Archiv für die Kategorie ‘Sachsen-Anhalt’

Knapp vier Monate nach dem Hochwasser ist der Hecklinger Jens Weber noch immer im Einsatz, um den Menschen in Breitenhagen zu helfen. Der Volksstimme-Volontär Philipp Queitsch erzählt er, wie er diese Extremsituation empfand.

Volksstimme: Sind Sie nach der Krisenzeit in Breitenhagen wieder im Arbeitsalltag auf dem Bau angekommen?

Jens Weber: Definitiv. Ich habe die Arbeit zu Zeiten des Hochwassers vier Wochen lang ruhen lasse. Mittlerweile habe ich aber alles wieder aufgeholt und es ist fast alles wieder wie vorher.

Volksstimme: Fast?

Jens Weber: Nun ja, die Hilfe in Breitenhagen ist noch nicht beendet. Ich fahre noch immer regelmäßig dort hin, um beim Wiederaufbau zu helfen. Das passiert dann nach Feierabend. Die Mitglieder von „Delmenhorst, wir helfen“ unterstützen den Ort ebenfalls weiterhin. Es gibt noch viel zu tun.

Volksstimme: Wie reagieren die Menschen dort nach dem Hochwasser?

Jens Weber: Der Zusammenhalt vor Ort ist sehr groß. Wir Helfer und die Einwohner sind damals zusammengewachsen. Die Zahl meiner Freunde auf Facebook hat sich in dieser Zeit verfünffacht. Heute besuchen wir uns gegenseitig und unternehmen etwas zusammen. Wenn ich durch den Ort fahre, halte ich fast an jeder zweiter Tür. Die Menschen sind sehr dankbar und laden uns regelmäßig zum Grillen ein. Ich weiß von ein paar Helfern, die aus Stuttgart nun sogar nach Breitenhagen gezogen sind, weil dort enge Beziehungen entstanden sind.

Volksstimme: Wie sehen die Hilfsmaßnahmen heute aus?

Jens Weber: Die Helfer aus Delmenhorst sind sehr gut organisiert. Drei Lkw sind bisher in Breitenhagen eingetroffen, beladen mit allem, was benötigt wird. Auch bei den Handwerkern passt sich die Hilfe gezielt den Bedürfnissen an. Wenn ein Fliesenleger gebraucht wird, schauen wir, welcher noch Kapazitäten hat und derjenige wird kontaktiert. Das funktioniert wirklich sehr gut. Trotzdem gibt es noch viel zu tun und die Arbeiten gehen nur Stück für Stück voran. Das liegt wiederum daran, dass das Geld der Versicherungen die Menschen erst erreichen muss. Aber die meisten Einwohner sind stark und optimistisch. Wir bezeichnen Breitenhagen gern als das „Gallische Dorf“, weil sie den Großteil selber stemmen.

Volksstimme: Sie haben in den vier Wochen vor Ort viele Schicksale beobachten können. Haben Sie das alles mittlerweile verarbeitet?

Jens Weber: Man lässt schon viel Revue passieren. Einige Geschichten gehen mir schon ans Herz. Dennoch ist es eher der Ärger darüber, dass vieles hätte besser klappen können. Bei der Organisation lief damals einiges schief. Wir hätten noch mehr retten können. Aber nach und nach schaffen wir immer mehr.

Quelle: volksstimme.de

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Auch wenn das Hochwasser längst zurückgegangen ist, hat es immer noch starke Auswirkungen. In Gommern betrifft das den Wald, in den das Wasser bei der Überspülung des Ehledeiches gelaufen ist. Tausende Bäume sterben ab.

 

Gommern l Ein gespenstischer Anblick bietet sich dem Wanderer, der sich in die im Sommer überfluteten Fläche des Waldes zwischen Vogelsang und Gommern begibt. Viele der Bäume sind schon kahl, obwohl der Herbst erst begonnen hat. „Sie sterben ab“, erklärte Revierförster Jens Dedow auf Nachfrage. Betroffen seien die meisten Baumarten des Waldstücks zwischen Vogelsang, AWG-See und Gommern. Nur wenige seien stark genug, um das Wasser unbeschadet überstanden zu haben. Zehn Wochen haben die Bäume im Wasser gestanden. Dedow schätzt, dass das die Bäume regelrecht erstickt hat. „Sauerstoff fehlt im Stauwasser“, erklärte er.

Nur Bäume, die die Fähigkeit haben, durch wasserhaltende Schichten im Boden zu wachsen, scheinen zu überleben. „Das sind vor allem Eichen. Allerdings scheinen die Kiefern auch unbeschadet zu sein, damit hätte ich nicht gerechnet“, fügte er an. Dedow gibt sich auch da vorsichtig. „Wir haben mit solchen Ereignissen keine Erfahrung“, sagte er. Noch immer stehe an vielen Stellen das Wasser kurz unter der Bodenfläche, an einigen Stellen füllt es noch immer Senken. Viele Bäume wurden so geschwächt, dass sie nun Opfer von Parasiten werden. Käfer, aber vor allem Pilze setzen den Bäumen weiterhin zu. Die Roteichen in dem Waldstück weisen fast alle tiefschwarze Flecken auf. „Das ist Schleimfluss“, erklärt Dedow. Schuld daran ist ein Pilz. Er befürchte, dass dieser sich weiter ausbreite, so dass auch für diese Bäume nur das Abholzen bleibt

Vielen Bäumen sei es anzusehen, dass sie nur noch von ihren Reserven leben. „Sie haben nur wenige grüne Blätter. Sie leben von dem, was noch im Stamm ist und gehen dann ein“, erklärte der Fachmann. Die Wurzel sei bei ihnen schon tot.

Zwischen 15 bis 20 Hektar, so vermutet der Revierförster, müssen nun kahlgeschlagen werden. „Wir haben das bei der Unteren Forstbehörde beantragt“, erklärte er. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Ihm wäre es lieb, wenn der Schlag so schnell wie möglich passieren würde. „Das Holz wird ja nicht besser“, betonte er. Einige Stämme könnten noch zu Brettern verarbeitet werden, viele junge Bäume reichen nur für Industrieholz, erklärte er. Die Menge an Holz sei nicht unbedingt das Problem, „das fängt unsere Planung schon auf“, erklärte er. Es ist eher die Qualität, die nicht mehr genügt, damit aus den Bäumen Sägeholz werden kann. „Oder eben nur mit Preisnachlässen“, befürchtet er.

Vier bis fünf Jahre werde er sich noch mit den Flutschäden beschäftigen müssen, schätzte Dedow. „Das Aufziehen der neuen Bäume ist dabei noch nicht mal mitgerechnet“, fügte er an.

Zusätzlich zu den Schäden am Holz hat das Hochwasser etliche Forstwege zerstört. Beziehungsweise wurden die Wege zerstört, als die Lkw Sand und Schotter während der Flut gefahren haben, um Deiche zu errichten. Rund 15 Kilometer Wege seien nun wieder aufgefüllt worden.

Auch die Fauna habe das Wasser beeinflusst. „In diesem Gebiet vermute ich, dass die Hälfte des Rehwildes verendet ist.“

Da das Wasser von zwei Seiten kam, sei das Wild eingeschlossen gewesen. Wildschweine seien die besseren Schwimmer, daher haben vermutlich mehr überlebt. Einen besseren Einblick bringen die nächsten Wochen, wenn alle Blätter gefallen seien. Doch schon jetzt registriert Dedow, der auch Jäger ist, „wesentlich weniger Fährten“.

Quelle: volksstimme.de

Thomas Hartmann lässt sich nicht unterkriegen. Nachdem erst ein Brand und nun auch das Hochwasser seine Lokale zerstörten, kehrt er jetzt auf den Weißenfelser Markt zurück. In der zentralen Lage hofft er auf zusätzliches Laufpublikum. Sein neues Lokal öffnet er am nächsten Dienstag

 

Zuerst im Weißenfelser Schultheiß abgebrannt und fast ein Jahr später im Saalestrand abgesoffen. Doch Thomas Hartmann lässt nichts anbrennen und taucht wieder auf. Obwohl dem 43-jährigen Markwerbener und seiner Familie angesichts der Schäden in Höhe eines sechsstelligen Betrages das Wasser bis zum Halse stand – und zu den Katastrophen noch drei private Schicksalsschläge hinzukamen – schaut er nach vorn und konzentriert sich auf seinen Neustart. Der ist am kommenden Dienstag, 22. Oktober, um 11 Uhr im angestammten Lokal „Schultheiß“ am Marktplatz.

Dort brennt seit Tagen schon das Licht und Wochenmarktbesucher schauen erwartungsvoll durch die Fenster. Wann es endlich wieder weitergeht, wollen sie wissen und erkundigen sich auch am Hintereingang Fischgasse, wo Handwerksfirmenautos stehen. „Ich freue mich über das Interesse“, sagt der Wirt. Nein, das Lachen hat Thomas Hartmann nicht verlernt, erklärt er zwischen Stühlen, Tellern, Tassen und Gläsern, die sich in der Gaststube stapeln und einer Speisekarte, die er gerade neu überarbeitet. Unterstützt von Mutter Gisela und Schwester Silke Hartmann, ist der gelernte Koch in diesen Tagen von der früheren und traditionsreichen Gaststätte „Saalestrand“ wieder ins Zentrum gezogen.

„Der Saalestrand hat mich über Wasser gehalten“, schätzt Hartmann nach einem knappen Jahr ein, in dem er in der kleinen Kneipe in der Leipziger Straße 100 vorübergehend Küchenchef und Wirt sein durfte. Dafür sei er dem Hauseigentümer und ehemaligen Gastronom Walter Illig dankbar. Inzwischen haben Dachdecker, Fliesen- und Fußbodenleger, Elektriker und Klempner mittelständischer Unternehmen der Region im Schultheiß gewirkt und die Brandschäden vergessen lassen. Neue Küchengeräte und Möbel wurden angeschafft, Geschirr ebenso, denn dreiste Diebe hatten nach dem Brand im vergangenen Juli lange Finger gemacht und alles mitgehen lassen, was sie kriegen konnten, blickt Hartmann zurück. Jetzt hoffe er, dass nicht nur die Stammkunden zu ihm halten, sondern auch wieder Laufkundschaft den kurzen Weg zu schätzen weiß.

Im vom Zentrum abgelegenen Saalestrand habe er den Unterschied schon deutlich gemerkt – vor allem um die Mittagszeit sei viel weniger los gewesen als im Schultheiß. Und nach der Saaleflut im Juni, Juli und August habe er bei schönem Sommerwetter dicht machen müssen und – reichlich acht Wochen verloren.

Seine Gäste will Hartmann mit ein paar neuen Gerichten und bewährten Krimi-Dinner-Angeboten überraschen. „Besucherflauten im Saalestrand hatten auch ihr Gutes“, blickt er zurück. „Ich hatte den Kopf frei für frische Ideen, die sich auf unserer Speisekarte wiederfinden werden“, kündigt der Herr der Töpfe und Pfannen an.

Quelle: mz-web.de

Derzeit ist der Wendische Berg in Zeitz für drei Tage komplett gesperrt. Denn im Eingang der Parzellenstraße, am oberen Wendischen Berg und in der Wendischen Straße werden zusätzliche Kanäle eingebaut, um ein weiteres Hochwasser bei Starkregen in der Innenstadt verhindern.

 

Die Einrichtung der Baustelle an der Einmündung Wendischer Berg in Zeitz hat begonnen. Zwei Schilder machen schon deutlich, was ab Mittwoch auf die Autofahrer zukommt: Eine weitere Baustelle mit Vollsperrung des Wendischen Berges für drei Tage. „In diesem Bereich, Eingang Parzellenstraße, oberer Wendischer Berg und Wendische Straße werden zusätzliche Kanäle eingebaut“, sagt Bernd Schirmer, Leiter des Eigenbetriebes Abwasser der Stadt Zeitz, „es wird Einschränkungen geben, aber wir wollen damit vor allem eines erreichen: Eine Situation wie im Sommer vor einem Jahr, als das Wasser in der Fußgängerzone stand, sicher ausschließen.“

Das wird vermutlich jeder in Zeitz begrüßen. Die neuerliche Änderung der Verkehrsführung in der aktuellen Situation verlangt dagegen schon etwas mehr Verständnis. Doch hinter dem, was für Autofahrer wie eine weitere Horrormeldung klingt, verbirgt sich eine nötige Baumaßnahme. Besser gesagt, die Beendigung der 2012 begonnenen Kanalbauarbeiten im Bereich oberer Wendischer Berg. „Baubeginn ist offiziell am 7. Oktober, da wird die Baustelle eingerichtet“, sagt Gerald Glück, Teamleiter technische Dienstleistung der Stadtwerke Zeitz GmbH, „Bauende soll etwa Mitte Dezember sein, wenn die Witterung mitspielt.“ Während der Realisierung werde es zu einzelnen Einschränkungen im Straßenverkehr kommen, fügt er an. Doch es sind auch verschiedene konkrete Bereiche betroffen.

In den ersten drei Tagen ab Mittwoch wird im oberen Teil des Wendischen Berges gearbeitet. Das ist nur unter Vollsperrung möglich. Weiterhin beginnen die Arbeiten im Bereich der Einmündung Weberstraße. Dort steht bereits eine Warnbake, weil die Straße an dieser Stelle nicht befahrbar ist. Bereits bei den Straßenbauarbeiten im letzten Jahr gab es Probleme mit dem Untergrund: Im Juli 2012 war oberhalb des Wendischen Berges ein Stück Straße abgesackt – ein paar Zentimeter, auf einer Fläche, etwas größer als ein Kanaldeckel und gegenüber einer Baustelle, wo Mischwasserkanäle verlegt wurden. Allerdings war das Loch zwei Meter tief. Hier wird, wie Schirmer erläutert, noch einmal Boden ausgetauscht, um den schwierigen Untergrund in den Griff zu bekommen. Dann wird eine neue Bitumenschicht Richtung Wendische Straße aufgebracht. Die Kanalarbeiten gehen weiter in Richtung Neumarktstraße und in der Wendischen Straße. Hier sind dann auch archäologische Untersuchungen nötig. Vollsperrungen soll es dann allerdings nur noch zeitweilig geben, die Zufahrten zu Neumarktstraße und Parzellenstraße sollen gegeben sein, ebenso die Erreichbarkeit aller Geschäfte im Baustellenbereich.

Die örtliche Umleitungsstrecke vom 9. bis 11. Oktober ist ausgeschildert, stadteinwärts ist der Wendische Berg ohnehin gesperrt. Stadtauswärts geht es aus der August-Bebel-Straße über die Schützenstraße, Tröglitzer Straße und Freiligrathstraße zum Fuß des Wendischen Bergs.

Quelle: mz-web.de

Mehr Raum für den Fluss Weida

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt

Das Baurecht für das Rückhaltebecken der Querne bei Querfurt liegt noch nicht vor. Dafür wird in Schraplau ab 2015 die Weida ausgebaut. Der Plan sieht einen Ausbau auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor.

Wenn auf der Querfurter Platte der Schnee schmilzt und das Wasser von den Hängen bei Gatterstädt und Lodersleben in die Querne stürzt, wird das Flüsschen zur Furie. Mit Urgewalt bahnt es sich dann seinen Weg vom Ziegelrodaer Forst über Querfurt, Obhausen (ab da heißt das Gewässer dann Weida), Esperstedt bis Schraplau. „Hochwasser kennen wir auch. Ich schlafe schlecht, wenn es im Winter taut“, sagt Querfurts Bürgermeister Peter Kunert (FDP) und spricht von Flutkatastrophen, als das Wasser 1,50 Meter hoch durch die Stadt schwappte. Zwei millionenschwere Bauprojekte sollen die Sicherheit entlang von Querne und Weida erhöhen: ein Hochwasserrückhaltebecken bei Querfurt und der Gewässerausbau in Schraplau.

Der Querne-Speicher – zwischen Lodersleben und Querfurt sanft in die Landschaft integriert – soll bei Hochwasser den maximalen Abfluss des Baches auf sieben Kubikmeter pro Sekunde drosseln. Dazu nutzt der Talsperrenbetrieb des Landes als Bauherr das natürliche Geländeprofil und baut außerdem einen 140 Meter langen, sieben Meter hohen und 60 Meter breiten, begrünten Damm. Das Rückhaltevolumen kann bis zu 385 000 Kubikmeter Wasser betragen. Ein Betonbauwerk an der Querne reguliert den Abfluss. Wann gebaut werden kann, ist unklar. Joachim Schimrosczyk, stellvertretender Geschäftsführer im Talsperrenbetrieb, will sich nicht festlegen. „Dafür benötigen wir das Baurecht, und das liegt noch nicht vor“, sagt er. Unter anderem müssten im Rahmen des Genehmigungsverfahrens noch Einwände gegen das Projekt erörtert werden. Zudem wurde in der Baustellenzufahrt eine Kammmolchpopulation entdeckt. Die Lurche sind streng geschützt. „Ich denke aber nicht, dass der Molch zu einem K.o.-Kriterium wird“, erklärt Schimrosczyk und hält einen Baustart im nächsten oder übernächsten Jahr für realistisch. Die Kosten liegen im siebenstelligen Euro-Bereich. Ohne Hochwasser wird der Speicher als solcher nur kaum zu erkennen sein.

Die Finanzierung ist indes ebenso abgesichert wie bei dem großen Eingriff in Schraplau. 1,6 Millionen Euro will der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) ab 2015 verbauen lassen. Die dafür notwendigen Unterlagen sollen im November an die zuständige Fachabteilung im Landesverwaltungsamt eingereicht werden.

Der Plan sieht einen Ausbau der Weida auf einer Länge von rund zwei Kilometern vor. Das Hauptaugenmerk konzentriert sich dabei auf eine Wehranlage am Bahnhof sowie die Ertüchtigung der alten Weida und des Umfluters. Sie sollen die Fluten aufnehmen, damit der Fluss nicht ausufert. Die Stadt selbst ist mit 80 000 Euro an der Finanzierung beteiligt. Unter anderem müssen die städtischen Brücken in der Weida-Straße und am Kindergarten abgerissen und komplett erneuert werden.

„Die Brücken haben sich stets als Hindernis erwiesen. Bei Hochwasser stauen sie das Wasser auf“, erzählt Bürgermeister Frank Birke (CDU). Daher bestünde immer die Gefahr, dass die Brühe durch die Stadt laufe. „Meines Wissens nach war die Innenstadt das letzte Mal in den 1980er Jahren richtig schlimm überflutet“, sagt der Bürgermeister. Für die Stadt sei die Investition wichtig. Viele Einwohner hätten ihre Häuser saniert und neu gebaut. „Diese Werte müssen geschützt werden.“

Quelle: mz-web.de

Erinnerung an Strapazen bei Dankeschön-Veranstaltung

Veröffentlicht: Oktober 8, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Feuerwehr aus Gorsdorf-Hemsendorf lud engagierte Helfer zu einem Dankeschön-Fest in das Dorfgemeinschaftshaus ein. Eingeladen waren alle Helfer, die im Juni gegen das Hochwasser der Schwarzen Elster gekämpft hatten.

 

„Wir wollen einfach nur Danke sagen.“ Mit diesen Worten begrüßte Michael Beck, Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gorsdorf-Hemsendorf, die Gäste zu einer Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus. Eingeladen war jeder, der seinen ganz persönlichen Beitrag zur Abwehr des Hochwassers der Schwarzen Elster Anfang Juni geleistet hatte. Seien es Kameraden von anderen Wehren oder Zivilisten, die spontan zu Schaufel und Spaten griffen, um Sandsäcke zu füllen und damit zum Teil marode Deichabschnitte am Fluss zu sichern, der den Ort und die Umgebung bedrohte. Das gemeinsame Werk gelang durch unermüdlichen Einsatz, am Tag und in der Nacht.

Per E-Mail um Hilfe gebeten

Sieben Tage dauerte die Aktion, große Mengen an Sandsäcken wurden benötigt (mehr dazu unter „Tausende Sandsäcke gefüllt“) und entlang der Deiche aufgeschichtet. Nicht nur Wehren aus der unmittelbaren Umgebung kamen, um zu helfen. Auch Kameraden aus dem Amt Schlieben folgten dem Hilferuf, von der Schwarzen Elster per E-Mail abgesetzt, wie sich Michael Beck erinnerte. Tatkräftig unterstützten Landwirte mit technischem Gerät. „Es hat alles wunderbar geklappt“, resümierte Rainer Zeidler, Vorsitzender der Agrargenossenschaft Schützberg. Mitarbeiter der zbo Bau GmbH Jessen bauten am Kienberg in kürzester Zeit einen befestigten Weg in Richtung Schwarze Elster, auf dem Einsatzfahrzeuge und nicht nur schwere Traktoren fahren konnten. Mitglieder vom Technischen Hilfswerk, dem DRK und vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz waren im Einsatz oder organisierten, im Hintergrund agierend, Hilfsmaßnahmen.

Neben Dankeschön auch Kritik

Besonders gefährdet waren mehrere Dammabschnitte zwischen dem Kienberg Richtung Grabo und dem Pumpwerk nahe Schützberg. Es gab zahlreiche Sickerstellen, die beobachtet und immer wieder abgedichtet werden mussten. An einzelnen Abschnitten floss bereits Wasser über die Deichkrone. Höhepunkt der Gefahrensituation war der Moment, als die Flutscheitel von Elbe und Schwarzer Elster zusammentrafen. Trotzdem gelang es mit vereinten Kräften, Gorsdorf und Hemsendorf vor der Überflutung zu bewahren. „Umso mehr tat es weh, als wir machtlos mit ansehen mussten, wie drei Gehöfte vor dem Deich nahe der Elsterbrücke regelrecht absoffen“, so der Ortswehrleiter.

Bei der Dankeschönveranstaltung wurde auch Kritik laut: Es gibt seit Jahren Pläne zur Sanierung und Verstärkung der Elster-Dämme im Raum Gorsdorf-Hemsendorf. „Warum wird nicht gebaut?“, fragte Jessens Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU), vor allem mit Blick auf den Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Brettschneider bedankte sich ebenfalls bei allen Helfern. „Dass Gorsdorf und Hemsendorf trocken geblieben sind, war ein beispielloses Gemeinschaftswerk. Darauf können wir mit Recht stolz sein“, sagte er anerkennend. Und er lobte in diesem Zusammenhang – was bekanntlich selten vorkommt – sogar den Landkreis: „Zum ersten Mal hat die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Jessen und der Behörde in Wittenberg geklappt.“

Kurt Walther, Ortsteilbeiratsvorsitzender der Doppelgemeinde in der Stadt Jessen, und zahlreiche andere Beteiligte lobten die reibungslose und unbürokratische Kooperation zwischen dem Krisenstab in Jessen, der Stadtwehrleitung und den Helfern vor Ort: „Säcke und Sand waren stets ausreichend vorhanden, anders als beim Hochwasser im August 2002.“ Der Bürgermeister habe nicht vom grünen Tisch aus agiert, sondern sei mehrfach mit Vertretern der Stadtwehrleitung vor Ort gewesen, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. Kurt Walther sagte auch, dass in derartig akuten Gefahrensituationen keine Zeit zum Diskutieren und Lamentieren sei. „Da kann eben mal die Demokratie kurzzeitig außer Kraft gesetzt werden, im Vordergrund steht das Handeln.“ Sogar Busse wurden organisiert, mit denen Helfer an den Einsatzort gebracht wurden. Gezählt und erfasst hat sie niemand. „Es tat uns wirklich leid, aber manchmal mussten wir einige wieder nach Hause schicken, weil es zu viele waren“, bedauerte Michael Beck.

Einwohner fordern Messpunkt

Er verwies aber noch auf ein anderes Problem: „Gorsdorf braucht unbedingt einen eigenen Wasserstandspegel. Der in Löben nutzt uns wenig, weil hier im Mündungsgebiet in die Elbe völlig andere Verhältnisse herrschen.“ Aktivitäten wären wohl bereits in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Gange, ergänzte er.

Im Anschluss an den offiziellen Teil war genügend Zeit, im Dorfgemeinschaftshaus noch einmal die ereignisreichen Tage Revue passieren zu lassen und geknüpfte Kontakte mit andren Helfern aufzufrischen. Für das leibliche Wohl sorgten Kameradinnen und Kameraden vom Betreuungszug des DRK Jessen. Sie waren mit der Feldküche angerückt und servierten deftiges Kesselgulasch.

Quelle: mz-web.de

Heidrun Grille begrüßt seit Mittwoch wieder Kunden in ihrem Friseurgeschäft „Hair-Trend“ an der Pforte in Weißenfels. Das Hochwasser stand in den Räumen des Salons bis zu 20 Zentimeter hoch.

 

Wahrscheinlich zeigte Heidrun Grille am Mittwoch das schönste Lächeln ihres Lebens – sie hatte auch allen Grund dazu: Ihr Friseurgeschäft „Hair-Trend“ An der Pforte in Weißenfels hat wieder geöffnet. Seit dem Hochwasser der Saale Anfang Juni war das Geschäft geschlossen. Damit die 52-Jährige und ihre acht Mitarbeiterinnen diese Zeit nicht vergessen, hat sie eigens in einer kleinen Fotosammlung das Geschehen festgehalten. „Gut 20 Zentimeter hoch stand das Wasser in unseren Räumen, rings um das Gebäude gab es nur Wasser. Wir waren quasi komplett eingeschlossen“, sprach sie.

Friseurbücher lagen im Wasser

Vergessen könne sie diese schwere Zeit sowieso nicht. Dass gleich zu Beginn des Dramas schnell noch Sandsäcke rings um das Haus gestapelt wurden, habe eigentlich nicht viel gebracht. Es sah verheerend aus: Friseurbücher lagen im Wasser, der Fußbodenbelag musste komplett raus und neuer Beton eingebracht werden. „Was tun? Das war damals eine gute Frage“, berichtete die Geschäftsfrau. Anfangs sei sie fast täglich dagewesen, um die Arbeiten mit allen Beteiligten abzustimmen. Selbst heute gäbe es noch Mängel, aber das seien kleinere Sachen, die sich leicht beheben lassen, vier Steckdosen würden beispielsweise immer noch nicht funktionieren.

Vielleicht waren die Baufirmen damals ein bisschen überfordert, blickt die Weißenfelserin zurück und auch mit der Versicherung sei nicht alles optimal gelaufen. Der Gutachter sei zwar nett gewesen, aber von ihrer Versicherung halte sie immer noch keine Endrechnung in den Händen. In der nächsten Woche soll ein abschießendes Gespräch stattfinden. Ob es bei dem bisherigen Versicherungsbeitrag bleibe, könne die Weißenfelserin nicht sagen, vielleicht erhöhe sich der.

Doch nun sei alles geschafft: „Ich bin optimistisch, dass wir bald wieder viele Kunden bei uns begrüßen können“, erklärte sie strahlend. Wenige Tage zuvor hatte Heidrun Grille übrigens ihre ehemaligen Lehrlinge zu einem Treffen in die Saalestadt eingeladen: Von 24 Lehrlingen kamen 16, die bei der Obermeisterin der Innung Weißenfels-Hohenmölsen innerhalb der letzten 20 Jahre das Handwerk erlernt hatten. „Es hat mich gefreut, dass so viele der Einladung gefolgt sind.“ Außer einer Frau seien alle anderen nach wie vor in dem Beruf tätig – und das unter anderem in Magdeburg, Leipzig, Oldenburg bis hin nach München.

Quelle: mz-web.de

Lager mit Spenden für Flutopfer noch reichlich gefüllt

Veröffentlicht: Oktober 6, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt
Die Spendenbereitschaft während des Hochwassers im Juni 2013 war groß. Auch Monate nach der Flut sind die Spendenlager für Hochwasser-Geschädigte noch reichlich gefüllt mit Kleidung, Elektrogeräten und Möbeln.

Fischbeck/Schönebeck/Halle Niemand hat die Spenden registriert und gezählt – fest steht nur: Auch mehr als drei Monate nach der Flut sind viele Lager noch reichlich gefüllt mit Kleidung, Elektrogeräten, Geschirr und Möbeln. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Die Spendenlager sind immer noch proppenvoll“, sagte der Spendenkoordinator der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land, Werner Meinschien. „Es wird immer wieder nachgeliefert aus allen Richtungen.“

Der große Bedarf an Spenden sei auf der anderen Seite inzwischen etwas abgeebbt. Grundsätzlich sei er aber noch auf Monate da – schließlich müssten viele Familien den Winter in Notwohnungen verbringen, weil ihre Häuser noch nicht wiederhergestellt sind.

Lager jetzt auch offen für andere Bedürftige

Weil die Lager so voll seien, könnten sich inzwischen nicht mehr nur Flutopfer bei der Kleidung bedienen, sondern seit gut einer Woche auch andere Bedürftige wie Hartz-IV-Empfänger, sagte Meinschien. Bei neu angebotenen Spenden achte die Gemeinde genau darauf, dass nur sehr gut erhaltene Ware oder ganz Neues angeliefert werde. Zur Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land gehören unter anderem die Gemeinden Klietz, Kamern, Schönhausen und Wust-Fischbeck.

Der Spendenkoordinator der Einheitsgemeinde Stadt Barby, Thomas Scheunemann, sagte: „Unser Spendenlager in Groß Rosenburg platzt aus allen Nähten.“ Insgesamt habe die Gemeinde Spenden in der Größenordnung von rund 20 40-Tonnen-Lastern erhalten. Das meiste sei vergeben. Noch immer kämen jeden Tag Menschen, um Gegenstände abzuholen.

Immer noch neue Spenden in Groß Rosenburg

Auch in Groß Rosenburg können sich alle Bedürftigen bedienen. „Das gilt aber nur für Gebrauchtwaren, und wir achten darauf, dass niemand fünf Kaffeemaschinen abholt oder jeden Tag Kleidung“, schilderte Scheunemann. Neuware, von der Couch bis zum Kühlschrank, bleibe den Flutopfern vorbehalten. Weil viele mit dem Bauen noch nicht fertig seien, sei reservierte Ware eingelagert.

Vereinzelt gingen auch immer noch Spenden ein, sagte Scheunemann. Kürzlich habe er Waschmaschinen, Schrankwände und Betten entgegengenommen. Mindestens bis Ende des Jahres soll das Lager in einer leerstehenden Schule in Groß Rosenburg betrieben werden.

Internet-Spendenbörse für große Möbel

Der Salzlandkreis will sein Sachspendenlager in Schönebeck nur noch bis zum 18. Oktober betreiben. „Es sind noch ausreichende Bestände an Kleidung, Wäsche und Geschirr vorhanden“, teilte ein Sprecher mit. Was aus den übriggebliebenen Spenden wird, sei noch nicht geklärt. Möbel nahm der Kreis früh schon nicht mehr an – die Lagerkapazitäten waren schlicht nicht da. Eine Internet-Spendenbörse für große Möbel gibt es bis heute. Dort können Spender Schränke und Couchgarnituren mit Foto, Beschreibung und Standort einstellen.

Weiter elbaufwärts in Aken ist im Spendenlager noch sehr viel Kleidung vorhanden, sagte Stadtrat Klaus Hummel. Der Großteil der Möbel sei im Laufe des Monats August abgeholt worden, als viele Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückgekehrt seien. Das Spendenlager in Aken werde voraussichtlich noch bis Ende Oktober geöffnet bleiben. Was dann noch übrig sei, werde in ein Lager nach Köthen gebracht.

Spendenlager in Halle aufgelöst

In Halle hatte die Caritas zahlreiche Spenden gesammelt, das Spendenlager allerdings inzwischen aufgelöst. „Wir haben nur rund 30 Familien versorgt“, sagte Mirjam Heeger. Weil das Interesse nicht größer gewesen sei, habe die Caritas die Spenden weiter verteilt an gemeinnützige Einrichtungen wie das Obdachlosenheim oder Tierheime.

In Magdeburg gibt es auch noch ein Spendenlager, Spenden gehen laut einer Stadtsprecherin aber nicht mehr ein. Rund 200 Menschen hätten bislang Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Spielzeug und Hygieneartikel abgeholt. „Das Lager soll maximal bis Ende November geöffnet bleiben“, hieß es weiter. Es würden schon Telefonate mit vom Hochwasser stark betroffenen Gebieten über verbliebene Spenden geführt.

Das Deutsche Rote Kreuz hat vor allem die Sachspenden koordiniert, als die Flut noch die Orte, Felder und Straßen überschwemmte. DRK-Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs betonte: „Die Wiederaufbauphase beginnt gerade erst. Es ist damit zu rechnen, dass bei bestimmten Artikeln der Bedarf noch die nächsten Monate vorhanden ist, etwa bei Möbeln.“

Quelle: mz-web.de

Das Hochwasser im Juni 2013 war verheerend. In Sachsen-Anhalt ist nun auch das Ausmaß der Naturkatastrophe für die Wälder bekannt geworden. Laut Umweltministerium seien 20.000 Hektar überschwemmt gewesen.

Vernässte Stämme, abgeknickte Äste und brachliegende Wurzeln: Die Hochwasserkatastrophe von Juni hat die Baumbestände im Land stark beschädigt. Etwa 20.000 Hektar Wald seien überschwemmt gewesen, teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit. Besonders betroffen seien mit 12.000 Hektar vor allem private Wälder. In einigen Gebieten der einstigen Hochwasserregionen im Land müssten Bäume wieder aufgeforstet werden. Das gesamte Ausmaß könne erst mit der kommenden Vegetationszeit im Frühjahr abgeschätzt werden.

Quelle: mz-web.de

Bislang mehr als 1700 Anträge auf Fluthilfe

Veröffentlicht: September 29, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Sachsen-Anhalt
Magdeburg – Knapp vier Monate nach dem Hochwasser läuft der Wiederaufbau vielerorts auf Hochtouren. Bei der Investitionsbank in Sachsen-Anhalt sind bisher mehr als 1700 Anträge für Geld aus dem Wiederaufbaufonds eingegangen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Erste Gelder wurden auch schon genehmigt. Bund und Länder hatten sich nach der Rekordflut verständigt, bis zu acht Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.
Die landeseigene Investitionsbank übernimmt in Sachsen-Anhalt die Prüfung der Anträge von Bürgern und Unternehmen. „Das Antragsverfahren für die Wiederaufbauhilfen ist über die Investitionsbank gut angelaufen“, erklärte Sprecher Rainer Metke.

Von den 1700 Anträgen fällt der größte Teil auf Privatleute. 1100 Anträge im Bereich Wohngebäude und Hausrat wurden bislang gezählt. In 251 Fällen wurde auch schon Hilfe bewilligt.

Im Bereich der Landwirtschaft wurden bislang 365 Anträge gezählt, davon wurden bislang 150 bewilligt. Die kleinste Zahl – aber mit oftmals auch größeren Summen – kommt aus der Wirtschaft mit 236 Anträgen. Hier muss vor einer Genehmigung noch eine Freigabe durch die EU abgewartet werden, die spätestens Anfang Oktober erwartet wird.

Von dem Wiederaufbaufonds soll nach vorläufigen Berechnungen der größte Anteil auf Sachsen-Anhalt entfallen, weil hier die Regionen an Elbe und Saale am stärksten von der Flut betroffen waren. Schätzungen gingen von rund 2,7 Milliarden Euro Schäden aus. Für die Hilfe nimmt der Bund neue Schulden auf, die Bundesländer sollen für ihren Beitrag dafür in den kommenden Jahren weniger Finanzzuweisungen erhalten. Ein Teil des Geldes soll auch für einen besseren Schutz vor künftigen Fluten investiert werden.

Unabhängig von der Wiederaufbauhilfe hatte die Landesregierung nach der Flut auch Soforthilfen ermöglicht. Diese sind in Höhe von 70,2 Millionen Euro inzwischen fast komplett ausgezahlt, wie die Staatskanzlei erläuterte. Zudem kamen auf einem Spendenkonto der Landesregierung rund 700 000 Euro zusammen, die unter anderem für besondere Härten genutzt werden sollen.
Quelle: focus.de

Das Thema Hochwasser spielte in der jüngsten Elbe-Pareyer Gemeinderatssitzung erneut eine Rolle: die Mittelbeantragung für Wegebau und Schadensbeseitigung, die Frage, was getan wird zur Verbesserung der Sicherheit, und, wie die Koordination im Katastrophenfall noch besser laufen könnte.

Im ersten Teil der Sitzung gab der stellvertretende Elbe-Pareyer Gemeindewehrleiter Steve Flügge einen Bericht zum Hochwassereinsatz der Feuerwehren. Aus den Reihen des Gemeinderats war eine entsprechende Bitte gekommen, der Flügge gern und sehr ausführlich nachkam.

Während des Hochwassers hatten die Elbe-Pareyer Wehren ihre Zentrale am Gerätehaus in Zerben, ein zweiter Stützpunkt für den Hochwassereinsatz sei dann noch in Derben eingerichtet worden, während in Güsen Kameraden für den Grundschutz, das heißt für Brände oder technische Hilfeleistungen, in Bereitschaft gehalten wurden, erklärte Flügge. Die Schichten wurden auf jeweils zwölf Stunden festgelegt. Kürzer wäre es nicht möglich gewesen, weil man schon so hart an die Grenze bei der Anzahl der verfügbaren Feuerwehrleute kam. Die Frage der Freistellung von der Arbeit sei ein Problem gewesen: Die sollte aus Kostengründen minimal gehalten werden, am Ende mussten aber doch alle herangezogen werden. Weniger, als in den Mitgliedslisten der Wehren stehen, seien es aber immer noch gewesen.

Die erste Anforderung von Außerhalb der Gemeinde kam früh am 6. Juni: Die Zerbener Wehr ist mit neun Kameraden nach Vogelsang gefahren, wo sie 16 Stunden im Einsatz waren. „Mehr Leute konnten wir nicht abstellen.“

Einige Kameraden sind zwischenzeitlich auch zu Stellen im Deich, wo Biber gegraben haben, mit rausgefahren. Weiterhin wurden zunächst mehrere kleinere Einsätze abgearbeitet. Durch das Heranziehen von freiwilligen Helfern konnten immer wieder Kameraden aus den Einsätzen herausgelöst werden, um in Bereitschaft für den nächsten Notfall zu sein. In Abstimmung mit Günter Fricke vom Gemeindeamt gelang das sehr gut.

Eine riesiges Problem auch für die Feuerwehren der Gemeinde war der Hilfsdeich bei Ferchland. Flügge stellte den Ablauf hier noch einmal dar. Trotz der vielen Helfer einschließlich 50 Mann Verstärkung vom THW war der Damm nicht mehr zu halten, so dass schließlich entschieden werden musste, die Leute aus dem Bereich wegzuholen, um sie nicht zu gefährden. „Das war für uns hart“, betont Flügge. Insbesondere Marko Gummelt, stellvertretender Einsatzleiter beim Hochwasser und hier vor Ort von Seiten der Feuerwehr zuständig, ist die Entscheidung schwer gefallen.

So gut wie möglich wurde über alles Protokoll geführt, obwohl auch das mitunter nicht leicht war. So hat Steve Flügge zusammenrechnen können, dass die Elbe-Pareyer Feuerwehrfahrzeuge während des Hochwassers insgesamt 3 736 Kilometer unterwegs waren, davon allein 345 Kilometer die Zerbener wegen des Einsatzes in Vogelsang. Fast 65 Betriebsstunden waren die Pumpen im Einsatz.

Kritisch merkte Flügge an, dass es großen Nachholebedarf bei den Kenntnissen in der Deichverteidigung gebe. Einen Lehrgang Deichbau habe nur Günter Fricke besucht, der neben seiner Tätigkeit im Amt auch bei der Feuerwehr ist. Für das nächste Jahr sei ein entsprechender Lehrgang für mehrere Kameraden bereits vereinbart, kündigte Flügge an. Zudem gab er zu bedenken, dass die Leute, die lange Zeit in der Wasserwehr waren, großteils schon sehr alt sind und teilweise schon nicht mehr leben. Es müssten unbedingt jüngere Leute gewonnen werden.

Erschreckend sei auch die Ausstattung, wenn es zu einem solchen Katastrophenfall kommt: Es gebe nicht genügend Stromerzeuger in der Gemeinde, und auch die Beleuchtung für Einsätze während der Dunkelheit reiche nicht aus, von Fahrzeugen und Technik ganz zu schweigen. „Wir waren froh, dass private Firmen Technik gestellt haben, und wir hatten auch Kameraden zum Fahren, die freigestellt wurden.

In der Risikoanalyse müssen solche Fragen mit bedacht werden. Eine Schmutzwasserpumpe zum Beispiel habe nur die Zerbener Wehr. In anderen Gemeinden seien Feuerwehrpumpen durch den Einsatz bei Schmutzwasser kaputt gegangen, zum Glück sei das hier nicht passiert.

Mangelhaft sei aus seiner Sicht die Kommunikation mit dem Gemeindeamt gewesen. „Unser Vorschlag ist, dass im Katastrophen-Fall jemand von der Feuerwehr mit im Stab sitzt, der Bescheid weiß, wer welche Technik hat, und die Feuerwehren koordiniert.“ Gefehlt habe auch eine technische Einsatzleitung vom Landkreis.

Das Positivste an jener Zeit sei der Zusammenhalt der Kameraden der einzelnen Ortsfeuerwehren gewesen. „Wir sind in dieser Zeit so zusammengewachsen, das hätte keiner gedacht. Ein Dankeschön an alle Kameraden für diesen Zusammenhalt!“

Dank sagten im Anschluss auch Gemeinderatsvorsitzender Egon Buchmann und Bürgermeisterin Jutta Mannewitz den Kameraden der Feuerwehr.

Quelle: volksstimme.de

Hochwasser-Spende – Erlös geht an die Grundschule

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Jörg Betke, Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka, spendet Geld für Schüler in Elster, das er gesammelt hat. Die Schüler hoffen nun auf neues Spielzeug für die Hofpausen und die Reperatur der durch das Hochwasser beschädigten Töpferei.

Die Freude war groß bei Schulleiterin Yvonne Höhne, als sie jüngst einen Anruf von Jörg Betke erhielt. Er arbeitet als Fleischermeister in Jüterbog bei Edeka. Sein Chef Holger Habedank sprach ihn an: „Ihr seid doch in Elster fürchterlich vom Hochwasser gezeichnet. Unser Briefkasten für den guten Zweck ist voll.“ Hier können Kunden ihre Flaschen-Bons hinein tun, wenn sie eine soziale Einrichtung mit einer Spende unterstützen möchten.

Es ist nicht die erste Spende, die der Händler verteilt. Wichtig ist Holger Habedank und seinen Kollegen, dass sie immer Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen. Jörg Betke übergab immerhin, nachdem Holger Habedank aufgerundet hatte, vier niegelnagelneue 100-Euro-Scheine an die Kinder. Einige wünschen sich jetzt Spielzeug für die Hofpausen, die meisten aber, dass sie wieder in der Töpferei kreativ werden können, die durch das Hochwasser geschädigt wurde.

Quelle: mz-web.de

Maßnahmeplan zur Beseitigung der Schäden

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Die Abgeordneten des Jessener Stadtrates verabschiedeten einen Maßnahmeplan zu der Beseitigung der Hochwasserschäden. Der Beschluss fiel einstimmig. Insgesamt werden 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten benötigt.

 

Obwohl es kurzzeitig den Anschein hatte, als wenn im Jessener Stadtrat der Beschluss zum Hochwasser-Maßnahmeplan wieder von der Tagesordnung genommen wird, fiel letztlich doch eine Entscheidung. Und diese wurde sogar einstimmig getroffen.

Die Abgeordneten hatten sich zuvor mit dem Maßnahmeplan zum Beseitigen hochwasserbedingter Schäden befasst. Das Papier war ihnen erst wenige Tage vor der Ratssitzung zugegangen, eine Vorberatung in Ausschüssen deshalb nicht möglich. Bürgermeister Dietmar Brettschneider (CDU) begründete das kurzfristige Einbringen dieses Themas damit, dass der Rat aufgefordert sei, rasch, bereits bis zum Ende des Monats, darüber zu befinden. In der Begründung des Beschlussentwurfs heißt es dazu: „Bis zum 15. September musste die Stadt Jessen die jeweiligen Einzelmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Infrastruktur in einer Übersicht zusammenstellen und an den Landkreis Wittenberg melden. Um die einzelnen Maßnahmen beim Landesverwaltungsamt beantragen zu können, ist der Beschluss des Maßnahmeplans im Stadtrat notwendig.“

Knapp 2,6 Millionen Euro für die Arbeiten

Darin aufgelistet sind vor allem erforderliche Arbeiten an der kommunalen Infrastruktur. Die Zuwendungen können bis zu 100 Prozent der Aufwendungen betragen. Es gehe somit immerhin um einen Geldbetrag von 2,6 Millionen Euro, war zu hören. Da sei doch, so sagte Stadtratsvorsitzender Gunter Danneberg (CDU), der Auftrag des Rates klar. Aber nicht alle Details erschlossen sich, wie Stadträtin Bärbel Köhlerschmidt (Linke) deutlich machte, so der Satz in der Betreffzeile auf dem Beschlussentwurf mit immerhin 13 Abkürzungen (mehr unter „Stark abgekürzt“. Auch wollte sie mehr zu Details im Maßnahmeplan wissen, so zum Badesee Jessen-Süd. Diese Nachfragen brachten den Bürgermeister in Rage. Er sah wohl aufgrund der Erkundigungen gleich den gesamten Beschluss in Gefahr und wollte dazu eine Sonderratssitzung am letzten Septembertag.

Doch Unterstützung gab es hierfür nicht. Es seien normale Fragen gestellt worden, „die es zu beantworten gilt“, meinte CDU-Fraktionschef Frank Brettschneider. Gabriele Wolf (BBP-Bürgerinitiative Jessen) erkundigte sich, nachdem sich die Wogen etwas geglättet hatten, ob denn die im Maßnahmeplan enthaltenen Schäden von Gutachtern betrachtet wurden, was der Bürgermeister bestätigte.

Dietmar Brettschneider bestand darauf, dass über seinen Antrag zur Sondersitzung abgestimmt wird. Doch niemand votierte dafür. Und der Maßnahmeplan, um Geld für die Beseitigung von Hochwasserschäden zu bekommen, passierte, wie erwähnt, einstimmig die Ratsrunde und kann ohne Probleme fristgerecht an das Landesverwaltungsamt übermittelt werden.

Quelle: mz-web.de

Spendenlager in Köthen stellt Arbeit ein

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Das wegen des Juni-Hochwassers eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen wird seine Arbeit einstellen. Nach Angaben der Landeskreisverwaltung enden die Arbeit ab dem 01. Oktober. Künftiger Ansprechpartner werde dann der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen sein.

Das während des Hochwassers 2013 eingerichtete Spendenlager in der Augustenstraße in Köthen stellt ab dem 1. Oktober seine Arbeit ein. Darüber informierte die Landkreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

Als Ansprechpartner steht auch künftig der Deutsche Förderverein für Sanitätswesen zur Verfügung, der bei Bedarf über die Rufnummer 03496/50 89 99 erreichbar ist. „Über die weitere sinnvolle Verwendung der noch vorhandenen Sachen und Gegenstände wird im Nachgang entschieden“, hieß es in der Mitteilung.

Quelle: mz-web.de

Alte Schäden, neue Konzepte: Sachsen-Anhalts Hochwasser-Bilanz

Veröffentlicht: September 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Fischbeck, Klietz, Breitenhagen, Aken – lauter kleine Orte in Sachsen-Anhalt, die im Juni eine eher traurige Berühmtheit erlangt haben. Sie waren wie viele andere Städte in Mitteldeutschland stark vom Hochwasser betroffen. Rund drei Monate ist das nun her. Der MDR schaut heute in einem Thementag, wie es mittlerweile in den betroffenen Gebieten aussieht. Auch Sachsen-Anhalt, das am stärksten betroffene Bundesland, zieht Bilanz.

Die Spuren des Hochwassers sind noch vielerorts zu sehen. Viele Häuser, die überschwemmt waren, sehen immer noch aus wie im Rohbau, einige müssen sogar abgerissen werden. 70,2 Millionen Euro Soforthilfe hat das Land bisher ausgezahlt: für Privatleute, Bauern, Unternehmer und Kommunen. Dazu kommt die Wiederaufbauhilfe. Von 1.600 Anträgen sind bisher 300 bewilligt worden. Viele Bürger klagen, es dauere zu lange, bis sie das Geld bekommen. Aber erst müssen die Ansprüche und Versicherungsfragen geklärt werden, heißt es aus der Staatskanzlei.

Aeikens: Haben schon viel geschafft

Auch beim Hochwasserschutz laufen die Reparaturarbeiten. „Wir sind dabei und haben schon eine ganze Menge geschafft, die Deiche winterfest zu machen, denn wir wissen nicht, wann das nächste Hochwasser kommt“, berichtet Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt. „In Fischbeck ist eine Spundwand installiert worden, die für den Winter Schutz bietet. In Breitenhagen laufen die letzten Arbeiten, um den Deich zu schließen, ebenso an der Schwarzen Elster.“ Parallel wird auch das Hochwasserschutz-Konzept des Landes überarbeitet: Bis 2020 sollen neue Deiche und Flutungsflächen fertiggestellt sein. Auch die Arbeit der Krisenstäbe während des Hochwassers wird nun überprüft. Sie haben die Hilfskräfte vor Ort koordiniert, über Evakuierungen entschieden und die Bürger informiert. Das Innenministerium befragt zurzeit alle Beteiligten, wo Probleme lagen. Noch bis Ende des Jahres soll die Auswertung dauern.

Arbeit über Landesgrenzen hinweg nicht immer einfach

Insgesamt habe man die Katastrophe gut gemeistert, sagt Innenminister Holger Stahlknecht. Streit gab es manchmal darüber, ob Land oder Landkreis zuständig sind. Zum Beispiel über die Landesgrenzen hinweg an der Goitzsche: Sie drohte, überzulaufen und Teile Bitterfelds zu überschwemmen. Der Landrat von Anhalt-Bitterfeld diskutierte mit dem nordsächsischen Kollegen. Der lehnte es jedoch ab, zur Entlastung einen Deich an der Mulde zu sprengen. Innenminister Stahlknecht ist im Rückblick überzeugt, dass der Krisenstab des Landes hätte übernehmen sollen: „Das wäre dort die richtige Entscheidung gewesen, nicht weil ich die Arbeit des Krisenstabes dort kritisiere, sondern wir hätten da die Sache eher an uns ziehen sollen, weil dann die Koordination zwischen den verschiedenen Landesbehörden einfacher ist.“

Innenministerium denkt über ständige Katastrophen-Fachgruppe nach

Außerdem schlägt das Innenministerium vor, eine Fachgruppe zu gründen. Zu ihr sollen Experten gehören, die sich mit verschiedenen Katastrophenfällen auskennen, sagt der Innenminister. „Wenn man mal einen Chemieunfall oder einen Unfall mit biologischen Stoffen hat, oder einen Waldbrand oder andere Katastrophen – dass für jeden Fachbereich ein exzellenter Mann oder eine exzellente Frau vorhanden ist, die nicht ausgetauscht werden und dann auch einem örtlichen Stab immer zu Verfügung gestellt werden“, beschreibt Stahlknecht das Konzept, das ihm vorschwebt. An das nächste Hochwasser wollen viele Betroffene aber eigentlich noch gar nicht denken. Ihr nächstes Ziel ist Weihnachten. Dann wollen alle wieder in ihren Häusern feiern.

Quelle: mdr.de

Elster im Landkreis Wittenberg soll künftig besser vor Hochwassern geschützt sein. Am Mittwoch wurde in der Nähe des Ortes am Zusammenfluss von Elbe und Schwarzer Elster mit dem Bau eines Deiches und dem Aufstellen von Spundwänden begonnen.

2,5 Millionen für ersten Bauabschnitt

Wie die Magdeburger Staatskanzlei mitteilte, soll in einem ersten Bauabschnitt ein 1,6 Kilometer langer Deich entstehen. An Stellen, an denen kein Damm errichtet werden kann, werden Spundwände gesetzt. 2,5 Millionen Euro fließen den Angaben zufolge in das Projekt, das zu 80 Prozent mit EU-Mitteln finanziert wird. Der Rest kommt von Bund und Land. Der erste Bauabschnitt soll im Oktober 2014 fertig sein.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte beim Baustart: „Wir haben seit 2002 rund 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert und 525 Kilometer Deiche DIN-gerecht erneuert.“ Ziel sei es, bis 2020 nahezu alle Deiche in Sachsen-Anhalt in einen DIN-gerechten Zustand zu bringen. Auch der Gewinn von Überschwemmungsflächen sei ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz, erklärte der CDU-Politiker.

Knapp sieben Kilometer Deiche und Spundwände

Im kommenden Jahr soll in Elster mit dem zweiten Bauabschnitt der Hochwasserschutzanlage begonnen werden. Insgesamt entsteht dort eine Deich- und Spundwandlinie von rund 6,6 Kilometern Länge. Auch die Ortschaften Iserbegka und Listerfehrda sollen auf diese Weise einen Hochwasserschutz erhalten.

Bisher gab es rund um Elster überhaupt kein Hochwasserschutzsystem. Der rund 2.600 Einwohner zählende Ort in der Einheitsgemeinde Zahna-Elster war sowohl bei der Juni-Flut in diesem Jahr als auch beim Hochwasser 2002 komplett überflutet worden.

Quelle: mdr.de

Ortschaft Elster bekommt Hochwasserschutzsystem

Veröffentlicht: September 25, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen-Anhalt
Elster im Landkreis Wittenberg soll besser vor kommenden Hochwassern geschützt werden. Am Mittwoch sei nahe des Ortes am Zusammenfluss von Elbe und Schwarzer Elster mit dem Bau eines Deiches und …
dem Aufstellen von Spundwänden begonnen worden, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg mit. Es ist der erste Bauabschnitt. Ein etwa 1,6 Kilometer langer Deich soll entstehen. An Stellen, an denen kein Damm errichtet werden kann, werden Spundwände gesetzt. 2,5 Millionen Euro fließen in das Projekt, das zu 80 Prozent mit EU-Mitteln bezahlt wird. Im Oktober 2014 soll es fertig sein. Bisher gab es in Elster kein Hochwasserschutzsystem. Der rund 2600 Einwohner zählende Ort war sowohl bei der Juni-Flut in diesem Jahr als auch beim Hochwasser 2002 überflutet worden.
Quelle: focus.de

Die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt hat vom Hochwasser betroffenen Vereinen und Einrichtungen im Land mit insgesamt einer Million Euro unter die Arme gegriffen. Das teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Magdeburg mit. Den Angaben zufolge wurden seit Juni 207 Anträge auf Hochwasserhilfe bewilligt. So bekamen im Salzlandkreis 48 Vereine und Einrichtungen insgesamt 284 000 Euro, in die Stadt Magdeburg gingen 165 000 Euro und nach Halle 154 000 Euro. 92 000 Euro bekamen Vereine und Einrichtungen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, 83 000 Euro gingen in den Burgenlandkreis. Den Angaben zufolge stammen die Lotterie-Fördermittel aus Spieleinsätzen.

Quelle: t-online.de

Erste Kleingärten sind weg

Veröffentlicht: September 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

In der Tiergartenstraße sind Bagger und Lkws unterwegs – sie reißen die vom Hochwasser betroffenen Anlagen „Am Waldfrieden“ und „Elsteraue“ ab. Die Kleingärtner beschließen den Abriss einstimmig auf einer Versammlung.

Auf dem Radweg hinter der Tiergartenstraße fährt ein Laster mit Schutt Richtung Stadt. Weiter hinten, dort, wo Blumen blühen und Äpfel reifen sollten, rangiert ein Bagger: Die Zeitzer Kleingartenanlage „Am Waldfrieden“ wird gerade dem Erdboden gleich gemacht. Es ist die erste Anlage, die nach dem Hochwasser – und als dessen Folge – aufgelöst wird.

Frank-Dieter Lippert war Vorsitzender der kleinen Anlage mit ihren 20 Parzellen, in der zuletzt zwölf belegt, aber alle gepflegt waren. Das heißt, er ist es noch „bis die Anlage abgewickelt ist. Ein ganz schön aufwendiger Prozess“, sagt er. Er steht vor dem Feld, auf dem auch seine Oase stand – seit über drei Jahrzehnten. Aber sentimental wird er nicht.

„Freilich fiel es schwer“, gibt er zu. Aber es sei nicht zu ändern gewesen. Zwar hätten er und ein Teil der Mitstreiter nach dem Hochwasser gedacht, sie bekämen alles wieder hin. Aber nach wenigen Wochen war klar, es wird viel schwerer als erwartet. Das Wasser habe 1,50 Meter hoch in den Hütten gestanden – seine Fertigteillaube schimmelte anschließend, Pilze wuchsen an der Wand. Und dann wogen die sieben Kleingärtner, die aufhören wollten, umso schwerer. Jedes fehlende Vereinsmitglied würde die Kosten für die Elektroanlage noch höher steigen lassen.

Einstimmig für Auflösung

Es habe eine Versammlung gegeben, bei der einstimmig beschlossen wurde, den Verein aufzulösen. Ohne Gegenstimmen? „Bei uns gab es keine Diskussionen“, bestätigt Lippert. Es lohne sich einfach nicht, wenn die Laube so hoch im Wasser stand und man sie wieder herstellen muss. Oder wenn der Geruch – wie in seiner Holzhütte – einfach nicht verschwindet. Er hatte nach 2011 nicht damit gerechnet, noch mal Wasser in den Garten zu bekommen, doch es kam; und höher denn je.

Was ihn und die Gartenfreunde ärgerte, waren die unterschiedlichen Termine, die die Stadt setzte. Anfangs habe es geheißen, bis Ende des Jahres seien die Parzellen besenrein zu räumen. Das hätte den Gärtnern zugesagt, wollten sie doch Pflanzen mitnehmen, einen Teil des Materials für die nächsten Gärten sichern. Doch plötzlich habe es geheißen: Nicht Dezember, sondern Ende September müssen die Gärten geräumt sein. Und schließlich, bei der letzten Besprechung war daraus Anfang September geworden. „Da musste alles viel schneller gehen“, sagt Lippert, aber sie hätten es hinbekommen. Er versucht, die Stadt in Schutz zu nehmen: Auch sie hätten wahrscheinlich nur Vorgaben befolgt.

Demontage der Nachbarlauben

In der Nachbaranlage „Elsteraue“ hatte man sich schwerer getan. Da gab es Leute, die bleiben wollten. Augenblicklich stehen dort noch Lauben, aber Stadtmitarbeiter kümmern sich. Es wird in ihnen gehämmert, Scheiben krachen klirrend auf den Boden. Der einzige Aushang im Mittelungskasten kündigt an, wann die Abrissarbeiten starten. Der Rückbau hat begonnen. Auch die „Elsteraue“ wird bald Geschichte sein.

Quelle: mz-web.de

Calbe l Ob das vom Hochwasser beschädigte Schwimmbad auf dem Heger nächsten Sommer wieder eröffnet werden kann, bleibt unklar. Ob der begutachtete Schaden von rund einer halben Million Euro ersetzt wird, hängt jetzt vom Land ab. Einen entsprechenden Antrag hat die Stadt eingereicht.

Die Temperaturen erreichen an diesem Wochenende wieder hochsommerliche Werte. Im Schwimmbad auf dem Heger herrscht gähnende Leere. Seit dem verheerenden Juni-Hochwasser ist dort der Betrieb eingestellt

Für ausgewiesene Wasserratten wie die Seniorengruppe um Christa Kirchhoff, Margot Böhlmann und Bärbel Dittbrenner ein schlimmer Zustand. Die Frauen waren normalerweise die ersten, die am Vormittag im Heger-Schwimmbad ihre Runden schwammen. Die warmen Sommertage mussten die Gruppe wie auch Hortnerinnen mit Kindergruppen auf das Freibad im benachbarten Nienburg ausweichen. Mit Autos, Bus oder Fahrrädern wurden die rund acht Kilometer zurückgelegt. „Wir bedauern sehr, dass die Stadt so wenig Initiative gezeigt hat, nach der Beseitigung der sichtbaren Flutschäden das Schwimmbad in irgendeiner Weise wieder zu eröffnen“, kritisiert Bärbel Dittbrenner. Für die Calbenserin und ihre Schwimmfreunde gehört die Einrichtung zum Erholen und Entspannen einfach zu einer Stadt in der Größenordnung wie Calbe.

Eine Ansicht, die von der Kommunalaufsicht in Bernburg seit Jahren nicht geteilt wird. Der Kostendeckungsgrad des Bades, das in einer guten Saison mehr als 10 000 Besucher anlockt, sei bei der Vielzahl freiwilliger städtischer Aufgaben viel zu niedrig. Immer wieder wird angemahnt, dass Bad zu schließen oder die Einnahmen zu erhöhen mit utopisch kalkulierten Eintrittspreisen.

„Eine Eröffnung war in diesem Jahr aufgrund der zerstörten Technik nicht möglich“, sagt Bürgermeister Dieter Tischmeyer. Auf knapp eine halbe Million Euro habe jetzt ein Gutachter den Flutschaden am Schwimmbad beziffert. Unter Umständen ersetze das Land bis zu 100 Prozent der entstandenen Schäden, auch an weiteren kommunalen Einrichtungen wie Sportlerheim oder Kanuhaus. Städtische Eigenmittel würden bei einem positiven Bescheid somit nicht gebraucht. Ein entsprechender Antrag sei gestellt, so Tischmeyer.

Dennoch bleibt die Frage, ob eine Wiedereröffnung 2014 von dauerhafter Natur ist. Denn das Freibad bleibt weiterhin eine freiwillige Aufgabe mit niedrigem Kostendeckungsgrad, das im Fokus der Kommunalaufsicht bleiben wird.

Quelle: volksstimme.de

 

Einen Millionenschaden hat das Hochwasser in Barby hinterlassen. Vor allem die öffentliche Infrastruktur ist stark geschädigt worden. Das Bauamt kommt auf eine Schadenssumme nur in der Stadt von rund 8,7 Millionen Euro.

 

Barby l Manchmal wäre der Abriss vielleicht sinnvoller als die Sanierung. Zumindest bei Gebäuden, die bei der nächsten Flut wieder vom Wasser bedroht sind, lohne die Überlegung, meint der Ortschaftsrat Barby. Die Volksvertreter trafen sich am Donnerstagabend, um sich auch mit der Schadensliste des Bauamtes zu beschäftigen.

Das Bootshaus an der Elbe soll nun nach Expertenmeinung nicht mehr ersetzt werden, hieß es. Die Verwaltung habe sich dafür entschieden, das Gebäude zu sanieren. Mit vielen gefliesten Wänden soll bei einer erneuten Überflutung der Schaden geringer gehalten werden, heißt es hierzu.

Doch was ist mit der Sporthalle am Gribehner Weg. Auf mehr als eine halbe Million Euro Schaden kommen hier die beauftragten Gutachter. Neben dem Fußboden seien ebenso die Sportgeräte in der Halle unbrauchbar. Doch lohnt hier die Sanierung? Eine Frage, mit der sich die Ortschaftsräte beschäftigen. Die Sporthalle stehe 30 Zentimeter zu tief, hieß es in der Runde. Beim nächsten Hochwasser könnte das Gebäude also wieder unter Wasser stehen. Wer ersetze dann den Schaden? Wäre ein Neubau nicht sinnvoller vor diesem Hintergrund? Zumal das Land, so die Verwaltung, die Kommunen darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Sanierungen der Schäden mit dem Hintergrund erfolgen, dass ein neuer Hochwasserschaden ausgeschlossen werden soll. Bei der Barbyer Sporthalle ist dies einfach unmöglich. Schon beim nächsten Hochwasser könnte die Sporthalle erneut überflutet werden.

Das Problem sei aber, dass die Kommune die vom Land beauftragten Gutachter kaum überzeugen könne, einen Ersatzneubau für die überflutete Sporthalle zu befürworten, meinen die Fachleute aus der Bauverwaltung. Und selbst wenn sich doch ein Gutachter dazu hinreißen ließe, gebe es in der ganzen Stadt kein Grundstück, welches nicht hochwassergefährdet sei, meinte Ortsbürgermeister Ernst Neugebauer (CDU). Es bleibe nichts anderes übrig, als das zur Verfügung gestellte Geld in die Sanierung der betroffenen Objekte zu stecken, auch wenn dies aus heutiger Sicht vielleicht nicht immer sinnvoll erscheine, meinte er weiter. Die Stadt könne kaum den Neubau einer ganzen Sporthalle fordern.

Auf 43 Vorhaben bringt es das Bauamt in der Liste allein für Barby. Auch das Rathaus hat das Bauamt inzwischen auf die Liste gesetzt. Denn im Keller dringt langsam Wasser durch die Wände. Auch hier ist eine Sanierung notwendig.

Daneben sind zahlreiche Straßensanierungen, wo das Drängwasser zu Setzungen auf den öffentlichen Straßen geführt hat.

Sinn machen die Sanierungen aber überhaupt nur, wenn die Drängwasserproblematik überhaupt gelöst werden kann. In einem zweiten Schritt hat sich hierzu die Stadtverwaltung mit Fachleuten beraten, sagte Bürgermeister Jens Strube.

Nach überschlägigen Schätzungen von Experten dürften die notwendigen Investitionen in den Hochwasserschutz im Elbe-Saale-Winkel viele Millionen Euro kosten. Der für die Region beauftragte Fachmann von Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft habe den Bau eines zweiten Dammes an der Saale vorgeschlagen, führte er aus. Das Drängwasser soll hier aufgehalten werden. Gleichzeitig dürfte der zwischen den Deichen steigende Wasserstand dafür sorgen, dass kaum noch Wasser ins Hinterland eindringen könne, schilderte Strube die Idee.

Daneben müssen vor allem viele neue Gräben gebaggert werden, um das Wasser wieder in die Elbe zu bekommen. Außerdem benötige die Stadt ein festes sowie ein mobiles Schöpfwerk, fordern die Fachleute. Auf 15 Maßnahmen kommen die Experten.

Im Vordergrund sollen dabei vor allem Vorhaben stehen, die die Drängwasserproblematik, die wohl auch für den hohen Grundwasserstand verantwortlich ist, zu lösen. Direkt an der Ursache wollen die Fachleute dort angreifen, erklärte Strube.

Doch er weiß ebenso, dass es ein langer Kampf um jedes Projekt sein wird, um die Landesbehörden von der Notwendigkeit zu überzeugen. Sauer sind die Barbyer auf den Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Einen wirschen Brief haben sie noch nicht verdaut, meinten die Volksvertreter. Deswegen soll der Bürgermeister den Behördenvertreter zu einer der nächsten Sitzung einladen, damit sie mit ihm sprechen können, verlangen sie.

Quelle: volksstimme.de

Acht Wochen nach dem Hochwasser sind am Mittwochabend rund 1.200 Gäste der Einladung zur Kultussommernacht in Sachsen-Anhalts Landesvertretung nach Berlin gefolgt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) warb bei der Gelegenheit um Touristen und lobte das „Wir-Gefühl“ der Sachsen-Anhalter.

 

Die Kultussommernacht in Sachsen-Anhalts Landesvertretung blickt bereits auf eine elfjährige Tradition zurück – und doch war die Veranstaltung am Mittwochabend eine besondere, wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) vor mehr als 1.200 Gästen sagte: „Acht Wochen nach der Flut müssen wir gerade hier in Berlin für die Schönheiten Sachsen-Anhalts und den Tourismus werben.“

Haseloff hob zudem ausdrücklich hervor, dass das „Wir-Gefühl“ der Sachsen-Anhalter auch nach der Flut anhalte. Selbst in Berlin, sagte er und blickte auf die zahlreichen Unternehmen des Landes, die mit Ständen vertreten waren. Auch der Chef der Landesvertretung, Staatssekretär Michael Schneider (CDU), lobte das ungebrochene Engagement zahlreicher Firmen, vor allem aus dem Nahrungsmittel-Branche. Das sei für beide Seiten ein Gewinn: die Landesvertretung profitiere von den Köstlichkeiten, die Firmen von der Werbung in der Bundeshauptstadt.

Es gab dabei aber auch Überraschungen: Die Kaffeerösterei Hannemann aus Köthen etwa. Inhaber Torsten Vogel hatte 2010 mit seiner Frau bei einem Ostseeurlaub ein Schaurösten erlebt. Ein Schlüsselerlebnis: „Wir haben selbst in guten Restaurants nie anständigen Kaffee bekommen, da haben wir gedacht, da machen wir es eben selber.“ Der Erfolg gibt den ihnen Recht – die Vogels können inzwischen von ihrer Rösterei leben und beschäftigen eine Mitarbeiterin.

Im Gegensatz zu den vorherigen Kultursommernächten fehlte dieses Jahr aber die große Politprominenz aus Berlin: Grund dafür war vor allem der laufende Bundestags-Wahlkampf. Für eine kleine Überraschung sorgte Haseloff, als er mit Amtsvorgänger Wolfgang Böhmer (CDU) aus dem Dienstwagen stieg. Das Verhältnis beider galt als unterkühlt, was Böhmer auch schon öffentlich beklagt hatte. Offenbar ist Haseloff nun an einer Verbesserung interessiert – die beiden plauderten entspannt im Kaminzimmer der Landesvertretung.

Quelle: mz-web.de

Trotz Flaute wurde in der Elbaue investiert

Veröffentlicht: September 5, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In der Elbaue gibt es nach dem Juni-Hochwasser und der darauffolgenden Mückenplage einen leichten Aufwärtstrend. Seit August sind wieder steigende Gästezahlen in Klöden und Umgebung zu verzeichnen.

Irgendwie hat sie etwas Besonders, die Zufahrt zur Pension „Auf der Tenne“ in Klöden. Sie führt über eine von jungen Bäumen gesäumte Allee, an deren Ende sich ein Blick auf eine große, saftig grüne Wiese eröffnet. Ihr ist nicht anzusehen, dass hier auch Zelte stehen oder Wohnanhänger ihren Platz finden. Das einzige sichtbare Gebäude ist eben jene Pension, deren Inhaber Dietmar Wartenburger heißt.

Auf einer ebenfalls mit Gras bewachsenen Terrasse unter einem gewaltigen Apfelbaum stehen rustikale Tische und Bänke, laden zum Verweilen ein. Kurz, alles ist einfach idyllisch, ruhig. Hier kann man sich sicher gut entspannen, vom Alltagsstress erholen.

Neuer Anstrich

Wer dagegen mit seinem Fahrrad von der Straße her zur Pension kommt, der denkt, hier auf einen Bauernhof, wie es in Klöden viele gibt, gestoßen zu sein, und liegt zumindest von der Geschichte her nicht falsch. Auffallend ist ein offensichtlich neu gestrichenes Seitengebäude. Hier war, wie Dietmar Wartenburger zu erzählen weiß, einmal ein Stallgebäude. Das ist natürlich nicht mehr zu erkennen. Mit Mitteln aus dem Leader-Programm der Europäischen Union wurde die Außenanlage neu gestaltet. Neben der Fassade fallen ein Balkon und zwei Terrassen auf. Ebenfalls zum Vorhaben gehört eine Ferienwohnung, die in der oberen Etage entstanden ist.

Im Erdgeschoss wurde, ausschließlich mit eigenem Kapital, eine behindertengerechte Ferienwohnung ausgebaut. Das helle und freundliche Zimmer und eine kleine Küche laden zum Verweilen ein. Auch der Sanitärbereich ist großzügig gestaltet.

Bei Familientreffen und anderen Feiern sind oft auch ältere Menschen dabei, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, so der Pensionsinhaber. An sie habe er bei diesem Umbau insbesondere gedacht. Mit der Gestaltung des Seitenflügels sei seine „Tenne“ noch attraktiver geworden, ist sich Dietmar Wartenburger sicher, auch wenn es die jüngsten Zahlen nicht unbedingt beweisen. Durch die Lage direkt am Elberadwanderweg hat er in den vergangenen Jahren immer wieder eine gute Auslastung erreicht. Doch 2013 hat ihm, wie vielen anderen Betreibern von Pensionen, Ferienhäusern und Hotels, das Juni-Hochwasser einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. „Bis Mai ist alles super gelaufen“, erinnert sich Dietmar Wartenburger. Dann kam der große Einbruch, vor allem in puncto Radtouristen. Er habe das etwas auffangen können, bekennt der Klödener. Durch Feiern und durch die Unterbringung von Monteuren. Aber so richtig glücklich macht ihn das dennoch nicht.

Unstrategisch

Neben dem Hochwasser nennt er noch einen zweiten Grund für die Misere: die öffentliche Diskussion über das Mückenproblem. „Das war ganz klar kontraproduktiv, zumindest für das Gastgewerbe.“ Zumal es nicht nur lokal, sondern auch in den deutschlandweiten Medien eine Rolle spielte. „Wer fährt schon in eine Region mit so vielen Plagegeistern?“ Dabei sei es in Klöden und Umgebung gar nicht so schlimm gewesen.

Seit August, so weiß Dietmar Wartenburger zu berichten, steigen die Gästezahlen bei den Radtouristen wieder. Aber Größenordnungen der zurückliegenden Jahre werden nicht mehr erreicht. Der Pensionsinhaber hofft dennoch auf weitere Besserung.

Deshalb denkt er schon über nächste Investitionen nach, möchte in einem bislang als Garten genutzten Bereich einen Biergarten entstehen lassen, denn seine Terrasse unter dem erwähnten Apfelbaum steht zu dicht am Haus. Das kann schon mal zu einer Lärmbelästigung führen. Stehen Tische und Bänke etwas abseits, vielleicht noch hinter Sträuchern, könnte die wesentlich minimiert werden.

Quelle: mz-web.de

In Berlin treffen sich heute die Umweltminister der Länder zu einer Sondersitzung. Es geht um das Hochwasser vom Juni – genauer um den Hochwasserschutz. Eine Frage ist auch, mit welchem Geld Deiche saniert und Polder gebaut werden sollen. Besonders das am meisten betroffene Bundesland Sachsen-Anhalt ist auf Unterstützung von Bund und EU angewiesen. Wie es beim Hochwasserschutz weitergehen soll, berichtet unsere Korrespondentin.

„Halbzeit“ hieß es eigentlich in diesem Jahr beim Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt. Das allerdings war vor dem Juni-Hochwasser 2013. Die Hälfte der Anlagen war erneuert worden. Ein halbe Milliarde Euro hatte das gekostet. Noch einmal so viel Geld sollte bis 2020 in die übrigen Anlagen gesteckt werden. Doch dann kamen neue Schäden dazu. Die hat der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft mittlerweile begutachtet, sagt der Leiter Burkhard Henning: „Es sind erst mal 250 Maßnahmen gelistet worden, da sind natürlich Gewässer-Grundräumungen, Brückenreparaturen und Schöpfwerke dabei.“

Neue Polder und Retentionsflächen

Die gesamten Reparaturen kosten 250 Millionen Euro. Das kann aus dem Fluthilfefonds des Bundes bezahlt werden. Die ersten Schäden sind schon beseitigt: Der gebrochene Deich in Breitenhagen ist repariert. In Fischbeck wurde eine Spundwand errichtet, ab April kommendes Jahr soll der Deich begradigt werden. Ein Teil der Baustellen, die das Juni-Hochwasser aufgerissen hat, überschneidet sich mit dem bisherigen Hochwasserschutzkonzept des Landes. Aber die Pläne müssen auch erweitert werden, sagt Hermann Onko Aeikens, Minister für Umwelt und Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt: „Dass die bisher bekannten Hochwasserstände überschritten werden können, das ist eine Erkenntnis aus dem Juni-Hochwasser. Das führt dazu, dass wir voraussichtlich mehr Polder und mehr Retentionsflächen als geplant ausweisen werden.“

Lange Genehmigungswege verkürzen

Im Bau ist derzeit ein Polder an der Mulde bei Rösa. Der allein kostet 25 Millionen Euro. Die Planung weiterer Flutungsflächen wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Die Dauer solcher Projekte – das ist ein weiterer Punkt, über den die Umweltminister heute in Berlin sprechen werden, sagt Aeikens: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den furchtbar langen Instanzenweg, die manchmal sehr langen Bearbeitungsfristen, verkürzen können. Wenn Fachbehörden feststellen: So ist die optimale Lösung, dann sind wir es den Bürgern schuldig, gute Lösungen möglichst rasch zu realisieren.“

Alle erneuerten Deiche hielten Stand

Ein praktisches Beispiel ist der Gimritzer Damm in Halle. Schon nach dem Hochwasser 2011 hieß es, er müsse erneuert werden. Zwei Jahre lang tat sich nichts. Nach dem diesjährigen Hochwasser ließ Oberbürgermeister Wiegand kurzerhand mit dem Bau beginnen. Das ist nun wiederum gestoppt und hat einen neuen Weg durch die Instanzen begonnen. Das Ziel 2020 bleibt – dann sollen alle Anlagen zum Hochwasserschutz in Sachsen-Anhalt saniert sein. Auch wenn der Schutz nie vollkommen sein wird, betont Burkhard Henning vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz: „Selbst wenn es Sommer-Hochwässer sind, oder man Winter-Hochwässer vergleicht, die sind in ihrem Verlauf und ihren Auswirkungen immer anders. Das heißt, man wird nie so richtig fertig. Aber dann können wir erst mal sagen, vom Grunde her haben wir einen Hochwasserschutz 2020, dass man mit solchen Ereignissen, wie sie jetzt waren, umgehen kann.“ Davon sei er überzeugt. Denn das habe das Juni-Hochwasser gezeigt: Alle erneuerten Deiche haben gehalten.

Quelle: mdr.de

Umweltminister Onko Aeikens gegen Hochwasser-Pflichtversicherung

Veröffentlicht: September 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In einem Radio-Interview hat sich Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens am Sonnabend gegen eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden ausgesprochen.

 

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat sich gegen eine Pflichtversicherung gegen Hochwasserschäden ausgesprochen. Er setze auf freiwillige Lösungen, sagte Aeikens am Samstag Deutschlandradio Kultur.

Eine Pflichtversicherung bedeute, dass Menschen versichert werden müssten, die dies gar nicht wollten oder es aus geografischen Gründen nicht nötig hätten. Aeikens räumte allerdings ein, dass sich bislang zu wenige Menschen gegen Hochwasserschäden versichert hätten. „Hier ist mehr Aufklärung vonnöten“, sagte der Minister dem Radiosender. Am Montag kommen die Umweltminister in Berlin zu einer Sonderkonferenz zum Thema Hochwasser zusammen.

Quelle: mz-web.de

Einsatz der Bornheimer Feuerwehr mit 1000 Euro belohnt

Veröffentlicht: August 31, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Für ihren Einsatz im Kampf gegen die Hochwasserfluten in Sachsen-Anhalt hat die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bornheim nun eine Spende von 1000 Euro von der Allianz Deutschland AG erhalten.

Der Versicherungskonzern spendet verschiedenen Hilfsorganisationen Geld für ihren Einsatz. Von dem Geld kann die Feuerwehr Bornheim nun Ausrüstungsgegenstände anschaffen, die während des Einsatzes kaputt gegangen sind. Die neuen Geräte können dann auch bei künftigen Hochwasser-Ereignissen von Nutzen sein.

Quelle: general-anzeiger-bonn.de

Pläne für Gemeindezentrum werden konkreter

Veröffentlicht: August 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der Ort Friedeburg plant den Bau eines Gemeindezentrums. Neben der Feuerwehr sollen eine Arztpraxis, der Bauhof, das Gemeindebüro und auch die Trainingsstätte der Sportgemeinschaft Friedeburg in das Gebäude einziehen.

Ganz Friedeburg wird in den nächsten Wochen gebannt in eine Richtung schauen: zur Landeshauptstadt Magdeburg. Und hoffen. Wenn von dort grünes Licht kommt, werden die hochwassergebeutelten Einwohner des 500-Seelen-Ortes nach Wochen der Tränen und Verzweiflung mit einem Happy-End belohnt. „Wir wollen gern aus Mitteln des Fluthilfefonds ein Gemeindezentrum bauen“, bringt Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) seine Vorstellung auf den Punkt. Und seine Gedanken reichen um einiges weiter.

Wenn der Stadtrat die Idee unterstützt, soll darin Ersatz für all die kommunalen Gebäude geschaffen werden, die von der Flut heimgesucht wurden – mit Ausnahme der Kindertagesstätte. Neben der Feuerwehr sind das eine Arztpraxis, der Bauhof, das Gemeindebüro und auch die Trainingsstätte der Sportgemeinschaft Friedeburg. Dass all jene Gebäude nicht mehr zu retten sind, hat Gerbstedts Bürgermeister Schwarz bereits jetzt von einem Gutachter schriftlich. Zu groß sei bei Wiederaufbau zudem das Risiko vor einer erneuten Flut. „Wir wollen auf Nummer sicher gehen“, hofft Schwarz auf eine Zusage für den grob geschätzt rund eine Million teuren Neubau.

Doch bevor der Spatenstich auf der Freifläche am Markt gesetzt werden kann, dürften noch ein paar Monate ins Land gehen. Bis zum 10. September soll allerdings schon das Gutachten für die gesamten Schäden fertig und beim Land eingereicht sein – die Grundvoraussetzung für die Auszahlung aus dem Hilfsfonds für das Gemeindezentrum. Absichtlich hat sich die Stadt Gerbstedt für dieses kommunale Grundstück entschieden. „Wir haben nachgemessen: Es liegt 2,70 Meter über der Höhe des letzten Hochwasserscheitels“, sagt Schwarz.

Das beruhigt auch den Vorsitzenden des Friedeburger Sportvereins, Ralf Derra. Auch bei ihm rennt Schwarz mit seiner Idee offenen Türen ein: „Ich finde das sensationell. Das ist genau das, was das Dorf braucht und alles unter einem Dach.“ Zumal es anfangs vor allem für den Sportverein nicht danach aussah, überhaupt wieder eine Trainingsstätte im Ort zu bekommen. Gefährlich nah liegt die bisher genutzte Mehrzweckhalle in Flussnähe. Mit dem Neubau können laut Derra nicht nur die Tischtennisspieler perspektivisch ihr Training aufnehmen. Auch die Gymnastikfrauen hätten in den Wintermonaten wieder einen Anlaufpunkt im Ort, ebenso die gerade erst ins Leben gerufene, 20-köpfige Kindersportgruppe. „Alle hätten in dem Gebäude genügend Platz“, sagt Derra. Wenn das Geld tatsächlich fließt und der Zeitplan aufgeht, könnten die Sportler bereits Ende nächsten Jahres ihre Turnschuhe schnüren. Denn laut Schwarz wäre der Baustart im Frühjahr möglich.

Quelle: mz-web.de

Die Flutschäden in den Kleingärten in Jeßnitz gehen in die Hunderttausende. Doch Hilfe ist kaum in Sicht. Manche der Kleingärtner klammern sich ans Prinzip Hoffnung, andere wollen aufgeben.

Dahlien, Callas, Rosen, Nelken, Astern, Purpurglöckchen – der Garten von Sybille Richter verwandelt sich im August immer in ein Blütenmeer. Doch dieses Jahr ist alles anders. Denn die grüne Oase ist abgesoffen. Statt bunter Blumen nur braun-grünes Chaos. Die Folgen der Hochwasserkatastrophe sind nicht nur im Garten der Vereinschefin zu sehen. Kein Wunder, stand doch die Anlage „Lauseborn“ in Jeßnitz komplett unter Wasser. 149 000 Euro Schaden haben die Parzellenpächter bislang gemeldet. Damit sind die Lauseborner traurige Spitzenreiter in der Schadensbilanz des Bitterfelder Regionalverbands der Gartenfreunde.

Noch immer gehen bei Verbandschef Axel Richter die Meldungen ein. Die Flutbilanz ist verheerend: 529 Gärten sind betroffen. „Die bislang gemeldeten Schäden belaufen sich auf mindestens 380 000 Euro“, so Richter. Neben „Lauseborn“ war auch die Wolfener Anlage „Am Busch“ mit 209 Gärten völlig überschwemmt. Der gemeldete Schaden: 67 000 Euro. In Bitterfeld waren am schlimmsten die Anlagen „Goldene Aue“, „Am Strengbach“, „Krautwall“ und „Kühler Grund“ betroffen. Die Schäden gehen in die Zehntausende.

Dabei seien viele Flutfolgen aber noch gar nicht abschätzbar. „Bislang geht es vor allem um Einrichtungsgegenstände, Lauben, Vereinsheime, elektrische Anlagen und Technik, die ersetzt werden müssen“, erklärt Richter. Vernichtete Pflanzen dagegen würden relativ selten gemeldet. „Dabei ist auch deren Ersatz teuer.“

Das hat Sybille Richter am eigenen Leib erfahren. Ihr Garten liegt am tiefsten Punkt der Lauseborn-Anlage, ist der letzte vor jenem Bereich, wo der schützende Deich hinkommen soll. „Doch auf den warten wir ja seit 2003 vergebens“, ärgert sich die Vereinschefin. Die Folgen sieht man in jedem der Schrebergärten. Nicht nur die Einrichtung der Lauben landete auf dem Sperrmüll: „Die Erdbeerernte fiel ebenso aus wie die jetzt anstehende Kartoffelernte. Es gibt keine Zwiebeln, keine Tomaten, keine Gurken – alles vernichtet“, so Sybille Richter. Von Blumen gar nicht zu reden. Viele Staudenpflanzen seien eingegangen. „Die Dahlien sind völlig verfault.“ Und ob sich die Beerensträucher wieder erholen, stehe in den Sternen. „Essen konnte man die Früchte nicht“, meint Richter und zeigt als nächstes auf die Koniferen. Deren braune Verfärbung zeigt, wie hoch das Wasser stand. Selbst die Obstbäume sehen aus, als hätten sie eine Krankheit. „Die Äpfel sind von Schorf befallen, die Pflaumen fallen alle ab.“ Erst nächstes Jahr wisse man, was noch verloren gegeben werden muss.

Doch wie geht es nun weiter? Der Regionalverband versucht, viele Quellen anzuzapfen. Man habe sich beim Landesverband um Mittel beworben, so Axel Richter. Auch beim Bundesverband laufe eine Spendenaktion. „Doch niemand weiß, was nach Sachsen-Anhalt kommt.“ Auch die 64 000 Euro, die die Stadt Bitterfeld-Wolfen für Sport- und Gartenvereine in Aussicht gestellt habe, reichen nicht weit. „Und Raguhn-Jeßnitz will gar nichts zahlen.“ Einen Hilferuf habe man an alle 67 Mitgliedsvereine gestartet. Bisheriges Ergebnis: 1 000 Euro. Dennoch bleibt Richter Optimist: „Schließlich hat Kanzlerin Merkel gesagt, dass 80 Prozent der entstandenen Schäden reguliert werden.“

Doch längst nicht alle Pächter sind so trotzig-hoffnungsfroh. Viele haben resigniert, wollen ihre Parzelle aufgeben. Richter weiß das: „Ich habe Andeutungen von 80 Gartenfreunden, dass sie nicht weitermachen wollen.“ Natürlich versuche man, sie zu halten. Doch gerade bei älteren Leuten sei das nicht einfach. Noch aber sei keine komplette Anlage in Gefahr. Er hoffe, dass die Betroffenen den Mut haben, von vorn anzufangen. „Schließlich ist Gärtnern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Und die Solidarität unter Gartenfreunden möchte hoffentlich keiner missen.“

Auch bei Sybille Richter in Jeßnitz sind etliche Kündigungen eingegangen. Die Pflege der Außenanlagen wird immer schwieriger, weil junge Leute fehlen, die mit Hand anlegen. „Und ich befürchte, dass wir auch finanziell als Verein ein Problem bekommen.“ Denn auch wenn die Zahl der Mitglieder und damit die Höhe der Einnahmen sinke, müsse man ja Pacht an die Stadt zahlen. Aus dem Rathaus aber bekomme man null Unterstützung. Früher war „Lauseborn“ eine Großanlage mit 130 Gärten, inzwischen sind es noch 70. Und bei allem Engagement der Pächter steht die Frage im Raum: Wie viele werden es in ein, zwei Jahren noch sein?

Quelle: mz-web.de

Betriebskosten aus Spenden bezahlt

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Die hohe Spendenbereitschaft hat in Bitterfeld-Wolfen über 100.000 Euro in die Kassen gespült. Die Gelder sollen an die Antragsteller verteilt werden. Für Einsatz der Pumpen während des Hochwassers sollen außerdem 12.500 Euro umgelegt werden.

Bitterfeld-WOlfen Nach der Juni-Flut ist in der Stadt Bitterfeld-Wolfen eine Spendenwelle eingegangen. Mehr als 116.000 Euro sind nach Verwaltungsangaben von Privatpersonen und Unternehmen bislang zusammengekommen. In Abstimmung mit den Ortsbürgermeistern und dem Haupt- und Finanzausschuss sollen diese Gelder nun an die Antragsteller verteilt werden.

Darunter befinden sich neben knapp 500 Kleingärtnern auch Vereine, Feuer- und Wasserwehren sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft. Zudem bezahlt die Stadt aus dem Spendentopf die Betriebskosten für die Pumpen der Tiefbrunnen. Diese belaufen sich auf 12.500 Euro. Das sind knapp elf Prozent der gesamten Spendensumme. Begründung der Stadtverwaltung: „Das Hochwasser hat zu einem erheblichen Anstieg der Grundwasserstände im Ortsteil Bitterfeld geführt.“

Zusätzlicher Einsatz von Pumpen trotz neuer Brunnen

Bereits am 12. Juni sei ein im Auftrag des Landkreises erstelltes Konzept zum Umgang mit hohen Grundwasserständen vorgelegt worden. Dessen Schwerpunkt stellte die gezielte Inbetriebnahme zusätzlicher Brunnen dar. Diese Brunnen seien nach dem Hochwasser 2002 errichtet worden, um eben solche Verhältnisse zu beherrschen. Die zusätzlich erforderliche Maßnahme sei für den Zeitraum des Katastrophenzustandes durch den Landkreis finanziert worden. Die Kosten ab dem 25. Juni habe dann die Stadt Bitterfeld-Wolfen übernommen.

Obwohl diese Maßnahme einem Großteil der knapp 200 von Grundwasserproblemen betroffenen Bitterfelder Gebäuden genutzt hat, stellt sich die Frage, ob die Verwendung von Spendenmitteln für die Betriebskosten der Pumpen zweckentsprechend ist. Von Seiten der Stadtverwaltung lautet die Antwort: Ja.

Quelle: mz-web.de

Tourismus-Branche sieht Licht am Ende des Tunnels

Veröffentlicht: August 24, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hatte Teile von Sachsen-Anhalt geradezu zerstört. Überschwemmte Innenstädte, schwer beschädigte historische Ortskerne, vollgelaufene Geschäfte. Nach der Flut folgte für viele Orte die Touristenflaute. Doch jetzt hellt sich die Stimmung in der Branche langsam wieder auf.

Die Stornierungswelle nach dem Juni-Hochwasser könnte die Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt rund 20 Prozent der Jahreseinnahmen kosten. Diese Zahl nannte die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes. Zugleich erklärte sie, dass die Talsohle inzwischen wohl durchschritten ist. Inzwischen könnten jetzt fast überall im Land wieder Buchungen in den Hotels und Gaststätten vorgenommen werden. Auch die Mückenplage, die nach der Flut viele Touristen abschreckte, sei kein Thema mehr. Von Euphorie in der Branche könne aber noch keine Rede sein.

Rund 300 Hotels und Gaststätten hatten nach dem Hochwasser mit Flutschäden zu kämpfen. Das bedeutete für die wichtigste Zeit des Jahres zwischen Juni und August Ausfälle von bis zu 40 Prozent. Und das, nachdem das Jahr 2013 ohnehin schon schlecht gestartet war.

Die Zahl der Gästeübernachtungen ging dem Statistischen Bundesamt zufolge in den ersten fünf Monaten um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Bis Ende Mai wurden demnach rund 2,5 Millionen Übernachtungen erfasst. Für Juni und Juli gibt es noch keine Zahlen.

Regionale Unterschiede bei Buchungen

Besonders in der Altmark hat in den letzten Wochen nach Angaben der Investitions- und Marketinggesellschaft die Nachfrage in der Tourismusbranche wieder deutlich angezogen. Viele Hoteliers würden jetzt auf einen goldenen Herbst hoffen. Besonders an Saale und Unstrut. Dort befindet sich das nördlichste Weinbaugebiet Deutschlands. Traditionell kommen viele Gäste während der Weinlese im September und Oktober in die Region. Den Experten zufolge normalisiert sich die Lage auch rund um Magdeburg und im Harz. Obwohl der Harz vom Hochwasser kaum betroffen war, stornierten hier zahlreiche Touristen ihre Buchungen. Weiterhin schwierig bleibe die Lage in der Region Anhalt rund um Wittenberg und Dessau, erklärte die Gesellschaft. In der von der Flut besonders betroffenen Gegend gebe es noch bis Ende August übermäßig viele Stornierungen. Für den September sehe es allerdings auch dort schon besser aus.

Quelle: mdr.de

 

Hochwasser-Benefizkonzert – Abend der Emotionen in Elster

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Sachsen-Anhalt

Ein Stelldichein der Künstler begeisterte das Publikum im Freizeitpark in Elster. Über 700 Menschen waren gekommen, um Musik zu hören und zu spenden. Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Gruppe „Karussel“.

elster Die Eindrücke vom Junihochwasser waren bei den Elsteranern noch frisch. Das Benefizkonzert am Freitagabend im Freizeitpark der Elbestadt, dazu die eingespielten Filmsequenzen zum Hochwasser – all dies ließen die Emotionen noch mal hochkommen.

Lob für die Organisatoren

Werner und Anke Zschau aus der Wiesenbachstraße vermochten beim Anblick der Bilder nur mit Mühe ihre Tränen zu unterdrücken. Erst seit drei Jahren in Elster wohnend, mussten sie erleben, wie ihr Haus von den Fluten eingeschlossen wurde und viele Möbel nur noch Sperrmüll waren. „Wir finden es dennoch toll, dass sich Künstler bereit fanden, ohne Gage in Elster aufzutreten“, so ihr Kommentar. Der war zugleich ein Kompliment an die Organisatoren Raik Buchta und Rene Stepputis, die es schafften, sogar die bekannte Gruppe Karussell für das Event in Elster zu gewinnen.

„Manchmal helfen eben alte Verbindungen und Netzwerke. Es war nicht schwer, selbst hochkarätige Stars für diese gute Sache zu gewinnen. Am Ende genügte ein Anruf “, meinte der Trebitzer Buchta. Wenn es so etwas wie eine typische Elsteraner Mentalität gebe, so sei es der Zusammenhalt.

Bürgermeister Peter Müller lobte die Bürger des Elbestädtchens: „Auf meine Elsteraner kann ich mich stets verlassen. In Notsituationen hilft einer dem anderen“, so das Stadtoberhaupt. Zu den meistbetroffenen Orten Aken und Fischbeck zählte beim Junihochwasser 2013 auch Elster. „Die Hilfsbereitschaft nach dieser Naturkatastrophe war anschließend enorm. Die Fernsehbilder gingen um die Welt und sprachen für sich, so dass selbst aus den USA Spenden eingingen“, erinnerte sich Müller an die bewegenden Tage im Juni.

Rundfunkmoderator Andre Damm führte durch das Programm. Auch für den gebürtigen Wittenberger, der als MDR-Berichterstatter viele Tage über die Ereignisse an der Elbe vor Ort berichtete, war dieser Freitagabend auf der Bühne keineswegs Routine. Schließlich kannte er eine Reihe von Einzelschicksalen. „Das hat auch mich betroffen gemacht.“

Einmal die Katastrophe vergessen. Einfach nur Dankeschön sagen zu all denen, die tatkräftig Solidarität mit den Betroffenen übten – das war auch dem Bürgermeister ein Herzensbedürfnis. Passend zum Motto des Abends: „Tu alles, was gut tut“ – hieß es schließlich in einem Udo-Jürgens-Song, gesungen von Stefan Schultz. Als bekennender Jürgens-Fan stand er seinem großen Vorbild in Mimik und Interpretation kaum nach.

„Klempo“ alias Dietrich Klemp, der sächselnde Koch aus Leipzig, strapazierte die Lachmuskeln. Kaum eine Lebenssituation sparte der Komiker alter Schule aus – dabei immer wieder das Publikum einbeziehend. Die junge Tänzerin Juliane Preuß führte mit ihren Darbietungen mit anmutigen Bewegungen in den Orient. Sängerin Natalie Lament bewies ihr Talent mit Helene-Fischer-Titeln, mit denen sie sich gern identifiziert. Demnächst möchte sie gern mit Stefan Schultz ein gemeinsames Tourneeprogramm bestreiten.

Sonderzug an die Elbe

Der Sonderzug ging diesmal nicht nach Pankow, er endete in Elster. Mister Panik, der als Udo-Lindenberg-Double tourt, erinnerte mit der gewissen Schnodderigkeit an die unvergleichbare Art seines Meisters. Das Publikum war entzückt von den Verwandlungskünstlern und Musikkomikern „Drixi“ und „Remmi & Demmi“, die in atemberaubenden Tempo die Elsteraner zu Lachsalven animierten und ebenso für Stimmung sorgten wie die Gruppe „Karussell“. Beim Auftritt der DDR-Rocklegende hielt es keinen mehr auf den Plätzen. Den Schlussapplaus, in Dezibel kaum messbar, hatten sich die Leipziger (Joe Raschke, Reinhard Huth, Benno Jähnert, Hans Graf, Jan Kirsten und Wolf-Rüdiger Raschke) mehr als verdient.

Wie viel Geld genau beim Benefizkonzert zusammengekommen ist, wird erst in den nächsten Tagen feststehen, sagte gestern Abend Organisator Raik Buchta.

Quelle: mz-web.de

Radweg nach Göbitz wieder frei

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Ein Teil des Elsterradweges ist nach dem Hochwasser wieder repariert worden. Der Abschnitt zwischen Draschwitz und Göbitz sowie zwischen Ostrau und Draschwitz ist seit Freitag wieder freigegeben. Derzeit wird der Bereich unter der Ostrauer Brücke bei Reuden saniert.

elsteraue Derzeit laufen an den vom Hochwasser beschädigten Abschnitten des Elsterradweges in der Elsteraue Instandsetzungsarbeiten. Aktuell ist die beauftragte Göthewitzer Firma Harbauer Hoch- und Tiefbau damit beschäftigt, den Bereich unter der Ostrauer Brücke bei Reuden zu sanieren.

Laut dem Elsteraue-Bürgermeister Manfred Meißner (parteilos) ist seit Freitag letzter Woche der Abschnitt zwischen Draschwitz und Göbitz sowie zwischen Ostrau und Draschwitz wieder freigegeben. Auf letzterem hatte die Baufirma den unbefestigten Weg wieder begradigt. Er war durch das Hochwasser ausgespült, zudem lag an vielen Stellen noch Treibgut herum. Am Weg zwischen der Draschwitzer Brücke und Göbitz war am Fahrbahnrand Asphalt in Folge der Überspülungen ausgebrochen. Das Loch hatte sich in den folgenden Tagen immer weiter vergrößert.

Meißner entkräftete auch Gerüchte, wonach der unbefestigte Weg von Draschwitz nach Ostrau asphaltiert werden soll. Das sei derzeit nicht angedacht. So begradigt und wieder hergestellt wie der Abschnitt nun ist, so wird er auch erst einmal bleiben. Schäden verursachte das Hochwasser auch an den Radwegabschnitten zwischen Maßnitz und Bornitz und zwischen Profen und Lützkewitz. Auch diese Abschnitte werden instand gesetzt. Zudem wurden zwei Spielplätze – der in Reuden am Radweg und in Draschwitz – vom Wasser beschädigt.

Weiterhin gesperrt bleibt erst einmal die Landesstraße 193 von Reuden nach Ostrau. Sie ist unterspült und die Hälfte der Fahrbahn ist beschädigt, Ränder sind ausgebrochen. Der Straßenbaulastträger, die Landesstraßenbaubehörde, schätzt den Schaden auf rund eine halbe Million Euro. Einen Reparaturtermin gibt es noch nicht.

Quelle: mz-web.de

Obwohl er sein eigenes Haus und seinen Fischereibetrieb beim Hochwasser verlor, half Gernot Quaschny aus Hohengöhren (Landkreis Stendal) mit seinem Dorf mehreren abgeschnittenen Dörfern. Dafür wird er nun ausgezeichnet. Auch das Land Sachsen-Anhalt will Fluthelfer ehren.

Der Fischer Gernot Quaschny aus Hohengöhren (Landkreis Stendal) erhält für seinen Einsatz während der Flutkatastrophe den Sonderpreis „Hochwasser-Helfer“ des Deutschen Bürgerpreises. Der 50-Jährige habe mit seinem Boot vier vom Festland abgeschnittene Dörfer unermüdlich mit dem Notwendigsten versorgt – obwohl er sein eigenes Haus und seinen Fischereibetrieb in den Elbe-Fluten verloren habe, teilte die Initiative am Montag in Berlin mit. Zudem wurden das Projekt „Passau räumt auf“ und die 72-Stunden-Aktion „Flutschäden lindern“ für ihre Einsätze ausgezeichnet. Der Deutsche Bürgerpreis gilt nach Angaben der Initiatoren als Deutschlands größer Ehrenamtspreis.

Auch Sachsen-Anhalt will Fluthelfer mit einem Orden ehren. Das habe Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) entschieden, teilte Regierungssprecher Matthias Schuppe am Montag mit. Einzelheiten, wie etwa die Finanzierung, Auswahlkriterien und die Gestaltung der Medaille, würden seit etwa zwei Wochen geklärt. Mit der Auszeichnung solle das beispielhafte Engagement der Helfer gewürdigt werden. Am Wochenende hatte der SPD-Politiker Rüdiger Erben eine Hochwasser-Medaille gefordert. In Sachsen sollen erste Fluthelfer am 14. September feierlich mit einem Orden geehrt werden.

Quelle: mz-web.de

Fluthilfe von rechts

Veröffentlicht: August 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Fluten an Elbe und Saale haben sie auch dieses Mal wieder angeschwemmt: Neonazis, die sich als besonders heroische Fluthelfer aufspielten, um die Katastrophe für ihre Zwecke zu nutzen. Doch die gute Nachricht lautet: Das Kalkül ging nicht auf.

Das aufsehenerregendste Beispiel ist so klassisch, so symptomatisch, dass wir es auch hier anbringen müssen: Anfang Juni kursierte auf rechten Internetseiten ein Foto von Magdeburgs Oberbürgermeister, das Lutz Trümper zeigt, wie er sich per Handschlag bei einem bekannten Rechtsextremisten für dessen Fluteinsatz bedankte: „Da kam der von links auf mich zu, gab mir die Hand, nickte und sagte ‚Wir sind auch dabei‘ und ging weiter. Das war alles!“ So erinnert sich Trümper an diesen Moment später. „Das müssen die geplant haben. Das muss ja irgendwer aus der Nähe fotografiert haben.“ Um es anschließend im Web zu veröffentlichen, mit dem Kommentar ‚Magdeburgs OB bedankt sich bei den Jungen Nationaldemokraten‘.

„Ich fühle mich absolut missbraucht!“

Eine Falle, der Trümper nicht entgehen konnte: „Ich bin doch in einer Situation, in der ich mit Leuten rede und tausend um mich rum sind und dann kommt einer von der Seite und gibt mir die Hand. Ich fühle mich da absolut missbraucht. Das ist wirklich eine Unverschämtheit, sowas dann weltweit zu verbreiten, was in keiner Weise der Wahrheit entspricht.“ Auch David Begrich von dem Magdeburger Verein ‚miteinander‘ meint, dem OB ist kein Vorwurf zu machen: „Weil der Fall ja so gelagert war, dass der Vorsitzende der Jungen Nationaldemokraten, der Jugendorganisation der NPD, sich hier im wahrsten Sinne des Wortes ins Bild gedrängt hat.“

Die Öffentlichkeit ist sensibler als 2002

Der Schuss sei nach hinten losgegangen, meint Begrich. Sein ‚Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit‘ beobachtet seit Jahren die rechten Machenschaften in Sachsen-Anhalt. Und stellt fest, dass es Neonazis dieses Jahr weniger gelungen ist, das Hochwasser zu Propagandazwecken zu nutzen: „2002 hat es ja den Fall gegeben, dass eine Gruppe von Neonazis in Halle im Rathaus durch die damalige Oberbürgermeisterin empfangen worden ist – nicht nur aber auch Neonazis – und ihnen dort offiziell Dank ausgesprochen worden ist. Ich glaube, das wäre heute nicht mehr denkbar. Dafür ist die Öffentlichkeit inzwischen sensibilisiert genug, um auch zu sagen: ‚Uns ist klar, warum Neonazis auf dem Deich stehen und natürlich geht es da ums Sandsäckeschleppen. Aber es geht eben auch darum, moralischen Kredit bei der Bevölkerung zu akkumulieren.“

„Ein ganz normaler politischer Akteur“

Das freilich ist auch dieses Jahr wieder versucht worden: „Rechte Kerle packen an“ war auf der Facebook-Seite der Jungen Nationaldemokraten zu lesen, bebildert mit Aufnahmen des sandsäckeschleppenden NPD-Nachwuchs. JN-Chef Andy Knape, der Trümper in die Fotofalle gelockt hatte, äußerte sich dazu sogar im ARD-Magazin Kontraste: „Uns geht’s darum, einfach den Menschen zu zeigen, dass wir mit dabei sind, dass wir mithelfen, dass wir unsere Region und unsere Städte absichern und sichern.“ Genau diese Strategie hat das Netzwerk ‚miteinander‘ immer wieder beobachtet: „Das ist eine Situation, die Neonazis unglaublich nutzt, weil sie damit nämlich den Eindruck erwecken, sie seien ein ganz normaler politischer Akteur unter anderen auch. Und dieser Normalisierungsprozess stellt die eigentliche Herausforderung dar,“ sagt Begrich. Er findet es vor allem wichtig, in solchen Situationen allen Beteiligten klarzumachen, mit wem sie es da zu tun haben: „Neonazis treten ja in Bürgerversammlungen nicht auf und sagen ihren Namen und ‚Ich bin vorbestrafter Neonazi‘. Sie sagen ihren Namen und sagen ‚Ich bin betroffener Bürger‘.“

Rechte Fluthelfer konnten problemlos eingeordnet werden

Die Fluthelfer jedenfalls, die im Juni in T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Festungsstadt Magdeburg‘ auf dem Elbdeich anrückten, konnten sofort eingeordnet werden. Auch die Solidaritäts-CD mit 17 Rechtsrock-Titeln, die das Dresdener Label OPOS Records anbietet, verhüllt nicht den Geist ihrer Urheber. Zu den Interpreten zählen „Die faschistischen 4“ und unter den Titeln finden sich Songs wie „Heil den Göttern“ oder „Deutschland wieder Deutschland sein“. Der Erlös aus dem Verkauf dieser CD soll zu 100 Prozent den Hochwasser-Opfern zu Gute kommen. Den deutschen, wie man vermuten darf. Die jungen Nationaldemokraten jedenfalls sammelten auf ihrem JN-Sachsentag Spendengeld, das laut ihrer Homepage an ‚bedürftige Freunde der nationalen Sache ausgeschüttet‘.

Quelle: mdr.de

Die Weißenfelser Versicherungsagentur von Gerhard und Stefan Kretzschmann ist seit Dienstag wieder geöffnet. Das Büro wurde beim Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Doch nach den Umbauarbeiten kann sich das Büro wieder sehen lassen.

Gerhard und Stefan Kretzschmann sind erleichtert. Nachdem das Juni-Hochwasser auch ihr Büro in der Großen Kalandstraße 30 heimgesucht hatte, konnten Vater und Sohn ihre Versicherungsagentur am Dienstag dieser Woche wieder öffnen.

„Es war eine aufregende Zeit“, blickt Stefan Kretzschmann auf die letzten Wochen zurück. Eine Woche lang stand das Wasser. Für vier Wochen sind die Versicherungsfachleute samt Technik und Akten in die obere Etage ihres Büros gezogen. Als dann der Umbau anstand, haben sie zwei Wochen lang von zu Hause gearbeitet. „Das war wirklich nur eine Notlösung“, meint Stefan Kretzschmann heute. Und er ist dankbar für verständnisvolle Kunden und dafür, dass es die Industrie- und Handelskammer sowie zuverlässig arbeitende Handwerksfirmen gab, die bei der Beseitigung der Hochwasserfolgen tatkräftige Unterstützung geleistet haben. Geld, Nerven und ein paar graue Haare mehr habe der Kraftakt der letzten Wochen schon gekostet, gibt Vater Gerhard Kretzschmann zu. Doch nun funktionieren Telefon und Computertechnik wieder, der gerade für Leute in ihrer Branche so wichtige Dialog mit den Kunden läuft reibungslos. Kleinigkeiten, wie die noch nicht fertig ausgelegte Treppe, geraten da eher zur Nebensache.

Dabei hatten sich die Ereignisse in den letzten Wochen bei den Kretzschmanns auf eine ganz eigene Weise gefügt. Denn das Hochwasser kam gerade zu jener Zeit, da sich die beiden intensiv um einen neuen attraktiveren Standort für ihre Agentur in der Weißenfelser Innenstadt bemühten. Nachdem Gespräche jedoch nicht so recht zu einem erfolgreichen Ende geführt werden konnten, entschied man sich nach der Flut dafür, doch am bisherigen Standort das neue Raumkonzept der LVM Versicherung umzusetzen. Und so sitzen Gerhard und Stefan Kretzschmann, die in den bewegten Sommerwochen selbst zahlreiche vom Hochwasser Betroffene betreut haben, jetzt in ihren frisch sanierten Büros vor indirekt beleuchtbaren grünen Motto-Wänden. Schlagworte wie „Sympathie“, „Kompetenz“ oder „Dialog“ sollen die richtigen Signale an die Kunden aussenden. Und sollen wohl auch sagen: Wir sind zurück im Alltag.

Quelle: mz-web.de

Datennetz stand vorm Zusammenbruch

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die gesamte Internet- und Telekommunikationstechnik der Landesregierung und der Ministerien stand während des Hochwasser im Juni vor dem Zusammenbruch, weil es keine Ersatzsysteme für Notfälle gibt. Auch ein zentraler Knoten für den digitalen Behördenfunk auf dem Gelände des Technischen Polizeiamts in Magdeburg drohte auszufallen.

 

Sachsen-Anhalt ist während der Hochwasserkatastrophe im Juni nur knapp an einem Kommunikationsdesaster vorbeigeschrammt. Infolge der Überflutung des Technischen Polizeiamts im Magdeburger Stadtteil Rothensee kam es zu erheblichen Ausfällen der Internet- und Telekommunikationstechnik der Landesregierung und der Ministerien.

Dabei stellte sich auch heraus, dass es für solche Situationen bislang keinerlei Sicherungs- oder Ersatzsysteme gibt, die im Notfall die Kommunikation sicherstellen können. „Wir mussten überrascht feststellen, dass wir dafür keine redundanten Anlagen haben“, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) der MZ. Stahlknecht bestätigte zudem, dass auch ein zentraler Knoten für den digitalen Behördenfunk auf dem Gelände des Technischen Polizeiamts auszufallen drohte.

In dem Fall wäre jegliche Kommunikation von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten zumindest zeitweise lahmgelegt worden. „Die Ausfälle im Datennetz des Landes konnten dank des Improvisationstalents unserer Leute größtenteils überbrückt werden“, so Stahlknecht. Die fehlende Absicherung des Systems sei aber nicht nur im Überflutungsfall, sondern generell ein Problem. Von Stromausfällen bis hin zu Anschlägen sei vieles denkbar. Daher soll nun das komplette Polizeiamt verlagert werden. Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Fluthilfe-Fonds des Bundes soll entweder neu gebaut oder ein bestehendes Gebäude saniert werden. „Das passt auch gut in die geplante Strukturreform der Polizei“, so Stahlknecht.

Offen ist, ob auch die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) den Standort Rothensee verlässt. Das Amt betreibt dort einen wichtigen Knotenpunkt, über den der digitale Funkverkehr von Polizei und Feuerwehr vermittelt wird. Stahlknecht wollte sich dazu mit Verweis auf fehlende Zuständigkeit nicht äußern, erklärte aber, dass es ebenfalls nur mit Mühe gelungen sei, die Anlage zu retten. Andernfalls wäre die gesamte digitale Funkkommunikation ausgefallen und hätte nach Niedersachsen umgeschaltet werden müssen. Das dauere aber bis zu drei Stunden. „In einer Katastrophe ist das sicher nicht das Beste“, so Stahlknecht.

Ein BDBOS-Sprecher bestätigte die Probleme. Es seien aber Vorkehrungen getroffen worden, bei einer Überflutung „umgehend“ auf eine Ersatz-Vermittlungsstelle umzuschalten. Dies hätte auch keine „spürbaren Folgen“ für die Nutzer des Digitalfunks.

Quelle: mz-web.de

Streit um die Koordination beim Deichbau

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der Stendaler Landrat Carsten Wulfänger und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) haben vorgeschlagen, den Deichbau künftig grundsätzlich unter zentrale Koordination des Bundes zu stellen. Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens hatte das abgelehnt.

Vom Schloss Tangermünde geht der Blick über die Elbe weit hinüber in die östliche Altmark und die Prignitz. Der Fluss fläzt sich dort wieder langsam in seinem Bett, die Wiesen dahinter sind sattgrün. Als hätte hier vor vier Wochen nicht noch meterhoch das Wasser gestanden. Auch auf der anderen Flussseite erinnert inzwischen kaum noch etwas an die dramatischen Stunden, als beim Dorf Fischbeck drei ausrangierte Lastkähne versenkt worden sind, um einen gebrochenen Deich zu schließen. Die Schiffe sind weg, der Deich geschlossen. Vorerst. Notdürftig. Der eigentliche Deichneubau soll 2014 beginnen.

Mitten hinein in diese Planungen platzt nun der Vorschlag zweier CDU-Politiker, den Deichbau künftig grundsätzlich unter zentrale Koordination des Bundes zu stellen. Bei dem einen handelt es sich um den Stendaler Landrat Carsten Wulfänger, bei dem anderen um Sachsen-Anhalts obersten Katastrophenschützer, Innenminister Holger Stahlknecht: „Ich halte das für sehr sinnvoll“, sagte Stahlknecht am Rande einer Radtour, die ihn in dieser Woche durch die Flutschadens-Gebiete im Norden und in der kommenden Woche in der Mitte und im Süden des Landes führt.

Stahlknecht geht damit nicht nur auf Konfrontationskurs zum gerade in seiner Partei weit verbreiteten Föderalismusgedanken. Sondern auch auf Distanz zu seinem Parteifreund und Kabinettskollegen, Umwelt- und Agrarminister Hermann Onko Aeikens. Der hatte bereits Mitte Juni in einem MZ-Interview erklärt, es würde nicht besser, wenn es einen „Oberdeichgrafen in Berlin“ gäbe. Und: „Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern funktioniert, ich sehe daher keine Notwendigkeit, etwas zu ändern.“ In dieser Woche wiederholte Aeikens diese Aussage – und erntet Widerspruch.

„Wir müssen ein Wettrüsten zwischen den Elbe-Anrainern bei Deichhöhen verhindern“, sagte Landrat Wulfänger. Brandenburg etwa stünde vor keinen allzu großen finanziellen Problemen, wenn das Land seine 44 Kilometer Elbe-Deiche deutlich erhöhe – in Sachsen-Anhalt mit mehreren hundert Kilometer Deichen an der Elbe wäre das finanziell aber nicht zu stemmen. Es müsse daher eine einheitliche Deichhöhe für alle Anrainer-Länder geben. Dies könne nur der Bund koordinieren, zudem mache eine solche Aufgabenverlagerung Sinn, weil es sich bei der Elbe ja auch um eine Bundeswasserstraße handele. Stahlknecht sprach sich zudem dafür aus, die Koordinierung bei kreis- und/oder länderübergreifenden Katastrophen wie der jüngsten Flut im Juni zu straffen und dem Land mehr Kompetenzen einzuräumen. So halte er beispielsweise einen dritten Katastrophenstab im Landesverwaltungsamt – neben denen in den Kreisen und dem der Landesregierung – für nicht notwendig.

Weitere Vorschläge sollen von allen Mitarbeitern des Krisenstabes der Landesregierung eingehen: Um die Arbeit des Stabes zu optimieren, ist ein zwölfseitiger Fragenkatalog für „eine professionelle Auswertung der geleisteten Arbeit“ zusammengestellt worden, sagte Stahlknecht. Optimierungsvorschläge seien erwünscht. Die Mitarbeiter sollen etwa angeben, welche Kenntnisse über die Rechtslage, das Haushaltsrecht oder taktisches Wissen für ihre Arbeit nötig waren. Auch nach Problemen im Informationsaustausch wird gefragt. Auf einer Skala von 0 bis 5 soll bewertet werden, wie souverän sich Führungskräfte verhalten haben.

Quelle:

Arbeit der Hochwasser-Krisenstäbe wird ausgewertet

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht will die Zusammenarbeit der Krisenstäbe während des Hochwassers untersuchen. Geplant sei eine „professionelle Auswertung der geleisteten Arbeit mit Optimierungsvorschlägen“, sagte Stahlknecht in Tangermünde.

Die Landesregierung hatte für das Hochwasser erstmals einen eigenen Krisenstab eingerichtet. In den betroffenen Landkreisen und auch im Landesverwaltungsamt wurden weitere Krisenstäbe gegründet. Für Aufsehen hatte während des Hochwassers die Aktion Stahlknechts gesorgt, dass er kurz nach dem Deichbruch in Fischbeck die Krisenkoordination im Landkreis Stendal an sich gezogen hatte. Dies sei wegen der länderübergreifenden Arbeit notwendig gewesen, betonte Stahlknecht in Tangermünde erneut. Allerdings hatte es zuvor bereits auch Kritik an der Arbeit des Krisenstabs in Stendal gegeben.

Fragebögen sollen Arbeit beleuchten

Alle Mitarbeiter der Krisenstäbe sollen nun in den nächsten Wochen einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Die Mitarbeiter im Krisenstab des Landes sollen zum Beispiel angeben, welche Kenntnisse über die Rechtslage, das Haushaltsrecht oder taktisches Wissen für ihre Arbeit erforderlich waren. Auch nach Problemen im Informationsaustausch intern und extern wird gefragt. Zudem soll die Arbeit und die Souveränität der Führungskräfte beurteilt werden.

Nach Fragebögen folgt zweite Untersuchungsrunde

Nach den Umfragen mit den Fragebögen wird eine zweite Untersuchungsrunde aus Interviews mit den Stabsleitern geplant. Die ersten Ergebnisse aus allen Umfragen und Interviews sollen dann Ende September vorliegen.

Quelle: mdr.de

Sieben Künstler und Bands treten am Freitag auf der Freilichtbühne im Elsteraner Freizeitpark auf. Der Abend hat das Motto „Wir für Elster“ und soll eine Dankeschön-Veranstaltung für alle Hochwasser-Helfer sein. Bei den Konzerten werden auch Spenden gesammelt.

 

Freitag dreht sich im Elsteraner Freizeitpark die Freilichtbühne – zumindest virtuell – unter den Klängen der DDR-Kultmusiker von „Karussell“. Beim Benefizkonzert „Wir für Elster“ treten insgesamt sieben Musiker und Bands an, ein Dankeschön an die Fluthelfer zu sagen – und gleichzeitig Geldspenden für die vom Hochwasser betroffenen Einwohner der Elbegemeinde zu sammeln.

Musiker ohne Gage

„Wir reden von 11 000 Euro an Gage, auf die die Musiker verzichten“, erklärt Raik Buchta. Der Trebitzer organisiert das Event zusammen mit Rene Stepputis. „Auf die Idee gekommen sind wir, als wir zum Hochwasser hier mit dem Wittenberger Lutherhotel Verpflegung ausgeteilt haben“, erzählt Stepputis. „Es gab da so viele bewegende Momente – in Erinnerung bleibt das Gefühl, was man in solch extremen Zeiten in der Gemeinschaft zu leisten im Stande ist. Dafür haben wir das gemacht – nicht als Sensationshascherei“, assistiert ihm Buchta. Der Trebitzer hat jahrzehntelange Erfahrung im „Eventmanagement“ – eines seiner jüngsten Talente hat er gleich mit ins Line-Up aufgenommen: die Wittenberger Sängerin Natalie Lament. Der andere Lokalmatador auf der Bühne ist Stefan Schultz. Mit dem Lindenberg-Double „Mister Panik“, dem Comedy-Duo „Drixi“, „Klempo“ und „Remmi & Demmi“ wird der Reigen komplett gemacht. Für die Moderation sorgt MDR-Reporter Andre Damm – und nach dem Einbruch der Dämmerung soll eine Multimedia-Show Bilder vom Elsteraner Hochwasser beisteuern.

Park stand unter Wasser

Auch das Festivalgelände im Freizeitpark stand bei der Überflutung 20 Zentimeter unter Wasser – jetzt ist alles wieder aufgeräumt und bereit, dass 500 Gäste sich vor der großen Bühne einfinden können. Das Konzert beginnt 20 Uhr und soll bis 1 Uhr dauern. Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten. Für die Versorgung mit Speisen zeichnet das Wittenberger Lutherhotel verantwortlich. Sollte das Wetter nicht gut genug für die Freilichtbühne sein, zieht die Veranstaltung in ein großes Zelt.

Quelle: mz-web.de

Durch das Hochwasser im Juni sind rund rund private 400 Häuser in Elster sowie weitere 80 in Listerfehrda erheblich beschädigt worden. Zahlreiche Familien wohnen bs heute bei Freunden oder Verwandten. Ein Experte rechnet damit, dass die Versicherungen in beiden Orten insgesamt rund 750.000 Euro auszahlen werden. Der Rotary-Club in Wittenberg ruft zu Spenden für Opfer des Juni-Hochwassers auf.

 

Spenden für die Hochwasser-Opfer vom Juni fließen zweifellos, bisweilen aber etwas einseitig. Nach neuesten Angaben sind für Zahna-Elster bislang 138.000 Euro zusammengekommen – 110.000 Euro davon sind laut Bürgermeister Peter Müller dem schwer beschädigten Kindergarten von Elster zugedacht. „An die Privaten denkt kaum jemand“, sagt Stefan Hammersen – er muss es wissen. Der Wittenberger ist Geschäftsführer bei den Finas-Versicherungen. Allein sein Unternehmen verzeichnet 50 Schadensfälle in Elster und Listerfehrda. Ausgezahlt seien bislang 350.000 Euro: „Ich rechne damit, dass wir am Ende bei 750.000 Euro landen.“ Vom Kindergarten, bemerkt Hammersen, ist oft die Rede – von den immensen Schäden in Privathäusern deutlich weniger.

Dabei wohnen bis heute noch etliche der betroffenen Familien bei Freunden oder Verwandten, ihre Häuser gleichen einem Rohbau. In Listerfehrda sollen rund 80, in Elster rund 400 Häuser durch das Wasser erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Schadenssumme: 16 Millionen Euro. Für den Rotary Club Wittenberg, dem Hammersen angehört, Grund genug, sich in Absprache mit dem Bürgermeister den Privaten zuzuwenden. Hammersen: „Unterstützt werden sollen die Familien, die versucht haben, ihre Wohnhäuser gegen das Risiko Elementarschäden zu versichern, dies aber nicht oder nur mit sehr hoher Selbstbeteiligung geschafft haben.“ Rotary ruft also zu Spenden auf – nicht zuletzt jene, die 2002 vom Hochwasser stark betroffen waren und damals viel Solidarität erfahren haben. Der Club garantiert, dass das Geld ausschließlich Geschädigten aus dem Kreis Wittenberg zugute kommen wird.

2002 konnte Rotary Wittenberg laut Bernd Hinners rund 300 000 Euro verteilen. Dass diese stattliche Summe diesmal nicht erreicht werden wird, ist klar. Zu groß sind die Schäden anderenorts. Aber auf rund 50 000 Euro hoffen die Rotarier schon. Über 20 000 Euro sind bereits eingenommen – von hiesigen Mitgliedern, anderen Rotary-Clubs, Finas-Kollegen und einem anonymen Spender aus Hamburg.

Wer sich beteiligen möchte: Konto 302 929, Sparkasse Wittenberg 805 501 01, Spende Hochwasser 2013, Rotary Hilfswerk Wittenberg (Empfänger).

Quelle: mz-web.de

Danke für Einsatz beim Hochwasser

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In Landsberg kann man sich an Panzer, Tatra oder Ural austoben.

Sein Hobby teilweise zum Beruf gemacht hat Fuhrunternehmer Benno Winter und im Landsberger Gewerbegebiet seinen Offroad-Park gebaut.
Mit Ello, Ural, Tatra oder Panzer können Interessierte dort durchs Gelände jagen und die Kraft der Motoren genießen. Ein Spielplatz vor allem für Männer!
Als vor zwei Monaten das Saale-Hochwasser die Umgebung fest im Griff hatte, konnte Benno Winters Technik zeigen, dass sie nicht „nur zum Spielen“ da ist. Mit dem Tatra 813 – der wurde allerdings per Tieflader vor Ort gebracht – konnte man zum vom Wasser eingeschlossenen Bauern in Wettin vordringen, um zu helfen die Kühe zu retten. Dass das Fahrzeug dann vom schmalen Weg ins Wasser abgerutscht ist und seine Aufgabe doch nicht erfüllen konnte, war nicht vorhersehbar. Gerettet wurden die Kühe mit der schweren Technik der Bundeswehr.
Trotzdem ließ es sich Landrat Frank Bannert bei seiner Kreisbereisung am Montag nicht nehmen, beim Offroad Team von Winter Tours vorbei zu schauen und noch einmal „Danke“ zu sagen. Und sich vor allem auch darüber zu informieren, was man im „Landsberger Kessel“ so erleben kann mit den gigantischen Fahrzeugen. Das Offroad-Team hat dafür eine Strecke gebaut, die alle Möglichkeiten der freien Landschaft nachempfindet. Sogar Fahrten durchs Wasser sind möglich. Jeder ab 18 Jahre, der einen Autoführerschein hat, kann sich – natürlich mit einem Fahrlehrer an seiner Seite – hier am Lenkrad ausprobieren oder einfach mal nur so mitfahren. Ausführliche Infos im Netz unter www.offroad-landsberg.de.

Quelle: supersonntag-web.de

Die jüngste Flut hat in Sachsen-Anhalt Schäden von rund 2,7 Milliarden Euro angerichtet. Nun ist Hilfe vom Bund in Sicht. Derweil fordert der Landesumweltminister neue Regelungen im Kampf gegen Fluten.

 

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat sich für neue Regelungen beim Schutz vor Hochwasser ausgesprochen. In einem Interview mit der „Magdeburger Volksstimme“ (Mittwoch) sagte er, es müsse ein langfristig verbindlicher Weg gefunden werden, wie Hochwasser- und Naturschutz zusammenpassen. So könnten etwa Bäume, die in Flüssen wachsen, bei einer Flut wegbrechen und an Deichen und Brücken beträchtliche Schäden anrichten. Aeikens forderte zudem, Baugesetze in Flutrisikogebieten zu überprüfen.

Zugleich sei er gegen eine Zentralisierung beim Hochwasserschutz. „Es würde nicht besser, wenn ein Oberdeichgraf in Berlin sitzt“, sagte er der Zeitung. Nötig seien beim Hochwasserschutz Fachleute mit Ortskenntnis. Die Umweltminister von Bund und Ländern beraten am 2. September in Berlin über den Hochwasserschutz. „Ich denke, wir müssen sensibler werden und dürfen nicht immer davon ausgehen, dass der Staat schon alles bezahlen kann und wird“, sagte der Minister. Nach seinen Angaben hat Sachsen-Anhalt nach bisherigen Erkenntnissen Hochwasserschäden von 2,7 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Sachsen-Anhalt soll größten Anteil der Fluthilfen erhalten

Unterdessen beschloss die Bundesregierung eine Verordnung zum Aufbauhilfefonds. Darin wird die Auszahlung der Fluthilfen an die Hochwasseropfer vom Juni geregelt. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, Sachsen-Anhalt erhalte den größten Anteil der Fluthilfen, da es am stärksten vom Hochwasser betroffen war. Bund und Länder hätten sofort und großzügig gehandelt. So könne allen Betroffenen schnell und bestmöglich geholfen werden, sagte Haseloff.
Den Angaben zufolge werden in einer ersten Rate vom Bund 50 Prozent der Fluthilfemittel zur Verfügung gestellt, also rund 3,25 Milliarden Euro. Davon erhalte Sachsen-Anhalt 40,4 Prozent, Sachsen knapp 29 Prozent und Bayern knapp 20 Prozent. Der Bundesrat soll an diesem Freitag in einer Sondersitzung den Rahmen zum Aufbauhilfefonds abschließend beraten.

Quelle: mz-web.de

Ein Hochwassergeschädigter aus Havelberg hat an einem Spielautomaten in Bad Harzburg den Niedersachen-Jackpott abgeräumt. Insgesamt fast 760 000 Euro gewann der 70-Jährige, der nur einen geringen Betrag eingesetzt hat.

 

Beim Hochwasser im Frühsommer hatte er sein Hab und Gut verloren, jetzt kam das Glück zurück: Ein 70 Jahre alter Mann aus der Nähe von Havelberg im Norden Sachsen-Anhalts hat in der Spielbank Bad Harzburg knapp 760 000 Euro gewonnen.

Der Mann habe am Mittwoch an einem Spielautomaten den Niedersachsen-Jackpot geknackt, um den an 56 Spielautomaten in 10 Spielbanken gespielt wird, teilte die Spielbank in der Harzstadt mit. Das Geld wolle der Mann in ein neues Haus investieren. Sein Einsatz hatte knapp 20 Euro betragen.

Quelle: mz-web.de

Weil das Gerätehaus vom Hochwasser beschädigt wurde, ist die Freiwillige Feuerwehr Lödderitz gegenwärtig abgemeldet. Jetzt suchen die Kameraden einen Ausweichraum.

 

„Am 9. Juni war das Wasser genau um 21.41 Uhr da“, sagt Feuerwehrmann Robert Schulenburg. Der 20-jährige weiß das so genau, weil er mit dem Handy Fotos machte, in deren Anhang das Datum zu sehen ist. Bereits einen Tag zuvor wurden fast alle Lödderitzer evakuiert.

Wertvolles Zuchtgeflügel ertrank in den Fluten

Danach erfolgte tagelang die Tierrettung. Von Hühnern über Schafe und Ziegen bis hin zum Schwein mussten die Tiere aus den überfluteten Häusern und Ställen in Sicherheit gebracht werden. Doch überall gelang das nicht. So setzten Mitglieder des Geflügelzuchtvereins Lödderitz/Breitenhagen wertvolle Tiere zu, die ertranken.

Betroffen vom Hochwasser ist auch das Depot der Freiwilligen Feuerwehr Lödderitz. Sie ist, wie Breitenhagen auch, abgemeldet. Im Einsatzfall kommt die Wehr aus Groß Rosenburg.

Das Wasser ist schon wochenlang weg, doch die Feuchtigkeit bleibt. Optimale Voraussetzungen für großflächige Schimmelkulturen, sogar die Einsatzkleidung ist davon betroffen. Hinzu kommt abends die Mückenplage.

In den besonders betroffenen Häusern von Lödderitz wird das Küchengeschehen nach draußen verlagert. Weil die Räume saniert werden, steht der Herd auf dem Hof. Doch das nur am Rande.

Ortswehrleiter Helmut Maczulat hofft, dass seinen 18 aktiven Kameraden recht bald ein Ausweichraum zugewiesen wird, in dem sie Dienstabende verbringen können und Teile der Ausrüstung unterbekommen.

Über einen konkreten Sanierungsfahrplan konnte die zuständige Stelle der Einheitsgemeinde gestern noch nichts sagen. Die betroffenen Feuerwehrgerätehäuser seien in der Beratung, hieß es.

Ortswehrleiter bedankt sich bei allen Helfern

Helmut Maczulat drängt es, sich bei allen Helfern der Flutkatastrophe zu bedanken. Er hat eine lange Liste, darauf stehen die Feuerwehren Egeln, Westeregeln, Tarthun, Etgersleben, Löderburg, Eickendorf, Sachsendorf, Zuchau, Wedlitz, Nienburg sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Wasserrettung Schönebeck, das DRK, die Technische Einsatzleitung Rosenburg sowie das Feuerwehrtechnische Zentrum in Staßfurt. Sein besonderer Dank gilt allen freiwilligen Helfern, den Zuchauer Bürgern sowie dem Lödderitzer Landwirtschaftsbetrieb für die Bereitstellung von Flächen und Technik. Letzteren hat es besonders hart getroffen: 95 Prozent der Ernte seien vernichtet, sagt Feuerwehrmann Fred Schulenburg, der dort arbeitet. Und trotz lang anhaltender Trockenheit steht das Wasser zum Teil noch immer auf den Feldern.

Quelle: volksstimme.de

Anträge auf Soforthilfe noch bis 15. August

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Sachsen-Anhalt

Die Stadt Zeitz zahlte bereits über 300.000 Euro aus. Mit einem Runderlass hat das Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt die Antragsfrist über die Gewährung von Soforthilfen vor rund einem Monat verlängert.

Noch bis Donnerstag können vom Hochwasser Betroffene Anträge auf Soforthilfe stellen. Die Stadtverwaltung Zeitz erinnert noch einmal an diesen Termin, damit ihn niemand, der die Voraussetzungen dafür erfüllt, verstreichen lässt.

Mit einem Runderlass hat das Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt die Antragsfrist über die Gewährung von Soforthilfen zur Unterstützung der vom Juni-Hochwasser 2013 direkt betroffenen Einwohner und Eigentümer vor rund einem Monat verlängert.

Entsprechende Anträge können demnach noch bis zum 15. August bei der Stadt Zeitz abgegeben werden. Der Postweg ist ebenso möglich wie die Abgabe im Bürgerbüro oder dem Briefkasten der Stadt. Für Rückfragen sind die Mitarbeiter im Servicebüro Hochwasser im Rathaus für die Bürger da. Anträge stehen auch zum Download auf der Internetseite der Stadt Zeitz bereit. Das Bürgerbüro ist am Mittwoch und Donnerstag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr, geöffnet.

Mittlerweile wurde schon eine erhebliche Summer an Soforthilfe nach dem Hochwasser in der Stadt Zeitz ausgezahlt. „521 Anträge wurden bisher beschieden“, nennt Pressesprecher Thomas Sagefka die aktuellen Zahlen vom Montag, „die gewährte Soforthilfe beläuft sich damit auf 308 683,49 Euro.“ Die bisherigen Rückzahlungen belaufen sich dabei auf 7 435 Euro.

86 Anträge gab es bisher auf Soforthilfe für Gebäude im Stadtgebiet. Die gewährte Soforthilfe beläuft sich bislang auf 159 300 Euro. Rückzahlungen seien noch nicht erfolgt, so Sagefka.

Rückzahlungen müssen erfolgen, wenn ein Betroffener den Schaden von der Versicherung ersetzt bekommt, dann gilt die Soforthilfe als Darlehen.

Quelle: mz-web.de

Mit dem Kopf durch die Wand

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

Das Ehepaar Müller war nach dem Deichbruch bei Klein Rosenburg schwer von dem Juni-Hochwasser betroffen. Uwe Müller kämpft nun um sein Heim und jede finanzielle Hilfe.

Klein Rosenburg/Bernburg/MZ. 

„Klingeln oder rufen, ich bin wie immer im Garten“, steht auf einem provisorischen Pappschild am Zaun eines Grundstücks in Klein Rosenburg. Hält man kurz inne, bemerkt man die unnatürliche Unruhe in dem kleinen Dorf. Es wird gehämmert und gesägt, am Straßenrand stehen Transporter von Handwerksunternehmen und überhaupt ist viel los. Und das bei weit über 30 Grad.

Das provisorische Schild fordert zum Klingeln auf und sogleich ruft es aus dem Garten: „Ich bin hier, ich komme Ihnen entgegen.“ Das Schild und die Stimme gehören Uwe Müller. Der 57-Jährige lebt seit 19 Jahren in diesem Haus. Es ist sein Heim – gewesen. Mit dem Juni-Hochwasser wurde alles zerstört. Wo das Wasser herkam? Von überall, denn unweit von Klein Rosenburg mündet die Saale in die Elbe. „Niemand hat geglaubt, der Deich könnte brechen“, so Müller. Doch am Sonntag, 9. Juni, brach der Deich bei Klein Rosenburg am frühen Morgen. Und das Grundstück von Uwe Müller lief voll.

Mit dem Rollstuhl fährt der 57-Jährige nun über die Wege im Garten. Die Übergänge zu den Steigungen sind hart. Er muss aufpassen, nicht umzukippen. „Früher“, so sagt er, „war da ein weicher Übergang. Alles weggespült.“ Die Wege sind genau so breit, dass er gut durchkommt. „Ich brauche keine Hilfe. Ich fahre hier seit 19 Jahren durch und wer weiß, wie oft ich schon hingefallen bin“, sagt der Mann grinsend. Er lädt zum Kaffee auf dem mit Folien beschlagenen Fundament ein, was mal eine Terrasse vor einem Gartenhaus gewesen sein soll. Über Wochen hat das Wasser gestanden und hat nichts übrig gelassen.

Das Haus ist jetzt nur noch im Rohzustand. Nur mit Gehhilfen kann Uwe Müller gerade so in das Haus, um die Trockner anzustellen. Die Hauseingänge liegen Zentimeter weit über dem Boden, alles musste rausgenommen werden. Auch der Putz wurde bis zu 1,30 Meter hoch abgehackt. Nur ein Paar Rohre schlängeln sich durch das Haus. „Heute kam der Bauleiter freudestrahlend auf mich zu“, fängt er an zu erzählen. Er habe gesagt, zu Weihnachten könnten sie wieder einziehen. Die Freude teilt Uwe Müller nicht.

Kämpferisch

Die Flut ist die eine Sache. „Wir wohnen im Hochwassergebiet. Dass man da nicht immer gut wegkommen kann, ist klar.“ Der 57-Jährige kämpft aber nun um jede finanzielle Ausgabe, jeden Tag. Es ist der Kampf um seine Selbstständigkeit. Die Gutachter kommen und gehen, die Telefonate sind zahlreich und die Versicherung zahlt oder eben nicht. Aber Uwe Müller ist pragmatisch, vor allem aber kämpferisch. „Man sagt doch: ,Nicht mit dem Kopf durch die Wand’. Ich komme durch!“

Vieles kann er nicht selber machen, da ihn eine Krankheit an den Rollstuhl bindet. Und dennoch kommt er jeden Tag und tut, was er eben kann, aus dem Rollstuhl oder kniend auf dem Boden. Mitleid ist hier fehl am Platz. Hin und wieder fragt er Nachbarn um Hilfe, aber er will so viel wie möglich selbst erledigen: Er reinigt den Garten und die Sandkiste, damit seine Enkel wieder darin spielen können. Den Zaun hat er auch schon vom grauen Schlamm befreit.

Uwe Müller hat die 2 000 Euro Soforthilfe erhalten, wie jeder Hausbesitzer – mehr nicht. Er wandte sich an den Bernburger Torsten Sielmon. Der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte des Salzlandkreises ist 2008 vom Kreistag gewählt worden und kümmert sich um die Belange der Behinderten in der Region. Bei einer Veranstaltung Mitte Juli, auf der Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) über Hilfen informierte, war auch Sielmon anwesend. Er hatte gehört, dass es in anderen Ländern spezielle Fördertöpfe gebe. Für Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind und eine Behinderung haben. Durch die Reihen ging an diesem Abend nur Kopfschütteln, so etwas gebe es nicht in Sachsen-Anhalt. Sielmon habe sich aber so gut er konnte für Uwe Müller eingesetzt, so dass dieser eine Spende von anderer Stelle erhielt. „Dafür bin ich so dankbar“, sagt er. Überhaupt sei er überwältigt von Menschen, die auf ihn zukommen und ihm einfach Dinge in die Hand drücken. „Niemand will etwas dafür, nicht einmal ein Danke.“

Nur langsame Fortschritte

Das Haus, in dem er mit seiner Frau bis Anfang Juni wohnte, ist ebenerdig. Anders ginge es auch nicht mit dem Rollstuhl und den Gehhilfen. Daher sei der Schaden so immens. Mit etwa 95 000 bis 100 000 Euro rechnet Müller nun. Und nur langsam geht es voran. Anfang August waren die Trockner zwei Wochen im Gebäude. Die Messung an den Mauern zeigte aber noch immer eine Feuchtigkeit von 76 Prozent an. Daraufhin habe er mehr Putz entfernt, sagt Uwe Müller. Nun sollte es schneller gehen. „Ich habe einen Fliesenleger und Türenbauer. Sie stehen alle in den Startlöchern“, so Müller. Aber es gehe nicht voran.

Und so arbeitet er weiter. Jeden Tag bringt ihn seine Frau zum Grundstück. Denn derzeit wohnt das Ehepaar in Calbe, dort haben sie Unterschlupf gefunden. Die Firma und Mitarbeiter seiner Frau haben dort alles getan, um es den beiden so angenehm wie möglich zu machen. Aber es ist nicht das Gleiche. Was er sich für die Zukunft wünscht? „Mein Heim. Das Stückchen bedeutet mir alles.“

Quelle: mz-web.de

Das Hochwasser im Juni hat auch in den Wäldern an Elbe und Aland seine Schäden hinterlassen. Darüber informierten gestern die Leiterin des Forstamtes „Nordöstliche Altmark“, Katja Döge, und ihr Mitarbeiter Stefan Kaiser im Seehäuser Ratssaal.

Betroffen davon ist vor allem die Verbandsgemeinde Seehausen – und zwar zwischen der Landesgrenze zu Niedersachsen bis nach Werben. Die überfluteten Waldflächen – circa 400 Hektar – wurden mittlerweile von den Forstfachleuten kartiert.

Insbesondere die Kiefernbestände und Einfriedungen wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. „Derartige Belastungen in diesen Größenordnungen haben wir in den zurückliegenden Jahren noch nie gehabt“, berichtet die Forstamtsleiterin. Sie appelliert an die Waldbesitzer, ihre Flächen hinsichtlich von Schäden in Augenschein zu nehmen und diese beim Forstamt registrieren zu lassen. Immerhin stellt das Land Sachsen-Anhalt Gelder zur Entschädigung bereit. Über das Prozedere wird Stefan Kaiser auf einer Informationsveranstaltung für alle Waldbesitzer am Donnerstag, 22. August, ab 17 Uhr im Rathaussaal der Hansestadt Seehausen referieren. Er wird unter anderem Hinweise zum Ausfüllen der Formulare und weitere Tipps und Ratschläge geben. Um Voranmeldungen aus organisatorischen Gründen wird unter der Nummer (039384) 98 00 gebeten. Auch im Vorfeld steht er den geschädigten Waldbesitzern unter obiger Telefonnummer beratend zur Seite.

Quelle: az-online.de

Spielplatz der Kita nicht verseucht

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

Das Außengelände der Kindertagesstätte Spatzennest wurde während des Hochwassers nicht mit Schwermetallen oder Fäkalien verschmutzt. Doch bis zur Rückkehr der Kindern müssen noch Reparaturen vorgenommen werden.

Erleichterung in Friedeburg: Das Außengelände der stark vom Juni-Hochwasser betroffenen Kindertagesstätte Spatzennest wurde nicht von Fäkalien oder Schwermetallen verseucht. „Die Bodenproben ergaben keine Auffälligkeiten“, gab Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) nun bekannt. Damit können die Kinder nach ihrer Rückkehr in die Einrichtung auch bedenkenlos auf dem Spielplatz spielen. Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Wochen vergehen.

Zuvor müssen die Heizungsanlage ausgetauscht und die Böden im Erdgeschoss erneuert werden. Außerdem sind neue Farbe an den Wänden der Gruppenräume nötig, nachdem die Öltanks im Keller aufgeplatzt waren und sich die Flüssigkeit im Mauerwerk breit gemacht hatte. Voraussichtlich bis November werden deshalb die rund 40 Kinder in der stillgelegten Einrichtung im benachbarten Zickeritz (Salzlandkreis) von den Erziehern betreut.

Quelle: mz-web.de

Spenden-Übergabe nach langer Anfahrt

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Sachsen-Anhalt
Das Unternehmen Beko Techniologies aus Neuss spendet 5 000 Euro für die Kindertagesstätte „Haus der kleinen Elbspatzen“ in Elster.

Eine weite Reise nahmen Monique Aleeds-Koch, Geschäftsführerin der Beko Technologies GmbH aus Neuss, und ihre Mitarbeiterin Mareen Stein auf sich und im Gepäck hatten sie 5 000 Euro. Die wurden an die Kindertagesstätte „Haus der kleinen Elbspatzen“ in Elster übergeben.

Ihr Unternehmen sei sehr sozial eingestellt, erzählte die Geschäftsführerin. Schulen und Kindereinrichtungen in der Umgebung würden davon jährlich profitieren. Schließlich gehe es dabei um die Zukunft, so Monique Aleeds-Koch. Als sie von den Verwüstungen und den verheerenden Schäden hörte, die das Hochwasser anrichtete, war klar, hier kann man nicht abseits stehen. Es erging ein Aufruf an alle Mitarbeiter und Außendienstler: Wer eine entsprechende Einrichtung oder Institution kenne, die besonders gelitten habe, möge sich bei ihr melden.

Die erste war Mareen Stein, gebürtige Wittenbergerin. Sie war zur Hochwasserzeit in ihrer Heimat, hat dort beim Säckefüllen geholfen und vom Schicksal der Elsteraner Kindereinrichtung gehört. Das erzählte sie ihrer Chefin und sofort war klar, dorthin geht das Geld. Allerdings wollte man sich nicht einer gemeinnützigen Organisation bedienen, sondern den Scheck selbst überbringen. So setzten sich die zwei Frauen ins Auto, fuhren 550 Kilometer und nahmen in Wittenberg Quartier.

Freitag überreichten sie nicht nur das Geld, das übrigens für Spielzeug und Bastelmaterial eingesetzt werden soll, sondern auch einige Werbeartikel. Danach wollten sie sich die Lutherstadt ansehen. Die zwei Frauen versprachen, nicht das letzte Mal in Elster gewesen zu sein. Spätestens zur Wiedereinweihung kommen sie erneut.

Quelle: mz-web.de

13.600 Gebäude in Hochwasser-Risikozonen

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Rund 13.600 Gebäude in Sachsen-Anhalt liegen nach Angaben der Versicherungswirtschaft in der höchsten Hochwasser-Risikozone. Meist seien sie dennoch nach Einzelprüfung versicherbar, sagte eine Verbands-Sprecherin. Rund die Hälfte der Gebäude in dieser Zone seien bereits versichert – damit liegt Sachsen-Anhalt über dem Bundesdurchschnitt.

 

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Menschen in Sachsen-Anhalt bei der Vorstellung des Fluthilfe-Programms erneut aufgefordert, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Hausbesitzer klagen aber auch, in Hochrisikogebieten keine Versicherung zu erhalten. Die MZ beantwortet wichtige Fragen dazu.

Wie problematisch ist die Versicherung am Fluss?

Grundsätzlich werden Gebiete in vier Gefahrenklassen aufgeteilt. Bundesweit liegen rund 280.000 Haushalte in Gefahrenklasse 4 – der Hochrisikozone, oft in unmittelbarer Wassernähe und statistisch alle zehn Jahre von einem Hochwasser betroffen. In Sachsen-Anhalt betrifft das 13600 Adressen (2,2 Prozent). Versicherer sagen, dass bundesweit 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Elementarschäden versichert werden können. „Das heißt aber nicht, dass der Rest nicht versicherbar ist. Dort muss es nur individuelle Lösungen geben“, so Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Übrig bleibe dann nur ein kleiner Rest, der tatsächlich nicht versicherbar ist. Der GVD rät, mindestens drei Versicherer zu fragen.

Wie hoch ist die Versicherungsquote im Land?

In der Hochrisikozone überdurchschnittlich. 51 Prozent der Gebäude dort sind in Sachsen-Anhalt gegen Elementarschäden versichert – im Bundesschnitt 26 Prozent. Sachsen glänzt mit 60 Prozent. Allgemein haben in Sachsen-Anhalt 38 Prozent aller Gebäude Hochwasserschutz. Wie wichtig der auch außerhalb der Gefahrenklasse 4 ist, zeigt laut GDV die jüngste Flut mit vielen Schäden abseits der Hochrisikozone. „Fast ganz Fischbeck ist zum Beispiel Gefahrenklasse 2 und problemlos versicherbar“, so Jarosch. Fischbeck war nach einem Deichbruch überflutet.

Wie teuer wird die Versicherung im Risikogebiet?

Das lässt sich schwer sagen, weil es tatsächlich vom Einzelfall abhängt. Steht das Haus am Wasser, aber auf einem Hügel? Sind die Keller gefliest? Unter Umständen gibt es Vereinbarungen, dass Technik nur im ersten Stock stehen darf. Die ÖSA legt nach eigenen Angaben viel Wert auf bauliche Forderungen, um Prämien bezahlbar zu halten: etwa Metallschotten für Fenster. Einen groben finanziellen Anhaltspunkt nennt die Allianz: Der Jahresbetrag für den Elementareinschluss bei einem 140-Quadratmeter-Haus in Gefahrenzone eins liege oft im zweistelligen Bereich mit geringer Selbstbeteiligung. „In Zone vier kann er im mittleren dreistelligen Bereich mit einem höheren Selbstbehalt liegen. Der Beitrag variiert sehr je nach Hausgröße, Bauart und Bauausstattung“, so eine Sprecherin.

Wo sehen Eigentümer, in welcher Zone sie leben?

Zugriff auf solche Daten haben vor allem die Versicherungsmakler selbst. Seit April 2012 gibt es aber auch eine Internetseite „Zürs public“, auf der sich Hausbesitzer per Mausklick über Naturgefahren für ihre konkrete Adresse informieren können. Bislang sind dort allerdings nur Sachsen und Niedersachsen abrufbar. Sachsen-Anhalt könnte nach Angaben des Umweltministeriums 2014 folgen.

Ändern sich die Gefahrenzonen nach einem Hochwasser wie im Juni?

Grundsätzlich werden sie nach Angaben des GDV jährlich an die aktualisierten Daten von Wasserbehörden angepasst. Das bedeute aber nicht immer automatisch eine Verschlechterung, so Jarosch. In der flutgebeutelten Altstadt von Hitzacker (Niedersachsen) sei nach dem Bau einer Hochwasserschutzmauer der Stadtkern von der bis 2009 geltenden Gefahrenklasse 4 in Klasse 2 abgestuft worden.

Quelle: mz-web.de