Camburger Hochwasser-Geschichte in zwölf Kalenderblättern

Veröffentlicht: August 25, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Juni-Hochwasser ist in Camburg noch immer in vieler Munde. Für Margrit Herzog, Leiterin des Stadt­museums, war dies der Grund, im Archiv nach weiteren Hochwasserereignissen in der Stadt zu suchen.

Camburg. Schwer fiel ihr das nicht, in den fast 30 Jahren, in denen sie im Museum den Hut auf hat, hat sie alles gut geordnet. „Zum Thema Hochwasser gibt es eine Kiste mit unzähligen Fotos“, sagt sie. Damit war die Idee für den neuen Camburg-Kalender 2014 geboren.

 

Beleuchtet werden auf den zwölf Kalenderblättern Hochwasserereignisse von 1890 bis 2013. Das Titelblatt zeigt das Foto der Hochwassermarken am Wohnhaus in der Schmiedhäuser Straße 1 in Camburg und gibt damit einen ersten Vor­geschmack, was den Betrachter erwartet. Ausgewiesen ist da das Jahr 1890, als der Pegel 7,18 Meter erreichte. Ein Foto von damals samt einer Erläuterung liefert der Januar. Zu erfahren ist da, dass die Saale an jenem 25.November von 5 bis 8 Uhr so rasant stieg, dass das Wasser in der Mühle und Apotheke sämt­liche untere Stockwerke füllte. In der Kirche reichten die Fluten bis zum Altar. Die Schützenloge und die Schießmauer auf dem Schießplatz wurden weggerissen. 82 Häuser waren durch das Hochwasser schwer beschädigt worden. Der Gebäudeschäden sind seinerzeit auf eine halbe Million Mark geschätzt worden.

 

Zu leiden hatten auch die Grafschaftsdörfer Wichmar, Döbritschen, Stöben, Weichau und Kaatschen. „Häuser stürzten ein, Menschen und Vieh ertranken, Erntevorräte wurden vernichtet“, heißt es dazu im Februar-Kalenderblatt.

März und April schildern die Situation nach dem Hochwasser vom 5. und 6. Februar 1909. Der Marienplatz, die Brückenstraße, ein Teil der Naumburger Straße, die Bach- , die Brauhaus und die Mühlenstraße standen unter Wasser. Da das Hochwasser starke Eisblöcke mit sich führte, waren viele Obstbäume beschädigt worden. Der Steg wurde polizeilich gesperrt. Der Verkehr wurde durch Kähne aufrechterhalten.

 

Dass ein vierjährige Mädchen Opfer des Hochwassers vom 29. April 1961 wurde, ist im Juli nachzulesen. Das Kind war durch die Wucht des Wassers aus den Händen des Vaters gerissen worden. Von Wasser- und Schlammmassen, die sich bis zu einem halben Meter über die Wonnitzer Straße zur Jenaer Straße türmten, erfährt der Leser im August. Berichtet wird da über das Hochwasser von 1970.

 

Die Bilder des Kalenders stammen allesamt aus dem ­Museumsbestand. Dieter Haase scannte und bearbeitete sie am Computer. Gedruckt wurde der neue Kalender in einer Auflage von 350 Stück. Erhältlich ist er ab sofort im Museum, in Antjes Postlädchen, auf der Burg, in der Stadtverwaltung, Im Blumen­geschäft Annett Grüttner sowie im „Residenzcafé“ in der ­AWO-Seniorenresidenz.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

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