nach-Deichbruch-in-Fischbeck-evakuiert

Warten auf die große Welle

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Behörden evakuieren Hitzackers Stadtinsel – Notdeich in Neu Darchau abgerutscht – Mehrere Schulen bleiben geschlossen

rg Hitzacker. Gespenstisch ruhig ist es auf der Hitzackeraner Stadtinsel. Die Bewohner haben ihre Häuser verlassen, sind meist zu Freunden oder Verwandten gezogen, haben ihr Hab und Gut soweit es ging in Sicherheit gebracht vor dem, was sich da vor der Hochwasserschutzwand, die die Stadt-insel gegen die wütende Elbe abschirmt, zusammenbraut: ein Rekordhochwasser, mit einem Pegel von prognostizierten 8,45 Metern.

So hoch, dass die Behörden die am Freitag noch ausgesetzte Evakuierung des besonders gefährdeten Stadtteils Hitzackers angeordnet haben, und zwar bis gestern Abend, 20 Uhr. Jetzt ist nur noch Polizei in der Stadt, auf Patrouille, um die verlassenen Häuser vor ungebetenem Besuch zu schützen. Und so ist das lauteste Geräusch auf der Stadtinsel das Plätschern des Wassers, das durch die Fugen der Schutzmauer drückt und auf die Promenade läuft. Literweise zwar, aber harmlos. Und alle, nicht nur die Hitzackeraner Stadtinsulaner, hoffen, dass das auch so bleibt. Sie hoffen und warten auf die große Hochwasserwelle. Ab Dienstag wird sie in Hitzacker erwartet. Dann, spätestens aber Donnerstag, wird die Elbe dort ihren Höchststand erreichen, prognostitzieren die Behörden.

Eine Gefahr für die Hitzackeraner Hochwasserschutzmauer, diese Konstruktion aus Stahl und Aluminium, ist das Treibgut, das die Elbe tonnenweise mit sich führt. »Wenn ein schwerer Baumstamm gegen die Mauer rauscht, dann kann sie ernsthaften Schaden nehmen, der dann auch nicht mehr behoben werden könnte – weil da dann ja das Wasser mit unglaub- lichem Druck durchschießen würde», erklärt einer der Männer in den Booten, die unablässig vor der Stadt patrouillieren und eben dieses Treibgut ab- fangen, bevor es Schaden anrichten kann. DLRG-Boote sind im Einsatz, Feuerwehrboote, Boote der Wasserwacht, der Polizei und selbst der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Das, was sie herausfischen, landet am Ufer: Baumstämme, dicke Äste, aber auch Fässer, Reifen, und sogar ein Hochsitz, den die Fluten irgendwo mitgerissen haben.

Auch vor Neu Darchau fahren Boote auf Treibgut-Wache. Dort war am späten Sonn-abendnachmittag ein gut 60 Meter langes Stück des gerade errichteten Notdeiches instabil geworden und letztlich abgerutscht. Mehrere hundert Einsatzkräfte der Feuerwehr, des THWs und schließlich gestern auch der Bundeswehr und der Polizei arbeiten seither daran, den Wall, der große Teile Neu Darchaus gegen das aufziehende Elbhochwasser abschirmt, mit mehreren zehntausend Sand-säcken, Stahlmatten und Fließ wieder instand zu setzen. Dabei kamen auch speziell ausgebildete Taucher zum Einsatz.

Ebenfalls seit dem späten Sonnabend-Nachmittag werden im Kieswerk Tramm und an anderen Stellen im Landkreis auch wieder Sandsäcke befüllt. Viele hundert Menschen meldeten sich erneut als freiwillige Helfer, was es möglich machte, die zuvor gebundenen Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Bundeswehr abzulösen. Diese Kräfte werden nämlich an den Deichen gebraucht, um dort die Hochwasserschutzanlagen zu verstärken und in Teilbereichen auch weiter zu erhöhen. Denn an vielen Stellen würden die neu prognostizierten Rekord-Pegelstände der Elbe die Deich- kronen erreichen, und ein Überspülen der Deiche müsse unbedingt verhindert werden, hieß es noch gestern Abend aus dem Kreishaus, wo auch am Wochenende der Krisenstab täglich zweimal tagte.

Unterdessen forderte Landrat Jürgen Schulz (parteilos) den Bund und das Land auf, Konsequenzen aus dem nun bereits fünften bedrohlichen Hochwasser innerhalb von elf Jahren zu ziehen und ein abgestimmtes Hochwasserschutzkonzept auf den Weg zu bringen. »Da muss man ran, da müssen viele Fragen geklärt werden – auch wenn das lange dauert und schwer ist», so Schulz. »Vor 40 Jahren reichten die Hochwasser schon an die Deichkronen», erklärte Schulz. »Heute haben wir neue, viel höhere Deiche, und das Hochwassser kommt da wieder oben ran – das kann es doch nicht sein.»

Wegen des Hochwassers bleiben folgende Schulen geschlossen: die Grundschulen Neu Darchau, Dannenberg und Hitz- acker sowie das Fritz-Reuter-Gymnasium Dannenberg, die Bernhard-Varenius-Schule Hitz-acker und die Nicolas-Born-Schule Dannenberg bis einschließlich Freitag und die Elbtalschule Gartow, die Grundschule Gartow und die Freie Schule Hitzacker bis einschließlich Dienstag.

Quelle: ejz.de

Norddeutschland bereitet sich auf Hochwasser vor

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Das Hochwasser setzt seinen Weg Richtung Norden fort. Auch Norddeutschland bereitet sich auf das Schlimmste vor. In Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden Vorkehrungen getroffen. Die von Elbe und Jeetzel umflossene Altstadtinsel von Hitzacker wurde bis Sonntagabend evakuiert, rund 280 Anwohner verließen ihre Wohnungen.

 

Seelsorger begleitet Evakuierung – Strom und Gas nicht abgeschaltet

Angesichts der bevorstehenden Evakuierung werden die Informationsteams der Verwaltung nochmals jeden Haushalt in dem betroffenen Gebiet in Hitzacker aufsuchen und die Anwohner einzelfallbezogen informieren. Der Notfallseelsorger des Landkreises Lüchow-Dannenberg, Pastor Bernd Paul Paul, wird die Evakuierung begleiten. Die Polizei wird ab 20 Uhr das Gebiet zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung bestreifen. Strom und Gas werden erst bei einer Überflutung der Hochwasserschutzwände abgeschaltet. Dies ist aus heutiger Sicht aber nicht zu erwarten, teilt die SG-Verwaltung Elbtalaue mit.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013?pn=0

Hitzacker: Evakuierungsgebiet bis 20 Uhr verlassen!

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Nach  der aktuellen Hochwasserentwicklung tritt in Hitzacker  der Hochwasserscheitel  schneller ein als bisher vorhergesagt. Der prognostizierte Höchststand von 8,45 m wird bereits zwischen Montag abend und Dienstag früh in Hitzacker erwartet. Dies teilt soeben die SG-Verwaltung Elbtalaue mit.

Am heutigen Sonntag um 10.44 Uhr stand der aktuelle Wasserpegel bereits bei 7,44 cm. Die vorsorgliche Evakuierung ist nach der Hochwasserschutzzonenverordnung für die Stadtinsel und einige andere Bereiche bei einem Pegel von 7,76 m vorgesehen. Da dieser Stand voraussichtlich noch heute eintritt, werden alle betroffenen Bewohner und Bewohnerinnen informiert, dass nach der Verordnung eine Verlassenspflicht  besteht und sie werden gebeten, ihre Häuser und Wohnungen freiwillig bis 20 Uhr  zu verlassen. Die Informationsteams sind dabei die Anwohner einzelfallbezogen zu informieren. Das DRK steht nach Absprache bereit, bedürftige Personen zu transportieren, wenn diese es wünschen. Die Polizei wird sich um die Sicherung des betroffenen Gebietes kümmern. Noch vorhandene Fahrzeuge sind ebenfalls bis 20 Uhr zu entfernen. Bei Nichtentfernung werden diese auf  Kosten der Eigentümer abgeschleppt und auf dem Parkplatz Rieselweg umgesetzt.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013?pn=0

Hitzacker

Veröffentlicht: Juni 9, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

 

Wegen des rasant gestiegenen Wasserstandes der Elbe soll die Altstadt von Hitzacker bis Sonntagabend evakuiert werden. Die rund 280 Bewohner der von Elbe und Jeetzel umflossenen Altstadtinsel sollten ihre Häuser bis 20.00 verlassen, teilte die Stadt Hitzacker am Sonntag mit. Die Hochwasserschutzmauer sei in den vergangenen Tagen so erhöht worden, dass sie einem Wasserstand von 9 Metern standhalten könne, sagte Pressesprecher Mirko Tügel. Das sei zwar mehr als der für Dienstag erwartete Rekord-Höchststand von 8,20 Meter. Doch weil Treibgut aus der Elbe die Mauer beschädigen könne, sollte die Altstadt von Hitzacker vorsichtshalber geräumt werden.

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Der-Kampf-gegen-das-Hochwasser-in-Deutschland

 

Die Angst vor der Flut

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

Warten, sichern, bangen: Hitzacker bereitet sich auf die Flut vor, die mit der Elbe kommt. Das Städtchen sieht sich gut vorbereitet, die Anwohner hoffen auf einen glimpflichen Ausgang. HAZ-Reporter Christian Link berichtet aus dem Hochwassergebiet.

Vielleicht kommt ja doch alles nicht so schlimm. Die Sandsäcke sind gestapelt, der beeindruckende Schutzwall steht, und die ständig aktualisierten Prognosen für den Hochwasserpegel klingen nicht mehr ganz so bedrohlich, wie noch vor einigen Tagen. Den Einwohnern der vom Hochwasser bedrohten kleinen Stadt Hitzacker im niedersächsischen Wendland bleibt bis auf weiteres nur eines: abwarten und weiter die Uferbereiche gegen die drohende Flut sichern.

Nach aktueller Prognose erwartet die Verwaltung des Landkreises Lüchow-Dannenberg immer noch ein Hochwasser von 7,67 bis acht Metern in der Elbe bei Hitzacker. Das wäre zwar ein Rekord, aber wohl keine Katastrophe. Zwischenzeitlich war ein Höchstpegel von 8,80 Meter erwartet worden – viel zu viel für die meisten Dämme.

Wir sind gut vorbereitet und sehen die Lage entspannt“, sagt der zuständige Bereichsleiter für den Hochwasserschutz, Heiko Warnecke, angesichts der jüngsten Prognose. Die Hochwasserschutzwand rund um die Altstadt wird dieser Elbflut standhalten, da ist er sich sicher. Die Bewohner der historischen Stadtinsel müssen ihre Häuser wegen der neusten Prognose nicht mehr am Sonntag räumen, wie zunächst geplant – dafür aber vielleicht später. „Es wird den Bewohnerinnen und Bewohnern dennoch empfohlen, ihre Häuser auf freiwilliger Basis am Sonntag zu verlassen“, sagte ein Sprecher des Landkreises Lüchow- Dannenberg gestern. Auf jeden Fall bleiben die Bewohner aber erst einmal unter sich. Wer nicht auf der Stadtinsel wohnt, darf das bedrohte Gebiet nicht betreten. Auch die zahlreichen Straßensperren bleiben bestehen.

Das hat einen Grund. Denn trotz der neuen Zuversicht, eine Katastrophe könnte an den niedersächsischen Elborten vorbeigehen, ist die Gefahr nicht gebannt – selbst wenn die Schutzwände und Deiche halten.

Es gibt zwei Gefahren, die Hitzacker weiterhin fürchten muss: Treibgut in der Elbe und aufgeweichte Dämme im Stadtgebiet. „Man kann nicht ausschließen, dass ein Baumstamm oder andere Teile die Schutzwand beschädigen“, sagt Verwaltungsvertreter Warnecke. Für diese Gefahren würden aber Boote auf der Elbe patrouillieren. Bedrohlicher wäre ein Aufweichen der Deiche durch lange anhaltendes Hochwasser. „Hitzacker soll nicht von hinten überflutet werden“, sagt der Fachmann. Selbst wenn das Hochwasser längst wieder zurückgehe, könnten das Erdreich und der Sand der Deiche durchweicht werden. Das würde im schlimmsten Fall die Schutzwälle beschädigen und zum Wasserdurchbruch führen.

Letzteres ist auch die große Sorge von Gertraude Kleinhans. „Ich habe Albträume, dass mich das Hochwasser zum dritten Mal erwischt – diesmal von hinten“, erzählt sie. Zwei Geschäftsräume hatten ihr frühere Überflutungen schon kaputt gemacht. „Bis 2002 hatte ich einen richtig netten Laden mit Sachen zum Stöbern auf der Stadtinsel“, sagt sie. Durch das sogenannte Jahrhunderthochwasser wurde die kleine Fundgrube für Kunstgewerbe- und Geschenkartikel völlig zerstört. Sie wich in ein anderes Ladenlokal vor der Stadtinsel aus, doch das Hochwasser 2006 vernichtete das neue Geschäft. „Wir haben vorne im Laden gepumpt, aber im hinteren Bereich kam das Wasser durch die Wand“, erzählt sie.

Das aktuelle Hochwasser trifft Kleinhans und viele andere Geschäftsleute schon bevor es überhaupt da ist. Weil die Landkreisverwaltung die Deiche angesichts der drohenden Flut gesperrt hat, kommen kaum noch Touristen. „Die Fahrradtouristen machen 90 Prozent unserer Gäste aus“, sagt Kleinhans, die mittlerweile ein Hotel betreibt. Die von der Verwaltung eingeleiteten Maßnahmen wie Straßen- und Deichsperrungen, und die Evakuierungsankündigungen kann sie dennoch nachvollziehen. „Ich kann die Verantwortlichen schon verstehen, viele auf der Stadtinsel sehen das aber kritischer“, sagt Kleinhans.

Patricia Costantin von der Eisdiele Venezia etwa hält die Schutzmaßnahmen der Stadt für übertrieben. Ihr Eiscafé am Markt ist das einzige in Hitzacker. Trotz wolkenlosem Himmel und 25 Grad ist es seit gestern geschlossen. „Uns wurde von der Verwaltung gesagt, dass hier die Stadtinsel ab Sonnabend geschlossen ist“, sagt sie. Freitagabend räumte ihre Familie daher den Laden aus, um verderbliche Waren in Sicherheit zu bringen. „Bei meinem Bruder lagern jetzt 100 Liter Vanillemasse“, erzählt sie. Die Evakuierung ist zunächst abgesagt, das Geschäft dennoch vermasselt. „Man hätte ja erst einmal warnen können und nicht gleich sagen müssen: Ihr müsst alle raus“, kritisiert Costantin.

Der ausbleibende Tourismus trifft fast alle Gastronomen im Landkreis. „In dieser Woche wären wir gut ausgelastet gewesen – jetzt haben wir nur noch zwei Gäste“, sagt etwa Bianca Kresin vom Hotel Steinhagen. Ihr Gasthaus liegt direkt an der Elbe bei Damnatz, wo gestern Soldaten des 141. Logistikbataillons aus Neustadt am Rübenberge einen mehr als drei Kilometer langen Deich fertigstellten.

Auf rund 30 000 Euro schätzt sie die Umsatzeinbußen durch das Hochwasser. Doch auch eine Flut kann ziemlich teuer werden. Ehemann Jörg füllt deshalb Sandsäcke, während Bianca Kresin weiter das Hotel betreut. Auch die Mitarbeiter sind für den Hochwasserschutz im Einsatz. Kresin hat ihnen dafür frei gegeben. „Sie werden hier im Hotel ja ohnehin jetzt nicht gebraucht“, sagt sie.

http://www.haz.de

Entspannung, aber keine Entwarnung

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Hitzacker

+++ 18.09 Uhr: Entspannung, aber keine Entwarnung: Das Elbe-Hochwasser wird für Niedersachsen vermutlich weniger bedrohlich als befürchtet. Die Prognosen für die höchsten Pegelstände wurden am Donnerstag erneut um rund einen halben Meter nach unten korrigiert. Für die besonders bedrohte Kleinstadt Hitzacker werden nun für Dienstag und Mittwoch Höchststände von 7,65 Metern vorhergesagt. Das wäre knapp weniger als die bisherige Höchstmarke von 7,70 Meter und 1,15 Meter weniger als noch vor zwei Tagen prognostiziert wurde.

 

Quelle: http://www.rp-online.de

Hitzacker »in der Elbe»

Veröffentlicht: August 22, 2012 von fluthelfer in Hitzacker
Bürgermeister Holger Mertins blickt als Inselbewohner auf das Hochwasser 2002 zurück

as Hitzacker. Es war im August vor zehn Jahren, als aus der Stadt Hitzacker (Elbe) durch die Hochwasserflut »Hitzacker in der Elbe» wurde. Heute wird das Wortspiel von den Bewohnern rückblickend mit einem Schmunzeln quittiert.

Indessen: Viele Bewohner der Stadt – vor allem der Insel – werden diese schlimmen Tage niemals vergessen, als das Hochwasser binnen weniger Stunden, aber dennoch langsam und unaufhaltsam in zahlreiche Häuser strömte. Die Schäden an den Gebäuden gingen in die Hunderttausende.

Einer, der sich noch gut an das schlimme Hochwasser erinnert, ist Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins, der selber auf der Stadtinsel wohnt: »Das Schlimmste waren die unterschiedliche Prognosen über die Pegelhöchststände. Da jagte eine Hiobsbotschaft die andere und sorgte für enorm viel Verunsicherung in der Bevölkerung», schildert der Ratsvorsitzende. In der Vorlaufzeit von den ersten Hochwasservorhe rsagen bis zur Überflutung des Stadtkerns habe es fast eine Woche gedauert. Und in dieser Zeit beschäftigte die Hitzackeraner auf der Insel nur eine einzige Frage: Wie kann ich mein Haus, mein Grundstück schützen und mein Hab und Gut retten? So wurden Keller- und Wohnräume leer geräumt und das Inventar bei Freunden oder gar im Verdo trocken deponiert.

»Schließlich haben wir uns eine Insel auf der Insel aufgebaut», scherzt Mertins. Gemeinsam mit dem Fischhändler Ernst-August Kerting, dem ältesten Bewohner der Stadtinsel, und Museumsleiter Klaus Lehmann habe er in der Zollstraße zwei Wälle als Schutz errichtet. Doch das Elbwasser sei schließlich binnen weniger Stunden vom Kranplatz aus über die Elbstraße bis in die Zollstraße und hinein in den Friseursalon seiner Frau geflossen. »Da war eben nichts zu machen», zuckt Mertins mit den Schultern, als er nun – zehn Jahre später – vor dem Gebäude die Höhe des damaligen Wasserstandes andeutet. Soweit die bedrückende Phase des auflaufenden Hochwassers.

Doch was für Mertins ebenso fest in Erinnerung mit dem Hochwasser 2002 bleibt, das ist das hervorragende nachbarschaftliche Verhältnis, das in den Tagen der Überschwemmung herrschte. Mehr noch: »Wir haben unglaublich viel Unterstützung erfahren. Es herrschte eine großartige Solidarität auch unter den Helferinnen und Helfern. Da kamen junge Menschen aus dem Südkreis und wollten einfach nur helfen. Viele Freunde hatten sich spontan Urlaub genommen, um für uns da zu sein. Das war schon Wahnsinn, was da geleistet wurde.»

Bild: Nur auf Stegen – sie waren den Anwohnern und Einsatzkräften vorbehalten – oder im Boot konnte man sich während des Hochwassers im August 2002 über Hitzackers Stadtinsel bewegen. 4 Aufn.: EJZ-Archiv

Quelle: ejz.de

Vor Hochwasser in Zukunft geschützt

Veröffentlicht: August 22, 2012 von fluthelfer in Hitzacker
Schutzbauten für 69 Millionen Euro

as Hitzacker. Eine schlimme Hochwasserflut, wie sie im Jahr 2002 die Stadtinsel heimsuchte, wird es in der Elbestadt – nach heutigen Prognosen – nicht mehr geben. »Wir sind froh und stolz, dass Hitzacker so einen Hochwasserschutz erhalten hat, mit Schöpfwerk, einer schönen Promenade mit der Schutzwand und dem Sielbauwerk», unterstreicht Hitzackers Bürgermeis-ter Holger Mertins.

Dadurch werde nun die Stadt vor künftigen Flutereignissen geschützt; so wie es im Januar 2011 für alle Bewohner erlebbar war, als die aufgestellten Aluwandaufbauten das Eindringen des Elbwassers in die Stadt verhinderte.

Der Bürgermeister nimmt den Rückblick zum Anlass, allen Helferinnen und Helfern noch einmal Dank für ihren un- eigennützigen Einsatz auszusprechen. »Das ist nicht alles selbstverständlich.» Er erinnert an die vielen spontanen Geld-spender und -sammler, die die Hilfebedürftigen auf der Insel in ihrer Not unterstützt hatten.

Schon ein halbes Jahr vor dem Jahrhunderthochwasser war der Schutz vor Fluten an der Jeetzel ein ernstes Gesprächsthema, ergänzt Peter Hildebrandt, Geschäftsführer der Deichverbände in Lüchow-Dannenberg. Damals habe der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Jeetzeldeichverbandes ein Variantenmodell vorgelgt, durch welche Bauprojekte die ermittelten Deichminderhöhen an der Jeetzel ausgeglichen würden.

Unmittelbar nach dem Jahrhunderthochwasser sei die Debatte über den gemeinsamen Schutz der Jeetzelniederung samt Hitzacker unter dem Eindruck der Schäden sofort weitergeführt worden. »Da ging es gleich um den Standort des Schöpfwerkes, ob es eher bei Lüggau oder an der Jeetzelmündung in Hitzacker gebaut werden soll», erinnert Hildebrandt.

Der Startschuss für den Bau des Hochwasserschutzes an Jeetzel und Elbe sei am 22. Oktober 2002 im Gildehaus in Lüchow gefallen. Dort hatten sich die Bezirksregierung, der Landkreis, der NLWKN, die Deichverbände und der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände geeinigt. Seitdem sind Schöpfwerk, Sielbauwerk und Schutzwand in Hitzacker sowie 55 km neue Deichverteidigungsweg an der Jeetzel gebaut worden – Kosten 69 Mio. Euro – ohne direkte finanzielle Beteiligung der Betroffenen.

Quelle: ejz.de

Elbhochwasser lockt Schaulustige

Veröffentlicht: Januar 24, 2011 von fluthelfer in Hitzacker
Am Wochenende waren ein paar tausend Hochwassertouristen an der Elbe unterwegs – Pegelstände sinken leicht

dm Hitzacker. Auf dem Weinberg wurden gestern Nachmittag die Plätze in der ersten Reihe für einen guten Blick auf das vom Hochwasser umrahmte Städtchen Hitzacker schon knapp. Gedränge herrschte an der Übersichtsstelle am Sielbauwerk ein paar hundert Meter entfernt.

Dort waren viele Schaulustige erstaunt, wie hoch die Elbe vor der Hochwasserschutzwand steht. »Horst, wenn die Mauer nicht wäre, wär das Wasser schon wieder in der Stadt», stellte eine ältere Frau fest. Derweil flanierten Dutzende Sonntagsausflügler entlang der Hochwasserschutzwand gegenüber des Parkplatzes Bleichwiesen in Richtung Stadtinsel.

Ein paar tausend Hochwassertouristen waren am Wochenende in Lüchow-Dannenberg an der Elbe unterwegs. Besonders Hitzacker mit seinen neuen Hochwasserschutzanlagen lockte viele Schaulustige auch aus den Nachbarkreisen sowie aus Hamburg und Hannover an. Die Polizei sorgte dafür, dass sich die Hochwassertouristen an das Verbot hielten, die zum Teil aufgeweichten Deiche nicht zu betreten.

Indessen hat der Scheitelpunkt der Hochwasserwelle der Elbe Lüchow-Dannenberg fast durchlaufen und Neu Darchau erreicht. In Hitzacker stagnierte der Pegelstand von 20 Uhr am Sonnabend bis 12 Uhr am Sonntag bei 7,70 Meter, sieben Zentimeter mehr als beim bisher höchsten Wasserstand vor fünf Jahren. In Neu Darchau steht der mobile THW-Pegel seit Sonnabend 20 Uhr bei 7,49 Meter, derselben Höhe wie 2006. Die Hochwasservorhersasagezentrale Magdeburg rechnet nun mit einem sehr langsamen Rückgang der Pegelstände um täglich mehrere Zentimeter bis zur Wochenmitte.

An den Elbdeichen zwischen Wussegel und Damnatz drückt Qualmwasser auf mehreren Kilometern Länge in größeren Mengen durch den Deichfuss. Zur Vorsorge haben Feuerwehrkräfte aus Dannenberg und Streetz gestern rund 4500 Sandsäcke befüllt, die der Jeetzeldeichverband am durchnäss-ten Deich deponiert hat, um etwaige Gefahrstellen schnell abzudichten. Zudem wird der Deich zwischen Wussegel und Damnatz sowieso kontinuierlich von Deichwachen kontrolliert. Als weitere Maßnahme ist der kleine Polder der Tauben Elbe im Bereich Penkefitz gefüllt worden, um einen Gegendruck gegen das auf dem Deich stehende Elbwasser zu schaffen.

Die Lage in Neu Darchau und Katemin war gestern weitgehend entspannt, berichtete Mirko Tügel von der Feuerwehr der Samtgemeinde Elbtalaue. Wie wichtig es ist, die Notdeiche in diesem Bereich ständig zu beobachten, zeigte sich am Freitag nach Einbruch der Dunkelheit, als dort auf dem Grundstück eines Dachdeckerbetriebs vermehrt Qualmwasser durch den Wall aus Sandsäcken drang. Rund 40 Feuerwehrleute befüllten die ganze Nacht hindurch 3500 Sandsäcke, die am Notdamm deponiert wurden, um schnell weiteres Qualmwasser zu stoppen. In Neu Darchau waren am Wochenende rund 100 Kräfte von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk im Einsatz.

Quelle: ejz.de

Betreten verboten

Veröffentlicht: Januar 22, 2011 von fluthelfer in Hitzacker
Polizei und Samtgemeinde kontrollieren

lr Hitzacker. Viele Hochwasser-Schaulustige werden am Wochenende an der Elbe erwartet, wenn der Scheitel der Hochwasserwelle für Lüchow-Dannenberg erwartet wird. Damit die Deiche nicht beschädigt und die Einsatzkräfte nicht behindert werden, haben der Landkreis sowie die Samtgemeinde Elbtalaue Betretungs- bzw.

Benutzungsverbote für die Hochwasserschutzanlagen in Kraft gesetzt. »Damit dürfen die Deiche nicht mehr von Unbefugten betreten werden», betont ein Polizeisprecher. Dazu gehöre auch, dass Besucher mit ihren Autos nicht bis an den Deich fahren und dort wild parken dürfen. Die Polizei werde an den kommenden Tagen mit mehreren Dutzend Beamten im gesamten Elbbereich diese Benutzungsverbote verstärkt kontrollieren. Parallel dazu würden die Polizis-ten auch ein besonderes Augenmerk auf die verbotswidrige Nutzung gesperrter Strecken und auf verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge richten. »Verstöße will die Polizei konsequent mit einem Bußgeld ahnden. Bei Behinderungen von Deichschutzmaßnahmen müssen die Verantwortlichen verbotswidrig abgestellter Fahrzeuge auch damit rechnen, dass ihre Autos kos-tenpflichtig abgeschleppt werden», warnt der Polizeisprecher.

Um Schaulustigen einen Blick auf das Elbehochwasser zu ermöglichen, hat die Kreisverwaltung ein Besucherlenkungskonzept entwickelt, das auf der Internet http://www.luechow-dannen- berg.de abrufbar ist. Aussichtspunkte sind der Weinberg in Hitzacker, Wussegel, Damnatz und Schnackenburg.

Die Feuerwehr Hitzacker hat gestern auf Geheiß der Samtgemeinde Elbtalaue und in Absprache mit dem Jeetzeldeichverband und dem Landkreis die Hochwasserschutzmauer in Hitzacker mit Bauzaunelementen abgesperrt. Grund dafür ist unter anderem die Verkehr- sicherungspflicht im Hinblick auf die Gefahr für Spaziergänger auf dem feuchten und gestern vereisten Promenadenfußweg. »Zudem sind die Verbote aus der Hochwasserschutz-Zonen-Verordnung der Samtgemeinde Elbtalaue zu beachten», unter

streicht Ordnungsfachdienst- leiterin Sabine Ringel. »Der § 4 dieser Verordnung sagt aus, dass alle Fahrzeuge von der Stadt-insel entfernt werden müssen. Nur Anlieger dürfen die Stadt-insel in Hitzacker betreten.» Die Samtgemeinde werde dies durch Vollstreckungsbeamte kontrollieren. Für Bürger ist die Samtgemeinde Elbtalaue an diesem Wochende von 8 bis18 Uhr unter der Telefonnummer (05861) 808400 zu erreichen.

Quelle: ejz.de

Der Umweltminister packte mit an

Veröffentlicht: Januar 17, 2011 von fluthelfer in Hitzacker
Hochwasserschutzwand in Hitzacker im Beisein von Hans-Heinrich Sander innerhalb von nur fünfeinhalb Stunden aufgebaut

ab Hitzacker. Sowohl das Elbehochwasser als auch das in der Jeetzel könnten doch höher ausfallen, als noch vor einigen Tagen prognostiziert. Vorher-sagen schlössen das nicht ganz aus, meinten Vertreter des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Sonnabend in Hitzacker.

Für die Elbestadt werde es erst kritisch, wenn in der Jeetzel ein Wasserstand von 12,90 Meter über Normalnull (NN) und in der Elbe ein Wasserstand von bis zu 13,50 Meter über NN nicht gehalten werden könnten. »Aber soweit wird es wohl nicht kommen», ist NLWKN-Auf- gabenbereichsleiter Heiko War-necke optimistisch – zumal die Prognosen vergangener Jahre letztendlich nicht zugetroffen hätten. Das Wasser sei nicht so hoch wie befürchtet gestiegen.

In Hitzacker jedenfalls ist man gewappnet, Katastrophen wie sie die Hochwasser zuletzt 2002 und 2006 verursacht hatten, will man nicht wieder er-leben. Und so kam am Sonnabend zum ersten Mal die metallene Hochwasserschutzwand zum Einsatz – im Beisein des Niedersächsischen Umwelt- ministers Hans-Heinrich Sander (FDP). Auf einer Länge von 560 Metern montierten 40 Aktive der Feuerwehren Hitzacker, Harlingen, Wietzetze und Penkefitz die Dammbalken auf dem 1,20 Meter hohen, gemauerten Sockel. Das Ganze ist jetzt 2,70 Meter hoch. »Da dürfte nun nichts Unvorhergesehenes passieren», meinte NLWKN-Mit- arbeiter Warnecke.

Die Schutzwand, zuerst als Probeaufbau geplant, wurde innerhalb von nur etwa fünfeinhalb Stunden errichtet, sieben bis acht Stunden waren vorher für die Aktion veranschlagt worden. Das imponierte auch dem Umweltminister, der beim Aufbau der Mauer zeitweise selbst mit anpackte, nacheinander spontan mehrere Dammbalken schulterte, um sie dann den auf dem Sockel tätigen Freiwilligen zu reichen. Minister Sander ist zufrieden, dass der Hochwasserschutz für Hitzacker relativ schnell umgesetzt worden ist und betonte: »Wenn man das mit den Menschen vor Ort plant und realisiert, klappt es auch. Wenn etwas jedoch von oben angeordnet wird, ist die Gefahr des Scheiterns recht groß.»

Unter der Regie des Jeetzeldeichverbandes um Deichhauptmann Axel Schmidt hatten Mitarbeiter des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände am Freitag mit der Vorbereitung des Schutzwand-Aufbaus begonnen und die Elemente an die Promenade gefahren. Die Pumpen eins und zwei des Schöpfwerkes waren nacheinander abgestellt worden, parallel dazu wurden die Sieltore geschlossen. Die Hochwasserschutzwand, so Heiko Warnecke, bleibe so lange aufgebaut, bis die Hochwassergefahr für Hitzacker endgültig gebannt sei.

Quelle: ejz.de

Hochwasserschutz ist einsatzbereit

Veröffentlicht: Dezember 28, 2009 von fluthelfer in Hitzacker
Bauabnahme der Schutzmauer in der Rosenstraße – Brücke zur Schweineweide an Hafen Hitzacker GmbH übergeben

as Hitzacker. Die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz in Hitzacker sind nahezu abgeschlossen. Kürzlich wurde die Bauabnahme für das jüngste Projekt, den Bau der Schutzmauer an der Rosenstraße zur Jeetzel, vollzogen.

Und im Zuge dessen erfolgte auch die Abnahme der Brücke zur Schweineweide, deren Eigentum an-schließend vom Bauträger Jeetzeldeichverband nach Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses an die Hafen Hitzacker GmbH und deren Eigentümer Peter Schneeberg übergeben wurde. Heiko Warnecke, verantwortlich für die Projektsteuerung durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), hatte die Abnahme und Übergabe organisiert.

»Das war ein wichtiger Tag für den Hochwasserschutz in Hitzacker», bekräftigte Deichhauptmann Heinz Anders. Seine Erleichterung darüber, dass das Großprojekt für den Hochwasserschutz in Hitzacker und damit für die gesamte Jeetzelniederung unter dem zeitlichen Druck auslaufender Bezuschussungsfristen gelungen ist, war ihm anzumerken. Denn mit der Beendigung der Bauarbeiten an der Rosenstraße ist das letzte Objekt, das rein dem Schutz vor Hochwasser gilt, fertiggestellt worden. Gebaut wird einzig noch an der Rampe neben dem ebenfalls einsatzbereiten Sielbauwerk. »Diese Bauarbeiten können – je nach Wasserstand – sich noch bis ins Frühjahr hinziehen», teilte Heinrich König vom NLWKN mit.

Das Schöpfwerksgebäude war schon im November 2008 abgenommen worden, erinnert Heiko Warnecke. Einzig die Abnahme der drei Pumpen steht noch aus. Die vertraglich zuge-sicherten Leistungsdaten seien bislang noch nicht vollends erreicht worden. »Dabei ist nicht die Fördermenge das alleinige Problem.» Für einen entsprechenden Test unter Volllast- bedingung sei ein Mindest-Hochwasserstand nötig, so eine Vorgabe des Oberbauleiters für den Pumpenbereich. Deswegen könne sich diese Abnahme zeitlich noch deutlich in die Länge ziehen. »Es besteht also noch eine ganze Reihe von Optimierungsbedarf, um die Langlebigkeit der Pumpen zu gewährleis-ten und die Unterhaltungskos-ten so gering wie möglich zu halten», betonte Warnecke.

Diplomingenieur Torsten Benecke vom Ingenieurbüro Rauchenberger vollzog für die Oberbauleitung zunächst die Abnahme der Hochwasserschutzwand an der Rosenstraße zur Jeetzel. Von Juni bis Dezember dieses Jahres hatten die Firmen SBI und Bleck eine 93 Meter lange Schutzwand aus Stahl-beton errichtet und diese – im Vergleich zur bisherigen – etwas Richtung Jeetzel versetzt. Ferner wurde 900 m2 Uferdeckwerk aus Wasserbausteinen angelegt und 800 m2 Betonsteinpflaster neu verlegt. Ferner wurde ein neues Regenwasserpumpwerk installiert, das nach Fertigstellung vom Wasserverband Dannenberg-Hitzacker übernommen wird. Die Baukosten belaufen sich auf rund 750000 Euro und werden komplett aus dem Aufbau-Fonds für Hochwasserschutz finanziert. Benecke erinnerte daran, dass während der Bauphase die alte Schutzmauer aus großen Feldsteinen an der Drawehner Torschenke zum Teil eingestürzt war, allerdings ohne Folgeschäden zu verursachen. Danach verliefen die Bauarbeiten fast problemlos, abgesehen von einer dreiwöchigen Unterbrechung durch das Sommerhochwasser. Ins Abnahmeprotokoll wurden Restarbeiten aufgenommen, wie das Setzen eines Stabgitterzaunes samt Tor und eines Geländers. Die Hauseigentümer Michaela Krüger und Peter Schneeberg waren sich einig: Die Grundstücke haben durch die Mauer gewonnen.

Die Vorlandbrücke zur Schweineweide, die mit einer politisch umstrittenen Zahlung von 100000 Euro aus der Stadtkasse in die Schlagzeilen rückte, ist von der Firma SBI von November 2006 bis April 2007 gebaut worden. Der Straßenbau erfolgte erst in Abstimmung mit anderen Arbeiten im September 2009. Die Stahlbetonbrücke mit einer lichten Weite von acht Metern ist auf Stahlspundwände gegründet worden. Das Geländer wird bei Hochwasser, wenn die Brücke überflutet wird, von der Stadt Hitzacker abmontiert, so wurde mit Bauamtsleiter Jens Hesebeck vereinbart. Laut Oberbauleitung betrugen die Kosten rund 300000 Euro, die auch zu 100 % aus dem Fonds Aufbauhilfe finanziert wurden. Abgesehen von kleinern Nacharbeiten an Dichtungsfugen stand der Übernahme der Brücke durch die Hafen Hitzacker GmbH nichts im Wege. In Brückennähe werden noch einige Feldsteine aus dem Hafenbett geborgen.

Bild: Die neue Schutzmauer an der Jeetzel sichert die Gebäude an der Rosenstraße gegen Hochwasser. Der Jeetzeldeichverband hatte die Mauer als Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses aus Aufbau-Fonds-Mitteln bauen lassen. 2 Aufn.: A. Schmidt

Quelle: ejz.de

Jeetzelniederung vollends geschützt

Veröffentlicht: Oktober 29, 2008 von fluthelfer in Hitzacker
Hochwasserschutz in Hitzacker offiziell eingeweiht

as Hitzacker. Früher wurden Städte vor Gefahren mit Hilfe von Wehrmauern, Zugbrücken und Wehrtürmen geschützt, heute wird Hitzacker, das seit Menschengedenken vom Elbehochwasser bedroht wurde, von der neuen Hochwasserschutzmauer, Sieltoren und dem leis-tungsstarken Schöpfwerk geschützt. Diesen Vergleich zog der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff ges-tern bei der offiziellen Einweihung der neuen Hochwasserschutzbauten der Elbestadt.

Symbolisch übergab er den Schlüssel für das Schöpfwerk an Deichhauptmann Heinz Anders, Verbandsvorsteher des Jeetzeldeichverbandes, der im Auftrage des Landes als Träger der Schutzbauten fungiert.

Wulff erinnerte sich exakt daran, als er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die vom Elbehochwasser heimgesuchte Altstadt Hitzacker besucht hatte. Damals sei ihm klar geworden, dass in Hitzacker schnellstens gehandelt werden müsse, um die Menschen und ihr Hab und Gut künftig für Hochwassergefahren zu bewahren. »Selten hat Politik in einem so kurzem Zeitraum so etwas wie diese Schutzbauten in Hitzacker realisiert», unterstrich Wulff nicht ohne Stolz. Er lobte alle Beteiligten, die sich für den gelungenen Hochwasserschutz aktiv eingesetzt hatten. Der Ministerpräsident verdeutlichte, wie wichtig der Landesregierung der Hochwasserschutz an der Elbe ist: So werden in diesem Jahr 26,5 Mio. Euro an der Elbe verbaut, in »Restniedersachsen» sind es nur 18,7 Mio. Euro.

Deichhauptmann Heinz Anders betonte: »Erst durch die Schutzbauten in Hitzacker ist der Hochwasserschutz für die gesamte Jeetzelniederung, der mit dem Bau der Jeetzeldeiche zu Beginn der 50er-Jahre begonnen wurde, nun vollendet worden.» Dies sei schon jetzt ein wichtiger Meilenstein für die Bevölkerung in Hitzacker und an der Jeetzel, auch wenn die Bauarbeiten an der Jeetzel im nächs-ten Jahr noch fortgesetzt werden. Der Bau der Hochwasserschutzanlagen sei für die den Schutz der gesamten Niederung der zweckmäßigste und mit 37 Mio. Euro auch der vergleichsweise kostengünstigste gewesen, erinnerte Anders an die Abwägungsphase vor der Entscheidung für die Schutzmaßnahmen in Hitzacker. Bei der Planung der Projekte sahen sich Vorstand und der Ausschuss des Jeetzeldeichverbandes mit Einschränkungen durch Vorgaben des Denkmalschutzes, der FFH-Richtlinie und des Biosphärenreservatgesetzes konfrontiert. Und als der Vorstand im Jahre 2004 die ersten Bauaufträge vergeben hatte, hätten Stadtrat und einige wenige Anwohner noch gegen die Schutzanlagen geklagt.

Unter Beifall bedankte sich der Deichhauptmann bei den fleißigen Bauarbeitern für die schnelle Umsetzung der einzelnen Projekte, die nur durch mehrere zwischenzeitliche Elbehochwasser gebremst wurden. Planer, Genehmigungsbehörde und Geldgeber hätten die Basis für einen zügigen Bauverlauf geebnet.

Quelle: ejz.de

Klimawandel zwingt zum Handeln

Veröffentlicht: Oktober 8, 2008 von fluthelfer in Hitzacker
Niederländischer Kronprinz Willem-Alexander referierte in Hitzacker – Appell zu Kooperation

as Hitzacker. Deichverstärkungen dort, wo es nötig ist, den Flüssen mehr Raum geben dort, wo es möglich ist – diese Präventionsprinzipien sind die Kernelemente des Hochwasserschutzes in den Niederlanden. Das betonte Prinz Willem-Alex-ander von Oranien in seinem Referat, das er gestern im Verdo in Hitzacker vor knapp 200 Wasserbaufachleuten, Vertretern von Feuerwehren, THW und Kommunen hielt.

Die Hamburg-Messe hatte dort unter dem Label »acqua alta» das Seminar mit dem Titel »Dazwischen» organisiert, das vom Kölner »Hochwasser-Papst» Reinhard Vogt launig moderiert wurde.

Der Kronprinz erinnerte daran, dass die Niederländer in den Jahren 1993 und 1995 durch zwei Flusshochwasser wachgerüttelt worden waren, deren Ausmaße damals nie für möglich gehalten wurden. Daraufhin sei die so genannte Delta-Kommission neu berufen worden, die sich zuvor mit enormen Schutzmaßnahmen an der Küste ein hohes Ansehen erworben habe. Aus dem aktuellen Bericht des Gremiums gehe hervor, dass der Wasserspiegel der Nordsee bis zum Jahr 2100 um bis zu 1,30 Meter und bis 2200 um bis zu vier Meter steige. Mit Blick auf den Klimawandel müsse also nicht nur in den Niederlanden dringend gehandelt werden. Es sei sinnvoll, dass reiche Länder wie Holland und Deutschland ihre Erfahrungen beim Wassermanagement auch anderen Nationen zur Verfügung stellen. Der Prinz hatte zuvor an Hochwasserkatastrophen in New Orleans (USA), Indien und China erinnert.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Jürgen Meyer, Bürgermeis-ter der Samtgemeinde Elbtal-aue, der interessierten Zuhörerschaft die Entwicklungen der Elbehochwasser in den Jahren 2002, 2003 und 2006 näher gebracht. Die Hochwasserschutzbauten in Hitzacker seien nahezu fertiggestellt. Nun fehlten noch der Betriebs- und Evakuierungsplan, die Deichverteidigungsordnung und die Ausweisung des hochwassergeschützten Gebietes, das der Landkreis ermitteln muss. Die SG Elbtal-aue werde ihren Beitrag zum Hochwasserschutz über die Feuerwehren leisten, die den Auf- und Abbau der mobilen Schutzelemente übernehmen.

Mit vielen Bildern veranschaulichte Bauprojektleiter Udo Engels den Fortgang der Bauarbeiten, die ebenfalls durch Hochwasser beeinträchtigt wurden. Eugen Laarhoven vom Pumpenhersteller Flowserve aus Holland berichtete Wissenswertes über die Pumpeneinsatz. Und Thomas Menzel, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Ost in Magdeburg, warnte eindringlich vor den Gefahren eines Eis-Hochwassers.

Sodann besichtigten die Seminarteilnehmer das Schöpfwerk, die Schutzwand und das Sielbauwerk. Dazwischen wurde im Betriebsgebäude für den mobilen Hochwasserschutz ein Imbiss gereicht.

Quelle: ejz.de