Hochwasser nicht nur Problem für Täler

Veröffentlicht: September 11, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Interkommunale Zusammenarbeit soll langfristig den Schutz vor Hochwasser im Bereich der Tälerdörfer verbessern. Noch diesen Monat sollen Bürgermeister sowie Gemeinde- und Stadträte informiert werden.

Tröbnitz Wolfgang Fiedler lässt nicht locker und die Verantwortlichen nicht aus der Pflicht, eine solide Basis für langfristig zuverlässigen Hochwasserschutz beziehungsweise Maßnahmen zu schaffen, die im Ernstfall Katastrophenfälle zumindest wirksam mindern können.

Nachdem Fiedler im Juni Verantwortungsträger verschiedener Ebenen zu einer Ideenkonferenz im Landratsamt in Eisenberg zusammengeführt hatte, berief der CDU-Landtagsabgeordnete nun in der Verwaltungsgemeinschaft „Hügelland/Täler Tröbnitz die Folgeberatung ein.

Ziel der zweiten Runde war, ein „rechtliches Konstrukt“ zu finden, in dem man sämtliche betroffenen Kommunen vereinen kann. „Das Problem geht alle an, nicht nur die gesetzlich zur Gewässerpflege verpflichteten Anrainer von Flüssen und Bächen, sondern auch die auf dem Berg. Schließlich haben wir ja kürzlich erst wieder erlebt, dass die Wassermassen, die von den Höhen ins Tal fließen, Ursache der Katastrophe waren“, rückte Fiedler erneut deutlich die weite Ausdehnung des Roda-Einzugsgebietes ins Blickfeld.

Nicht umsonst, so wurde im Laufe der Beratung am Beispiel der erfolgreich umgesetzten Gewässerentwicklungskonzeption für die Rauda erläutert, würden Fördermittel nur ausgereicht, wenn sich die Maßnahmen durchgehend von der Quelle bis zur Mündung erstrecken.

Bereits bestehende Strukturen nutzen, wie etwa den Wasser-Abwasser-Zweckverband, oder eine neue Organisationsstruktur schaffen, das war die Frage. Mit Frank Steinwachs (CDU) stand der Runde dazu ein Berater zur Verfügung. 22 Jahre lang war er Bürgermeister von Zeulenroda-Triebes. Jetzt unterstützt er als Berater das im Oktober vergangenen Jahres ins Leben gerufene und beim Thüringer Innenministerium angesiedelte Zentrum für interkommunale Kooperation.

Die vielfältige Anlieger­gemeinschaft in diesem großen Flächenterritorium unter einen Hut zu bringen, sei eine „sehr anspruchsvolle“ Aufgabe, formulierte der Bürgermeister im Ruhestand sehr zurückhaltend, was die aktiven Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter als große Hürde ansehen. Für die Gründung eines Zweckverbandes zum Beispiel, nur eine von mehreren diskutierten Möglichkeiten der gemeinsamen Aufgabenerfüllung, bedürfe es zustimmender Beschlüsse aus jeder einzelnen Kommune. Die Einsicht in die Notwendigkeit, in Sachen Hochwasser weiträumiges Denken zuzulassen, sei das A und O, lehnte Wolfgang Fiedler Zögerlichkeiten strikt ab. Auch Frank Steinwachs ermunterte zu schnellem Handeln. „Das Entscheidende ist der formelle Antrag. Zurückziehen kann man immer. Die Antragstellung sofort auf den Weg bringen und die Beschlüsse zügig nachliefern“, hieß seine Empfehlung, sich die Chance auf Fördermittel zu sichern.

Trotz mancher Skepsis herrschte am Ende Einigkeit, den Weg zu einer interkommunalen Kooperation auf rechtlich sicherer Basis zu gehen. Als erster Schritt wurden Zweckvereinbarungen skizziert und zwar mit der Stadt Stadtroda, deren Bürgermeister, dieses Mal wegen Urlaub von Bauamtsleiter Frank Herzig vertreten, die Übernahme der Federführung zugesagt hatte. Alle Partner übernahmen Einzelaufgaben, etwa Kontakte zu Fachbüros und der Thüringer Aufbaubank herzustellen oder gute Erfahrungen inklusive Unterlagen aus den eigenen Häusern zur Verfügung zu stellen.

Nachdem man nun eine Strategie habe, sei jetzt der Zeitpunkt, die Bürgermeister in Verwaltungsgemeinden und Erfüllenden Gemeinden umgehend zu informieren in den Städten die Fachausschüsse und intensiv mit der Aufklärungsarbeit über die existenzielle Bedeutung des Anliegens zu beginnen, verlangte Wolfgang Fiedler abschließend.

Das nächste Treffen für den von ihm initiierten Aktionskreis wurde für den 30. September festgelegt.

Quelle: otz.de

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