Archiv für die Kategorie ‘Zentrale der Deutschen Fluthilfe’

Den grenzüberschreitenden Hochwasser- und Katastrophenschutz wollen die Woiwodschaft Lebuser Land (Lubuskie) und Brandenburg enger verzahnen.

Das sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch nach seiner eintägigen Visite im Nachbarland. Als Themen nannte er Deichbau, Datenaustausch und Vorwarnzeiten. Beim Katastrophenschutz sei unter anderem vereinbart worden, den beteiligten Rettern Sprachhilfen an die Hand zu geben. „Es geht auch darum, Szenarien durchzuspielen und zu sehen, wie reagieren wir gemeinsam“, sagte Woidke nach einem Gespräch mit dem Woiwoden Jerzy Ostrouch. „Wir sind auf gutem Weg, müssen aber gut vorbereitet sein.“ Grenzschutz und Polizei hätten ihm versichert, dass sie den Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität deutlich verstärkt hätten, sagte Woidke, der auch Polen-Beauftragter der Bundesregierung ist. Er bat das Nachbarland, das deutsch-polnische Polizeiabkommen rasch zu ratifizieren. „Die Zusammenarbeit wird dadurch deutlich unkomplizierter und effektiver werden“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Davon bin ich fest überzeugt. Die polnische Seite sieht dies auch so.“

Die Universität Grünberg (Zielona Gora) will nach Worten von Woidke 2015/16 die Ausbildung von Medizinern aufnehmen. „Sie wollen dringend mit Brandenburg kooperieren“, sagte Woidke. Geplant ist, dass Studenten Praktika und klinische Ausbildung in märkischen Krankenhäusern absolvieren. „Das ist eine Sache, die uns sehr entgegenkommt“, betonte er. Auch bei der Bekämpfung von Krebserkrankungen solle enger kooperiert werden.

Beide Seite kritisierten, dass die polnische Staatsbahn den Zug zwischen Breslau (Wroclaw) und Berlin einstellen will. „Das ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Wir hoffen, dass wir das noch korrigieren können“, sagte Woidke und kündigte den Ausbau der Strecke Berlin-Landsberg (Gorzow) an.

Quelle: Focus

Erfurt (dpa) – Thüringens Justizminister Poppenhäger (SPD) sieht gute Chancen für eine Pflichtversicherung gegen Naturgefahren wie Hochwasser. Man wolle zur Justizministerkonferenz im Herbst ein Modell dafür präsentieren, sagte Poppenhäger der Nachrichtenagentur dpa. Mit der deutschen Versicherungswirtschaft würden derzeit verschiedene Varianten diskutiert. Eine Überlegung dabei sei, durch einen staatlichen Zuschuss den in der Regel hohen finanziellen Eigenanteil der Versicherten zu verringern. Thüringen ist bei diesem Thema eines der federführenden Länder in der Justizministerkonferenz.

Quelle: T-online

vergangenen Dienstag trafen sich in Bleckede Vertreter aus betroffenen Gemeinden, Hochwasser-Fachleute von verschiedenen Institutionen sowie Vertreter des Umweltministeriums, um sich über den aktuellen Stand von Hochwasserschutzplanungen und -finanzierung auszutauschen.

Neben der Vorstellung eines komplexen Maßnahmenprogramms zum Hochwasserschutz ging es in Bleckede auch um die Finanzierung. Eine Förderrichtlinie zur Aufbauhilfe wurde inzwischen von der Landesregierung freigegeben und soll nun schnellstmöglich umgesetzt werden. Für Maßnahmen des Hochwasserschutzes stehen demnach jährlich insgesamt rund 14 Mio. Euro zur Verfügung (freiwillige Landesmittel + EU-Mittel).

Gefördert werden damit u.a. der Bau von Deichen einschließlich Deichverteidigungswegen, Schöpfwerken, Sielen, Wehre und Wasserläufe. Neu hinzugekommen sind die Instandsetzung von
Schöpfwerken einschließlich der dazugehörigen technischen Anlagen, der Rückbau von Deichen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes, insbesondere zur Wiedergewinnung von Überschwemmungsgebieten sowie die Beratung und Förderung von örtlichen Akteuren, wie es möglich wird, das gesamte Flusseinzugsgebiet bei der Entwicklung eines effektiven Hochwasserschutzes zu berücksichtigen.

Im Rahmen der ersten Tranche (50%) sollen zunächst die dringlichsten Schäden gefördert werden wie z.B. die Sandsackentsorgung, die Beseitigung und Entsorgung der Notdeiche sowie die Wiederherstellung der Deichaußenbermen sowie ähnliche dringliche Deichbaumaßnahmen

Einen ersten Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt es hier!

Ausführliche Analyse steht vor der Planung

Das Bemessungshochwasser (BHW) wurde nach Erkenntnissen der Gewässerkundler an allen niedersächsischen Elbepegeln mit Werten zwischen 10 – 50 cm überschritten . Jedoch gibt es immer noch keine klaren Signale aus dem Ministerium, dass das Bemessungshochwasser heraufgesetzt wird. (Das würde für einige Deiche bedeuten, dass sie erhöht werden müssten).

Besprochen wurde außerdem der Fortgang der Planungen für verbesserten Hochwasserschutz in Orten an der Elbe, wie zum Beispiel in Vietze, Wussegel und Neu Darchau. So ergaben Grundbautechnische Untersuchungen und Standsicherheitsüberprüfungen, dass im Dannenberger Bereich auf ca. 11 km Deichlänge (zwischen Damnatz und Wussegel) Deiche erhöht, überprüft und saniert werden müssen. Des weiteren sind im Landkreis mehrere Siele und Schöpfwerke nicht für die Wasserstände des Hochwassers 2013 geeignet. In einigen Bereichen wird auch eine Anhebung der Deichverteidigungswege notwendig sein.

Einig sind sich sowohl Ministerium als auch die Hochwasser-Fachleute, dass mindestens Vietze und Katemin/Neu Darchau „echte“ Deiche benötigen, um zukünftig Schäden in ihren Orten zu vermeiden. Zusagen für die Übernahme der Planungskosten durch das Land gibt es bereits – über die Finanzierung der Deichbauten wird derzeit noch verhandelt. Insgesamt ist bei der Umsetzung wohl mit einem Zeitraum von mehreren Jahren zu rechnen.

Ganzheitliches Konzept in Arbeit

Ein umfangreicher Katalog von Maßnahmen soll in Zukunft im Mittel- und Unterlauf der Elbe für Entspannung sorgen. Abgrabungen, Deichrückverlegungen und Gehölzschnitt sind dabei nur einige der geplanten Maßnahmen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Elb-Anrainer-Ländern, national wie internationa (Tschechien) spielt dabei eine ebenso wichtige Rolle wie die ganzheitliche Betrachtung des gesamten Flussraumes.

Vor der Planung steht eine ausführliche Analyse. Das Bundesamt für Gewässerkunde stellte in Bleckede Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu Auswirkungen verschiedener Einflusse auf die Entwicklung des Hochwassers 2013 vor. Demnach flossen alleine 207 Mio. Kubikmeter Wasser durch den Deichbruch bei Fischbek ab. Weitere Deichbrüche, die Polderflutung in der Havelniederung sowie die Regelung der Talsperren in Tschechien führten nach Ansicht der Fachleute dazu, dass die Scheitelhöhen der Flutwelle um 20 – 75 cm niedriger als ursprünglich prognostiziert ausfielen. Die Deichbrüche allein trugen allerdings nur unwesentlich zur Pegelsenkung bei, so die Fachleute.

Zusätzliche Pegelsenkungen in Höhe von etwa 20 – 40 cm wären eingetreten, wenn die zum Teil bereits 2006 vereinbarten Maßnahmen aus dem Aktionsplan Hochwasser sowie aus den Vereinbarungen der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe geplanten Rückhalteräume vollständig einsatzbereit gewesen wären. (Anmerkung: Staatssekretärin Almut Kottwitz hatte bereits kurz nach dem Hochwasser 2013 darauf hingewiesen, dass von diesen vereinbarten Maßnahmen lediglich knapp die Hälfte umgesetzt sind).

Ebenfalls auf der Tagesordnung stand das gemeinsam vom Umweltministerium und von der Biosphärenreservatsverwaltung vorgestellte Konzept für ein integriertes Auenmanagement, das unter anderem ein Beweidungskonzept enthält.

Die Themen der Informationsveranstaltung und die in Bleckede gehaltenen Vorträge können im Detail hier! auf den Internetseiten des Niedersächsischen Umweltministeriums nachgelesen werden.

 

Quelle: wendland.net

Weil die Schäferin Barbara Guckes eine Hochwasser-Entschädigung erhalten hat, werden ihr vertraglich erbrachte Leistungen im Naturschutz nicht vergütet. Wer sich auf natürliche Landschaftspflege einlässt, bekommt Fördermittel, sonst könnten solche Schafbetriebe wie der von Barbara Guckes nicht überleben.

Die Schafe grasen friedlich auf den Elbwiesen zwischen Gorsdorf und Schützberg. Nur wenn „Kobold“, einer der beiden Altdeutschen Hütehunde, mal meint, seine Anwesenheit etwas deutlicher kundtun zu müssen, lassen sie sich aus der Ruhe bringen und flitzen Schafbock „Hans“ nach, immer im Kreis herum.

Job in Konstanz aufgegeben

„Verflixter Kerl, was soll das“, mahnt Schäferin Barbara Guckes – pfeift „Kobold“ zurück und zürnt: „Hast wohl wieder zu viel Energie?“ Wirklich böse klingt das jedoch nicht. Einmal zur Ordnung gerufen, folgt der Vierbeiner wieder aufs Wort. Mit Tieren ist es halt einfacher als mit Menschen. Auch deshalb hat Philosophie-Dozentin Barbara Guckes vor einigen Jahren ihren gut bezahlten Job an der Universität Konstanz aufgegeben. Dort hat sie ihre Studenten mit den Lehren von Aristoteles bis Kant vertraut gemacht. Jetzt „studiert“ sie die Philosophie der blökenden Rasenmäher, die weitaus genügsamer sind und die Welt in Ordnung finden, wenn sie ein Fleckchen Wiese unter sich und andere Schafe neben sich haben.

Dass die 49-Jährige ihre Universitäts-Karriere abgebrochen hat, bereut sie auch jetzt nicht, obwohl sie gegenwärtig gewissermaßen ein Lehrstück erlebt, das deutlich zeigt, welche Unsicherheiten ihr Traumberuf mit sich bringt.

Es geht um Geld, genaugenommen um etwa 5 000 Euro, deren Zahlung ihr das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Sachsen-Anhalt verweigert, wie sie sagt. Für die Schäferin bedeutet das eine äußerst schmerzhafte Nachwirkung des jüngsten Hochwassers. „Die Regierung rühmt sich dafür, dass alle betroffenen Land- und Tierwirte – auch Schäfer, eine Entschädigung erhalten haben. Auch ich bekam etwa 5 000 Euro dafür, dass ich im Juni auf der überfluteten Fläche kein Heu machen konnte und somit der erste Schnitt ausgefallen ist. Das war okay.“

Alles hätte nach ihren Worten gut weitergehen können. Sie erläutert: „Als kleiner Schäfereibetrieb erbringe ich mit meinen 540 Schafen so genannte Freiwillige Naturschutzleistungen (FNL) im Rahmen der Argrarumweltverordnung. Dafür muss ich vorgegebene Weidezeiten einhalten und darf die Flächen nicht so intensiv beweiden, wie es sonst üblich wäre. Zum Beispiel darf ich vor Mitte Juni kein Heu machen. Außerdem sind Pausen in der Beweidung einzuhalten, damit sich die Fläche wieder erholen kann. Deshalb stehen nur wenige Schafe auf der Weide, die anderen auf Deichabschnitten.“ Dort „arbeiten“ sie im Auftrag des Landesamtes für Hochwasserschutz und sind als Deichpfleger gern gesehen, weil sie mit ihrem Tritt die Erde verdichten, „eine landwirtschaftliche Dienstleistung, die bezahlt wird. Das klappt auch prima“, lobt die Schäferin.

Wer sich auf diese natürliche Landschaftspflege einlässt und damit quasi die Beweidung der Wiesenflächen erheblich einschränkt, bekommt Fördermittel, sonst könnten solche Schafbetriebe nicht überleben. „Alle Auflagen diesbezüglich habe ich trotz des Hochwassers erfüllt“, gibt Barbara Guckes an. Aber die Reaktion des ALFF nach der gezahlten Hochwasserentschädigung kann sie nicht nachvollziehen: Normalerweise wäre im November die Zahlung der jährlichen Fördermittel für natürliche Landschaftspflege fällig gewesen. Doch die Schäferin wundert sich, dass dieses Geld aus- und ihr Konto leer bleibt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Zunächst an Versehen geglaubt

„Da kein Schreiben von der Behörde kam, habe ich zunächst an ein Versehen geglaubt, etwas abgewartet und nach Wochen beim ALFF nachgefragt.“ Was sie dort zu hören bekam, konnte sie nur kopfschüttelnd vernehmen: „Man sagte mir, ich hätte bereits Fördermittel als Hochwasser-Entschädigung bekommen. Eine weitere Förderung für ein und dieselbe Fläche dürfe nicht gezahlt werden.“

Mit der sprichwörtlichen Schafsgeduld hat Barbara Guckes seitdem nichts mehr am Hut. „Das ist unglaublich. Somit ist die Hochwasserentschädigung faktisch zurückgenommen worden, indem erbrachte Leistungen nicht vergütet werden. Wenn das wirklich verrechnet wird, bleibe ich auf dem Schaden sitzen, als Dankeschön dafür, dass ich mich brav an die Auflagen gehalten habe. Wenn das so ist, wird Naturschutz zu Lasten derjenigen realisiert, die ohnehin schon ein Risiko auf sich nehmen. Zusätzlich muss ich nun damit rechnen, dass mir bei jedem Hochwasser der Ruin droht.“

Der Unteren Naturschutzbehörde scheint die Reaktion des ALFF ebenso unverständlich: „Sie hat mir geraten, dagegen Widerspruch einzulegen“, so Guckes. „Dazu brauche ich jedoch erst einmal einen schriftlichen Bescheid vom ALFF, dass ich die Gelder nicht bekomme. Aber der liegt mir immer noch nicht vor.“ Mittlerweile, so erfuhr sie, sei ihr Fall ans zuständige Ministerium in Magdeburg weitergeleitet worden.

Quelle: mz-web.de

Nadine Wehlte, Sozialarbeiterin bei der Caritas, betreut und berät 90 Familien in Gera, Caaschwitz und Gößnitz bei der Überwindung der Hochwasserschäden vom Juni 2013. Sie sagt: „Hilfe ist weiter nötig“

Gera/Caaschwitz/Gößnitz. Nadine Wehlte hatte im Sommer 2013 gerade ihr Sozialarbeiterstudium an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur absolviert, da wurde sie beruflich gleich ins sprichwörtliche Wasser geworfen, ins Hochwasser von Elster und Pleiße. „Seit dem 5. August 2013 bin ich in Gera, Caaschwitz und Gößnitz im Altenburger Land unterwegs, um Familien zu helfen, die Opfer des verheerenden Juni-Hochwassers geworden sind . 90 Familien betreue ich.“ Warum acht Monate nach der Flut immer noch Hilfe nötig ist, erklärt die 34-jährige praktische junge Frau: „Bis heute laufen in vielen überschwemmten Häusern die Trockner. Viele Familien sind zusammengerückt. Sie wohnen in der Enge übermöblierter Obergeschosse ihrer Häuser. Nicht sofort konnten die mit Reparaturaufträgen überhäuften Handwerker in allen Häusern arbeiten.“ Sehr dankbar sei deshalb die Beratung des Bauexperten des Bistums, Jürgen Tiefholz, angenommen worden. Er habe Ratschläge gegeben, wie die Bausubstanz zu erhalten ist, in welcher Reihenfolge Handwerksarbeiten laufen sollten. „Her Tiefholz hat mir bei mindestens 20 Familien einen guten Einstieg verschafft“, schätzt Nadine Wehlte die Arbeit ihres Fluthelferkollegen.

Doch nicht nur Hilfe bei der Antragsausfüllung oder Rat in finanzieller-materieller Hinsicht war gefragt. „Die meisten wollten einfach nur darüber reden, wie sie das Hochwasser erlebt hatten, als die Gefahr immer näher rückte.“ Sie hörte Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, Familien mit Kindern, ältere Leute an. „Ganz unterschiedlich geht jeder mit dem Erlebten um, fertig ist man damit noch lange nicht.“ Die Spendenfeste der Caritas Ostthüringen halfen, wieder Zuversicht zu gewinnen, zur Normalität zurückzukehren. So wurden im Spätherbst in Gera- Heinrichsgrün, Caaschwitz und Göschwitz kleinere Sachspenden vor Ort angeboten. Nebenbei konnte man Kaffee trinken, Roster essen, basteln, spielen – die Notgemeinschaft fand sich zusammen. “ Aus ganz Ostthüringen sind 80 Anträge für Großspenden wie Möbel, Teppiche, Kühlschränke eingegangen“, berichtet Caritas-Geschäftsführer Andreas Zube. „Nach dem Bedürftigkeitsprinzip wurden 25 positiv beschieden. Nun sind die Spendensammellager leer und geschlossen.“ Rund 35 Fluthelfer aus den Jobcentern Gera und Altenburg standen der Caritas in den Spendensammellagern, beim Transport und der Verteilung hilfreich zur Seite.

Mit dem Katalog in nasse Wohnungen

Nadine Wehlte reiste wie eine Vertreterin mit einem Katalog in die Hochwasserwohnungen. Dort konnten die Familien anhand der Fotos und Maße von Couchgarnituren, Teppichen Auslegware, Schrankwänden entscheiden, was in ihre Wohnung passt. Die Sozialarbeiterin ist im ersten Beruf Kauffrau für Groß- und Einzelhandel für Sanitär und Heizung, Sie bringt also durch aus Beratererfahrung und Fachkenntnisse mit. Warum hat sich die Mutter von zwei Kindern, der zehnjährigen Sophie und des fünfjährigen Tim, für ein Sozial-Studium entschieden? „Ich wollte unbedingt noch eine neue Herausforderung im Leben und ich arbeite gerne mit Menschen.“ So bewerkstelligte sie es, dass ein schwerbehinderter alter Mann, der wegen der gefluteteten Parterreräume im Rollstuhl im Obergeschoss zwei Monate fest saß, endlich wieder nach draußen kam. „Zwei Männer trugen ihn die Treppen hinunter und nach seinem Ausflug wieder hinauf. Er war dankbar.“ Eine Frau, der ein Ofen gespendet wurde, bedankte sich mit Kuchen und Spritzringen als erstem Backresultat aus dem neuen Ofen. „Der Dank war rührend, so wie von den Gößnitzer Kindergartenkindern vom „Knirp­senland“ mit ihrem Programm. Die Phase des Neuaufbruchs komme für viele Menschen erst jetzt im Frühjahr, wenn gebaut und geputzt, notfalls auch umgezogen wird. „Bei manchen liegen die Nerven immer noch blank, gibt es Partnerschaftsprobleme, Mehrbelastung durch die Handwerker im Haus. Ältere Leute sind von dieser Umbruchsituation in ihrem Leben, auf die sie nicht vorbereitet waren, überfordert.“ Ihre Betreuungstätigkeit möchte die Sozialarbeiterin gerne auf die Hochwassergebiete in Berga und Wünschendorf ausweiten. „Bedarf besteht“, weiß sie. Nadine Wehlte hat feste Sprechzeiten: In Caaschwitz Mittwoch, 14 bis 16 Uhr, im Gemeindehaus, in Gößnitz Dienstag, 9 bis 12 Uhr, in der Waldenburger Straße 4 und in Gera Donnerstag, 15 bis 18 Uhr, in der Geschäftsstelle der Caritas in der Kleiststraße 7. Erreichbar ist sie unter ihrer Handynummer 0174 173 2693.

Quelle: otz.de

Mehr als ein halbes Jahr nach der Flut hat die Sanierung der Clodramühle immer noch nicht begonnen. Wirt Silvio Müller zieht angesichts der ungewissen Zukunft die Konsequenz und steigt aus

Clodra. Silvio Müller gibt auf. Der Pächter der Gaststätte Clodramühle kann nicht mehr, teilte er der OTZ mit. Ob es eine Zukunft für das gerade bei Wan­derern beliebte Lokal gibt, ist offen. Müller zieht, wie er sagte, die Konsequenz aus einem halben Jahr, in dem vor Ort kaum etwas passierte.

Der Zustand der Clodra­mühlen-Gaststätte ist nach dem verheerenden Junihochwasser nahezu unverändert. Zwar sind einige Schäden, etwa Löcher in der Straße, inzwischen be­hoben. Und auch im Haus wurde mit Arbeiten begonnen. Aber nicht fortgeführt. Zudem steckt noch immer Nässe in den Wänden. Aufgestellte Heizer helfen nur notdürftig. Was hinter dem Putz oder im Boden noch steckt, ist kaum zu sagen.

Weil es keinen Lichtblick gebe, es nicht gelungen sei, etwas auf die Beine zu stellen, habe er beschlossen, aus dem Pacht­vertrag auszusteigen, sagte Müller. Zumal auch die finanziellen Zwänge immer stärker geworden seien. Eine komplette Saison sei ihm verloren gegangen, so Müller, der die Gasstätte seit 2009 betrieb. Aus den Plänen, schnell zumindest kleine Ver­anstaltungen durch­zuführen, sei wegen der nicht erfolgten Re­novierung nichts geworden. Ausfallversicherung und Kurzarbeitergeld seien von laufenden Kosten aufgefressen worden bzw. inzwischen aus­gelaufen.

Zudem bliebe auch nach einer eventuellen Sanierung die Situation an der Elster vertrackt. Wegen der ebenfalls von der Flut zerstörten Brücke ist die Gasstätte vom Wanderweg am jenseitigen Elsterufer abgeschnitten. „40 bis 50 Prozent der Gäste“ würden auch nach einer Wiedereröffnung fehlen, schätzt Müller. Zudem müsste man fast wieder von vorne beginnen und den Namen der Clodramühle bekannt machen. Am schlimmsten sei aber das Warten darauf, dass etwas passiert.

Seit 20 Jahren ist Müller in der Gastronomie tätig und will es weiterhin bleiben. Er sucht nun nach einem Job in der Branche. Ob Koch, Kellner oder Außendienst sei ihm egal. „Ich würde alles machen“, sagt er, „wenn sich nur jemand findet, der mir helfen möchte.“

Die Inhaberin der Gaststätte, Diana Heyne-Bretschneider, wollte sich zur Entwicklung vor Ort weiterhin nicht gegenüber OTZ äußern. Neuigkeiten erwarte sie im März. Mehr wolle sie im Moment nicht sagen.

Quelle: otz.de

Eine Stadt am Fluss, das ist auch immer mal wieder eine Stadt am oder schlimmstenfalls im Hochwasser. So idyllisch die Lage Dettelbachs am Main auch ist, der Fluss bleibt ein unberechenbarer Geselle. Zwar gibt es technische Hilfen, um im Fall der Fälle die Fluten einigermaßen im Zaum zu halten, doch braucht es dafür einiges an Geld – wobei die Qualität des Hochwasserschutzes natürlich auch den Preis bestimmt.

Welche Möglichkeiten es gibt, Häuser und Bewohner in der Stadt Dettelbach und im auf der anderen Flussseite liegenden Mainsondheim zu schützen, darüber informierte in der jüngsten Stadtratssitzung Markus Schiffler vom Tiefbautechnischen Büro Glückert. Schiffler unterschied zwischen einem Hochwasser-Basisschutz sowie Vorkehrungen gegen fünf-, 20- und 50-jähriges Hochwasser. Überlegungen zu einem Schutz vor 100-jährigem Hochwasser dürften demnach wohl ausscheiden – der Kosten wegen, die eine Studie des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg im vergangenen Jahr auf 7,6 Millionen Euro beziffert hatte.

Die Maßnahmen darunter liegen jedoch offenbar im Bereich des Möglichen. Dabei geht es vor allem um Veränderungen an Kanaldeckeln oder Regenüberläufen sowie um vergleichsweise überschaubare Bauarbeiten beispielsweise im Bereich der Dettel. Den Basisschutz für Dettelbach bezifferte Schiffler mit 99 000 Euro, die Zusatzkosten auf 46 000 Euro (fünfjähriges Hochwasser), 15 000 Euro (20-jähriges) und 54 000 Euro (50-jähriges). Insgesamt würden für die Stadt also 214 000 Euro für den Schutz vor einem 50-jährigen Hochwasser anfallen.

Schwieriger gestaltet sich die Sache in Mainsondheim. „Kostengünstig“ im fünfstelligen Eurobereich sei hier nur eine sogenannte Binnenentwässerung zu haben, bei der es lediglich um die Ableitung von Wasser geht, das sich im geschützten Bereich sammelt. Ein Gebäudeschutz sei wegen der geografischen Lage schwierig – und teuer. Um die flussnahen Gebäude Mainsondheims zu schützen, müsse ein 450 Meter langer mobiler Hochwasserschutz eingerichtet werden, dessen Kosten Schiffler mit 460 000 Euro angab. Allerdings reiche dieser Schutz auch nur für ein 20-jähriges Hochwasser.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Bürgermeisterin Christine Konrad wollte in der Sitzung die Ausführungen Schifflers zunächst nur als Information verstanden wissen.

Quelle: mainpost.de

Horb-Mühringen – Wie soll Mühringen künftig vor Hochwasser geschützt werden? Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten macht erste konkrete Vorschläge. Nun ist das Regierungspräsidium am Zug.

Am 22. September 2013 hatte das Ingenieurbüro Heberle aus Rottenburg die vorläufigen Ergebnisse zur Schadensanalyse und zum Hochwasserschutz in einem Zwischenbericht öffentlich vorgestellt. Bürgermeister Jan Zeitler stellte jetzt die fertige Analyse vor. An diesem Pressegespräch nahmen Bernhard Asprion und Ottmar Meyer vom Fachbereich Technische Betriebe sowie Mühringens Ortsvorsteherin Monika Fuhl teil.

Bürgermeister Zeitler war es wichtig zu betonen, dass die Stadt dieses Gutachten schon im Januar 2013 in Auftrag gegeben hatte, das heißt bereits vor dem großen Hochwasser am 1. Juni. Sein Ziel sei es, möglichst schnell einen verbesserten Hochwasserschutz für Mühringen zu erreichen.

Die Eyach ist im Bereich Mühringen ein Gewässer 1. Ordnung und steht damit in der Ausbau- und Unterhaltspflicht des Landes. Zuständig für den Abschnitt Mühringen ist das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Stadt Horb ist hier, obwohl sie nicht zuständig ist, in Vorleistung getreten und hat das Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt. »Wir lassen die Bürger nicht im Stich«, betonte Zeitler. Es sei städtisches Geld eingesetzt worden, um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Gespräche mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu haben. Das RP hat das Gutachten inzwischen bekommen, um es zu prüfen.

Danach sollen Gespräche mit den Regierungspräsidium geführt werden, bei denen auch Ortsvorsteherin Monika Fuhl dabei sein wird. Zeitler sprach die Hoffnung aus, dass man so noch in diesem Jahr einen Schritt weiter kommen könne. Bei der Nutzen-Kosten-Analyse wurden verschieden Varianten untersucht und verglichen. Erkenntnisse aus früheren Hochwassern flossen in die Untersuchung komplett mit ein.

Unter Berücksichtigung des Vergleichs, in dem der volkswirtschaftliche Schaden, der durch das Hochwasser entsteht, den Kosten für einen verbesserten Hochwasserschutz gegenüber gestellt wird, empfiehlt das Ingenieurbüro die Variante 1.1 mit Investitionskosten von 1,42 Millionen Euro, die Linienschutz und örtlichen Hochwasserschutz beinhaltet.

Ein HQ100-Schutz (Schutz gegen hundertjähriges Hochwasser) könne im Ortsbereich erreicht werden durch Verwallung, Ufermauern und mobile Elemente beidseitig der Eyach.

Für die Umsetzung dieser Variante sind bereits sichtbare Schutzstrukturen vorhanden. Es müssten hier die Schutzhöhen ausgeführt werden bzw. noch Fehlstellen geschlossen werden. Ortsvorsteherin Monika Fuhl wies noch einmal darauf hin, dass sich gezeigt habe, dass das Wasser immer schneller kommt und höher steigt.

Zeitler ist es wichtig, dass man schnellstens zu einem Ergebnis für Mühringen kommt und sah es im Moment nicht als vordringlich an, eine Lösung zu suchen, die die ganze Eyach, die von Balingen und Haigerloch kommend aus zahlreichen Nebengewässern gespeist wird, einzubeziehen. Da hier verschiedene Landkreise und Regierungspräsidien beteiligt sind, würde das die Sache verzögern, so der Bürgermeister.

 Quelle: schwarzwaelder-bote.de
Eine Fläche von rund 410 Quadratkilometern gilt in Mecklenburg-Vorpommern als Hochwasserrisikogebiet.

Die Gebiete liegen an der Küste, aber auch an Flüssen im Binnenland wie an der Elbe, wie aus den neuen Hochwassergefahren- und -risikokarten hervorgeht. Agrarminister Till Backhaus (SPD) stellte die Karten am Mittwoch in Schwerin vor und schaltete sie im Internet frei. Jeder Bürger, jedes Unternehmen oder jede Behörde könne sich jetzt ein Bild davon machen, wie sich verschiedene Wasserstände auswirken könnten, sagte er. Die Hochwassergefahrenkarten zeigen für die jeweiligen Gebiete und Orte bis auf die Straßen sowie einzelne Gehöfte und Häuser genau, welche Flächen bei bestimmten Wasserständen überflutet werden und welche Wege dann nicht mehr passierbar sind. Das sei eine Hilfe für Entscheidungen jedes einzelnen Bürgers, aber auch für Behörden, wenn es etwa um die Evakuierung von Orten im Hochwasserfall gehe. Wie Backhaus sagte, hätten die Karten bei der Elbeflut 2013 schon gute Dienste leisten können. So habe es damals Überlegungen gegeben, die von Hochwasser bedrohten Orte entlang der Elbe im Land zu evakuieren. Etwa 14 300 Menschen wären betroffen gewesen.

Für die Hochwasserrisikogebiete sollen bis 2015 Managementpläne erarbeitet werden. Es dürfe dann nicht mehr vorkommen, dass Gemeinden etwa Baugenehmigungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten erteilen.

Außerdem stellt das Land seit Mittwoch auf einem Pegelportal Informationen über die aktuellen Wasserstände an Flüssen bereit. Rund 80 Pegel sind einbezogen. Die Seite ermöglicht außerdem den direkten Zugriff auf Wetterwarnungen und Sturmflutwarnungen. Backhaus räumte ein, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Naturereignissen wie Hochwasser und Sturmfluten gebe. Die Menschen könnten sich aber besser darauf einstellen und Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die EU hat laut Backhaus die Karten und entsprechende Managementpläne gefordert, weil bei den immer häufiger auftretenden Hochwasserereignissen immer höhere Schäden entstanden. Mecklenburg- Vorpommern hat laut Minister seit 1990 rund 96 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Quelle: focus.de

Die Wiederaufbauer

Veröffentlicht: Dezember 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Hochwasser hinterließ in Bayern Schäden von mehr als einer Milliarde Euro. Sie sind noch längst nicht behoben. Aber der Durchhaltewille der Betroffenen ist ungebrochen. Opfer berichten, wie sie die Katastrophe erlebt haben – und wie es ihnen heute geht.

Die Flut brachte Not, Zerstörung und Verzweiflung, sie brachte aber auch eine selten gekannte Solidarität. Weite Teile Bayerns standen im Juni unter Wasser, der Schaden überschritt deutlich die Grenze von einer Milliarde Euro. Opfer berichten, wie sie die Naturkatastrophe erlebt haben – und wie es ihnen heute geht.

Über Weihnachten hatte Josef Alt Besuch von der Familie seiner Schwester, sie musste allerdings im Wohnwagen schlafen. Auch seine Eltern kehrten zurück nach Fischerdorf. Sie waren sechs Monate in einem Pflegeheim untergebracht, wie es mit ihnen weitergeht, ist offen. Sie wissen immer noch nicht, ob ihr Wohnhaus abgerissen werden muss – wie fast 150 andere in dem Deggendorfer Stadtteil. Alts Gärtnerei glich im Juni einer Mondlandschaft, ausgelaufenes Öl hatte die Böden verseucht. Der 46-Jährige brauchte ein paar Tage, bis er wusste, dass er nicht aufgeben würde, obwohl die Versicherung keinen Cent erstattete. Ein Drittel des Schadens – insgesamt mehrere hunderttausend Euro – bekam er bis heute durch staatliche und private Hilfen ersetzt.

Zwei bis drei Sonntage habe es seit dem Hochwasser gegeben, an denen er nicht gearbeitet habe. Fundamente wurden errichtet, Gebäude erneuert, Maschinen repariert, vieles in Eigenleistung. Alt handelt mittlerweile mit regionalen Waren von hoher Qualität, im Februar will er mit der Produktion von eigenem Gemüse beginnen. Das Dorf, glaubt der Gärtner, hat sich verändert. Einige Menschen werden nicht mehr zurückkehren. Wenn er seinen Betrieb im Vergleich zum Juni sehe, komme ihm aber manches vor wie ein kleines Wunder. „Die wahren Helden sind die Helfer“, sagt Alt. Am 4. Januar wird er für sie ein Fest ausrichten.

Teil einer Großfamilie zu sein, hat Vor- und Nachteile. 16 Angehörige gehören der Familie Diez aus Freilassing an. Als sie nach dem Hochwasser zusammenrücken mussten, wurde es mitunter ziemlich eng, sagt Jurij Diez. Seine Eltern, seine Schwester, ihr Mann und die zwei Kinder mussten das überschwemmte Haus verlassen, das sie erst ein Jahr zuvor in mühsamer Arbeit fertiggestellt hatten. Sie quartierten sich bei Jurij und seinem Bruder ein. Weil die Familie Diez andererseits über viele geschickte Hände verfügt, ist sie nun bereits weiter als die meisten Nachbarn. Die müssen warten, bis ein Handwerker Zeit für sie hat – und das zu akzeptablen Preisen. Manche Firmen, weiß Jurij Diez, seien „wie die Geier“. Die Diez‘ verließen sich zumeist auf sich selbst. „Wir haben gewerkelt, es hat Kraft und Nerven gekostet, aber es sieht ganz gut aus.“ Gut zwei Monate musste das Haus trocknen, Tag für Tag wurde Wänden und Böden bis zu 30 Liter Wasser abgerungen. Finanzielle Unterstützung erhielt die Familie des Schauspielers von Kollegen und weiteren Künstlern. Noch fehlt es an manchen Sachen, „aber man gewöhnt sich an die Situation“. Im Frühjahr wird weitergewerkelt – dann im Garten.

Die leuchtend grüne Linie an der Wand erspart Romildo Fossalto manche Erklärung. Sie zieht sich quer durch das ganze Schuhgeschäft und markiert den Höchststand vom 3. Juni – es war der Tag, an dem Inn und Donau in der Passauer Fußgängerzone zu einem kleinen See zusammenflossen. Und Fossalto machte Schlagzeilen als Schuhhändler, der mit seinem Laden einst von der Donau weg in die höher gelegene Fußgängerzone zog, und den es dennoch erwischte. Im Oktober kehrte er wieder in sein Geschäft zurück. Im Vergleich zu anderen Passauern sei er noch glimpflich davongekommen, sagt der 33-Jährige. Bis in der Stadt alle Schäden beseitigt sind, dürften Jahre vergehen. Die Angst, dass so ein Hochwasser wiederkehre, werde er wohl nie mehr los, sagt Fossalto. Aber er hat sich vorbereitet. Die neue Einrichtung besteht aus selbst entwickelten Palettentischen mit Rollen unten dran. Im Notfall lassen sie sich einfach wegfahren.

In den Ställen der Familie Schreiber wird wieder gemuht. Etwa 240 Mastkühe haben die Landwirte aus Altholz bei Plattling eingestellt. Bis zum Juni hatten die Schreibers Bullen, doch die brauchen hochwertiges Futter, von dem es im Moment nicht so viel gibt. Denn Mais ist knapp. Etwa 200 Bullen konnten beim Hochwasser abtransportiert werden, für 100 kam jede Hilfe zu spät. Sie bekamen den Gnadenschuss, ehe sie ertranken. Inzwischen, sagt Juniorchef Thomas Schreiber, geht es wieder aufwärts. Über das Landwirtschaftsamt sei ausreichend Geld geflossen, die Herbstsaat wurde wie geplant ausgebracht. Nur versichern lässt sich der Hof erst dann, wenn der neue Isardamm errichtet sein wird. Den Schreibers gehören selbst einige Hektar Grund, auf denen der Deich einmal stehen soll. Die Bereitschaft zum Verkauf ist da, doch noch mangelt es an Ausgleichsflächen. Es gab Tage, an denen er überlegt habe, ob sich das alles noch lohne, sagt Schreiber: „Aber man kann ja nicht aufgeben oder weggehen. Also geht es weiter. Es muss ja weitergehen, was willst du sonst machen?“

Quelle: sueddeutsche.de

Ehrenamtsempfang des Landes Brandenburg

Veröffentlicht: Dezember 15, 2013 von Generaldirektor in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

14.12.2013 – Einhundert der aktivsten Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler aus allen Teilen des Landes waren in der Potsdamer Staatskanzlei Gäste von Landtagspräsident Gunter Fritsch und Ministerpräsident Dietmar Woidke Beim traditionellen Ehrenamtsempfang wandte sich Fritsch an die Anwesenden: „Mit Ihrer Ausdauer und Leidenschaft, sich freiwillig zu engagieren, leisten Sie einen fundamentalen Beitrag für unser Gemeinwesen.“ Woidke versprach für die von ihm geführte Landesregierung, die Ehrenamtskultur im Land auch in Zukunft zu pflegen.

http://ehrenamt-in-brandenburg.de/fotos-vom-ehrenamtsemfpang-2013-in-der-staatskanzlei/

Ehrenamtsempfang 2013

Auszeichnung für Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Dezember 9, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Bernhard Enninghorst als Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Freckenhorst überreichte die Auszeichnungen an die Aktiven, die im Juni spontan nach Magdeburg gefahren waren. Mit einem Wasserrettungszug aus dem DRK-Landesverband Nordrhein waren Salim Abdellaoui und Martin Riemann von der Freckenhorster DRK-Wasserwacht im Hochwassergebiet rund um die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt im Einsatz und übernahmen mit den Booten des Wasserrettungszugs verschiedenste Aufgaben in den überfluteten Gebieten.

Gemeinsam mit Kräften aus dem gesamten Kreisgebiet waren Nicole Dirksen, Andreas Peveling, Bernd Peveling und Andreas Engbert in Magdeburg. Dort halfen sie bei der Einrichtung und dem Betrieb einer Notunterkunft in einem Gymnasium, in dem bis zu 1000 Menschen – überwiegend Einsatzkräfte – untergebracht werden konnten. Mehr als 2000 Mahlzeiten am Tag wurden auf dem Betreuungsplatz für Einsatzkräfte durch die Helfer aus den beiden heimischen Kreisen zubereitet. „Das war ein unvergessliches Erlebnis“, erinnern sich die DRK-Mitglieder noch immer gern an ihren erfolgreichen Einsatz. „Die Menschen vor Ort waren super hilfsbereit und sehr dankbar!“

Die Verleihung der Einsatzspange nutzte DRK-Vorsitzender Bernhard Enninghorst nicht nur, um sich bei den Hochwasserhelfern zu bedanken. Auch sonst hatte der DRK-Ortsverein in diesem Jahr viel zu tun: „Wir hatten viele verschiedene Einsätze“, erinnerte Enninghorst und lobte die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlichen Helfer: „Wir haben ein gut ausgebildetes und motiviertes Team.“

Quelle: die-glocke.de

Die Wiederaufbauhilfe nach dem Hochwasser läuft in Gößnitz schleppend an. Die Stadtverwaltung hat beobachtet, dass Flutopfer das ihnen zustehende Geld nicht abrufen, weil schlicht die Eigenmittel fehlen. Das Landratsamt gewährt in Härtefällen Darlehen aus Spendengeldern

Gößnitz. Sechs Monate nachdem sich die Pleiße in die Gößnitzer Straßen ergoss, Wohnhäuser und Firmen flutete, sind die äußeren Spuren der Katastrophe verblasst. Heute kämpfen die Menschen nicht gegen das Wasser, sondern gegen die Bürokratie. „Die Wiederaufbauhilfe wurde am grünen Tisch entschieden“, so das bittere Fazit von Dorothee Philipp, Hauptamtsleiterin der Stadt Gößnitz. In vier dicken Ordnern hat die Stadtverwaltung die Schäden an privatem und öffentlichem Eigentum erfasst. Von den 600 privaten Schadensfällen haben bislang jedoch nur 70 die Anträge auf Wiederaufbauhilfe eingereicht.

Erklärungsversuche dafür gibt es einige: Die Versicherung hat gezahlt, der Schaden fällt unter die vom Land festgesetzte sogenannte Bagatellgrenze von 2000 Euro, die Soforthilfe konnte die Ausgaben decken oder die Frist bis zum Ende 2014 setzt Betroffene noch nicht unter Zeitdruck. Dennoch: Dorothee Philipp hatte auch Menschen in ihrem Büro sitzen, denen stand die staatliche Unterstützung zu, sie konnten aber den Eigenanteil nicht aufbringen. Laut der Richtlinie des Thüringer Bauministeriums werden 80 Prozent der Hochwasserschäden übernommen, jedoch nur bis zu einem Höchstbetrag – für den Hausrat in einem Einpersonenhaushalt 4000 Euro, für eine vierköpfige Familie sind es 9000 Euro. Wer neue Möbel, eine neue Küche oder neue Elektrogeräte kauft, muss zudem mit einem Abschlag von 30″Prozent rechnen. Ein Beispiel: Für die neue Waschmaschine im Wert von 500 Euro zahlt das Land am Ende tatsächlich nur 280 Euro – 80 Prozent der Kaufsumme abzüglich 30″Prozent Abschlag, rechnet Dorothee Philipp vor. „Wir sind nicht bei einer 80-prozentigen Förderung, definitiv nicht. Am Ende sind es 56 Prozent Zuschuss“, sagt sie. Wenn eine vierköpfige Familie also die höchste Förderung für Hausrat von 9000″Euro tatsächlich bekommen möchte, muss sie gut und gerne 16″000 Euro ausgeben. „Und das ist ein Ding der Unmöglichkeit“. Für „nicht nachvollziehbar“ hält die Hauptamtsleiterin auch die Vorfinanzierung. Denn das Land zahlt die Wiederaufbauhilfe erst auf Rechnungsvorlage aus. Während Zahlung zu einem späteren Rechnungstermin beim großen Möbelhaus noch möglich sein mag, hält Dorothee Philipp das bei Handwerkern für nahezu ausgeschlossen. Auch in der Schadenskommission des Altenburger Landes sind derlei Fälle bekannt. In der Theorie reichen die Leute eine Rechnung ein, in der Praxis beauftragt man aber keinen Generalauftragnehmer, der eine Rechnung schreibt, sondern viele einzelne Handwerker, die auch noch einen Abschlag wollen. Das weiß auch Dorit Bieber von der Schadenskommission. Deshalb hat sich das Landratsamt dazu entschlossen, Spendengelder als zinsloses Darlehen zu vergeben. Damit könnten die Flutopfer die Zeit überbrücken, bis das Land die Wiederaufbauhilfe ausgezahlt hat und zum Beispiel Material im Baumarkt oder gebrauchte Möbel im An- und Verkauf kaufen. Die Rechtsabteilung des Landratsamt habe dieses Vorgehen abgesegnet. Solche Darlehensvereinbarungen seien Ausnahmen und würden nur in Härtefällen gewährt. Vier Mal ist das bislang vorgekommen. „Einzelabstimmungen in allen vier Fällen“, bekräftigt Dorit Bieber und sagt, dass bereits wieder Mittel zurückgeflossen seien auf das Spendenkonto. Rund 127″430″Euro sind bislang auf dem Spendenkonto des Landkreises eingegangen. Da im Vergleich zum Hochwasser vor elf Jahren die Schäden größer, aber die Spendensumme geringer ist, kann das Geld nicht so breit gefächert vergeben werden. Die Kommission zahlt deshalb nur an jene aus, deren Schaden unter der Bagatellgrenze liegt oder nicht förderfähig ist. „Damit ist gesichert, dass die ausgezahlten Spenden im Aufbauhilfeprogramm nicht auf die staatliche Förderung angerechnet werden und diese nicht mindern“, so Dorit Bieber. Am Ende dürfte das auch den vielen Spendern entsprechen – sie wollen, dass ihr Geld den Betroffenen hilft und nicht beiträgt, staatliche Zuschüsse zu reduzieren.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser Hamburg heute: Vorsichtig am Nikolaus

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Die Polizei und Feuerwehr in Norddeutschland ist derzeit im Dauereinsatz. Stürme und Hochwasser sorgte bereits am Donnerstag (5.12.) für Ausnahme-Situationen. Richtig gefährlich soll es laut Wetter-Experten am frühen Freitagmorgen werden.
Aufgrund von Sturm- und Hochwasser-Warnungen fanden am Donnerstagabend in Hamburg keine Weihnachtsmärkte statt. In Teilen Schleswig-Holsteins fiel die Schule aus. Eltern von Hamburger Schülern war es freigestellt, die Kinder zum Unterricht zu schicken. Auf der Elbe wurde der Schiffsverkehr teilweise eingestellt.
Am Donnerstagabend erreichte der Orkan „Xaver“ seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Fischauktionshalle und der Fischmarkt standen vollständig unter Wasser. Das Hochwasser am Donnerstag war allerdings nur ein Vorgeschmack für das was noch kommen soll. Der Höhepunkt des Unwetters wird am Freitagmorgen um 6.30 Uhr erwartet.
Das erwartete Hochwasser soll die Sturmflut von 1962 möglicherweise sogar übertreffen. Allerdings wäre das nicht ganz so tragisch wie damals. Die Deiche sind auf 7,30 Meter ausgelegt. Eine zusätzliche Gefahr geht vom Sturm aus. Daher gilt es sich unbedingt aus Wäldern fernzuhalten und unnötige Ausflüge ins Freie zu vermeiden.
Quelle: norddeutschland.blogspot.de

Vom Hochwasser betroffene Familien können Zettel ausfüllen – Abgabe bis 13. Dezember

Für Kinder von Hochwasser-Betroffenen hat sich der Kreisjugendring Deggendorf etwas Besonderes einfallen lassen: Drei Geschenke im Wert von bis zu 50 Euro können auf einen Wunschzettel geschrieben werden, einer davon wird erfüllt. Zudem lädt der Kreisjugendring die betroffenen Kinder und ihre Familien am 23. Dezember um 12 Uhr zu einer Gratis-Vorstellung des Disney-Films „Die Eiskönigin“ in das Lichtspielhaus ein.

Die Wunschzettel sind in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings (Amanstraße 11) erhältlich. Die Wünsche sollten möglichst detailliert geschrieben sein, rät KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger: „Das macht es uns dann leichter, das Richtige zu kaufen.“

Mitmachen können Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren aus hochwasserbetroffenen Familien im Landkreis. Außerdem sollte auf dem Wunschzettel vermerkt werden, wie viele Personen zum Kinonachmittag kommen, „weil wir die Plätze im Lichtspielhaus reservieren müssen“, erläutert Hohenberger. Die Wunschzettel können bis zum 13. Dezember in der KJR-Geschäftsstelle abgegeben werden, „einfach in den Postkarten werfen reicht“, sagt Hohenberger.

Quelle: idowa.de

Deiche entlang der Weser halten stand

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Sturmflut als Folge des Orkans „Xaver“ hat in der Nacht ihren Höhepunkt erreicht. Das Wasser lief gegen 3 Uhr in Bremerhaven 3,15 höher auf als das mittlere Hochwasser, das ist der dritthöchste Stand seit dem Jahr 1907. In Bremen war es gegen 4:40 Uhr 2,61 Meter höher als üblich. Größere Schäden sind bislang aber ausgeblieben.

Der Bahnverkehr im Großraum Bremen ist noch beeinträchtigt, weil nicht alle Züge dort stehen, wo sie eingesetzt werden sollten. Auch im Fernverkehr kommt es zu Verspätungen und Ausfällen. Die Strecken von und Nach Bremen sind allerdings frei. Am Flughafen Bremen sind fasst alle Inlandsflüge am Vormittag storniert. Das Bundeligaspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München wird aber wie geplant stattfinden, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Es fehlten nur 30 Zentimer am Stadion

Man sei noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, so der Senator bei einer nächtlichen Begehung der Pauliner Marsch in der Nähe des Stadions. Mäurer hatte sich persönlich ein Bild vom Zustand der Deiche vor dem Stadion gemacht. Dort fehlten nur rund 30 Zentimeter bis das Wasser Stadion und Trainingsplätze überspült hätte. Die Folge wären Schäden in Millionenhöhe gewesen.

Schleuse in Bremerhaven außer Betrieb

Die Hafengesellschaft „Bremenports“ informierte in der Nacht über den bisherigen Verlauf der Sturmflut. Die Deiche haben gehalten. Mitarbeiter der Hafengesellschaft, die regelmäßig die Deiche kontrollieren, melden keine Beeinträchtigungen. An einem Sperrwerk gab es kleine Leckagen und eine der größeren Schleusen im Hafen, die Nordschleuse, funktioniert derzeit nicht.Durch das Kettengetriebe und das Zahnrad ist Wasser eingesickert und hat zu Kurzschlüssen in der Elektrik geführt. Erst wenn das Wasser weiter abgelaufen ist, können die Techniker von Bremenports nachsehen, was zu reparieren ist. Die Situation an der noch Kaiserschleuse ist aber trotzdem entspannt, denn es sind nur wenige Schiffe unterwegs. Die meisten liegen wegen des Sturms im Hafen.

Der Schutz der Küste sei gewährleistet. Die Seenotretter meldeten bislang keine Einsätze. Größere Sturmschäden in der Stadt gab es in der Nacht nicht. Die Feuerwehr musste etwa 50 Mal zu kleineren Einsätzen ausrücken.

Notunterkunft am Bremer Leibnitzplatz

In der Stadt Bremen forderten die Behörden die Bewohner hochwassergefährdeter Gebiete auf, ihre Häuser zu verlassen. Zwölf Menschen verbrachten die Nacht in einer Notunterkunft am Leibnitzplatz. Voraussichtlich werden Bereiche des Weser-Stadions überflutet werden. Daher besteht die Gefahr, dass das Bundesliga-Spiel am Samstag ausfällt.

Der Gezeitenwechsel wird aber kaum spürbare Erleichterung bringen. Der Wasserstand wird auch bei Ebbe fast auf dem Niveau eines normalen Hochwassers liegen. Der Orkanwind drückt weiter das Nordsee-Wasser an die Küsten und in die Flüsse des Binnenlandes. Deswegen stehen Bremerhaven auch mindestens zwei weitere schwere Sturmfluten bevor. Für den Notfall stehen auch 500 Soldaten der Marineoperationsschule bereit.

Bereits am Donnerstagnachmittag war der Zugverkehr auf vielen Strecken im Nordwesten unterbrochen. In Bremen-Vegesack trat die Weser über das Ufer – die Promenade ist überflutet. In Bremen und Bremerhaven bleiben am Freitag alle Schulen geschlossen, das haben die jeweiligen Behörden bekanntgegeben. Ein Betreuungsangebot ist aber an allen Schulen gewährleistet. Schulbusse fahren jedoch nicht.

Mehrere Gebiete in Bremen geräumt

Verschiedene Gebiete wurden in Bremen am Donnerstag geräumt. Menschen im Industriegebiet rund um das Vulkangelände in Vegesack sowie im Kleingartengebiet in Rablinghausen und auf dem Stadtwerder sowie in der Pauliner Marsch mussten ihre Gebäude verlassen. Werder Bremen hat den Erdgeschossbereich des Weser-Stadions evakuiert und technische Geräte wie auch Mobiliar in die nächsthöhere Etage gebracht. Falls die Weser über die Deichhöhe von 5,50 Meter steigt, würde Wasser auch ins unmittelbar in Fluss-Nähe gelegene Stadion laufen. „Ob es passiert, können wir noch nicht sagen. Der Krisenstab berechnet die Situation ständig“, sagte Mediendirektor Tino Polster von Werder Bremen. Dann wäre das Spiel gegen Bayern München am Samstag gefährdet. Auch die Behörden sorgen sich um die Sicherheit des Deiches. Der Verein hatte wegen des drohenden Unwetters sein Training zeitlich vorverlegt und Publikum aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

Am Donnerstagabend stellte auch die Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham-Blexen ihren Betrieb ein. Das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ hatte zuvor die Bremerhavener Columbuskaje verlassen. Es wurde auf die offene See geschleppt und soll den Orklan vor Helgoland abwarten. An der Kaje wurde es durch Sturm und Hochwasser zu gefährlich. Das Schiff hätte an die Kaje gedrückt werden können.

Dauereinsatz für die Polizei

Die Polizei Bremen rückte zu vielen Einsätzen aus. Bisher wurden keine verletzten Menschen gemeldet. Umgeknickte Verkehrsschilder, herunter gefallene Dachziegel und umgewehte Bäume wurden gemeldet. In Habenhausen kippte der Fahnenmast eines Schuhgeschäftes um und in Gröpelingen drohte eine Riesenplakatwand herunterzufallen.

Warnung vor Aufenthalt im Freien

Bis Samstagfrüh soll das Unwetter anhalten, neben heftigem Sturm ist auch Schnee angesagt. In Bremerhaven wurde der Katastrophenstab einberufen. Für den Fall, dass es hart auf hart kommt – so Rüdiger Staats von Bremenports – liegen 25.000 Säcke bereit, 3.000 davon sind schon mit Sand gefüllt. Bislang wurden keine Schäden gemeldet.

Feuerwehr und Polizei warnen davor, beim Unwetter im Freien unterwegs zu sein. Die Gefahr sei groß, dass Bäume entwurzelt werden, Äste und Gegenstände durch die Luft fliegen und Dachziegel herunterstürzen.

Quelle: radiobremen.de

Das Orkantief „Xaver“ hat der Millionenmetropole Hamburg eine der schwersten Sturmfluten der Vergangenheit beschert. Auch an der Nordseeküste hatten die Menschen eine unruhige Nacht. Es bleibt stürmisch. Die nächste Flutwelle wird heute Abend erwartet.

Hamburg/Husum – Das Orkantief „Xaver“ hat auch in der Nacht zu Freitag Norddeutschland durchgepustet. Besonders an der Nordsee auf den Halligen bangten die Bewohner vor dem Hochwasser. Die Schäden sind aber in Schleswig-Holstein und andernorts zunächst geringer als befürchtet – auch wenn die Orkanböen am Freitag noch teilweise extrem stark fauchen.

 

Am Morgen waren die Sorgen in Hamburg besonders groß. Auf die Millionenmetropole war die schwerste Sturmflut seit langer Zeit zugerollt. Die Innenbehörde warnte vor extremen Wasserständen.

„‚Wir haben eine Sturmflut, die es in den letzten 10, 20 Jahren nur sehr selten gegeben hat“, sagte ein Behördensprecher am Freitagmorgen. Der Scheitel wurde gegen 6 Uhr erreicht – mit knapp vier Metern über dem Mittleren Hochwasser. Das sind gut 6,10 Meter über Normalnull. Zuletzt habe es Anfang der neunziger Jahre zwei Mal einen solchen Wasserstand der Elbe gegeben.

Der Hamburger Hafen wurde in der Nacht zum Freitag geräumt und gesperrt. „Ab 2.30 Uhr durfte keiner mehr hereinfahren“, sagte der Sprecher. Einige Anwohner mussten ihre Häuser räumen. Die Hochwasserschutztore wurden geschlossen.

In der Millionenstadt überspülte das Wasser am Freitag in den tieferen Gebieten nahe der Elbe Zentimeter um Zentimeter Land. Zum Fischmarkt führte kein Weg mehr. Eine Seniorenresidenz am Fluss wurde zur eingeschlossenen Insel. Plätze in der historischen Speicherstadt und der Hafencity liefen voll.

Auf das Hochwasser in dieser Nacht werden noch weitere folgen, denn Xaver hat eine außergewöhnlich lang anhaltende Kraft. Insgesamt treibt der Orkan nach bisherigen Erkenntnissen drei schwere Sturmfluten an die Nordseeküste und nach Hamburg. Jeweils mit den Gezeiten wird alle zwölf Stunden ein extremes Hochwasser auflaufen. „Xaver“ bläst voraussichtlich fast zwei Tage aus Nordwesten.

Viele Bahnen fahren nicht – Okanböen in ganz Deutschland

Die Folgen des Orkans sind indes in der ganzen ganzen Bundesrepublik zu spüren. Schwere Orkanböen ziehen über weite Teile des Landes hinweg. Dächer wurden abgedeckt, Lkw umgeweht, Bäume stürzten um. Die gute Nachricht: Insgesamt gab es bislang trotz extremer Böen von teilweise bis zu 155 Stundenkilometern nur wenige Unfälle mit Verletzten.

Bei Hannover wurde ein Kleinbus mit behinderten Schülern von einer starken Böe erfasst und in einen entgegenkommenden Wagen gedrückt. Dabei wurde ein 68-Jähriger schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde.

In Elmshorn bei Hamburg prallte eine Regionalbahn an einem Bahnübergang gegen einen umgestürzten Baum. Der Zugführer wurde leicht verletzt. Ein Zug der Hamburger Hochbahn fuhr gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste.

In Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern deckte „Xaver“ das Dach eines Supermarktes ab.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in List auf Sylt in der Nacht Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde erreicht. Gestern Abend lagen sie zeitweilig sogar über 180 Stundenkilometern. Auf dem Brocken im Harz erreichte „Xaver“ gar eine Spitzengeschwindigkeit von 155 Stundenkilometern.

Kein Betrieb an vielen Schulen und Universitäten

De Inseln und Halligen vor Schleswig-Holsteins Küste sind vom Festland aus nicht mehr zu erreichen, die Fähren stellten den Betrieb ein. Auch der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal kam zum Erliegen.

Reisende hatte „Xaver“ bereits am Donnerstag auf eine Geduldsprobe gestellt. In Hamburg, Hannover und Bremen wurden etliche Flüge gestrichen.

Auch der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen. In Schleswig-Holstein können viele Züge weiterhin nicht fahren. Vielerorts lägen Bäume auf den Gleisen oder hingen in den Oberleitungen, hieß es. In Nordrhein-Westfalen dagegen sind sämtliche Strecken inzwischen wieder befahrbar.

 

Generell gelte für alle Verbindungen im Norden, dass sich die Fahrgäste auf teils deutliche Verspätungen einstellen müssten. So sei die Strecke von Berlin nach Hamburg nur auf einem Gleis befahrbar.

In vielen Schulen Norddeutschlands fällt der Unterricht am Freitag aus. An den Universitäten in Greifswald und Rostock wurden die Lehrveranstaltungen gestrichen.

Und sogar vorm Fußball macht „Xaver“ nicht halt: Das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Bayern München am Samstag ist gefährdet. Steigt das Wasser der Weser über den Deich, kann das Spiel nicht stattfinden.

Quelle: .manager-magazin.de

Hochwasser-Helfer aus Deggendorf ausgezeichnet

Veröffentlicht: Dezember 5, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Berlin/Deggendorf – Sie organisierte bei der Hochwasser-Katastrophe in Deggendorf Helfer und vermittelte Unterkünfte: Die Initiative „Deggendorf räumt auf“ ist in Berlin ausgezeichnet worden.

Für ihren Einsatz nach der Hochwasserkatastrophe im Juni in Bayern ist eine Initiative aus Deggendorf mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet worden. Die Initiative „Deggendorf räumt auf“ erhalte den Sonderpreis für bürgerschaftliches Engagement, teilten die Veranstalter zur Verleihung am Donnerstag in Berlin mit. Als Organisator habe die Hochschule Deggendorf 4500 ehrenamtliche Helfer aktiviert, Unterkünfte vermittelt und unzählige Geräte sowie Elektroautos zur Verfügung gestellt. Der Sonderpreis ist mit 5000 Euro dotiert.

„Menschen, die im Engagement Sinn suchen und durch Engagement Sinn stiften, knüpfen zwischenmenschliche Verbindungen und halten damit unsere Gesellschaft zusammen“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) bei der Preisverleihung. Der Deutsche Engagementpreis sei ein gutes Beispiel, um Respekt vor dem freiwilligen Einsatz auszudrücken. Seit 2009 wird die Auszeichnung vom Bündnis für Gemeinnützigkeit verliehen. Förderer sind das Bundesministerium für Familie sowie der Generali Zukunftsfonds.

Bei dem Hochwasser waren in Deggendorf rund 20 Prozent der Fläche überschwemmt worden. Tausende Menschen mussten ihr Zuhause verlassen. Innerhalb kürzester Zeit hatten Studenten die offizielle Helferkoordinierungsstelle der Stadt eingerichtet und drei Wochen aufrechterhalten. Mit Hilfe von Hotlines sowie der Facebook-Seite „Deggendorf räumt auf“ wurden die Helfer eingeteilt.

Nur wenige Meter von den öligen Wassermassen im überfluteten Stadtteil Fischerdorf entfernt, hatten sie ein Zelt als provisorische Einsatzzentrale eingerichtet. Dort wurden die vielen freiwilligen Helfer mit Handschuhen, Schaufeln und Besen ausgestattet und dorthin geschickt, wo Hilfe am nötigsten war.

Es sei damals darum gegangen, einfach zu helfen, sagte der stellvertretende Teamleiter Dominik Fischer. „Spätestens wenn man direkt vor Ort an der Wasserlinie stand und die beklemmende Atmosphäre am eigenen Leib fühlte, waren dieses Bedürfnis und der Drang danach außergewöhnlich stark ausgeprägt.“ Die Studenten hätten aus reiner Überzeugung gehandelt und seien „einfach nur glücklich, dass wir so vielen Menschen helfen konnten“.

Quelle: merkur-online.de

Fluthelfer, Lebensretter und Vorbild

Veröffentlicht: November 29, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

In seinem Kroatienurlaub erreicht ihn ein Anruf seines Freundes: Die Hochwassersituation hat sich zugespitzt, der Ort Breese in Brandenburg wird ebenfalls betroffen sein.

Noch am gleichen Tag bricht der Uelzener Sascha Weiss seinen Urlaub ab und reist zurück nach Deutschland, um in Breese Hilfe zu leisten. Für Carola Rosenau ist Sascha Weiss deshalb der „Mensch 2013“.

Ähnlich wie er haben sicherlich noch weitere Uelzener ihre Freizeit dafür aufgewendet, um anderen Menschen zu helfen. Diese Freiwilligen wollen die AZ und die Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen Zentrum Uelzen auszeichnen. Bis zum 20. Dezember werden noch weitere Vorschläge für „Mensch 2013“ angenommen.

Sascha Weiss versuchte, den Bauernhof seines Freundes mit Sandsäcken zu sichern, evakuierte den gesamten Tierbestand und errichtete provisorische Ställe, schreibt Carola Rosenau. „Als das Wasser kam und der Hof nicht zu retten war, war genau er derjenige, der allen Mut machte und eine Initiative ins Leben rief: Hilfe für Breese.“ Auch heute helfe er noch beim Wiederaufbau des alten Bauernhofs und der Stallanlagen und koordiniere den Einsatz weiterer Helfer und Sachspenden für das Dorf.

Noch weitere Helfer wurden für die Aktion vorgeschlagen. So berichtet Vanessa Schulz, wie ihr Verlobter Kevin Hübner aus Bad Bevensen in mehreren Fällen Erste Hilfe geleistet habe. So kümmerte er sich beispielsweise um einen Mann, der am Schnellenmarkt zusammengebrochen war. Dessen Frau habe dem Retter noch ein Jahr später ihren Dank ausgesprochen. Oder bei einem Bekannten habe Kevin Hübner schnell reagiert und somit dessen Leben gerettet. „Hätte mein Verlobter den Rettungswagen nicht gerufen, wäre er an einer Lungenembolie im Endstadium gestorben“, erklärt Vanessa Schulz.

Verdient hätte die Ehrung „Mensch 2013“ nach Ansicht von Bernd Katenkamp auch Hermann Billung-Meyer, der Geschäftsführer beim TuS Ebstorf ist und dabei das Wohl aller 1440 Mitglieder im Auge habe. „Er unterstützt und hilft in allen TuS-Sparten, wo die Ärmel aufgekrempelt werden müssen und Hilfe notwendig ist.“ Als Sportwart in der Basketballabteilung, als Erste-Hilfe-Person, als Organisator in der Leichtathletik, bei der Integrationsarbeit und sein Zuhause sei „ein ,Unterkunftsasyl’ geworden, wo außerörtliche Sportler nicht nur für eine Nacht eine Bleibe gefunden haben“. Hermann Billung-Meyer sei ein „Denkmal und Vorbild für ehrenamtliche Vereinsarbeit, wo immer der Mensch im Vordergrund steht“, schreibt Bernd Katenkamp.

Wer ist Ihr „Mensch 2013“? Genannt werden können Einzelpersonen und Gruppen aus dem Landkreis Uelzen, ohne Altersbeschränkung, die sich in diesem Jahr in einer Einrichtung oder auch als Einzelkämpfer ehrenamtlich engagiert haben. Vergessen Sie bitte nicht, Ihren Namen, Adresse und Telefonnummer anzugeben.

Senden Sie Ihren Vorschlag bis zum 20. Dezember an: Per Post: Allgemeine Zeitung „Mensch 2013“ Groß Liederner Straße 45 29525 Uelzen Per E-Mail: mensch2013@az-online.de

Quelle: az-online.de

Ab sofort können von Flutschäden betroffene Wohnungs- und Hauseigentümer eine kostenfreie Vor-Ort-Energieberatung im Rahmen notwendiger Sanierungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

BMWi übernimmt Eigenanteil für Verbraucher

Nach der Flut setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) auf Soforthilfe in den betroffenen Hochwassergebieten. So können Flugeschädigte im Vorfeld einer Haus- oder Wohnungssanierung eine kostenlose Energieberatung in Anspruch nehmen. Die Beratung selbst wird durch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) organisiert und beinhaltet auch Detail-Checks zu speziellen Fragen, wie dem Umgang mit Feuchteschäden, dem Ersatz der Heizungsanlage oder die richtige Reihenfolge möglicher Sanierungsmaßnahmen. Den Eigenanteil für Verbraucher in Höhe von 45 Euro übernimmt im Rahmen der Soforthilfe das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Hochwassergeschädigte können sich einen kostenlosen und unabhängigen Energieberater direkt ins Haus holen. Das hilft ganz praktisch und konkret vor Ort. Sanierungsmaßnahmen, die zu Energieeinsparungen bei den Bürgerinnen und Bürgern führen, helfen langfristig Geld zu sparen.“

Download der Beratungsgutscheine

10.000 kostenfreie Beratungsgutscheine können direkt bei den Verbraucherberatungsstellen oder über die Internetseite Verbraucherzentrale-energieberatung.de als Download bezogen werden.

Hinweise der Initiative EnergieEffizienz zu weiteren Fördermöglichkeiten

Gebäude- und Wohnungseigentümer haben unabhängig von der gemeinsamen Flutopferaktion des BMWi und des vzbv einen Förderanspruch im Rahmen einer Vor-Ort-Energiesparberatung. Vorraussetzung ist die Beratung durch einen zugelassenen Energieberater, der das Wohngebäude daraufhin untersucht, wie es unter Wirtschaftlichkeitsmaßstäben zu einem Effizienzhaus saniert werden kann.

Grundlage dieser Bezuschussung aus Bundesmitteln ist die Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie über die Förderung der Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort. Sie richtet sich an alle Gebäude- oder Wohnungseigentümer, sowie unter bestimmten Vorraussetzungen an selbständige Unternehmen und Einrichtungen mit gemeinnützigem, mildtätigem oder kirchlichem Charakter.

Die staatlichen Fördersätze für die  „Vor-Ort-Beratung“  fallen je nach Gebäudegröße und Zweck der Maßnahme unterschiedlich aus. So werden:

  • Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bis zu 400 Euro,
  • Wohngebäude ab drei Wohneinheiten mit maximal 500 Euro,
  • eine zusätzliche Stromeinsparberatung mit 50 Euro,
  • und thermografische Untersuchung mit bis zu 100 Euro gefördert.

Dabei ist es die Aufgabe des Energieberaters den Förderantrag bereits vor Beginn seiner Beratung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einzureichen. Die Zuschüsse werden nach ihrer Bewilligung durch das Amt direkt an den Berater ausgezahlt.

(02.07.2013 / IEE)

Quelle: stromeffizienz.de

Rund fünf Monate nach der Flutkatastrophe an der Elbe und ihren Nebenflüssen werden heute in Magdeburg die ersten Helfer fürs Mitmachen und Anpacken belohnt.
Die Männer und Frauen aus dem ganzen Land bekommen aus der Hand von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) eine Fluthelfernadel überreicht. Konkrete Vorschläge für die Auszeichnungen kamen aus den Kommunen. Das Kabinett hatte Ende August auf der ersten Sitzung nach der Sommerpause die Verleihung der Ehrennadeln beschlossen.Damit will das Land allen danken, die durch ihren Einsatz die gravierenden Hochwasserfolgen für Sachsen-Anhalt so gut es ging gemindert haben. Ihr Engagement müsse gewürdigt werden, hieß es zur Begründung. Insgesamt sollen zunächst rund 31 000 Fluthelfernadeln vergeben werden.

Erholen vom Hochwasser

Veröffentlicht: November 14, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

Weihnachten steht vor der Tür und das Jahrhundert-Hochwasser im Sommer scheint weit zurückzuliegen. Doch mit den Folgen hat auch Deggendorf noch immer zu kämpfen. Einigen betroffenen Deggendorfern ein sorgenfreies Wochenende zu bereiten, ist Kitzingens Ziel, wenn 50 Gäste aus dem Süden Bayerns am Samstag anreisen. Wie es in der Pressemitteilung der Touristinfo Kitzingen heißt, wurde für sie mithilfe vieler Unterstützer ein kostenfreies Programm zusammengestellt.

Andrea und Burkhard Finger vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Kitzingen waren im Juni als Kriseninterventionsberater vor Ort. Andrea Finger ist zudem eine von Kitzingens Gästeführerinnen und trug die Idee des Erholungswochenendes an das Team der Touristinfo heran.

Hofrat Walter Vierrether und sein Team kontaktierten nach eigenen Angaben Kitzinger Hotels, Gastronomen, Weinhändler, das neue Deutsche Fastnachtmuseum und viele mehr. Diese sagten laut Mitteilung ohne Ausnahme ihre Bereitschaft und Sponsoring zu.

Zum Programm gehört auch der Gottesdienst am Sonntag, 17. November, um 9.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche. Hierzu sind alle Bürger eingeladen.

Quelle: infranken.de

Das Juni-Hochwasser hat viele Menschen hart getroffen – besonders jene, die nicht versichert waren. Doch das hat nicht immer was mit „wollen“ zu tun: Viele wurden von der Versicherung mit Hinweis auf das hohe Risiko abgelehnt – wer nah am Wasser baut, lebt gefährlich. Das soll sich ändern: Die Justizminister der Länder beraten heute über eine Versicherungspflicht, die auch bei sogenannten Elementarschäden eintritt. Der Thüringer Justizminister Holger Poppenhäger hatte den Auftrag, die rechtlichen Möglichkeiten dafür zu prüfen. Uns hat er exklusiv vorab erläutert, dass eine solche Versicherungspflicht möglich ist und es dafür gute Argumente gibt.

Es ist erst wenige Monate her, da stand das Wasser in Gößnitz über einen Meter hoch und zerstörte das Hab und Gut der Gößnitzer: „Mobiliar, Akten, alles mögliche. Schönen großen Container hingestellt, da fliegt jetzt alles hinein“ – „Das muss alles weg, das ist Sperrmüll. Das muss saubergemacht werden.“ Manche Bürger bekamen Hilfe von ihrer Versicherung – andere aber nicht, so wie Andre Peter: „Da kriegen wir überhaupt nichts ersetzt. Das wird nicht versichert, wenn man im Hochwassergebiet lebt. Das sind 20.000 bis 30.000 Euro Schaden, auf dem wir sitzenbleiben.“

Zu viele Gebäude noch ungeschützt

Das wollen die Justizminister der Länder nun ändern, sagt Thüringens Justizminister Holger Poppenhäger im Gespräch mit MDR INFO: „Für uns kommt es darauf an, dass der Teil der Gebäude, der zur Zeit von der Versicherungswirtschaft nicht versichert wird, zumindest versicherbar ist. Und das ist im Moment für tausende Gebäude nicht gewährleistet.“

Die Lösung soll eine Pflichtversicherung sein – für alle Hausbesitzer. Poppenhäger hat geprüft und sagt jetzt: So eine Regel ist rechtlich möglich. Dabei soll es nicht nur um Hochwasser gehen, sondern zum Beispiel auch um Erdrutsche: „Wir können nicht ganze Landstriche, ganze Städte und Gemeinden aufgeben. Wir müssen die Risiken vernünftig versichern, dann ist allen geholfen.“

Versicherer mit Vorbehalten

Organisiert werden soll die Versicherung nicht vom Staat, sondern privat wie die Autohaftpflicht: Man muss eine haben – wo man sie abschließt, ist aber egal. Allerdings sind die Versicherungskonzerne bislang noch überhaupt nicht begeistert von der Idee. Sie befürchten: Wenn es eine Versicherungspflicht gibt, werden die Bauherren risikofreudiger und bauen an Stellen, die viel zu gefährlich sind.

Poppenhäger will dieses Argument nicht gelten lassen: Wo gebaut werden darf, müssten die Kommunen regeln. Er hofft, die Versicherungen von dem neuen Modell noch überzeugen zu können: „Ich glaube, dass die Erfahrung in anderen Bereichen durchaus deutlich macht, dass es nicht zwingend ein Verlustgeschäft für die Versicherungswirtschaft sein muss – und ich glaube, dass weiß die Versicherungswirtschaft auch. Man muss jetzt über die Bedingungen reden.“

Termin ist noch unklar

Für die Versicherungen mag sich das Ganze am Ende lohnen. Bezahlen müssen nämlich die Hausbesitzer – auch die, die weit entfernt von Flüssen wohnen. Ist das nicht ungerecht? Der Thüringer Justizminister meint: „Nein. Wenn wir Hochwasserkatastrophen haben – was die letzten Jahre ja öfter vorkam – und der deutsche Steuerzahler im Wesentlichen für die Schäden aufkommt, dann ist jeder betroffen. Ich glaube, dass eine Versicherungslösung die Risiken und auch die Kosten gerechter verteilt.“

Wann die Versicherungspflicht kommt, ist aber noch offen. Die Justizminister wollen heute beraten, wie es weiter geht. Über so eine Versicherung sprechen nämlich auch Union und SPD bei den Koalitionsverhandlungen.

Quelle: mdr.de

Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Frost – Schäden am Haus übernimmt die Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung. Verbraucher müssen bei beiden Verträgen aber eine Erweiterung des Schutzes auf Elementarschäden vereinbart haben, damit die Versicherung bei Hochwasser zahlt. Dafür ist meist ein Zusatzvertrag nötig. Nicht alle Gesellschaften versichern Schäden gleich. Darauf weist Kerstin Hartwig von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein in Berlin hin.

Eine Überschwemmung kann entweder durch Hochwasser, Regen oder Grundwasser als Folge von Regen oder Hochwasser entstehen. Während Versicherung A zum Beispiel alle Fälle versichert, schließt B eine Überschwemmung durch Hochwasser aus. Hartwig rät, die Klauseln genau zu lesen. Nicht jeder Hausbesitzer braucht eine Zusatzversicherung für alle Schadensfälle. Während zu viel Schnee auf dem Dach überall zum Problem werden kann, kommen Überschwemmungen in der Nähe eines Flusses oder Gewässers vor.

Kommt es zum Unwetter, müssen die Elementarschäden umgehend detailliert dokumentiert werden. Es gibt keine Vorschrift, das Haus gegen jede Naturgefahr zu schützen. Wohnen Verbraucher aber nah am Fluss, und kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen, sollten sie ihr Haus schützen, erklärt Hartwig. Sonst könne der Gutachter entscheiden, der Schaden sei „grob fahrlässig verursacht“ worden. Und dann könne der Versicherer die Leistung kürzen oder sie ganz verweigern.

Quelle: morgenpost.de

NRW veröffentlicht Hochwasser-Risikokarte

Veröffentlicht: Oktober 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Düsseldorf – Heftige Sommergewitter oder lang anhaltende Regenfälle können Flüsse und Bäche sturzflutartig anschwellen lassen und so erhebliche Überschwemmungen verursachen.

 
In vielen Fällen, vor allem an kleineren Flüssen und Bächen, ist ein Schutz durch technische Schutzbauten nur eingeschränkt möglich. Dort stehen vorsorgende Planungen zum Schutz vor Hochwasserschäden im Vordergrund.

Grundlage für einen vorsorgenden Hochwasserschutz in der Fläche bilden die sogenannten Hochwasserrisiko- und Hochwassergefahrenkarten, die derzeit für die betroffenen Kommunen in NRW durch die Bezirksregierungen erstellt werden. Auf den Karten sind mögliche Überschwemmungsbereiche abgebildet.

Umweltminister Johannes Remmel hat heute am Beispiel der Stadt Paderborn die Systematik der Karten erläutert: „Die Karten sind ein wichtiges Instrument, um ganz lokal vor Ort Maßnahmen zu entwickeln und die möglicherweise betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Industrie und Landwirtschaft über die Risiken zu informieren“, erklärte der Minister.

„Infolge des globalen Klimawandels werden die Hochwasser eher zunehmen. Prognostiziert werden für NRW zunehmende Niederschläge und Wasserabflüsse in den Wintermonaten, die häufiger als bisher zu Hochwasser führen können. Zusätzlich können lokale Sturzfluten die Situation insbesondere in den Kommunen verschärfen. Das Hochwasser an Elbe und Oder hat in diesem Jahr mal wieder gezeigt, dass vorsorgender Hochwasserschutz deutlich weniger Kosten verursacht, als wenn Schäden durch Hochwasser beseitigt werden müssen.“

Auf einer Länge von rund 6.000 Kilometern an 448 Gewässern wurde in NRW ein signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt und in den Hochwasserkarten dokumentiert. Die Gefahrenkarten informieren dabei über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Die Risikokarten zeigen, wo Wohn- und Industriegebiete betroffen sind oder Schutzgebiete und Kulturobjekte gefährdet werden.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben ab heute die Möglichkeit, sich auf der Internetseite http://www.flussgebiete.nrw.de über die Hochwasserrisiken an „ihrem“ Fluss oder Bach zu informieren. Ein großer Teil der Karten ist bereits verfügbar, weitere Karten werden schrittweise bis zum 22. Dezember 2013 ins System eingestellt.

Für Minister Remmel bedeutet vorsorgender Hochwasserschutz, das Risiko für Schäden durch Hochwasser möglichst gering zu halten. Als wirksamste Maßnahme beschreibt der Minister, „keine neuen Siedlungs- oder Gewerbegebiete in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen.“

Auf der Sonderkonferenz der Umweltminister zum Thema „Hochwasserschutz“ im September 2013 hat Remmel deshalb in einem Antrag gefordert, die Ausweisung von Baugebieten in Überschwemmungsgebieten ausnahmslos zu verbieten. „Vorbeugender Hochwasserschutz bedeutet auch, den Flüssen an den Stellen wo dies möglich ist, wieder mehr Raum zu geben. Wird in Überschwemmungsgebieten gebaut, verringern sich die Überflutungsflächen was an anderer Stelle für höhere Wasserstände sorgen kann“, erklärte Remmel.

Das Land NRW investiert – neben der finanziellen Unterstützung des Baus von Hochwasserschutzanlagen- im Rahmen der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr in die ökologische Entwicklung von Flüssen und Gewässern in der Fläche. Ziel ist, diesen Gewässern wieder mehr Platz zur Ausbreitung zu geben und eine naturnahe Entwicklung voranzutreiben.

Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten werden erstellt im Rahmen der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Umsetzung eines verbindlichen „Hochwasserrisiko-Managements“. Die Hochwasserrisiken müssen erkannt und nachhaltig verringert werden – so die Zielvorgabe. Das Hochwasserrisiko-Management beinhaltet eine deutliche Weiterentwicklung des vorsorgenden und ökologischen Hochwasserschutzes. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt diese neue Orientierung in der europäischen Richtlinie, die ihren Focus eben nicht nur auf den technischen Hochwasserschutz richtet, sondern auch auf integrierte Lösungsansätze.

Weitere Unterlagen zum Hochwasserschutz in NRW

Hochwasserrisikomanagement

In Internetportal http://www.flussgebiete.nrw.de/index.php?title=uptseite werden alle Informationen zum Hochwasserrisikomanagement für jeden abrufbar bereitgestellt.  Neben der vorläufigen Bewertung und Bestimmung der Risikogewässer werden aktuell bis Ende 2013 die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten eingestellt und darauf aufbauend mit den zuständigen Akteuren die Hochwasserrisiko-Managementpläne erstellt.

Landtagsbericht

Das NRW-Umweltministerium hat im Juni 2012 einen Bericht an den Landtag zur Situation des Hochwasserschutzes in NRW und seiner Perspektive bis 2015 überstellt. Der Bericht ist zu finden unter http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV16-20.pdf

Bürgerbroschüre

Im Juni 2011 hat das Ministerium eine neue Broschüre zum Thema „Hochwasserschutz in NRW“ herausgegeben, die sich speziell an die Bürgerinnen und Bürger des Landes richtet. Sie gibt einen Überblick über die rechtlichen und technischen Grundlagen des Hochwasserschutzes.

Die Broschüre ist zu finden unter http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/service_kontakt/archiv/presse2011/presse110618.php (PD)

Quelle: proplanta.de

Medaillen aus Niedersachsen

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

43 Offenbacher Einsatzkräfte werden für ihre Hochwasserhilfe an der Elbe belohnt.

Es ist eine besondere Medaille, die 43 Männer und Frauen gestern Abend erhalten haben: Das Land Niedersachsen dankt den Offenbachern. Sie haben Anfang Juni im Kampf gegen das Hochwasser im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg geholfen, haben Schutzmaßnahmen koordiniert, Wälle gegen die Fluten der Elbe errichtet. Für diesen Katastrophenschutzeinsatz hat der niedersächsische Ministerpräsident eine Hochwassermedaille gestiftet, die Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) gestern zusammen mit der Anerkennungsurkunde des hessischen Innenministers überreichte.

Für einige der Hilfskräfte ist dies schon die zweite Medaille aus einem anderen Bundesland. Im Jahr 2002 gab es bereits einen Fluthelferorden des Landes Sachsen für den Einsatz beim Elbehochwasser. Damals waren die Einsatzkräfte aber „nach der Lage“, wie sich Uwe Sauer, der Leiter der Feuerwehr Offenbach, ausdrückt. Das heißt: Die Fluten waren schon da, man musste reagieren statt agieren.

Lebhaft erinnern sich Sauer und Marcus Schönbach, Zugführer des Betreuungszugs beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Offenbach, noch an jene Tage im Juni dieses Jahres, als die Hochwasserwelle durch Deutschland rollte. „Wir waren in Niedersachsen vier Tage lang von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein im Einsatz“, sagt Sauer und betont, er sei sehr stolz auf alle, die dabei waren. Es mache Mut, „zu wissen, dass man sich aufeinander verlassen kann, wenn hier in Hessen ein ähnlicher Fall eintreten würde“. Schönberg ergänzt, der Einsatz habe gezeigt, dass es äußerst wertvoll sei, improvisieren zu können, und „dass Flexibilität unser höchstes Gut ist“.

1500 Meter Deich errichtet

Anfang Juni hatte der niedersächsische Ministerpräsident bei seinem hessischen Amtskollegen um Hilfe ersucht, weil zu befürchten war, dass die Scheitelwellen von Elbe- und Saale-Hochwasser zusammentreffen und zu einem Deichbruch führen würden. Am 5. Juni planten die Städte Frankfurt und Offenbach einen gemeinsamen Hilfszug, der sich in den Kreis Lüchow-Dannenberg in Bewegung setzen sollte. „Innerhalb eines halben Tages haben wir hier ein Kontingent zusammengestellt“, erinnert sich der Feuerwehrchef.

Elf Helfer von der Berufsfeuerwehr und 16 von der Freiwilligen Feuerwehr Offenbach machten sich am 6. Juni noch vor Sonnenaufgang auf in den 440 Kilometer entfernten Ort Gartow. Auch 16 Betreuungskräfte des ASB steuerten den Landkreis an. Sie stellten für die Hilfskräfte aus Frankfurt und Offenbach 150 Feldbetten in einer Schule auf, organisierten die Feldküche, brachten Gulaschkanonen zum Einsatz, besorgten für jeden Helfer täglich rund sechs Liter Flüssigkeit, stellten Lunchpakete zusammen und errichteten mobile Versorgungsstellen für die Wehrmänner.

Im Kreis Lüchow-Dannenberg war die Einsatzleitung „vor der Lage“. „Am Anfang war vom Hochwasser weit und breit nichts zu sehen“, blickt Sauer zurück, der vor Ort als Abschnittsleiter fungierte. Seine Leute schlossen im Ort Gorleben eine Deichlücke, bevor sie nach Vietze verlegt wurden. Ein Teil des Ortes liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe. Dort errichteten sie mit Radlader, Muldenkipper, Schippen und Sandsäcken auf einer Länge von insgesamt 1500 Metern Behelfsdeiche, die sie tags darauf aufgrund neuer Pegelprognosen noch einmal auf 20 Meter erhöhen mussten, bevor die Flut kam.

Leider waren am Ende alle Mühen vergeblich. „Im Nachhinein haben wir erfahren, dass ein von Bewohnern errichteter Wall zu schmal gebaut war und deshalb unterspült wurde.“ Zwei Tage nach der Rückkehr der Offenbacher soff Vietze ab.

Quelle: fr-online.de

Am 26. Oktober wollen vier Bürgerinitiativen ein »Aktionsbündnis für Erhalt von Kulturlandschaften und Siedlungsfähigkeit, gegen nasse Enteignung« bilden. Interessierte Bürger sind willkommen.

Die Bürgerinitiativen (BI), die sich am Sonnabend zu einer Konferenz in Hangelsberg treffen, ärgert im Grunde stets das Gleiche – die anhaltende Bedrohung durch Hochwasser und die Behörden, die Beschwerden und Vorschläge der Initiativen ignorieren, sie hinhalten, als inkompetent darstellen. Neben der BI »Müggelspree« handelt es sich um die BI »Grundwasser Rathenow und Umgebung«, die BI »Pro Kulturlandschaft« (Nuthe-Nieplitz) sowie den Bürgerverein »Wir von hier« (Lübben).

Die BI »Müggelspree« beispielsweise hatte eingangs des Jahres nach fünf Sitzungen die Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Landesregierung und ihrer Behörden aufgekündigt. Die BI wirft der Arbeitsgruppe vor, die Probleme zu verschleppen. Als Politik und Bürokratie unter sich waren, ging es dann schnell. Nun benötigten sie gerade mal zwei Sitzungen, um ein Paket von 17 Punkten zu schnüren.

Da stelle sich die Frage, warum ein solches Maßnahmepaket nicht vorher auf den Tisch kam, bedauert Landwirt Volker Schmohl von der Bürgerinitiative. Die BI hat die 17 Punkte analysiert und kommt zu dem Schluss, dass nicht eine einzige Maßnahme wirklich geeignet sei, die Spree besser abfließen zu lassen, um dauerhaft nasse Niederungen zu verhindern. Darauf verwies auch ein Vertreter des Landesumweltamtes. Nach seinen Worten würden alle vorgesehenen »Maßnahmen nicht zu einer Entlastung bei Hochwassern wie anno 2010 führen«.

»Selbst Arbeiten mit dem Ziel, mehr Spreewasser abfließen zu lassen, werden in einer Form betrieben, die das gesamte Vorhaben hintertreiben«, meint Lutz Holst von der BI. Es geht dabei darum, die Anbindung von Altarmen des Flusses und andere Wasserwege zu entkrauten und von Schlamm zu befreien. Man beginne aber an der Quelle und arbeite sich zur Mündung vor. Was zu immer neuen Staustufen führe. Der Wasserspiegel steige und drücke das Wasser wieder in die Fläche zurück. Und dort wiederum fließe nichts ab, weil die Gräben teils gar nicht unterhalten werden. Der effektive Weg wäre also der von der Mündung hin zur Quelle, dann könne das Wasser abfließen.

Die Bürgerinitiative misstraut Versprechen aus der Politik. Als das Gelände am Wulkower Bogen anno 2011 unter Wasser stand, versprach das zuständige Rathaus unter dem Eindruck abgesoffener Höfe, überfluteter Flächen und abgestorbener Bäume ein neues Schöpfwerk. Dann änderte man den Plan, es hieß, man werde ein mobiles Schöpfwerk anschaffen. Daraufhin aber Bedauern: Der Eigentümer des Bodens lehne das Projekt ab. Der aber gehört zur BI und sagte: »Bauen Sie das Schöpfwerk, man hätte es gar nicht abreißen dürfen.« Das Landesumweltamt bejaht den Bedarf. Aber es müsse erst ein Gutachten erstellt werden. Die BI überschlägt: Selbiges allein kostet erheblich mehr als der Bau des neuen Schöpfwerkes.

Ungereimtheiten finden sich reichlich im Maßnahmeplan. Da hält sich in der BI hartnäckig der Gedanke, dass eine Lösung der Probleme seitens der Politik und der Behörden gar nicht gewollt sein könnte und man im Grunde Wasser in der Landschaft halten möchte. Hintergrund ist die den EU-Richtlinien folgende strategische Orientierung, Moore wiederherzustellen, große Flächen zu renaturieren. Die Folge: Derzeit stehen landwirtschaftliche Nutzflächen das dritte Jahr unter Wasser. Mancher Bürger ließ für fünfstellige Beträge eine Wanne unter sein Haus bauen. Wer sich dies nicht leisten konnte, muss weiter bangen und hoffen. Und die Gefahr ist größer geworden. Denn vor den Hochwassern 2010/11 und 2013 waren die Böden trocken. Anders als damals ist die Spreeniederung derzeit aber vollgesaugt. Das wird in der BI als überaus problematisch empfunden: »Bereits ein zweitägiger Regen lässt nach unseren Messungen den Pegel um zehn Zentimeter ansteigen«, sagt Lutz Holst.

Vom Zusammengehen, das jetzt verabredet werden soll, versprechen sich die Bürgerinitiativen mehr Informationen, mehr Kompetenz und mehr Mitbestimmung. Volker Schmohl sagt: »In Mecklenburg-Vorpommern sind ähnliche Probleme wie hier an der Müggelspree entstanden. Dort gab es ein Planfeststellungsverfahren, betroffene Flächen wurden aufgekauft, der Bürger entschädigt. Im Sinne des Rechtsstaates. Und dann ist es eben nass. Aber so?«

Wasserkonferenz, 26. Oktober, 10 bis 16 Uhr, Hangelsberg (Oder-Spree), Bürgerhaus, Berliner Damm 10

Quelle: neues-deutschland.de

Hochwasser macht bekanntlich nicht an Landesgrenzen halt, auch nicht an der Mosel. Um sich gemeinsam besser zu schützen, haben Deutschland, Luxemburg und Frankreich jetzt die Hochwasserpartnerschaft „Dreiländermosel“ besiegelt.

„Wir müssen uns gemeinsam wappnen“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Die Mosel zähle zu den Einzugsgebieten mit dem größten Hochwasserrisiko in Rheinland-Pfalz. Ziel der neuen Vereinbarung sei es, zusammen Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. So sollen Katastrophenpläne aufeinander abgestimmt und grenzüberschreitend Fortbildungen für Mitarbeiter etwa von Feuerwehr und Abwasserwerken organisiert werden.

Damit arbeiten erstmals Kommunen aus drei Ländern und zwei Bundesländern bei der Hochwasservorsorge direkt zusammen. Die Partnerschaft deckt den Flussabschnitt zwischen dem französischen Hunting und dem rheinland-pfälzischen Konz ab. Beteiligt sind 20 französische, luxemburgische, saarländische und rheinland-pfälzische Gemeinden.

Quelle: swr.de

Hochwasser Deutschland 2013 – Applaus, Applaus!

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Malteser unterstützen die Sanierung einer Schule in Neuhaus am Inn

Applaus, Applaus
für deine Hilfe.
Mein Herz geht auf,
wenn du hilfst.
Applaus, Applaus
für deine Art uns hier zu helfen.
Hör niemals damit auf.
Ich wünsch mir so sehr,
du hörst niemals damit auf!

Die Band „Sportfreunde Stiller“ hätte ihre helle Freude daran, wenn sie sehen würde, was die Schüler der Maria-Ward-Realschule in Neuhaus am Inn aus dem Lied „Applaus, Applaus“ gemacht haben. Gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Irmgard Weinmann haben die Jungen und Mädchen das Original umgetextet und an ihre Situation angepasst – um sich dadurch bei den vielen Fluthelfern zu bedanken.

Die Schule ist in einem alten Barockschloss untergebracht, das sich seit dem Jahr 1320 auf einer Insel im Inn befindet. 634 Jahre später – also 1954 – stand der ehrwürdige Bau erstmals über zwei Meter unter Wasser. Auch 2002 war das Schloss betroffen, und nun also, am 3. Juni 2013, die nächste „Jahrhundertflut“. „Von oben gesehen glich unsere Schule einem sinkenden Schiff“, sagt die Schulleiterin Astrid Schmid. Nach Rückgang des Wassers habe sich ihr ein Bild des Grauens geboten: „Berge von Schlamm und Schutt in Klassenzimmern, der Küche und unseren Speisesälen – es war unvorstellbar. Sogar das massive Holzgeländer der Klosterbrücke wurde von den Wassermassen mitgerissen.“

Schüler und Eltern, Lehrer und Nachbarn, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer – sie alle packten in den Folgetagen mit an, um das Schulschiff wieder einigermaßen flott zu bekommen. Und tatsächlich: Zumindest die 9. und 10. Klassen konnten bereits drei Tage nach der Flut wieder den Unterricht aufnehmen, um ihre Abschlussarbeiten zu schreiben.

Gesamtschaden beträgt 1,5 Millionen Euro

Doch noch Monate nach der Flut laufen in vielen Räumen die Trockner. Das benachbarte Josefshaus, in dem elf Klassenzimmer und die Lehrküche der Schule untergebracht sind, ist schwer beschädigt und muss voraussichtlich 2014 abgerissen werden. Ein Neubau ist bereits angedacht. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 1,5 Millionen Euro. „Unsere Schulstiftung ist bei weitem nicht in der Lage, dies alles alleine zu stemmen“, sagt die Schulleiterin. „Neben der staatlichen Unterstützung waren wir von Anfang an auf Spendengelder angewiesen.“ So seien alle bisher anfallenden Kosten – von Stromkosten für Trocknungsgeräte, über Rechnungen von Handwerkern bis hin zur Reparatur der Telefonanlage – aus Spenden finanziert worden.

Allein die Hochwasserhilfe Bayern/Thüringen des Malteser Hilfsdienstes hat der Maria-Ward-Schule 385.000 Euro zur Verfügung gestellt. Spendenmittel, die größtenteils von Aktion Deutschland Hilft kommen, aber auch vom Bayerischen Rundfunk. „Dadurch konnten die Speisesäle bereits wiederhergestellt werden“, sagt Malteser-Koordinatorin Alexandra Bengler. „Genauso wie die Außenanlagen, hier vor allem der Gartenbereich.“ Soweit dies möglich sei, wolle man auch die Räume im Josefshaus wieder für den Unterricht nutzbar machen – wobei hier vor allem die Lehrküche wieder eingerichtet werden soll. Alexandra Bengler: „Allein die Küchenmöbel und -geräte kosten etwa 100.000 Euro. Sie sollen jedoch so eingebaut werden, dass sie in einem Neubau des Josefshauses weiterhin voll nutzbar sind.“

„Applaus, Applaus“, die 697 Schülerinnen und Schüler sind angesichts der großen Hilfsbereitschaft tief beeindruckt – und froh darüber, das Schulleben wieder aufnehmen zu können.

@ Das Helferlied des Schulchors im Internet: www.youtube.com/watch?v=ToL9vmdF9_Q

Quelle: aktion-deutschland-hilft.de

Juni-Hochwasser erhöht Spendenbereitschaft

Veröffentlicht: Oktober 15, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Deutschen haben von Januar bis August rund 2,6 Milliarden Euro gespendet. Damit liegt das private Spendenaufkommen um 19,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch die Gesamtzahl der Spender sowie die durchschnittliche Spendenhöhe sind gestiegen. Dies sind Ergebnisse einer aktuellen GfK-Analyse im Auftrag des Deutschen Spendenrats…

Rund 18,1 Millionen Personen, etwas mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung, spendeten in den ersten acht Monaten des Jahres 2013 an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Die Zahl der Spender stieg um 1,9 Millionen Personen. Auch die Höhe einer durchschnittlichen Spende stieg von 26 auf 30 Euro. Insgesamt lag die Spendenhäufigkeit mit durchschnittlich 4,7 Spenden pro Person leicht unter dem Vorjahr.

Von den Spenden flossen, wie bereits 2012, rund 24 Prozent in den Bereich Kirche und Religion. Bedingt durch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat sich der Anteil der Not-/Katastrophenhilfe am Spendenaufkommen verdoppelt. Er stieg von 9 auf 18 Prozent. Allein im Juni 2013 haben die Deutschen 208 Millionen Euro wegen der Katastrophe im eigenen Land gespendet. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die Aufrufe und Berichterstattungen in den Medien: Fast die Hälfte der Spendeneinnahmen wurde dadurch angestoßen. Diese stammten überwiegend von der Generation 60 plus (67 Prozent).

Regional betrachtet war die Spendenbereitschaft für die Flutkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands am größten. Speziell im Osten haben vermehrt auch Menschen mit einem mittleren Einkommen Geld für die Hochwasserhilfe gegeben.

Die unter 49-Jährigen hatten – im Gegensatz zu anderen Katastrophen wie z.B. Haiti – weniger Geld für die Flut im eigenen Land gespendet. „Das könnte vor allem daran liegen, dass gerade junge Menschen das eigene Engagement in den überfluteten Gebieten vor Ort einer Geldspende vorzogen. Dafür sprechen auch viele spontane Aktionen in sozialen Netzwerken“, vermutet Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats.
Ausblick auf das Gesamtjahr

Die bisherige Entwicklung lässt für das Gesamtjahr 2013 eine Steigerung des Spendenvolumens erwarten. Wie hoch diese Steigerung ausfällt, wird wesentlich davon abhängen, ob es den Organisationen wie im Vorjahr gelingt, gerade in den letzten Monaten des Jahres noch einmal Impulse zum Spenden zu geben und damit auch neue Spender zum Geben zu motivieren.
Zur Studie

Die Studie „Spendenjahr 2013: Trends und Prognose“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. ist ein Teilergebnis der Studie. GfK CharityScope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK CharityScope ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt.

Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen sowie gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.

Quelle: kyffhaeuser-nachrichten.de

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hilfsbereitschaft während der Hochwasserkatastrophe 2013 war enorm. Bei nationalen Notlagen, so zeigte sich, sind die Menschen bereit, füreinander einzustehen. Im Bevölkerungsschutz ist spontane Hilfe wichtig, aber nicht ausreichend. Eine gute Ausbildung und viel Übung sind notwendig, um schwere Krisen zu überstehen.

Viele Menschen haben erkannt, wie wichtig ein Engagement im THW ist. Dies schlägt sich in stei-genden Helferzahlen seit Beginn des Fluthilfeeinsatzes nieder. Im Frühling dieses Jahres verfügte das THW über 38.082 aktive Einsatzkräfte. Zum Herbst sind 38.818 Aktive im THW ehrenamtlich engagiert. Auch bei der THW-Jugend kamen rund 300 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren in den vergangenen sechs Monaten neu hinzu. Dies ist ein Gegentrend zu den sinkenden Helferzahlen der vergangenen Jahre, die mit dem Wegfall der Wehrpflicht im Jahr 2011 einhergingen.

„Ich freue mich sehr über den Zuspruch aus der Bevölkerung. Die wachsenden Helferzahlen sind ein Anzeichen für die große Hilfsbereitschaft in unserem Land. Sie sind außerdem ein positives Zeugnis für die Arbeit des THW“, sagt THW-Präsident Albrecht Broemme. Gleichzeitig mahnt er an, der Bevölkerungsschutz müsse zu jeder Zeit gut aufgestellt sein. Die Bürger dürften in ruhigen Phasen nicht das Interesse am THW verlieren und darauf bauen, dass Hilfe im Fall einer Katastrophe automatisch kommt. „Im letzten Jahr haben unsere Einsatzkräfte über 372.000 Stunden mit Übungen für den Einsatz verbracht. Sie investieren einen großen Teil ihrer Freizeit mit der Vorbereitung auf Einsätze. Das ist notwendig, damit das THW routinierte und angemessene Hilfe leisten kann“, sagt Broemme. Damit appelliert der THW-Präsident an die Menschen in Deutschland, sich ehrenamtlich zu betätigen und, etwa durch ein Engagement im THW, einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten.

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Enga-gement der bundesweit rund 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Europäischen Gemeinschaftsverfahrens sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

 

Quelle: thw.de

Der Jenaer Professor Martin Heimann hat am Weltklimareport des UN-Klimarats mitgearbeitet. Geht die Erwärmung so weiter, spürt man auch hier Auswirkungen.

Deutlich mehr Extremwetterlagen kommen dem neuen Weltklimareport zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts auf viele Teile der Welt zu. Auch in Deutschland ist bei einem ungebremsten Klimawandel laut dem Bericht des UN-Klimarats mit einer Zunahme von Dürreperioden und mehr Niederschlägen zu rechnen.

Professor Martin Heimann vom Jenaer Max Planck-Institut für Biogeochemie arbeitet am Weltklimareport mit, seitdem dieser im Jahr 1994 zum ersten Mal erschienen ist.

Herr Professor Heimann, was haben Sie für den Bericht erforscht?

Ich untersuche, welchen Einfluss der Kohlenstoffkreislauf auf das Klima hat. Durch die Verbrennung von Öl und Gas entsteht Kohlendioxid, CO2. Ein Teil davon geht in die Ozeane, der andere in die Atmosphäre. Die Menge der Emissionen und die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre ist entscheidend für unser Klima. Je höher die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist, desto wärmer wird es.

Der Mensch und der von ihm veranlasste Ausstoß von CO2, etwa durch Autos oder Kraftwerke, ist dem Report zufolge der Hauptverursacher der Erderwärmung. Woraus schließen Sie das?

Man kann belegen, dass das atmosphärische Level von CO2 von der vorindustriellen Zeit, also von 1750 bis heute, um fast 40 Prozent angestiegen ist. Dadurch haben sich die Temperaturen erhöht. Es hat auch vorher schon Phasen der Erhöhung gegeben, doch die waren weniger stark. Wissenschaftler simulieren mit Klimamodellen, wo die Auswirkungen von Treibhausgasen stärker, und wo sie schwächer sind. Und es ist genauso eingetreten, wie man es geschlossen hat: Während die Ozeane eine bremsende Wirkung ausüben, erwärmen sich die Kontinente am meisten.

Wie messen Sie solche Erwärmungen?

Die Meere sind von einem weltweiten Netz durchzogen: Tausende von Bojen, die wie ein Jojo hoch und runter gehen und die Temperaturen bis 700 Meter unter der Oberfläche messen. Diese Daten werden an einen Satelliten gesendet. Es gibt zudem eine Vielzahl von sichtbaren Effekten der Klimaerwärmung. Durch das arktische Meereis können heute im Sommer Schiffe fahren – weil das Eis auf ein Minimum zurückgeschmolzen ist. Dort hat es massive Veränderungen gegeben.

Womit blasen wir denn immer mehr Kohlendioxid in die Luft?

In Deutschland wird der CO2-Ausstoß zu gleichen Teilen vom Verkehr, von der Industrie und privat, also im Haushalt, verursacht. Das unterscheidet sich von Land zu Land. Weltweit ist vor allem das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas der Auslöser. Vor allem in China hat die Anzahl der Kohlekraftwerke in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Die veränderte Landnutzung ist eine andere Ursache: In den Tropen und in Südostasien etwa werden vermehrt Wälder gerodet, um Holzprodukte herzustellen.

Was müssen wir ändern, um die Erwärmung aufzuhalten oder zu verlangsamen?

Um die Erwärmung auf 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Temperatur zu senken, müssten wir schon enorme Anstrengungen unternehmen. Dazu gehört, dass wir in den kommenden fünf bis zehn Jahren massiv umstellen müssten auf alternative Energiequellen. Ob das realistisch ist, das hängt davon ab, wie man die Welt sieht. Entscheidend ist, dass wir versuchen, den Prozess zu verlangsamen. Das verschafft uns Zeit. Und wir gewinnen ein wenig Luft, weil wir die Natur befähigen mitzuhelfen.

Was entgegnen Sie der Kritik, der Weltklimarat schüre unnötig Panik vor einem Klimawandel?

Was in dem Bericht steht, sind belastbare Fakten, keine Panikmache. Da gibt es einen klaren wissenschaftlichen Konsens. Offene Fragen sind auch als offen dargestellt. Etwa die Frage, warum die Erderwärmung in den vergangenen 15 Jahren stagniert. Für diese Pause haben wir noch keine schlüssige Erklärung, aber der Blick auf die letzten 50 Jahre zeigt, dass es seither mit jeder Dekade wärmer geworden ist. Es gibt eine kleine Gruppe von Klimaleugnern, Experten, die eine Erwärmung bestreiten, doch unter ihnen sind sehr wenige echte Klimaforscher.

Wie bewerten Sie die Medienberichterstattung über den Klimawandel: nüchtern oder alarmistisch?

Es gibt beides. Einige Medien berichten sehr forsch, aber die Beiträge, die ich bislang zum aktuellen Weltklimareport gelesen habe, waren sehr gut und ausgewogen.

Welche Auswirkungen verspüren wir in Thüringen, wenn es mit der Erwärmung ungebremst so weitergeht?

Im Osten Deutschlands wird es trockener werden. Die Sommer werden wärmer, wir werden mehr Dürreperioden haben. Die Kehrseite ist zunehmender Starkregen, in dessen Folge es vermehrt Hochwasser geben wird. Mit den direkten Auswirkungen des Klimawandels auf die Regionen beschäftigt sich derzeit die zweite Arbeitsgruppe des Weltklimarates. Ihr Bericht wird im kommenden Frühjahr erscheinen.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Ehrenzeichen für Hilfe gegen Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Potsdam  Fünf Feuerwehrleute aus dem Landkreis Märkisch-Oderland tragen seit Freitag das Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber an ihren Uniformen. Das teilt der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes MOL Hans-Dieter Kandzia mit.

Auf der zentralen Auszeichnungsveranstaltung des Brand- und Katastrophenschutzes des Landes Brandenburg mit Ministerpräsident Dietmar Woidke in Potsdam hätten sie dieses aus den Händen von Innenminister Ralf Holzschuher (SPD) erhalten.

Für ihren Einsatz gegen das diesjährige Hochwasser wurden an diesem Tag aber nicht nur Ralf Gastegger von der Freiwilligen Feuerwehr Eggersdorf (Petershagen-E.), Klaus Kinzel von der FF Altlandsberg, Henry Elsner von der FF Trebnitz, Ralf-Tore Fabig von der FF Lebus und Fred Jacob von der FF Libbenichen geehrt.

Stellvertretend für die Brandschutzeinheit des Landkreises Märkisch-Oderland wurden zu diesem Anlass auch Kreisbrandmeister Willi Rossow und der Führer der Sondereinsatzgruppe Betreuung des DRK-Kreisverbandes MOL-Ost Michael Weckwerth geehrt. Sie sind einen Tag zuvor in die Ehrenchronik der Stadt Cottbus eingetragen worden.

Quelle: moz.de

Zuverlässige Hochwasser-Frühwarnung

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hochwasser des Sommers 2013 haben wieder deutlich gemacht, wie wichtig Frühwarnsysteme für hochwassergefährdete Flüsse sind. Und das nicht nur für die Einsatzkräfte, sondern auch für die Bevölkerung, die gerade in solchen Zeiten eines braucht: Zuverlässigkeit.

Microtronics Engineering hat sich bereits seit 2006 auf kabellose Datenübertragung spezialisiert und zu diesem Zweck den Bürgerservice „wasserstand.info“ entwickelt. Die Wartung und Installation des Frühwarnsystems wird von Inaut Automation durchgeführt.

Die Pegelwerte werden dabei von einem Datenlogger zyklisch erfasst und an den Datenserver übertragen. Sobald die Werte kritisch werden, verkürzt der Datenlogger automatisch die Messintervalle. Im kritischsten Fall stellt er in den Online Modus um und meldet alle 5 Minuten die aktuellen Werte.

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr ist dieses Frühwarnsystem von besonderer Bedeutung. Sie bestimmen, ab welchem Pegelstand eine Alarmierung an sie erfolgen soll. So ist eine ressourcenschonende Reaktion möglich schon bevor ein Sammelruf über die Bezirksalarmzentrale erfolgt. Nach erfolgter Erstalarmierung wird die Situation von den Einsatzkräften analysiert, vorbereitende Maßnahmen getroffen und entschieden, ob eine Warnung der Bevölkerung notwendig ist. Gegebenenfalls erhalten alle registrierten BürgerInnen einen Alarm per SMS.

Dieses Messsystem von Microtronics kann von Gemeinden ganz einfach für jeden hochwassergefährdeten Fluss eingesetzt werden. Die Pegelstation, die die Messungen vornimmt, wird fix und fertig geliefert und muss nur noch an einer Brücke montiert werden. Die Station besteht aus einem Radarsensor (Messbereich bis 15m), einem Solarpanel (besonders robust durch Panzerverglasung), dem integrierten Übertragungsgerät und einer Brückenhalterung zur einfachen Selbstmontage. Inaut Automation sorgt dabei für die Wartung des Systems sowie Unterstützung bei Installation und Integration beim Kunden vor Ort. Feuerwehrtechnische Fragen wie Angaben zu den Schwellwerten, Bestimmung der Ansprechpartner etc. werden geklärt und das System dementsprechend installiert.

Auf wasserstand.info werden die Daten in Echtzeit grafisch dargestellt. Aber auch der Zugriff auf historische Daten ist möglich. BürgerInnen können sich hier für die kostenlose SMS-Alarmierung registrieren. Der Bürgerservice selber kann wiederum in die Website von Gemeinden integriert und auch über die Hochwasserfrüherkennung hinaus eingesetzt werden. Eine Ausweitung auf beispielsweise Wetterdaten, Wasserqualität, Ozonwerte, Pollen- oder Strahlenbelastung ist mit den flexiblen und international einsetzbaren Datenübertragungs- und Datenvisualisierungstools von Microtronics ebenfalls möglich.

Interview mit Ing. Harald Hömstreit von Inaut Automation

Inaut Automation ist der Ansprechpartner für alle Gemeinden, die ihren BürgerInnen zusätzliche Services anbieten möchten.Ing. Harald Hömstreit von Inaut Automation ist selber Feuerwehrmann und hat sein Expertenwissen mit uns geteilt.

Microtronics Redaktionsteam: Was macht den Bürgerservice wasserstand.info für Gemeinden so interessant?
Harald Hömstreit: Das System kann ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung durch die direkte und aktuelle Information in Unwettersituation schaffen. Darüber hinaus bietet es durch seine Vielseitigkeit aber auch eine Informationsplattform für weitere interessante Umweltfaktoren. Auch Fremdsysteme wie bestehende Pegel lassen sich einbinden.

MR: Welche Vorteile bietet wasserstand.info für Einsatzkräfte?
HH: Der größte Vorteil ist die objektive Information über das tatsächliche Bedrohungsbild vor Ort. Dieses Monitoring ermöglicht durch die ständige Verfügbarkeit einen deutlichen Zeitgewinn im Ernstfall. Dadurch können Einsatzkräfte sparsamer eingesetzt und Vorbereitungen früher eingeleitet werden.

MR: Was hat sich seit der Verwendung von wasserstand.info für Einsatzkräfte verändert?
HH: Wir bekommen durch die Messdaten ein gutes Bild der Lage und deren Tendenzen. Bevor noch erste Einsatzorte gemeldet werden sind wir bereits bestens gerüstet.

MR: Können Einsatzkräfte nun schneller reagieren und wenn ja welche Zeitersparnis bietet wasserstand.info konkret?
HH: Die Zeitersparnis besteht durch die gewonnene Vorlaufzeit. Wir können dadurch besser planen und uns gezielt auf eine bevorstehende Situation vorbereiten.

MR: Konnten damit auch finanzielle Einsparungen verbucht werden?
HH: Es gibt diesbezüglich keine konkreten Zahlen. Die Information über die Lage ermöglicht aber sowohl Einsatzkräften als auch der Bevölkerung schützende Maßnahmen einzuleiten, und dadurch bereits im Vorfeld einen möglichen Schaden zu minimieren.

MR: Wie einfach ist wasserstand.info in der Handhabung? Benötigt man irgendeine Art von Vorwissen?
HH: Der Zugriff auf die Messdaten findet über eine einfache, übersichtliche Webseite per Computer oder Smartphone statt. Es sind weder Vorkenntnisse noch Registrierung erforderlich.

MR: Wie kann ich wasserstand.info für meine Gemeinde nutzen?
HH: Der Bürgerservice kann problemlos international in allen aufgeschlossenen Gebieten eingesetzt werden. Vereinfacht kann man sagen, wo das Handy funktioniert, dort klappt’s auch mit dem Bürgerservice.

MR: Wie kann das Früherkennungssystem integriert und angewendet werden?
HH: Inaut ist Ihr kompetenter Partner für die Integration des Bürgerservice.

MR: Was passiert wenn das Messsystem ausfällt?
HH: Die Messstationen sind unabhängig vom Stromnetz und der Server hat eine hohe Ausfallsicherheit. Falls dennoch ein Problem auftreten sollte, wird ein Techniker sofort und automatisch informiert. Dadurch können – sollte es tatsächlich dazu kommen – mögliche Störungen rasch analysiert und behoben werden.

MR: Welche Vorteile bietet wasserstand.info für BürgerInnen?
HH: Die BürgerInnen bekommen die Informationen kostenlos und überall. Dadurch kann sich jeder schützen und informieren. Denn wir wissen, dass die Einsatzkräfte im Ernstfall nicht an jedem Ort gleichzeitig eingreifen können.

MR: Wie beurteilen Sie als Experte wasserstand.info? Warum sollten Gemeinden auf diesen Bürgerservice setzen?
HH: Die Gefahr von Unwettern wird mit Sicherheit nicht geringer. Mit dem Bürgerservice stehen jedem die Informationen der Einsatzkräfte zur persönlichen Sicherheit zur Verfügung. Abseits von Gefahrensituationen bietet die Plattform interessante regionale Messdaten.

Quelle: funkschau.de

Hochwasser: Urkunden und Party für die Helfer

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Witzenhausen. „Diejenigen, die geholfen haben, sollen heute im Blickpunkt stehen“, hatte sich Witzenhausens Bürgermeisterin Angela Fischer bei der Helferparty am Samstag in der Deula zum Ziel gesetzt.

So gab es keine großen Reden, und der Dank an die Helfer beim Hochwasser im Sommer in Witzenhausen ließ nicht lange auf sich warten. „Schauen sie, wie viel Platz wir hier vorn gelassen haben, mal gucken, wie viele sich beteiligt haben“, hatte Fischer den Marathon gestartet, bei dem sie jeweils einen Vertreter eines Vereins oder einer Institution nach vorn bat, um eine Dankurkunde zu überreichen. Damit das Ganze keinen ermüdenden Charakter bekam, hatte sie von den Gästen Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Witzenhausens Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Koschel-Naahs gebeten, die Urkunden zu verteilen, während die Bürgermeisterin Schlag auf Schlag die Namen verlas, sodass sich schnell der Halbkreis vorn geschlossen hatte. Natürlich versäumte die Bürgermeisterin nicht, Stefan Fross von der VR-Bank Werra-Meißner zu danken, dem noch während des Hochwassers auf dem Weg zur Arbeit der Gedanke gekommen war, eine Spende für eine Helferparty bereitzustellen. Damit war der Grundstein gelegt, ein solches Treffen zu organisieren.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung leisteten Dr. Joachim Krug von der Reitanlage am Sande und die Stadtwerke Witzenhausen, sodass mit der Zusage von Geschäftsführer Henry Thiele, die Räumlichkeiten der Deula-Lehranstalt für die Helferparty zur Verfügung zu stellen, der Veranstaltung nichts mehr im Wege stand. So durften sich die Hochwasser-Einsatzkräfte an diesem Nachmittag am Grill sowie an der Kuchen- und Getränketheke nach Herzenslust bedienen. Bei herrlichem Spätsommerwetter hatte sich die Party auf das Freigelände der Deula verlagert.

Ökumenischer Gottesdienst

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hatten Dekanin Ulrike Laakmann und ihr katholischer Kollege Hans-Jürgen Wenner die Helferparty begonnen. „Ora et labora“ (bete und arbeite) sei das Motto der schweren Stunden während Hochwassers gewesen, erinnerte die Dekanin. Beten, dass der Deich hält, und arbeiten, um das Überfluten in Grenzen zu halten.

Quelle: hna.de

DLRG ehrt ihre Helfer für Einsatz beim Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Der neue Pinneberger Wasserrettungszug bestand seine Bewährungsprobe. Die in Lauenburg eingesetzten Kräfte stammten aus Pinneberg, Wedel, Elmshorn, Barmstedt, Quickborn, Norderstedt und Kaltenkirchen.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat sich bei ihren 150 Helfern, die im Juni in Lauenburg und Schönebeck (Sachsen-Anhalt) im Hochwassereinsatz waren, mit einer Sonderauszeichnung bedankt. Unter den Geehrten befinden sich auch zahlreiche DLRG-Helfer aus dem Kreis Pinneberg, die in Lauenburg die Deiche gegen das Elbehochwasser verteidigt hatten.

„Der Wasserrettungszug Pinneberg, der landesweit erste seiner Art, hat dabei seine Feuertaufe bestanden, und es ist deutlich geworden, dass die Wasserrettung aus Hochwassergefahrenlagen nicht wegzudenken ist“, sagte Landesverbandspräsident Christoph Mager während der Feierstunde im DLRG-Landeszentrum in Eckernförde. Die neu aufgestellte Einheit ist als Einheit des Katastrophenschutzes im Kreis Pinneberg anerkannt. Sie ist gegliedert in einen Zugtrupp, zwei Bootsgruppen, eine Rettungstauchgruppe und zwei Fachgruppen und umfasst etwa 40 Einsatzkräfte. Die in Lauenburg eingesetzten Kräfte aus diesem Zug stammten aus den Städten Pinneberg, Wedel, Elmshorn, Barmstedt, Quickborn, Norderstedt und Kaltenkirchen.

„Uns ist daran gelegen, möglichst zeitnah zum Einsatz allen Einsatzkräften unabhängig von der Dauer und der Art ihres Einsatzes unsere Anerkennung zukommen zu lassen, damit die Motivation, wieder Hilfe zu leisten nicht nachlässt. Die DLRG hat dazu unabhängig von allen Ehrungen durch Bund und Ländern, die in den nächsten Monaten vergeben werden, eine Auszeichnung ausgelobt“, so Mager weiter. Für die Zukunft forderte er, dass das Land Schleswig-Holstein die Wasserrettung vollständig in den Katastrophenschutz integriert, um auf die Gefahren durch Hochwasser umfassender reagieren zu können.

Quelle: abendblatt.de

Neue Verträge und höhere Preise nach Hochwasser

Veröffentlicht: September 30, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Das Juni-Hochwasser hat jetzt auch für Versicherte mit DDR-Verträgen ein Nachspiel. Die Versicherungsgesellschaft Allianz will neue Kontrakte mit höherer Selbstbeteiligung.

Das Juni-Hochwasser hat jetzt für Versicherte mit DDR-Verträgen ein teures Nachspiel. Die Allianz setzt auf neue Kontrakte bei der Wohngebäudeversicherung, die unter dem Strich deutlich kostspieliger wird. Je nach Vertrag können sich die Mehrkosten pro Jahr auf 100 Euro und mehr belaufen. Bis zu 15 000 Haushalte sind vermutlich betroffen, schätzungsweise rund 8 000 davon in Sachsen-Anhalt.

Kritik von Haseloff

Obwohl die Allianz in einer Stellungnahme beteuert, dass der Gebäudeversicherungsschutz für alle bezahlbar bleibt, stößt das Vorhaben auch in Sachsen-Anhalt auf Unverständnis. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) spricht von „einem verheerenden Signal an die Eigenvorsorge“. Das Land werbe bei potenziellen Flutopfern für umfassenden Versicherungsschutz. Durch eine solche Aktion, so Hase-loff, würden diese Bemühungen aber konterkariert und die Menschen vor den Kopf gestoßen. „Zudem werden bis 2020 in Sachsen-Anhalt nahezu alle Deiche den Normen entsprechen.“ Auch deshalb bestehe für die Allianz kein Grund die Verträge zu kündigen, sagte Haseloff am Sonntag der MZ.

Die Allianz-Briefe sollen die Kunden schon in den kommenden Tagen erreichen. Diese Post bedeutet praktisch eine Vertragskündigung. Damit müssen nun alle rechnen, die in besonders hochwassergefährdeten Gebieten wohnen. Bislang gelten für diesen Kundenkreis die nach Expertenmeinung vergleichsweise günstigen Vereinbarungen aus DDR-Zeiten.

Nun sollen die Betroffenen neue Vertragsangebote erhalten, wie sie im Kern in den alten Bundesländern schon lange üblich sind. Auffälligste Änderung: Künftig gibt es eine Selbstbeteiligung in Schadensfällen – Medienberichten zufolge zwischen 1 500 bis zu 3 000 Euro. Auch die Beiträge insgesamt werden spürbar steigen. Die Verbraucherzentrale Brandenburg geht – als Faustregel – von einem Preisanstieg von bis zu 50 Prozent aus.

Bis spätestens 31. Oktober sollen die Kunden den Vertragsentwurf zu den neuen Bedingungen unterschrieben zurück an die Allianz schicken. Wer die enthaltenen Änderungen nicht akzeptieren will oder den Termin stillschweigend verstreichen lässt, verzichtet damit künftig auf den Allianz-Schutz.

Verbraucherzentralen helfen

Gabriele Emmrich von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät den Betroffenen, die Post ernst zu nehmen. „Rechtlich lässt sich gegen die Änderungskündigung nichts ausrichten, so lange sie vertrags- und fristgemäß erfolgt“, erklärte sie. Emmrich zufolge sollte die Zeit genutzt werden, um nach günstigeren Policen zu suchen. Dabei könne die Verbraucherzentrale helfen. Es werde sich aber nicht immer eine bessere Lösung finden lassen, vor allem, wenn das Haus in der höchsten Gefährdungszone liege.

Quelle: mz-web.de

Schutz vor Hochwasser wird teurer

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

 

 

Potsdam (MOZ) Rund 2000 Hausbesitzer in Brandenburg erhalten in diesen Tagen Post von ihrer Versicherung. Die Allianz teilt darin mit, dass sich Kunden mit DDR-Altverträgen in Hochwassergebieten auf höhere Kosten einstellen müssen.

 

Die letzte große Flut ist erst drei Monate her, nun reagiert die Allianz und ändert Alt-Verträge für Gebäudeversicherungen. Mehr zahlen müssen zum Beispiel viele Menschen im Oderbruch. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat sogenannte Gefährdungsklassen ermittelt. In der höchsten Klasse vier ist demnach statistisch aller zehn Jahre mit einem Hochwasser zu rechnen, in Klasse drei aller zehn bis 50 Jahre.

Das Angebot der Allianz sieht nun so aus: Hausbesitzer in der Gefährdungsklasse drei müssen eine Beitragserhöhung um 100 Euro pro Jahr und eine Selbstbeteiligung von 1500 Euro im Schadensfall akzeptieren. Wer sein Haus in der Zone vier hat, zahlt 150 Euro Jahresprämie mehr und wird mit einem Selbstbehalt bis 3000 Euro zur Kasse gebeten. Die Deckungssummen bleiben gleich.

„Wenn also ein Schaden von 100 000 Euro eintritt, was bei einem Haus leicht passieren kann, muss der Eigentümer 3000 Euro zahlen. Das finde ich fair“, sagt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann. Sie verweist darauf, dass dem Konzern wegen des jüngsten Hochwassers allein in den neuen Ländern 40 000 Schäden gemeldet worden seien. Bundesweit werde man 600 Millionen Euro an die Kunden auszahlen.

Im Gegenzug sei es notwendig, die DDR-Verträge zu verändern. Die Allianz hatte 1990 die DDR-Policen übernommen – Hochwasserschutz inklusive. Bisher wurden alle Schäden zu 100 Prozent ersetzt. „Es gibt in den alten Verträgen keine Selbstbeteiligung im Schadensfall und keine Stafflung der Kosten nach Risiko. Beides sind heute aber Selbstverständlichkeiten“, erklärt Allianz-Sprecherin Claudia Herrmann.

Sie betont, dass die Police auch künftig im Vergleich zu denen anderer Anbieter preiswert sei. Auch Verbraucherschützer verweisen darauf, dass es für Hausbesitzer in Risikogebieten zunehmend schwierig sei, überhaupt einen neuen Vertrag zu bekommen, und wenn, dann nur mit noch höheren Selbstbehalten.

Heike Pestka, Allianz-Kundin aus dem Oderbruch, ist mit dem Vorstoß des Konzerns dennoch nicht einverstanden. „Wir sind Stammkunden, haben alle unsere Versicherungen bei der nicht gerade preisgünstigen Allianz abgeschlossen, vor allem wegen dieses einen guten Altvertrags“, sagt sie. „Ich finde es nicht gut, dass wir nun mehr zahlen müssen.“ Heike Pestka ist sich bewusst, dass sie im Risikogebiet wohnt – 700 Meter vom Oderdeich entfernt. „Wir hatten dreimal Hochwasser, aber noch keinen Schadensfall“, gibt sie zu bedenken. Mit den 3000 Euro Selbstbeteiligung im Schadensfall könne sie leben. „Wenn nach einer Flut alles weg ist, fällt diese Summe nicht so stark ins Gewicht.“ Aber die jährlich 150 Euro mehr würden ihr weh tun. „Das ist viel Geld.“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erneuerte angesichts des Allianz-Vorhabens seinen Appell an sämtliche Hausbesitzer, sich mit einer Elementarschadenversicherung gegen die wachsende Gefahr von Naturkatastrophen abzusichern. Bislang hätten lediglich 28 Prozent der märkischen Eigenheimbesitzer einen solchen Schutz, hieß es.

Quelle: moz.de

Angst vor weiterem Hochwasser bleibt

Veröffentlicht: September 24, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

RMD und Wasserwirtschaftsamt informierten Stadtrat über Schutzmaßnahmen

Die geplanten Maßnahmen, die für Deggendorf und alle Stadtteile einen Schutz vor 100-jährlichen Hochwasser bieten sollen, standen auf der Tagesordnung der Sondersitzung des Stadtrats. Für den Endausbau der Hochwasserschutzmaßnahmen von Straubing bis Deggendorf läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren.

Frühestens im ersten Quartal 2014 seien die Pläne auslegungsreif, so Dr. Schmautz von der RMD. „Wenn wir es sehr optimistisch betrachten, dauert das Planfeststellungsverfahren mindestens zwei Jahre.“ „Die Betroffenen müssen jetzt über zwei Jahre mit der Angst leben, dass das Hochwasser bei einem ähnlichen Ereignis von der Isar wiederkommen kann“, meinte Renate Franzel (Grüne).

Quelle: http://www.idowa.de

Rodewisch. Knapp vier Monate nach der Flutkatastrophe in Sachsen haben die ersten Kommunen von der Staatsregierung konkrete Förderzusagen zum Wiederaufbau erhalten. Justiz- und Europaminister Jürgen Martens (FDP) übergab am Montag zusammen mit dem Landrat des Vogtlandkreises, Tassilo Lenk, in Rodewisch einen entsprechenden Wiederaufbauplan. Darin vorgesehen sind zehn Einzelprojekte mit einem Volumen von drei Millionen Euro, wie die Staatskanzlei mitteilte. Weitere Pläne seien den Kommunen Plauen, Reichenbach und Mylau übergeben worden. In den nächsten Tagen sollen alle 357 vom Hochwasser betroffenen Gemeinden Wiederaufbaupläne erhalten.

In ganz Sachsen sind den Angaben zufolge Wiederaufbaupläne mit insgesamt rund 6.800 Einzelmaßnahmen im Volumen von rund einer Milliarde Euro bestätigt worden. Die Städte und Gemeinden sollen bis zu 100 Prozent der Flutschäden aus dem nationalen Fluthilfefonds ersetzt bekommen. Gelder für den Wiederaufbau der Infrastruktur können noch bis Mitte 2015 beantragt werden. (dpa)

Quelle: sz-online.de

Im jahrelangen Streit um den Hochwasserschutz am Rhein bei Schwanau in Südbaden haben die Gegner eines vom Land geplanten Polders eine weitere juristische Niederlage erlitten.
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg bestätigte am Montag die bisherige Polder-Planung. Damit blieben die Berufungen der Gemeinde Schwanau im Ortenaukreis und zahlreicher Bürger gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg zwar erfolglos – das heißt aber nicht, dass am Rhein nun die Bagger für das Rückhaltebecken rollen können: Freiburg hatte dem Land unter anderem aufgetragen, zunächst die Folgen gezielter Flutungen für die öffentliche Trinkwasserversorgung näher zu untersuchen. Die Gegner sehen Gefahren für die Umwelt.
Quelle: focus.de

Neue Fragen zum Hochwasser-Einsatz

Veröffentlicht: September 22, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Stadtbrandinspektor Schraufstetter äußert sich zu Vorwürfen von Fischerdorfern

Mehr als ein Viertel Jahr liegt das verheerende Hochwasser schon zurück – doch die komplette Aufarbeitung der immensen Schäden liegt noch in weiter Ferne. An den örtlichen Einsatzleiter, Stadtbrandinspektor Alois Schraufstetter, wurden nun zwei Vorwürfe herangetragen, zu denen er nun im „Donau-Anzeiger“ Stellung bezieht.

Wie Schraufstetter erfahren hat, stehen in den Schadensgebieten folgende Aussagen zur Diskussion – und beschäftigen die Anwohner:

1. Der Isardamm wurde durch Entscheidung aufgegeben. Die Freiwillige Feuerwehr Fischerdorf wurde durch oberen Befehl abgezogen, der Damm wurde geopfert.

2. Die Wasserspeicher im Gebirge wurden durch Stromlieferanten wegen Gewinnerzielung gefüllt und zu spät abgelassen (erst als sie übervoll waren, was mehr Wasser in der Isar zur Folge hatte).

Zum ersten Vorwurf äußerte sich Schraufstetter wie folgt:

„Es ist richtig, dass der Isardamm aufgegeben werden musste, allerdings zum Schutz der Einsatzkräfte, die noch 30 Minuten vorher dort arbeiteten!

Ich war selbst als Einsatzleiter noch ca. 30 Minuten vor dem Dammbruch auf diesem Teilstück. Die Fischerdorfer kennen dieses Stück und es wurde alles menschenmöglichste versucht, diesen Damm zu verteidigen. Die Fischerdorfer Wehr kämpfte zu diesem Zeitpunkt an allen Fronten. Im Gebiet Isardamm waren überwiegend massive Kräfte der Bundeswehr eingesetzt. Die Sandsäcke mussten zum Teil über weite Wegstrecken getragen werden. Dammhinterwege gibt es im Isarbereich nicht.

Die Lage spitzte sich zu und obwohl die Deichkrone trotz Sandsackbarriere (siehe Bild SAM 0362 Barriere reicht bis Bruchstelle) bereits stellenweise überflutet war, wurde immer noch gearbeitet. Der Damm war bereits im Zustand eines „Wackelpuddings“, als mir der zuständige Oberstleutnant mitteilte, dass er seine Leute wegen akuter Lebensgefahr zurückzieht. Ich selbst war es dann, der allein auf den Damm ging und die Sache in Augenschein nahm. Ich fuhr zurück und wollte weitere Überlegen anstellen, allerdings brach der Damm bevor ich im Stützpunkt eintraf.

Liebe Betroffene, wir haben alles versucht was machbar war. Ab der Überflutung der mit Sandsäcken deutlich erhöhten Deichkrone ist keine weitere Maßnahme mehr möglich, ohne Menschenleben zu gefährden. Dieses Dammstück ist auch nicht mit Ruckasing vergleichbar, wo Lastwagen bis zur Rissstelle vorfahren konnten. Diese Wege gibt es im Isarbereich nicht. Nicht auszudenken wäre es gewesen, wenn der Dammbruch erfolgt wäre, als noch viele Leute dort arbeiteten.“

Zum zweiten Vorwurf sagte Schraufstetter:

„Diese Frage kann ich nicht beantworten, aber es war immer schon klar, dass wenn Isar und Donau mit einem Hochwasser zusammentreffen, es ernst wird. Wären die anfänglichen Wassermassen im Gebirge nicht „reguliert“ aufgefangen worden, hätte es definitiv andere Szenarien gegeben.

Es war einfach zu viel.

Liebe Betroffene: „Wir haben alles gegeben, mehr als geplant möglich war“. Wir stehen auch jetzt wieder zur Verfügung und wenn Sie Fragen haben, bitte einfach melden.

Geschehenes kann nicht wieder umgedreht werden. Die Hilfskräfte geben niemals auf, auch im Juni nicht. Nun müssen alle zusammenspielen, die Politik, die Naturschützer und die für den Hochwasserschutzverantwortlichen. Wenn wir in Zukunft Hochwässer über 8m positiv überstehen wollen, muss jeder der Genannten Zugeständnisse machen. Das Leben am Fluß ist ein Leben mit dem Wasser und wenn wir die Hausaufgaben machen, können wir positiv in die Zukunft schauen. Arbeiten wir an den Schwachstellen, jetzt kennen wir sie“.

Quelle: idowa.de

Donaupegel – Wieder Hochwasser in Kelheim

Veröffentlicht: September 20, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Gut 100 Tage nach der Jahrhundertflut gibt es schon wieder eine Hochwasserwarnung für die Donau. Schuld daran sind die starken Regenfälle der letzten Tage.

In Kelheim steht der Pegel Freitagmorgen (20.09.13) bei 4,72 Metern, damit ist Meldestufe eins erreicht. Der Prognose zufolge soll das Wasser in den kommenden Stunden noch leicht steigen.

Auch Deggendorf sind die Pegel erhöht, mit steigender Tendenz, eine Hochwasserwarnung gibt es hier noch nicht.

Bereits am Donnerstagnachmittag wurde für die Stadt Passau Meldestufe 1 ausgegeben. Der Donaupegel hatte dort einen Stand von 7,22 Metern überschritten. In der Nacht ist der Wasserstand hier allerdings wieder zurückgegangen. Aktuell gibt es für Passau keine Hochwasserwarnung.

Quelle: br.de

Auf einige Hausbesitzer in Hochwassergebieten könnten höhere Kosten zukommen. Die Allianz-Versicherung will die DDR-Altverträge zum Hochwasserschutz umwandeln. Die Prämien steigen und es wird ein Selbstbehalt eingeführt.

Die vom Hochwasser betroffenen Versicherten der Allianz-Versicherung müssen künftig tiefer in die Tasche greifen, um ihre Gebäude weiterhin gegen Elementarschäden abzusichern.

Die Allianz hatte nach 1990 die DDR-Versicherungsverträge übernommen, in denen der Schutz gegen Hochwasser mitversichert war. Bisher wurden alle Schäden daraus zu 100 Prozent ersetzt. Dies soll sich nun ändern.

Etwa 15.000 der 450.000 Versicherten mit Altverträgen haben jetzt ein Umwandlungsangebot der Allianz erhalten. Darin wurden die Prämien angehoben und ein Selbstbehalt von bis zu 3.000 Euro eingeführt.

„Die Selbstbehalte sind damit gleich wie in anderen Regionen in der Bundesrepublik auch. Damit haben wir immer noch ein sehr gutes Angebot, das wir den Kunden machen können. Wer mit den Offerten, die wir jetzt ausstellen, nicht einverstanden ist, der kann sich natürlich umsehen und schauen, ob er anderswo die Deckungen kriegen würde. Wenn dem so wäre, dann könnte er wechseln“, sagte Allianzvorstand Moser am Freitag im rbb. Die Deckungssummen für die Gebäude blieben gleich, hieß es.

Als Gründe für die Veränderungen nannte der Allianzvorstand Häufung und Ausmaß von Wetter-Ereignissen mit darauffolgenden Hochwasser. Die „Solidarität unter den Versicherten“ dürfe nicht „überstrapaziert“ werden.

Politk fordert besseren Versicherungsschutz

Die Politik hat nach dem Sommerhochwasser einen besseren Versicherungsschutz für die Betroffenen gefordert.

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) hatte Anfang September angesichts der immensen Schäden beim letzten Hochwasser für einen besseren Versicherungsschutz vor Elementarschäden plädiert. Bei Naturkatastrophen sollte er gesetzlich geregelt sein, so Tack.

Für Häuser in Hochwasserregionen sei der Elementarschutz oft schwer zu bekommen, betonte sie. Schäden durch Naturkatastrophen würden heute vor allem durch staatliche Ad-hoc-Maßnahmen und private Spenden reguliert. Dafür gäbe es jedoch keinen Rechtsanspruch, hieß es.

Quelle: rbb-online.de

Das Unwetter vom 20. Juni ruft böse Erinnerungen wach. Durch die starken Regenfälle wurden Bäche zu reißenden Flüssen und sorgten für schwere Überflutungen. Der Dahlemer Bauausschuss hat nun nach Ursachen geforscht.

 

Das heftige Unwetter, das am Abend des 20. Juni über der Eifel tobte, werden viele Bewohner von Berk und Kronenburg so schnell nicht vergessen. Denn durch die starken Regenfälle wurden kleine Bäche zu reißenden Flüssen und sorgten für schwere Überschwemmungen. Der Dahlemer Bauausschuss betrieb nun bei einer Rundreise Ursachenforschung.

Erste Station war in Berk das Grundstück der Familie Klein. Es liegt direkt an der Berke, einem kleinen Bach. Matthias Klein berichtete den Politikern, wie der Bach in der Unglücksnacht binnen kurzer Zeit enorm anschwoll und Haus und Grundstück überflutete. Sein Vorschlag war, am Ufer einen Damm zu errichten, damit die Berke auch bei Hochwasser in ihrem Bett bleibt.

Diese Idee stieß auf wenig Gegenliebe. Denn nach dem Unwetter war die Berke so stark angestiegen, dass sie sogar die hinter dem Haus gelegene Brücke überschwemmte. „Man muss weiter oberhalb im Bachlauf nach einem Bereich suchen, der bei Hochwasser als Überflutungsbereich genutzt werden kann“, meinte Ausschussvorsitzender Dr. Heinz Rütz (CDU).

Gitter total verstopft

Dann ging es weiter zum Krombach. Auch er ist normalerweise ein kleines Bächlein, das am Ortsrand von Berk durch einen großen Bogen unter der Grundstückszufahrt von Ralf Dederichs herführt.

Ein rotes Metallgitter soll dafür sorgen, dass Äste und Laub die dahinter liegende Verrohrung nicht verstopfen.

Doch beim Unwetter im Juni führte der Krombach so viel Material mit, dass das Gitter total verstopfte und das Wasser über die Grundstückszufahrt floss. Die Flutwelle brach in dem Haus sogar Türen auf, 1,40 Meter hoch stand das Wasser in Wohnung und Garage.

Drei Autos, ein Motorrad, die Heizungsanlage sowie mehrere Haushaltsgeräte wurden beschädigt. In der Wohnung sammelten sich Wasser, Schlamm, Schnecken und Grünzeug. Der Anlieger beklagte einen Sachschaden von rund 50 000 Euro.

Beschwerden waren erfolglos

Doch nicht nur das: Auch über den oberhalb liegenden Alenweg war das gesamte Oberflächenwasser auf das Grundstück geflossen. Denn der Alenweg ist zwar asphaltiert, hat aber weder einen Bordstein noch eine Entwässerung. Frühere Beschwerden der Familie waren erfolglos geblieben. Dies soll sich nun ändern: Der Bauausschuss beschloss, dass im Alenweg ein Metallgitter installiert werden soll, durch das das Regenwasser ablaufen kann.

Auch in Kronenburg war es zu Überschwemmungen gekommen. Davon war zum Beispiel die SPD-Fraktionsvorsitzende Brigitte Brandenburg betroffen, die nun selbst an der Ortsbesichtigung teilnahm. Ihr Haus war von dem Klingelseifen überschwemmt worden. An seinem Bachlauf hat man schon reagiert. Denn auch dort wurde ein Gitter verstopft, das vor einer Verrohrung sitzt. Infolgedessen hatte sich der Klingelseifen einen anderen Weg gesucht.

Statt dieses Gitters wurden bereits mehrere Holzgitter weiter oberhalb des Rohrs in den Bachlauf gesetzt.

Wenn diese verstopfen, kann das Wasser immer noch außen herum an den Gittern vorbei und dann durch das Rohr fließen. Eine ähnliche Lösung soll nun auch am Krombach in Berk verwirklicht werden.

Quelle: ksta.de

 

Themen sind unter anderem die Energiewende und das Sommerhochwasser in Deutschland. Mehr als 3.000 Teilnehmer werden zum Extremwetterkongress in der Hafencity erwartet.

Zum 8. Extremwetterkongress werden vom 23. bis 27. September mehr 3.000 Teilnehmer in der Hamburger HafenCity erwartet. Ziel des Kongresses ist es, neue Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie das Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation als Veranstalter am Donnerstag mitteilte. Mit über 80 internationalen Experten sei der Kongress die größte Bildungsveranstaltung zum Wetter und Klima in Deutschland. Themen sind unter anderem die Energiewende, die aktuellen Überschwemmungen in Colorado (USA) und Mexiko sowie das Sommerhochwasser in Deutschland.

Parallel zu dem Kongress gibt es im Überseequartier der HafenCity eine Ausstellung mit 50 großformatigen Fotos zu besonderen Natur- und Wetterphänomenen. Gezeigt werden 1,20 mal 1,80 Meter große Bilder von Wüsten- und Eislandschaften, Überschwemmungen, Gewittern und Stürmen. Die Open-Air-Ausstellung ist kostenlos und ein Besuch rund um die Uhr möglich (EPD)

Quelle: abendblatt.de

Die Podiumsdiskussion der Bayerischen Architektenkammer in München sucht konkrete Lösungen um in Zukunft Hochwasserkatastrophen zu vermeiden.

Ort: Bayerische Architektenkammer, Haus der Architektur, Waisenhausstraße 4, 80637 München
Datum: Mittwoch, 25.09.2013, 19:00 Uhr

Die Hochwasserkatastrophe im Juni 2013 hat weite Gebiete um Elbe und Donau verwüstet zurückgelassen. Flutwellen infolge von gebrochenen Dämmen haben berufliche Existenzen vernichtet und privates Eigentum zerstört. Die Menschen, die in den hochwassergefährdeten Gebieten zu Hause sind, möchten trotz allem ihre Heimat nicht verlassen. Sie benötigen Unterstützung – nicht nur finanzieller Art, sondern vor allem beim Wiederaufbau und präventiv beim Schutz vor weiteren Flutkatastrophen.
Architekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner sind dabei in besonderer Weise gefordert. Es geht um die Schadenserfassung und –feststellung, um Objektplanung und Baubetreuung, aber auch um eine dem Leben am Fluss angepasste Stadtplanung und eine den Belangen des Hochwasserschutzes gerecht werdende Renaturierung von Flüssen.

Wie können Planer dazu beitragen, solche Katastrophen künftig zu vermeiden? Welche Rolle spielt dabei die Bauleitplanung? Müssen mögliche Gefährdungen durch Hochwasser bereits im Baugenehmigungsverfahren berücksichtigt werden? Und wie ist die Politik in diesem Zusammenhang gefordert?
Diesen und weiteren Fragen geht die Bayerische Architektenkammer in einer Podiumsdiskussion nach. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: info@byak.de

Teilnehmer:
– Dipl.-Ing. (FH) Christian Bernreiter, Landrat des Landkreises Deggendorf
– Dipl.-Ing. Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, Präsidentin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA)
– Dipl.-Ing. Lutz Heese, Architekt und Stadtplaner, Präsident der Bayerischen Architektenkammer
Moderation:
Stephanie Heinzeller, Bayern 2 Radio

Quelle: detail.de

 

 

Bei den jüngsten Hochwassereinsätzen im Juni hat sich die Zusammenarbeit ziviler und militärischer Kräfte bis auf kleine Kommunikationspannen erneut bewährt. Diese Ansicht vertrat der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi in einem dpa-Interview im Vorfeld eines Kongresses zur Hochwasserkatastrophe in Berlin. Auf allen Ebenen seien Verantwortungsträger hochmotiviert und engagiert gewesen und hätten die notwendigen Entscheidungen getroffen. Besonders und auch neu…
Wenn auch die Zusammenarbeit insgesamt gut funktioniert habe, könne Helfern mit einer besseren Kommunikation im Katastrophenfall viel unnützer Aufwand erspart werden, sagte Körbi. „Etwas, das uns wirklich sehr belastet hat hier im Stab, waren die Meldungen von angeblichen Deichdurchbrüchen. Wir haben über 30 solcher Meldungen erhalten, nach der Überprüfung vor Ort bleiben noch genau 7.“ Die Einrichtung eines entsprechenden Meldesystems hält Körbi für sinnvoll. Er sprach sich auch für mehr gemeinsame Übungen aus.

Bei dem Kongress des Deutschen Feuerwehrverbandes am Freitag und Samstag in Berlin zu Lehren aus der Hochwasserkatastrophe 2013 soll der Kommandeur über den Aspekt der zivil-militärischen Zusammenarbeit sprechen.

Quelle: focus.de

Der Deich steht nur für die Übungen eine Zeit lang in Leer. Helfer haben in Ostfriesland ansonsten kein Gelände, um den Ernstfall zu proben.

Für den Kampf gegen Hochwasser gibt es bald ein richtiges Übungsgelände in Ostfriesland. Beim Technischen Hilfswerk in Leer entsteht in den nächsten Monaten eine Anlage, auf der realistische Einsätze zum Hochwasserschutz und zur Deichverteidigung geübt werden können.

Herzstück des Geländes ist ein drei Meter hoher und knapp 60 Meter langer Übungsdeich. Darauf sollten mögliche Schadenssituationen gezeigt und ihre Abwehr sowie Reparatur geübt werden, sagte ein THW-Sprecher am Freitag beim ersten Spatenstich.

Quelle: nwzonline.de