Archiv für die Kategorie ‘Landkreis Lüchow-Dannenberg’

Das Projekt „Elbsack“ von Nadine Teicher kam auf der Kulturellen Landpartie so gut an, dass die Dortmunder Designerin nun stolze 480 Euro Spenden an den Dannenberger Deichverband überweisen konnte.

Die 31-jährige fertigt unter dem Label ELBSACK Taschen und Accessoires aus den
benutzten Sandsäcken der Flutkatastrophe im Juni 2013. Sie verkaufte die Produkte ihrer ersten
Kollektion erstmalig auf der vergangenen Kulturellen Landpartie (KLP) in Seedorf. 20% des Verkaufserlöses hielt sie als Spende für den hiesigen Deichverband zurück. Jetzt, nach Ablauf der KLP, konnte sie dem Deichverband im ersten Gang 480€ als Spende übergeben. In den nächsten
Ausschüttungen sollen dann auch die anderen Deichverbände des Landkreises berücksichtigt werden.

„Das Geld soll in die Anschaffung einer Sandsackabfüllmaschine für den Dannenberger Deichverband investiert werden“, berichtet die Dortmunderin stolz. „Dann kommt es genau da an, wo es Sinn macht!“ Alle Besucher, die ihren Stand und die Produkte begutachtet haben, waren begeistert von ihrer Idee und der Umsetzung. Viele positive Rückmeldungen haben sie in den 10 Tagen erreicht.

„Viele Besucher der KLP waren auch durch Medienberichte auf meinen Stand aufmerksam
geworden“, sagt Teicher weiter. „Manchmal kamen sie aus den entferntesten Ecken des Landkreises, weil sie davon gelesen hatten und sich unbedingt die Taschen anschauen wollten“.

In Dannenberg fand sich im Café „Sprechzimmer“ ein Partner, der ab sofort eine kleine Auswahl von ELBSACK-Produkten verkauft. Auch auf dem Online-Portal www.echt.land, welches sich derzeit noch im Aufbau befindet, sollen die Produkte demnächst angeboten werden.

Teicher sucht nun nach weiteren Märkten und ortsnahen Geschäften, in denen die Sandsack-
Kollektion verkauft werden sollen. Bis dahin kann man sie auch weiterhin auf der Website
www.elbsack.de erwerben.

Foto: Freut sich, dass sie eine Spendenüberweisung von 480,- Euro tätigen konnte: die Designerin Nadine Teicher hat Erfolg mit ihren Sandsackprodukten.

 

Quelle: wendland-net

Hochwasser Medaille 2013 in Hitzacker verliehen

Veröffentlicht: Oktober 14, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Am 14.Oktober 2013 wurden im Verdo Hitzacker am Abend die „Hochwasser Medaille 2013“ vom Land Niedersachsen an die Hochwasserhelfer verliehen. Mehr als 700 Vertreter der am Hochwassereinsatz beteiligten Organisationen wurden vom niedersächsischen Ministerpräsidenten und dem niedersächsischen Innenminister so wie vom Landrat Jürgen Schulz mit der Medaille und einer Urkunde geehrt. Darunter delegierte der Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis,Rotes Kreuz,Technisches Hilfswerk,Bundeswehr und Johanniter. Der Präsident des niedersächsischen Landtages Bernd Busemann bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Ehrenamtlichen und allen freiwilligen Helfer. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“ so Busemann. Die freiwillige Helfer bekamen keine Medaille.

Quelle: wendland-net.de

Vor dem Hochwasser im Juni hielt man im Umweltministerium in Hannover Lüchow-Dannenberg in Sachen Hochwasserschutz für gut aufgestellt. Nach dem Hochwasser wurde deutlich, dass beim nächsten, dann womöglich noch höher ausfallenden Hochwasser die Mauer in Hitzacker doch nicht hoch genug sein könnte.

Vom Freibord war diesmal nicht mehr soviel übrig, deshalb sei es nötig, die Mauer aufzustocken, fordert der Jeetzel-Deichverband. Ganz zu schweigen von Lücken und Problemen, die sich angesichts der Wassermengen plötzlich an anderen Stellen im Elbdeich auftaten. Einige dieser Probleme an Elbe und Jeetzel wurden gestern Peter Horn vorgestellt, dem für Hochwasserschutz zuständigen Fachmann im Ministerium und seinem Abteilungskollegen Peter Wilhelm. Die vom Jeetzeldeichverband zu der Herbstschau eingeladene Staatssekretärin Almut Kollwitz hatte kurzfristig abgesagt. Bei der Herbstschau ging es in Lüchow, Hitzacker, Wussegel und Laase um Deichverteidigungswege, Minderhöhen von Deichen und der Flutschutzmauer, um Bäume auf und an Deichen in der Schutzzone 3, sowie um den Rückschnitt der Verbuschung.

Die Vertreter der Deichverbände und der Kommunen hörten bei der Abschluss-Besprechung in Dünsche mit Wohlwollen, dass das Land seine Mittel für den Hochwasserschutz verdoppeln will, denn damit wächst auch ihre Hoffnung, einen Teil dieses Geldes für ihre Problemfälle abzubekommen. Die beiden Ministeriums- vertreter betonten, dass bei der Bereisung »die Probleme, die auf der Hand liegen, anschaulich gemacht wurden» und dass man versuchen werde, »Hilfeleistung zu bieten». Peter Wilhelm schloss sich dem Pragmatismus von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an: Der habe gesagt, wo etwas gemacht werden müsse, werde man auch Wege finden, es machen zu können. Peter Horn war wichtig, die Anwesenden noch einmal an das Erreichte zu erinnern: Die neue Anlage in Hitzacker habe hervorragend funktioniert, und sei von Bundeskanzlerin Merkel – »Beispielhaft für ganz Deutschland» – geadelt worden. Das Ganze sei nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung bezahlt worden – was letztlich auch den Bundesrechnungshof überzeugt habe. Hochwasserschutz bestehe nicht nur aus dem Deich, sondern auch aus Deichverteidigungswegen. Da sei Niedersachsen »top aufgestellt». Weil die Wege mit schwerem Gerät befahren werden konnten, habe man auch gut reagieren können. Woanders, so Horn, standen die Trecker tief im Schlamm, durch den die Helfer die Sandsäcke schleppen mussten. Auch Horn sieht nach diesem höheren Hochwasser neuen und weiteren Handlungsbedarf. Eine hohe Priorität müsse, so Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die »prekäre Situation» in Wussegel haben. Sein Vorschlag: Im Flurbereinigungsverfahren Flächen – auch für Polder – ankaufen, die Planungen anschieben. Bisher liegt das Bemessungshochwasser bei 4000 Kubikmeter pro Sekunde, künftig werde man sich an 4545 Kubikmetern/Sekunde bei einem Pegelstand von 7,99 in Wittenberge orientieren. Was die Elbe-Minis-ter im Dezember entscheiden werden, sei offen. Mehr länderübergreifende Abstimmung und mehr Transparenz wünschen sich Ernst-August Schulz vom Landkreis, Axel Schmidt vom Jeetzel-Deichverband und Peter Hildebrandt vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: als Unterlieger wollen sie bessere Informationen über die ihnen drohenden Wassermengen. Bis heute sei unklar, wieviel Wasser durch die Havelpolder gegangen sei. Im hiesigen Katastrophenstab habe man »nicht gewusst, was passiert», merkte Ernst-August Schulz an. Wie dringend eine Optimierung der Zusammenarbeit sei, zeigte er an einem Beispiel. Wäre nicht der Deich bei Fischbeck, sondern der bei Sandau gebrochen, dann wäre das Wasser von hinten bis Gartow gelaufen. Einiges sei durchaus auf dem kleinen Dienstweg zu klären, solche Fragen aber besser auf Landesebene.

Mit dem von Gartow Samt- gemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) gewünschte Nikolausgeschenk könnte es womöglich etwas werden: Es geht um die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Vietze. Horn kündigte einen Vor-Ort-Termin an und verwies auf Restgelder aus der alten Förderperiode.

Quelle: ejz.de

Kreisverwaltung und Biosphärenreservatsverwaltung haben Vorgehen im Detail abgestimmt

Ab dem 21. Oktober wird der Verbuschung an der Elbe zu Leibe gerückt.

Die Firma Hof Steinberg, die im Jahr 2010 Gehölze im Bereich zwischen Neu Darchau und Hitzacker zurückgeschnitten hatte, wird diese Arbeiten nun von Hitzacker an elbaufwärts fortsetzen. Das hat Diplomingenieur Ernst-August Schulz, Leiter des Fachdienstes Tiefbau und der Wasserbehörde, gegenüber der EJZ mitgeteilt. Jene Arbeiten waren bereits für die Jahre 2011 und 2012 geplant worden, kamen aber wegen hoher Wasserstände der Elbe nicht zustande. »Diesmal sehen die Pegelprognosen positiver aus, sodass wohl richtig was geschafft werden kann», ist Schulz optimis- tisch.

Am 1. Oktober hatte eine gemeinsame Bereisung der Fachleute der Kreisverwaltung, der Verwaltung des Biosphären- reservats sowie der beauftragten Firma stattgefunden. Dabei wurde einvernehmlich festgelegt, in welchen Bereichen genau welche Gehölze zurückgeschnitten werden sollen. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Kreisverwaltung jene Gehölze kartiert, die als besonders schädlich für den Hochwasserabfluss der Elbe gelten. »Die Biosphärenreservatsverwaltung war bei der Bereisung sehr kooperativ», lobt Ernst-August Schulz. So sei auch abgesprochen worden, dass in manchen Bereichen abgestorbene Eichen sowie größere Stämme Totholz aus dem Uferbereich der Elbe entfernt werden. »Auch Bäume wie beispielsweise die amerikanische Esche, die hier gar nicht heimisch ist, werden im Zuge der Rückschnittarbeiten mit Genehmigung der Verwaltung des Biosphärenreservats gefällt und entfernt.»

Beim Großteil der Gehölze handelt es sich aber um Weiden, die vor Ort mit einem Bagger abgeschnitten und anschließend geschreddert werden. Das Schreddergut wird danach aus dem Elbvorland abtransportiert.

Am rechtsseitigen Elbufer im Amt Neuhaus laufen die Rückschnittarbeiten zwischen Wehningen und Privelack bereits seit Anfang September. Darauf hat der Landkreis Lüneburg in einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Bislang wurde dort jener Bewuchs, der bei Hochwasser für die Deiche eine Gefahr darstellt, auf einer Strecke von 15 Kilometern vereinbarungsgemäß gezielt entfernt.

Bei der jüngsten Bereisung mit Verantwortlichen des Landkreises Lüneburg waren auch Vertreter des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums (VSKE) bei Herrenhof (gegenüber Hitzacker) zu- gegen, um sich über den aktuellen Stand der Rückschnittmaßnahmen zu informieren. Dort hat die Firma Zeyn den Auftrag zum Gehölzrückschnitt erhalten.

»Dieses Jahr sind wir schneller als in den Vorjahren», bewertete Klaus-Jürgen Steinhoff, Dezernatsleiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, die Arbeiten. Nach dem Hochwasser im Juni hatte die Biosphärenreservatsverwaltung die Erlaubnis erteilt, dass in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden darf und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Allein in der Gemeinde Amt Neuhaus und der Stadt Bleckede soll auf der rechten Elbseite insgesamt eine Strecke von 45 Kilometern be-arbeitet werden.

Vor Beginn der Arbeiten hatten sich auch dort die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen und der Firma Zeyn auf eine Gehölzbeseitigung in einem naturverträglichen Rahmen geeinigt, erklärte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Nach wie vor dürfen besondere Lebensräume, die nach EU-Recht unter Schutz stehen, nicht bearbeitet werden. Dafür muss ein Ausnahmeantrag bei der EU gestellt werden. Bereiche mit Biberbauten sind dauerhaft tabu und müssen erhalten bleiben.

Nach den Hochwassern der vergangenen Jahre sind die Maßnahmen gegen die Verbuschung an den Deichen noch wichtiger geworden, sind sich die Experten einig. Denn in dem Gehölz kann sich bei Hochwasser Treibgut sammeln und so den Wasserabfluss erheblich behindern. Im Landkreis Lüneburg koordiniert der VSKE die Abstimmung zwischen den Flächeneigen- tümern und der Firma Zeyn. Der Baumschnitt soll anschließend energetisch verwendet werden. »Das Schulzentrum Bleckede wird zum Beispiel mit den Holzhackschnitzeln aus den Rückschnittsarbeiten beheizt», erklärt Steinhoff. »Das anfallende Schnittmaterial ist mittlerweile ein echtes Wirtschaftsgut geworden.»

Quelle: ejz.de

30 000 Euro als Fluthilfe für Vietze

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Cuxhavener Zeitungen sammelten für Hochwassergeschädigte

Der Spendensegen für die vom Hochwasser Geschädigten in Vietze reißt nicht ab. Am Freitag übergaben der Landrat des Landkreises Cuxhaven, Vertreter des dortigen Lions-Clubs sowie der Niederelbe-Zeitung einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 30000 Euro.

Bereits über die im Raum Gartow eingesetzten Kreis-Feuerwehrbereitschaften hatten die Cuxhavener von den massiven Schäden in dem Elbeort erfahren. Die Tatsache, dass die Ehefrau des Landrats von Cuxhaven, Gerlinde Schulz-Bielefeld, ihr Abitur in Lüchow gemacht hatte und immer noch Beziehungen ins Wendland pflegt, sorgte mit dafür, dass schnell geklärt war, wohin die Spenden der Cuxhavener gehen sollten.

An der Nordsee gelegen, wissen die Menschen in Cuxhavener Umland sehr wohl, was es heißt, von einer Flut getroffen zu werden. »Wir mussten schon so manche Sturmflut überstehen», sagte Landrat Kai-Uwe Bielefeld in Vietze. »Da war den Menschen schnell klar, was es heißt, von einem Hochwasser überrollt zu werden.»

Die Spendenaktion der Niederelbe-Zeitung in Zusammenarbeit mit den Cuxhavener Nachrichten brachte rund 30000 Euro ein – 1500 Euro davon hatte der Lions-Club Cuxhaven Leuchtfeuer beigetragen, dessen Past-Präsidentin Gerlinde Schulz-Bielefeld ist. Die Stadt Otterndorf gab dann ein Übriges, um die 30000 Euro-Summe rund zu machen.

Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk freute sich sehr über die großzügige Spende der norddeutschen Nachbarn. Bei aller Dankbarkeit kam allerdings bei ihm etwas Frust über die verzögerte Abwicklung der zugesagten Landesgelder auf. »Die Spenden sind die ersten und bisher einzigen Gelder, die bei uns ankommen», hob Schenk bei der kleinen Dankesfeier im Dörfergemeinschaftshaus hervor. »Ich verstehe nicht, warum es so lange dauert, bis die von Land und Bund zugesagten Hilfsgelder ausgezahlt werden.» Für die Betroffenen sind die großzügigen Spenden deshalb enorm wichtig, um ihre Häuser vor dem Winter noch bewohnbar machen zu können.

»Es ist schön zu erleben, dass man nicht allein auf der Welt ist, dass uns so viel Hilfsbereitschaft zuteil wird», bedankte sich Schenk bei den Spenderinnen und Spendern – ein Dank, der von seinen Ratskolleginnen aus vollem Herzen bestätigt wurde.

Die großzügige Spende wird nun das Spendenkonto »Vietze» bei der Samtgemeinde Gartow noch einmal üppig bereichern. Verteilt wird es nach »Gerechtigkeitsprinzipien» an betroffene Flutopfer und soll darüber hinaus die Finanzierung der Planung eines Hochwasserschutzes für Vietze erleichtern, erläuterte Bürgermeister Schenk.

Quelle: ejz.de

Hochwasserbroschüre erschienen

Veröffentlicht: September 14, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Drei Monate ist es nun schon her, dass das Extremhochwasser der Elbe den Landkreis erreichte. Noch immer sind an einigen Stellen die Folgen zu spüren. Eine Dokumentation über die Ereignisse während der Juni-Flut gibt nun Auskunft darüber, was in den 13 Tagen des Katastrophenalarms passiert ist.

 

Leider ist es für viele Helferinnen und Helfer während eines solchen Ausnahmezustandes kaum möglich, einen Überblick über die Gesamtsituation im Landkreis zu bekommen. Dafür sind zu viele Dinge an verschiedenen Orten parallel geschehen.

 

Um darzustellen, was alles in der Zeit des Katastrophenalarms passiert ist, wurde die Broschüre: „ELBEHOCHWASSER Juni 2013 – eine Dokumentation“ erstellt. Diese Broschüre wurde bereits an Feuerwehren, THW, DRK, DLRG und weitere Organisationen, die den Landkreis bei der Bewältigung diese Ausnahmezustandes geholfen haben, verteilt.

Zudem liegt die Dokumentation kostenlos in den Rathäusern und im Kreishaus aus. Alle Interessierten können sich gern bedienen. Unter www.luechow-dannenberg.de/hochwasser steht die Broschüre außerdem zum Download bereit.

 

Quelle: http://wendland-net.de

Hochwasserbegehung in Vietze

Veröffentlicht: August 21, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Das Wasser hat sich aus Vietze zwar längst zurück gezogen, aber mit den Schäden haben Dutzende Einwohner des Ortes immer noch zu kämpfen. Am Donnerstag informierte sich die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte in Vietze über die Folgen der diesjährigen Flut.

 

Marion Munk aus Vietze ist an diesem Donnerstag ganz fröhlich: „Endlich! Heute ist der erste Tag, wo etwas aufgebaut wird und nicht nur abgerissen.“ Seit über zwei Monaten lebt die Vietzerin in einem Provisorium. Anders als manche ihrer Nachbarn konnte sie in ihrem Haus bleiben, musste sich aber ins Obergeschoss zurückziehen, da das Erdgeschoss vollständig durchfeuchtet war.

 

Fußböden, das frisch renovierte Bad, Einbaugeräte, ein Teil der Möbel – alles ist ein Opfer des eindringenden Wassers geworden. An diesem Donnerstag war es nun das erste Mal, dass Handwerker in ihrem Haus mit Einbauarbeiten beginnen konnten. Bisher ging es nur ums Trocknen, um das Herausreißen aufgequollener Fußböden, das Wegwerfen zerstörter Möbel usw. „Seit der Flut finde ich außerdem meine Schuhe nicht mehr wieder. Sie sind irgendwo verpackt,“ so Marion Munk.

 

Doch die Schuhe sind ihr geringstes Problem. Im Haus hat sie einen Schaden in mehrstelliger Tausenderhöhe zu bewältigen – ganz ohne Versicherung. „Bisher ist unser Haus immer trocken geblieben, da erschien uns eine Versicherung nicht notwendig,“ bedauert die alt eingesessene Vietzerin nun. Mit Spendengeldern konnte sie die notwendigsten Arbeiten beauftragen. Und letztendlich wird Marion Munk wohl ohne große Sorgen irgendwann wieder ein gut renoviertes Haus bewohnen können.

 

Was jedoch nicht nur Marion Munk, sondern alle ihre Nachbarn im unteren Vietze umtreibt: Was wird sein, wenn die nächste Flut kommt? Nach Aussagen von Experten kann es sein, dass die Pegelstände dann noch höher eintreten – wenn womöglich keine Deiche im Oberlauf mehr brechen oder der Aland im Brandenburgischen übergeleitet wird. …

 

Staudte: Fokus auf vorbeugenden Hochwasserschutz legen

 

Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, informierte sich am Donnerstag gemeinsam mit der grünen Direktkandidatin für den Bundestag, Julia Verlinden, in Vietze über die Folgen der Flut. Die kleine Abordnung besuchte einige Flutopfer und informierte sich über die Schäden im Ort, die auch am Friedhof und der uralten Feldsteinkapelle noch immer überdeutlich zu erkennen sind.

 

Hauptthema für die Landesregierung wird wohl sein, welche Art des Hochwasserschutzes sie mit welchem Anteil finanzieren wird. Erst eine Woche vor dem Besuch von Miriam Staudte hatte die zuständige Staatssekretärin erklärt, dass wohl nur ein gewidmeter Deich nach den Vorgaben des Niedersächsischen Deichgesetzese vom Land mit einem Anteil von 70 % finanziert werden könne.

 

Einige Vietzer warfen die Frage auf, ob nicht auch eine kleinere, günstigere Maßnahme sinnvoller wäre. Miriam Staudte will sich nun beim Umweltministerium dafür einsetzen, dass der Prozess, welche Massnahme realisiert werden, kann im engen Dialog mit den Einwohnerinnen und Einwohnern von Vietze abläuft. Dabei sollen alle Spielräume des Nds. Deichgesetzes ausgeschöpft werden.

Die Grünen-Politikerin betonte des weiteren, dass in Zukunft ein sehr viel stärkerer Fokus auf den vorbeugenden Hochwasserschutz gelegt werden müsse. Insbesondere zusätzliche Überschwemmungsflächen am Gesamtfluss Elbe seien notwendig, um neue Rekord-Höchststände zu verhindern.

Quelle: wendland-net.de

Spendenwelle nach Flutwelle

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Familien wie die Theeks aus Gorleben sind dankbar für Spendenaktion von Rotem Kreuz, EJZ und Kirche

Sie sind nicht allein. Das hat Familie Theek aus Dannenberg in und nach den Tagen des Hochwassers gespürt.

»Eines der wenigen guten Gefühle im Zusammenhang mit der Flut», sagt Veronica Theek. Vor allem Nachbarn packten in der akuten Phase mit an. Doch auch Wochen nach der Flut gibt es hin und wieder gute Nachrichten: Familie Theek bekommt Geld aus der gemeinsamen Spendenaktion von EJZ, dem Deutschen Roten Kreuz und dem evangelischen Kirchenkreis Lüchow-Dannenberg. Geld von Menschen, die die Theeks gar nicht kennen. »Es ist einfach nur toll, dass so viele Menschen gespendet haben, wir freuen uns darüber und sind sehr dankbar», sagt Veronica Theek.

340 Spenden sind insgesamt bisher eingegangen, rund 43700 Euro haben Lüchow-Dannenberger, aber auch Menschen aus anderen Teilen Deutschlands gespendet. Eine Summe, die die Erwartungen weit übertroffen hat. »Mit einer so großen Summe hatte ich nicht gerechnet», sagt Matthias Hanelt, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. Sehr großzügig seien die Spender gewesen, eine Einzelperson aus Lüchow-Dannenberg habe sogar 5000 Euro auf das Spendenkonto überwiesen – die höchste Spende. Außerdem gingen sechs Spenden in Höhe von 1000 Euro ein. In der kommenden Woche bekommen die ausgewählten 16 Flutopfer in Vietze, Gorleben, Tiesmesland und Schnackenburg Geld überwiesen. Leicht habe man sich die Auswahl nicht gemacht, bekräftigt Hanelt. Ein Gremium habe mit Hilfe des Landkreises, der Samtgemeinden und mit Ansprechpartnern Geschädigte aufgenommen, Anträge verschickt, Schadenssummen ermittelt und soziale Aspekte bei der Verteilung der Summen berücksichtigt. »Wir sind nicht nach dem Gießenkannenprinzip vorgegangen», unterstreicht Hanelt. Allerdings bekomme jeder, der einen Antrag gestellt habe, Geld. Der DRK-Mann geht davon aus, dass auch in nächster Zeit noch Spenden auf dem Konto (DRK-Kreisverband Lüchow-Dannenberg, Konto-Nr.: 230183089, bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg, BLZ: 25850110) eingehen werden. »50 Euro hat beispielsweise gestern jemand überwiesen», sagt Hanelt. Das Konto soll deshalb bis Ende Oktober bestehen bleiben, die dann noch vorhandenen Spenden sollen an Flutopfer mit Folgeschäden gehen. Der Betrag, den Familie Theek bekommt, deckt längst nicht alle Kosten ab, die auf sie zukommt. Trotzdem sei das Geld eine große Hilfe. Das Schlafzimmer von Sohn Kilian stand unter Wasser, benötigt eine komplette Renovierung, einige Fenster und Türen sind verzogen, müssen ausgewechselt werden, den Gartenzaun hat die Familie bereits austauscht. »Der alte ist einfach weggeschwommen», sagt Veronica Theek.

Nur gegen die schlechten Gefühle, die die Opfer noch immer spüren, hilft das Geld nicht. »Irgendwie habe ich noch heute eine gewisse Panik in mir, der Alltag ist noch immer durcheinander», sagt Veronica Theek. Es gibt Dinge, da hilft höchstens die Zeit. Und die ist kostenlos.

Quelle: ejz.de

Ein Hügel für Biber in Not

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme sollen künftig Biberschäden an Deichanlagen verhindert werden

Die Biber waren fleißig am Elbdeich zwischen Restorf und Brünkendorf. Eine tiefe und verzweigte Höhle haben sie in die Hochwasserschutzeinrichtung gegraben und für den bequemen Schlaf auch bereits stellenweise mit trockenem Gras und Laub ausgepolstert.

Es ist eine Notburg, die sie dort angelegt haben. Während des Hochwassers, als ihr eigentliches Heim meterhoch unter Wasser stand. Jetzt ist das Wasser verschwunden, die Biber sind wieder da, wo sie hingehören, nämlich in den Weichholzauen, und der Schaden, den sie angerichtet haben, ist beseitigt. Geblieben ist jedoch die Frage: Wie könne solche Angriffe auf die Integrität der Hochwasserschutzeinrichtungen künftig verhindert werden? Mit einem Nothügel, heißt die Antwort aus dem Lüchower Kreishaus: eine Hochwasser-Zufluchtstätte für Biber.

Der Hügel wäre ziemlich groß und läge zwischen Fluss und Deich. Er wäre so hoch, dass er bei Hochwasser nicht überspült würde, und mit einem Minimum zehn mal zehn Meter großen Plateau. Und aufgebaut wäre er wie ein Deich, damit er bei Hochwasser nicht einfach weggespült würde. »Das sind richtige Klötze, und sowas will man eigentlich nicht im Überflutungsgebiet haben, weil es den Abfluss des Wassers verhindert», sagt Ernst-August Schulz. »Aber in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat man damit schon Erfahrungen. Gute Erfahrungen», sagt der Fachdienstleiter Wasserwirtschaft und damit oberster Deichschützer im Kreishaus. In den beiden Nachbarbundesländern gebe es diese Hügel schon, und sie würden von den Bibern bei Hochwasser auch angenommen. »Zum Glück, denn die Höhlen, die die Biber in die Deiche graben, sind sehr gefährlich, weil sie die Stabilität der Deiche beeinträchtigen», erläutert Schulz. Wenn solch ein Bau, eine sogenannte Notburg, eine bestimmte Tiefe erreicht und die Lehmschicht im Deich durchstößt, läuft dieser mit Wasser voll, wird weich und kann brechen. »Und das fast ohne Vorwarnung, denn während des Hochwassers sieht man die Löcher ja nicht», betont Schulz.

Der oder die Nothügel sollen in enger Absprache mit der Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker entstehen. »Wir sind für die wasserrechtliche Genehmigung zuständig, die Biosphäre muss aber dem Bau zustimmen», erläutert Ernst-August Schulz. Und dazu sei man grundsätzlich auch bereit, heißt es aus der Verwaltung des Schutzgebietes in Hitzacker. »Aus fachlicher Sicht macht solch ein Hügel Sinn», sagt Sprecher Tobias Keienburg. Auch wenn man von sich aus solch eine Maßnahme nicht angestoßen hätte. Denn die Population des Bibers in der Elbtalaue sei stabil, Hochwasser gefährde den Bestand nicht, auch wenn dabei immer wieder Jungtiere zu Tode kämen. »Aber für die Deichsicherheit wäre ein solcher Nothügel gut und wichtig, und darum wären wir auch bereit, mit dem Kreis darüber zu sprechen.»

Dieses Gespräch will Ernst-August Schulz nun gemeinsam mit dem Gartower Deichverband mit der Biosphärenreservatsverwaltung suchen. Um gemeinsam das Projekt Hochwasser-Zuflucht für den Biber in Angriff zu nehmen. Zum Schutz der Deiche, aber auch zum Schutz der Biber. Denn wenn die Tiere durch den Bau weiterer Notburgen in den Elbe- oder auch in den Seegedeichen zu einer akuten Gefahr für die Deichsicherheit und damit für die Bewohner der geschützten Gebiete werden würden, müss-ten wohl oder übel andere Maßnahmen ergriffen werden. Und das könnte auch der Abschuss von Tieren sein. Doch das will niemand. Nicht im Kreishaus, und erst recht nicht in der Verwaltung des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue.

Bild: Bei Hochwasser werden Biber aus ihren Burgen vertrieben und suchen sich neue Unterkünfte. Die graben sie dann oftmals in die Deiche – und das ist gefährlich, denn so weichen die Hochwasserschutz- anlagen durch und können schnell brechen.

Quelle: ejz.de

(Ent)flutung an der Seege

Veröffentlicht: Juli 24, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Vier Wochen ist es jetzt schon her, dass die Scheitelwelle des Hochwassers 2013 den Landkreis passierte. Doch es gibt immer noch Bereiche, in denen das Wasser weiterhin hartnäckig steht und nicht weichen mag. So zum Beispiel in einer Niederung zwischen Brünkendorf und Vietze.

Hier ist eine Fläche von rund 100 Hektar, die von Deichen vollständig umgeben ist, immer noch stark überflutet. Während der Flut war das Wasser hier stellenweise über den Deich gelaufen, so dass die Senke tagelang wie eine Badewanne voll lief.  Hochstehendes Grundwasser und dichter Untergrund verhinderten, dass das Wasser wieder abfließen konnte, teilweise standen die Flächen dort am Freitag noch fast einen Meter hoch unter Wasser. Betroffen sind Wälder ebenso, wie Äcker, Weiden und Spazierwege.

Sorgen machen sich Naturschützer auch um die Pflanzen auf den Flächen des NABU, die durch die  langanhaltende Wasserüberspülung drohen, stark geschädigt zu werden, wie zum Beispiel die Flechtenart isländisch Moos.

Ende vergangener Woche entschieden nun Naturschützer und Gemeindevertreter gemeinsam mit dem Fachdienstleiter für Wasserwirtschaft im Landkreis, Ernst-August Schulz, ein Sieltor im Deich zu öffnen, um dem Wasser Gelegenheit zu geben, abzufließen. Bereits nach fünf Stunden war der Wasserstand in der Senke deutlich gesunken.

Quelle: wendland-net

Der tiefe Fall der Hochwasser-Lieblinge

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

In Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg sorgen rund 700.000 übrig gebliebene Sandsäcke für Ärger. Sie waren während des Hochwassers im Juni zu einem Notdeich verbaut worden. Viele Anwohner in Neu Darchau sind nun verstimmt, denn ihre Terrassen grenzen genau an diesen provisorischen Deich, den 1.200 Helfer errichtet hatten. „Wir alle, sämtliche Anlieger waren froh, dass die hier waren und dass die Sandsäcke hier waren. Aber jetzt wird’s langsam Zeit, dass die wegkommen“, findet Anwohner Bernhard Gliemann.

Elbvorland noch nicht trocken genug

Gliemann hat sich bereits an die zuständige Samtgemeinde Elbtalaue gewandt. Bislang wurde er aber vertröstet. Noch sei das Elbvorland nicht trocken genug, um dort mit Baggern anzurollen, so Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer (parteilos). Er will sich bald mit Anwohnern und Experten zusammensetzen, um eine Lösung zu suchen. Die könnte heißen, dass der Notdeich zumindest in Teilen erhalten bleibt, so Meyer.

Säcke bleiben mindestens bis Ende August

„Ich kann nicht ausschließen, dass wir im Frühjahr, im Herbst oder im Winter wieder ein Hochwasser haben und wir das Ganze wieder komplett neu aufbauen müssen“, fürchtet Meyer. Eine Entscheidung über den Hochwasserschutz in Neu Darchau soll Ende August fallen. Bis dahin werden laut Samtgemeinde auf jeden Fall auch die Sandsäcke liegen bleiben.

Quelle: ndr.de

Vietze: Einigkeit über den Hochwasserschutz?

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Zu einer ersten Besprechung über Möglichkeiten des Hochwasserschutzes trafen sich vergangenen Samstag rund 50 Vietzer Bürger. Als Berater nahmen Ernst-August Schulz, Fachdienstleiter Wasserwirtschaft beim Landkreis sowie Gartows Deichverbands-Vorsitzender Ulrich Flöter ebenso teil wie große Teile des Gemeinderates.

 

 

Bei der aktuellen Flut sind insgesamt 30 Häuser durch das Hochwasser teilweise massiv beschädigt worden. Anders als bei vorher gehenden Hochwasser-Ereignissen waren dieses Mal auch Häuser betroffen, die zur sogenannten „alten“ Substanz des Dorfes gehören. Daneben wurden auch der Friedhof sowie zentrale Versorgungseinrichtungen wie z.B. die Pumpstation zum Klärwerk überflutet. Bisher gibt es in Vietze keinen Hochwasserschutz.

 

Einig war sich die Versammlung darüber, dass das Dorf angesichts der immer höher eintretenden Wasserstände einen effektiven Hochwasserschutz braucht. Fachleute befürchten, dass künftige Hochwasser-Ereignisse sogar noch höhere Wasserstände bringen könnten.

 

Welche Form von Hochwasserschutz wollen wir?

 

In der Versammlung wurde deutlich, dass es hierüber durchaus unterschiedliche Vorstellungen gibt. Sowohl Bürgermeister Schenk als auch Deichverbands-Vorsteher Ulrich Flöter machten den Anwesenden deutlich, dass es ohne die Abgabe von Grundstücksanteilen an der Seegeseite keinen effektiven Hochwasserschutz geben wird. Wie breit die abzugebenden Streifen allerdings sein müssen, „das hängt natürlich von der Bauweise der Schutzverwallung ab, für die Sie sich entscheiden werden“, so Flöter.

 

Neben Bürgermeister Schenk gab es in der Versammlung viele andere Stimmen, die sich gegen einen gewidmeten Deich aussprachen, welcher eine Deichfuß-Breite von rund 15 Meter beanspruchen würde. „Für die Finanzierung eines echten Deiches gibt es von Landesseite eindeutige Vorgaben, die Höhe, Breite und Bauweise festlegen,“ erläuterte Ernst-August Schulz. Zum Beispiel schreibt das Land für einen gewidmeten Deich ein Freibord von 1,20 m vor, was für Vietze bedeuten würde, dass der Wall/Deich ca. 2,70 m hoch werden müsste – eine Höhe, die von den an der Wasserseite gelegenen Grundstückseigentümern niemand will, da der Blick auf die Elbe vollständig versperrt würde, abgesehen von den laufenden Unterhaltungs- und Pflegekosten.

 

Eine mobile Lösung, z.B. mit einer Spundwand, wie sie in Hitzacker gebaut wurde, würde allerdings rund doppelt so viel kosten wie ein Gründeich, darauf wies nicht nur Ernst-August Schulz hin. Sowohl Schulz als auch Flöter äußerten massive Zweifel daran, ob das Land eine so teure Maßnahme für Vietze mitfinanzieren würde.

 

„Doch egal für welche Lösung Sie sich entscheiden, Sie werden mit einer Anteilsfinanzierung rechnen müssen,“ betonten die Fachleute. Derzeit finanziert das Land 70 % der Kosten, 30 % müssen von den Grundstückseignern bzw. der Gemeinde getragen werden. Ob es eine andere Kostenverteilung geben kann, das müssen Verhandlungen mit Land, Samtgemeinde und Gemeinde zeigen.

 

Die Gemeinde will nun den Diskussionsprozess weiter führen. Zunächst sollen Fachleute beauftragt werden, verschiedene Modelle zu erarbeiten, die dann in der Gemeinde weiter besprochen werden.

 

BU: Wie dieses Haus waren während der Flut in Vietze rund 30 Häuser vom Hochwasser betroffen. Nun diskutiert die Gemeinde über geeignete Hochwasserschutz-Maßnahmen.

  Quelle: http://wendland-net.de

Trauma, Tränen, Trauer: Die Flut wirkt nach

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Das Hochwasser hat sich aus Vietze zurückgezogen, aus den Köpfen vieler Bewohner nicht – Diakonie-Katastrophenhilfe spendet Luftentfeuchter

In der Vietzer Kapelle riecht es muffig. »Das stinkt ja wie bei uns zu Hause», sagt Marlene Harder und zwingt sich ein Lächeln ins Gesicht.

Nach Lachen ist ihr seit ein paar Wochen eigentlich nicht zumute. Harder ist eine Hausbesitzerin, die die Flut besonders hart getroffen hat. Kniehoch stand die Brühe in der unteren Etage. 40 Zentimeter hoch stand sie auch in der Vietzer Kapelle. Ein Novum. Alle Bänke sind nun auf Holzblöcke aufgebockt, ein Gebläse soll helfen, die Feuchtigkeit herauszubekommen. Kapellenvorsteherin Susanne von Imhoff liest die Luftfeuchtigkeit ab. »80 Prozent», sagt sie und verzieht das Gesicht. Nächste Woche kommen Mitarbeiter der Denkmalpflege, um den Altar, die Kanzel und die Orgel zu begutachten. Von Imhoff, Marlene Harder und deren Tochter Hilke gehen hinüber zur Aussegnungshalle, um einen Luftentfeuchter zu holen. Von Imhoff hat zusammen mit anderen aus dem Kirchenkreis 20 Geräte bei der Diakonie-Katastrophenhilfe in Berlin organisiert. »Sie sollen vor allem an Menschen gehen, die keinen Versicherungsschutz haben», sagt von Imhoff.

Das Wasser hat die gesamte Dämmung in der unteren Etage von Marlene Harders Haus zerstört, die Tapeten, den Boden, die Fußbodenheizung. Im Keller steht das Wasser noch immer. Die Nerven liegen blank. Hilke Harder schaut zu ihrer Mutter hinüber, ihr kommen die Tränen. Sie ist mitgenommen, obwohl sie gar nicht in Vietze, sondern in Meetschow wohnt. »Es ist schlimm, wenn die eigene Mutter wie eine Nomadin herumziehen muss», sagt sie. Noch nie hat die Elbe Marlene Harders Haus unter Wasser gesetzt. »Das war ein Riesenschock, damit hatte niemand gerechnet», sagt sie. Sie habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, das Haus zu verlassen, woanders hinzuziehen. Sie hat sich trotz allem anders entschieden. Die Flut-Erlebnisse sind längst nicht überwunden. Manche Menschen seien traumatisiert, sagt von Imhoff, deshalb sei das persönliche Gespräch besonders wichtig: »Lasst es raus, schluckt es nicht runter.» Selbst Marlene Harders Katze hat die Flut einen Schlag versetzt: »Sie hat sich seit dem Hochwasser in die obere Etage verkrochen, versteckt sich unter den Möbeln.» Mut mache ihr die Hilfsbereitschaft. Die von Olaf Roitsch zum Beispiel. Er ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Stade, war in Vietze eingesetzt gewesen und hatte mit seinen Kameraden Harders Grundstück vor den Fluten zu bewahren versucht. Als er die Frau später im Fernsehen wiedererkannte, sie in ihrem überschwemmten Haus stehen sah, konnte er nicht anders, als von Schleswig-Holstein aus nach Vietze zu fahren. »Er hat die Elektrik gemacht, das war einfach unglaublich», sagt Marlene Harder.

Brigitte und Benno Rüppel sind ein paar Häuser entfernt schon etwas weiter. Auch bei ihnen stand das Wasser im Haus. Den 10. Juni 2013, 3.30 Uhr, wird Benno Rüppel so schnell nicht vergessen: »Wir hatten uns gerade hingelegt, um etwas zu schlafen, da schoss das Wasser plötzlich in den Garten.» Überall habe es gegurgelt, als das Wasser ins Haus eingedrungen sei. Ein schlimmes Gefühl sei das gewesen, erinnern sich die beiden. »Erst habe ich noch versucht, das Wasser mit Frottee-Handtüchern aufzuhalten – man tut die verrücktesten Sachen, weil man es einfach nicht glauben will», sagt Brigitte Rüppel. Das schlimmste Gefühl der Fluttage sei allerdings gewesen, als die Einsatzkräfte Vietze aufgegeben hätten. Das können die Rüppels bis heute nicht verstehen. »Wir fühlten und verraten und verkauft», sagen sie.

Sie hoffen, dass es bald einen stärkeren Wall gibt, der den Ort schützt. In der Vergangenheit hatten nicht alle Vietzer das gewollt, teilweise nicht ihre Grundstücke hergeben wollen. »Es muss immer erst das Kind in den Brunnen fallen», sagt Benno Rüppel. Ihn macht das etwas wütend. Viele andere Dinge rund um die Flut auch. Die Soforthilfe für Hochwasser-Opfer in Niedersachsen zum Beispiel. Bis heute sei kein Cent bei ihnen angekommen. »Was ist das für eine Soforthilfe?», fragt er. In Bayern und Schleswig-Holstein sei es zügiger gelaufen. Auch der Merkel-Besuch in Hitzacker kam bei den Menschen in Vietze eher weniger gut an, schließlich sei die Stadt durch die Hochwasser-Schutzmauer sowieso sicher gewesen. »Und der Landrat ist lieber zu Mutti Merkel gegangen, anstatt hierher nach Vietze zu kommen», sagt er. Der Zusammenhalt im Ort hingegen sei vorbildlich gewesen. Es klingelt. Vor der Tür steht Michael Bertram. Der Vietzer hat ein Schreiben an Landesumweltminister Stefan Wenzel aufgesetzt. Der Tenor: Die Landesregierung solle für einen umweltverträglichen Hochwasserschutz, nicht für einen Deich, sondern für einen breiteren Wall, sorgen. Bertrams Nachbarn unterschreiben. Etwas wie am 10. Juni um 3.30 Uhr wollen sie in ihrem Leben nicht noch einmal erleben müssen

Quelle: ejz.de

Im Zeichen des Hochwassers stand der „Brückengottesdienst“, der, wie in jedem Jahr, am ersten Julisonntag am Deich bei Kaltenhof gefeiert wurde. Mehrere hundert Menschen waren dort hin gekommen.

 

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden aus Lüchow-Dannenberg und dem Raum Dömitz hatten eingeladen, Pastoren sowie ehrenamtliche von hüben und drüben gestalteten die besinnliche Stunde, in der das Danken großen Raum einnahm. Dankbarkeit zum einen für die Bewahrung vor allzu schlimmen Schäden, zum anderen für die Einsatzfreude der Hilfsorganisationen und der vielen Freiwilligen, die sich in den Tagen der Elbeflut in vielfältiger Weise dem Dienst an den Mitmenschen gewidmet hatten.

 

Pastor Markus Hasenpusch aus Dömitz hatte seiner Predigt ein Bibelwort des Propheten Jesaja vorangestellt, in dem ausgesagt ist, dass Gott in jeder Not den Betroffenen zur Seite steht. Wie diese Zusage durch Menschen umgesetzt werden kann, hatte sich in den Hochwassertagen in den zahlreichen Helferinnen und Helfern gezeigt, die auch aus ferneren Regionen in die überfluteten oder von Wasser bedrohten Gebiete geeilt waren. Vorurteile, die es zwischen Menschen aus verschiedenen Gebieten gegeben habe, seien verstummt gewesen, sagte Hasenpusch. Die verbindenden Erfahrungen, die in der Gefahrensituation gemacht wurden, sollten nicht wieder vergessen werden. Ausdrücklich wandte sich der Pastor gegen ein „Schubladendenken“ zwischen West und Ost. Dass es nach 23 Jahren deutscher Einheit immer noch Vorurteile auf beiden Seiten gebe, sei beschämend.

Markus Hasenpusch appellierte, nicht zu vergessen, dass noch viele Menschen unter den Folgen des Hochwassers leiden. So zum Beispiel in dem besonders arg heimgesuchten Fischbeck im Landkreis Stendal, wo seinerzeit der Deich gebrochen war. Die Kollekte, die beim Brückengottesdienst gesammelt wurde, soll Flut-Betroffenen in jenem Ort zugute kommen.

Quelle: wendland-net

Deichbau »kaum eine Option»

Veröffentlicht: Juli 4, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Nach der Flut ist vor der Flut: Bis Mitte August sollen Vorschläge für einen Hochwasserschutz in Neu Darchau auf den Tisch

rg Neu Darchau. Dramatisch waren die ersten beiden Juni-Wochen in Neu Darchau. Die Rekordflut der Elbe stand hoch an den improvisierten Deichen, die die Nordkreis-Ortschaft schützten, und hektisch wurde tagelang an deren Verstärkung gearbeitet, als sie abzurutschen drohten.

Zum dritten Mal innerhalb von elf Jahren waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen nötig, um ein Überfluten großer Teile der Elbe-Ortschaft zu verhindern. Denn Neu Darchau hat keinen Deich, keinen Hochwasserschutz, keine Verteidigung gegen Hochwasserereignisse, wie sie seit 2002 bereits zwei weitere Male auftraten. Doch das soll sich nun ändern. Bis Mitte August sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie Neu Darchau und sein Ortsteil Katemin künftig dauerhaft vor hohen Elbefluten geschützt werden können. Die nötigen Ausgaben dafür segnete am Dienstagabend der Bauausschuss der Samtgemeinde Elbtalaue auf seiner Sitzung in Hitzacker ab. 25000 Euro sollen das Vermessen der hochwasserbedrohten Gebiete in Neu Darchau und Katemin sowie das Erstellen von Schutz-Konzepten kosten – gut angelegtes Geld, stellte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer heraus. Zumal ein Großteil davon über Fördermittel aufgefangen werde. Die Ergebnisse der Untersuchungen und die Vorschläge, wie Neu Darchau künftig hochwassersicher gemacht werden könnte, sollen am 22. August bei einer Bürgerversammlung im Göpelhaus vorgestellt und diskutiert werden.

Dass Neu Darchau ein Hochwasserschutzkonzept brauche, stehe außer Frage, sagt Jürgen Meyer. So wie bislang gehe es nämlich nicht weiter. Auf rund 500000 Euro schätzt die Samtgemeindeverwaltung in Dannenberg allein die Kosten für den bis dato letzten Hochwassereinsatz im nordöstlichsten Zipfel des Landkreises. »Kosten, die wir alle in der Samtgemeinde Elbtalaue tragen, die wir über die Samtgemeinde- und Kreisumlage alle schultern müssen», stellt Meyer heraus. Auf die Dauer sei das weder vermittel- noch durchhaltbar, so Meyer. Jetzt sei die Politik gefordert, es müssen Entscheidungen her, was in Neu Darchau zu geschehen habe. Und das möglichst schnell.

Klar sei allerdings schon jetzt, dass ein herkömmlicher Deich für Neu Darchau und Katemin wohl kaum in Frage komme. »Ein Deich ist kaum eine Option, der würde ja komplett den Blick auf Elbe und Elbvorland verstellen», betonte der Samtgemeindebürgermeister. Für denkbar halte man in der Verwaltung eine Konstruktion ähnlich der in Hitzacker. Eine Mauer also, mit der Möglichkeit, aufzustocken. Doch das alles werde nun erst einmal untersucht und geprüft, es gebe da noch keinerlei Festlegung, so Meyer. Klar sei nur: »Es muss passen für Neu Darchau. Und es muss finanzierbar sein.»

Genau das könnte aber zu einem Problem werden. Es könne nämlich sein, dass die passende Lösung für die Elbe-Ortschaft nicht die Kriterien erfüllt, um vom Land mit der höchstmöglichen Förderung – 100 Prozent – versehen zu werden. »Es kann sein, dass der Hochwasserschutz, den wir hier für geeignet und angebracht halten, eine Million Euro kosten würde und nicht förderfähig wäre, eine andere, umfangreichere Maßnahme zwei Millionen Euro kosten würde, die dann komplett vom Land übernommen werden würden», erläuterte der Samtgemeindebürgermeister. Auch das sei nun Bestandteil der Varianten- Entwicklung. »Und wir sind selbst gespannt, was herauskommt», so Meyer.

Für »kaum möglich» halte er es, eine Variante zu finden, mit der alle Neu Darchauer gut leben könnten, gab Bauausschussmitglied Uwe Beutler zu bedenken. Das sei richtig, konstatierte Jürgen Meyer, aber »im Zweifel gibt es dann da aber ein Verfahren und eine Planfeststellung», an denen sich jedermann beteiligen oder gegen die dann jeder, der das möchte, juristisch vorgehen kann. »Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Hier muss sich keiner etwas überstülpen lassen, wenn er damit nicht einverstanden ist.»

Quelle: ejz.de

Dank und Halleluja

Veröffentlicht: Juli 2, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Sandsack-Party nach dem Hochwasser-Einsatz

Das hatte es in Lüchow-Dannenberg noch nicht gegeben: ein Frei-Konzert mit zwei Bands, dazu Essen und Trinken umsonst, am Ende sogar Sonnenschein – mehr geht einfach nicht.

Die Kreisfeuerwehr hatte die Party als Dankeschön an diejenigen organisiert, die an den Hochwasser-Tagen tatkräftig mit angepackt hatten.

Es war top angerichtet: Die Bands 2-Laid mit ihrem Popsound und Meiselgeier mit ihren bekannten Rock und Bluesrock spielten ohne Gage. Drei Brauereien hatten einige tausend Liter Bier und Softdrinks gespendet. Und schließlich mussten die Besucher noch nicht einmal für das Fleisch bezahlen. »Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen», erinnerte Claus Bauck, der oberste Feuerwehrmann in Lüchow-Dannenberg. Zu den Helfern sagte er: »Halleluja – Ihr habt wunderbare Arbeit geleistet.» Landrat Jürgen Schulz lobte noch einmal, wie »grandios» der Einsatz funktioniert habe. So seien innerhalb von nur zweieinhalb Tagen 1,5 Millionen Sandsäcke gepackt und auf die Deiche gebracht worden. Man habe die Jeetzel-Niederung und Neu Darchau geschützt -in Vietze seien allerdings acht Grundstücke unter Wasser geraten. »Das nächste Hochwasser kommt bestimmt», blickte Jürgen Meyer voraus. Man müsse sich weiter überlegen, wie man die Region gegen Hochwasser noch besser aufstelle und wie man mit Deichminderhöhen umgehe.

Bild: Ihr Rock- und Bluesrock-Repertoire präsentierte am Sonnabend auf der Sandsack-Party im Dannenberger Reiterstadion Meiselgeier. Die Band spielte wie auch 2-Laid ohne Gage. Aufn.: J. Feuerriegel

Quelle: ejz.de

Während die Menschen in der Region noch immer mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt und die Gesamtschäden noch gar nicht bezifferbar sind, rollt schon die nächste Flutwelle gen Norden. Bis nächsten Donnerstag soll das Wasser in der Elbe auf über 5 m ansteigen. Ungefährlich, sagt nicht nur Ulrich Flöter, Deichverbandschef von Gartow.

Starker Regen in Sachsen hatte die Elbe in den vergangenen Tagen wieder anschwellen lassen. Doch in Sachsen-Anhalt bleibt man gelassen: die Deichbruchstelle bei Fischbek ist inzwischen stabil verschlossen und die Deiche wurden an kritischen Stellen verstärkt. Trotzdem will man im Nachbarland die aufgeweichten Deiche „intensiv beobachten“.

Auch Ulrich Flöter, Deichverbands-Chef in Gartow, bleibt gelassen. „Wir erwarten bis Donnerstag einen Wasserstand von 5,90 m in Schnackenburg,“ so Flöter am Samstag. „Das bedeutet, dass viele Wiesen wieder überschwemmt werden, aber für die Deiche bedeutet das keine Gefahr.“ Die Seegeniederung bei Vietze, Uferbereiche des Gartower Sees und die Elbwiesen werden durch das neuerliche Hochwasser allerdings wieder überschwemmt. Auch die Seegebrücke bei Meetschow könnte eventuell nach Angaben Flöters für ein, zwei Tage unpassierbar werden. „Aber ansonsten haben wir nichts zu befürchten,“ ist der Deichfachmann sicher.

Aufgrund des neuerlichen Hochwasser entschied der Deichverband, dass die Tore vom Schnackenburger Hafen zum Aland erst später geöffnet und auch die Sandsäcke noch liegen bleiben. „Wir haben den Rückbau um eine Woche verschoben,“ so Flöter.

Ernst-August Schulz, Fachmann für Waserwirtschaft, geht von deutlich niedrigeren Wasserständen als 5,90 m aus. Er gibt auch für die anderen kritischen Bereiche in Lüchow-Dannenberg Entwarnung. „Wir werden wie in Sachsen-Anhalt die aufgeweichten Deiche sorgfältig beobachten müssen und der Rückbau wird in kritischen Bereichen aufgeschoben. Weitere Maßnahmen sind allerdings nicht erforderlich,“ so Schulz.

Auch die Anwohner in Vietzes niedrig gelegenen Ortsteil müssen nicht befürchten, dass ihre Häuser nochmals überflutet werden.

Quelle: wendland-net.de

 

Internationale Solidarität

Veröffentlicht: Juni 29, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg
Hamburger Konsularkorps spendet 5000 Euro für Flutopfer an der niedersächsischen Elbe

rg Hitzacker. Von den dramatischen Ereignissen an der niedersächsischen und sachsen-anhaltinischen Elbe hatten Manuel Fernández Salorio und Prof. Dr. Horst Siedentopf aus den Nachrichten erfahren. Und das, obwohl beide in Hamburg leben, einer Stadt, die ebenfalls an der Elbe liegt. »Doch bei uns kam kaum Hochwasser an, die Elbe stieg gerade mal um weniger als einen Meter», erinnert sich Siedentopf, Honorarkonsul des Königreiches Marokko. Die Bilder aus dem Katastrophengebieten weckten jedoch in ihm und seinem Kollegen, dem Generalkonsul der Republik Argentinien, den Wunsch, zu helfen. Und so riefen sie im Corps Consulaire der Hansestadt eine Spendenaktion ins Leben. Die brachte 5 000 Euro zusammen, und dieses Geld brachten die beiden Konsule jetzt dorthin, wo es dringend gebraucht wird: nach Lauenburg und in die Lüchow-Dannenberger Elbtalaue. 2 500 Euro für die Hochwasseropfer an der Lüchow-Dannenberger Elbe nahmen gestern Samtgemeindbürgermeister Jürgen Meyer, die erste Samtgemeinderätin Petra Steckelberg und Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins aus den Händen der beiden Konsule entgegen. »Und wenn sie noch etwas brauchen, wenn wir noch irgendwie helfen können, dann lassen Sie es und wissen», versprach der argentinische Regierungsvertreter mehr Hilfe, sollte sie nötig sein oder werden. »Wir tun, was wir können.» Er könne sich gut in die Lage der Betroffenen versetzen, sagte Generalkonsul Manuel Fernández Salorio. In seiner Heimat sei gerade erst eine Hochwasserkatastrophe überstanden, und die nächste rolle gerade aus Richtung Brasilien auf die Menschen, die an den großen argentinischen Flüssen leben, zu, berichtete er aus seinem Heimatland.

Jürgen Meyer hatte den beiden Regierungsvertretern einen Überblick über die Geschehnisse in den zurückliegenden drei Wochen gegeben und sie tief beeindruckt mit Holger Mertins und Petra Steckelberg auf eine Tour entlang der Elbe zwischen Dannenberg und Hitzacker geschickt. In Penkefitz, Wussegel und Hitzacker machten sie sich selbst ein Bild von dem enormen Pegelstand der Elbe und dem Glück, dass die Elbmasrch und die Jeetzelniederung in diesem Unglück noch hatten. »Sie haben hier sicher schwere Monente erlebt», versetzte sich der marokkanische Konsul in die Situation in der Elbtalaue während des Hochwasserhöhepunkts. »Aber sicher auch große Momente der Hilfsbereitschaft, des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Verbundenheit», fasste er präzise zusammen, was sich in den beiden Hochwasserwochen in Lüchow-Dannenberg abspielte.

Quelle: ejz.de

Das Land Niedersachsen hat der Kreisverwaltung die Richtlinien zur Gewährung einer Soforthilfe für vom Hochwasser geschädigten Privathaushalte zur Verfügung gestellt. Damit können betroffene Personen zur Überbrückung von akuten Notlagen die angekündigte Soforthilfe beantragen.

Bis zum 30.09.2013 können jetzt vom Hochwasser 2013 Betroffene finanzielle Unterstützung beim Landkreis Lüchow-Dannenberg beantragen. Allen, die sich in den vergangenen Wochen bereits beim Landkreis wegen der Soforthilfe gemeldet hatten, wird der Antragsvordruck sowie ein dazugehöriges Merkblatt automatisch übersandt.

Weitere Antragsteller können die Unterlagen demnächst unter: http://buergerservice.niedersachsen.de/portal/?SOURCE=PstListPSTID=306241882 abrufen. Für darüber hinaus gehende Fragen im Zusammenhang mit der Soforthilfe-gewährung steht die Kreisverwaltung unter Tel: 05841/120-241 (Frau Stannek) oder per E-Mail: finanzen@luechow-dannenberg.de auch weiterhin zur Verfügung.

Quelle: wendland-net.de

»Da kann noch mehr Hochwasser kommen»

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Diplom-Ingenieur Ernst-August Schulz prognostizierte die Elbewasserstände genauer als die amtliche Hochwasserzentrale

as Lüchow. Hohe Anerkennung hat sich Diplom-Ingenieur Ernst-August Schulz aus Holtorf nicht nur bei seinen Fachkollegen für seine präzisen Pegel- prognosen beim jüngsten Elbehochwasser erarbeitet. Die Vorhersagen waren weit präziser als die der amtlichen Hochwasserzentrale in Magdeburg.

Und das nicht nur beim jüngsten Hochwasser. Landrat Jürgen Schulz verlässt sich eher auf die Vorhersagen seines Leiters der Unteren Deich- und Wasserbehörde. Der 56-Jährige hatte nach seinem Abitur in Lüchow von 1976 bis 1983 an der TU in Hannover Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Wasserwirtschaft studiert. Seit 1995 leitet er die Tiefbauabteilung. Gegenüber der EJZ beantwortete er im Interview folgende Fragen:

EJZ: Wie ist das Rekordhochwasser für Lüchow-Dannenberg einzuordnen?

E. A. Schulz: Jedes Hochwasser ist anders und hängt von verschiedenen Randbedingungen ab. Beim Elbe-Hochwasser 2013 handelte es sich um ein Extrem-Hochwasser, das – rein rechnerisch gemessen am bisherigen Bemessungshochwasser – nur alle 200 Jahre einmal vorkommt. Da sind mehrere hohe Zufluss-mengen zusammengekommen, sowohl aus Tschechien als auch aus der Mulde und der Saale. Allerdings kam verhältnismäßig wenig Wasser aus der Havel. Und auch aus anderen Teilen Tschechiens kann durchaus noch mehr Wasser in die Elbe fließen. Das bedeutet: Da kann noch mehr Hochwasser kommen.

EJZ: Was ist der Richtwert des bisher geltenden Bemessungshochwassers (BHW) nach der jüngsten Flut noch wert?

E. A. Schulz: Bereits im August 2011 hat die Bundes- anstalt für Gewässerkunde ein neues Bemessungshochwasser, das rechnerisch nur alle 100 Jahre eintritt, berechnet und als offiziellen Richtwert herausgegeben. Bislang hat sich das Land Niedersachsen aber geweigert, das BHW anzuerkennen und rechtlich festzusetzen. Die Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg fordern das schon lange. Wird bisher in Hannover offziell mit einer Durchflussmenge am Pegel Wittenberge von 4000 Kubikmeter pro Sekunde ausgegangen, so hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde eine Durch-flussmenge von 4545 Kubikmeter als neues BHW ermittelt. Im November 2008 war das von den Elbanrainerländern fest- gelegt worden.

EJZ: Wie hätten sich die Wasserstände in Lüchow-Dannenberg ohne die Deichbrüche an der Elbe in Aken und Fischbeck voraussichtlich entwickelt?

E. A. Schulz: Wir hätten in Lüchow-Dannenberg keine wesentliche Erhöhung der Pegelwerte, aber eine deutliche Verlängerung der Scheitelwelle erhalten. Grund dafür ist, dass die Scheitelwelle die späteren Deichbruchstellen bereits passiert hatte. Aktuell war die Scheitelwelle rund 160 Kilometer lang von Schnackenburg bis Magdeburg und dauerte zwei Tage. Ohne Deichbrüche wäre sie dann rund 300 Kilometer lang bis etwa Torgau gewesen und hätte vier Tage gedauert.

EJZ: Welchen Einfluss hat der Wasserstand der Saale generell für die Elbe und speziell bei diesem Hochwasser?

E. A. Schulz: Im Jahr 2011 war der Zufluss der Saale für das Elbe-Hochwasser entscheidend, weil der Saale-Höchststand die damalige Scheitelwelle erhöhte und beschleunigte. Dieses Mal war der Saale-Höchststand schon viel früher vor dem Eintreffen der Elbe-Scheitelwelle in die Elbe geströmt, hatte den Basispegelwert schon angehoben, aber nicht zu einer weiteren Erhöhung der Scheitelwelle beigetragen. Saale und Mulde waren schnell angestiegen, aber als die Elbe-Scheitelwelle die Mündungen der Nebenflüsse passierte, hatte die Elbe aufgrund der Fließgeschwindigkeit praktisch Vorfahrt. Das belegen die Abflussmengen der Nebenflüsse, die sich dem Internet entnehmen lassen. Durch die Zunahme der Fließgeschwindigkeit war die Welle letztlich zwei Tage eher in Lüchow-Dannenberg als zuvor berechnet. Innerhalb von nur drei Tagen war die Elbe deswegen in Hitzacker von Freitag von 5,24 Meter am Montag auf 8,05 Meter gestiegen.

EJZ: Welches Geheimnis steckt hinter der hohen Treffergenauigkeit Ihrer Prognosen?

E. A. Schulz: Mit den Pegelwerten, die alle 24 Stunden herausgegeben werden, lässt sich nicht rechnen. Aus dem Internet lassen sich die Pegelwerte aus Tschechien, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ablesen, und zwar im Zwei-Stunden-Rhythmus. Neben den Pegelwerten gilt es, auf die Durchflussmengen zu achten, aus denen sich dann die Fließgeschwindigkeiten errechnen lassen. Durch diese differenzierte Datenerhebung lassen sich sehr genaue Vorhersagen über die Wasseranstiege berechnen. Dabei dürfen Randbedingungen wie zusätzliche Niederschläge nicht außer Acht gelassen werden.

Was bei diesem Elbe-Hochwasser bemerkenswert war, ist die Tatsache, dass in Tschechien die dort vorhandenen Speicher voll ausgeschöpft worden sind. Da haben die Tschechen gute Arbeit geleistet. Als aber nach dem Wochenende mit kontinuierlichem Starkregen die Fließgeschwindigkeit der Moldau am 2. Juni innerhalb von nur 30 Stunden von 500 Kubikmeter pro Sekunde auf 3000 Kubickmeter pro Sekunde explodierte, haben wir im Lüchower Kreishaus die Einberufung des Krisenstabs vorbereitet.

EJZ: Weshalb hat die amtliche Hochwasserzentrale in Magdeburg so wechselnde und teil-weise falsche Vorhersagewerte geliefert?

E. A. Schulz: Das kann ich nicht sagen. Ich kenne das Computermodell nicht. Allerdings hat es den Anschein, als seien dort nicht alle nötigen Randbedingungen berücksichtigt worden, die für ein dynamisches Vorhersagemodell erforderlich sind, nämlich Fließverhalten der Gewässer, Geschwindigkeiten und das Zuflussverhalten der Nebenflüsse. Darin könnte die Ursache für die fehlerhaften Prognosen liegen.

EJZ: Wie sind die Hochwasserstände an der Seege speziell an der Landesstraße 256 zu erklären?

E. A. Schulz: Bisher waren alle davon ausgegangen, dass die Landesstraße 256 zwischen Meetschow und Gartow auf einem recht hohen Niveau liegt. Das war ein Fehler. Bei den erreichten Extrem-Wasserständen wäre die Landesstraße – ohne die umfangreichen Schutzmaßnahmen – überströmt worden. Mit Ankunft der Scheitelwelle in der Elbe an der Seegemündung war der Fluss praktisch aus- gespiegelt und eine große Wasserfläche. Da war es positiv, dass das Land Sachsen-Anhalt das Wehr in Bömenzien geschlossen hat und eine umfangreiche Notdeichlinie errichtet hat. Sonst wären dort zwischen 4000 und 6000 Hektar landwirtschaftliche Fläche unter Wasser gesetzt worden. Für Gartow und Laasche hatte das Schließen des Wehres nur eine geringe Bedeutung für die Wasserstände.

EJZ: Was bedeutet die Forderung, dem Fluss mehr Raum zu geben, für den Landkreis Lüchow-Dannenberg?

E. A. Schulz: Die 420 Hektar große Rückdeichung bei Lenzen in Brandenburg hat dazu geführt, dass der Pegel in Schnackenburg um 21 Zentimeter niedriger war als ohne diese Retentionsfläche. Die Seegeniederung ist das größte natürliche Rückstaugebiet mit einer Fläche von rund zehn Quadratkilometern. In Lüchow-Dannenberg sind neben den Flächen der Seege- und Jeetzelmündung keine weiteren Flächen vorhanden, wo wir der Elbe mehr Raum geben können. Deswegen ist es notwendig, dass die Wasserrückhaltung im Oberlauf der Elbe stattfindet. Die Nutzung der sechs Havel-Polder mit einer Gesamtfläche von rund 9900 Hektar ist der richtige Weg. Die Tschechen sind uns mit der Steuerung ihrer Rückhaltebecken da ein Stück voraus.

Quelle:ejz.de

Nach der Flut ist vor der Flut

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Kreis Lüneburg, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Erfahrungen und Konsequenzen aus dem Hochwasser

Am Dienstag Nachmittag trafen sich in Bleckede Vertreter aus Niedersachsen, Mecklenburg-Holstein, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, um sich über die Erfahrungen und Konsequenzen des gerade überstandenen Hochwassers auszutauschen. Staatssekretärin Almut Kottwitz (NMU) drängte dabei auf schnelle Maßnahmen zum Hochwasserschutz, denn „im Herbst könne schon das nächste Hochwasser“ kommen.

Zu dem Treffen waren auch die Landräte von Lüneburg und Lüchow-Dannenberg gekommen, die ministeriellerseits noch einmal ausdrücklich dafür gelobt wurden, dass sie den Katastrophenalarm so früh ausgelöst hatten. „Nun geht es allerdings darum, so schnell wie möglich vorbeugende Maßnahmen im Hochwasserschutz zu beschließen und umzusetzen,“ so Staatssekretärin Kottwitz. Denn nicht nur sie befürchtet, dass man sich bereits im Herbst mit dem nächsten Hochwasser beschäftigen muss.

Im Fokus stehen dabei auch die immer noch unbefriedigenden Prognosen. In der Woche vor dem Eintreffen des Flutscheitels mussten sich die Einsatzleitungen mit der nervenaufreibenden Situation auseinandersetzen, dass an einem Tag die Wasserstände katastrophal hoch prognostiziert wurden, um am nächsten Tag wieder nach unten relativiert zu werden. Erst kurz vor Eintreffen des Hochwasserscheitels näherten die Werte sich an. „Eine Konsequenz muss sein, dass die Prognosesituation sich verbessert,“ so Staatssekretärin Kottwitz. Kritik übte sie dabei konkret an der Arbeit der Hochwasserzentrale in Magdeburg. „Wir dürfen nicht nur die Technik verbessern, sondern die Erfahrung der Menschen muss auch mitgenommen werden,“ betonte die Staatssekretärin.

Lob für die gute Zusammenarbeit

Viel besser als im Jahre 2006 lief allerdings die länderübergreifende Zusammenarbeit in der Katastrophenbewältigung, da waren sich alle Anwesenden einig. Im Hochwasserschutzes müssen allerdings deutlich verbesserte länderübergreifende Konzepte entwickelt und verbindlich umgesetzt werden – auch da waren sich alle einig. damit die Deichverbände und Kommunen nicht alleine mit dem Problem da stehen. „Es kann nicht angehen, dass die Unterlieger den Preis für die Fehler der Oberlieger zahlen,“ war aus der Runde zu hören. „Wir müssen überlegen, wie wir die Oberlieger bei der Umsetzung effektiver Hochwasserschutzmaßnahmen unterstützen können,“ so die elegante Formulierung von Staatssekretärin Kottwitz. Denn nach ihrer Aussage sind zum Beispiel von den im Jahre 2006 verabredeten 20 Flutungspoldern längs der Elbe bisher lediglich die Hälfte umgesetzt worden.

In Sachen Verbuschung setzt bei der (grünen) Landesregierung offenbar ein Umdenken ein. „Wir werden bei der Verbuschung mit dem Naturschutz reden, denn wir dürfen nicht gegen EU-Regeln verstoßen,“ so Kottwitz. „Und von daher werden wir gemeinsam mit dem Naturschutz Konzepte entwickeln, wie durch Abbau der Verbuschung ein möglichst ungestörter Abfluss gewährleistet werden kann.“

Finanzen für die Hochwasserhilfe stehen bereit

 

Almut Kottwitz, aber auch Frank Doods, Staatssekretär im Niedersächsischen Finanzministerium , betonten, dass die Grundlagen für die Auszahlung der Soforthilfen sowie anderer Hochwasserhilfen geschaffen sind. „Bereits nächste Woche könnten die ersten Auszahlungen laufen,“ so Almut Kottwitz. Und: das Land wird bis zur Hälfte der Kosten für die Beseitigung der Sandsäcke übernehmen, damit niemand auf den Kosten sitzen bleiben muss. Unklar bleibt vorerst, ob dieses Angebot nur den Deichverbänden zu Gute kommt oder ob Gemeinden davon auch profitieren können.

Die Gelder für die Soforthilfe (Übersicht gibts hier!) sin d ebenfalls bereit gestellt, so dass bereits in der nächsten Woche mit der Auszahlung begonnen werden könnte, so Doods. Einerseits sollen die Soforthilfen so unbürokratisch wie möglich ausgezahlt werden, andererseits, so Doods, müsste die Organisation aber „so aufgesetzt werden, dass es zu guten Ergebnissen führt“.

In der Struktur wird es wohl ein Nebeneinander von Soforthilfen und dem Hochwasser-Fonds geben. Wie dieser inhaltlich ausgestattet sei bzw. wie sich die beiden Hilfsinstrumente voneinander abgrenzen, dass sei noch nicht geklärt, so Doods.

Grundsätzlich, so Doods weiter, müsse die Landesregierung sich die Frage stellen, welche Gelder mobilisiert werden müssen, um effektiven Hochwasserschutz zu realisieren? Vor dem Hintergrund, dass man sich regelmäßig auf hohe Hochwasser einstellen müsse, gewinne diese Frage zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang verwies Lüchow-Dannenbergs 1. Kreisrat Claudius Teske darauf, dass das Bemessungshochwasser dringend neu festgelegt werden müsse. Dies müsse dann als Grundlage für einen noch zu entwickelnden „Masterplan Elbe“ genommen werden.

Vier neuralgische Punkte in Lüchow-Dannenberg

Nach der Flut von 2002 wurde in Lüchow-Dannenberg einiges in den Hochwasserschutz investiert. Viele Deiche wurden saniert, modernisiert oder völlig neu gebaut. So gab es dieses Jahr an vielen Stellen keine Probleme. Auch der mobile Deich in Hitzacker hielt dem massiven Druck stand – allerdings um den Preis, dass unzählige Helfer Tag und Nacht damit beschäftigt waren, Treibgut von der Spundwand fern zu halten, um Schäden durch Anprall zu verhindern.

Nach ersten Analysen der Ereignisse zeichnen sich für das Ministerium vier neuralgische Punkte ab, an denen der Hochwasserschutz dringend verbessert werden muss:

  • eine Deichstrecke von 14 km bei Hitzacker
  • Neu Darchau
  • Gartower Raum (Minderhöhen/Deichanschluss Am Helk)
  • Vietze („Ganz wichtig“ – Zitat Kottwitz)

Die Vertreterin der Landesregierung die Deichverbände und Kommunen darum, ihre Schäden so schnell wie möglich festzustellen und zu melden, damit möglichst bald ein Überblick über die tatsächliche Schadenshöhe vorliegt.

Quelle: wendland-net.de

Tote Fische beseitigt

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Helfer entfernen auch Faulschlamm am Gartower See

asb Gartow. Rund ein Dutzend Freiwilliger war gestern Morgen am Nordufer des Gartower Sees damit beschäftigt, wenigstens den Badestrandbereich von tausenden toter Fische zu befreien, die dort seit Tagen vor sich hin rotten. Mit Rechen, Schaufeln und Kehrblechen rückten sie den stinkenden Massen zuleibe, füllten allein in der Zeit zwischen 7 und 10 Uhr zehn große Mülltonnen.

Während die Angler unter den Helfern sich um die Fischbestände sorgen (siehe EJZ von Montag), machen sich die Touristiker Sorgen um ausbleibende Gäste. So zum Beispiel Marie Nowak. Die Betreiberin von »Kunzogs Ferienhof» in Gartow ist Mitglied der Tourismus- Arbeitsgemeinschaft in der Samtgemeinde und muss seit der Flut hilflos mit ansehen, dass immer mehr Gäste ihre geplante Reise nach Gartow absagen.

Andreas Graf von Bernstorff fragt, während er die nächste Schaufel toter Fische in den Abfallbehälter wirft: »Was können wir bloß tun, damit so eine Schweinerei nicht noch mal passiert? Da muss doch etwas getan werden.» Aber auch ihm ist klar, dass sich das Problem »Hochwasser» von Lüchow-Dannenberg aus nicht allein lösen lässt. »Es müssen endlich effektive länderübergreifende Maßnahmen verabredet werden», fordert der Grundstücksbesitzer, der während der Flut an kilometerlangen Strecken für Hochwasserschutz sorgen musste. Ähnliche Forderungen hatte am Montag auch Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium, nach einer Beratung über Erfahrungen und Konsequenzen nach dem aktuellen Hochwasser an der Elbe erhoben.

In Gartow geht es zur Zeit allerdings schlicht darum, verwesende Tierkörper und Faulschlamm zu beseitigen, damit zumindest der Badebereich am Nordufer wieder benutzbar wird – allein mit einem Aktionstag wird das Problem allerdings nicht zu beseitigen sein, waren sich die Helfer sicher.

Bild: Rund ein Dutzend Helfer begab sich am Dienstag früh mit Schutzanzug, Atemmaske und Handwerkszeug bewaffnet an das modrige Nordufer des Gartower Sees, um tote Fische und verrottendes Grünzeug zu beseitigen. Aufn.: A. Blank

Quelle: ejz.de

An der Leistungsgrenze

Veröffentlicht: Juni 27, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Samtgemeinde Elbtalaue zieht positive Bilanz des Hochwasser-Einsatzes – Forderung nach ÖEL-Aufrüstung

rg Damnatz. Es ist überstanden, das fünfte Jahrhunderthochwasser in nur elf Jahren. Langsam kehrt wieder Normalität ein in die Dörfer an der Elbe und der Seege, und vielerorts zeugen schon jetzt nur noch einige Sandsäcke am Deich von den dramatischen Ereignissen der vergangenen drei Wochen.

Zumindest dort, wo es Hochwasserschutzanlagen gibt, was an der Elbe im Lüchow-Dannenberger Nordkreis durchaus nicht überall der Fall ist. Dort, wo es sie gibt, hielten sie, und darauf könne man durchaus stolz sein, sagte am Dienstagabend Jürgen Meyer, Bürgermeister und damit Verwaltungschef der Samtgemeinde Elbtalaue, während der Sitzung des Samtgemeinderates im Restaurant Steinhagen in Damnatz. Denn dass die Deiche hielten, dass die Schutzeinrichtungen nicht überflutet wurden, sei vor allem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Bundeswehr, THW, DRK und zahlreichen anderen Institutionen zu verdanken. Und der Arbeit der Örtlichen Einsatzleitung (ÖEL) im Bereich der Elbtalaue. Doch es habe auch Schwachpunkte gegeben, so Meyer. Und die gelte es nun zu beseitigen.

Großartig sei sie gewesen, die Einsatzbereitschaft aller am Hochwassereinsatz Beteiligten, lobte Jürgen Meyer. Rund 3400 Helfer waren es, die zu Hochzeiten im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue gleichzeitig im Einsatz waren, hatte zuvor Elbtalaues Gemeindebrandmeister Andreas Meyer vorgerechnet. Davon rund 1000 zivile Freiwillige in der »Volkssandkuhle mit Kult-Charakter in Tramm», stellte Andreas Meyer heraus und lobte die »hervorragende Versorgung durch die Feuerwehren, das DRK und zahllose Freiwillige» und die »meisterhafte Logistik, die der Lüchower Maschinenring auf die Beine gestellt» habe. Sie alle hätten dazu beigetragen, dass »das Wasser dort bleib, wo es hingehört: hinter den Deichen», so Meyer. Aber der 15-tägige Katastrophenalarm habe auch ganz klar die Grenzen dessen aufgezeigt, was an Führung und Einsatz möglich und leistbar sei, stellte Jürgen Meyer in einer ersten Bilanz des Hochwasser-Geschehens heraus. So sei die ÖEL »an der Leistungsgrenze» gefahren, die Räumlichkeiten im Dannenberger Verwaltungssitz seien für eine solche Mammutaufgabe ungeeignet, zu klein, zu schlecht belüftet, zu laut. Und die Technik sei störanfällig, wie wenige Tage nach dem Hochwassereinsatz das Unwetter, das über Lüchow-Dannenberg niederging, aufzeigte. Denn ein einziger Blitzeinschlag genügte, um die gesamte EDV und sämtliche Kommunikationsmittel im Gebäude lahm- zulegen. »Wenn das während des Einsatzes passiert wäre, wäre das eine echte Katastrophe gewesen», stellte Jürgen Meyer heraus. Dieser Missstand müsse dringend beseitigt werden, forderte auch Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. Vor allem, da künftig offenbar häufiger mit solchen Hochwasserereignissen gerechnet werden müsse. Nach fünf Hochwasserkatastrophen in elf Jahren könne daran kaum ein Zweifel bestehen. »Wir werden investieren müssen», stellte Andreas Meyer heraus. »Denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Und wir müssen vorbereitet sein.»

Dazu gehöre auch das Nachdenken über den Hochwasserschutz für Neu Darchau und Katemin, erläuterte Jürgen Meyer. Es würden verschiedene Lösungen untersucht, und er sei zuversichtlich, dass dort in Zukunft etwas geschehen werde. Anders sehe es jedoch für Tiesmesland aus. »Für das Hochwasserproblem dort gibt es wohl keine Lösung», bedauerte er. Klar sei aber auch, dass der Lüchow-Dannenberger Nordkreis Glück gehabt habe. Glück, dass bei Fischbeck ein Deich brach. Das habe die Situation in Lüchow-Dannenberg entspannt, möglicherweise eine Katastrophe hier verhindert. Eine Katastrophe riesigen Ausmaßes, so Meyer, denn ein Deichbruch an der Elbe hätte bei den enormen Wasserständen bedeutet, dass große Teile der Dannenberger Marsch und möglicherweise sogar der gesamten Jeetzelniederung bis nach Lüchow und Wustrow unter Wasser gesetzt worden wären. Daher bleibe der Hochwasserschutz an der Elbe auch »ein Dauerthema», so Jürgen Meyer. »das hat das Hochwasser gezeigt. Und das wurde auch verstanden.»

Bild: Der Hochwassereinsatz lief gut, findet man in der Samtgemeindeverwaltung der Elbtalaue. Aber er brachte alle Beteiligten auch an ihre Grenzen. Aufn.: R. Groß

Quelle: http://www.ejz.de

Jetzt sterben die Fische

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Gartower Seeufer nach Hochwasser mit Fisch-Kadavern bedeckt – Heute Aufräumarbeiten

bp Gartow. Ralf Pevestorf stampft mit seinen Gummistiefeln durch Fisch-Kadaver. Hunderte.

Das Ostufer des Gartower Sees liegt voll davon – kleine Fischchen, aber auch Hechte, Schleie, Aale, Zander, Welse. Es riecht faulig-fischig. Während der Vorsitzende des Angelclubs Gartow und Umgebung einen Zander aufhebt und an eine mobile Waage hängt, schüttelt er den Kopf. »Das ist zum Heulen, der Edelfisch geht drauf», presst er durch die Zähne. Seit Sonntag zeigen sich die Ausmaße des Fischsterbens: Mit jedem Zentimeter, den das Wasser nach der Flut zurückweicht, kommen weitere Kadaver zum Vorschein. »Da wird noch einiges kommen», prophezeit Klaus Wiech, der zweite Vorsitzende des Angelclubs. Noch steht das Wasser zwei Meter über dem normalen Stand. Für die Angler sind die vielen toten Fische ein Desaster. Denn schon einmal, nach der Flut im Jahr 2002, gab es ein großes Fischsterben im See. Gleich tonnenweise sammelte man damals die Kadaver auf. »Es hat anschließend Jahre gedauert, um wieder auf das Niveau von vor der Flut zu kommen», erinnert sich Pevestorf. Seit 2011 war der Angelclub wieder sehr zufrieden mit dem Fischbestand im See: »Wir waren stolz darauf, wieder ein Gewässer mit so einem Bestand zu haben.»

Betrübt sind die Mitglieder des Vereins über das Massensterben zwar, wirklich überrascht sind sie hingegen nicht. »Schon als das Hochwasser auf den Landkreis zurollte, wusste ich, dass das so kommt», sagt Wiech. Stehe das Wasser während der sommerlichen Temperaturen tagelang auf den Wiesen, so komme es zu Gärprozessen, der Sauerstoffgehalt des Wassers sinke rapide. Für viele Fische bedeutet das den Tod durch Ersticken. Zuerst sind die Krebse dran, denn die brauchen besonders reines Wasser, dann die Edelfische, schließlich auch die Aale. »Das Wasser ist jetzt 24 Grad warm, normal sind 18», sagt Wiech.

Noch eine Vermutung haben die Vereinsmitglieder: Gülle und Dünger von den Feldern könnten gleich massenweise in den See gelangt sein und die Gärprozesse verstärkt haben. Das Wasser ist dunkel, stellenweise fast schwarz. »Den Bauern kann man das natürlich nicht vorwerfen, aber für den See ist das ein großes Problem», so Wiechs Einschätzung. Und auch der Tourismus-Standort Gartow hat ein Problem: »Die Fischerei ist ein großer Faktor für den Tourismus in der Region – wenn man hier jetzt im Sommer weder angeln noch baden kann, dann werden viele Urlauber wegbleiben», meint Pevestorf. Diese Einschätzung teilt die Gartower Samtgemeindeverwaltung. »Wir gehen von einem großen Verlust, von Stornierungsraten im Bereich zwischen 60 und 70 Prozent aus», sagt Ordnungsamtsleiter Lutz Haas. Auch die Auswirkungen auf den See als Badegewässer sind massiv. Noch gibt es zwar kein Badeverbot – »Bei dem Gestank geht da im Moment sowieso niemand rein» -, doch es steht zu vermuten, dass sich in den kommenden Wochen Algen bilden könnten, was ein Badeverbot als wahrscheinlich erscheinen lässt. Der See ist als EU-Badegewässer klassifiziert, das Gesundheitsamt nimmt regelmäßig Proben. »Vier Sterne werden wir in diesem Jahr wohl nicht bekommen», sagt Haas. Wegen des unerträglichen Gestanks und weil die Fische mit Abwässern konterminiert sein könnten, laufen die Aufräumarbeiten bereits heute an. Ab dem frühen Morgen sammeln freiwillige Helfer, die unter anderem die Samtgemeindeverwaltung zusammengetrommelt hat, die toten Fische ein. Die Kadaver landen in einem Container der Tierkörperbeseitigungsanstalt in Rotenburg-Mulmshorn. Friedrich Rössler von den Gräflich von Bernstorffschen Betrieben, die die Fischereirechte für den Gartower See besitzen, koordiniert die Arbeiten. Er rechnet damit, dass eine Aktion allein nicht reicht, um das Problem zu lösen: »Es wird sicherlich noch neue tote Fische geben.» In der kommenden Woche soll es deshalb wohl weitere Aktionen geben.

Quelle: ejz.de

Wunsch nach mehr Schutz

Veröffentlicht: Juni 24, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

In Damnatz macht man sich Sorgen, ob die Deiche auch bei der nächsten Jahrhundertflut noch halten

Es riecht modrig am Damnatzer Elbedeich. Das zurückgewichene Wasser der Rekordflut hat eine grau-braune Schicht auf den Pflanzen und jede Menge Treibgut zurückgelassen, das nun in den Bäumen und Büschen im Elbvorland hängt oder am Deich liegt.

Und noch ist die Elbe nicht wieder in ihr eigentliches Bett zurückgekehrt, es ist noch immer »ein ordentliches Hochwasser», das da am Deich steht, sagt Damnatz» Bürgermeister Torsten Schulz. Seine Gemeinde ist nur knapp einem Unglück entgangen, weiß Schulz, leicht hätten die prognostizierten Rekordpegelstände die Deiche überspülen oder brechen lassen können. Dass es nicht so kam, ist Glück gewesen, oder besser gesagt: das Pech anderer, denn vor allem der Deichbruch bei Fischbeck war es, der auch die Damnatzer Deich entlastete. Doch auf Glück kann man sich bei Hochwasser nicht verlassen, sagt Schulz. Und daher fordern er und sein Gemeinderat die Verantwortlichen nun zum Handeln auf.

Es gibt nämlich Schwachstellen in dem Deichsystem, das Damnatz und seine Ortsteile schützt, und die müssen nun dringlich beseitigt werden, fordert der Gemeinderat. Denn man rechne damit, dass die nächste Jahrhundertflut nicht lange auf sich warten lassen wird, betont Schulz. Exakt einen halben Meter höher als beim bis dahin amtierenden Rekordhochwasser von 2011 stand die Elbe vor nicht einmal zwei Wochen am Damnatzer Deich, und das seien »keine Zahlen zum Prahlen», so Schulz. Vielmehr würden sie verdeutlichen, dass Handlungsbedarf bestehe. Und zwar dringend.

Ein flexibler und vor allem ganzjähriger Rückschnitt der Bäume und Büsche im Elbvorland sei nötig, heißt es in einem Schreiben des Damnatzer Gemeinderates an Landrat Jürgen Schulz. Auch müsse am Deich zwischen dem Damnatzer Friedhof und Penkefitz der Binnendeichfuß mitsamt des darauf verlaufenden Deichverteidigungsweges erhöht werden, um zu verhindern, dass dort Wasser durchsickert, und die maroden Pflasterstraßen auf dem Deich müssten durch haltbare Betonbahnen ersetzt werden, um sie künftig bei der Deichverteidigung nutzen zu können, fordert der Damnatzer Gemeinderat. Wichtig seien aber auch länderübergreifende Maßnahmen zur Schaffung von Polderflächen, und zwar nicht nur an der Elbe, sondern auch an ihren Zuflüssen.

Ein Schild hat Torsten Schulz anfertigen lassen. Darauf sind die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre aufgezeichnet, beginnend mit dem sogenannten Jahrhunderthochwasser des Jahres 2002. Die Liste endet mit dem Hochwasser dieses Jahres und einem Pegel von 8,20 Meter. Darunter ist noch Platz, denn »wir glauben nicht, dass dieser Rekord lange Bestand haben wird», sagt Torsten Schulz. Und daher müsse man nun »mit allen Beteiligten unbürokratisch Maßnahmen zu unserem Schutz einleiten», betont der Bürgermeister. Sonst komme beim nächsten Hochwasser die Elbe auch in Damnatz über die Deiche, und dann sei mit ähnlichen Schäden zu rechnen wie aktuell in Fischbeck oder großen Teilen Bayerns. »Bei einem Deichbruch hier wäre die gesamte Dannenberger Marsch betroffen», sagt Schulz. Das bedeutet: viele tausend Menschen in vielen tausend Häusern.

Doch nicht nur mahnen, auch danken wolle man als Gemeinderat, sagt Torsten Schulz. Danken für »die rechtzeitig und weitsichtig eingeleiteten Maßnahmen» zur Deichverteidigung, so Schulz. Ausdrücklich sei damit auch das Ausrufen des Katastrophenalarms durch Landrat Schulz gemeint, lobt der Damnatzer Bürgermeister seinen Namensvetter im Kreishaus. »Man wird hier an der Elbe niemanden finden, der das nicht begrüßt und Jürgen Schulz dabei unterstützt. Schon gar nicht so nahe am Deich.»

http://www.ejz.de/index.php?&kat=50&artikel=110346251&red=28&ausgabe=

Weil: Früher Katastrophenalarm war richtig

Veröffentlicht: Juni 22, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Durch das rechtzeitige Feststellen des Katastrophenfalls sei die Grundlage für vorausschauende und systematisch angelegte Schutzmaßnahmen gelegt worden, unterstrich der Regierungschef.

In einer Regierungserklärung zum Hochwasser würdigte Weil das Engagement der rund 10 000 Helferinnen und Helfer, die in Niedersachsen im Einsatz waren. Ihnen sei es wesentlich zu verdanken, dass das Land „mit einem Blauen Auge davon gekommen“ sei. „Seienwir dankbar dafür, in einem Land zu leben, das eineWelle der Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit mit fachkundiger Organisation und Vorbereitung verbinden kann“, sagte der Ministerpräsident. Niedersachsen habe sich in den Tagen des Hochwassers von seiner allerbesten Seite gezeigt.

Wenn Niedersachsen das Hochwasser relativ glimpflich überstanden habe, so zeige dies auch den Erfolg der Anstrengungen, die mit hohem finanziellen Aufwand für den Hochwasserschutz seit der Katastrophe des Jahres 2002 geleistet wurden. Die Schutzanlagen in Hitzacker seien ein „Symbol für diese vielfältigen Maßnahmen“, erklärte der Ministerpräsident.

Bei seinen Besuchen im Hochwassergebiet, so Weil, habe es ihn beeindruckt, vor den schützenden Bauten zu stehen „und zu wissen, dass sich unmittelbar dahinter gewaltige Wassermassen mit einer zerstörerischen Wirkung befinden“. Dank gelte allen, die für solch erkennbar erfolgreichen Hochwasserschutz verantwortlich sind – auf der Bundes-, der Landes- und der kommunalen Ebene.

Für Flutgeschädigte gibt es ein Soforthilfe-Programm. Rund 40 Millionen Euro sind dafür veranschlagt worden, die je zur Hälfte aus der Bundes- und Landeskasse kommen sollen. „Wir wollen eine schnelle und unbürokratische Hilfe leisten“, unterstrich der Regierungschef. Ansprechpartner für die Betroffenen sind die Kommunen, in Lüchow-Dannenberg die Kreisverwaltung. Informationen zum Hilfsfonds gibt es dort unter der Telefonnummer (0 58 41) 120 241

http://lokales.wendland-net.de/post/weil-frueher-katastrophenalarm-war-richtig-39364

ZONTA übergibt Spenden an weibliche Flutopfer

Veröffentlicht: Juni 21, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Zwei Vertreterinnen von Zonta-Lüneburg übergaben am Dienstag in Vietze im Landkreis Lüchow Dannenberg Spenden für drei ältere Frauen zwischen 60 und 70 Jahren. Alle drei müssen allein mit den Folgen der Flut fertig werden.

Nur eine von ihnen ist überhaupt versichert. Der Schaden hat ihren gesamten Besitz und ihr Alter ruiniert. In allen Häusern ist der Boden zerstört, manchmal auch noch die Wände, die Dämmung liegt vor dem Haus, Möbel können nicht mehr genutzt werden.

Während bei der einen Betroffenen sämtliche Vorräte im Keller vernichtet und ihrer wunderschöner Garten verschlammt wurden, stand bei einer anderen das Wasser 50 cm hoch im Haus.

Die Frauen wohnen noch immer bei Nachbarinnen oder ihren Kindern. In den Obergeschossen ist noch kein Platz, weil dorthin in letzter Minute alles hoch geräumt wurde. Marion M. fand eine ganze Weile ihre Brille nicht wieder, oder einen Schuh. So schnell wurde alles von den Helfern gepackt und nach oben gebracht. Gekocht wird auf einem Camping-Kocher. Denn natürlich sind die Einbauküchen auch alle hin.

Marion M.s Mann ist vor sieben Jahren gestorben. Sie hat nicht einmal gewusst, dass sie nicht versichert ist. Mit 67 Jahren arbeitet sie immer noch. Gerade hatte sie ihr Bad neu gekachelt, weil sie vor Beginn der Rente alles schön haben wollte. Nun weiß sie nicht, wie sie die Ausgaben bewältigen soll, um irgendwann wieder ein gemütliches Zuhause zu haben.

„ Wir haben uns ganz lange selbst die Sandsäcke gefüllt und gestapelt. Da fühlten wir uns noch stark. Aber irgendwann kam die Bundeswehr“, erzählt die Flutbetroffene, „die jungen Kerle haben Tag und Nacht gearbeitet. Und dann kam der schlimme Moment, als die Bundeswehr ganz plötzlich wieder abzog. Da wussten wir, wir sind verloren.“ Das Wasser brach in ihren Garten ein, überflutete Haus und Hof. „Jetzt hoffen wir darauf, dass wir doch einen Deich bekommen. Irgend etwas müssen die da oben doch machen. Das nächste Hochwasser kommt bestimmt.“

Zonta-Lüneburg will mit der Spende ein Zeichen setzen, mehr auf die Hilflosigkeit von älteren, allein lebenden Frauen nach der Flut zu achten. Der Naturgewalt so ausgeliefert zu sein, der brutale Verlust des privaten Lebensraums – das kann auch zu einer psychologischen Katastrophe führen. Insbesondere im Alter können solche Erfahrungen Depressionen auslösen und auch Zustände der Verwirrung. Natürlich haben die Vietzer Frauen Anträge beim Kreis Lüchow-Dannenberg gestellt. Soforthilfe ist angesagt. Aber die ist noch nicht da. Die Spende von Zonta, die Dr. Sibylle Plogstedt (Künsche ) übergab, kommt da gerade recht. „Mir haben auch Nachbarn schon mal anonym 50 Euro in den Briefkasten gesteckt“, erzählte einer der drei Frauen. Stolz sei nicht mehr angesagt. „Wir müssen lernen, Hilfe zu akzeptieren.“

Wer oder was ist ZONTA?

ZONTA International wurde 1919 in den USA gegründet und ist heute in 69 Ländern mit mehr
als 1200 Clubs und rund 33.000 Mitgliedern aktiv. ZONTA ist ein weltweites, überparteiliches,
überkonfessionelles und weltanschaulich neutrales Netzwerk berufstätiger Frauen, die sich
vorrangig dem Dienst am Menschen verpflichtet fühlen, insbesondere der Verbesserung der
Stellung der Frauen in rechtlicher, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Diese Ziele werden in
vielfältigen Service-Projekten, Stipendien und speziellen Programmen verfolgt.

Im April gründete sich der Zonta-Club Lüneburg . Unabhängig von ihren beruflichen Orientierungen wollen alle Lüneburger Zontians durch ihr persönliches Engagement Frauen und Mädchen gewidmete Projekte und Institutionen in der Region und darüber hinaus fördern.

http://wendland-net.de

Noch werden viele  der rund vier Millionen Sandsäcke gebraucht, die allein in Niedersachsen entlang der Elbe lagen und noch liegen.. Da der Pegelstand immer noch weit vom Normalniveau entfernt ist, müssen sie weiterhin die Deiche stabilisieren. Von den Deichkronen haben die Helfer aber schon etliche Sandsäcke abtransportiert. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg werden sie zu Sammelstellen gebracht. Der Sand kann nach Angaben einer Landkreis-Sprecherin weiterverwendet werden. Mit dem Abtransport seien vor allem die Deichverbände und die Samtgemeinden betraut.

Abtransport im Juli

Bis die Jutesäcke verrotten, vergeht etwa ein halbes Jahr, so die Sprecherin. Aber auch Plastiksäcke kamen zum Einsatz. Der Landkreis Lüneburg überlegt, diese eventuell für künftige Hochwassereinsätze einzulagern, sagte Wolfgang Kallweit, Fachbereichsleiter Ordnung und Umwelt beim Landkreis Lüneburg. Noch sei es aber zu früh, die Säcke von den Deichen herunterzuholen, sagte Kallweit. Er rechnet damit, dass dies Anfang Juli geschehen könnte. Dann solle möglicherweise wieder ein Aufruf an freiwillige Helfer gestartet werden.

Quelle: ndr.de

Die Logistiker der Katastrophe

Veröffentlicht: Juni 19, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Maschinenring Lüchow zieht Hochwasser-Bilanz – Wohl bis zu 20000 Einsatzstunden

rg Lüchow. Sandsäcke dorthin bringen, wo sie gebraucht werden, Baumaterial für Notdeiche transportieren, Paletten beschaffen – der Einsatz gegen das Elbehochwasser der vergangenen Tage war eine logistische Herausforderung. Um die zu bewältigen, bediente sich der Katastrophenstab im Lüchower Kreishaus eines Unternehmens, das sich mit groß angelegten Logistik-Projekten auskennt: des Maschinenrings Lüchow.

Und so waren es dann auch vor allem landwirtschaftliche Gespanne, die das benötigte Material zu den Brennpunkten der Lüchow-Dannenberger Deichverteidigung brachten: Mitglieder des Maschinenrings, Landwirte und Lohnunternehmer. Und der Maschinenring erhielt auch von vielen Seiten Lob für die Organisation, für die Abwicklung dieser Mammutaufgabe. Doch langsam mehren sich auch die kritischen Stimmen. Denn klar ist: Der Maschinenring-Einsatz ist nicht kos-tenlos, und in den kommenden Tagen wird im Kreishaus die Rechnung für die Fahrten der Traktorgespanne zu den Deichen, den Einsatz von Tele-Staplern und anderen Gerätschaften eingehen. Und diese Rechnung wird happig sein.

»Ich bin schon stolz auf das, was wir als Maschinenring hier beim Hochwassereinsatz auf die Beine gestellt haben», sagt Geschäftsführer Hauke Mertens. Genau 207 Landwirte und Dienstleister waren in den Hochwasser-Tagen im Einsatz, zu Höchstzeiten »zwischen 150 und 200 gleichzeitig», sagt Mertens. Am 4. Juni hatte sein Büro einen Aufruf an alle Maschinenring-Mitglieder gestartet, und schon wenige Stunden später »war die Liste voll», ist der Maschinenring-Geschäftsführer noch immer »begeistert von der Einsatzbereitschaft der Landwirte hier in der Region». Landrat Jürgen Schulz habe ihn gefragt, »ob der Maschinenring das hinbekommen würde», erzählt Mertens. »Und ich habe gesagt: Das kriegen wir hin», lächelt der Maschinenring-Geschäftsführer. Zwischen 15000 und 20000 Stunden leisteten die Maschinenring-Mitglieder in den folgenden Tagen bis zur Aufhebung des Katastrophenalarms am vergangenen Wochenende. »Genau werden wir das erst wissen, wenn wir die Meldeblöcke gänzlich ausgewertet haben», betont Mertens. Auf den Meldeblöcken sind die Zeiten vermerkt, die jeder Fahrer eines Traktors, eine Staplers, eines Baggers oder sonst eines Gerätes im Hochwassereinsatz war, mit welchem Fahrzeug, und wenn es sich um einen Trecker handelte, dann auch die PS-Zahl. Danach wird nämlich eigentlich der Einsatz im Auftrag des Maschinenrings abgerechnet: 29 Cent je PS und Arbeitsstunde, dazu 15 Euro Arbeitslohn für den Fahrer und ein Betrag um die zehn Euro für einen Anhänger. Ganz schnell ist man da bei einer Summe von 100 Euro pro Stunde. Doch soviel werde man nicht zahlen, betont Hauke Mertens. »Ich denke, dass wir uns in diesem speziellen Fall bei höchs-tens 70 Euro einpendeln werden», stellt er heraus. »Es wird keiner 100 Euro pro Stunde bekommen.» Die Kritik am Maschinenring sei daher auch unberechtigt, so Mertens. »Sicher, wir kriegen unseren Einsatz hier bezahlt», betont der Maschinenring-Geschäftsführer. »Aber alle anderen bekommen ihre Arbeit hier ja auch bezahlt», verweist er auf andere Unternehmen, die ebenfalls beim Hochwasser im Auftrag des Landkreises arbeiteten. »Ohne die Landwirte hätten wir hier in Lüchow-Dannenberg eine Havarie bekommen. Das darf man nicht vergessen. Das, was wir geleistet haben, alle zusammen, das sucht seinesgleichen.»

Quelle: ejz.de

Der Nordkreis räumt auf

Veröffentlicht: Juni 18, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Die Rekordflut ist überstanden, aber noch wartet eine Menge Arbeit an der Elbe

rg Neu Darchau. Noch immer steht das Wasser der Elbe an den Deichen in Lüchow-Dannenberg. Doch es sind nicht mehr die Rekordwasserstände, die gegen die Deiche drücken: Die Jahrhundertflut ist zu einem normalen Hochwasser abgeflossen.

Aufatmen allenorts an der Elbe zwischen Schnackenburg und Katemin, es ist überstanden. Doch es ist nur die Gefahr, die vorüber ist – die Arbeit an den Deichen geht weiter. Denn nun wird aufgeräumt. Im ganz großen Stil. So verschwand seit Sonntagabend der provisorische Deich am Neu Darchauer Fähranleger, so dass nun das Göpelhaus wieder erreichbar ist. »Und am Donnerstag eröffnen wir wieder», freut sich Betreiber Danilo Liebold, der in seinem Restaurant-Café »nur etwas Wasser in den Wänden» zu verzeichen hat – nichts, was sich nicht beheben lassen würde. Die Aufgabe, vor der die Behörden im Landkreis nun stehen, ist da schon deutlich größer: Weit über eine Million Sandsäcke müssen wieder eingesammelt werden, Notdeiche zurückgebaut, Straßen wieder befahrbar gemacht, Treibgut eingesammelt werden. Und noch ist nicht klar, wie das alles geschehen soll.

Derzeit sind es – neben den Privatleuten, denen die Elbe einen Besuch in ihren Häusern oder auf ihren Grundstücken abstattete – vor allem die Straßenmeistereien und die Bauhöfe, die an der Beseitigung der Hochwasser-Hinterlassenschaften arbeiten. Die die Sand-säcke von den Deichen und auch von den Straßen räumen und dort, wo die Säcke noch als Reserve am Deichfuß auf Paletten lagern, diese wegschaffen. Und das wird noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Doch mit eigenen Mitteln allein werde die Aufgabe nicht lösbar sein, heißt es aus dem Rathaus der Samtgemeinde Elbtalaue in Dannenberg. Es würden wohl auch Firmen damit beauftragt, die Deichsicherungshinterlassenschaften zu beseitigen. Und auch über den – wohl freiwilligen – Einsatz von Feuerwehren werde nachgedacht.

Quelle: ejz.de

 

»Hochwasser ist ein Thema, das steckt in den Köpfen. Jedem, der im Katastrophenschutzstab mitarbeitet, ist das stets bewusst», unterstreicht der 1.Kreisrat Claudius Teske. Gemeinsam mit Landrat Jürgen Schulz und Kreisbrandmeister Claus Bauck hat er die »überörtlich wichtigen» Entscheidungen während des 13 Tage dauernden Katastrophenalarms getroffen. »Dabei haben sich die kurzen Wege in der Zentralen Füh-rungseinheit (ZFE) bewährt. Alles hat ausgesprochen gut geklappt», ist Teske zufrieden. Sichtlich angetan war auch Christoph Unger, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, von der flüssigen Stabs- arbeit im Kreishaus.

Umgesetzt wurden die Entscheidungen in der ZFE, bestehend aus dem Stab der Hauptverwaltungsbeamten und der Technischen Einsatzleitung (TEL). Gut 40 Stabsmitarbeiter von Feuerwehr, THW, DRK, DLRG, Polizei und Verwaltung – also ein bunter Stab – hatten die Aufträge rund um die Uhr in Zwölf-Stunden-Schichten abzuarbeiten. Mit dabei die Reservis-ten des Kreisverbindungskommandos, die den Einsatz der Bundeswehr koordienierten. »Insgesamt sind dabei fast 12000 Tagebuchnummern zusammengekommen, die zumeist mit den Örtlichen Einsatzleitungen in Dannenberg und Gartow abzuarbeiten waren», ergänzt Christian Schlenker. Er verantwortet das TEL-Sachgebiet 3 Einsatzführung. Weitere Sachgebiete der TEL sind Personal und innerer Dienst (1), Lage und Dokumentation (2), Unterbringung und Versorgung samt Küche (4), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (5) sowie Kommunikation und EDV (6).

Als »absolut Spitze» beurteilt Claudius Teske die Tatsache, »wie schnell der bunte Stab nach dem Ausrufen des Katastrophenalarms arbeitsfähig war. Jeder wusste sofort, was er zu tun hatte.» Claus Bauck ergänzt: »Auch die Fachberater, die von außerhalb kamen, waren schwer beeindruckt, wie schnell sie in die Abläufe integriert wurden. Das läuft in anderen Kreisen erheblich schleppender.» Was für organisatorische Leistungen dahinter stecken, wird an einem Beispiel deutlich: An nur einem Tag organisierte der Einsatzabschnitt des DRK die Unterbringung von fast 4000 Helfern.

Ursache für den gelungenen Kaltstart seien die monatlichen Übungen, freut sich Teske. Im Wechsel zwischen Stab HVB und der TEL üben jeweils rund zwei Dutzend Stabskräfte, wobei stets ein Austausch über die Lernerfolge stattfinde. Bei den nächsten Übungen würden die aktuellen Erfahrungen einfließen. »Optimierungsbedarf» bestehe beispielsweise beim Verkürzen von Transportwegen bei der Verpflegung, beim Weiterentwicklen des speziellen EDV-Programms sowie beim Verbessern der Kommunikation während des Aufwachsens der Örtlichen Einsatzleitungen.

http://www.ejz.de/index.php?&kat=50&artikel=110341938&red=28&ausgabe=

»Überschwemmungen sind Natur»

Veröffentlicht: Juni 17, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Tiere und das Hochwasser: Es gibt Opfer und Profiteure, sagen Eckart Krüger und Hans-Joachim

Einst war die Arche da, als die Welt unter Wasser gesetzt wurde, nun kam nur das Wasser. Was ist also mit den Tieren, die dort leben und lebten, wo sich in den vergangenen Wochen die Elbe ausbreitete? »Überschwemmung ist Na-tur», sagt Eckart Krüger vom hiesigen BUND-Kreisverband.

»Hochwasser gehört in das System», ergänzt Hans-Jürgen Kelm, der Vorsitzende der Avifaunistischen Arbeitsgemeinschaft Lüchow-Dannenberg. Von einer Naturkatastrophe wollen sie nicht sprechen. Beide betonen, dass sich die Tiere in der Aue auf Überschwemmungen ihres Lebensraumes einstellen können, dass es nicht nur Opfer, sondern auch Profiteure gibt. Kelm betont, dass im Prinzip jedes Tier schwimmen kann. Das gelte auch für Rehe. Vier dieser Tiere sind allerdings aus dem Wasser gerettet worden und in die Auffangstation nach Klennow gebracht worden, informiert deren Leiterin Angelika Berries auf Anfrage. Kein Zweifel: Wer als Tier im Souterrain, also in der Erde wohnt, wie Mäuse, Maulwürfe oder Kaninchen, hat in den überfluteten Gebieten kaum eine Chance. Allerdings, so Krüger: »Mäuse können richtig rennen», und er erinnert daran, dass man früher bewusst Flächen unter Wasser gesetzt hat, um Maulwürfen den Garaus zu machen.

Die nun wohnsitzlosen Biber könne man derzeit überall seh-en, sie sitzen etwa bei Pölitz auf den Deichen, warten ab und seien in der Lage, eine Ersatzburg zu bauen, sagt Eckart Krüger. Übel sei es allerdings, wenn sie nun anfingen, an den Deichen zu graben. »So lange Bäume aus dem Wasser gucken, schaffen sie sich ein Notquartier, eine schräg stehende dicke Weide reicht dafür aus», sagt Kelm. Manch Jungbiber werde sicher ertrunken sein, das sei aber angesichts recht stabiler Biberbestände in der Region kein Drama. Und er wiederholt: Hochwasser gehören zum Kreislauf der Natur. Traurig seien in der Tat die Verluste bei seltenen Arten, etwa bodenbrütenden Singvögeln, »die Natur zerstört da fatal», meint Krüger. Im Elbvorland habe der Wachtelkönig gebrütet und gerufen – der sei sicher untergegangen, ahnt Hans-Jürgen Kelm. Auch ein Brachvogelpaar im Alandswerder sei Opfer des Hochwassers geworden. Das sind echte Rückschläge, denn es gibt nur noch wenige Brach- vögel und noch weniger haben einen Bruterfolg. Die Kolonie der in der Tauben Elbe brütenden Trauerseeschwalben – »so groß wie seit Jahren nicht mehr» – existiert allerdings noch, freut er sich. Eckart Krüger hofft, dass manch Kiebitz-Küken vor dem Wasser weglaufen und sich auf Trockene habe retten können. Sicherheit gibt es da allerdings nicht, denn auch Füchse und Wiesel sind jetzt dort unterwegs.

Störche und Reiher gehören dagegen zu den Profiteuren, denn im Binnenland finden sie nun gute Nahrungsbedingungen, ein Eldorado mit Fischen, die den Störchen geradezu zu Füßen liegen. Auf neu entstandenen »wunderbaren Qualmwasserflächen» sei deshalb auch »viel Storchen-Getümmel» zu beobachten. Und auch Unken und Knoblauchkröten gefielen die neuen Bedingungen: Auf einem Maisacker in der Langendorfer Marsch erlebten sie gerade ihren »zweiten Frühling», wie weit zu hören sei, berichtet Kelm.

http://www.ejz.de/index.php?&kat=50&artikel=110341932&red=28&ausgabe=

 

Das Elbhochwasser steht weiter und sinkt nur langsam. Eine Gefahrenlage besteht daher nach wie vor. Nach Aufhebung des Katastrophenfalls sind nun wieder die Samtgemeinden und die Deichverbände für Hochwasser-Angelegenheiten zuständig. Es gilt nach wie vor das Betretungsverbot für die Deiche. Bestehende Straßenabsperrungen sind weiter zu beachten.Erst nach und nach sind Aufhebungen möglich. Hierzu bitten wir die gesonderten Mitteilungen zu beachten. Auch der Parkplatz Bleichwiese in Hitzacker bleibt heute noch geschlossen.

Heute am Sonntag wird es wieder möglich sein die Elbterrassen in Wussegel und das Hotel und Restaurant Steinhagen in Damnatz als Besucher zu erreichen, wenn auch noch eingeschränkt. Die Zufahrt zu den Elbterrassen ist über Seerau-Nienwedel bzw. Pisselberg-Nienwedel möglich. Eine Zufahrt von Hitzacker oder Penkefitz kann noch nicht erfolgen.

Das Hotel/Restaurant Steinhagen in Damnatz kann über die Straße „Achter Höfe“ angefahren werden. Die Straße „Am Elbdeich“ ist nach wie vor gesperrt.

Nach Aufhebung des Katastrophenfalles ist das Bürgertelefon ab heute 14 Uhr,  nicht mehr durch Verwaltungsmitarbeiter besetzt. Es besteht noch eine Rufumleitung der bekannten Nummern in die örtliche Einsatzleitung im Hause der Samtgemeinde, die weiter besetzt ist.

http://wendland-net.de/ticker/hochwasser2013/1rh9moei1s0w

Aufräumarbeiten in Penkefitz

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

In Penkefitz im Landkreis Lüchow-Dannenberg haben die Aufräumarbeiten begonnen. Die Deiche haben gehalten, die Bewohner schauen nach vorn

Video Hallo Niedersachsen

Ausgepowert, aber zufrieden

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Zwei Bereitschaften aus Nordrhein-Westfalen hatten die längste Einsatzzeit an der Elbe

»Wir wollen noch ein bisschen Deich bauen», singen sie, und den Ohrwurm vom Holzmichel haben sie auf den »Deichmichel» umgedichtet. Die Stimmung im Containerdorf am Breeser Weg in Dannenberg ist hörbar gut, als dort am Sonnabendvormittag rund 280 Feuerwehrleute aus dem Regierungsbezirk Arnsberg im Südosten Nordrhein-Westfalens zum Abschiednehmen antreten, bevor es wieder auf den Weg nach Hause geht.

Seit der Nacht zum Freitag, dem 7. Juni, waren die Arnsberger im Einsatz an den Lüchow-Dannenberger Elbdeichen. Die zwei Bereitschaften mit Einsatzkräften aus den Kreisen Hamm, Soest und Unna sowie aus Dortmund und Ennepe-Ruhr waren im Rahmen der überörtlichen Hilfe angefordert worden. Die meisten von ihnen sind freiwillige Feuerwehrleute, also Ehrenamtliche, die ein paar Tage Dienst an der sich ausbreitenden Elbe taten, dann wieder ausgetauscht wurden – so dass unterm Strich weit mehr Arnsberger hier Hilfe geleistet haben. Und manch einer war gleich zweimal im Einsatz in der Elbtalaue. Diese länderübergreifende Kooperation ist auch eine Lehre aus dem Hochwasserjahr 2002. Man hat gelernt und neue Strukturen geschaffen, erklärt Hauke Speth, einer der beiden Bereitschaftsleiter. Deshalb seien diesmal auch mehr Feuerwehren im Einsatz. Die Arnsberger sind die mit der weitesten Anreise und die mit der längsten Einsatzzeit.

Eine solche »große Lage» kannten die Helfer aus Nordrhein-Westfalen bisher nur aus Übungen, nun wurde es ernst. »Müssen wir schaufeln oder pumpen?» war die Frage, die etwa Fabian Frenzel, Stefan Lippes oder Martin Bodyneck und ihre Kameradinnen und Kameraden auf der achtstündigen Fahrt gen Elbtalaue durch den Kopf ging: »Da war Ungewiss-heit und Anspannung.» Vor Ort – und sie waren in Neu Darchau, Penkefitz, Damnatz und Wulfsahl eingesetzt – mussten sie dann Sandsäcke verbauen. 120 000 Stück pro Tag werden es wohl gewesen sein, hat einer von ihnen überschlagen. Nun sind sie »ausgepowert und kaputt», aber auch zufrieden. Dass der zweite Notdeich in Neu Darchau, den sie errichteten, hält und der Ort nicht unter Wasser steht» das ist ein richtig gutes Gefühl». Und die Freundlichkeit der Anwohner ist für die drei Feuerwehrleute ebenfalls Grund zum Schwärmen. »Die haben für uns frischen Kuchen gebacken, dazu kalte Getränke, Melonen und Süßigkeiten gebracht.» Auch ihre Toiletten hätten die Anwohner selbstverständlich zur Verfügung gestellt. All das und dazu die großen Bettlaken mit dem Wort »Danke», die an den Fenstern hängen, »waren eine gute Motivation». Lob gibt es von den Arnsbergern auch für die Lüchow-Dannenberger Logistik: »sehr gut», Unterkunft im Container-Dorf der Bundespolizei und die Versorgung waren »hervorragend».

Nun müssen sie wieder Ordnung in den Wechsel von Tag und Nacht bringen, denn der ist durcheinander geraten. Einer der drei erzählt, dass er anfangs sofort auf 28 Stunden Dienstzeit kam: »Es ging gleich los, wir haben die Vorgänger direkt draußen am Deich abgelöst», ihre Unterkunft lernten sie erst nach dem Einsatz kennen. Und für einen anderen dauerte der Einsatz, der abends hätte enden sollen, erst am nächsten Morgen. »Und nachmittags mussten wir dann wieder raus». Zur Verabschiedung der Bereitschaft, »die es am längsten ausgehalten hat», kamen am Sonnabend auch Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer und Gemeindebrandmeister Andreas Meyer. »Man kann auch zu anderen Zeiten hier herkommen», lud Meyer zum Urlauben in der Elbtalaue ein. Zur Erinnerung an den Einsatz hatte er für alle Elbtalaue-Buttons mitgebracht: »Tragen Sie ihn mit Stolz und zeigen damit: Wir haben Vorbildliches geleistet», sagte Jürgen Meyer.

Hupend und mit Sirenen-alarm machen sich die 280 Arnsberger dann in ihren 60 Großfahrzeugen und weiteren kleineren Wagen auf den Weg nach Hause. Am Tor winkt ihnen Nicole Werner zu, sie arbeitet beim Sicherheitsdienst, der das Gelände bewacht. »Die waren toll», sagt sie und atmet tief durch. Werner wohnt in Penkefitz, war aber viele Tage jetzt nicht dort und fragt sich, wie es wohl rund um ihr Dorf aussieht. Die Arnsberger waren auch dort im Einsatz.

http://www.ejz.de/index.php?&kat=50&artikel=110341936&red=28&ausgabe=

Das große Räumen nach der Flut

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Noch herrscht Katastrophenalarm, doch im Ostkreis sind viele Menschen mit dem Aufräumen schon recht weit

bp/asb Gartow/Vietze. Im Ostkreis wünschen sich die Menschen ihren Alltag zurück: nicht mehr vom Blaulicht umgeben sein, nicht mehr auf Pegel und Prognosen schielen müssen. Einige sind mit den Aufräumarbeiten schon ziemlich weit.

Stefan Reinsch zum Beispiel. Der Pächter des Café Salix hat zusammen mit Partnerin Hannah Wilimzig und der Feuerwehr Gartow ganze Arbeit geleistet, will seit Café schon heute wiedereröffnen. Das Wasser ist raus aus dem Gastraum und weg von der Terrasse. Reinsch ist trotz des Hochwassers optimistisch. »Es ist ja nicht das erste Mal», sagt er. Völlig untergegangen ist seine Kanustation, doch auch das sei kein Drama. »Beim ersten Hochwasser war das ein Schock, diesmal haben wir vorher alles ausgeräumt», sagt er. Schwer im Magen liegen Reinsch allerdings die Auswirkungen auf den Tourismus: »Wir haben eine Woche verloren und es gab viele Stornierungen.» Ein kleiner Betrieb wie seiner habe keine finanziellen Puffer, sei darauf angewiesen, dass die Saison gut laufe. Die Auswirkung der Flut auf den Tourismus sind für viele Tourismusbetriebe ein Schlag ins Kontor. Auch deswegen ist Reinsch sauer auf die Deichverbände: »Ich hoffe, dass nicht immer nur höhere Deiche gebaut, sondern endlich mal an Rückdeichungsmaßnahmen gedacht wird.» Im Ort Gartow ist Normalität eingekehrt. Die meisten der Sandsäcke um den See herum sind schon verschwunden, stapeln sich in Quarnstedt. Viele Feuerwehren aus anderen Landkreisen sind bereits abgereist.

Auch in Vietze räumen die Hausbesitzer schon seit Donnerstag auf. Eon-Mitarbeiter inspizieren Haus für Haus die Sicherungskästen und schalten den Strom wieder ein. Auch die Abwasserentsorgung soll wohl ab heute wieder funktionieren. Für die Sperrmüllentsorgung hat die Gemeinde Höhbeck Abfallcontainer geordert. Die wird auch Marion Munk brauchen. Aus ihrem Haus ist das Wasser raus, den Holzfußboden hat sie schon herausgerissen. »Das war mal der Boden», sagt sie und deutet auf einen Stapel Holz, der an der Hauswand lehnt. Dreieinhalb Tage lange hat das Wasser 30 Zentimeter hoch darauf gestanden. Geblieben sind die Schäden und der Gestank: »Wie auf dem Fischmarkt.»

Für Michael und Bettina Bertram war es bereits das vierte Hochwasser, das ihr Haus geflutet hat. Die beiden haben zwar nach vielen Diskussionen eine Versicherung gegen Hochwasserschäden behalten dürfen, sind aber trotzdem reichlich genervt. Zehn Zentimeter hoch hat das Wasser in ihrem Haus gestanden, hat Fußböden, Möbel und nicht zuletzt ihre Nerven zerstört. Sauer sind die Eheleute über den Hochwasserschutz: »Spätestens, nachdem im Jahr 2011 klar war, dass die kleine Verwallung das Wasser nicht zurückhält, hätte etwas passieren müssen», sagt Michael Bertram. Zunächst müssen die beiden Ordnung in ihrem Haus schaffen, doch danach wollen sie auf Hochwasserschutz für das tiefer gelegene Vietze drängen.

Schon bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser zeigen die unterschiedlichen Perspektiven auf den Hochwasserschutz: Nach der Elbeflut droht nun eine Diskussionsflut.

Quelle: ejz.de

 

In den Hochwassergebieten entlang der Elbe hoffen die Anwohner, dass das Schlimmste überstanden ist. Die Pegelstände sinken, doch das Wasser drückt weiterhin stark gegen die Deiche. Entwarnung gibt es deshalb noch nicht. An vielen Pegeln seien die Wasserstände noch ähnlich hoch wie bei den Hochwassern 2002 und 2011, erklärte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Gefahr von Dammbrüchen sei deshalb immer noch sehr hoch. Bis mindestens Anfang kommender Woche wird der Kampf gegen das Hochwasser wohl noch anhalten.

Hitzacker: Rückkehr auf Altstadtinsel

Die 220 Bewohner von Hitzackers Altstadtinsel dürfen zurück in ihre Häuser. In Niedersachsen können die Bewohner der evakuierten Altstadtinsel von Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Der Landkreis hatte die Evakuierung am frühen Freitagmorgen aufgehoben. Der Pegelstand war in der Nacht unter die Marke von 7,76 Meter gefallen. Auf die Insel dürfen allerdings vorerst nur Einwohner und Helfer. Erst ab einem Pegelwert von 7,46 Meter dürfen auch Besucher die Altstadt betreten. Der Katastrophenstab des Landkreises geht davon aus, dass der Katastrophenalarm bis Anfang nächster Woche bestehen bleibt. Auch im Landkreis Lüneburg bleibt der Katastrophenfall weiter ausgerufen. Der Schulbetrieb werde aber bis auf Amt Neuhaus wieder aufgenommen, teilte der Kreis mit.

Auch Lauenburger dürfen wohl bald zurück

Auch in Schleswig-Holstein entspannt sich die Hochwasserlage. Am Freitag kam die gute Nachricht für die rund 300 evakuierten Bewohner der Stadt Lauenburg: Wenn alles nach Plan laufe, könnten sie ab 8 Uhr am Sonnabend in ihre Häuser zurückkehren, teilte der Krisenstab am Freitag mit. Am Nachmittag hatten Einsatzkräfte begonnen, die Altstadt mithilfe von Pumpen von den Wassermassen zu befreien. „Wir hoffen, dass wir in der Nacht fertig werden“, sagte ein Sprecher. Anschließend sollen Spezialisten die Gas- und Stromleitungen in der Stadt überprüfen. Bauexperten und Statiker prüfen unterdessen die Häuser auf Schäden. Im Laufe des Tages sollen alle Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt sein. Die Evakuierung der Altstadt wird wohl am Sonntag endgültig aufgehoben. Bis dahin bleibt das Gebiet für Besucher noch gesperrt.

http://www.ndr.de/regional/elbhochwasser159.html

Der Pegelstand der Elbe sinkt weiterhin kontinuierlich (momentan ca. 7 cm in 12 Stunden). Die Lage ist nach wie vor angespannt.

Eine wichtige Aufgabe ist und bleibt das Verbringen der Sandsäcke von der Deichkrone an den Deichfuß. An verschiedenen Stellen bilden sich Sickerstellen, die abgedichtet werden müssen.

Bis zum Abend konnte das Abwasserpumpwerk in Vietze noch nicht wieder in Betrieb genommen werden.

Ab einem Wassserstand von 7,46 cm kann des Betretungsverbot für die Stadtinsel in Hitzacker aufgehoben werden. Dieser Wasserstand wird voraussichtlich am Abend des 15. Juni 2013 eintreten.

Nach wie vor sollen Deichwachen die Deiche beobachten.

Strassensperrung aufgehoben Die K 36 ist zwischen Drethem und Hitzacker wieder freigegeben.

Quelle: Mitteilung des Landkreis Lüchow-Dannenberg

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hochwassser-in-luechow-dannenberg-aktuelle-lageeinschaetzung-24555

 

Gefahrenherd Sandsäcke: Die Lage im Einsatzgebiet der 132 Hochwasserhelfer der Feuerwehren aus Dortmund, Bochum, Ennepe und Witten ist angespannt. Die Last der Sandsäcke droht die aufgeweichten Deiche zu zerdrücken. In der Nacht wäre die Hilfsaktion beinahe gescheitert – wegen drei Bäumen.

Aktualisierung 16.46 Uhr:

Die Heimkehr nach einer Woche voller Entbehrungen rückt näher. Die Abfahrt der Helfer aus Dortmund, Bochum und dem Ennepe-Ruhr-Kreis in Richtung Heimat ist für Samstag, 10 Uhr, geplant. Bis dahin werden sie weiter Deichfüße sichern und Sandsäcke von den Kronen tragen. In Dortmund werden sie erst am frühen Samstagabend erwartet, da sie mit Tempo 60 Kolonne fahren müssen.

Aktualisierung 12.24 Uhr:

Am Freitagmittag mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund auf einer Strecke von fünf Kilometern Sandsäche von der Deichkrone zum Deichfuß herunterbauen. Die Feuerwehrleute waren nur 15 Meter vom Hochwasser der Elbe entfernt. Sie arbeiteten dabei unterhalb des Pegels auf der anderen Deichseite.

Die Lage wird als gefährlich eingestuft, da inzwischen Wasser austritt. Aufgrund starker Regenfälle in der Nacht haben die Sandsäcke viel Wasser gezogen. Im Moment lasten pro Quadratmeter 150 Kilo Gewicht auf der Deichkrone. Dieses Gewicht muss jetzt zum Deichfuss verlagert werden, da die schwere Last der Sandsäcke den aufgeweichten Deich zu zerdrücken droht.

Mehrere Tonnen Sand von Hand bewegen

Die Arbeit der Einsatzkräfte wird dahingehend erschwert,dass sie die mehreren Tonnen Sand nun per Hand bewegen müssen, da das Betreten der Deiche unter Strafe verboten ist und keine Fahrzeuge eingesetzt werden dürfen.

Die Lage bleibt weiterhin sehr angespannt, obwohl der Pegel um einen Zentimeter pro Stunde sinkt. Die Feuerwehr wird mindestens noch fünf Stunden im Einsatz sein.

Eichen drohten Leck zu schlagen

Brisant war es in der Nacht geworden: Am Restaurant Deichterassen hatte die Elbe den Deich sowie den Vorgarten des Restaurants unterspült. Drei 400 Jahre alte Eichen drohten dabei eine Schutzmauer zu durchschlagen. So wäre an dieser Stelle das Leck entstanden, durch das die Elbe Dannenberg geflutet hätte.

Die Ruhrpott-Feuerwehren haben ihre spezielle Art der Motivation. Während der Arbeit singen sie Lieder wie „Glück auf der Steiger kommt“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Deich nicht“.

Ursprungsmeldung 8.15 Uhr:

Seit der Mannschaftsbesprechung am Freitag um 8 Uhr wissen die Männer und Frauen: Die Deiche haben die Nacht überstanden. Trotzdem bleiben die Einsatzkräfte in Alarmbereitschaft. Einen konkreten Einsatz gibt es noch nicht, dafür stehen zwei Pflicht- und Putzstunden auf dem Plan.
Bis zum Donnerstagmorgen hatte die Katastrophenschutzeinheit in sieben Tagen und Nächten bei Neu Darchau insgesamt 120.000 Sandsäcke aufgeschichtet, um ein Überlaufen der Elbe zu verhindern. Bei Normalpegel liegt das Ufer 300 Meter vom Dorf entfernt – jetzt fließt die Elbe an den Hausgärten vorbei. Ein von der Feuerwehr errichteter Notdeich verhindert die Katastrophe.

Einsatzleiter vom großen Engagement beeindruckt

126 der 132 Kräfte sind ehrenamtlich für den Katastrophenschutz an der Elbe im Einsatz. Verantwortlich ist die Bezirksregierung Arnsberg. Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann sagte unserer Redaktion: „Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren ist von unschätzbarem Wert. Sie sind das Rückgrat des Katastrophenschutzes. Ich danke ihnen von ganzem Herzen.“

„Ohne das Ehrenamt kann das hier nicht funktionieren“, sagt auch einer der Hauptamtlichen, Dr. Hauke Speth von der Dortmunder Berufsfeuerwehr. Der Einsatzleiter ist von dem großen Engagement und der guten Atmosphäre beeindruckt. Ein Unterschied zwischen Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen ist in dem Containerdorf neben dem Atomcastor-Verladebahnhof in Dannenberg ohnehin nicht zu erkennen.

Motivations-Motor unter widrigen Umständen sind vor allem die Anwohner. Die schweren Feuerwehr-Fahrzeuge können die vom Wasser aufgeweichten Deich-Areale nicht mehr befahren, so dass die bis zu acht Kilogramm schweren Sandsäcke mit Hilfe der Bundeswehr in langen Menschenketten zum Teil durch die Gärten der zu schützenden Häuser von Hand zur Wasserkante transportiert werden mussten.

Wasserstand sinkt nur leicht

„Die Bürger hier wissen zu schätzen, was wir hier leisten“, sagte Thorsten Pilzecker von der Freiwilligen Feuerwehr in Dortmund-Holzen. „Danke Jungs“, stand auf großen Transparenten. Kinder versorgten die Männer und Frauen aus dem Ruhrgebiet mit Gummibärchen. Große Kuchenbleche, frischer Kaffee und Kühltaschen mit erreichten den „Dortmunder Deich“ in Darchau.

Alles, was zwei Räder hat, verwandeln die Menschen aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg zu Sandsack-Transportern. „Die Logistik ist enorm gut“, lautet das Fazit von Dr. Hauke Speth, „Wenn wir Vlies und Stahlgitter zum Abdecken der Deiche bestellen, ist das Material 30 Minuten später da.“ Um 7.00 Uhr lag der Pegel bei 7,62 Meter. Der Wasserstand sinkt nur leicht. Die Lage bleibt angespannt.

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/flut-helfer-holen-sandsaecke-von-aufgeweichten-deichen-id8070419.html

Vietze: Das große Aufräumen beginnt

Veröffentlicht: Juni 14, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Mit Hochdruck pumpt eine spezielle Havariepumpe des THW minütlich 15 Kubikmeter Wasser zurück in die Elbe, um die unter Wasser stehenden Häuser in Vietze möglichst schnell wieder beziehbar zu machen.

Haus für Haus inspizieren eon Avacon-Mitarbeiter die Sicherungskästen und schalten peu á peu die Stromversorgung wieder ein. Doch manch ein Hausbesitzer wird wohl noch bis Samstag warten müssen, da das Wasser in seinem Haus noch zu hoch steht und die Stromanschaltung zu gefährlich wäre.

Etwas höher im Ort beginnen die Menschen derweil mit dem großen Aufräumen. Noch ist die Frage der Kostenübernahme nicht endgültig geklärt, doch die Gemeinde orderte mehrere Abfallcontainer, in die Sperrmüll entsorgt werden kann.

Hier und da begann man auch schon damit, Schäden wie abgesackte Gehsteine zu reparieren.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/vietze-das-grosse-aufraeumen-beginnt-37585

 

Die morgendliche Lagebesprechung im Kreishaus ergab keine dramatischen Ereignisse. Sowohl in Hitzacker als auch in Neu Darchau und Penkefitz hielten die Deiche bisher. Die Bewohner der Hitzackeraner Altstadt können seit dem frühen Morgen in ihre Häuser zurück kehren, da dort der Wasserstand die kritische Marke von 7,76 m unterschritten hat.

„Das Hochwasser in Lüchow-Dannenberg hat momentan den Stand des Hochwassers 2011 erreicht,“ heißt es in der Mitteilung weiter.

Im Bereich Gartow liegt der Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Rückbau. Es wird erwartet, dass die Zufahrt zum Dorf Laasche im Laufe des Freitag wieder freigegeben werden kann. In Vietze hilft das THW mit einer starken Havariepumpe, den mit Wasser gefüllten Bereich zwischen Notdeich und Häusern in die Elbe abzupumpen. Leider war es noch nicht möglich, den Ort wieder an die zentrale Abwasserentsorgung anzuschließen. Mit einigen Pumpen wurde am Vormittag zur weiteren Entlastung Wasser aus der Kanalisation abgezogen.

Der Regen im Bereich Dannenberg führte dazu, dass die Arbeiten an den Deichen am Donnerstag Abend vorübergehend eingestellt wurden. Trotz des Regens sind die Deiche stabil, so die Kreisverwaltung. Die Abdeckungsfolie, die in Neu Darchau auf den ersten Notdeich aufgebracht wurde, hat sich demnach bewährt.

Zu Schulschließungen wird in Kürze eine gesonderte Pressemitteilung gesendet.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/wasserstand-wie-2011-deiche-haben-bisher-gehalten-13778

Regen sorgt für Unruhe

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

Der am Abend einsetzende Regen sorgt an den Deichsicherungesstellen für Unruhe. Denn starker Regen könnte den vom tagelangen Wasserdruck durchweichten Deichen nun auch von oben den Rest geben.

Deswegen lässt die Aufmerksamkeit an den kritischen Deichstellen wie Neu Darchau oder dem Penkefitzer/Wussegeler Deich nicht nach. Sandsäcke werden von den Deichkronen an die Deichfüße verlegt, um unnötigen Druck von oben auf die Deiche zu verringern, Deichläufer kontrollieren unablässig die Sicherheit der Deiche.

Denn noch bis mindestens Samstag sind die Wasserstände so hoch, dass sie an vielen Stellen noch eine Gefahr für die binnendeichs gelegenen Siedlungen und Weideflächen darstellen.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/regen-sorgt-fuer-neue-befuerchtungen-33813

Neu Darchauer Notdeich trägt Ölzeug

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Während der seit dem Nachmittag anhaltende Regen den aufgeweichten Deichen entlang der Elbe zusätzlich zu schaffen macht, besteht zumindest dieses Problem in Neu Darchau offenbar nicht. Der dortige Notdeich ist zu großen Teilen mit Plastikplane bedeckt, sodass Nässe von oben ihm nicht viel anhaben kann. Im Ort war es darum den ganzen Donnerstag über vergleichsweise ruhig.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/neu-darchauer-notdeich-traegt-oelzeug-37173

Fontäne in Neu Darchau

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Schaulustige am Ort des Geschehens staunten nicht schlecht: Nach Einsetzen des Regens musste die Feuerwer in Neu Darchau sehr schnell eine große Menge Wasser aus der Kanalisation abpumpen. Um dabei nicht den fragilen Notdeich durch Strömung zusätzlich zu gefährden, ließen die Feuerwehrleute das Wasser in einer hohen Fontäne gen Himmel steigen und in feinem Nebel über der Elbe abregnen. „Wie an der Hamburger Binnenalster oder am Genfer See“, schmunzelte ein Zuschauer. Das Schauspiel dauerte nur wenige Minuten.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/fontaene-in-neu-darchau-52186

Regen belastet weiche Deiche

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Der Kampf gegen die Elbflut im Norden dauert an – auch wenn die Pegelstände langsam sinken. An vielen Orten rinnt Wasser durch die aufgeweichten Deiche. Nun ist auch noch das Wetter schlechter geworden. Zwar hat der Regen keinen Einfluss auf den Pegelstand. Allerdings belastet das Wasser von oben die Deiche zusätzlich.

Besonders Niedersachsen leidet unter einem Regengebiet, dass zwischen dem Wendland und Hamburg unterwegs ist. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könne es örtlich zwischen 10 und 20 Liter pro Quadratmeter regnen. „An den Deichen wird der Regen die Lage sicherlich nicht erleichtern“, sagte Achim Stolz vom Niedersächsischen Landesverband für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Auch in Mecklenburg-Vorpommern bereitet den Einsatzkräften eine Verschlechterung des Wetters Sorge. Hier sind viele Deiche bereits völlig durchweicht. An etlichen Stellen sickert das Wasser durch. Die Deichwachen sind angewiesen worden, noch aufmerksamer zu sein.

Sinkende Pegelstände in Dömitz

In vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern sinkt das Wasser langsam, aber sicher: Die Pegelstände unterschritten am Donnerstag in Dömitz erstmals die Sieben-Meter-Marke. Das Wasser ging im Durchschnitt einen Zentimeter pro Stunde zurück. Am späten Nachmittag wurde ein Pegelstand von 6,85 Meter gemeldet. Im weiter flussabwärts gelegenen Boizenburg betrug er 7,13 Meter. Zu Wochenbeginn waren Höchststände von 7,21 Metern in Dömitz und 7,32 Metern in Boizenburg gemessen worden. Ausgelegt sind die Deiche für 6,80 Meter. Normalerweise ist die Elbe in beiden Städten um die zwei Meter tief.

Hoffnung in Hitzacker

Ein Wechselbad der Gefühle machen zurzeit wohl die Bewohner der Altstadtinsel in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) durch. Zunächst hieß es, sie könnten voraussichtlich am Sonnabend in ihre Häuser zurückkehren, dann war von Freitagmorgen die Rede, später wieder von Sonnabend. Am Donnerstagabend wollte ein Sprecher des Katastrophenstabs gar keine Prognose abgeben. Über ein Ende der Evakuierung werde entschieden, sobald der Wasserstand unter 7,76 Metern liegt. Wann dies sein werde, sei in Anbetracht der ständig variierenden Vorhersagen über die Pegelstände ungewiss, sagte er NDR.de.

Das Hochwasser bringt auch Gefahren durch Keime mit sich: Der Landkreis Lüneburg warnt nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen vor Viren im Hochwasser, die aus überfluteten Klärgruben ins Wasser gespült worden sind. Es bestehe die Gefahr, sich mit Hepatitis A anzustecken.

Optimistischer Krisenstab in Lauenburg

Im schleswig-holsteinischen Lauenburg scheint sich die Lage langsam zu entspannen. Auch hier geht der Pegelstand der Elbe allmählich zurück. Die Einsatzkräfte zeigen sich optmistisch. „Der Deich am Gewerbegebiet östlich der Altstadt hält. Er wird zweimal täglich mit Wärmebildkameras überwacht und es gibt keine Anzeichen für Schwachstellen“, sagte der Krisenstabssprecher Karsten Steffen. Erste Vorbereitungen würden getroffen, damit die Bewohner der Altstadt möglichst schnell wieder in ihre Häuser könnten.

Hamburger Hafenverwaltung befürchtet Giftfracht

Die Deiche in Hamburg sind nach Einschätzung der Umweltbehörde vollkommen ausreichend. Zwar sickerte am Mittwoch am Altengammer Hauptdeich das Wasser an mehreren Stellen durch. Dies stellt aber offenbar kein größeres Problem dar. Der Zentrale Katastrophenschutzdienst dichtete die Lecks mit insgesamt 40 Paletten Sandsäcken ab. Zur Kontrolle patrouillieren die Deichwarte in der Hansestadt alle zwei Stunden. Wie NDR 90,3 berichtet, befürchtet Hamburgs Hafenbehörde HPA jedoch eine Giftfracht durch die Elbeflut. Mitgeschwemmte Industrie-Abfälle und ausgelaufenes Heizöl könnten den Hafenschlick belasten.

Acht Milliarden Euro Hilfe

In Berlin einigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Chefs der 16 Bundesländer auf einen Fonds zur Bewältigung der Flutschäden in Deutschland. Dieser soll bis zu acht Milliarden Euro umfassen. Die genaue Höhe sei noch offen, weil das Ausmaß der Schäden noch nicht klar sei, sagte Merkel.

Derweil besuchte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Hochwassergebiete an der Elbe in Niedersachsen. Er bedankte sich auf einem Feld bei Penkefitz im Kreis Lüchow-Dannenberg bei den Soldaten für ihren Einsatz. Es sei der größte Flut- und Katastropheneinsatz, den die Bundeswehr je hatte.

http://www.ndr.de

 

 

Wie die Kreisverwaltung nach der abendlichen Lagebesprechung des Katastrophenstabes mitteilt, fließt seit dem frühen Donnerstagmorgen (13.06.2013) die Havel in die Elbe ab. Das Absinken der Wasserstände wird sich damit in den nächsten Stunden und Tagen zwar fortsetzen, aber deutlich verlangsamen. Ernst-August Schulz von der Kreisverwaltung ermahnte die Mitglieder des Katastrophenschutzstabs darum am Abend, „die Aufmerksamkeit weiterhin hoch zu halten“.   Die Lage in an der Hochwasserschutzwand in Hitzacker ist nach Aussagen der Leitstelle weiterhin unproblematisch. Noch am heutigen Abend werden allerdings zwei Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) an der Hochwasserschutzwand Farbtests durchführen. Hierbei geht es schlicht darum, Durchströmungen in der Wand sichtbar zu machen, wie ein Sprecher des NLWKN informierte.   Die Aufhebung der Evakuierung der Stadtinsel Hitzacker ist laut der Hochwasserschutzzonenverordnung der Samtgemeinde Elbtalaue erst ab einem Unterschreiten des Pegelstands von 7,76 m am Pegel Hitzacker möglich. Voraussichtlich wird dies erst am Samstagabend der Fall sein. Näheres hierzu gibt es in Kürze unter www.elbtalaue.de/hw2013.

Das Abwasser-Pumpwerk in Vietze wird am Freitag seinen Dienst wieder aufnehmen. Ab Freitag Vormittag (die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben) können die Vietzer Toiletten, Dusch- und Waschbecken wieder wie gewohnt benutzen. Nach und nach werden nun zudem die vom Stromnetz genommen Haushalte wieder mit Strom versorgt.

In vielen Bereichen der Lüchow-Dannenberger Deichstrecken hat mittlerweile das Abkaden begonnen, d. h. die Sandsäcke werden von den Deichkronen genommen, um diese zu entlasten. Wo erforderlich, werden die Sandsäcke zur Stabilisierung an die Deichfüße verlegt. Wo die Deichfüße trocken sind, werden die Säcke gleich auf Paletten gelegt und abtransportiert.   

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/abfluss-der-havel-in-die-elbe-pegel-sinken-langsamer-41742

Soforthilfe für Hochwassergeschädigt

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Das Land Niedersachsen stellte 40 Millionen Euro als Soforthilfe für Hochwassergeschädigte zur Verfügung. Am Donnerstag veröffentlichte die Kreisverwaltung die Spielregeln.

Soforthilfe-Gelder gibt es sowohl für Privatpersonen, für Landwirte als auch für Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.

In einem ersten Schritt hat der Landkreis Lüchow-Dannenberg eine einheitliche Erreichbarkeit eingerichtet. Durch das Hochwasser geschädigte Personen im Landkreis Lüchow-Dannenberg können sich an die Kreisverwaltung wenden. Hier werden zunächst die Daten der Betroffenen aufgenommen. Die Kontaktdaten lauten wie folgt: eMail finanzen@luechow-dannenberg.de oder telefonisch unter 05841 120-241.

Die geplanten Soforthilfe-Gelder für die verschiedenen Gruppen findet sich hier!

 

Es war die bislang härteste Prüfung für die 96 Hochwasser-Helfer der Dortmunder Feuerwehr in Niedersachsen: Als der Pegel der Elbe am Mittwoch seinen Höhepunkt erreichte, drohte der Deich im Einsatzbereich der Dortmunder zu brechen. Die Feuerwehrmänner mussten eine zweite Deichlinie aufbauen. Der Elbdeich in Neu Darchau im Einsatzgebiet der Dortmunder Feuerwehr – hier ein Bild von Dienstag – muss einem enormen Wasserdruck standhalten.

Im Einsatzbereich der Abteilung Arnsberg, die über 250 Einsatzkräfte umfasst und unter Dortmunder Führung steht, erreichte die Elbe am Mittwoch gegen 14 Uhr ihren Höchststand. Im Bereich Damnatz stand das Wasser knapp über 8 Meter (Normal: 2 – 2,5 Meter) und in Neu Darchau knapp unter 8 Meter.

Da der enorme Wasserdruck dazu führte, dass das Deichhinterland aufweicht, wurde am Mittwochvormittag die Bereitschaft 5 mit Einsatzkräften aus Hamm, Soest und Unna eingesetzt, um eine zweite Deichlinie mit Sandsäcken weiter auszubauen.

Gegen Mittag wurden auch die Kräfte der Bereitschaft 3 aus Dortmund und dem Ennepe-Ruhr-Kreis wieder nach Neu Darchau entsandt und zur Deichsicherung eingesetzt.

Bundeswehr hilft mit

Da das Deichhinterland mittlerweile nicht mehr befahrbar ist, werden die Strecken, über die die Sandsäcke an den Deich zu bringen sind, immer länger. Um diese längeren Wege zu überbrücken, wurden seit dem Mittwochnachmittag Soldaten der Bundeswehr der Abteilung unterstellt. Am Abend arbeiteten so mehr als 600 Einsatzkräfte auf Hochtouren daran, die Deichanlage zu sichern. Gegen 1.20 Uhr wurden die Einheiten ausgelöst und die Einsatzstelle an Feuerwehreinheiten aus Niedersachsen übergeben, die bis in die Morgenstunden den Damm sicherten.

100.000 Sandsäcke in 48 Stunden

In den letzten beiden Tagen wurden von der 3. und 5. Bereitschaft aus dem Regierungsbezirk Arnbsberg mit Unterstützung der Bundeswehr über 100.000 Sandsäcke verbaut. „Die Einheiten sind dementsprechend erschöpft aber immer noch hoch motiviert um zu helfen“, heißt es in einer

Pressemeldung der Feuerwehr.

Am Donnerstagmittag befanden sich die Einheiten aus Hamm, Soest, Unna, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Dortmund in Dannenberg in Alarmbereitschaft. Weitere Einheiten aus Nordrhein-Westfalen sind seit Donnerstagmorgen unterwegs, um vor Ort Personal abzulösen. Die Dortmunder Feuerwehrmänner im Hochwasser leisten großartige Arbeit

http://www.derwesten.de

 

Ein neuer Sandwall bildet nun dauerhaft eine „Verteidigungslinie“ in Gartows Westen   

Deich ist vielleicht zu viel gesagt, würde sich der ein oder andere gestandene Deichbauer mokieren – den Gartower ist es egal, wie man das Gebilde im Westen ihrer Stadt nun nennt. „Sandwall“ wurde der neue Damm ebenso schon genannt, ebenso „Verteidigungslinie“.

Was dort in Rekordzeit entstanden ist, ist eine gelungene Verbindung verschiedener natürlicher Erhöhungen miteinander, um „so eine Art Deich entstehen zu lassen, die den Westen Gartows schützt“, wie ein Verwaltungsangestellter der Samtgemeinde bewusst vage formulierte.

Dass dabei – trotz des Zeitdruckes – auf Belange des Naturschutzes Rücksicht genommen werden konnte – verdankt das Projekt der vielfachen Verzahnung verschiedener Akteure ineinander. Ein Beispiel: Der Gartower Ulrich von Mirbach fungierte u.a. als Förster, „Naturschutz-Berater“, Bürgermeister Gartows und Ansprechpartner bezüglich zahlreicher besorgter Bürger.

Mithin entstand in Rekordzeit in den letzten zwei Tagen ein „Deich“, der bei Bewohnern Gartows, (Ferien-)Hausbesitzern und zahlreichen Campern des nahe gelegenen Campingplatzes für wohltuende Beruhigung sorgt. Eine Fotostory dazu finden Interessierte unter den nachstehenden Link:

Wie man „mal eben“ einen Deich baut …

http://gartow.wendland-net.de/post/wir-bauen-fuer-euch-mal-eben-nen-neuen-deich-58255

»Angespannte Beobachtungsphase»

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

gel Lüchow. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat die Flutwelle der Elbe bisher ohne größere Beulen überstanden. Von Entspannung, sagt Landrat Jürgen Schulz (parteilos), könne aber noch keine Rede sein.

Er nennt die Tage bis zum Wochenende eine »angespannte Beobachtungsphase». Denn die Experten gehen davon aus, dass noch so lange eine brisante Hochwasserlage herrscht. Neuralgische Punkte sind die Landesstraße 256 in Gartow, Tiesmesland, Vietze und Neu Darchau. Inzwischen darf auch schon ein unangenehmer Blick nach vorn geworfen werden: auf die Finanzen. Denn die Kosten für den tagelangen Katastrophen-schutz-Einsatz trägt zunächst einmal der Landkreis allein. Landrat Schulz rechnet mit mindestens zwei, drei Millionen Euro. Es dürften jedoch locker über vier Millionen Euro werden. Denn die Hochwasser 2002 und 2006 waren bereits 3,9 Millionen beziehungsweise 3,4 Millionen Euro schwer. Der Landkreis selbst blieb schließlich auf 638000 und 513000 Euro sitzen. Doch weil der aktuelle Einsatz deutlich länger dauert, dürften auch die Kosten deutlich höher liegen. Die genaue Summe stehe wegen verzögerter Abrechnungen erst in zwei, drei Jahren fest, weiß Schulz. Der Landkreis muss beispielsweise aufkommen für Verdienstausfall und Auslagenersatz bei Feuerwehrleuten, für Säcke, für Sand, für Verpflegung, für Sprit oder Speditionsleistungen. Im Einsatz sind dieser Tage nach Angaben des Katastrophenschutzstabs rund 3500 offizielle Hilfskräfte vorwiegend von Feuerwehren, Bundeswehr, THW und DRK. Sandsäcke müssen nicht mehr gefüllt werden. Es liegen derzeit 330000 Säcke für Notfälle bereit. Die Herausforderung, sagt Landrat Schulz, sei diesmal »extrem» gewesen. Man sei gut vorbereitet in die heiße Phase des Hochwassers gegangen. Der Landrat lobt die Einsatzkräfte: »hochmotiviert, top besetzt, absolut professionelle Auftritte». Die Kreisverwaltung selbst hat 30 Leute im Katastrophenschutzstab zusammengezogen. Ebenfalls einen Blick voraus wagt der Landrat darauf, wie es mit dem Hochwasserschutz in Lüchow-Dannenberg zukünftig weitergeht. Bei den Höchstständen einen halben Meter über den bisherigen Rekorden seien nun auch neue Risikobereiche entstanden -beispielsweise Gartow oder Tiesmesland. Dort seien vier Gebäude mit zehn Bewohnern akut gefährdet. »Die fühlen sich allein gelassen», sagt Schulz -merkt aber gleichzeitig an, dass der Hochwasserschutz nicht nur eine staatliche Aufgabe sei, sondern auch private Verantwortung erfordere. Womöglich müsse man sich demnächst in solchen Bereichen über Sicherungsmaßnahmen Gedanken machen, die auch hohe Kosten für die betroffenen Grundstücke bedeuten könnten. Inzwischen stehen auch die neuen Rekordmarken fest, die diese Elbeflut in Lüchow-Dannenberg gesetzt hat: 7,79 Meter in Schnackenburg (bisher 7,51), 8,20 Meter in Damnatz (7,70), 8,18 Meter in Hitzacker (7,70), 7,92 Meter in Neu Darchau (7,49).

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