Hochwasser: Stadt verstärkt sich

Veröffentlicht: Januar 15, 2014 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Für gut acht Millionen Euro sollen die Schäden in Glauchau behoben und Schutzmaßnahmen realisiert werden. Eigens dafür wurde eine neue Stelle im Rathaus geschaffen.

Glauchau. Sie selbst ist von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 verschont geblieben. Aber sie weiß, wie schnell Wasser ansteigen und Schäden bringen kann. In den 1990er-Jahren schwoll der Bach vor ihrem Grundstück in Zwickau bedrohlich an. Sigrun Steinert beschäftigt sich seit Jahresanfang mit dem Hochwasserschutz in Glauchau. „Ich komme aus der freien Wirtschaft“, sagt sie. Viele Jahre habe sie in verschiedenen Ingenieurbüros gearbeitet, war für Baugenehmigungen und Bauüberwachungen zuständig. Somit sei sie auch mit der Arbeit mit Behörden vertraut.

Jetzt sitzt die 59-Jährige quasi auf der anderen Seite und hat einen Berg Arbeit vor sich. Sie ist nun erst einmal dabei, sich einzuarbeiten. Die Stadt Glauchau hatte die Stelle ausgeschrieben, sieben Bewerber kamen in die engere Auswahl. Schließlich wurde sie mit Sigrun Steinert besetzt. Sie wird für sämtliche Vorhaben des Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 zuständig sein. Insgesamt handelt es sich um 57 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtumfang von mehr als acht Millionen Euro. „Das macht man nicht nebenbei“, sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Deshalb habe er das Personal verstärkt.

Aus seiner Sicht ist es seit dem Hochwasser des Jahres 2002 nicht gelungen, für wirksamen Schutz vor allem an den Zuflüssen in Mulde und Lungwitzbach zu sorgen. Deshalb stehen zum Beispiel Planungen im Bereich der Bahntrasse in Niederlungwitz und entlang des Reinholdshainer Baches ganz oben auf der Liste. Diese Arbeiten laufen bereits, sagt Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus.

Ihren Worten nach sind die Wiederaufbaumaßnahmen finanziert, dennoch müsse für nahezu jede ein Fördermittelantrag gestellt werden. Wenn es sich um Neubauten handelt, müssen die Anträge entsprechend qualifiziert sein und eine Entwurfsplanung aufweisen. Beispielsweise seien allein sechs Brückenbauten geplant. Wichtig sei außerdem die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, denn Hochwasserprobleme lauern in nahezu jeder Ortschaft, sei es in Jerisau/Lipprandis, in Niederlungwitz, Reinholdshain, Wernsdorf, Rothenbach oder Gesau. Und die Probleme gibt es nicht erst seit dem Jahr 2013. Die Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt Glauchau selber in Angriff nimmt, müssen aber auch mit denen der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt sein, denn sie ist für die Bereiche der Zwickauer Mulde und des Lungwitzbaches zuständig. Beispiel: Bei beiden Hochwasserkatastrophen hat sich der Flutrinnendamm unterhalb der Eisenbahnbrücke als Schwachpunkt erwiesen. Nur mit Unterstützung von Bundeswehr und technischem Hilfswerk konnte ein Überfluten des benachbarten Umspannwerks und der Unterstadt verhindert werden. Der Deich wurde als die Schwachstelle ausgemacht. Bei den Beratungen, wie der Bereich saniert werden kann, war die Stadt Glauchau dabei. Vorgesehen ist, eine etwa 300 Meter lange Spundwand in den Deich zu rammen. Allerdings steht noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen. Aber auch beim geplanten Bau der Wernsdorfer Brücke über die Mulde ist nach Ansicht des dortigen Ortsvorstehers Andreas Winkler (CDU) Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung notwendig.

Deiche hielten

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr ist die Stadt Glauchau mit einem blauen Auge davongekommen.

Neben der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren viele freiwillige Helfer im Einsatz, die in erster Linie Sandsäcke füllten und stapelten. Somit wurden die Deiche an der Flutrinne und in

Jerisau gehalten und die Katastrophe abgewendet.

Besonders schlimm hatte es den Ortsteil Niederlungwitz erwischt. In den Tagen von Ende Mai/Anfang Juni gab es insgesamt drei Wellen, in denen der Lungwitzbach enorm schnell anschwoll. In einigen Bereichen des Dorfes stand das Wasser höher als beim Hochwasser 2002, an anderen Stellen war es weniger.

Der Gesamtschaden in Glauchau lag bei 8,5 Millionen Euro. Den Löwenanteil tragen die Straßen, Brücken, Deiche und öffentliche Einrichtungen mit 6,5 Millionen Euro, Unternehmen mit etwa 850.000 Euro und Wohngebäude mit etwa 500.000 Euro. Landwirtschaftliche Unternehmen hat es mit 125.000 Euro erwischt. (sto)

Quelle: .freiepresse.de

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