Zwötzener Wehr wird wieder aufgebaut

Veröffentlicht: August 22, 2013 von fluthelfer in Thüringen

1,8 Millionen Euro Kosten und eine Bauzeit bis Herbst 2014 schätzen die Planer. Bis dahin fällt das Wasserkraftwerk aus.

Gera. Auf dem Ufer der Weißen Elster am Zwötzener Wehr liegen lange Reihen Granitblöcke. Seit Tagen werden die riesigen schweren Steine mit schwerem Gerät aus dem Fluss geholt. Es sind Steine vom Zwötzener Wehr, die von der Wucht des Hochwassers Anfang Juni weggespült wurden. Dabei ist auch ein Quader, der die Jahreszahl 1876 trägt, das Jahr, in dem das Wehr in Gera errichtet wurde.

 

„Die Anlage wird wieder aufgebaut.“ Das erklärte gestern der Hauptplaner und Oberbauleiter Stefan Handrich vom Ingenieurbüro Handrich aus Dresden Abgeordneten der Thüringer SPD-Landtagsfraktion. Sie waren nach Gera gekommen, um Schäden nach dem Hochwasser auch auf einer Schlauchboottour zu erkunden.

 

Das Wehr gehört zwar dem Land. Zuständig für den Wiederaufbau ist aber die Betreiberin des Kleinwasserkraftwerkes daneben, die die Stauanlage für die Stromgewinnung gepachtet hat. Seit dem Hochwasser stehen die Turbinen still, weil das Wehr seine Funktion derzeit nicht erfüllen kann. „In unser Turbinenhaus ist zum Glück kein Wassereingedrungen“, sagte Karsten Wunderlich. Der Mitarbeiter der Wasserkraftanlage (WKA) Gera GmbH & Co. wird länger warten müssen, bis die Turbine wieder laufen kann. Noch ist nicht geklärt, ob die Versicherung des Unternehmens den Schaden am Wehr begleichen wird. „Wir werden aber erst einmal Aufbauhilfe beantragen“, sagte Planer André Richter. Sollte die Versicherung später doch zahlen, werde die Hilfe zurückgegeben. Laut den Planern werden etwa 1,8 Millionen Euro nötig sein, um das Zwötzener Wehr mit allem was dazu gehört, wieder aufzubauen. Die Bauzeit wird voraussichtlich bis zum Herbst 2014 andauern.

 

Wehr und Kraftwerk sind durchaus umstritten

„In diesem Jahr können wir kaum noch beginnen, mit dem Herbstregen steigt der Flusspegel. Das macht das Bauen zu aufwendig“, sagen die Planer. Deshalb ist das nächste Frühjahr als Baustart avisiert. Bis das Wehr wieder errichtet ist, wird das Kraftwerk still stehen. Das sind binnen eineinhalb Jahren Stillstand etwa drei Millionen Kilowattstunden Energie, die nicht produziert werden. Den Verlustausfall für das Kraftwerksunternehmen wollen die Planer dann doch lieber nicht hochrechnen. Die Einspeisevergütung liegt bei derzeit etwa 7,7 Cent je Kilowattstunde.

 

In Gera sind das Wehr und das Wasserkraftwerk durchaus umstritten, weiß auch der Ostthüringer SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Lemb . Denn beide Bauwerke sind Hindernisse für die naturnahe Entwicklung im Fließgewässer. Die Fischtreppe, die zwischen dem Wehr und dem Kraftwerk existiert hat, ist vom Hochwasser auch zerstört worden. „Sie soll auch wieder aufgebaut werden nach den neuesten Standard“, sagen die Planer. Über die Fischtreppe soll den Lebewesen im Wasser der Aufstieg flussaufwärts ermöglicht werden. Auch ein Fischrechen soll mit dem Wiederaufbau des Wehr errichtet werden, damit Fische nicht in das Kraftwerk schwimmen.

 

Mit dem Wiederaufbau des Wehrs und dem Anlaufen der Turbine ist es an der Weißen Elster allein nicht getan. Nach der SPD-Elstertour resümierte Wolfgang Lemb : „Wir müssen darauf dringen, dass die geplanten Schutzanlagen schnell gebaut werden und das Land dafür das nötig Geld zur Verfügung stellt. Und dort, wo die Planungen für den Hochwasserschutz in Gera noch nicht fertig sind, müssen sie schnell fertig gestellt werden.“

Quelle: otz.de

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