Archiv für die Kategorie ‘Halle’

Auszeichnung für Lebensmittel-Verteiler

Veröffentlicht: November 16, 2013 von fluthelfer in Halle

Auf einem Empfang in der Magdeburger Staatskanzlei werden am Samstag die ersten Fluthelfer geehrt. Insgesamt sollen 51.000 Fluthilfenadeln und Bandspangen an zivile und uniformierte Helfer vergeben werden. Unter den Ausgezeichneten ist Ronnsen Behrens aus Halle, der im Juni mit Freunden Lebensmittel-Spenden organisiert hatte.

 

Die Reaktion eines Freundes ist Ronnsen Behrens im Gedächtnis geblieben. Ein Schrank von einem Mann, einer, den nichts umwirft, hatte plötzlich Tränen in den Augen. Er war beeindruckt von dem Anblick, der sich ihm im allein gelassenen halleschen Stadtteil Lettin geboten hatte – und von der Dankbarkeit der Menschen dort. „Du glaubst nicht, was da los ist, hat er gesagt“, erinnert sich Behrens. Juni 2013: Halle versank im Flutchaos. Und eine Armada von Freiwilligen stemmte sich gegen die Wucht der Saale.

Ronnsen Behrens, der heute als einer der ersten die Fluthelfer-Nadel des Landes erhält, gehörte mit seinen Freunden dazu. Männer, die ihre Freizeit üblicherweise Autos widmen. In Behrens kleiner privaten Werkstatt im Osten der Stadt steht unter anderem ein VW Derby, Baujahr 77. Der 30-Jährige baut alte Kisten wie diese wieder auf, fährt auf Tuning-Treffs und Messen, trifft sich mit Freunden, die ebenso vernarrt in Autos sind wie er. Als der Pegel der Saale stieg und stieg, trat das PS-starke Hobby aber wie vieles andere in den Hintergrund. „Natürlich hätten wir uns auch mit einer Tüte Chips vor den Fernseher setzen können“, sagt Behrens heute. „Aber wir haben uns nur angesehen und gewusst: Wir müssen irgendetwas tun.“ Was sie da noch nicht ahnten: Aus den ersten Einsätzen beim Ausräumen eines gefährdeten Hauses und auf dem Gimritzer Damm würde ein logistisches Mega-Projekt werden.

Es begann mit vier Wasserkästen und ein paar Pappbechern auf dem Marktplatz, direkt an der Sandsack-Füllstation. „Es war warm, die Helfer hatten Durst und Hunger“, so Behrens. Seine kleine Spende potenzierte sich schnell. Kaufhäuser brachten Kaffee, wildfremde Menschen Töpfe mit warmem Essen und Platten mit selbst gebackenem Kuchen. „Nach ein paar Stunden brauchten wir schon einen Tisch.“ Pavillons kamen dazu, um die Lebensmittel vor der Sonne zu schützen. Und irgendwann, erinnert sich Behrens, war das kleine Projekt mit Wasserkästen aus dem Kofferraum zur Top-Versorgungsstelle für Halles Fluthelfer angewachsen. Getränkehersteller fuhren palettenweise Ware herbei, Großbäckereien kündigten Lieferungen an. Seine Handynummer habe im Internet gestanden, Hilfsorganisationen oder die Freiwilligenagentur hätten an ihn verwiesen, wenn es um Versorgung ging, so der angestellte Karosseriebauer.

Er und seine Freunde zogen von nun an Fäden: Zu Gaststätten, in denen die Brote von den Bäckereien geschmiert wurden. Zu einem DJ. Zu Feuerwehr und Polizei und zur Stadt, die half, als die jungen Leute über Nacht nicht wussten, wohin mit all dem, was nach Tag eins an Spenden übrig war – acht Transporter voll. Die im Kern 15 Mann starke Gruppe hatte ansonsten alles, was nötig war: Strategen, Anpacker, Leute mit Technik – zusammengeknüpft zu einem riesigen Spinnennetz, wie es Behrens beschreibt. Aufhören, selbst wenn sie gewollt hätten, kam nicht mehr in Frage. „Auf einmal hatten wir ja auch Verantwortung für die Spenden“, sagt Sebastian Grumbach, einer, der durch Zufall auf die Runde stieß. Eine Hilfsorganisation hatte ihn weggeschickt, weil er im Rollstuhl sitzt. „Ich hatte aber Zeit und Elan.“ Und zwei gesunde Arme, um Essen und Getränke zu verteilen.

Ronnsen Behrens und Sebastian Grumbach ist von diesen Tagen einiges in Erinnerung geblieben. Die „Nudel-Mutti“, wie sie die Frau nannten, die mit einem Riesentopf ankam und sogar fragte, was sie am nächsten Tag kochen solle. Die alte Dame mit Gehhilfe. Menschen, die ihnen begeistert Geld in die Hand drückten, was neben Pfandeinnahmen half, Mülltüten, Teller oder Besteck zu besorgen. Einer wollte sogar 500 Euro geben. Vor allem aber wusste Behrens schnell: „Auf meine Freunde ist Verlass.“

Die meisten hatten inzwischen ihre Arbeitgeber um Freistellung gebeten – in der Regel erfolgreich. Selbst ein Lokführer bekam das Okay der Deutschen Bahn. Ein Lkw-Fahrer aus Behrens’ Freundeskreis kam mit einem 40-Tonnen-Kühllaster, von dem aus ab Tag zwei des Versorgungsprojektes rund um die Uhr Spenden auf dem Sandsackfüllplatz in der Heide verteilt wurden. „Wir konnten allein an einem Tag 2.000 Leute versorgen“, so Behrens. Und zudem mit Lieferwagen an Brennpunkte fahren – nach Lettin oder in die überflutete Talstraße und Tage später, als sich die Lage in Halle beruhigte, nach Köthen und Aken. „Da war ich emotional am Boden“, sagt der Karosseriebauer. Aken war offiziell evakuiert. „Eine Geisterstadt, in der Motorräder und Couchgarnituren auf Garagendächern standen, kein Spatz mehr auf dem Dach zwitscherte. Das war wie im Film.“

Am Ende haben sie in Halle auch noch beim Aufräumen geholfen, zum Großteil nach der Arbeit, im Schichtsystem. Drei, vier Wochen waren Behrens und seine Freunde so dabei. Es war eine Zeit, in der es nicht nur positive Erfahrungen gab. Er habe sich auch geärgert, über Firmen zum Beispiel, die für ihre Spende zwingend Werbung erwarteten, sagt der 30-Jährige. Sich selbst sieht er als einen Menschen, der so erzogen worden ist, anderen zu helfen – ohne auf Gegenleistungen oder Auszeichnungen zu schielen. „Und ich wollte zeigen, dass das jeder kann.“

Was bleibt? Auch etwas, was Ronnsen Behrens wichtig ist: neue Freunde wie Sebastian Grumbach.

Quelle: mz-web.de

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Google macht Werbung mit Fluthelfern

Veröffentlicht: November 5, 2013 von fluthelfer in Halle

Seine größte Werbekampagne in Deutschland startet der Internet-Riese mit einer Geschichte aus Halle. Seit diesem Freitag läuft der Spot überall im Fernsehen. Der 89 Sekunden lange Film erinnert an den Kampf gegen das Juni-Hochwasser in Halle – und beschreibt eine besondere Idee, die die 16-jährige Isabell Pflieger und ihr acht Jahre älterer Bruder Lars damals hatten.

Der Internet-Gigant Google hat ein Geschwister-Paar aus Halle zu den Hauptfiguren seiner neuen bundesweiten Werbekampagne gemacht. Seit Freitag laufen die Spots im Fernsehen und bald sogar als Werbeblock im Kino. Der 89 Sekunden lange Film erinnert an den Kampf gegen das Juni-Hochwasser in Halle – und beschreibt eine besondere Idee, die die 16-jährige Isabell Pflieger und ihr acht Jahre älterer Bruder Lars damals hatten: Auf einer Karte im Internet markierten beide Hilfsangebote und Brennpunkte und unterstützten so vor allem die Tausenden Helfer.

Film über Halle ist Teil einer großen Werbekampagne

„Halle ist unsere Heimatstadt. Wir sind hier groß geworden“, sagt Isabell ganz zu Beginn des Spots. Der Film wird die Stadt, die Hilfsbereitschaft ihrer Einwohner in den Tagen der Flut, vor allem aber Isabell und ihren Bruder deutschlandweit bekanntmachen. Denn er ist Teil der bisher größten Werbekampagne des Internet-Giganten Google in Deutschland.

Die Geschichte von der interaktiven Hochwasser-Informationskarte der Geschwister aus Halle ist der erste von fünf geplanten Spots, die Google während der nächsten Monate in Deutschland, Großbritannien und Frankreich startet. Im Internet, wo der Film heute bis 10 Uhr freigeschaltet werden soll, heißt er „Lars und Isa: Zwei gegen die Flut“. Aus insgesamt 1 100 möglichen Internet-Projekten hatte Google die Geschichte von Lars und Isabell Pflieger als erste ausgewählt.

„Als Anfang Juni die Hochwasser-Katastrophe ausgerufen wurde, war alles total chaotisch“, sagt Lars Pflieger. Aber Informationen seien doch nun mal das Wichtigste in so einer Situation, fand er. „Zunächst wollte ich mir nur selbst einen Überblick verschaffen.“ Und was tut ein angehender 24-jähriger Maschinenbau-Ingenieur heutzutage, wenn er Ordnung ins Chaos bringen will? Er baut sich eine Internetkarte, ganz simpel, beim Kartendienst Google-Maps in diesem Fall. Und dort zeichneten er und seine Schwester aktuelle Hochwasser-Informationen ein: Wo werden Spenden benötigt? Wo Helfer? Gibt es genug Schippen? Welche Straßen sind gesperrt?

Es war wie ein Spiel – zunächst, sagt Lars. Ein einfaches Zusammentragen aller Informationen, derer sie habhaft werden konnten – allerdings bis zum frühen Morgen. „Diese Karte haben wir zunächst ja nur mit Freunden und Bekannten geteilt“, erzählt Isa im Film.

http://www.youtube.com/watch?v=AJtQIyiFtVM

Manchmal aber entwickeln sich die Dinge rasend schnell. „Am nächsten Tag war die Karte fast eine Viertelmillion Mal angeklickt worden.“ Lars kann es immer noch nicht richtig glauben. Aber beide hatten eine Lücke geschlossen im chaotischen Informationsnetz der Willigen mit Schippe und Smartphone. Das Heer der Helfer, das sich an den Sandsack-Füllstationen drängte, die Tausenden, die auf der Suche nach Orten waren, wo sie gebraucht wurden, hatten plötzlich ein zusätzliches Informationsportal zu den Nachrichten aus den Medien.

Es wurde dann zum Selbstläufer. Wie ein Schneeball-System“, sagt Lars. „Und da mussten wir natürlich weitermachen“, ergänzt Isabell. Die heutige Elftklässlerin am Giebichenstein-Gymnasium hatte wie viele andere schulfrei bekommen, um helfen zu können. Man hatte die 16-Jährige aber zunächst überall wieder weggeschickt, es gab schlicht zu viele Helfer. Also ging sie zurück an den Computer, um die Verkehrsnachrichten in ihrer Karte zu aktualisieren. „Wir haben alles eingetragen, was wir im Internet, in den sozialen Netzwerken und auf der Stadtseite an Infos fanden. Vor allem der Hochwasserticker der Mitteldeutschen Zeitung war sehr hilfreich“, erinnert sich Lars. Drei Tage fütterten die Geschwister im Zimmer von Isabell, zwischen Aquarium und Meerschwein-Käfig, ihre Hochwasser-Informationsseite. „Deichgraf“ haben die Eltern ihren Sohn irgendwann gerufen. Stolz sind Sven und Jeannette Pflieger auf ihre beiden Kinder, das kann man in dem Werbe-Film unschwer erkennen.

Drei Tage lang Dreharbeiten in Halle

Drei Tage lang haben die Google-Leute schließlich in Halle für den TV-Spot gedreht. Auf dem Markt, an der Saale auf der Burg Giebichenstein und zu Hause bei den Pfliegers. Dafür haben die beiden auch Geld bekommen. Vierstellig, sagt Lars. „So viel jedenfalls, dass eine Schülerin und ein Student sich sehr darüber freuen“.

Aber natürlich war Geld nie die Motivation, ihre Karte ins Netz zu stellen. „Wir wollten damit tatsächlich nur unserer Stadt helfen“, sagt Lars Pflieger am Ende des Films. „Lars und Isa, Deichgrafen“, steht dann ganz am Schluss im Abspann. Obwohl beide nie auf einem Deich gestanden haben.

Die Karte findet man immer noch im Netz. Inzwischen hat sie mehr als 536 800 Klicks. Es könnten noch ein paar mehr werden.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser Sachsen-Anhalt: Fluthilfe fließt nur zögerlich

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Halle

Halle  – In Sachsen-Anhalt geraten offenbar Unternehmen in Existenznot, weil dringend benötigte Wiederaufbauhilfen nach dem Juni-Hochwasser vom Land noch nicht ausgezahlt werden können. Ursache dafür ist eine noch ausstehende Genehmigung der EU-Kommission für die Überweisung von Fluthilfen, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). „Es gibt Firmen, die auf weitere Zahlungen nach der Soforthilfe angewiesen sind“, sagte der stellvertretende Leiter des Wiederaufbaustabes der Landesregierung, Theo Struhkamp, der Zeitung. Bislang habe das Wirtschaftsministerium maximal 200 000 Euro Soforthilfe je betroffener Firma gezahlt, „doch es kommt Druck auf von Betrieben, die mehr als diese 200 000 Euro benötigen“, so Struhkamp. Das Land warte daher händeringend auf eine Entscheidung der EU-Kommission.

Quelle: finanznachrichten.de

Studenten des Masterstudiengang Photographie unter Leitung von Prof. Rudolf Schäfer an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle präsentieren vom 11. Oktober bis 6. November ihre Arbeiten im Ratshof der Stadt Halle und zeigen unter anderem vom Bilder Jahrhunderthochwasser 2013.

Halle Eine neue Ausstellung im Ratshof widmet sich unter anderem dem vom Juni-Hochwasser 2013. Gezeigt werden Aufnahmen von Studenten des Masterstudiengang Photographie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Bilder werden vom 11. Oktober bis 6. November ausgestellt, teilte die Kunsthochschule mit.

Unter dem Titel „PLAN F“ zeigen die Studenten der Kunsthochschule zwei Mal im Jahr im Ratshof ihre aktuellen Arbeitsergebnisse im Rahmen des Masterstudiengangs Photographie. Im Semesterprojekt „Zeitlabor“ haben sich sieben Studierende mit unterschiedlichen Themen beschäftigt, wie dem Alltag eines Demenzkrankens, der Hypnose, einem deutsch-deutschen Grenzübergang zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung, den Spuren abgerissener Gebäude in der Stadt, Hallenser Schaufenster bei Nacht, verhüllte Baustellen in Leipzig sowie mit der Frage, welche Auswirkungen die Umwelt auf Bildnegative haben kann. Außerdem präsentiert eine chinesische Studentin ein freies Projekt über den Wandel der klassischen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Bereits zum zweiten Mal in Folge präsentieren Fotografie-Studenten der Kunsthochschule ihre Semesterarbeiten im Ratshof von Halle. Die erste Ausstellung fand bereits im April statt. Die kommende Präsentation wird am kommenden Freitag um 14 Uhr eröffnet.

Quelle: mz-web.de

Rennclub Halle veranstaltet ersten Renntag nach Juni-Hochwasser

Veröffentlicht: September 18, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Nur ein gutes Vierteljahr nach dem verheerenden Saale-Hochwasser können wieder Pferderennen auf den Passendorfer Wiesen stattfinden. Der Rennclub Halle veranstaltet am Samstag den ersten Renntag des Jahres 2013. In sieben Rennen werden 77 Vollblüter um die Sieg- und Platzprämien kämpfen. Die hallesche Trainerin Angelika Glodde schickt drei Pferde in die Startbox. «Wer noch weiß, wie hoch das Wasser der Saale im Frühsommer stand, hätte nie geglaubt, dass hier in diesem Jahr noch Galopp-Rennen ausgetragen werden», erklärte am Mittwoch der Präsident des Rennclubs, Gerd Vleugels.

Das Hauptereignis des Renntages ist ein mit 4800 Euro dotierter Ausgleich III über 2200 Meter. Die besten Chancen im neunköpfigen Feld auf die Siegprämie von 2800 Euro werden Electric Sound mit Champion-Jockey Eduardo Pedroza, der momentan Zweiter der deutschen Rangliste ist, eingeräumt. Neben dem 39-jährigen Reiter aus Panama kommen mit Daniele Porcu (3.), Jozef Bojko (4.), Alexander Pietsch (5.), André Best (8.) und Bayarsaikhan Ganbat (9.) fünf weitere Spitzenjockeys am Samstag auf die Passendorfer Wiesen

Quelle: mz-web.de

Flut-Opfer kämpfen noch immer mit den Folgen

Veröffentlicht: September 10, 2013 von fluthelfer in Halle

Auf den ersten Blick scheint wieder alles in Ordnung. Das Wasser ist weg, die Straßen sind aufgeräumt. Doch es gibt noch viel zu tun. Viele Wohnungen in der halleschen Talstraße stehen noch heute leer. Einige Anwohner werden wahrscheinlich niemals zurückkehren.

Bernd Hanschke hat Angst vor dem Winter. Denn seitdem seine Wohnung in der halleschen Talstraße im Stadtteil Kröllwitz beim Juni-Hochwasser zerstört worden ist, müssen seine beiden Katzen Maxi und Moritz draußen im Garten leben. Ob sie die Katzenklappe in die Wohnung nutzen, weiß der 71-jährige Rentner nicht. „Ich hoffe es, damit die beiden im Winter nicht erfrieren“, sagt Hanschke.

Kein Ende in Sicht

In seiner derzeitigen Wohnung – Hanschke ist mit seiner Frau bei einer Bekannten untergekommen – ist einfach nicht genug Platz für die beiden Haustiere. Doch ein Ende dieses Schicksals ist nicht abzusehen. Denn die Eigentumswohnung des ehemaligen Arztes gleicht einem Rohbau. Der Putz von den Wänden ist ab, die Fußböden sind rausgerissen, Fliesen und die Verkleidungen im Badezimmer abgeschlagen. Auch die Fenster müssen ausgetauscht werden.

„Das wird alles noch bis zum Beginn des nächsten Jahres dauern“, sagt der Architekt und Bausachverständige Thomas Lebek. Eine niederschmetternde Aussicht für Hanschke. Und dennoch: Er will in der Talstraße weitermachen und spricht sich selbst Mut zu. „Das war das erste Mal in hundert Jahren, dass das Wasser so hoch stand.“ Mehr als einen Meter stand das Wasser in der Straße, Hanschke wurde zusammen mit seiner Frau von der Feuerwehr mit dem Schlauchboot aus dem Hausflur abgeholt.

Überbleibsel werden beseitigt

Drei Monate danach ist in der Talstraße auf den ersten Blick vom Hochwasser kaum noch etwas zu sehen. In den Vorgärten liegen keine Möbel oder Bauschutt. Die Häuserfassaden sehen wieder normal aus, der charakteristische Wasser- und Schlammrand ist nicht mehr zu erkennen. Der Spielplatz am Ende der Straße, die nach Auskunft von Immobilienmaklern zu den besten Wohngegenden in Halle gehört, hat neuen Sand bekommen.

Und dennoch: In der Talstraße wie in vielen anderen vom Hochwasser betroffenen Wohngebieten in Sachsen-Anhalt ist das Leben noch nicht wieder zurückgekehrt – wie wenige Schritte von Hanschke entfernt. In der Hochparterre-Wohnung des Mehrfamilienhauses lebte vor dem Hochwasser eine junge Familie mit ihrer Tochter. Dann kam plötzlich die Saale und sie mussten ihre Wohnung verlassen. „Zunächst sind wir in eine Ferienwohnung gezogen, aber da mussten wir nach einer Woche wieder raus“, sagt die junge Mutter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Nun wohnt die Familie seit drei Monaten in einem halleschen Hotel. Beengt, ohne eigene Küche, nur mit wenigen Spielsachen für die kleine Tochter. Immerhin zahlt der Vermieter über seine Versicherung die Kosten für den Aufenthalt. „Klar ist das eine belastende Situation“, sagt sie: „Wir zählen die Tage, bis wir wieder zurück in unsere Wohnung können.“

Suche nach neuem Heim beginnt

Anfang Oktober soll es so weit sein, wenn nichts mehr dazwischen kommt. Doch für lange Zeit soll der Einzug in die sanierte Wohnung nicht mehr sein. „Wir suchen jetzt verstärkt nach einem Eigenheim“, sagt die Hallenserin. „Und das in jedem Fall nicht in einem hochwassergefährdeten Gebiet.“

Die Familie ist nicht die einzige in der Talstraße, die diese Konsequenz gezogen hat. Auch die Nachbarn von Bernd Hanschke sind ausgezogen. Und gegenüber der schon vollständig sanierten Gaststätte „Krug zum Grünen Kranze“ klebt an dem Briefkasten der Firma „aRES Datensysteme“ ein Zettel: „Wir sind jetzt in der Willy-Brandt-Straße.“ Die liegt weit weg von der Saale in der südlichen Innenstadt von Halle. Dort hat die Firma am 1. August ihr neues Domizil gefunden, nach drei Jahren in der Talstraße. „Klar war die Umgebung mit der Saale und dem vielen Grün dort sehr schön, aber es ging nicht. So ein Hochwasser kann jedes Jahr wieder passieren“, sagt Mitarbeiter Peter Müller.

Und er weiß nur zu gut, was das bedeutet. Als das Wasser Anfang Juni kam, hat er zusammen mit einem Kollegen in einer dramatischen Aktion die Computer der Software-Firma gerettet. „Wir haben uns die Rechner unter den Arm geklemmt und haben sie über eine Mauer hinter unserem Haus in Sicherheit gebracht“, erzählt er. Dennoch blieb für die Firma ein großer Schaden, mehrere Wochen waren die sieben Mitarbeiter kaum handlungsfähig. Gerade in der IT-Branche, in der es auf Schnelligkeit ankommt, eine Katastrophe.

Anwohner wollen weg

Dass mehrere Anwohner der Talstraße mit dem Gedanken wegzuziehen spielen, weiß auch Bewohnerin Jutta Jansky. „Es tut sich zwar viel in der Straße, aber es dauert eben bei vielen Wohnungen einfach sehr lange“, sagt die 69-Jährige. Sie selbst wohnt im zweiten Stock und war so kaum vom Hochwasser betroffen. Bei vielen sei sicher im Hinterkopf, dass das Wasser schnell wieder kommen könnte. Dabei deutet sie auf die Einfamilienhäuser auf der gegenüberliegenden Seite, in denen sich nach ihrer Aussage bisher kaum etwas getan hat. „Die überlegen eben noch, ob es für sie hier weitergeht.“, sagt Jansky.

Gerade für Eigentümer ist die Situation schwierig. Schließlich müssen sie für Teile der Sanierung selbst aufkommen – wie Bernd Hanschke. Insgesamt rund eine Viertelmillionen Euro wird die Beseitigung der Schäden kosten. Den größten Teil davon trägt die Versicherung, aber nicht alles. „Wenn hier schon saniert wird, dann müssen auch andere ohnehin notwendige Reparaturen erledigt werden“, sagt er. Denn wer will schon in ein frisch saniertes Badezimmer eine fünfzehn Jahre alte Badewanne einbauen. Das alles dauerte seine Zeit, auch weil alle Rechnungen bei der Versicherung mühsam auseinandergehalten werden müssen. Deswegen sagt Hanschke ein bisschen ironisch: „Ich hoffe, dass ich den Einzug noch erlebe. In meinem Alter weiß man ja nie.“

Quelle: mz-web.de

Waren Talsperren vorher zu voll?

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Halle

Seit dem Hochwasser gibt es den Verdacht, dass alles anders hätte kommen können, wären Talsperren in Sachsen und Thüringen nicht schon vor der Flut voll gewesen.

Zentimeter sind es am Ende, die Sachsen-Anhalts größte Plattenbausiedlung in Halle-Neustadt vor dem Wasser retten. „Fünf mehr und wir wären erledigt gewesen“, sagt ein Feuerwehrmann. Drei, widerspricht ihm einer seiner Kollegen. Klar ist an diesem sonnigen Tag Anfang Juni, dass nicht viel Wasser fehlt, um aus der Jahrhundertflut eine echte Katastrophe auch für die größte Stadt im Lande zu machen. Bis zur Neustädter Stadtmitte würden die Fluten strömen, bräche der Gimritzer Damm. 30 000 Menschen müssten evakuiert werden, Bauschäden in Millionenhöhe wären zu befürchten.

Die Schuldigen sind anfangs ausgemacht: Die DDR-Bauplaner, die die größte Neubaustadt der Arbeiter- und Bauernrepublik mitten in ein natürliches Überflutungsgebiet gesetzt haben. Eine Bausünde wie so viele, die später begangen wurden. Doch der frühere hallesche CDU-Fraktionschef Eberhard Doege und spätere Dezernent in der Stadtverwaltung hat als einer der ersten noch einen ganz anderen Verdacht: „Schauen Sie sich doch mal das Talsperrenmanagement in Thüringen an“, sagt er, während das Wasser noch auf den Straßen steht. Zu DDR-Zeiten habe es komischerweise zwar Hochwasser gegeben, nie aber welche mit solchen Auswirkungen wie zuletzt. „Das fällt schon auf“, so Doege.

Nicht nur dem früheren Politiker. Auch im Internet wächst schnell ein ungeheuerlicher Verdacht: Der Stromversorger Vattenfall, der die Talsperren der sogenannten Saalekaskade bewirtschaftet, heißt es da, habe ein Interesse daran, vor der Trockenzeit im Sommer möglichst viel Wasser in seinem Staubecken zurückzuhalten, um möglichst lange möglichst viel Strom erzeugen zu können. Und dieses Interesse an einer vollen Talsperre treffe sich prima mit dem Interesse der thüringischen Lokalpolitik. Denn die fürchte nichts mehr als Sommerurlauber, die sich über gähnend leere Talsperren und fehlende Bademöglichkeiten im grünen Herz Deutschlands beklagen.

Talsperren, einst als Hochwasserschutzanlagen gebaut, verwandelten sich so immer mehr in rein kommerziell genutzte Bauwerke zur Trinkwassergewinnung und zum Erzeugen von Strom, kritisierten Bauern im Burgenlandkreis. Auch der hallesche Anwalt Heinz Schmerschneider hat eigene Berechnungen angestellt, nachdem ihm aufgefallen war, dass die schlimmen, die katastrophalen Hochwasser in Mitteldeutschland alle in den vergangenen 20 Jahren auftraten: „Ich kann mich an keine gravierenden Überschwemmungen an Elbe, Saale oder Mulde in DDR-Zeiten erinnern.“

Schmerschneider verweist auf die Staukapazität der sogenannten Saalekaskade von immerhin 400 Millionen Kubikmetern (siehe auch „Warum Fluten heute….“). Wenn allerdings vor Beginn der Regenzeit im Frühjahr schon viel Wasser in den Becken stehe, wie das in Thüringen der Fall gewesen sei, wo nur rund zehn Prozent der Staubecken für mögliches Hochwasser freigehalten werden müssten, führe das zwangsläufig zum Versagen des Hochwasserschutzes im Ernstfall. Das liege dann jedoch allein am „kollektiven Vergessen, dass Talsperren zum Hochwasserschutz errichtet worden sind“.

Ein Vorwurf, den das Thüringer Landesverwaltungsamt nicht stehenlassen will. Die Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) habe dem Talsperrenbetreiber Vattenfall „differenzierte jahreszeitliche Vorgaben zu den Talsperreninhalten“ gemacht, erklärt Sprecher Adalbert Alexy. Diese Vorgaben seien vor und während des Sommer-Hochwassers eingehalten worden. Auch der Vorwurf, Hochwasserschutz spiele heute eine weniger wichtige Rolle als früher, sei nicht zutreffend. „Die Vorgaben für das Saaletalsperrensystem sind seit August 1987 unverändert.“ Zudem habe das Land nach dem Hochwasser von 2002 neu festgelegt, wie der Hochwasserrückhalteraum der Saaletalsperren durch die TLUG zu bewirtschaften sei.

Damals wurde die für Bleiloch- und Hohenwartestausee vorgeschriebene Reserve von zusammen 25 auf 35 Millionen Kubikmeter im Sommer und von 43 auf 55 Millionen Kubikmeter im Winter erhöht. Unglücklich nur: Einen Monat vor der Sommerflut endete die Wintervorgabe. Knapp 20 Millionen Kubikmeter zusätzlich konnten nun aufgestaut werden. Der Betreiber habe hier allerdings keineswegs freie Hand: „Im Hochwasserfall erteilt die TLUG die Steueranweisungen zur Bewirtschaftung.“

Wie die Saaletalsperren, die vor Beginn der großen Flut ein wenig mehr Hochwasserrückhalteraum frei hatten, als sie nach ihren vorgegebenen sogenannten Stauzielen hätten haben müssen, waren Anfang Juni auch die Talsperren im Einzugsgebiet der Mulde keineswegs übervoll. Frank Meyer vom sächsischen Umweltministerium verweist darauf, dass in acht der zehn größten Stauanlagen jeweils mehr als zehn Prozent mehr Platz für zusätzliches Wasser war als vorgeschrieben. Auch die Stauwerke in Cranzahl und Sosa hätten mehr als fünf Prozent Luft zu ihrem Stauziel gehabt. Insgesamt betrage der Hochwasserrückhalteraum in den landeseigenen Talsperren und Rückhaltebecken Sachsen heute 162 Millionen Kubikmeter. „2002 war es ein Viertel weniger“, erläutert Meyer, „der zusätzliche Hochwasserrückhalteraum wurde durch Neubau von Anlagen und durch geänderte Bewirtschaftung geschaffen.“

Einen Zusammenhang zwischen geänderter Bewirtschaftung und vermehrten Jahrhundertfluten kann Frank Meyer sich nicht vorstellen. „Auch vor 1990 gab es Bewirtschaftungspläne, allerdings vielfach mit wesentlich geringeren Hochwasserrückhalteräumen und mit noch stärkerem Fokus auf Trink- und Brauchwasserbereitstellung.“

Trotzdem ereigneten sich die großen Fluten ausgerechnet seit der Wende, nämlich in den Jahren 1994, 2002 und 2013, hält Kritiker Heinz Schmerschneider dieser Darstellung entgegen. Alles Zufall? Alles nur der Klimawandel, die vermehrten Niederschläge? Auch hier ist die Faktenlage unübersichtlich: Nach einer Analyse des Institutes für Meteorologie der Uni Leipzig hat die Häufigkeit von Sommer- Hochwassern an der Elbe in den letzten 150 Jahren gar nicht zugenommen. In den letzten 30 Jahren herrschten nach einer Untersuchung von Andreas Schumann von der Ruhr-Uni Bochum sogar vergleichsweise vorteilhafte Niederschlagsverhältnisse.

Andreas Schumann sieht die Hochwasserschutzfunktion generell im Konflikt mit den anderen Nutzungen von Talsperren, denn sie brauche im Gegensatz zu ihnen „einen möglichst leeren Stauraum“. Doch selbst der könne nicht verhindern, dass das Talsperrensystem wirkliche Flutlagen nur dämpfen, weiträumige Überschwemmungen aber nicht verhindern kann.

Schumann weiß nicht, wann es regnet, wie lange oder wie viel, muss aber vorher reagieren, um nachher alles richtig gemacht zu haben. Für den Wissenschaftler ein auch theoretisch unlösbarer Konflikt: „Der Betreiber findet sich hier kommunikativ grundsätzlich in der Defensive, da er auf seine zum Zeitpunkt der Steuerung beschränkte Informationsbasis verweisen muss.“

Quelle: mz-web.de

Halle zieht wegen Deichbauprojekt vor Oberverwaltungsgericht

Veröffentlicht: August 11, 2013 von fluthelfer in Halle, Hochwasserschutz

Halle will wegen eines gestoppten Deichbau-Projekts im Stadtgebiet vor das Oberverwaltungsgericht ziehen. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) wolle so den sofortigen Weiterbau am Gimritzer Damm erreichen, berichtete die «Mitteldeutsche Zeitung» (Samstag). Wiegand hatte mit dem Deichneubau beginnen lassen, das Verwaltungsgericht stoppte das Projekt allerdings. Wiegand begründete seinen Gang in die nächste Instanz damit, dass der Beschluss des Verwaltungsgerichts auf falschen Annahmen beruhe. Er befürchte anders als das Gericht, dass schon bei einem einfachen Hochwasser Gefahr für Leib und Leben der Anwohner an er Haale-Saale-Schleife bestehe.

Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hatte in der vergangenen Woche Wiegand signalisiert, dass 2014 ein neuer Deich gebaut werden solle. Es müssten jedoch die Vorschriften eingehalten werden. Wiegand hatte aber schon im Vorfeld erklärt, dass im Herbst dieses Jahres eine neue Überschwemmung möglich sei. (dpa/sa)

Quelle: ksta.de

Der Gimritzer Damm in Halle kann nach Angaben von Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) auch einem neuen Hochwasser standhalten. Der Deich könne verteidigt werden, wenn die Maßnahmen rechtzeitig anliefen, erklärte Aeikens am Donnerstag unter Berufung auf den Landesbetrieb für Hochwasserschutz. „Die Befürchtung der Stadt, bei einer Verzögerung eines Neubaus komme es zu einer Gefährdung der Bevölkerung, ist damit unbegründet“, erklärte Aeikens.

Die Verwaltung in Halle widersprach. „Die Stadt hält den alten Gimritzer Damm nicht für verteidigungsfähig“, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) laut Mitteilung. Der Damm sei nach dem Hochwasser 2013 völlig verschlissen. „Es besteht nach wie vor Gefahr für Leib und Leben.“

Wiegand hatte auf eigene Faust einen Deichneubau begonnen, das Verwaltungsgericht stoppte das Projekt allerdings. Nach Ansicht der Richter ist zwar ein neuer Deich notwendig, dafür sei aber das Land und nicht die Stadt zuständig.

Aeikens betonte nach einem Gespräch mit Wiegand, ein neuer Deich solle gebaut werden, zunächst müsse aber ein Genehmigungsverfahren laufen. „Die Erfahrung zeigt, dass derjenige schneller baut, der rechtssicher baut.“ Er forderte die Stadt auf, die erforderlichen Flächen zur Verfügung zu stellen. Die von der Stadt übergebenen Planungsunterlagen sollten so weit wie möglich genutzt werden.

Aeikens nannte als Ziel, den neuen Deich im kommenden Jahr zu bauen. Dies hänge aber auch von der Kooperationsbereitschaft der Beteiligten ab. Wiegand hatte Mitte Juli erklärt, schon im Herbst dieses Jahres sei eine neue Überschwemmung möglich.

Noch nicht entschieden hatte das Gericht über Klagen von Anwohnern, die sich gegen den Deichneubau wehren. Sie kritisieren, dass der Neubau näher an ihre Grundstücke heranreicht als der alte Damm. Darüber können die Richter aber erst entscheiden, wenn ein Genehmigungsverfahren gelaufen ist.

Quelle: volksstimme.de

Kammertheater spendet 12.000 Euro für Kitas in Halle

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Halle

Seit Mitte Juni sammelt das Team vom Kammertheater Karlsruhe Spenden für zwei Kitas im Hochwassergebiet Halle, die besonders schlimm betroffen sind und aufgrund der Wassermassen keine Möglichkeit mehr haben, den Kindern Raum zu bieten. Wie das Kammertheater nun mitteilt, konnten dank der Spenden der Theaterbesucher und Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums 12.000 Euro übergeben werden.

Die vom Kammertheater organisierte Spendenaktion hat das ausgegebene Spendenziel von 10.000 Euro nun sogar übertroffen. Den Kitas „Villa der fröhlichen Kinder“ und St. Georgen wurde ihre idyllische Lage im Herzen von Halle, der Partnerstadt Karlsruhes, genau neben der Saale, zum Verhängnis, erklärt das Kammertheater in der Pressemeldung.

12.000 Euro für Kitas in Halle

„Unserem Spendenaufruf ist – neben den zahlreichen Theatergängern, die nach jeder Vorstellung fleißig Geld in die ausgelegten Sammelkörbchen zusammengetragen haben – auch das Thomas-Mann Gymnasium im Landkreis Karlsruhe nachgekommen“, heißt es in der Meldung weiter. 12.000 Euro konnten so für die Wiederinstandsetzung der beiden Kitas gesammelt werden.

„Es muss komplett unser Außengelände erneuert werden, der Spielsand ist kontaminiert und damit nicht mehr sicher für unsere Kinder. All unsere Möbel in der Kelleretage sind hinüber, viele elektrische Geräte und der Heizungskessel, Waschmaschine, die Küche sind defekt“, berichtet Kerstin Wolf, die Leiterin der „Villa der fröhlichen Kinder“ in der Pressemeldung. Auch Kerstin Jugel, von der Kita St. Georgen, hat einige Schäden zu beklagen, dabei wurde ihre Kita erst 2010 frisch rekonstruiert.

Quelle: ka-news.de

Hannover 96 bei Hochwasser-Benefiz 1:0 in Halle

Veröffentlicht: Juli 30, 2013 von fluthelfer in Halle

Bundesligist Hannover 96 hat das Benefizspiel zu Gunsten von Geschädigten nach dem Juni-Hochwasser beim Halleschen FC mit 1:0 (0:0) gewonnen. Die Gastgeber, die gerade in der 3. Liga einen Fehlstart mit zwei Niederlagen zum Saisonbeginn in Folge hingelegt haben, konnten den Niedersachsen über weite Strecken überraschend gut Paroli bieten.

Zwischenzeitlich hatte Halle sogar die Führung auf dem Fuß. Kurz vor Ende kam dann aber doch der Siegtreffer für den Erstligisten, Deniz Kadah traf in der 85. Minute. Die Partie war wegen der brütenden Hitze am Wochenende um einen Tag verschoben worden. Rund 3.000 Zuschauer waren im Stadion in Halle.

Quelle: finanznachrichten.de

Fast 6000 Arbeitnehmer nach Flut in Kurzarbeit

Veröffentlicht: Juli 26, 2013 von fluthelfer in Halle, Hochwasserfolgen

Halle. Das Hochwasser in Sachsen-Anhalt hat viele Firmen hart getroffen. Knapp 600 Unternehmen mit zusammen 5750 Mitarbeitern hätten bislang hochwasserbedingte Kurzarbeit angemeldet, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, der Nachrichtenagentur dpa in Halle. «Wir gehen davon aus, dass die Zahlen in der nächsten und der übernächsten Woche noch weiter hoch gehen.» Nach Ansicht der Arbeitgeberseite verhindert die Kurzarbeit Entlassungen. «Das ist ein sehr gutes Instrument. Es hilft vor allem Firmen, die unter Liquiditätsdruck stehen», sagte der Sprecher der IHK Halle-Dessau, Stefan Möslein.

Unter den betroffenen Unternehmen sind laut Bundesagentur sowohl Firmen, die wegen der Flut nicht mehr produzieren können, als auch solche, die wegen des Hochwassers Absatzausfälle haben oder keine Vorprodukte mehr von Zulieferern erhalten. «Viele Firmen bekommen die Auswirkungen erst jetzt mit», sagte Senius.

Für das Hochwasser gibt es Sonderregelungen, die eine besonders unbürokratische Hilfe gewährleisten sollen. Der Bund übernimmt etwa die Kosten des Arbeitgebers für die Sozialversicherungsbeiträge. Die Firmen können zudem auch dann Kurzarbeit anmelden, wenn Mitarbeiter für Aufräumarbeiten nach der Flut eingesetzt werden. Die Dauer der Kurzarbeit kann bis zu drei Monate betragen. «Das Kurzarbeitergeld ist schon eine große Hilfe», sagte Senius. Die Arbeitnehmer erhalten das Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur. Es liegt zwischen 60 und 67 Prozent des Netto-Einkommens.

Im Vergleich zur Flut von 2002 seien deutlich mehr Firmen betroffen. Das gehe durch alle Branchen, sagte Senius. In Halle habe es bereits sehr früh viele Anrufe aus der Gastronomie gegeben. Arbeitgeber stünden ohne Kurzarbeiterregelung oftmals vor dem Problem, dass sie nicht nur mit hohen Sachschäden zurechtkommen, sondern auch den Lohn weiterhin bezahlen müssten.

Vor allem kleinere Firmen mit bis zu neun Beschäftigten hätten Kurzarbeit angemeldet. Rund 200 Anzeigen mit 2000 Beschäftigten kamen aus dem Raum Dessau-Roßlau-Wittenberg, rund 100 Anzeigen mit 1170 Beschäftigten aus Magdeburg und 108 Anzeigen mit 960 Arbeitnehmern aus dem Raum Stendal.

Senius rechnet damit, dass das Hochwasser zunächst vor allem für Handel, Gastgewerbe und Landwirtschaft negative Folgen hat. In der zweiten Jahreshälfte werde es aber durch den Wiederaufbau zusätzliche Arbeitskraftnachfrage geben. Das reiche vom privaten Konsum wie etwa dem Ersatz von zerstörten Waschmaschinen bis hin zu Investitionen am Bau. «Das wirkt wie ein Mini-Konjunkturprogramm», sagte Senius.

Bund und Länder hatten ein Hilfspaket über acht Milliarden Euro vereinbart. Die Jobcenter in den betroffenen Regionen bereiten sich laut Senius bereits auf eine stärkere Nachfrage vor. Vor allem im Bau und im Gartenbau würden mehr Helfer benötigt. Angesichts der zuletzt nur leichten Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt könne man diesen zusätzlichen Impuls auch gut gebrauchen.

Die IHK Dessau-Roßlau dämpfte aber zu hohe Erwartungen. Die zusätzliche Nachfrage sei eher wie ein saisonaler Schub, der sich nicht besonders auf den Arbeitsmarkt auswirken werde, sagte Sprecher Möslein. Von den Unternehmen habe er aber nur Lob für die Regelung zur Hochwasser-Kurzarbeit gehört. «Die Erfahrung ist, dass es ziemlich einfach und schnell vonstattenging.»

Quelle: ksta.de

Deichbau auf eigenes Risiko

Veröffentlicht: Juli 21, 2013 von fluthelfer in Halle
Von Jan Möbius
Halles Oberbürgermeister hat mit dem Bau eines neuen Deiches begonnen. Dagegen regt sich Unmut. Das Gericht lässt ihn erst einmal gewähren. Stattdessen setzte es für kommenden Donnerstag einen ersten Verhandlungstermin an.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) darf an dem neuen Hochwasserschutz-Deich am Rande der Neustadt erst einmal weiter bauen lassen – aber nun auf eigenes finanzielles Risiko der Stadt. Das hat das Verwaltungsgericht am Freitag vorerst entschieden.

Wiegand hatte ohne Beratung mit dem Stadtrat die Arbeiten beauftragt. Drei Wohnungseigentümer vom benachbarten Gut Gimritz reichten dagegen einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht ein.
Mit der Entscheidung, den 4,9 Millionen Euro teuren Deichbau nicht zu stoppen, ist für das Verwaltungsgericht der Fall aber nicht abgeschlossen. Für kommenden Donnerstag ist ein Verhandlungstermin angesetzt, zu dem neben den Klägern auch Wiegand persönlich vorgeladen ist. Offenbar geht das Gericht davon aus, dass der Oberbürgermeister der einzige ist, der die Vorgänge genau kennt.

„Wir haben ihn außerdem darauf hingewiesen, dass die Stadt auf eigenes finanzielles Risiko handelt. Sollte das Landesverwaltungsamt zu dem Schluss kommen, dass die Arbeiten eingestellt werden müssen, erfolgt der Rückbau auf eigene Kosten der Kommune“, sagte Volker Albrecht, Sprecher des Verwaltungsgerichts gegenüber der MZ.

Oberbürgermeister Wiegand hatte am Montag Fakten geschaffen. Am Morgen wurde der Bereich, an dem der neue, etwa 1 500 Meter lange Deich entstehen soll, abgesperrt. Zeitgleich wurde damit begonnen, rund 100 Bäume zu fällen, um Platz zu schaffen. Wenige Stunden später informierte Wiegand die Presse über den plötzlichen Baustart.

Der Stadtrat war darüber bis zu diesem Zeitpunkt in Unkenntnis. In der Ratssitzung wenige Tage zuvor hatte Wiegand lediglich mitgeteilt, dass ein Vergabeverfahren für einen Deichbau läuft.
Sein schnelles Handeln begründete Wiegand mit der akuten Gefährdung der Bevölkerung bei einem möglichen neuen Hochwasser im Herbst. Der alte Deich, der Neustadt vor einer Saaleflut schützten soll, gilt als total verschlissen. Nur mit großer Mühe konnte er beim Juni-Hochwasser gehalten werden.

Das Umweltministerium Sachsen-Anhalts hatte das Vorgehen Wiegands scharf kritisiert. Hochwasserschutz sei Landessache. Auch das Landesverwaltungsamt prüft die Rechtmäßigkeit des Alleingangs.
Ihren Eilantrag begründen die Kläger beim Verwaltungsgericht damit, dass der neue Deich das Überschwemmungsrisiko für ihre Wohnanlage erhöhe. Darüber hinaus fordern sie ein ordentliches Planfeststellungsverfahren. Zudem halten die Kläger die Stadt für den Deichbau nicht zuständig.

Quelle: mz-web.de

Am neuen Saale-Deich in Halle wird schon gebaut

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Halle

Die Stadt Halle hat am Montag damit begonnen einen neuen Hochwasserschutz-Deich zu bauen. Der neue Schutzwall am Gimritzer Damm verläuft parallel zur Halle-Saale-Schleife und soll etwa 1500 Meter lang werden. Dabei prüft das Umweltministerium das Projekt noch.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) gibt sich beim Hochwasserschutz als Mann der Tat: Am Montag haben die Vorbereitungsarbeiten für den Neubau eines Deichs am Gimritzer Damm begonnen. „Am Freitag, 18 Uhr, habe ich die Arbeiten in Auftrag gegeben“, sagte Wiegand am Montag. Getan habe er dies im Alleingang, ohne Einbeziehung des Stadtrats. „Dieser Bau duldet keinen Aufschub, es besteht Gefahr für Leib und Leben. Deshalb habe ich das im Eilverfahren entschieden – um die Bürger zu schützen.

Der alte Deich am Gimritzer Damm wäre bei der jüngsten Saale-Flut beinahe gebrochen. Um ein Haar hätte das Hochwasser die Neustadt überschwemmt. Der Damm gilt als unbrauchbar. Der neue Wall soll näher an das Saale-Ufer heranrücken und in etwa dem Verlauf der Straße „Halle-Saale-Schleife“ folgen. Wie Planer Uwe Heyner auf einer von Wiegand eigens einberufenen Pressekonferenz erläuterte, wird der neue Deich 1.500 Meter lang, drei Meter hoch und bis zu 30 Meter breit. Fertigstellung: etwa Oktober, also rechtzeitig vor einem möglichen Herbst-Hochwasser. An den Zufahrten zum Gut Gimritz, zur Peißnitz und in Höhe des Abwasserpumpwerks werde der Damm unterbrochen und dort mit mobilen beziehungsweise festen Hochwasserschutzwänden ausgestattet. „Die Halle-Saale-Schleife wird zur Hälfte überbaut“, so Heyner. Die Schleife, auf der früher Auto- und Motorradrennen stattfanden, reiche künftig nur noch bis zum Festplatz vor der Eissporthalle. Die Zufahrt zur Peißnitz (etwa für Rettungsdienst und Lieferanten) ist über die sogenannten Deichverteidigungswege möglich, die beidseits des Walls verlaufen sollen. Die Eissporthalle liegt künftig von der Saale aus hinterm Deich. Heyner: „Sie ist so besser geschützt.“

Bauen wird die neue Flutbarriere die Firma Papenburg. „Das waren die Einzigen, die in der Lage waren, den Auftrag noch in diesem Jahr auszuführen“, sagte Wiegand. Am Montag sind die ersten von insgesamt 100 Bäumen für den neuen Deich gefällt worden. Der alte, nur rund 1,50 Meter hohe Schutzwall soll stehen bleiben. Auf ihm stehen etwa 600 Bäume.

„Das wird eine dauerhafte und sichere Anlage“, lobte Hans-Werner Uhlmann, Vizechef des Landeshochwasserbetriebs, das Deichprojekt. Mit drei Metern Höhe sei die neue Anlage auch gegen jene extremen Fluten gewappnet, die statistisch alle 150 Jahre auftreten. „Ein 150-jähriges Hochwasser entspricht einem Pegel von 8,70 Metern“, so Uhlmann. Dann stehe das Wasser noch 79 Zentimeter unter der Krone des neuen Deichs. Die jüngste Flut kam auf 8,10 Meter.

Die Kosten für das Hauruck-Projekt belaufen sich laut Wiegand auf 4,9 Millionen Euro. Der OB, der als Chef des Hochwasser-Krisenstabs von Einsatzkräften scherzhaft „Deichgraf“ genannt wird, rechnet dafür mit Geld aus dem Hochwasserfonds des Bundes. Sein Alleingang bei dem Auftrag sei durch Notstands-Passagen im Landesrecht gedeckt, so Wiegand. Allerdings warf das Umweltministerium am Montag Fragen auf. Laut einem Sprecher sei man vom zügigen Baubeginn in Halle überrascht. Das gesamte Projekt werde erst noch rechtlich geprüft. Wiegand wollte sich dazu nicht äußern.

Quelle: mz-web.de

Kurzarbeit nach der Flut

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in Halle
Von Rochus Görgen
Die Flut stoppt die Produktion, doch die Löhne sind weiter fällig. In diesen Fällen kann Kurzarbeit helfen. Viele Firmen nehmen das Angebot an.

Das Hochwasser in Sachsen-Anhalt hat viele Firmen hart getroffen. Knapp 600 Unternehmen mit zusammen 5750 Mitarbeitern hätten bislang hochwasserbedingte Kurzarbeit angemeldet, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, der Nachrichtenagentur dpa in Halle. „Wir gehen davon aus, dass die Zahlen in der nächsten und der übernächsten Woche noch weiter hoch gehen.“ Nach Ansicht der Arbeitgeberseite verhindert die Kurzarbeit Entlassungen. „Das ist ein sehr gutes Instrument. Es hilft vor allem Firmen, die unter Liquiditätsdruck stehen“, sagte der Sprecher der IHK Halle-Dessau, Stefan Möslein.

Unter den betroffenen Unternehmen sind laut Bundesagentur sowohl Firmen, die wegen der Flut nicht mehr produzieren können, als auch solche, die wegen des Hochwassers Absatzausfälle haben oder keine Vorprodukte mehr von Zulieferern erhalten. „Viele Firmen bekommen die Auswirkungen erst jetzt mit“, sagte Senius.

Für das Hochwasser gibt es Sonderregelungen, die eine besonders unbürokratische Hilfe gewährleisten sollen. Der Bund übernimmt etwa die Kosten des Arbeitgebers für die Sozialversicherungsbeiträge. Die Firmen können zudem auch dann Kurzarbeit anmelden, wenn Mitarbeiter für Aufräumarbeiten nach der Flut eingesetzt werden. Die Dauer der Kurzarbeit kann bis zu drei Monate betragen. „Das Kurzarbeitergeld ist schon eine große Hilfe“, sagte Senius. Die Arbeitnehmer erhalten das Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur. Es liegt zwischen 60 und 67 Prozent des Netto-Einkommens.

Im Vergleich zur Flut von 2002 seien deutlich mehr Firmen betroffen. Das gehe durch alle Branchen, sagte Senius. In Halle habe es bereits sehr früh viele Anrufe aus der Gastronomie gegeben. Arbeitgeber stünden ohne Kurzarbeiterregelung oftmals vor dem Problem, dass sie nicht nur mit hohen Sachschäden zurechtkommen, sondern auch den Lohn weiterhin bezahlen müssten.

Vor allem kleinere Firmen mit bis zu neun Beschäftigten hätten Kurzarbeit angemeldet. Rund 200 Anzeigen mit 2000 Beschäftigten kamen aus dem Raum Dessau-Roßlau-Wittenberg, rund 100 Anzeigen mit 1170 Beschäftigten aus Magdeburg und 108 Anzeigen mit 960 Arbeitnehmern aus dem Raum Stendal.

Senius rechnet damit, dass das Hochwasser zunächst vor allem für Handel, Gastgewerbe und Landwirtschaft negative Folgen hat. In der zweiten Jahreshälfte werde es aber durch den Wiederaufbau zusätzliche Arbeitskraftnachfrage geben. Das reiche vom privaten Konsum wie etwa dem Ersatz von zerstörten Waschmaschinen bis hin zu Investitionen am Bau. „Das wirkt wie ein Mini-Konjunkturprogramm“, sagte Senius.

Bund und Länder hatten ein Hilfspaket über acht Milliarden Euro vereinbart. Die Jobcenter in den betroffenen Regionen bereiten sich laut Senius bereits auf eine stärkere Nachfrage vor. Vor allem im Bau und im Gartenbau würden mehr Helfer benötigt. Angesichts der zuletzt nur leichten Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt könne man diesen zusätzlichen Impuls auch gut gebrauchen.

Die IHK Dessau-Roßlau dämpfte aber zu hohe Erwartungen. Die zusätzliche Nachfrage sei eher wie ein saisonaler Schub, der sich nicht besonders auf den Arbeitsmarkt auswirken werde, sagte Sprecher Möslein. Von den Unternehmen habe er aber nur Lob für die Regelung zur Hochwasser-Kurzarbeit gehört. „Die Erfahrung ist, dass es ziemlich einfach und schnell vonstattenging.“

Quelle: mz-web.de

Flut-Soforthilfe ist nicht für alle

Veröffentlicht: Juli 6, 2013 von fluthelfer in Halle, Madgeburg
Von Alexander Schierholz
Bei der Hochwasser-Soforthilfe gehen freie Träger leer aus. Ein Bund-Länder-Fonds soll helfen. Am Dienstag will die Landesregierung die exakte Höhe des im Land entstandenen Hochwasser-Schadens an den Bund übermitteln.
Magdeburg/Halle/MZ. Der Garten eine Schlammwüste, das Spielzeug im Eimer – vom Hochwasser waren landauf, landab auch etliche Kindergärten betroffen, die von freien Trägern, also Vereinen oder anderen Institutionen, betrieben werden. Doch von der Flut-Soforthilfe des Landes können sie nicht profitieren, wie gestern das Finanzministerium bestätigte. Die nämlich ist nur für Privathaushalte, Hauseigentümer, Unternehmen und Landwirte gedacht. Halles Finanzdezernent Egbert Geier sprach von einer „Regelungslücke“.

Aus dem Ministerium hieß es, mit der Soforthilfe habe das Land zunächst betroffenen Bürgern und Firmen helfen wollen, damit deren Betrieb schnell wieder aufgenommen werden könne. Nun ist aber auch für freie Träger Hilfe in Sicht: Sie sollen Geld erhalten aus dem acht Milliarden Euro schweren Hochwasser-Fonds, den Bund und Länder vereinbart haben. Am Freitag hat der Bundesrat das dazu notwendige Gesetz verabschiedet. „Die Finanzierung des Wiederaufbaus ist damit gesichert“, sagte Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Matthias Schuppe. Am kommenden Dienstag will die Landesregierung die exakte Höhe des im Land entstandenen Hochwasser-Schadens an den Bund übermitteln.

Technisch gesehen, handelt es sich bei überfluteten Kitas um den Wiederaufbau kommunaler Infrastruktur, in Sachsen-Anhalt ist deshalb das Bauministerium zuständig. „Wir wollen noch im Juli mit dem Bund eine Verwaltungsvereinbarung abschließen, damit die Gelder fließen können“, sagte Sprecher Bernd Kaufholz. Wann das sein werde und welche Summen betroffene Einrichtungen im Einzelfall erhalten werden, sei aber noch offen. Auch die Stadt Halle vertröstet freie Träger auf den Bund-Länder-Fonds: „Die Vereine sollten ihre Schäden beim städtischen Bürgerservice melden. Dann können wir den Bedarf ermitteln“, sagte Finanzdezernent Geier.

Quelle: mz-web.de

Hannover 96 kommt zum Benefizspiel nach Halle

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Fußball-Bundesligist Hannover 96 kommt für ein Benefizspiel nach Halle. Am 28. Juli (16.00 Uhr) spielen die Niedersachsen im Erdgas-Sportpark gegen den Drittligisten Hallescher FC. Das teilte der HFC am Freitag mit. Grund sind die Flutschäden, die das Saale-Hochwasser am EVH-Zentrum der HFC-Fußballjugend anrichtete. Das Gelände am Sandanger, welches schon 2011 von einer Flut-Katastrophe heimgesucht worden war, wurde diesmal völlig zerstört.

Hannover 96 reist zwei Wochen vor dem Start der 51. Bundesligasaison mit dem Profikader an. Die Einnahmen des Benefizspiels kommen dem EVH-Zentrum der HFC-Fußballjugend zugute. (dpa/sa)

Ein erster Lichtblick für die Opfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Drei Seiten Formular ausfüllen, Ausweis vorzeigen, unterschreiben – das ganze dauerte gestern in Halle, inklusive Wartezeit, keine halbe Stunde. Dann hatte Peter Mielke sein Geld: 900 Euro für sich und seine beiden Kinder. Ein erster Lichtblick für den Hallenser, der nach der Flut noch einmal von vorn beginnen muss. Wie Mielke strömten etliche Hallenser an die Serviceschalter der Stadt, um sich die Hochwasser-Soforthilfe abzuholen. 400 Euro pro Person, 250 Euro für Kinder, maximal 2 000 Euro pro Haushalt zahlt die Landesregierung den Flutopfern.

In der Bürgerservicestelle im Ratshof in Halle genießen die Hochwasseropfer Vorzugsbehandlung. Elf Schalter sind nur für sie geöffnet. Außerdem hat die Stadt exklusiv für Flutgeschädigte die Sprechzeiten verlängert, auch sonnabends und sonntags fließt das Geld. Entsprechend zügig klappte gestern, am ersten Tag der Auszahlung, die Bearbeitung. Unkompliziert und schnell sei es gegangen, berichtet eine junge Mutter, die mit ihrem acht Wochen alten Säugling gekommen ist. Sie holt das Flutgeld gleich für ihre Familie und die Schwiegereltern. Nachweise? Die können auch später nachgereicht werden. Mit mehr als 2 000 Euro geht sie am Ende nach Hause.

Leben wie auf der Baustelle

Doch das Zuhause der Flutopfer ist meistens erst einmal keines mehr. Schlamm und die braune Fluss- und Fäkalienbrühe haben Keller und Wohnungen verwüstet. „Wir haben immer noch keinen Strom und leben nur mit Kerzen und ohne warmes Wasser. Es sieht aus wie auf der Baustelle“, sagt eine andere Frau.

Ein Paar mit Säugling kann schätzungsweise erst in zwei Wochen wieder in seine Mietwohnung in der Klaustorvorstadt, Halles am stärksten betroffenes Innenstadtviertel. Mit Säugling in einer Wohnung ohne Strom – undenkbar für die beiden. Sie sind bei den Eltern der Frau im Saalekreis untergekommen. Das bedeutet täglich längere Fahrten zur Arbeit und dazu Anschaffungen außer der Reihe für das Kind. „Wir haben trotzdem Glück gehabt. Es gibt Leute, die hat es viel schlimmer erwischt.“

Zum Beispiel Erika Köcke. Ihr Haus in Halle-Planena, dem überfluteten Ortsteil in der Saale-Elster-Aue, steht immer noch im Wasser. Ihr Nervenkostüm ist sichtlich angegriffen. „Ich war gerade das erste Mal wieder dort. Ich muss das erstmal verarbeiten.“ Die 400 Euro Soforthilfe seien schnell weg, wenn es ans Aufräumen geht, sagt sie. „Was nur der Elektriker kostet, der den Strom wieder anstellt und die Anlage überprüft!“

Doch auch wenn die Hilfe unbürokratisch läuft – nicht jeder bekommt sofort Geld. Herbert Wolf hat ein Gartengrundstück an der Saale. „Aber ich weiß die Hausnummer nicht“, sagt er. Doch Wolf ist nicht böse. „Kein Problem. Ich habe jetzt die Adresse vom Vermessungsamt und muss mir nun erstmal eine Hausnummer holen.“

139 Fälle, 93 000 Euro

Er wird wiederkommen. Noch bis zum 15. Juli kann die Soforthilfe beantragt und abgeholt werden. Gestern wurden bis zum Abend 139 Fälle gezählt, 93 000 Euro ausgereicht. Rita Lachky, die Leiterin des Bereichs Einwohnerwesen sagt: „Wir rechnen aber damit, dass der Andrang noch größer wird.“ Nach Berechnungen der Stadt wohnen knapp 4 000 Hallenser in den überfluteten Gebieten. Schäden durch gestiegenes Grundwasser beträfen aber noch mehr.

Peter Mielke muss von vorn anfangen, weil das Wasser bei ihm brusthoch im Souterrain stand. Dort hatte sich der selbstständige Werbefachmann gerade erst vor zwei Monaten auf ein zweites geschäftliches Standbein gewagt: Süd-Thüringer Bratwürste, einzigartig in Halle, wie er sagt. Er war voll ins Risiko gegangen, das Geschäft lief gut an. „Doch die Flut hat mich kalt erwischt.“ Seine Produktionsräume überflutet, die Heizung seines Hauses dahin, Verdienstausfall – von den 900 Euro, die er als Privatmann erhalten hat, muss er nun erst einmal leben. Mielke hofft auf weitere Hilfen für Gewerbetreibende. Und darauf, bald wieder Bratwürste produzieren und verkaufen zu können. Um Standplätze für seinen mobilen Verkauf hat er sich schon beworben. „Ich bin seit der Wende selbstständig. Ich kann nur weitermachen.“ Das Flutgeld vom Land ist dabei ein erster Lichtblick. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

http://www.mz-web.de/

Fluthilfe Dankeschön Konzert in Halle

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von Generaldirektor in Halle

Clueso (Foto: Columbia)

Clueso (Foto: Columbia)

Auch Sänger und Songwriter Clueso will den vielen Flut-Helfern in Mitteldeutschland “Danke” sagen – mit einem Gastauftritt bei “Halle gemeinsam – wir sagen Danke” am 14. Juni ab 16 Uhr auf dem Marktplatz.

Organisiert wird die Veranstaltung in Zusammenarbeit der Mitteldeutschen Zeitung, der Stadt Halle, den Stadtwerken Halle und der Händelhalle mit dem Mitteldeutschen Rundfunk.

“Der solidarische Geist während der dramatischen Hochwassersituation und die große Hilfsbereitschaft haben uns alle hier begeistert. Es ist uns ein Anliegen, sich nun mit einem Live-Konzert bei den Helfern zu bedanken”, sagt MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller.
Auch Dr. Bernd Wiegand ist vom Engagement der Hallenser beeindruckt:
“Als Oberbürgermeister und Leiter des Katastrophenschutzstabes konnte ich hautnah die überwältigende Hilfsbereitschaft tausender Menschen erleben. Dafür danke ich allen Helfern und Einsatzkräften von ganzem Herzen. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Stadtverwaltung die Aktion “Halle gemeinsam” unterstützt.
Genauso sieht es auch Hartmut Augustin, Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung: “Tagelang haben Reporter der Mitteldeutschen Zeitung über das Engagement der vielen Helfer berichtet und ihnen damit in der Zeitung auch immer ,Danke’ gesagt. Mit dem tollen Konzert am Freitag soll dieses Dankeschön nun laut erklingen.”
Und auch Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle GmbH ist begeistert: “Die vergangenen Tage haben auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie die Hallenser für ihre Stadt kämpfen können. Wir möchten allen fleißigen Helfern ‘Danke’ sagen mit dem Konzert “Halle gemeinsam”.

Das Programm von “Halle gemeinsam – Wir sagen Danke!”
Los geht es 16 Uhr mit dem Auftritt der Staatskapelle Halle. Diese interpretiert zahlreiche moderne Stücke – u. a. Musik von Pink Floyd, Weather Girls, Eric Clapton oder Lisa Stanfield.
17.35 Uhr trägt dann das MDR SINFONIEORCHESTER zum Klassikteil der Veranstaltung bei. Chefdirigent Kristjan Järvi hatte während eines Gastspiels in Korea von der Flutkatastrophe erfahren und spontan für das Dankeschön-Konzert am Freitag zugesagt. Unter seiner Leitung interpretieren das MDR SINFONIEORCHESTER und die zwei gefragten Solistinnen Evelyn Glennie und Joanna MacGregor Werke von John Psathas, Modest Mussorgski und Ulvi Cemal Erkin.
Ab 19 Uhr holt dann der MDR Hörfunk Special Guest Clueso, Revolverheld, Lexy & K-Paul sowie Sascha Braemer auf die Bühne am Markt.

Die technische Umsetzung der Großveranstaltung hat die Event-Net GmbH übernommen. “Es ist natürlich ein Kraftakt eine solche Veranstaltung so kurzfristig umzusetzen, aber wie für die Menschen hier in Halle auch, war es für uns selbstverständlich ohne zu überlegen kräftig mit zuzupacken, um dieses Dankschön für die Helfer zu ermöglichen.” (Quelle: MDR)

http://www.rap2soul.de/2013/06/12/dank-fur-die-fluthelfer-clueso-beim-konzert-halle-gemeinsam-dabei/

Theater in Halle spielen wieder

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Die Bühnen der Stadt Halle nehmen nach Aufhebung des Katastrophenalarms ihren Spielbetrieb wieder auf. Zugleich werde es zugunsten der Opfer und Helfer der Flut Benefizaktionen geben, teilte die Theater, Oper und Orchester GmbH mit. So gibt es an diesem Freitag auf dem Marktplatz in Halle ein gemeinsames Konzert der Staatskapelle Halle mit dem MDR-Sinfonieorchester. Der Geschäftsführer der GmbH, Rolf Stiska, kritisierte zugleich die kurzfristige Absage von Vorstellungen, so auch die der Händel-Festspiele in Halle. Damit sei die Chance der Hilfe durch die Kultur vertan worden. Die Festspiele waren in der vergangenen Woche zwei Tage vor dem geplanten Beginn abgesagt worden. Die Organisatoren sorgen sich angesichts der finanziellen Einbußen nun um die Zukunft des Festivals in der Geburtsstadt des Komponisten Georg Friedrich Händel.

http://www.n-tv.de/panorama/

Halle: Pegel der Saale sinkt wieder

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Halle

Nach der Stagnation am Abend sinkt der Pegel der Saale in Halle jetzt wieder stetig und steht nun bei 6, 39 Meter, wie TV Halle via Facebook berichtet.

So teuer wird die Flut für Dresden und Halle

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Dresden, Halle

 

Dresden bangt, Halle versinkt: Das Hochwasser hat Deutschland weiter fest im Griff. Auf die Bundesländer kommen Milliardenkosten zu. Während der Bundestag heute über Hilfen berät, kämpfen Sachsen-Anhalt und Bayern weiter gegen die Wassermassen. In Niedersachsen steht das Schlimmste wohl noch bevor.

Sachsen rechnet mit Hochwasserschäden in Milliardenhöhe. Der Leiter des neuen Wiederaufbaustabs in der Staatskanzlei, Fritz Jaeckel, geht von zwei bis 2,5 Milliarden Euro aus.

Der Stab will sich um Geld aus dem EU-Solidaritätsfonds für Katastrophenfälle bemühen. Voraussetzung sei eine nationale Schadenssumme von mindestens 3,67 Milliarden Euro. Das komme in Sachsen, Bayern, Thüringen und Brandenburg gemeinsam zusammen.

Der EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski hatte angesichts laufender Haushaltsverhandlungen in Brüssel jedoch gewarnt, diese Kasse sei leer: «Wir sind ohne Mittel, auf jeden Fall für den Solidaritätsfonds», sagte der Kommissar.

Bundestag berät, Städtetag fordert Soforthilfe

Die Flutkatastrophe beschäftigte am Donnerstag den Bundestag. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte den von Flutschäden Betroffenen weitere Unterstützung zu, die über die Soforthilfe des Bundes von 100 Millionen Euro hinaus gehen soll. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte: «Wir lassen die betroffenen Menschen nicht allein.»

Im Bundestag diskutierten die Fraktionen am Vormittag über die Folgen und Konsequenzen der Rekordflut. Schäuble sagte, es werde alles getan, um die langfristigen Schäden zu beheben. «Darauf können sich alle verlassen.» Lammert dankte wie Schäuble den Helfern vor Ort, insbesondere den vielen Freiwilligen. Erneut werde die Erfahrung gemacht, dass Not und Leid einhergingen mit Tatkraft und Hilfe sowie einer «eindrucksvollen menschlichen Zuwendung».

Der Deutsche Städtetag hält angesichts der enormen Schäden in den Hochwasser-Regionen weitere Hilfen des Bundes für unumgänglich. «Die 100 Millionen Euro des Bundes sind als Soforthilfe angekündigt und als solche wichtig zur kurzfristigen Unterstützung», sagte Städtetagspräsident Ulrich Maly der Saarbrücker Zeitung. Die Schäden würden voraussichtlich aber deutlich höher sein.

Flutwelle rollt auf Niedersachsen zu

Indes hat das Hochwasser auf Elbe, Donau und Saale weite Teile Deutschlands weiter fest im Griff. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern drohten in der Nacht noch Überflutungen, auch wenn das Wasser der Flüsse teilweise schon wieder sank.

Auch in Sachsen blieb die Lage in den Elbkommunen kritisch. In Niedersachsen steht in den Regionen rund um die Elbe das Schlimmste noch bevor: Zum Wochenende wird mit einem kräftigen Anstieg des Wassers gerechnet. Weil die Pegelstände der Elbe nicht genau vorhergesagt werden können, ist die Lage oft nur schwer berechenbar.

BRANDENBURG: Hier zittert besonders der 4000-Einwohner-Ort Mühlberg im Elbe-Elster-Kreis. Ein Pflegeheim in der Altstadt wurde bereits am Mittwoch evakuiert, rund 2100 Anwohner wurden von den Behörden aufgefordert, freiwillig ihre Wohnungen zu verlassen. Auch der Landkreis Prignitz bereitet sich auf den Ernstfall vor. «Wir wissen auch dort nicht, wie hoch das Wasser stehen wird», sagte ein Sprecher des Krisenstabs in Potsdam. In Nordbrandenburg wird der Höhepunkt der Flutwelle am Wochenende erwartet.

NIEDERSACHSEN: Vom heutigen Donnerstag an bis zum Wochenende wird mit einem Anstieg der Elbe gerechnet. Tausende Einsatzkräfte und Anlieger entlang des Flusses bereiten sich bereits auf die kritische Phase vor. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg werden ab heute Deichwachen Tag und Nacht eingesetzt. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will sich zudem zusammen mit seinem Amtskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), ein Bild von der Lage in den Hochwassergebieten machen.

SACHSEN-ANHALT: Die Wassermassen hielten auch am Donnerstagmorgen besonders denRaum Bitterfeld und die Stadt Halle im Griff. «Wir hoffen, dass die Deiche halten», sagte eine Sprecherin des Krisenstabs inMagdeburg. InBitterfeld drohte der angrenzende Goitzschesee über die Ufer zu treten und die Stadt zu überfluten. EinDeich wurde daher gesprengt, um die Dämme zu entlasten. Entwarnung konnte noch nicht gegeben werden.

Auch in Halle wurde wegen der steigenden Gefahr von Dammbrüchen an der Saale eine mögliche Evakuierung geplant, von der im schlimmsten Fall 30.000 Einwohner betroffen sein könnten. Teile der Altstadt wurden bereits überschwemmt und Häuser geräumt, darunter nach Angaben der Stadt Halle zwölf Altenheime. Insgesamt mussten in Sachsen-Anhalt bislang 2511 Menschen ihre Häuser wegen des Hochwassers verlassen.

BAYERN: Aufgeweichte Deiche, die zu brechen drohen, stehen auch im Süden im Mittelpunkt: In Straubing und Deggendorf kämpften Einsatzkräfte die ganze Nacht, um die Dämme zu stabilisieren. «Es ist alles im Einsatz», sagte ein Sprecher der Stadt Straubing, wo das Hochwasser auf der Donau bereits langsam zurückgeht. Entwarnung gebe es aber trotzdem noch keine – ebenso wenig wie in Deggendorf, wo erst im Laufe des Tages mit sinkenden Wasserständen gerechnet wird. Am Morgen wird dort auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erwartet. Er will sich an mehreren Orten über das Donau-Hochwasser informieren.

SACHSEN: Die Menschen in Sachsen blicken gebannt nach Tschechien, von woher die Elbe-Scheitelwelle anrollt. Brennpunkte blieben in der Nacht zum Donnerstag Dresden und die Elbkommunen in der Sächsischen Schweiz, so ein Sprecher des Landeshochwasserzentrums. Der Scheitel der Elbe wurde für Dresden bereits für den Mittag erwartet. Dabei werde aber der Pegelstand der Jahrhundertflut von 2002 wohl nicht übertroffen. In der Sächsischen Schweiz sind viele Touristenorte überflutet, darunter Pirna, Meißen und Riesa. Dort werde das Wasser erst am Wochenende den Höchststand erreichen.

 

http://www.news.de

Gepard in Schlauchboot gerettet

Veröffentlicht: Juni 6, 2013 von fluthelfer in Halle

 

Das Hochwasser an Elbe und Saale bedroht auch zahlreiche Tiere. In Sachsen-Anhalt musste ein Gepard betäubt und dann mit einem Schlauchboot aus dem Bernburger Zoo in Sicherheit gebracht werden.

Halle – Es wirkt fast wie eine Szene aus dem Kinofilm „Life of Pi“: eine Raubkatze in einem kleinen Boot auf dem Wasser. In Sachsen-Anhalt haben Helfer einen Gepard vor dem Hochwasser aus dem Bernburger Tiergarten gerettet. An manchen Stellen stand das Wasser dort schon hüfthoch. Ein Tierarzt betäubte das verängstigte Tier mit einem gezielten Schuss. Der Gepard ist nun im Bergzoo in Halle untergebracht.

„Arche Noah“ nennt Sprecher Tom Bernheim den hochgelegenen Zoo inzwischen. Denn hier sind bereits zahlreiche andere gerettete Tiere aus Sachsen-Anhalt zu Gast: Vögel, Affen und Pinguine. Aber alles geht eben nicht: Ein Bär sitzt in Bernburg weiter auf einer Insel in seinem Gehege, auch Wölfe und Wisente müssen im Käfig bleiben. Die Rettungsboote sind zu klein für sie. Provisorisch errichtete Podeste sollen den Tieren aber vorübergehend Schutz bieten.

Für einige Tiere kam jedoch jede Hilfe zu spät. Mehrere Hirsche seien im Bernburger Tiergarten in den Fluten der Saale ertrunken, sagt Bernheim. Auch die Meerschweinchen haben das Hochwasser nicht überlebt.

Dem Wildpark Weißewarte bei Stendal unweit der Elbe könnte das Schlimmste erst noch bevorstehen. Die Pfleger schauen mit bangen Blicken auf die steigenden Fluten. Die meisten Tiere seien aber schon in privaten Auffangstationen oder im Tierpark Stendal untergekommen, teilte die Wildparkverwaltung mit. Nur die Hirsche müssten bei einer Überflutung Schutz auf kleinen Rettungsinseln suchen.

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-gepard-aus-zoo-in-bernburg-gerettet-a-904216.html

Dresden bangt, Halle erlebt Rekordflut

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Dresden, Halle

 

Während in Passau das Gröbste überstanden ist und die Aufräumarbeiten beginnen, bangen andere Orte angesichts steigender Pegelstände weiter. Halle an der Saale hat so viel Wasser wie seit 400 Jahren nicht mehr. 30.000 Menschen sollen ihre Häuser verlassen. Auch Dresden reagiert mit Evakuierungen auf die Flut.

In weiten Teilen Süd- und Ostdeutschlands heißt es weiterhin «Land unter». Während einige Hochwassergebiete bereits die Schäden sichten können, sind andere noch akut von den Wassermassen bedroht.

Am frühen Mittwochmorgen war die Lage vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bayern angespannt. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden weitere Evakuierungen vorbereitet, auch im bayerischen Landkreis Deggendorf wurden Menschen in Sicherheit gebracht. In Passau scheint das Schlimmste hingegen überstanden.

In der schwer getroffenen Dreiflüssestadt ist das Wasser der Donau zwar fast drei Meter zurückgegangen – entlang der Ufer seien aber immer noch einige Straßen überflutet, teilte ein Sprecher mit. Auch die Innenstadt sei nach wie vor abgeschnitten. Das Gröbste sei aber überstanden: «Langsam kommen wir weg von der Katastrophe und hin zum Hochwasser.»

Deggendorf ist eine Insel

Der vom Donauhochwasser teilweise überschwemmte Landkreis Deggendorf ist nach der Teilsperrung der Autobahn 92 fast vollständig vom Umland abgeschnitten. Die Region sei nur noch über einige wenige Straßen für Helfer und Fahrzeuge zu erreichen, erklärte eine Landkreissprecherin am Mittwochmorgen.

In der Nacht wurden weitere Häuser evakuiert – 50 bis 80 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der Region Deggendorf und Straubing mussten bereits am Dienstag rund 6000 Menschen ihre Häuser wegen des Hochwassers verlassen.

Pegel der Elbe steigt

In Dresden bereitet die Elbe zunehmend Sorge. «Da steigt der Pegel langsam, aber kontinuierlich», sagte Stadtsprecherin Heike Großmann. Am Mittwochmittag lag er bei 8,43 Metern. Mehr als 600 Menschen sollten vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht werden. Die Vorsichtsmaßnahme hatte am Vortag begonnen. Vor allem im Osten der Stadt könnten weitere Evakuierungen hinzukommen. Außerdem sei in einigen Straßenzügen der Strom abgeschaltet worden.

Das Landeshochwasserzentrum erwartet für Donnerstagmittag bis zu 8,80 Meter, normal sind etwa zwei Meter. Das Hochwasser der Elbe werde aber dort die Dimension der Flutkatastrophe von 2002 nicht ganz erreichen. «Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen», sagte der Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher, am Mittwoch.

Um nicht nur Touristen zielgenau zu informieren, hat die Tourismus Marketing-Gesellschaft die aktuelle Lage in den Regionen auf ihrem Internetportal zusammengefasst.

Halle erlebt Rekordflut

Auch in Halle an der Saale spitzt sich die Hochwasserlage gefährlich zu: Rund 30.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Saale hatte einen Wasserstand von 8,07 Meter erreicht. Das war der höchste seit 400 Jahren in der Stadt in Sachsen-Anhalt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Normal liegt der Pegelstand dort bei knapp 2 Metern.

Vom Hochwasser bedroht sind fünf große Gebiete. Notquartiere wurden eingerichtet. Die Dämme seien durchgeweicht, Einsatzkräfte versuchten, diesen mit Sandsäcken zu stabilisieren. Dennoch trete an Sickerstellen Wasser aus und teils über die Deiche. «Das Wasser läuft auf die ersten Häuser zu», sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) zur Situation am Gimritzer und Passendorfer Damm. Der Druck auf diese beiden Hauptdeiche sei extrem hoch

In Brandenburg steigen die Pegelstände der Elbe zwar an, trotzdem ist die Lage noch weitgehend entspannt: «Ganz so heftig ist es noch nicht», sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Mittwochmorgen. Entlang der Elbe sei die höchste Warnstufe noch nicht erreicht – mit der für die nächsten Tage angekündigten Hochwasserwelle aber würden die Pegelstände deutlich steigen.

Thüringen atmet auf

Unterdessen entspannte sich die Hochwasserlage in Thüringen mit fallenden Pegelständen weiter. Nachdem der Katastrophenalarm am Dienstagabend bereits für den Landkreis Greiz zurückgenommen wurde, gilt der Katastrophenfall in Thüringen nur noch für den Saale-Holzland-Kreis. In den meisten Landesteilen haben die Aufräumarbeiten begonnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den Flutopfern bei einem Besuch in Greiz am Dienstag finanzielle Hilfe zugesagt. Das 100-Millionen-Euro-Soforthilfeprogramm des Bundes solle auch Privatleuten und Gewerbetreibenden zugutekommen. Sie würden nicht alleingelassen, sagte Merkel.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte unterdessen eindringlich davor, in den Hochwassergebieten die Deiche zu betreten. «Es besteht Lebensgefahr!» hieß es in einer Mitteilung des DRK-Landesverbandes Dresden. «Auch wenn das Interesse an den Wassermassen sehr groß ist, sollten Schaulustige sich und andere nicht unnötig in Gefahr bringen», hieß es.

 

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Saale-Fluten zwingen 30.000 Menschen aus ihren Häusern

Veröffentlicht: Juni 5, 2013 von fluthelfer in Halle

Der Pegelstand der Saale in Halle erreicht Rekordwerte, viele Dämme sind völlig durchgeweicht: Rund 30.000 Menschen wurden deshalb aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Kritisch ist die Situation auch in Nordsachsen – dortmussten zwei Dörfer zwangsevakuiert werden.

Der Überblick.

Die Hochwasserlage in Halle an der Saale verschärft sich dramatisch. Rund 30.000 Anwohner sollen ihre Häuser verlassen und sich in Sicherheit bringen. Die Saale hat einen Wasserstand von 8,07 Meter erreicht, am Pegel Halle-Trotha sogar noch zwei Zentimeter mehr. „Seit 400 Jahren ist das der höchste Wert“, sagte ein Sprecher. Teile der Innenstadt würden zunehmend überflutet. Normal sei ein Pegelstand von weit unter drei Meter.

Notquartiere wurden eingerichtet. Die Dämme seien durchgeweicht, Wasser trete an Sickerstellen aus und teils über die Deiche. „Das Wasser läuft auf die ersten Häuser zu“, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand zur Situation am Gimritzer und Passendorfer Damm. Der Druck auf diese beiden Hauptdeiche sei extrem hoch. Hunderte Einsatzkräfte versuchen, einen Deichbruch zu verhindern.

Kritisch ist die Lage auch in Nordsachsen. Wegen eines überlaufenden Sees sind dort mehrere Dörfer zwangsevakuiert worden. Die Bewohner von Löbnitz und Sausedlitz am Seelhausener See müssten ihre Häuser verlassen, sagte der Sprecher des Kreises Nordsachsen. „Der See ist einfach voll und läuft über.“ Es bestehe die Gefahr, dass die Sogwelle abfließenden Wassers zu Erd-Abbrüchen führen könnte. Bereits am Dienstag war am Fluss Mulde ein Damm gesprengt worden, um weiteres Einfließen von Wasser in den randvollen Seelhausener See zu verhindern. Eventuell soll diese Stelle noch verbreitert werden.

Die Pegelstände der Elbe steigen und steigen: In Dresden kletterte das Wasser am Mittag auf 8,43 Meter. Es lief ein Einsatz, um 660 Menschen im Stadtteil Gohlis in Sicherheit zu bringen. Vor allem im Osten der Stadt könnten weitere Evakuierungen hinzukommen, sagte ein Sprecher. Das Hochwasser bleibt laut Prognosen jedoch unter den Höchstständen von 2002. Der Scheitel werde Sachsen am Donnerstagvormittag erreichen, sagte eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums.

Für Dresden wird ein maximaler Wasserstand von 8,50 Meter bis 8,70 Meter erwartet, für Schöna an der tschechischen Grenze von 10,70 Meter bis 10,90 Meter. 2002 waren in Dresden 9,40 Meter und in Schöna 12,04 Meter gemessen worden. „Die Pegelstände werden über einen langen Zeitraum in der höchsten Warnstufe bleiben.“

Entlang der Elbe droht in Niedersachsen in den kommenden Tagen ein Rekordhochwasser. In Hitzacker im Landkreis Lüchow- Dannenberg laufen die Vorbereitungen, dort gilt Katastrophenalarm. „Wir werden Sandsäcke auf die Deiche bringen, um gegen höhere Wasserstände gewappnet zu sein. Mehr können wir im Moment nicht machen“, sagte der Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, Jürgen Meyer. Sorge vor einem ähnlichen Ausmaß des Hochwassers wie vor elf Jahren habe er nicht. „Wir haben eine andere Situation. 2002 hatte Hitzacker keinen Hochwasserschutz.“

Bewährungsprobe für die neue Schutzwand

Vor elf Jahren stand das Wasser in der 5000-Einwohner-Stadt teilweise bis zu 7,51 Meter hoch. Seit 2008 aber sorgt ein rund 36 Millionen Euro teurer Hochwasserschutz für mehr Sicherheit. Dazu gehört auch eine 938 Meter lange Hochwasserschutzwand. Sie ist 1,20 Meter hoch und kann im Bereich der Stadt mit mobilen Teilen auf 2,70 Meter erhöht werden. Nun kommt die Bewährungsprobe.

Das an Hochwasser gewöhnte Lauenburg in Schleswig-Holstein evakuiert erstmals die von der Elbeflut bedrohte Unterstadt. Betroffen sind bis zu 150 Häuser nahe am Fluss. Deren Bewohner müssten von Freitag 9 Uhr an ihre Häuser verlassen, kündigte Bürgermeister Andreas Thiede an. Nach offiziellen Vorhersagen soll der Pegelstand der Elbe am Wochenende auf mehr als neun Meter steigen, für Mittwoch nächster Woche wird ein historischer Höchststand von 10,35 Metern erwartet.

Die Lage in Brandenburg verschärft sich. An der Schwarzen Elster gab es bei Herzberg einen ersten Deichbruch. Der Wasserstand erreichte in Mühlberg am frühen Morgen 8,80 Meter. Bei der Rekordflut vom August 2002 waren es 9,98 Meter.

In Bayern stabilisiert sich die Situation langsam, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. In Passau gab es für die meisten Bewohner wieder Trinkwasser, wie ein Stadtsprecher sagte. In Straubing und Deggendorf stagnierten die Pegelstände, wenn auch auf hohem Niveau. Immer wieder starten Hubschrauber vom Volksfestplatz in Deggendorf zu gefährlichen Einsätzen. Sie retten vom Hochwasser eingeschlossene Menschen aus dem überspülten Ortsteil Fischerdorf. „Einige sind trotz der dramatischen Lage in ihren Häusern geblieben und warten mittlerweile auf den Dächern auf Hilfe“, sagte Einsatzleiter Alois Schraufstetter. „Es herrscht absolute Lebensgefahr. Die Häuser stehen bis zu drei Meter im Wasser.“

Aufräumarbeiten in Thüringen

Aus Thüringen zog sich das Wasser langsam zurück. Die Kommunen begannen mit den Aufräumarbeiten und listeten die Schäden auf. Die Fluten der Weißen Elster trafen den Greizer Landschaftspark und das dortige Sommerpalais schwer. „Es ist eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes“, sagte der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Helmut- Eberhard Paulus. Der Park gleiche einer Mondlandschaft. Das als national bedeutsames Denkmal eingestufte Ensemble aus Park und Palais war in den vergangenen Jahren mit Millionenaufwand saniert und rekonstruiert worden. In einer ersten Bestandsaufnahme sprach Paulus von rund 2,6 Millionen Euro Schaden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich räumte angesichts der Flutkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands Mängel beim Hochwasserschutz ein. Die Situation sei „regional sehr unterschiedlich“, sagte Friedrich. In manchen Orten sei der Hochwasserschutz konsequent umgesetzt worden. Andernorts sei er „im Planfeststellungsverfahren steckengeblieben“, oder das gesamte Konzept sei nicht umgesetzt worden.

Hilfe für die betroffenen Gebiete kommt derweil von rund 200 französischen und niederländischen Soldaten, die Einsatzkräfte in den überfluteten Regionen unterstützen. Zudem sind etwa 5600 Bundeswehr-Soldaten im Hochwassereinsatz.

URL: http://www.spiegel.de/panorama/hochwasser-in-halle-30-000-menschen-werden-evakuiert-a-903916.html