Nach dem Hochwasser wieder Alltag in der Pfarrmühle

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Am 31. Mai dieses Jahres stand das Wasser der Rauda teilweise zwei Meter hoch in den Räumen der Pfarrmühle. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn und treuer Kunden herrscht mittlerweile wieder Alltag im Mühltal.

Mühltal. Ein paar Monate sind seit dem Juni-Hochwasser, das auch im Eisenberger Mühltal wütete, vergangen. „Uns geht es wieder gut“, sagt Martina Seidemann, Inhaberin des Wald­hotels Pfarrmühle. Anderthalb Meter stand das Wasser am 31. Mai dieses Jahres in der ­Küche, zwei Meter im Keller, der Biergarten – überflutet.

„Man hat nur noch die Oberfläche der Tische gesehen“, erinnert sie sich, während sie aus dem Fenster schaut. Eine Katze habe darauf gesessen, wusste nicht, wie sie mit trockenen Pfoten ins Haus kommen soll. „Wir haben den Bach immer im Auge ­gehabt“, erzählt Martina Seidemann. Einen Tag zuvor war noch eine Wandergruppe zu ­Besuch, pitschnass vom damals einsetzenden Regen.

Nach einem letzten Kontrollgang legen sich die Wirtsleute schlafen. „Es war ja noch alles in Ordnung.“ Nach ein paar Stunden wird Martina Seidemann wach: „Ich habe aus dem Fenster gesehen, da ist schon alles rund ums Haus geschwommen und der Bach war zum reißenden Fluss geworden.“ Erst versagt die Außenbeleuchtung, später auch der Strom im Haus. ­Gegen 3″Uhr in der Nacht kommt die Feuerwehr, schaut, ob evakuiert werden muss. „Wir hatten ja auch Hausgäste.“

Zum Glück weicht das Wasser schnell, schon tags darauf kann die Familie mit dem Aufräumen beginnen. Die Feuerwehr aus Weißenborn kehrt am Morgen ebenfalls ins Mühltal zurück. „Die haben ganz tolle Arbeit geleistet, alles ab­gepumpt, bis nicht mal mehr der Schlamm in den Räumen war“, ist Martina Seidemann noch immer dankbar. Die Einsatzkräfte zersägen auch große Baumstämme und an­deres Treibgut, das sich rund um das Mühlengelände an den Zäunen sammelt.

Die Schäden schätzt die Chefin auf rund 50 000 Euro. Ein Haus, in dem sich unter anderem Lagerräume befinden, wurde großflächig unterspült und drohte abzusacken. Das Wehr wurde zerschlagen, eine Brücke beschädigt, auch das Mühlrad nimmt Schaden. Teils notdürftig wird repariert, damit der Betrieb weitergehen kann. „Unser großer Vorteil war, dass wir weitermachen konnten, auch wenn das Tal teilweise nicht erreichbar war“, erzählt Martina Seidemann. „Andere Betriebe standen ja teil­weise wochenlang still.“ Die treue Kundschaft hilft während dieser schwierigen Zeit ebenfalls: „Wir wollen auch keine Spenden, wer uns unterstützen möchte, der kommt einfach bei uns in der Pfarrmühle vorbei.

Quelle: otz.de