Archiv für die Kategorie ‘Fischerdorf’

Unterstützung für Hochwasser-Opfer

Veröffentlicht: Oktober 25, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf, Hilfe

Der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham übergab in Furth im Wald einen Scheck von 700 Euro für in Not geratene Menschen in Fischerdorf bei Deggendorf.

Dass die Hochwasseropfer von Fischerdorf bei Deggendorf nicht vergessen sind, zeigte ein Volksmusik_Nachmittag, den der Oberpfälzer Volksliedkreis Cham zusammen mit dem Auhof-Bauern Karl Schreiner in Furth im Wald initiierte. Mit viel Musik und Gesang verschiedener Gruppen aus der Region fand ein unterhaltsamer Nachmittag im Kolpinghaus statt. Dabei wurde zu Spenden für Fischerdorf aufgerufen.

Nun hat der Regionalvorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises, Sepp Krems, zusammen mit Karl Schreiner und Elfriede Gebert aus der Vorstandschaft die Summe von 700 Euro an Johanna Plach übergeben, eine der Initiatoren der Aktion „Helfen und Begleiten“. Die Gruppe mit Angehörigen der Pfarreien Furth, Rimbach und Gleißenberg begleitet seit Anfang Juli viele Fischerdorfer und Natternberger.

„Wer meint, dass nun alles für die Leute wunderbar läuft, der täuscht sich schwer“, stellte Günther Plach fest. Bei jeder Fahrt fehlten mehr Häuser, fast jedes dritte Haus müsse abgerissen werden, viele Familien hätten bis jetzt nur wenig Geld erhalten.

Gerade der Winter stelle viele vor große Probleme. So sei der Bürgerbus, mit dem die Gruppe meistens unterwegs ist, auf jeder Fahrt nach Fischerdorf randvoll mit Möbeln, Kleidung, Werkzeug, Elektrogeräten und vielem mehr. „Wir sind für jede Unterstützung dankbar und geben Spenden sofort direkt an die Betroffenen weiter,“ so Johanna Plach.

Quelle: mittelbayerische.de

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Metzgerei in Fischerdorf eröffnet wieder

Veröffentlicht: September 19, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

Im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf ist am Donnerstag (19.09.13) die Traditionsmetzgerei Schiller wieder eröffnet worden. Der Handwerksbetrieb war bei der Hochwasserkatastrophe Anfang Juni völlig zerstört worden.

Die Metzgerei und der Laden mussten neu eingerichtet werden. Für die Fischerdorfer kehrt mit der Eröffnung der Metzgerei in der Hauptstraße wieder ein Stück Normalität zurück.

Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) und Landrat Christian Bernreiter (CSU) gratulierten der Familie Schiller bei einem Besuch persönlich zur Wiedereröffnung. Metzgermeister Josef Schiller hofft, dass die Kundschaft, die er vor der Flut hatte, schnell zurückkommt. Der dreimonatige Verdienstausfall habe den Betrieb schwer getroffen, so der Chef.

Quelle: br.de

Vor zwei Monaten ging Fischerdorf nach einem Dammbruch an der Isar unter. Die schmutzige Brühe ist abgeflossen, doch die Schäden sind geblieben. Ein Ortsbesuch bei Familie Kufner

Ringsum überall dunkle Wolken. Nach den heißen Tagen im Juli ergießen sich „ergiebige Regenfälle über Bayern“, berichtet ein Radiosprecher in schönstem Meteorologendeutsch. Nur im Deggendorfer Stadtteil Fischerdorf fällt seltsamerweise bisher kein Tropfen. Wer an höhere Mächte glaubt, der könnte das so deuten: Der Himmel will gutmachen, was er vor zwei Monaten hier verbrochen hat.

Und da ist einiges zusammengekommen. Jeder hat noch die Bilder des niederbayerischen Ortes vor Augen, der Anfang Juni in schmutzig-braunen Fluten versank. Denn Fischerdorf liegt wie in einer Badewanne, eingeschlossen zwischen den Dämmen von Isar und Donau, die dort zusammenfließen. Nur kurz ließ sich der bröckelnde Isardamm verteidigen. Dann kam die Flut – binnen weniger Stunden rollte das Wasser wie eine Lawine heran. Lautlos schluckte es alles, was sich ihm in den Weg stellte. Fischerdorf gab es nicht mehr. Auf Luftbildern waren allenfalls noch die Dächer zu sehen. 14 Tage dauerte es, bis die Bewohner wieder in die Häuser konnten. Oder besser gesagt: in das, was von ihnen übrig geblieben war.

Das Wasser rollte wie eine Lawine heran

Jetzt, Mitte August, wirkt die Gegend nach der wochenlangen Hitze wie ausgedörrt. Das Gras in den Vorgärten ist verbrannt. Martina Kufner steht in Shorts und T-Shirt vor ihrem Haus an der Hauptstraße und zeigt auf die Wand, von der – wie an vielen anderen auch – weit über Mannshöhe der Putz abgeklopft ist. „2,30 Meter hoch stand die Brühe“, erzählt die 35-jährige Grafikerin. Ein dunkler Streifen zeichnet sich wie ein Mahnmal der Flut an der Mauer ab. Und, man mag es kaum glauben: Es riecht noch immer nach Öl.

„War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer.“ Martina Kufner

Die Kufners sind eine von über 600 betroffenen Familien in Fischerdorf. Über eine halbe Milliarde Euro betragen die Schäden, die die Wassermassen im Raum Deggendorf angerichtet haben. Das hat man im Landratsamt errechnet. Freistaat und Bund haben massive Hilfsprogramme verabschiedet. Vor kurzem waren Ministerpräsident Horst Seehofer und sein Umweltminister Marcel Huber vor Ort, um zu zeigen, dass die Fischerdorfer nicht vergessen seien. Die ersten Zahlungen aus dem Bund-Länder-Wiederaufbau-Fonds werden noch im August fließen, sicherte Seehofer zu. Damit sollen bis zu 80 Prozent der Schäden abgedeckt werden.

Doch die Leute wissen: Es ist Wahlkampfzeit. Da versprechen Politiker gerne. Ob sie das später auch halten, daran zweifelt in Fischerdorf noch der ein oder andere. „Mal sehen, was passiert. Fragen Sie mich in einem Jahr noch mal, ob wir den Wiederaufbau finanziell stemmen konnten“, bemerkt Stefan Kufner und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er nimmt gerade Bodenproben im Garten, dessen Humusschicht möglicherweise von den Fluten verseucht wurde.

600 betroffene Familien in Fischerdorf

Das Schicksal der Kufners ist beispielhaft für viele in dem Deggendorfer Ortsteil. Das 1995 erbaute Haus des jungen Paares konnte wie die meisten hier im Überschwemmungsgebiet nicht versichert werden. Doch der immense finanzielle Schaden ist nicht das einzige Problem. Im Erdgeschoss wohnte die pflegebedürftige Mutter, die seither bei Verwandten einquartiert ist. Es wird noch Monate dauern, bis sie wieder zurück kann. Das Elternhaus, direkt an der Straße, hat die Familie aufgegeben. „Es wird wohl abgerissen.“ Die neue Immobilie soll aber erhalten werden – allerdings ist dazu eine Generalsanierung notwendig. Sogar die Ziegel müssen mit hochaggressivem Wasserstoffperoxid behandelt werden, damit all der Schimmel, die Pilze und die giftigen Ölrückstände verschwinden.

Das Elternhaus wird wohl abgerissen

Gerade ziehen die letzten Handwerker ab. Sie verabschieden sich in den Sommerurlaub. „Wir haben unseren Urlaub storniert“, sagt die junge Mutter. Zum Trauern über die missliche Situation hatten die Kufners allerdings bisher keine Zeit. Seit Wochen arbeiten sie praktisch ohne Unterbrechung. Stefan Kufner bekam von seinem verständnisvollen Arbeitgeber 20 Tage Sonderurlaub. Vor dem Haus steht ein Schuttcontainer, in dem Ziegel liegen. Ein Erker wurde abgerissen, weil sich das Mauerwerk mit Öl vollgesaugt hatte. Auch diverse Innenwände mussten raus. Noch steht alles leer. Rohbauatmosphäre. Wie in vielen Häusern surren auch hier mitten im Sommer die Bautrockner. Die Suche nach den Schuldigen der Flut steht für die Kufners nicht im Vordergrund. Sie kämpfen wie die meisten anderen Fischerdorfer weiterhin um Anschluss an die Normalität. Die ist noch nicht in Sicht. Tief ins kommende Jahr wird es dauern, bis die Schäden behoben sind. Erst in den letzten Tagen konnte der 36-Jährige wieder halbwegs geregelt seiner Arbeit nachgehen.

Mauerwerk von Öl getränkt

Mancherorts sieht es schon aufgeräumter aus. Zwischen den zwei Deichen der Donau, gleich hinter der mächtigen modernen Brücke, die nach Fischerdorf führt, beispielsweise. Da kann man wieder von einem Postkartenidyll sprechen. Auf sattgrünen Wiesen weiden die Rösser des örtlichen Reitvereins. Nichts erinnert hier an die Katastrophe. Doch dahinter hat sich das Leben nicht erholt. Der Bäcker hat nach wie vor geschlossen. Das Farbengeschäft ist umgezogen. Ein großes Plakat weist auf den neuen Standort hin. Die Renovierungsarbeiten haben hier noch nicht einmal begonnen. Vor den Autohäusern, auf deren Parkplätzen die Autos im Juni schwammen wie bunte Enten, sieht es schon wieder geschäftig aus. Wer aber hinter die Kulissen in die Schauräume blickt, der bemerkt, dass die Händler nur eine Art Notbetrieb fahren. „Es geht weiter, aber es ist schwierig“, berichtet eine Mitarbeiterin. Die Geschäftsführung des BMW-Vertreters lehnt eine Stellungnahme ab. Die Leute haben anderes zu tun, als über Wasserschäden zu lamentieren. Es gilt, das Unternehmen zu retten, was schwer genug sein dürfte. Billige, flutgeschädigte Gebrauchtwagen gibt es in Fischerdorf übrigens nicht. Die meisten Autos seien zurück zu den Herstellern gebracht worden, hört man. Die anderen wurden von Autoteilehändlern aus Tschechien zerlegt wie Schlachtvieh.

„Es geht weiter, aber es ist schwierig“

Nicht weit entfernt ist das Haus von Josef Gruber zu sehen. Es steht leer. Die Garage davor ist – wie das Nachbarhaus auch – abgerissen. Die Fensterstöcke im Obergeschoss fehlen, einige Dachplatten sowie die Außenverkleidung ebenfalls. Das erst vor wenigen Jahren renovierte Gebäude scheint nicht mehr sanierbar zu sein. Am 14. Juni berichteten wir an dieser Stelle über das Schicksal des 50-jährigen Gruber und seiner Familie. Die Resonanz war enorm. Viele Leser meldeten sich und wollten für ihn spenden. Leider war die Familie nicht mehr zu erreichen. Denn das Telefon ist seit der Flut tot. „Das Haus vom Gruber muss abgerissen werden“, bestätigen die Nachbarn die eigene Vermutung. Er lebe mit seiner Familie inzwischen im benachbarten Plattling. Genaueres weiß man nicht.

Staat prüft, dass Geldempfänger wirklich bedürftig sind

Doch auch Gruber, der in den ersten Tagen nach der Flut so verzweifelt war, darf hoffen. Er könnte zu den Härtefällen zählen, denen der Schaden aus öffentlichen Geldern komplett ersetzt wird. Denn sein Haus war längst noch nicht abbezahlt. Die Altschulden drücken. Allerdings überprüft der Staat penibel, wer wirklich hilfsbedürftig ist, um Betrügern das Wasser abzugraben. Denn es sollen, so hört man, in den ersten Tagen auch einige Leute Soforthilfe kassiert haben, die gar nicht hochwassergeschädigt sind. 15 Seiten stark ist der Antrag des Landes Bayern. „Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen“, beschreibt Kufner das Schreiben. Der Antrag des Bundes umfasse nur drei Seiten.

Finanziell sieht es derzeit trotz Unterstützung aus regionalen Hilfsprojekten düster aus. Alles in allem etwa 18 000 Euro, schätzt Martina Kufner, dürfte die Familie bisher erhalten haben. Das ist bei einem Gesamtschaden von knapp einer halben Million Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch günstige Kredite über 10 000 oder 20 000 Euro, die von örtlichen Banken angeboten werden – die ersten zwei Jahre rückzahlungsfrei –, helfen nicht wirklich weiter.

„Das ist wie ein Hartz-IV-Antrag. Wer Geld will, muss die Hosen runterlassen.“ Stefan Kufner

Zwischen all den Problemen gibt es auch gute Nachrichten. Eine davon: Die vorhergesagte Mückenplage hält sich in Grenzen. Möglicherweise konnten die Insekten auf dem giftigen Wasser nicht richtig brüten. „Die Fliegen sind schlimmer“, bestätigt Martina Kufner. Und: In all dem Chaos sind die Fischerdorfer nach wie vor überrascht von der unglaublichen Hilfsbereitschaft, die sie erlebt haben. Wildfremde Menschen hatten angepackt, viele mit bloßen Händen, andere zeigten sich als finanzielle Wohltäter. Die seien durch den Ort gelaufen und hätten gesagt: „Da habt’s einen Hunderter“, erzählt Martina Kufner. Das hat bei ihr und ihrem Mann nachhaltig Eindruck hinterlassen. Oben, am Balkon ihres Hauses, hängt ein Banner mit der Aufschrift: „Vielen Dank den freiwilligen Helfern.“ Stefan Kufner, selbst Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, fügt hinzu: „Wenn das alles hier rum ist, dann helfe ich auch woanders mit, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird.“

Mückenplage hält sich in Grenzen

Einige Straßen weiter lebt Sieglinde Pfeffer. Sie hat ihre im überschwemmten Erdgeschoss lebenden Eltern in den Urlaub geschickt: „Die waren fix und fertig.“ Zusammen mit ihrem Mischlingshund Sissy hütet sie das Haus. Der Ofen aus hellblauen Kacheln ist das einzige Möbel, das übrig blieb. „Der Rest war Sperrmüll.“ Wie die meisten Fischerdorfer, sagt auch sie, habe man gewusst, dass die Gegend Überschwemmungsgebiet ist. Viele waren darauf eingerichtet, hatten Pumpen im Keller, die Regale waren höher angebracht. Ein guter Meter Hochwasser hätte kaum Schaden angerichtet. „Aber wer konnte mit so etwas rechnen?“

Interessant ist, dass sich die Menschen trotz großer Unsicherheit nicht unterkriegen lassen. Ein Umzug in ein hochwassersicheres Gebiet kommt für die meisten nicht in Frage. „War ma Fischerdorfer, sam ma Fischerdorfer, bleim ma Fischerdorfer“, sagt Martina Kufner. Das klingt wie eine Kampfansage.

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Nach dem Hochwasser kommt der Abriss: Opfer warten auf Fluthilfe – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Nach-dem-Hochwasser-kommt-der-Abriss-Opfer-warten-auf-Fluthilfe-id26653161.html

Xaver Waindinger hält im überfluteten Haus durch

Veröffentlicht: Juni 8, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Der Fischerdorfer ist in seinem überfluteten Haus geblieben − Seine Frau versorgt ihn vom Damm aus über eine Tüte an einer Angelschnur
Eigentlich ist der Fischerweg in Deggendorf eine recht idyllische Wohngegend, eingereiht zwischen Donau und Isar. Die Hochwasserflut hat nun alles verändert. Xaver Wandinger hat hier ein Haus. Er ist einer der vielen Geschädigten, die in ihren Häusern geblieben sind. Wandinger hat die Katastrophe Tag für Tag, Stunde für Stunde in ihrem Zentrum miterlebt.

Ehefrau Gabi hat das Familienhaus zwei Tage, nachdem die Flut gekommen war, mit dem Boot der DLRG verlassen. Ehemann Xaver war nicht zu bewegen, das kampflos aufzugeben, was mühevoll in vielen Jahren aufgebaut wurde.

Noch rechtzeitig wurden Möbel oder Musikinstrumente der Töchter vom Erd- ins Obergeschoss geschleppt. Nur was fest eingebaut ist, wie etwa die neue Küche, steht rund einem Meter in der Wasserbrühe. Xaver Waindinger nimmt es mit Galgenhumor.

„Gott sei Dank gibt es keine Todesopfer zu beklagen, sondern es sind materielle Schäden“, meinte er zur Deggendorfer Zeitung, die ihm einen Besuch abstattete.
Über den neu gebauten Donaudamm, der bereits für ein 100-jährliches Hochwasser ausgerichtet ist, kann das Haus erreicht werden. Xaver Waindinger zeigte sich in der Not erfinderisch: Vom Hausobergeschoss aus spannte er mit einer Angelschnur einen Versorgungszug zum Damm, von wo aus ihn seine Ehefrau mit dem „Nötigsten“ versorgt. Dazu gehören auch Batterien fürs Handy, damit der Kontakt zur Außenwelt gesichert ist.

Die Männer vom städtischen Entwässerungsamt mit Alfons Straßer, Helmut Berthold und Manfred Spieß, kämpfen gleich neben der Maximiliansbrücke fieberhaft darum, dass das Schöpfwerk nicht ausfällt, weil sonst zusätzlich Donauwasser hinzukommen würde. „Wenn du etwas brauchst, dann schrei uns einfach“, haben sie Waindinger gesagt.

Die Wasserversorgung funktioniert noch, der Strom ist abgeschaltet, einige Flaschen Wein hat er auch noch im Haus, so dass das „Leben“ eigentlich recht gut zu ertragen wäre, wenn da nicht die stinkende Ölbrühe rund ums Haus schwimmen würde.

Im Keller, der aus einer sogenannten Betonwanne errichtet wurde und dennoch flutete, hat Waindinger seine Heizöltanks am Boden fest montiert. Sie sind deshalb nicht ausgelaufen, während in anderen Häusern, wo die Tanks aufgetrieben wurden, das Öl austrat. Weil das Wasser nur langsam abzieht, wird sich das Öl im Boden festsetzten, glaubt Waindinger und macht sich Sorgen um seinen Garten und die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, wo nun alles schwimmt: Siloballen, Mülltonnen, Gartenmöbel, Fahrräder oder jede Menge Brennholz, das sich mit Öl vollsaugt. Auch hat er schon beobachtet, wie Schwalben aus der Brühe tranken und dann abstürzten, weil sie sich vergifteten. Vorbeigeschwommen sind farbige Koi-Karpfen aus Gartenteichen, die dann aber verschwunden sind. An einem Begrenzungspfosten auf dem Damm hat sich ein Bienenschwarm festgesetzt, beobachtet der Xaver vom Fenster aus. Zwei Rehe liefen den Damm entlang und wussten nicht wohin. Biber sind aus ihren Quartieren an der Isar zum Donaudamm geschwommen und haben versucht, neue Löcher zu graben. „Die wurden aber abschossen, um nicht noch weitere Schäden anzurichten“, sagte Waindinger und schließt sein Fenster, weil der Gestank auch durch das nun warme Wetter unerträglicher wird. Wenn heute, Samstag, das Wasser weiter zurück geht, dann will er sein Haus verlassen, nicht mit dem Boot, sondern in Gummistiefel.

Xaver Waindinger lobte trotz des Elends die Stadt, die den Ausbau des Donaudamms vorangetrieben hat, der den Wassermassen − anders als der alte Isardeich − Stand gehalten hat. Sonst wäre eine noch größere Katastrophe über Fischerdorf hereingebrochen.


http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_deggendorf/

Deichöffnung bei Fischerdorf für Abfluss nach Flut angedacht

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 


Eine Sprengung des Deiches bei Fischerdorf ist unwahrscheinlich, aber in jeder Nachricht steckt ein „kleiner Wahrheitsgehalt“, erklärt Josef Ehrl, Pressesprecher des Landratsamtes Deggendorf: Falls in den kommenden Tagen das Wasser in der Donau erheblich tiefer stünde als im Hochwasserpolder, dann werde eine Deichöffnung in Erwägung gezogen. Damit könnte der Abfluss des Wassers aus dem Polder beschleunigt und kontrolliert werden.

Dafür müsse die Donau aber gut 50 Zentimeter unter dem Polderstand verlaufen. Außerdem werde noch Aufwand und Nutzen geprüft. Der Deich müsste dann schließlich auch wieder schnell und zuverlässig geschlossen werden, so Ehrl. Für die relativ kleinen Öffnungen wäre schweres Gerät die erste Wahl. Nur für den äußersten Ausnahmefall befindet sich der Einsatz von Pionieren zur Sprengung derzeit in der Prüfung.

http://www.pnp.de/

Dammbrüche – 4000 Menschen evakuiert – Schulen fallen aus

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Fischerdorf

 
Nach weiteren Dammbrüchen an der Donau ist die A3 seit etwa 17.30 Uhr überflutet. Betroffen ist der Bereich zwischen Deggendorf und Hengersberg. Die Autobahn war vorher schon komplett gesperrt worden. Das Hochwasser bei Fischerdorf hat sich zuvor weiter verschlimmert. Seit Dienstagnachmittag um 16.30 Uhr drohte die Überflutung der Autobahn. Der Hochwasserpolder bei Fischerdorf konnte nicht gehalten werden. Fischerdorf wurde not-evakuiert. Gleiches gilt für Niederalteich. Hier breitet sich Wasser aus, das vom Dammbruch in Winzer stammt. Es wurde befürchtet, dass weitere Dammbrüche im Laufe der Nacht die Lage nochmals deutlich verschärfen. Insgesamt wurden mehr als 4000 Menschen im Landkreis Deggendorf evakuiert.

Gesperrt ist die A3 zwischen Hengersberg und Straubing. Auch betroffen ist die A92 zwischen Landau an der Isar und Deggendorf in Fahrtrichtung Deggendorf. Die A92 ist in die Fahrtrichtung zwar nicht mehr gesperrt, aber der Verkehr staut sich. Die Autofahrer werden rausgewunken (Stand: 19 Uhr) und müssten angeben, wohin sie fahren. Wer nach Deggendorf fährt, darf durch. Wer auf die A3 will, wird abgeleitet und sollte frühzeitig auf die Bundesstraße ausweichen. Empfohlene Umleitung über B20 Landau a.d.Isar, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau, B12 Pocking, A3 Pocking und A3 Passau-Süd, (Für Fahrzeuge die auf die A 3 Richtung Straubing wollen empfehlen wir die B20 zu befahren)

Umleitungsempfehlung für A3:

A3 Passau Richtung Nürnberg: Umleitung über B8 oder empfohlene A3 Nürnberg Richtung Passau: Umleitung über B20 Straubing, B20 Eggenfelden, B388 Eggenfelden, B388 Rottau, B12 B388 bei Rottau und B12 Pocking, Ausweichstrecke: B20 bis Eggenfelden dann B388 bis AS Pocking. − sas

Schulbetrieb
Am Mittwoch bleiben alle Schulen im Landkreis Deggendorf geschlossen. Die Abiturprüfungen an der FOS und BOS finden statt!
Die Abiturienten der übrigen Gymnasien werden gebeten sich bei der jeweiligen Schule zu melden.

http://www.pnp.de