Archiv für die Kategorie ‘Thüringen’

Noch kein Paradies für Fische in der Weißen Elster in Gera

Veröffentlicht: August 20, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Für die Weiße Elster gibt es bei der naturnahen Gewässerentwicklung nach EU-Norm noch Nachholebedarf –

Gera. Die Erwartungen mancher Teilnehmer des zweiten Werkstattgesprächs zur Gewässerentwicklung der Weißen Elster waren nach dem Hochwasser Anfang Juni wohl andere. Doch nicht in erster Linie der Hochwasserschutz, sondern der Zustand der Gewässer war das Anliegen des Werkstattgesprächs, zu dem die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) in Gera eingeladen hatte. „Konferenzen zum Hochwasserschutz wird es extra geben – die nächste im September“, kündigte gestern auf OTZ-Nachfrage die Referatsleiterin für Flussgebietsmanagement bei der TLUG, Hardis Zellner an.

 

Sauberes Wasser, eine intakte Besiedlung der Weißen Elster und ihrer Zuflüsse sowie naturnahe Gewässerstrukturen zugunsten von Mensch und Natur – das ist der gute Zustand, in den die Weiße Elster wie die anderen Thüringer Flüsse nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2021 gebracht werden soll. Die Qualität des Flusswassers sei in Thüringen allgemein inzwischen recht gut, weil Einleitungen aus Kläranlagen und von der Industrie vermieden werden, sagt Hardis Zellner. Probleme würde nach wie vor der Phosphat-Gehalt bereiten, weshalb Landwirte neben Naturschutz- und Wasserbehörden und dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zur Konferenz eingeladen waren.

 

Bis Dezember 2014 will die Landesanstalt eine Planung für die Gewässerentwicklung vorlegen. Somit habe die Öffentlichkeit auch die Gelegenheit, Stellung zu beziehen, ehe die Planung festgestellt und daraus Maßnehmen zur Umsetzung abgeleitet werden.

 

Noch schlechte Noten für die Weiße Elster in Gera

Ziel ist es, in der Weißen Elster eine mittlere Strukturgüte von 4,5 und in ihren Nebengewässern die 3,5 zu erreichen. Die schlechteste Struktur würde eine 7 bekommen, nämlich dann, wenn ein Flusslauf schnurgerade und an den Ufern durchgängig befestigt ist, so die Referatsleiterin. Damit werde der Lebensraum Wasser für Fische und andere Lebewesen im Wasser eingegrenzt. Naturnähe werde angestrebt, sagt Zellner. Auch wenn klar ist, dass dies sich nicht an allen Abschnitten des Flusses verwirklichen lässt. Ein Mäander mitten durch Gera sei aufgrund der Gegebenheiten in der Stadt nicht machbar.

 

Im Moment gibt es vier sehr unterschiedliche Strukturgüten im Flussverlauf. Die schlechteste Note von 6,6 gibt es für den Fluss innerhalb der Stadt Gera und weiter bis Bad Köstritz. Die ökologische Durchgängigkeit wird durch Querbauwerke behindert, soll heißen: Fische, Kleintiere und andere Lebewesen können ihren natürlichen Weg nicht nehmen, weil sie beispielsweise durch Wehre daran gehindert werden. Noch schlechter als in Gera sieht der Zustand der Fische gegenwärtig zwischen Greiz und Gera aus.

 

Es gebe – gleichfalls in Gera – auch positive Beispiele, Querbauwerke, über die Fisch mit Hilfe von Fischtreppen wandern können. Dort, wo es möglich ist, sollte der Fluss wieder einen naturnahe Lauf annehmen können. Unnötige Bauwerke sollen abgerissen werden, voraussichtlich das alte Wehr an der Papierfabrik in Greiz. Mehr Raum könnte der Weißen Elster südlich von Gera gegeben und den dort vertretenen Landwirten ein Ausgleich angeboten werden. Güteprobleme mit Wismut-Wässern, die durch den Gessenbach und die Wipse in die Elster münden, würden in separaten Verfahren mit der Wismut geregelt, sagt die TLUG-Referatsleiterin.

Quelle: otz.de

Über 840 Geld-Überweisungen sind eingegangen.

Greiz. Von den über 77.000 Euro Fluthilfe-Spenden, die bislang beim Landkreis Greiz eingegangen sind, wurde noch nichts ausgereicht. „Mit der Freigabe der Mittel aus dem Flut­hilfefonds von Land und Bund müssen wir schauen, welche Eigenmittel wir letztlich zum Beispiel für die Sanierung un­serer Bergaer Schulen oder unserer Brücken brauchen – erst dann ist über die Einsatz der Spenden zu entscheiden“, teilte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) gestern auf Nach­frage mit. Die Spenden sollen also „zur Verstärkung der Eigenmittel“ eingesetzt werden. Im Detail wird der Kreis- und Finanzausschuss des Kreistages beraten und entscheiden – wann, sei noch nicht absehbar. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Mittel, die auf unserem Spendenkonto ein­gehen, für die Wiederherstellung der kreislichen Infrastruktur, für Schulen und Kulturgüter des Landkreises ein­gesetzt werden. Daran hat sich nichts ge­ändert“, so die Landrätin.

 

Über 840 Überweisungen wurden auf dem Landkreis-Spendenkonto gezählt. Weit mehr als die Hälfte der Spender seien Privatpersonen. Der kleinste überwiesene Betrag waren zwei Euro, der größte 2213 Euro. Größere Summen hätten vor allem Firmen aus der Region überwiesen, aber nicht nur. Das Landratsamt teilte lediglich drei Spendernamen mit: die Fa. CAB Produkttechnik aus Sömmerda, die dem Landkreis mit 2000 Euro hilft; der Förder­verein der Grundschule Am Stollen aus Ilmenau, der 2016 Euro als Erlös eines Hoch­wasser-Spendenlaufs der dritten und vierten Klassen überwies; der Verein der Freunde und Förderer der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule aus Düsseldorf, der sich mit 1500 Euro groß­zügig zeigte. Schweinsburg dazu: „Wir sind dankbar für jede Spende, ob sie nun bei zwei Euro liegt oder bei 2000 Euro. Jeder Betrag hilft“und beweist die Anteil­nahme des Einzelnen am Geschehen bei uns.“

Quelle: otz.de

Nur ein Zehntel der fast 200 Köstritzer und Köstritzerinnen, die bei der Flut mit zupackten fühlt sich angesprochen, beim Frühschoppen dabei zu sein. Nach der Katastrophe hat die Feuerwehr zwei neue Mitstreiter gewonnen.

Bad Köstritz. Die Resonanz fiel spärlich aus. Nur 20 Köstritzerinnen und Köstritzer folgten am Sonnabend der Einladung von Bürgermeister Dietrich Heiland (CDU) und der freiwilligen Feuerwehr ins Gerätehaus in der Eleonorenstraße.

Mit einem Frühschoppen wollten sich Stadt und Einsatzkräfte bei den fast 200 freiwilligen Helfern in den Tagen der Flut bedanken. „Es ist schade, dass viele, von denen die mitgeholfen haben nicht da sind“, sagte Steffen Mehlhorn, der stellvertretende Stadtbrandmeister.

„Die Idee, auf diese Weise Danke zu sagen, finde ich eine schöne Geste“, meinte Bettina Reinhardt, die die Einladung angenommen hatte. Aber sie wusste aus Gesprächen, dass viele ihre Hilfe als selbstverständlich ansehen. „Wir haben es doch für unseren Heimatort getan“, sagt die 61-Jährige, die nicht nur bis Sonntagnacht Sandsäcke mit füllte, sondern auch mit der Hausgemeinschaft Kaffee kochte, als die Einsatzkräfte nach der Überflutung an der Bahnhofstraße eine Aufmunterung brauchten. „Ich bin froh, dass die Flutwelle nicht gekommen ist, Gera hat uns den Hintern gerettet“, meinte die Köstritzerin.

„Es ist alles gut gegangen, das ist allen ihr Verdienst“, sagte Holger Gerdes, der mit seiner Partnerin Marlies Schiml an unterschiedlichen Einsatzorten zugepackt hatte. Brenzlig war es an der Mühle, am Drehling, am Sommerbad und der benachbarten Trafo- und Pumpstation. Beide erlebten Hand-in-Hand-Arbeiten, ein Miteinander.

Angesichts der wenigen Gäste am Sonnabend blieb die Absicht auf der Strecke, Helfer auf eine künftige Mitarbeit in der Feuerwehr anzusprechen. 23 Männer und zwei Frauen gehören aktuell zur Einsatzabteilung. Fast alle waren zwischen dem 31. Mai und dem 4. Juni 70 Stunden im Einsatz. Doch zwei neue Mitstreiter gibt es schon. Jörg Heidrich und Bernd Lutter haben die ersten Ausbildungseinheiten schon absolviert, berichtete Stadtbrandmeister Maik Lippold. Seit Anfang dieses Jahres gehört auch der 32-jährige Robert Lichtenberg zur Wehr, der vorher in Niederndorf aktiv war.

Wenn es auch mit der Werbung für neue Feuerwehrleute nicht klappte, das Dankeschön der Stadt kam trotzdem an. Bei der Feuerwehr. „Wir bezahlen die Kräfte nicht, aber wir wollen sie würdigen“, sagte Bürgermeister Heiland beim Bier. 60 Liter Pils und 30 Liter Schwarzbier stiftete die Brauerei. Die 300 Roster wurden von einer Spende der Patenkompanie der Bundeswehr in Gera-Hain bezahlt.

Dass der eigene Feuerwehrnachwuchs die sichere Bank ist, die Einsatzabteilung zu verstärken, davon ist der Köstritzer Bürgermeister auch nach seinen Gesprächen in der Partnerstadt Bad Arolsen überzeugt. Tobias Bockner, seit 2011 Mitglied in der zehnköpfigen Köstritzer Jugendfeuerwehr, gehörte mit zur kleinen Delegation, die Mitte August dort weilte. Der 15-Jährige war in den Fluttagen als freiwilliger Helfer auf Achse, weil auch die Regelschule geschlossen war. „Das Erlebnis hat mich bestärkt, einmal in den aktiven Dienst zu gehen“, sagte der Schüler am Sonnabend.

Quelle: otz.de

 

Ein echter Grund zum Feiern in Dobitschen

Veröffentlicht: August 19, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Nach Hochwasser und Hagelschlag wollen die Dobitschener vor allem eines: für kurze Zeit ein wenig entspannen

Dobitschen. Hochwasserflut Anfang-Juni, extremer Hagelschlag vor wenigen Tagen – die Gemeinde Dobitschen ist in diesem Jahr nicht eben verwöhnt. „Und gerade das ist doch ein Anlass, dass wir zusammenkommen, um ein wenig zu feiern“, sagt Bürgermeister Olaf Heinke (parteilos). Das Fest in Dobitschen hat Tradition. Aber in diesem Jahr habe man es auch feiern wollen, um einfach für einige Stunden entspannen zu können, so Heinke weiter.

Und die Organisatoren – Karnevalsverein, Sportverein, Landfrauen und Feuerwehrverein – gaben sich in diesem Jahr besondere Mühe, um ein Fest auf die Beine zu stellen, auf dem sich Jedermann aus Dobitschen und Umgebung wohlfühlt. Und das gelang. Manch einer sei sogar am Freitag und am Sonnabend vorbeigekommen, so Heinke. Trotzdem – die Einlader hätten hier und da gerne mehr Gäste begrüßt. Vor allem Festbesucher aus den eigenen Ortschaften. „Aber das ist seit jeher so eine Sache mit uns Dobitschenern“, sagt Olaf Heinke. „Es ist ein schwerer Acker, sozusagen.“ Wobei Heinke außerdem mutmaßt, dass auch das Musikfestival-Konzert am Sonnabend in der nahen Bockwindmühle Lumpzig den Dobitschenern den einen oder anderen Gast entführte.

Doch all jene, die den Weg auf den Dobitschener Festplatz fanden, fühlten sich dort sehr wohl. Beispielsweise Erwin Schmidt. Der 68-Jährige war extra aus Crimmitschau angereist. „Das Fest hier in Dobitschen ist immer eine gute Adresse für mich“, erzählt er. Diesmal war der Crimmitschauer gekommen, um seine Freunde zu treffen. Die leben im Altenburger Land, gemeinsam traf man sich bei Kaffee und Kuchen am Sonnabend in dem ähnlich einer Taverne eingerichteten Freiluftlokal, das der Karnevalsverein um Bernd Franke eröffnet hatte. Wobei südländische Freisitzatmosphäre generell zu spüren war auf dem Dobitschener Festplatz. Dazu trug nicht zuletzt die gute Laune der Karnevalisten bei, die diesmal nichts Närrisches trieben, sondern ihr Publikum mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnten. Beispielsweise mit ihrem Dobitschener Flammkuchen, dessen Rezeptur Flammkuchen-Bäcker Olaf Schulze nicht verraten wollte. Nur so viel: Die Köstlichkeit aus dem großen Ofen war begehrt und das dienstälteste Mitglied im Karnevalsverein hatte alle Hände voll zu tun. Darüber hinaus war vor allem für Familien und Kinder jede Menge los auf dem Festplatz. Wettspiele, Pony-Reiten, Fliegen mit der Schiffe-Schaukel und vieles mehr machte die entspannte Atmosphäre im Herzen des Dorfes perfekt.

Quelle: otz.de

Von Hochwasserschäden keine Spur mehr: Die Greizer Gaststätte „Tivoli“ ist nach Schließung wegen der Juni-Flut nun wieder geöffnet.

Greiz. Bis zur letzten Minute rotierten die Inhaberinnen Beate Degelmann und Jacqueline Heilsberg, schließlich sollte zur Wiedereröffnung ihrer Gaststätte „Tivoli“ in der Brückenstraße alles vom Feinsten sein. Das war es dann auch, als sie am Sonnabendvormittag, pünktlich 11 Uhr, den ersten Gast, Bernard Degenhardt, mit einem Blumenstrauß in Empfang nahmen.

Die Freude war groß bei den Frauen, die das nach dem großen Schock für fast unmöglich Gehaltene wahr gemacht hatten und nach verhältnismäßig kurzer Zeit die vom Hochwasser zerstörte Einrichtung wieder flott gemacht haben. „Es ist eine unglaubliche Leistung, die hier vollbracht wurde. Ich habe als Anwohner fast täglich miterleben können, mit welchem Engagement hier gewirkt wurde“, erklärte der Rentner. Diesen Worten konnte sich Thomas Schäfer, Geschäftsführer der Greizer Vereinsbrauerei, nur anschließen. Er gehörte wie der Lions-Club Greiz, der mit Spenden half, zu den größten Unterstützern. So stellte die Brauerei Bierfässer zum Park- und Schlossfest zur Verfügung und ließ den Tresen wieder herrichten. Ein Dankeschön sprachen die Inhaberinnen den vielen, teils sogar unbekannten Helfern aus, die während und nach der Flut an ihrer Seite standen. Auch Dirk Knüpfer samt Familie hätten Großes geleistet, in dem sie einen Teil der beschädigten Möbel wieder hergerichtet und auch eingelagert hatten.

Einen Meter hoch stand damals das Wasser in den Räumen und richtete einen Gesamtschaden von etwa 80 000 Euro an. Davon ist seit Sonnabend im „Tivoli“ nichts mehr zu sehen. „Endlich kehrt bei uns der Alltag wieder ein. Das haben wir uns sehnlichst gewünscht“, so Degelmann.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Eine Spende in Höhe von 10.000 Euro für den Wiederaufbau des Spielovals im Hofwiesenpark in Gera übergaben am heutigen Montag Geschäftsführer Daniel Tänzler und Projektleiterin Anke Graf von der Daten Management Service GmbH (DMS) Gera an Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos), teilte die Stadt mit.

Gera. Hahn dankte für das großzügige Engagement. „Das Hochwasser Anfang Juni war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte unserer Stadt. Ausdruck der großen Solidarität in und mit unserer Stadt ist die beeindruckende Spendenbereitschaft. Damit ist es uns auch möglich, die Gesamtkosten von 20.000 Euro für den Wiederaufbau des Spielovals im Hofwiesenpark zu finanzieren“.

Der aktuelle Stand auf den Spendenkonten der Stadt Gera beträgt insgesamt 164.332,29 Euro.

Unmittelbar nach dem Hochwasser hatten Mitarbeiter der Lebenshilfe und der Arbeitsfördergesellschaft Otegau das Spieloval von Schlamm befreit. Auf einer Fläche von 250 Quadratmetern musste Rindenmulch ersetzt werden. Auch die Perlkiesfläche vor der Kletterwand war zu erneuern. Bäume, Sträucher und Hecken mussten von angeschwemmtem Material befreit und gereinigt werden. Die Elektronik für die Beleuchtung der Tunnel im Huhn und für die Wasserspritztiere musste repariert werden, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

Auf einer Fläche von über 600 Quadratmetern wurden kontaminierter Sand entfernt und fast 350 Tonnen frischer Sand eingebaut. Holzspielgeräte, deren Fundamente vom Hochwasser weggespült worden waren, sind wieder stabil aufgestellt worden.

Über die 10.000-Euro-Spende der Firma DMS für das Spieloval im Hofwiesenpark hinaus unterstützten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens den Wiederaufbau der Kindertagesstätten „Zur Märchenbuche“ in Caaschwitz sowie „Kleine Strolche“ in Zeitz. Hier spendeten sie den Erlös des Frühstücksbasars, den u.a. Projektleiterin Anke Graf initiiert hatte, in Höhe von 2.093,91 Euro.

Quelle: tlz.de

Der Spielraum für finanzielle Soforthilfe bei Hochwasserschäden in der Thüringer Wirtschaft ist bisher nicht ausgereizt. Finanzielle Unterstützung in Höhe von 1,35 Millionen Euro sei für 49 Firmen zugesagt worden, erklärte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) auf Anfrage. Über 3 Millionen Euro sind bereits schon ausgezahlt worden.

Insgesamt ständen über das Soforthilfeprogramm jedoch bis zu zehn Millionen Euro für die Thüringer Wirtschaft zur Verfügung. Es sei als Überbrückungshilfe gedacht. Nun startet aber auch das Wiederaufbauprogramm, aus dem sich auch größere Projekte finanzieren ließen.

Mit den bisher zugesagten Summen seien kurzfristige Ausgaben der Betriebe in Höhe von 3,12 Millionen Euro für Reparaturen oder die Beseitigung von Schäden durch die Juni-Flut unterstützt worden, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Weitere 107 Förderanträge lägen vor. Die Zuschüsse pro Fall seien jedoch auf maximal 100.000 Euro begrenzt.

Mit dem Aufbauhilfeprogramm, für das der Bundesrat am Freitag endgültig den Weg frei gemacht hatte, seien auch höhere Förderbeträge möglich, sagte Machnig. Es lasse zudem Unterstützung bei der Beseitigung von Hochwasserschäden in Industrie- und Gewerbegebieten zu. Während des Hochwassers Anfang Juni musste Katastrophenalarm in vier Regionen Ostthüringens ausgerufen werden. In der Stadt Gera, dem Altenburger Land sowie den Kreisen Greiz und Saale-Holzland waren größere Flächen überflutet. Dort sind die Schäden am höchsten.

Die Soforthilfe konnte nur für akute Notfälle genutzt werden – beispielsweise Reparaturen, um die Produktion wieder in Schwung zu bringen oder Folgeschäden zu verhindern. Gefördert werden konnte laut Ministerium maximal die Hälfte der dabei für die Firmen angefallenen Kosten.

Um deutlich größere Projekte gehe es nun in der nächsten Phase. Immerhin haben nach Angaben des Ministeriums etwa 800 Thüringer Unternehmen Flutschäden gemeldet. Sie sollen sich nach Schätzungen auf insgesamt 100 Millionen Euro summieren. Allerdings hätten bisher nur 600 Firmen ihren Schaden konkret beziffern können.

Quelle: otz.de

Schäden durch Hochwasser am Meininger Theater

Veröffentlicht: August 18, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Davon war bislang nichts bekannt: Das Hochwasser Ende Mai/Anfang Juni hat im Meininger Theater Schäden angerichtet. Insbesondere der Orchestergraben und ein Aufzugsschacht sollen betroffen sein. Dieser Umstand wurde erst mit der jetzt verbreiteten Nachricht öffentlich, dass Thüringens Kultusminister Christoph Matschie am heutigen Montagnachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Fabian Giesder die Hochwasserschäden in Augenschein nehmen will.

Positiv ist dabei die Nachricht, dass die entstandenen Schäden dank einer zusätzlichen Finanzspritze aus dem Kultusministerium, für die Matschie eine feste Zusage im Gepäck hat, umgehend behoben werden können. Damit steht nach Aussagen von Bürgermeister Fabian Giesder, der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach, auch fest, „dass der Betrieb zur neuen Spielzeit ohne Einschränkung möglich sein wird

Quelle: insuedthueringen.de

Schkölen arbeitet an Hochwasserkonzept

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Die Stadt Schkölen arbeitet an einem Hochwasserkonzept für ihr Gebiet. Die Finanzierung der Maßnahmen ist die größte Herausforderung.

Bereits vor einigen Wochen hatte eine Arbeitsgruppe, zu der Bürgermeister Matthias Darnstädt (LL/BV/BI), mehrere Stadträte und ein Vertreter des Bauhofes gehören, die vom Hochwasser Ende Mai/Anfang Juni betroffenen Orte besucht und Mängel aufgenommen. ­Daraus wurde nun ein Maß­nahmenplan mit groben Kostenschätzungen zusammengestellt.

Unter anderem ist darin die Aufschüttung des Dammes in Kämmeritz gegenüber das Hofes der Familie Weineck – der damals vom Wasser durchspült wurde – um einen Meter vorgesehen. Etwa 5000 Euro würde dies nach jetzigem Stand kosten. An der Wethaubrücke im Ort soll die Mauer in Fließrichtung rechts um rund zehn Meter verlängert werden. Kostenpunkt: 3000 Euro. Zwischen Dothener Mühle und Holzmühle muss der Uferbereich von überhängenden Bäumen und Schadholz beräumt werden (circa 1000 Euro).

In Schkölen selbst bildet ein Schutzdamm am Mönchsbach unterhalb der Waldbühne das Kernstück der Planungen. Für diese Maßnahme liegen auch Planungen vom Beginn der ­90er-Jahre vor. Diesen zufolge wären Investitionen von rund einer Viertelmillion Euro nötig. In den Flächennutzungsplan wurde der Damm ebenfalls aufgenommen.

Zudem wurde unter anderem festgestellt, dass die Drei-Bogen-Brücke in Böhlitz durch das Hochwasser beschädigt wurde. Dies ist besonders ärgerlich, da sie erst vor wenigen Jahren aufwendig saniert worden war. Zwischen Hainchen und Pratschütz stören zudem zwei Wehre den Fluss der Wethau. Sie waren zu DDR-Zeiten errichtet worden, um Wasser für den Gemüseanbau zu gewinnen. Zu den genannten und einigen weiteren Vorhaben sollen nun konkrete Projekte erarbeitet werden, erklärt Matthias Darnstädt.

„Die Umsetzung all dieser Maßnahmen hängt allerdings in erster Linie vom Geld ab.“ Ohne Fördermittel seien sie kaum denkbar. „Doch um diese zu ­bekommen, müsste bei einigen Institutionen erst einmal ein Umdenken einsetzen“, so der Bürgermeister. Oft stehe Schkölen nicht auf der Agenda, wenn es um den Schutz vor Hoch­wasser geht. „Aber das nächste kommt bestimmt.“

In der kommenden Woche sollen zwei Arbeitskräfte in einer über den Verein Ländliche Kerne koordinierten Fördermaßnahme störende Gehölze am Lauf der Wethau entfernen.

Quelle: otz.de

 

Zahl der Jung-Vögel in Thüringen bricht ein

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen, Tier Fluthilfe

Ein Experte nennt als Ursachen die schlechte Witterung in diesem Jahr und den Futtermangel.

Zig Tausend Vögel sammeln sich bereits wieder für ihre Reise gen Süden oder haben wie die Mauersegler Thüringen schon Adieu gesagt.

Doch konnten viele Vogel­arten dieses Jahr viel weniger Junge aufziehen als sonst. Nach ersten Schätzungen sei die Zahl der Jungvögel in Thüringen um mehr als die Hälfte eingebrochen, sagte Rudolf Sienhold von der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach. Bei einigen Arten wie den Raufußkäuzen berichteten Beobachter sogar von Totalausfällen bei der Brut. Sienhold: „Verluste gibt es jedes Jahr, aber in diesem Jahr ist es wegen der schlechten Witterung besonders schlimm.“

Zum einen verlören die Tiere ohnehin Jahr für Jahr an Lebensraum: durch neue Siedlungen, den Bau von Windrädern und die intensive Landwirtschaft. In diesem Jahr habe ihnen zusätzlich zu schaffen gemacht, dass es nach dem langen Winter auch im Frühjahr noch sehr kühl und regnerisch blieb. „Wenn die Vögel aus Afrika kommen, brauchen sie viel Futter, um wieder Kraft zu sammeln“, erklärte der Experte. Doch in diesem Jahr sei der Tisch für viele von ihnen nicht ausreichend gedeckt gewesen. Hinzu kam das Hochwasser, das nicht nur Bodenbrütern zugesetzt, sondern auch anderen Vögeln die Futtergrundlage genommen habe.

Schon jetzt sei klar, dass die Brutverluste etwa bei den Schwarzstörchen bei weit mehr als 50 Prozent liegen. Bei den Weißstörchen sei die Lage besser. Insgesamt brüten seinen Angaben nach etwa 25 Weißstorch- und rund 50 Schwarzstorchpaare im Freistaat. Auch in der Auffangstation seien bisher weit weniger Vögel eingeliefert worden als in anderen Jahren. Waren es sonst 30 bis 40 Turmfalken, kamen dieses Jahr bislang nur zwölf. „Bei Bussarden verhält es sich ähnlich, Schleiereulen haben wir gar keine bekommen“, erläuterte Sienhold.

Quelle: otz.de

Fünf Schecks für die Hochwasser-Helfer aus Sömmerda

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Sömmerda. Die Feuerwehren und Rettungsdienste wollen von dem Geld neue Ausrüstungen anschaffen.

Je 1500 Euro aus der Jahresdividende der Vertreter der Nordthüringer Volksbank übergaben gestern Abend Bank-Vorstand Peter Herbst sowie Landrat Harald Henning (CDU) an die Feuerwehren Gebesee, Elxleben, Ringleben sowie an das DRK und den ASB. Der Landrat hatte in der Vertreterversammlung über die Schäden des Hochwassers und den Einsatz der Helfer informiert. Einstimmig, so Vorstand Peter Herbst, stimmte die Versammlung der Verwendung eines Teils des Jahresüberschusses zu.

„Wir haben, gerade beim Hochwasser-Einsatz, zwei neue Mitglieder für unsere Wehr gewonnen“, war von Elxlebens Ortsbrandmeister Ingo Beyer zu erfahren. „Das Spendengeld verwenden wir unter anderem für deren Schutz-Ausrüstungen.“ Sein „Amtsbruder“ Marcel Bomberg aus Ringleben hat spätestens seit dem letzten Einsatz nach dem Gewittersturm einen Verwendungszweck – für Kettensäge und anderes Gerät. Und Gebesees Stadtbrandmeister Frank Müller hat sich mit Bürgermeister Peter Liebe (FDP) abgestimmt, „dass wir mit dem Geld u. a. die beim Hochwasser-Einsatz verloren oder kaputt gegangenen Dinge wie Handschuhe, Fangleine und anderes ersetzen und reparieren.“

„Wir überlassen es Mitgliedern unserer Sanitätsgruppe selbst, wofür sie die Spende am besten verwenden“, stellte ASB-Kreischef Christian Karl klar. Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Thomas Haupt, weiß indes: „Bei unseren Einsätzen hier und in Hochwassergebieten an der Elbe merkten wir, dass uns dafür Dinge des täglichen Bedarfs – von der Feldküche bis zu Bekleidung – fehlen. Dies wollen wir nun zusammenstellen. Dafür kann die Spende ein erster Grundstock sein.“

Landrat Henning berichtete auf Nachfrage vom Gespräch u. a. mit der Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue und der Thüringer Landesanstalt für Geologie und Umwelt zur Ertüchtigung des Gera-Dammes Walschleben. Ein Ingenieurbüro sei gefunden, das Varianten prüft. Diese müssen auch mit der anstehenden Sanierung der Kreisstraße 16 einher gehen. In spätestens acht Wochen will man mehr wissen.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

NKD-Filiale ist nach Schließung wegen der Flut jetzt offen. Wiedereröffnung des Netto-Marktes verschiebt sich.

Berga. Knapp zweieinhalb Monate nach dem Hochwasser, das Anfang Juni auch die Elsterstadt Berga schlimm erwischte, wurde am Donnerstag ein weiterer Schritt in Richtung Normalität gegangen. Die Filiale des Bekleidungsgeschäftes NKD in der Bahnhofstraße konnte nach unfangreichen Reparaturarbeiten wieder eröffnen. „Seit 4. Juni war hier zu“, sagt Bezirksverkaufsleiterin Janine Kolata. Zwar hätte man sich bereits wenige Tage später schon ans Aufräumen machen können. Doch drei Wochen habe allein das Trocknen gedauert.

Den Schaden kann und möchte Kolata nicht beziffern. Er dürfte aber enorm gewesen sein, denn neben den ausgefallenen Einnahmen durch die lange Schließung mussten Wände und Teppiche erneuert, alles desinfiziert und nicht zuletzt das komplette Warenangebot in dem Bergaer Markt entsorgt werden. „Hier stand einen halben Meter hoch das Wasser“, sagt Janine Kolata.

In den vergangenen zehn Tagen wurde der Laden wieder eingeräumt und alles für den gestrigen Tag vorbereitet – auch unter fleißiger Mithilfe der vier Filialmitarbeiter. Mit Musik, Kinderbelustigung und Souvenirs konnten seit früh wieder Kunden begrüßt werden. Darunter Ilse Hofmann. „Ich bin Stammkundin hier und froh, dass der Laden wieder auf hat“, sagt die Bergaerin, die mit ihrem Haus in der Bahnhofstraße ebenfalls von der Flut betroffen war.

Gleiches trifft auf den Netto Supermarkt im unmittelbaren Umfeld der NKD-Filiale zu. In einer Pressemitteilung hieß es gestern, dass dieser Markt aufgrund der länger andauernden Maßnahmen zur Trockenlegung die Filiale nicht wie geplant am 10. September wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Wiedereröffnung verschiebt sich um voraussichtlich einen Monat, heißt es.

Quelle: otz.de

Hilfen zum „Wiederaufbau Hochwasser“ rollen an

Veröffentlicht: August 17, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Thüringen

Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Hochwasser und Unwetter hatten im Mai und Juni im Landkreis Schmalkalden-Meiningen Millionenschäden verursacht. Bereits im Juli erfolgte die Auszahlung von Soforthilfen an Private Haushalte, Kleinunternehmen und Gemeinden.

Vom Bundestag und Landtag ist nun das Programm für den „Wiederaufbau Hochwasser“ auf den Weg gebracht worden. Am Montag, den 19.08.2013 werden entsprechende Richtlinien des Landes Thüringen zum Vollzug für das Aufbauhilfeprogramm zur Beseitigung von Schäden an Wohngebäuden und Hausrat und zur Wiederherstellung der Infrastruktur in den Gemeinden infolge des Hochwassers im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht.

Im Landratsamt Schmalkalden-Meiningen findet in diesem Zusammenhang am Dienstag den 20.08.2013 eine Informationsveranstaltung für die Gemeinden zum Vollzug der Richtlinien statt.

Eine Antragstellung von betroffenen privaten Haushalten ist ab nächster Woche in den Gemeindeverwaltungen möglich.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Gera. Die Ausgabestelle der Caritas in Gera in der Greizer Straße 16 wird am Montag, den 19. August, eröffnet.

Ausgegeben werden Kleidung und Hausratgegenstände an betroffene und sozialbedürftige Haushalte aus Sachspendeneingängen aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Nachweis der Berechtigung erfolgt über ein vereinfachtes Nachweisverfahren per Selbstauskunft. Für die Abgabe von Möbeln und Haushalts-Großgeräten werden Anträge auf sächliche Haushaltsbeihilfe ausgegeben. Die Ausgabestelle ist zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 8 und 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags zwischen 13 und 18 Uhr.

Mit Stand vom 14. August sind beim Caritasverband für Ostthüringen e.V. 46 Anträge auf sächliche Haushaltsbeihilfen eingegangen. Die Antragsteller erhalten nach Inkrafttreten der Landesrichtlinie „Aufbauhilfeprogramm zur Beseitigung von Schäden an Wohngebäuden und Hausrat infolge des Hochwassers in Thüringen“, welche die Landesregierung für den 20. August in Aussicht gestellt hat, einen Zwischenbescheid mit Empfehlungen der weiteren Vorgehensweise zur Sicherstellung ihrer Rechtsansprüche.

Für Beratung, Begleitung und Hilfen bei der Antragstellung für Hochwasser-Betroffene stellt die Caritas ein zusätzliches Angebot bereit. Die Diplom Sozialarbeiterin Nadine Wehlte ist unter Telefon 0174 / 1″73″26″93 für alle Hochwasser-Betroffenen zu erreichen und besucht die Haushalte bei Interesse vor Ort. Neben der Beratung zu möglichen Rechtsansprüchen gehört auch die psychosoziale Begleitung sowie die kostenlose Vermietung von Industrietrocknern zu ihren Aufgaben OTZ

Quelle: otz.de

Es sind kleine Idyllen am Wasser. Kleingärten, die die Gera säumen und seit Dutzenden von Jahren ihren Pächtern und Bewohnern Heimstatt bieten, Ruhepunkte, Anbauflächen für Obst und Gemüse. Lebensinhalt für die einen. Gefahrenpotenzial für andere.

Marcel Glebe ist Ingenieur in der Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) Jena. Er hat drei Anlagen auf den Messkarten, die die Gera einengen in ihrem Lauf und die beim Juni-Hochwasser zum wiederholten Mal überflutet wurden. „Zum Feierabend“ in Gispersleben, „Hochheim“ und „Am Bachstelzenweg“ im Süden der Stadt.

„Wir müssen zurück zu Uferschutzstreifen mit einem natürlichen, sich selbst stabilisierenden Ufer“, sagt er. Derzeit seien viele Uferbereiche steil und instabil. 8 bis 10 Meter breit sei der nötige Korridor direkt am Fluss, auf dem jetzt Gärten und Lauben stehen. Das würde in Hochheim die komplette Aufgabe der ersten Garten-Reihe am Fluss bedeuten und für Gispersleben die Verkleinerung von Parzellen. Glebe zeigt Dutzende Fotos, auf denen rustikale Landgewinnung in Gartenanlagen zu sehen ist: Holzbohlen und Steinhaufen, die in die Gera reichen, Hütten, Betonteile. Für den Fluss sei das verheerend und für das Stadtgebiet eine Gefahr.

2011 begann das Landesamt mit der Planung für ein Hochwasserschutzkonzept. Es favorisierte eine mittel- bis langfristige Umsetzung von Gärten. Doch das Wasser war schneller als die Pläne. „Das hat gezeigt, wie akut die Situation im Hochwasserfall wirklich ist“, sagt Glebe. Das millionenschwere Konzept sieht unter anderem vor, dass der Freistaat den nötigen Gewässerschutzstreifen von der Stadt erwirbt und sofort mit der Umgestaltung beginnt. Die Pächter sollen entschädigt werden und alternative Standorte angeboten bekommen. „Der eingeengten Gera müssen wir Raum geben, Fluss und Flussaue ökologisch vernetzen“, so der Ingenieur. Er wisse, dass die Kleingärtner das anders sähen.

Auch Umweltamt sieht Handlungsbedarf

„Das Konzept beträfe allein bei uns 36 Parzellen, es findet keinerlei Zuspruch“, sagt Jürgen Mai, Vorsitzender der Anlage „Am Bachstelzenweg“. Auch die 166 nicht betroffenen Pächter seien solidarisch. Er möchte erst einmal Analysen des letzten Hochwassers sehen. Er kritisiert die Informationspolitik der Landesanstalt ebenso wie „verfehlten Hochwasserschutz und den Umgang mit Rückhaltebecken und Talsperren“.

„Es gibt immer mehr große Hochwasser“, sagt Jörg Lummitsch, Leiter des Umweltamts. „Wir werden nicht umhin kommen, einzugreifen, es gibt keine Alternativen.“ Die Hochheimer Kleingärtner könnten nichts für die Situation. ,An dieser Stelle hätte es nie eine Gartenanlage geben dürfen.“ Mancher sei zu DDR-Zeiten sogar hierher zwangsversetzt worden, nachdem er seinen Garten an Bauprojekte verloren hätte.

Der Stadtverband beginnt nach seiner Sommerpause erst am Montag wieder mit der Arbeit und will das Thema umgehend diskutieren. Einig sind sich alle nur über den dringenden Gesprächsbedarf. „Gartenvereine, Stadtverband, das Gartenamt als Verpächter, Umweltamt und TLUG müssen an einen Tisch“, fordert Jürgen Mai. „Statistisch gesehen werden die Hochheimer Anlagen alle zehn Jahre überflutet“, sagt Marcel Glebe. „Wir müssen was tun. Dazu brauchen wir Konsens.“

Besitzverhältnisse

  • Der Freistaat Thüringen ist in Gestalt der Landesanstalt für Umwelt und  Geologie für die Gera samt Flussbett zuständig.
  • Der Stadt gehören die angrenzenden Flächen. Sie werden verpachtet.
  • Der Stadtverband der Kleingärtner ist der Dachverband, die drei von den Plänen betroffenen Gartenvereine gehören zu den 120 Mitgliedsvereinen.

 

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Dieter Urban kommentiert: Spenden kennt keine Grenzen

Veröffentlicht: August 16, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Dieter Urban über die Hoch­wasser-Hilfe für die „Märchenbuche“ in Caaschwitz
„Spenden kennen keine Grenzen!“ Das sagte Unternehmer Jürgen Walther aus Eisenberg gestern in der Awo-Verwaltung in Eisenberg. Für die Knirpse der Kindereinrichtung „Märchenbuche“ in Caaschwitz im Greizer Landkreis hatte er eine ­Geldspende übergeben.
Und mit „Spenden kennt keine Grenzen!“ meinte der Baumaschinen-Verleiher, dass dort geholfen werden sollte, wo am meisten Hilfe benötigt wird. Ein edler Gedanke, der gerade in der Zeit des Hochwassers im ­Juni dieses Jahres viele Menschen veranlasste, etwas Gutes zu tun. Zwar sind die Hochwasser-Ereignisse längst aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die der Wasserflut folgende Spendenflut hält an. Und auch die staatlichen Hilfsmaßnahmen nehmen ihren Lauf.
Unternehmer Walther aus Eisenberg wollte ganz real und nachvollziehbar erleben, wer seine Hilfe bekommt und wie sie ankommt. Mit seiner Spende für die Caaschwitzer Kita hat er die richtige Wahl getroffen.
Und wer weiß – vielleicht war das der Anfang einer zukunftsweisenden Partnerschaft. Die Mädchen und Jungen hat Walther zumindest schon mal ein­geladen, seine Firma zu besich­tigen.
Quelle: otz.de

Eisenberger helfen „Märchenbuche“ in Caaschwitz

Veröffentlicht: August 16, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Zum Juni-Hochwasser wurde der Kindergarten in Caaschwitz völlig überschwemmt. Bauunternehmer Jürgen Walther und die Arbeiterwohlfahrt haben Spende und Gutschein übergeben.

Eisenberg. Jürgen Walther, Chef des Unternehmens „Baumaschinen Walther“ in Eisenberg, hat am Donnerstag 500 Euro an die vom Hochwasser stark betroffene Kindertagesstätte „Märchenbuche“ in Caaschwitz übergeben.

Die stellvertretende Kita­-Lei­terin Katrin Müller nahm die Spende dankbar entgegen. „Ich lade ihre Kinder außerdem ein, mein Unternehmen zu besuchen“, so Jürgen Walther. Dann dürften sich die Kinder selbst ein Spielzeug aussuchen. Spielzeug-Modelle von Baggern, Treckern oder anderen Landmaschinen gehören zum Firmenangebot.

Katrin Müller nahm das Angebot freudig überrascht an. In kurzen, aber dramatischen Worten schilderte die junge Frau die Ereignisse am ersten Juni­Wochenende dieses Jahres. Jeder wird sich noch deutlich an die anhaltenden Regengüsse erinnern. Die „Märchenbuche“ traf es an diesem Wochenende besonders hart.

Katrin Müller sagte: „Der Bürgermeister von Caaschwitz informierte uns, dass das Elsterwasser über die Ufer trete und die Sandsäcke, die zum Schutz ausgelegt wurden, die Flut nicht aufhalten können. Er sagte uns, dass das Wasser auch unsere Kindereinrichtung überfluten würde. Was dann auch ­geschah. Vor allem der Krippenbereich wurde von den Wassermassen überschwemmt. Die Räume standen vollkommen unter Wasser. Das einzig Gute war, dass die Kinder wegen des Wochenendes daheim waren.“

Sie schilderte dann, dass die Einrichtung geschlossen wurde. „Die meisten Kinder sind bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Der Kindergarten aus Bad Köstritz hat auch angeboten, Kinder aufzunehmen. Das Angebot wurde angenommen.“

Jetzt ist wieder der Alltag bei den Knirpsen und Erziehern der „Märchenbuche“ eingezogen. Hilfe, so Katrin Müller, gab es von vielen Menschen, und Spenden fließen weiterhin. Sie bedankte sich bei den Eisenbergern – Bürgermeister Ingo Lippert (SPD) war auch vor Ort – mit einem Plakat, das die Mädchen und Jungen der Caaschwitzer Kita selbst gestaltet und für das sie ein Gedicht geschrieben hatten.

Angelika Müller vom Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Lei­terin für Soziale Dienste, übergab zudem einen 150-Euro-Scheck für einen Einkauf im Sozialkaufhaus der Awo.

Quelle: otz.de

Sanierung nach Hochwasser-Katastrophe stockt an Dix-Schule in Gera

Veröffentlicht: August 16, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Die gute Nachricht: Spendenbereitschaft beschert der Dix-Schule weitere 1500 Euro zur Beseitigung der Flutschäden. Die schlechte Nachricht: Die Sanierung geht langsamer voran als angenommen.

Gera. Eigentlich war es ein guter Anlass. Dank des Engagements von Mitgliedern des CDU-Ortsverbandes im Rheinland-Pfälzischen Stadecken-Elsheim wurden gestern 1500 Euro an die vom Hochwasser schwer gebeutelte Otto-Dix Schule übergeben. Die Idee, Geld zu sammeln für Thüringen ist den CDU-Mitgliedern gekommen, als sie in den Medien die verheerenden Schäden sahen, sagten die Ortsverbandsvorsitzende Waldtraud Bauer und Mitglied Klaus Dietrich, der seit 1990 im Thüringer Sozialministerium arbeitet. Durch die Verbindungen von Klaus Dietrich nach Thüringen und die Empfehlung der Thüringer CDU, sei man auf die Dix-Schule gekommen. „Hier ist das Geld gut aufgehoben“, sagt Waltraud Bauer gestern bei einer Besichtigung der Schule, wo die Schäden noch deutlich zu erkennen sind. Auch Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU), CDU-Bundestagskandidat Albert Weiler und Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn (parteilos) sind bei der Spendenübergabe zugegen. Sie loben das Engagement und Solidarität der Rheinland-Pfälzer. „Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Zivilgesellschaft“, so Diezel. Inzwischen ist das Spendenkonto auf 24″000 Euro angewachsen. Mit dem Geld sollen neue, dringend benötigte Unterrichtsmittel beschafft werden, hat der Schulförderverein beschlossen. Diese werden dringend gebraucht, denn die Flut zerstörte unter anderem die Computerkabinette im Keller der Schule. Insgesamt summieren sich die Schäden an Mobiliar und Ausrüstung Schätzungen zufolge auf 200 000 Euro.

Doch während der Besichtigung wird auch klar: Die Sanierung des Kellerräume in der Schule und der Turnhallen sind noch nicht so weit, wie erhofft. „Der Zustand ist noch genauso wie vor meinem Urlaub“, sagt Schulleiter Holger Weisheit. Und das ist schon drei Wochen her.

 

Sanierungsstand nicht so weit wie erhofft

Er habe gedacht während seiner Abwesenheit schreiten die Arbeiten voran. Weit gefehlt. Noch immer liegen aus dem Boden gestemmte Fliesen auf dem Boden in den Kellerräumen. Landtagspräsidentin Diezel zeigte sich verärgert über den Stand der Bauarbeiten. Sie erwarte, dass die Schäden zügig beseitigt werden. Auch sie hätte damit gerechnet, dass man deutlich weiter ist.

Vom Zustand überrascht ist auch Oberbürgermeisterin Hahn. Warum die Arbeiten derart lange dauern, will die Stadtverwaltung nun prüfen. Bislang wurden für erste Maßnahmen 15 000 Euro aus dem Soforthilfeprogramm durchgeführt. Heute sei ein Gespräch mit dem Verantwortlichen von Infraprojekt geplant, sagte Hahn gegenüber dieser Zeitung. Zwar ist die Stadtverwaltung der Träger der Schule, Infraprojekt kümmert sich um die kommunalen Gebäude. Diese Auslagerung ist das Problem, sagt Hahn gestern am Rande des Rundgangs.

Schulleiter Weisheit ist wütend, dass der Prozess so lang dauert. Schließlich enden übernächste Woche die Ferien und der Unterricht sollte nicht durch lärmende Arbeiten beeinträchtigt werden. Man sei eigentlich davon ausgegangen im zweiten Halbjahr alle Räume wieder uneingeschränkt nutzen zu können. Zwar lobte Weisheit die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, kritisierte allerdings auch, dass er viel zu wenig in die baulichen Belange der Schule involviert sei. Grund dafür sei die Auslagerung der Gebäudeverwaltung.

Verlegung in obere Etagen

Mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung habe es zudem Gespräch gegeben, wie der Schaden bei künftigen Hochwassern verringert werden können. Eine Idee, so Weisheit, sei, das Computerkabinett in eine höhere Etage zu verlegen. Die Turnhallen werden wohl nicht ohne Weiteres vor künftigen Fluten zu schützen sein.

Quelle: otz.de

Zuletzt schlechte Geschäfte für Gaststätten und Hotels

Veröffentlicht: August 16, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Deutschlands Hotels und Gaststätten haben in der ersten Jahreshälfte kein gutes Geschäft gemacht. Inflationsbereinigt blieb den Unternehmern ein Minus von 1,4 Prozent. Besonders stark betroffen waren die Hotels.

Deutschlands Hotels und Gaststätten haben in der ersten Jahreshälfte kein gutes Geschäft gemacht. Auf dem Papier stieg der Umsatz der Unternehmen der Branche von Januar bis Juni zwar um 0,9 Prozent im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2012, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Unter dem Strich – also nach Abzug der Inflation – blieb allerdings ein Minus von 1,4 Prozent.

Besonders stark betroffen waren Hotels und andere Unterkünfte: Ihr Umsatz schrumpfte real um 2,2 Prozent. Restaurants, Cafés, Bars und andere Gaststätten setzten 0,9 Prozent weniger um.

Deutschland kurz anstiegen, stand bei den Gastronomen ein minimales Umsatzplus von 0,1 Prozent unterm Strich. Im Mai, der von starkem Regen und dem Hochwasser geprägt war, fiel das Minus mit 3,6 Prozent aber besonders hoch aus.

 

Quelle: otz.de

Äußerlich ist alles wieder in Ordnung, von dem Hochwasser, das die Menschen Anfang Juni tagelang hier in Atem gehalten hat, ist nichts mehr zu sehen. Aber nur äußerlich. In den Wohnungen selbst kämpfen viele noch immer mit den Folgen der Flut.

Wände sind noch nicht ausgetrocknet, Zimmer noch nicht wieder bewohnbar, neue Möbel noch nicht abbezahlt. Die Menschen hier haben zwar unmittelbar danach Soforthilfe erhalten. Die Summen, die dabei flossen, konnten aber bei vielen die Gesamtschäden nicht abdecken.

Jetzt gibt es für sie weitere Hilfen. In der nächsten Woche sollen die Mittel aus dem bundesweiten Aufbauhilfefonds verteilt werden. Heute beschließt der Bundesrat in einer Sondersitzung das Programm, in der nächsten Woche können die Anträge auf Hilfe gestellt werden. Bis zu 80 Prozent der Schäden – unter Anrechnung der Soforthilfe natürlich – sollen erstattet werden. Selbstverständlich müssen die Schäden auch nachgewiesen werden. Anträge dazu kann man bei der Gemeinde stellen, sie sollen von Dienstag an aber auch im Internet zum Herunterladen bereit stehen. Am Montag will das zuständige Bauministerium die Richtlinien dazu veröffentlichen.

Man habe bewusst Tempo gemacht, damit die Menschen möglichst zügig in den Genuss der Hilfen kommen, unterstrich Thüringens Bundesratsministerin Marion Walsmann (CDU). Deshalb komme die Länderkammer auch zu einer Sondersitzung zusammen. Man habe nicht auf die reguläre Sitzung im September warten wollen. „Wir wollen, dass die betroffenen Menschen schnell und auf sicherer Rechtsgrundlage finanzielle Hilfe für ihre Hochwasserschäden bekommen“, sagt Walsmann.

Abgestuftes Verfahren

Für die Verteilung ist ein gestuftes Verfahren vorgesehen: Da bisher nur vorläufige Erhebungen der Schäden vorliegen, wird die erste Hälfte der Gelder für den Wiederaufbau in den Ländern nach einem zwischen Bund und Ländern abgestimmten Schlüssel verteilt. Thüringen erhält davon 6,76 Prozent, das sind rund 210 Millionen Euro. In einer weiteren Stufe können bis zu 30 Prozent nach einem anderen Schlüssel verteilt werden, wenn dies der bis dahin ermittelten Schadensverteilung besser gerecht wird. Und spätestens bis zum 1. März 2016 wird in einer Vereinbarung zwischen Bund und Ländern die Verteilung der Restmittel festgelegt – dann auf der Grundlage der endgültigen Schadensbilanz.

In den Genuss der Gelder können Privathaushalte, die gewerbliche und freiberufliche Wirtschaft, die Land- und Forstwirtschaft, Vereine und Stiftungen, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen und anerkannte Religionsgemeinschaften ebenso kommen wie die Kommunen, denen Schäden an der öffentlichen Infrastruktur ersetzt werden. Berücksichtigt werden auch die Kosten für Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, die unmittelbar vor oder während der Hochwasserkatastrophe getroffen wurden.

Entsprechend dieser großen Gruppe von Empfängern wird es in Thüringen auch sechs Richtlinien geben, die alle diese unterschiedlichen Gruppen berücksichtigen. Darin sind auch unterschiedliche Prozentsätze für die Aufbauhilfe festgelegt. Während Privathaushalte bis zu 80 Prozent ersetzt bekommen, sollen nach Informationen unserer Zeitung beispielsweise die Kommunen 100 Prozent der an der Infrastruktur entstandenen Schäden bezahlt erhalten.

Insgesamt umfasst der bundesweite Aufbaufonds acht Milliarden Euro. Der Bund trägt dabei allein die Kosten für die Bundesinfrastruktur in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Die verbleibenden 6,5 Milliarden werden je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert. An der landesinternen Umsetzung der Fluthilfe wird schon seit Wochen intensiv gearbeitet. Federführend ist dabei das Bauministerium.

Regionale Aufbauteams

Thüringen hat mit allen anderen Ländern am 2. August mit dem Bund eine Verwaltungsvereinbarung zur Verteilung der Gelder unterzeichnet. Das Landeskabinett hatte am 31. Juli die Richtlinien zur Umsetzung der Hochwasserhilfe beschlossen, die dann am 20. August in Kraft treten. Für den 27. August hat das Bauministerium eine Thüringer Kommunalkonferenz einberufen, zu der neben den Städten und Gemeinden und Kreisen auch die Wirtschaftskammern sowie die Wohlfahrts- und Zweckverbände eingeladen sind. Bereits in der vergangenen Woche hatten enge Abstimmungen mit den Thüringer Städten stattgefunden.

Bauminister Christian Carius (CDU) hatte bereits Anfang des Monats angekündigt, dass in den vier am schwersten vom Hochwasser betroffenen Regionen regionale Aufbauteams etabliert werden. Das gilt für Gera und die Kreise Saale-Holzland, Greiz und Altenburger Land. Die Schäden in Thüringen an Straßen, Gebäuden Deichen, in Wohnungen sowie Wirtschaft und Landwirtschaft summieren sich auf etwa 450 Millionen Euro.

Quelle: otz.de

Drei Erfurter Kleingartenanlagen im Focus. Freistaat will Uferrandstreifen erwerben. Dringenden Gesprächsbedarf angemahnt

Es sind kleine Idyllen am Wasser. Kleingärten, die die Gera säumen und seit Dutzenden von Jahren ihren Pächtern und Bewohnern Heimstatt bieten, Ruhepunkte, Anbauflächen für Obst und Gemüse.

Lebensinhalt für die einen. Gefahrenpotenzial für andere. Marcel Glebe ist Ingenieur in der Landesanstalt für Umwelt und Geologie Jena. Er hat drei Anlagen auf seinen Messkarten, die die Gera einengen in ihrem Lauf und die beim Juni-Hochwasser zum wiederholten Mal überflutet wurden. „Zum Feierabend“ in Gispersleben, „Hochheim“ und „Am Bachstelzenweg“ im Süden der Stadt.

„Wir müssen zurück zu Uferschutzstreifen mit einem natürlichen, sich selbst stabilisierenden Ufer“, sagt er. Derzeit seien viele Uferbereiche steil und instabil.

8 bis 10 Meter breit sei der nötige Korridor direkt am Fluss, auf dem jetzt Gärten und Lauben stehen. Das würde in Hochheim die komplette Aufgabe der ersten Reihe am Fluss bedeuten und für Gispersleben die Verkleinerung von Parzellen. Glebe zeigt Dutzende Fotos, auf denen rustikale Landgewinnung in Gartenanlagen zu sehen ist: Holzbohlen und Steinaufschüttungen, die in die Gera ragen, Hütten, Betonteile. Für den Fluss sei das verheerend und für das Stadtgebiet eine Gefahr.

2011 begann das Landesamt mit der Planung für ein Hochwasserschutzkonzept. Es favorisierte eine mittel- bis langfristige Umsetzung von Gärten. Doch das Wasser war schneller als die Pläne. „Das hat gezeigt, wie akut die Situation im Hochwasserfall wirklich ist“, sagt Glebe. Das millionenschwere Konzept sieht unter anderem vor, dass der Freistaat den nötigen Gewässerschutzstreifen von der Stadt erwirbt und sofort mit der Umgestaltung beginnt. Die Pächter sollen entschädigt werden und alternative Standorte angeboten bekommen. „Der eingeengten Gera müssen wir Raum geben, Fluss und Flussaue ökologisch vernetzen“, so der Ingenieur. Er wisse, dass die Kleingärtner das anders sähen.

„Das Konzept beträfe allein bei uns 36 Parzellen, es findet keinerlei Zuspruch“, sagt Jürgen Mai, Vorsitzender der Anlage Am Bachstelzenweg. Auch die 166 nicht betroffenen Pächter seien solidarisch. Er möchte erst einmal Analysen des letzten Hochwassers sehen, er kritisiert die Informationspolitik der Landesanstalt ebenso wie „verfehlten Hochwasserschutz und den Umgang mit Rückhaltebecken und Talsperren.“

„Es gibt immer mehr große Hochwasser“, sagt Jörg Lummitsch, Leiter des Umweltamts. „Wir werden nicht umhin kommen, einzugreifen, es gibt keine Alternativen.“ Die Hochheimer Kleingärtner könnten nichts für die Situation. „An dieser Stelle hätte es nie eine Gartenanlage geben dürfen.“ Mancher sei zu DDR-Zeiten sogar hierher zwangsversetzt worden, nachdem er seinen Garten an Bauprojekte verloren hätte.

Der Stadtverband beginnt nach seiner Sommerpause am Montag wieder mit der Arbeit und will das Thema umgehend diskutieren. Einig sind sich alle nur über den dringenden Gesprächsbedarf. „Gartenvereine, Stadtverband, das Gartenamt als Verpächter, Umweltamt und TLUG müssen an einen Tisch“, fordert Jürgen Mai.

„Statistisch gesehen werden die Hochheimer Anlagen alle zehn Jahre überflutet“, sagt Marcel Glebe. „Wir müssen was tun. Dazu brauchen wir Konsens.“

Quelle: otz.de

Genau 77 035,67 Euro wurden auf das Flutopfer-Spendenkonto des Landkreises Greiz eingezahlt. Das verkündete Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) gestern Abend auf dem Unternehmer-Grillfest des Landkreises Greiz in der Vereinsbrauerei in Greiz.

Zur Kontaktpflege in lockerer Atmosphäre bei einem „Greizer“ wurden rund 150 Unternehmer sowie Kommunalpolitiker, Verbandsvertreter und Behördenleiter eingeladen, bewusst aber auch etwa 35 Hochwasser­helfer, insbesondere Feuerwehrleute, sowie Spender größerer Beträge auf das Flutopfer-Konto des Landkreises. Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Jung- und Kleinunternehmerpreises 2013 des Landkreises Greiz. Dieser ging an Carsten Schmidt, In­haber von Schmidt Elektro­technik aus Auma. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert – gestiftet von der Sparkasse Gera-Greiz.

Quelle: otz.de

Stadtroda: Langzeitarbeitslose helfen Hochwasserschäden zu beseitigen

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Zehn Erwerbslose werden bis 8. November Gewässer beräumen, Stützmauern sichern oder das Wegenetz erneuern. Jobcenter übernimmt die Entlohnung und stellt Gelder für die Ausstattung bereit.

Stadtroda. Bei der Beseitigung der beim Mai-Hochwasser entstandenen Schäden kann Stadtroda auf die Unterstützung von Langzeitarbeitslosen bauen.

Seit 22. Juli sind insgesamt zehn Erwerbslose unter Betreuung der Landvolkbildung Thüringen e.V. und in Absprache mit der Stadtverwaltung dabei, Gewässer zu beräumen, Unterspülungen zu beseitigen oder Reparaturmaßnahmen an Stegen, Geländern und dergleichen durchzuführen. Zudem verfugten die Männer – in der Regel ausgebildete Maurer oder Straßenbauer – in den letzten Tagen in der Stadtrodaer Innenstadt die Ufermauern der Roda neu. Durch die Flutmassen hatte es hier stellenweise großflächig die Fugen freigespült.

„Die kleinste Angriffsfläche reicht aus, dass das Fugenmaterial bei einem Hochwasser aus den Ritzen gespült wird“, erklärte Maurer Hartmut Luft. Geschickt presste er mit einer schmalen Fugenkelle die nächste Portion Mörtel in die freigekratzte Ritze zwischen zwei großen Sandsteinen. Noch in dieser Woche wollen die Männer alle Schäden an der Ufermauer in der Innenstadt beseitigt haben.

Ermöglicht wurde das Fluthilfe-Projekt durch das Jobcenter Eisenberg, erklärte Stefan Doberschütz, der Anfang Mai die Leitung der Außenstelle Stadtroda der Landvolkbildung übernommen hat. So finanziert das Jobcenter die Entlohnung und stellt Gelder für die Ausstattung bereit. Der Bildungsträger wiederum kümmert sich um die Bereitstellung von Arbeitsmaterial wie Bekleidung und Werkzeug, erledigt die Lohnabrechnung und koordiniert die Arbeiten zusammen mit dem Bauamt der Stadt. Stadtroda selbst steuert Material wie Zement oder Steine bei und übernimmt die Kosten für die Entsorgung von Müll und Geröll.

Bürgermeister Klaus Hempel (Freie Wähler) sieht in der Arbeit der Langzeitarbeitslosen eine große Unterstützung für seine Stadt. „Das sind sehr arbeitsintensive Tätigkeiten, die die Frauen und Männer hier machen“, verwies er auf die aufwändige Verfugung der Ufermauer. „Das hilft uns sehr.“ Komplizierte Arbeiten, wie beispielsweise der Neubau von Brücken-Widerlagern oder aufwändiger Wegebau bleibe aber den regionalen Firmen vorbehalten, betonte das Stadtoberhaupt. „Uns geht es im Vordergrund darum, dass im Rahmen des Projektes die Infrastruktur der Gewässer sowie die Wege wieder in Ordnung gebracht werden.“

Genug zu tun gibt es. So ist die Roda in Richtung Tröbnitz immer noch zugemüllt mit altem Hausrat, umgestürzten Bäumen und anderen Dingen. Beim Weiher liegen noch große Steine im Bachbett, die hier zusammengerutschte Treppenanlage will ebenfalls wieder in Ordnung gebracht werden. Und schließlich hat auch der Rundwanderweg in Richtung Quirla/Nossengrund stark unter den Fluten gelitten.

Doberschütz hofft derweil, dass es nach dem 8. November vielleicht eine erneute Auflage des Programmes gibt.

Teilnehmer Tino Rau würde es begrüßen: „Es ist schön, wenn man seiner Stadt helfen kann“, meinte er

Quelle: otz.de

Langzeitarbeitslose als Helfer bei der Beseitigung der Flutschäden? Was anfangs von einigen als spinnige Idee abgetan wurde, entpuppt sich in der Realität als eine überaus nützliche Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Kommunen.

Was die Männer und Frauen in Stadtroda bislang zustande gebracht haben, kann sich sehen lassen. Kein Wunder, wer einmal das Maurer-Handwerk von der Pike auf erlernt hat, wird auch Jahre später nicht verlernt haben, wie eine Sandsteinmauer richtig verfugt wird.

Schade ist nur, dass die Maßnahme zeitlich befristet und irgendwo im Nichts enden wird. Sicherlich: Den Betroffenen wird ein kurzfristiger Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht. Wäre es aber nicht sinnvoll, nach dem November die Frauen und Männer weiter an die reguläre Arbeitswelt heranzuführen? Am nötigen Geld, um Langzeitarbeitslose wieder auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, so hieß es mehrfach bei der Agentur für Arbeit, mangele es nicht.

Auch wenn das Manko bei dem Fluthilfe-Projekt kleben bleibt: Jede Hilfe in dieser Notsituation zählt und sollte entsprechend gewürdigt werden.

Quelle: otz.de

Rockpiraten enterten das Rathaus in Weimar

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Thüringen

Weimar. Der Kassensturz ist vollzogen: 1500 Euro hat der Benefiz-Sonntag im Uhrenwerk zu Gunsten von Menschen in der Region eingespielt, die im Juni von Unwetter und Hochwasser besonders betroffen waren.

Rund 400 Gäste sind am vergangenen Wochenende dem Ruf in Weimars Norden gefolgt, um dort einen bunten Familiennachmittag sowie Live-Auftritte von Andreas Max Martin, Borderline, Der Philipp Solo, Passat und Rockpirat zu erleben und mit einem Obolus Gutes zu tun.

Zwar hätten sich die Organisatoren einige Besucher mehr gewünscht. Neben der Urlaubszeit mussten sie sich die Gunst des Publikums allerdings auch mit den großen Thüringer Festivals „SonneMondSterne“ und „Party.san“ sowie in Weimar selbst mit dem Fassadenspektakel „Genius Loci“ teilen.

Die Musiker von Rockpirat hatten sich gestern zum ersten Mal überhaupt im Rathaus angesagt. Schließlich wollte auch OB Stefan Wolf als Schirmherr des Benefiz-Sonntags wissen, wie viel Geld die Aktion einbrachte. Immerhin gehören zwei Vereine der Stadt zu den Begünstigten. 500 Euro kommen den Handwerk-Keglern zugute, deren Bahn in Oberweimar durch das Hochwasser Schaden genommen hatte. Die gleiche Summe soll an den Hundesportverein Weimar gehen, dessen Vereinsgelände überflutet war. Die dritten 500 Euro erfüllen ihren guten Zweck im Weimarer Land.

„Als das Hochwasser wütete, waren wir gerade unterwegs zu einem Konzert. Wie schlimm die Situation wirklich war, ist uns erst bewusst geworden, als wir im Radio von den vielen Straßensperrungen hörten“, sagte Rockpirat-Sänger Stefan Heinz. Angesichts des Schadensmaßes sei es Musikern wichtig gewesen, selbst einen helfenden Beitrag zu leisten. Ihren Verbündeten fanden sie in Martin Mendel von der Agentur Soundrausch.

Nächstes Konzert schon morgen in Ettersburg

Keyboarder Steffen Schüßler dankte zudem der Stadt und den umliegenden Verwaltungsgemeinschaften, die es gestatteten, dass die Veranstalter gratis für den Benefiz-Sonntag plakatieren durften. Ansonsten sei es für Rockpirat allerdings eher schwierig, die eigenen Konzerte im Stadtgebiet bewerben zu können. „Das ist auch ein Grund, weshalb wir in Weimar so selten spielen“, so SchüßlerDas nächste Mal legen die Rockpiraten am 9. November in der Kulturstadt los, dann wieder im Uhrenwerk. Gleich vor den Toren Weimars sind sie aber schon am morgigen Freitagabend zu hören. In Ettersburg spielt die Band zur Kirmesparty.

Quelle: otz.de

Greiz dankt Heiligenstadt für Spendenaktion

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Heiligenstadt (Eichsfeld). Die Stadt hatte noch im Juni zur Spendenaktion für die vom Juni-Hochwasser betroffenen Menschen in Thüringen aufgerufen. Viele Bürger wollten helfen, und so kamen bisher 18.544,44 Euro zusammen. Über diese Spenden freut sich besonders auch Bürgermeister Thomas Spielmann , der die Spendenaktion ins Leben rief. „Vielen, vielen Dank für die bisherige Unterstützung“, sagt Spielmann in einer Mitteilung des Rathauses Und er fügt hinzu, dass weitere Spenden auf das Volksbank-Konto eingezahlt werden können. Inzwischen hat der Bürgermeister mit der Stadt Greiz Kontakt aufgenommen. Dort waren die Überschwemmungen immens. Die Weiße Elster hatte auch die Innenstadt erfasst.

In der vergangenen Woche erhielt Bürgermeister Thomas Spielmann von Stephan Marek, Verantwortlicher für Wirtschaftsförderung und Tourismuskoordination in der Stadt Greiz, im Auftrag des dortigen Bürgermeisters ein Dankesschreiben und gleichzeitig einen Vorschlag, wie das Geld dort eingesetzt werden soll. Stephan Marek schrieb: „In zwei Mehrfamilienhäusern möchten wir gern einen Teil der Spende der Heiligenstädter Bevölkerung einsetzen. In den beiden Gebäuden, die jeweils komplett mit Wasser umspült waren, leben acht Familien, die in den Tagen Anfang Juni nur noch notevakuiert werden konnten.“

Noch sei aber nicht absehbar, was auf die Bürger, aber auch auf die Kommune zukomme. Daher will die Stadt Greiz die Spende aus Heiligenstadt aufteilen. Je 5.000 Euro erhalten die beiden Mehrfamilienhäuser mit den Familien. Der restliche Betrag soll aufgeteilt werden.

Quelle: otz.de

 

Hilfe für Hochwasseropfer, denen sonst keiner hilft

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Thüringen
Ilmkreis. Der Arbeiter-Samariter-Bund im Ilmkreis greift mit Raumentfeuchtern und Geld unter die Arme.
Sicherlich ist nicht nur denen, die Schäden an ihren Häusern und Grundstücken zu verzeichnen hatten, das Maihochwasser noch gut in Erinnerung. Man staunt aber, dass es trotz der heißen und trockenen Tage immer noch Häuser gibt, aus deren Keller die Feuchtigkeit nicht vertrieben werden konnte. Dafür bietet der Arbeiter-Samariter-Bund Hilfe an.
Der Erfurter Dirk Biereige wurde berufen, in allen betroffenen deutschen Regionen die Mittel zu verteilen, die dem ASB in einer beispiellosen Spendenaktion zugingen. Im Rahmen der Aktion „Deutschland hilft“, zu der sich im Jahr 2001 zehn renommierte Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben, wurden jetzt dem Ilmkreis 30 Raumentfeuchter zur Verfügung gestellt, die ab sofort unentgeltlich genutzt werden können.
Sogar Stromkostenbeihilfen für den enormen Energiehunger der Geräte sind möglich. Darüber hinaus stehen auch finanzielle Mittel bereit, um Hochwasseropfern zu helfen.
Es gibt für die Inanspruchnahme eine wichtige Bedingung: Diese Hilfen werden nur nachrangig ausgereicht. Das heißt, nur an diejenigen, die über Versicherungen oder staatliche/kommunale Programme keine oder nicht ausreichende Mittel zur Schadensbeseitigung zur Verfügung gestellt bekommen haben.
„In vielen Fällen haben es Versicherungen in den vergangenen Jahren abgelehnt, Bewohner gefährdeter Gebiete zu versichern oder die Prämien so extrem angehoben, dass eine Versicherung nicht bezahlbar war. In solchen Fällen wollen wir helfen“, sagt Dirk Biereige. Das Hilfsangebot gelte aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch Vereinen und Organisationen und Gewerbetreibenden, kurzum allen, die vom Hochwasser betroffen waren und die die Hilfsbedingung erfüllen, ergänzt Hans-Werner Eschrich, Geschäftsführer des ASB im Ilmkreis. Die hiesige Kreisorganisation ist es auch, die die Anträge entgegennimmt und die Hilfen nach Einzelfallprüfung unbürokratisch und schnell ausreicht.
Wenn nachgewiesen werden kann, dass die Wassereinträge infolge der Starkregenereignisse im Mai entstanden sind, können in Einzelfällen auch Hilfen für Schicht- und Grundwasserschäden ausgereicht werden. Es lohnt sich also in jedem Fall, sich beim ASB zu melden und das Schadensformular auszufüllen. Grundsätzlich, so Dirk Biereige, stünde die Beseitigung an selbst genutzten Wohngebäuden im Vordergrund. Aber man werde auch andere Fälle prüfen.
Der ASB, der in Arnstadt in der Lindenallee unmittelbar neben der Gera sein Domizil hat, war vom Hochwasser selbst nicht betroffen. Mit Hans-Jürgen Behringer, Leiter Rettungsdienst, war aber ein Mitglied des Kreisverbandes (mit Dirk Biereige) Teil des Lagezentrums, das in Erfurt den Thüringer Hochwassereinsatz koordinierte. Mit drei Fahrzeugen und sechs Mann Besatzung half der ASB Ilmkreis direkt in Altenburg aus.
Infos und Anträge zur Hochwasserhilfe: ASB , Tel. (03628) 588410, E-Mail: info@asb-arnstadt.org
Quelle: otz.de

Die Flut als neue Chance – TLZ befragt Arbeitslose

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Was halten arbeitslose Menschen aus der Region davon, bei der Beseitigung von Flutschäden zu helfen? Mit einem entsprechenden Vorstoß war vor wenigen Tagen die Thüringer Regierungskoalition aus CDU und SPD an die Öffentlichkeit getreten.

Das Wiederaufbauprogramm soll sich insbesondere an Langzeitarbeitslose richten und neben der Beseitigung von Schäden durch das Frühjahrshochwasser auch präventiven Hochwasserschutz, zum Beispiel durch das Säubern von Flussbetten oder das Begradigen und Befestigen von Ufern, beinhalten.

Carmen Horn aus Berka/Werra hätte „nichts dagegen“, antwortete sie spontan. Die gelernte Zootechnikern ist eine von den Schlecker-Frauen, für die sich bislang kein neuer Arbeitsplatz gefunden hat. Elf Jahre war sie beim nun untergegangenen Familienimperium aus Süddeutschland beschäftigt, als das Aus kam. Noch nicht im Rentenalter, aber auch keine 35 Jahre mehr alt, muss sie ihre Existenz noch über ein paar Jahre sichern. Sie würde sich zutrauen, bei der Beseitigung von Flutschäden zu helfen, sagt sie. Voraussetzung wäre jedoch „eine vernünftige Bezahlung und der Einsatz entsprechend meiner Fähigkeiten“.

Auch Annabell Fischer aus Mihla kann sich für eine Arbeit in Flutgebieten erwärmen. Ihr gefällt an dem Plan besonders, dass er mit der Aussicht auf eine Qualifikation verbunden ist. Die junge Mutter ist Berufskraftfahrerin, sie kann einen Lkw fahren. Seit ihr Sohn geboren ist, ist das schwierig geworden. Wegen des Nachwuchses daheim wäre ihr natürlich wichtig, dass der Einsatzort möglichst nah ist.

„Da halte ich viel davon“, beantwortete auch Jens Horak die Frage, ob er an einem solchen Wiederaufbauprogramm teilnehmen würde. Der Einsatzort ist ihm nicht so wichtig, es könne schon weiter weg sein, aber: „Die Bezahlung muss stimmen.“ Da er bislang in mehreren Arbeitsverhältnissen beschäftigt war, verfügt er über viel Berufserfahrung. „Ich kann alles machen“, sagt er.

Den gemeinsamen Antrag wollen CDU und SPD nach der Sommerpause in den Thüringer Landtag einbringen. Finanziert werden soll das Wiederaufbauprogramm nach vorliegenden Informationen durch nicht abgerufene Mittel zur Wiedereingliederung von Arbeitslosengeld-II-Empfängern und zum anderen durch Mittel der Landesregierung.

Quelle: otz.de

Rehaklinik in Bad Langensalza will Hochwasser-Opfer aus Gera versorgen

Veröffentlicht: August 15, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Die Caritas öffnet morgen vier Spendenhallen.

Der Morgen begann gestern für einige Mitarbeiter der Reha-Klinik in Bad Langensalza eher ungewöhnlich: Es galt, Fahrräder, Stühle, Tische und Kartons voller Kleidung und Geschirr aus dem Verwaltungskeller zu tragen und in einen Transporter zu stapeln. Rund zwei Wochen hatten die Mitarbeiter dort alles gesammelt, was sie im eigenen Haushalt nicht mehr benötigten. Die Spenden erhalten Flutopfer in Gera. Verteilt werden sie von der Caritas, die morgen vier Spendenhallen in Gera öffnet.

„Ich habe heute extra noch einmal mein ganzes Geschirr durchgesehen und Salatschüsseln aussortiert“, erzählt Chefarzt Enrico Kahl. 2002 sei sein eigenes Haus nahe des sächsischen Freibergs vom Hochwasser überschwemmt worden. „Da mangelt es an allem“, sagt er.

„Vielen ist die Katastrophe schon nicht mehr im Bewusstsein. Für die Betroffenen aber ist die Sache noch längst nicht abgeschlossen“, sagte Chefarzt Kahl. Deshalb sollen in den nächsten Wochen auch bis zu drei Psychologen der Reha-Klinik für einen Tag in Gera helfen. Bei der Caritas sollen sie eine offene Sprechstunde anbieten.

„Die Gespräche sind als Erstberatung gedacht“, erklärte Verwaltungsleiterin Silke Kliem. Die Mitarbeiter der Klinik könnten aber dann an entsprechende Stellen weitervermitteln.

Zwei Menschen, die das Hochwasser besonders schwer traf, möchte die Klinik für 14 Tage in die Kurstadt einladen. „Wer dafür in Frage kommt, muss die Caritas in Gera entscheiden“, so Kliem.

Quelle: otz.de

Marius Koity über das erste und sicher nicht letzte Buch über die 2013-er Flut im Vogtland

Es ist nicht ganz das erste Buch über die 2013-er Flut auf dem Markt. Autoren aus Magdeburg und aus Passau waren etwas schneller. Gero Fehlhauer legt allerdings die erste gebundene Nach­betrachtung der Katastrophe im Vogtland vor. Weitere Dokumentationen des lo­kalen oder regionalen Hochwassergeschehens dürften und sollten auch folgen – nicht nur weil die Neuerscheinung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern auch weil es nicht genug Belege wider das Vergessen geben kann. Erst wenn der letzte Mensch wirklich begriffen haben wird, dass mit der Natur nicht zu spielen ist, wird ihre Gewalt nicht mehr so schmerzhaft, nicht mehr so zerstörerisch sein wie 1954 und nun fast 60 Jahre später.

Schön ist die Geste des Ver­lages und seines fleißigen Autors, immerhin 7,5 Prozent vom Preis des Buches für Flutopfer zu spenden. Der entsprechende Erlös der ersten Auflage wurde Geschädigten in Mühlwand gespendet. Wenn der Verkauf des Bildbandes weiter so gut läuft wie bisher – am besten im einheimischen Buchhandel bestellen! -, gibt es bald eine zweite Auflage. Für deren Spenden­anteil wird sich sicher auch ein Projekt in Greiz anbieten.

Quelle: otz.de

Nicht nur die Leute in Caaschwitz hoffen auf Normalität nach dem Hochwasser. Hätten die Verantwortlichen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ihre Hochwasserschutz-Konzepte schon eher aus den Schubladen geholt, hätte dieser Wunsch gar nicht erst aufkommen müssen.

Denn dann wäre es normal gewesen, dass sowas wie in Caaschwitz, Wünschendorf, Bad Köstritz, Untermhaus und Heinrichsgrün gar nicht erst passiert.

Normal wäre es eigentlich, dem unschuldigen Flüsschen namens Weiße Elster seine Überflutungsflächen zuzugestehen. Da braucht man ja nur mal im Stadtarchiv nach alten Karten mit historischen Flussverläufen zu stöbern und wie normale Leute ganz normale Schlussfolgerungen zu ziehen, wo sich das Wasser im Fall der Fälle sammeln wird.

Ebenfalls normal ist nämlich, dass sich ein Fluss wenig schert um die Befindlichkeiten der Erdenbürger. Wo er normalerweise lang fließt, entscheidet immer noch er. Doch was ist schon normal?

Quelle: otz.de

Die Awo-Kindertagesstätte „Zur Märchenbuche“ in Caaschwitz hatte mit dem Hochwasser den neuen Krippenbereich, Spielzeug-Schuppen und Klettergerüst verloren. Durch zahlreiche Spenden kann vieles wieder aufgebaut werden.

Caaschwitz. Auch heute noch ist das Hochwasser in der Awo-Kita „Zur Märchenbuche“ in Caaschwitz präsent. Fast täglich kommen die Kleinen mit ihren Erzieherinnen auf die Überflutung Anfang Juni zu sprechen, denn noch immer ist hier nichts, wie es vorher war. Den gesamten Krippenbereich, erst vor drei Jahren in einem neuen Anbau eingerichtet, hatte das dreckige Elsterwasser überspült. Die kleinen Bettchen standen im Wasser, die Spielsachen schwammen durch die Gegend. Auch im Garten, in der sich strömend die Weiße Elster ihr altes Flussbett suchte, war nichts mehr dort, wo es hingehörte. Der Spielzeug-Schuppen, das Hochbeet mit den Küchenkräutern, der Sandkasten – alles futsch.

Gestapelte Sandsäcke und mit Folie verdichtete Türen und Fenster hatten nichts genützt, das Wasser hatte sich seinen Weg gesucht.

Erst nach drei Tagen hatte Kita-Leiterin Gabriele Zepnik wieder einen Fuß in ihren Kindergarten setzen können. „Wir haben eine ganze Woche lang nur kaputte Sachen und Unrat rausgeschafft. Zwar haben wir versucht, einige Spielsachen zu reinigen, doch vieles wurde einfach nicht sauber. Und da die Kinder damit in Kontakt kommen, wollten wir kein Risiko eingehen, haben also vieles weggeschmissen“, sagt sie.

Eine Woche habe man den Kita-Betrieb nur eingeschränkt in einem Ausweichquartier realisieren können, doch die Eltern hatten großes Verständnis gezeigt und selbst mit angepackt. Selbst in diesen Tagen ist die große Gruppe im Gemeinderaum der freiwilligen Feuerwehr untergebracht und die Kleinen sind ins Obergeschoss gezogen.

Gabriele Zepnik hofft nun, den großen Garten ab September wieder voll nutzen zu können. Der Spielsand im Sandkasten und der Fallschutzkies ist durch Max Bögl bereits ausgetauscht worden. Die Kita-Kinder sind bereits jetzt schon ganz ungeduldig, endlich wieder auf ihrem geliebten Klettergerüst spielen zu dürfen. „Das ist noch aus DDR-Zeiten. Ihm galt die erste Frage der Kinder, als sie nach dem Hochwasser wieder herkamen. Zum Glück hat es die Flut überstanden“, erzählt Zep­nik. Der der Flut zum Opfer gefallene Kletterturm aus Holz soll im kommenden Jahr ersetzt werden.

Ohne die außerordentlich große Spendenbereitschaft der Menschen, sei ein Wiederaufbau der Kita unmöglich, sagt die Kita-Chefin. Noch immer ist sie überwältigt, wie viel und von wo ihnen überall finanzielle Unterstützung zuteil wurde: 17″380 Euro überwies die Stadt Sondershausen von ihrem Fluthilfe-Spendenkonto, 28″000 Euro Sonneberg von einem Benefizkonzert, Geld kam auch von der Daten Management Service GmbH und der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Triebeser Awo-Kita, von Mitarbeitern des Eisenberger Waldkrankenhauses und aus dem Jugendclub Töppeln. Auch den Kindern der großen Gruppe ist das bewusst. „Sie basteln mit Freude für jeden Spender ein Plakat“, sagt Gabriele Zepnik. Ein solches Dankeschön überreichten sie in der vergangenen Woche auch an Thomas Schick von Leo Pharma. Das Neu-Isenburger Unternehmen hatte über Klaus Winzer aus Gera von der verwüsteten Kita erfahren und brachte einen Scheck über 3000 Euro mit. „Für uns, die wir so weit weg sind von Ostthüringen, ist es unvorstellbar, wie schlimm es die Menschen hier teilweise erwischt hat“, sagte Schick. Auch dank ihnen kann der Krippenbereich mit einem Herbstfest bald neu eröffnet werden. Darauf freuen sich nicht nur die 43 Kita-Kinder, sondern auch die neun Erzieherinnen hoffen, dass dann endlich wieder so etwas wie Normalität einziehen kann.Kommentar

Quelle: otz.de

Reha-Klinik schickt Transporter mit Flut-Spenden nach Gera

Veröffentlicht: August 14, 2013 von fluthelfer in Hilfe, Thüringen

Bad Langensalza. In den vergangenen Wochen sammelten die Mitarbeiter Fahrräder, Möbel und Kleidung, um Betroffene der Flut zu unterstützen.

Der Morgen begann gestern für einige Mitarbeiter der Reha-Klinik an der Salza auf eine eher ungewöhnliche Weise: Denn es galt, Fahrräder, Stühle, Tische und Kartons voll Kleidung und Geschirr aus dem Verwaltungskeller zu tragen und in einen Transporter zu stapeln. Rund zwei Wochen hatten die Mitarbeiter in dem Keller alles gesammelt, was sie im eigenen Haushalt nicht mehr benötigten. Die Spende erhalten Flutopfer in Gera. Verteilt wird sie von der Caritas, die am Donnerstag vier Spendenhallen in Gera öffnet.

„Ich habe heute extra noch einmal mein ganzes Geschirr durchgesehen und Salatschüsseln aussortiert“, sagte Chefarzt Enrico Kahl im Gespräch mit unserer Zeitung. 2002 sei sein eigenes Haus in der Nähe des sächsischen Freibergs vom Hochwasser überschwemmt worden.

„Danach mangelt es an allem“, sagte Kahl. In einer Spendenhalle habe er sich nach der Flut eine Schaufel mitgenommen, um Schlamm zu beseitigen. „Das Wasser hatte mein gesamtes Werkzeug aus der Garage weggespült.“

Hochwasser von 2002 noch in Erinnerung

Ein dreiviertel Jahr habe es 2002 gedauert, bis Kahls Familie alles, was die Flut zerstörte, renoviert und ersetzt hatte. „Vielen ist die Katastrophe vielleicht schon nicht mehr im Bewusstsein. Für die Betroffenen aber ist die Sache noch längst nicht abgeschlossen“, sagte Kahl.

Deshalb sollen in den nächsten Wochen auch bis zu drei Psychologen der Reha-Klinik für einen Tag in Gera vor Ort sein. Bei der Caritas sollen sie eine offene Sprechstunde anbieten.

„Die Gespräche sind als Erstberatung gedacht“, erklärte Verwaltungsleiterin Silke Kliem. Die Mitarbeiter der Klinik könnten aber dann an entsprechende Stellen weitervermitteln.

Direkt nach dem Unglück schaffe es kaum einer, sich mit der Situation auseinanderzusetzen und sie zu verarbeiten, sagte Kahl. „Da muss erst einmal wieder das Haus bewohnbar gemacht werden, das familiäre Umfeld stabil sein.“ Erst kürzlich habe die Klinik in Bad Langensalza einen Patienten entlassen, der zu Hause wegen des Hochwassers noch weder Strom noch Wasser hatte. „Wir mussten ihm einen späteren Termin bei uns geben“, schilderte gestern Verwaltungsleiterin Kliem.

Zwei Menschen, die besonders schwer vom Hochwasser getroffen wurden, möchte die Klinik für 14 Tage einladen. „Wer dafür in Frage kommt, muss die Caritas in Gera entscheiden“, sagte Kliem. Die Idee zu helfen, sei kurz nach der Flut im kleinen Führungskreis entstanden.

Zwei Drittel der 150 Mitarbeiter beteiligten sich. Die Kurgäste habe man nicht in die Aktion miteinbezogen, sagte Kliem. „Die kommen meist nicht aus der unmittelbaren Umgebung.“

Dass sich das Klinikpersonal in der Stadt Gera engagiert, sei mehr oder weniger Zufall gewesen, sagte Kliem. Das Team habe entschieden, sich innerhalb Thüringens zu engagieren. „Den Ansprechpartner bei der Geraer Caritas haben wir dann vom Ministerium in Erfurt erhalten.“

Einen Transporter stellte das Autohaus Glinicke in Bad Langensalza. In Hauptgesellschafter Patrick Aldorf sei schnell ein Fahrer gefunden worden, der die Fracht nach Gera bringt.

„Für mich war es 2002 unglaublich ermutigend, zu merken, dass sich andere Menschen engagieren und mit uns zusammenstehen“, betonte Chefarzt Kahl – selbst wenn es nur um eine Schaufel gegangen sei.

Quelle: otz.de

Nach den großen Schäden durch das Hochwasser startet der VfB 1990 Steudnitz in die Spielzeit. Vorerst werden Räume und Sanitäranlagen der Regelschule mitgenutzt.

Dorndorf-Steudnitz. Nur kurz war der Bau eines neuen Vereinsheimes Thema der VfB-Vorstandssitzung. „Wenn mir jemand sagt, wo wir 300 000 Euro für ein neues Vereinshaus herbekommen, können wir über das Thema diskutieren. So aber ist es kaum einen Gedanken wert“, sagt Frank Regner, Vorsitzender beim Dorndorf-Steudnitzer Sportverein. Das Projekt „Neues Vereinshaus“ wurde im Zuge des Hochwassers an Regner herangetragen. „Ich kann schon nachvollziehen, dass man Bedenken hat, in das jetzige Haus wieder viel Zeit und Geld zu investieren.“ Die Steudnitzer hatte es in der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni schlimm erwischt. Die Fluten hinterließen dem Verein finanzielle Schäden in Höhe von mindestens 60″000 Euro, für die er selbst aufkommen muss, weil das Gelände dem Verein gehört und nicht wie andernorts der Kommune. Nur gut ein Zehntel der Summe wird aus staatlichen Mitteln geleistet, gut 16″000 Euro hat der Verein bislang selbst an Spenden gesammelt. Von Untergangsstimmung ist in den Reihen des VfB nichts zu spüren. „Das liegt an den vielen Helfern und Freunden. Jeder blickt nach vorn. Jeder will, dass hier Normalität einzieht“, sagt Regner.

Vor Wochen stand in Frage, ob man vor Ende August einen regulären Spielbetrieb würde abhalten können. „Wir spielen in jedem Fall“, sagt der Vorsitzende nun. In der Vorbereitungsphase habe man glücklicherweise alle Testspiele auswärts absolvieren können. „Das kam uns sehr entgegen.“ Wenn nun am Sonntag die SG Union Isserstedt in der Vorrunde zum Kreispokal anreist und der VfB am kommenden Samstag inklusive Juniorenspielbetrieb in die neue Saison startet, müssen alle Beteiligten sich vorerst zwar mit einigen Behelfsumständen arrangieren – Duschen etwa stünden frühestens nächste Woche wieder zur Verfügung, Toiletten, außer Dixie, vorerst überhaupt nicht – doch sieht Regner dem gelassen entgegen. Mit der jenseits der B“88 gelegenen Regelschule und dem Landratsamt habe man eine Vereinbarung, welche die Nutzung der Räume zum Umkleiden sowie die der sanitären Einrichtungen im Schulhaus erlaubt. „Es wird weinig Probleme geben.“ Vom Vorschlag des Ortsteilbürgermeisters Klaus Enkelmann, ein nicht mehr genutztes Nebengebäude der Schule dauerhaft als Vereinsgebäude umzubauen, hält nicht nur der Vorsitzende hingegen nichts. Der Fußweg vom Sportplatz zum etwa 60 Meter entfernten Flachbau ist dabei nicht das Problem, sondern die Überquerung der viel befahrenen Bundesstraße. Zumal auf der hier lange geraden Strecke durchaus sportlich gefahren werde, wie Regner zu Bedenken gibt. Allein die Fußballer im Nachwuchsbereich dauerhaft dieser Gefahr auszusetzen, komme nicht in Frage. Gegen die Gefahr andererseits, auf absehbare Zeit erneut derartige Hochwasserschäden zu erleiden, tue man derzeit in der noch laufenden Sanierung des Vereinshauses sein Möglichstes.

Quelle: otz.de

Barbara Toch und Wolfgang Schwarzentrub mussten schweren Herzens Hunderte ihrer Kunstwerke vernichten, die das Hochwasser zerstört hatte. In ihrer Galerie „uferlos“ vereinen sie nun Atelier, Werkstatt und Ausstellungsraum.

Ironie des Schicksals: „Der kleine Unfall“ heißt das Bild, das Barbara Toch 1991 malte. Darauf zu sehen ist ein Aquarium. Seit Juni dieses Jahres ist die Hälfte des Bildes mit einer dünnen Schicht feinen Schlammes überzogen – denn das Hochwasser hatte im Atelier der Geraer Künstlerin und ihres Mannes Wolfgang Schwarzen­trub ganze Arbeit geleistet.

Im sonst so schönen Untermhaus gelegen, hatte das Elsterwasser genau den Bereich 60 Zentimeter überflutet, in dem das Paar fast das komplette Werk seiner Künstlerlaufbahn lagerte: Ölbilder, Arbeiten auf Hartfaser, Buchbinderleinen, Papier und Pappmaché-Objekte. Das Wasser war durch die Grafikschränke einfach hindurch gelaufen. Hunderte Stücke waren auf diese Weise Opfer der Fluten geworden, waren wellig oder eingelaufen, nun ohne Farbe, also für Ausstellungen nicht mehr zu gebrauchen. „Vieles haben wir einfach weggeschmissen. Es wäre zu riskant gewesen, das schimmelige Papier wieder übereinander zu stapeln“, sagte Wolfgang Schwarzentrub. Er spricht von einer Art „Zeitraffer“, in dem sie sich während der Aufräumarbeiten befunden hätten, denn jedes Bild, das sie jemals gemalt hatten, musste auf Schäden geprüft werden.

„Dinge, die man 20 Jahre lang nicht in der Hand hatte, kamen so wieder ans Licht. Es war quasi eine erzwungene Rückschau im Schnelldurchgang.“

Auch Barbara Toch spricht von einer Zäsur: „So ein Erlebnis zwingt einen, einen anderen Blick auf die eigene Arbeit zu werfen. Es geht einem sehr nahe, aber es entspringt auch Neues daraus.“

Die beiden Künstler halten es für ein großes Glück, ein zweites Arbeitsatelier in der Greizer Straße zu haben. Hierhin hatten sie mit vielen Helfern und Unterstützung des städtischen Fachdienstes für Kultur einige ihrer künstlerischen Arbeiten retten und zum Trocknen ausbreiten können. Erst im Nachhinein fiel ihnen auf, dass sie die Galerie „uferlos“ genannt hatten – und wo kein Ufer ist, kommt auch so schnell kein Wasser. Wenigstens hier ist das empfindliche Gut sicher. Auch die jüngsten Arbeiten standen in der Greizer Straße und blieben so vom Hochwasser verschont.

Nun haben Toch und Schwarzentrub vor allem ihre großformatigen Werke in der Galerie „uferlos“ archiviert. Weil sie sich nicht unterkriegen lassen wollen, sind sie etwas enger zusammengerückt. „Jeder hat noch seinen separaten Atelierbereich, aber in jeder freien Ecke lagern unsere Bilder und im vorderen Raum finden weiterhin kleine Ausstellungen statt“, sagt Barbara Toch und freut sich schon auf je eine Schau im August und September und den 3. Herbstsalon im Oktober. Die Künstlerin beteiligt sich außerdem an der Ausstellung „Warten auf Gott“ im Kunstverein und arbeitet ohne Unterlass an neuen Bildern, die zur Ausstellungseröffnung am 12. September fertig sein müssen. Daneben fordert auch ein Lyrikprojekt mit Blättern zu Gedichten von Charlotte Grasnick ihre volle Aufmerksamkeit.

Zum Herbstsalon wollen Toch und Schwarzentrub das Hochwasser noch einmal thematisieren, ohne jedoch auf die Tränendrüse zu drücken. Die Rückschau sei zwar unfreiwillig gewesen, aber nun müsse man nach vorn schauen und sich lieber neuen Arbeiten zuwenden, als den alten nachzutrauern. Das Atelier in Untermhaus haben sie trotzdem aufgegeben.

Quelle: otz.de

CDU-Fraktion will Fluthelfer-Medaille als Ehrung

Veröffentlicht: August 13, 2013 von fluthelfer in Thüringen
Die Thüringer CDU-Fraktion will eine Auszeichnung für die Fluthelfer beim Juni-Hochwasser. Viele Thüringer hätten im Frühsommer freiwillig und zum Teil unter größeren Anstrengungen mitgeholfen, sich gegen die Fluten zu stemmen, erklärte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Wolfgang Fiedler, am Dienstag in Erfurt. Durch ihren Einsatz habe in zahlreichen Fällen ein weitaus größerer Schaden verhindert werden können.
Nach vorläufigen Schätzungen hat das Hochwasser in Thüringen Schäden in Höhe von rund 450 Millionen Euro verursacht. Betroffen waren vor allem Gera, das Altenburger Land, der Landkreis Greiz und der Saale-Holzland-Kreis.

„Besonders verdiente Helferinnen und Helfer der Flutkatastrophe haben den Dank des Freistaates verdient“, betonte Fiedler. Er forderte deshalb die Landesregierung auf, eine Fluthelfer-Medaille zu vergeben. Im benachbarten Sachsen können bereits Vorschläge für einen Fluthelfer-Orden abgegeben werden, mehr als 300 wurden bislang eingereicht.

Quelle: focus.de

Zeitz – Kanuten hatten im Hochwasser doppelt Pech

Veröffentlicht: August 13, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Im Bootshaus der Zeitzer Kanuten und am Neumühlenwehr in Haynsburg stand im Juni das Hochwasser. Noch immer sind nicht alle Schäden beseitigt.

Die Spuren des Juni-Hochwassers am Bootshaus der Zeitzer Kanuten sind noch deutlich sichtbar. An den Wänden ist der Putz kniehoch abgehackt, das Mauerwerk muss trocknen, die Tapeten fehlen an einigen Wänden, der Fußboden ist in vielen Räumen herausgerissen. „Wir haben hier rund 30 000 Euro Schaden erlitten“, sagt Michael Trummer, der im Verein zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit ist. Dabei hatte es die Kanuten sogar doppelt hart getroffen. Nicht nur das Bootshaus in der Zeitzer Stephanstraße wurde durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch das Gelände am Neumühlenwehr in Haynsburg. Und das kurz bevor dort die Deutschen Schülermeisterschaften stattfinden sollten.

„Wir hatten dann den Fokus erst einmal auf Haynsburg gelegt, um dort alles aufzuräumen“, sagt Trummer. Das gelang auch mit ganz vielen Helfern und so konnte der Wettkampf wie geplant stattfinden. Auch der normale Trainingsbetrieb läuft derzeit nahezu reibungslos im Zeitzer Bootshaus. Das war dem Verein wichtig, denn die Kanuten müssen trainieren, haben Wettkämpfe zu absolvieren.

Aber zu tun gibt es am und um Bootshaus noch einiges. „Das Außengelände ist wieder in Ordnung gebracht und drinnen ist alles so vorbereitet, dass es trocknen und wieder aufgebaut werden kann“, sagt Trummer. Das war Dank der Hilfe von Mitarbeitern möglich, die über die Zeitzer innovative Arbeitsfördergesellschaft (Ziag) am Bootshaus anpackten. Im Herbst, so sagt Trummer, soll dann das Bootshaus wieder so hergerichtet sein, dass es voll nutzbar ist. Vor allem die Turnhalle muss dann wieder benutzbar sein, da sie den Winter über viel zum Training gebraucht wird.

Quelle: mz-web.de

Limlingerode (Kreis Nordhausen). Bei der Hochwasser Katastrophe im Juni 2013 wurde in Friedeburg an der Saale die Kindertagesstätte „Spatzennest“ überflutet.

Das im Keller ausgelaufene Heizöl beschädigte das gesamte Gebäude stark. Bis zu der Flut wurden in der Kindertagesstätte ca. 50 Kinder zwischen 1 bis 6 Jahren betreut. Zwei Mitglieder des Limlingeröder Schützenvereins e.V. halfen dort am 14. Juni beim Aufräumen. Bei dem diesjährigen Schützenfest in Limlingerode startete der Schützenverein einen Spendenaufruf zum Wiederaufbau der Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Friedeburg.

Im Verlauf des Schützenfestes wurde eine Summe von 1.531 Euro gespendet, der Limlingeröder Schützenverein e. V. rundete diesen Betrag auf 2.000 Euro auf. Der Verein bedankt sich bei allen Besuchern für ihre Spendenbereitschaft. Am 12. August übergaben Mitglieder des Vereins den Spendenscheck der Kindertagesstättenleiterin Frau Eulenberg. Das Team des Kindergarten und die Kinder bedankten sich recht herzlich für die Spende und hoffen das der Kindergarten im Oktober diesen Jahres wieder bezogen werden kann.

Quelle: otz.de

Flutopfer: Mike Mohring will Langzeitarbeitslose mit ins Boot holen

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Das Saaletal gehört wie weite Teile des Ilmtals mit zum Wahlkreis von Mike Mohring. Der CDU-Fraktionsvorsitzende weiß deshalb aus eigener Anschauung sehr genau, wie die Menschen in Thüringen im Frühsommer unter dem Jahrhunderthochwasser zu leiden hatten.

Fast drei Wochen stand das Wasser auf Feldern, in Kellern und in Wohnhäusern. „Jetzt bekommen die Menschen die Gelder, die sie brauchen, um wiederaufzubauen, was zerstört wurde. Und das ist zum Teil gravierend. Auch hier müssen Menschen ihre Häuser verlassen, die Gebäude werden abgerissen, weil die Schäden so groß sind“, berichtet Mohring in einem Interview mit dem „Fraktions-TV“ der CDU-Landtagsfraktion.

Thüringen soll deshalb mit einem auf die speziellen Belange des Freistaates zugeschnittenen Wiederaufbauprogramm den Betroffenen unter die Arme greifen, schlägt Mohring vor.

Der gemeinsame Antrag mit dem Koalitionspartner SPD liegt mittlerweile unterschriftsreif vor. Er soll nach der Sommerpause in den Landtag eingebracht werden. Mit den darin neben der akuten Hilfe auch vorgeschlagenen Präventionsmaßnahmen soll für die Zukunft vorgebeugt werden, um Flutkatastrophen besser in den Griff zu bekommen. „Und vor allem geben wir den Menschen eine Chance und signalisieren denen, die betroffen sind: Wir helfen Euch. Wir lassen Euch nicht alleine.“

Einer der zentralen Punkte ist die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen bei den dort anstehenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Diese Projekte sollen zum einen durch nicht abgerufene Mittel zur Wiedereingliederung von ALG-II-Empfängern finanziert werden – deutschlandweit geht es hier um 2,5 Milliarden Euro – und zum anderen durch die Unterstützung der Landesregierung.

CDU und SPD sehen hierin auch eine Chance, Langzeitarbeitslose noch intensiver zu fördern. Der Bundesrechnungshof hatte hier bereits Handlungsbedarf angemahnt.

Quelle: otz.de

Die CDU im Thüringer Landtag will Langzeitarbeitslose bei der Bewältigung der Hochwasserschäden einsetzen. Fraktionschef Mohring sieht darin eine Chance zur Integration. Bezahlen sollen die Jobcenter.

 

Erfurt – Unbewohnbare Häuser, unterspülte Straßen, gesperrte Bahntrassen: Das Hochwasser im Juni hat in den betroffenen Gebieten riesige Schäden hinterlassen. Seit Wochen wird renoviert, aufgeräumt, abgerissen. Nun will die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag Langzeitarbeitslose einsetzen, um die Schäden im Freistaat zu bewältigen. Sie sollen den Vorstellungen der Abgeordneten zufolge vor allem eingesetzt werden, um die Infrastruktur an den Flüssen zu verbessern.

„Die Säuberung von Flussbetten oder die Begradigung und Befestigung der ausgespülten Uferränder helfen, Flutschäden künftig zu minimieren“, sagte Fraktionschef Mike Mohring am Sonntag in Erfurt. Dazu könne ein Wiederaufbauprogramm aufgelegt werden, über das befristete Arbeitsverhältnisse und eine Weiterqualifikation für Langzeitarbeitslose geschaffen würden. Ziel müsse es sein, die „Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen“, fügte er hinzu. Für die Betroffenen sei ein solches Programm eine Chance, integriert zu werden und ihren Nachbarn zu helfen.

Finanziert werden soll das Programm Mohring zufolge durch Mittel der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit. „Bundesweit wurden zum Beispiel 2012 fast 2,5 Milliarden Euro für Eingliederungsmaßnahmen durch die Jobcenter bislang nicht abgerufen.“ Die CDU sei sich mit ihrem Koalitionspartner SPD in wesentlichen Punkten einig, so Mohring.

500 Millionen Euro Schaden in Thüringen

Das Hochwasser hatte im Juni vor allem in Süd- und Ostdeutschland zahlreiche Häuser, Straßen und Bahntrassen unter Wasser gesetzt und dabei verheerende Schäden angerichtet. Mohring gab die Schadenssumme allein für Thüringen mit einer halben Milliarde Euro an.

Betroffene Bürger erhalten bis zu 80 Prozent des Schadens aus einem Hilfsfonds erstattet. Versicherungsleistungen und andere Hilfen würden dabei angerechnet, erklärte das Bundesfinanzministerium Ende Juli. Insgesamt acht Milliarden Euro hatte der Bundestag im Juni als Hilfe gebilligt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte angekündigt, erste Zahlungen aus dem Hilfspaket sollten noch im August fließen. Auch die EU will sich beteiligen.

Laut dem Versicherer Munich Re ist die jüngste Flut in Bayern und Ostdeutschland eine der teuersten, die Deutschland je erlebt hat. Für alle betroffenen Länder in Europa zusammen rechnet Munich Re für 2013 mit mehr als zwölf Milliarden Euro ökonomischen Flutschäden.

Quelle: spiegel.de

Das aktuelle Programm des Kabaretts „Fettnäppchen“ nimmt das Hochwasser-Management und OB Viola Hahn aufs Korn. Fettnapp-Chefin Eva-Maria Fastenau denkt, den Nerv getroffen zu haben und steht zu ihrer Truppe.

Frau Fastenau, manch einer nennt Ihre Späße des neuen Fettnapp-Programms „platte Albernheiten über die OB“. Wie nennen Sie diese Art von Humor?

In diesem Fall ist es eine Zustandsbeschreibung. Es gibt nun einmal allgemein gültige Empfehlungen für Business-Garderobe.

Hat Gera diesen Humor?

Auf jeden Fall! Das Wesentliche an unserem neuen Programm „Kabarett unterm Schloss – Was ist los in dieser Stadt?“ ist doch, dass Leute, die während des Hochwassers schlimme Erlebnisse hatten, wieder darüber lachen können.

Was verstehen Sie und ihr „Fettnapp“-Team eigentlich unter Kabarett?

Das Problem ist doch, dass wir uns kabarettistisch mit Persönlichkeiten der Lokalpolitik beschäftigen. Wenn unsere Witze Politiker auf Landes- oder Bundesebene betreffen – wie zum Beispiel Pofalla oder Zimmermann – , haben die Leute kein Problem damit. Die Nähe unserer spitzen Bemerkungen zu Kommunalpolitikern kann dagegen den ein oder anderen verunsichern. Man findet es unter Umständen befremdlich, wenn wir mit dem Finger auf jemanden zeigen. Ich nehme an, weil man plötzlich Angst hat, sich positionieren zu müssen.

Es ging ja nicht nur um Pofallas Kartoffelgesicht. Der Style-Papst Karl fand noch andere Opfer, dessen Äußeres er während des Abends durch den Kakao ziehen konnte…

Dass man sich auch über jemandes Äußerlichkeiten lustig macht, ist ein wesentlicher Bestandteil von Kabarett. Wir haben doch schon bei Bundeskanzlerin Merkel gesehen, dass sich das Gerede um ihr Erscheinungsbild eingestellt hat, sobald sie angefangen hat, auf die Stylingtipps ihrer Berater zu hören. Als die Zeit der weißen Knöpfe vorbei war, beschäftigte sich auch keiner mehr mit ihrem Äußeren.

Was raten Sie denn Frau Hahn?

Erstmal Knigge lesen.

Was glauben Sie, versteht Ihr Publikum solche Gags?

Selbstverständlich! Schließlich sind die keine Einzelmeinung. Und die heftige Reaktion auf diese Nummern in unserem aktuellen Programm zeigen uns, dass wir einen Nerv getroffen haben!

Scherze auf die Äußerlichkeiten von anderen sind ein dankbares Geschäft. Die Lacher sind einem sicher, denn jeder ist doch gern ein bisschen schadenfroh, oder?

Ich denke, es lacht da jeder gern, weil es mittlerweile wirklich Gesprächsthema ist. Spätestens seit dem royalblauen Kleid zum Neujahrsempfang fragt sich doch jeder, was Frau Hahn zu ihren Terminen trägt. Es gibt allerdings wenige, die sich trauen, das laut auszusprechen. Unser Publikum war wohl eher erleichtert, dass das jetzt mal jemand gemacht hat.

Hatten Sie Viola Hahn zur Premiere ins Hofgut eingeladen?

Nein. Das hat bei uns Tradition, wir laden generell keine Politiker ein. Nicht, weil wir sie nicht in Verlegenheit bringen wollen. Eher, um ihnen die Mühe der Absage zu ersparen.

Kommen die trotzdem manchmal zu den Aufführungen?

Frau Hahn war glaube ich noch nicht bei uns. An Herrn Rauch als Gast kann ich mich auch nicht erinnern. Aber Herr Vornehm war ab und zu mit seiner Familie in unseren Vorstellungen – einfach, um einen netten Abend zu haben, nehme ich an, nicht des Amtes wegen.

Wieso traten Sie eigentlich kürzlich bei einer Veranstaltung der Linken auf? Aus Sympathie?

Wir haben das gemacht, weil wir gebucht waren. Jeder, der uns bucht, kriegt auch sein Programm, wir leben schließlich davon aufzutreten. Und wir waren auch schon bei der FDP und der CDU.

Bekommt da der, der sie bezahlt, Zoten nach Wunsch, quasi auf seine politische Ideologie passend?

Nee, wir machen immer unser eigenes Programm. Ich singe da auch gern mal dasselbe Lied bei allen – bei manchen passt es dann wie angegossen, bei anderen ist dann eben ein bisschen Häme dabei.

Sie machen derbe Späße über andere. Selbst dürfen Sie da nicht zimperlich sein. Wie gehen Sie mit Kritik um?

Wer den Kopf raussteckt, muss gegenwärtig sein, dass er eins draufkriegt. Umgang mit Kritik ist für uns etwas ganz Normales. Nach jeder Probe gibt es einen Tagesordnungspunkt, der heißt Kritik. Man lebt damit, dass es Kollegen und andere Menschen gibt, die die eigene Leistung beurteilen. Auf der Bühne muss man so oder so die eigene Eitelkeit ganz weit wegschmeißen. Deswegen geht man auch mit Kritik locker um.

Wer in der Öffentlichkeit steht, wie Sie oder wie Frau Hahn, muss also hart im Nehmen sein?

Wer sich was ausdenkt oder wer was macht, muss davon ausgehen, dass es Leute gibt, die den Geschmack nicht teilen oder mit den Entscheidungen nicht einverstanden sind. Man kann doch nicht erwarten, dass jedem alles gefällt. Aber man kann trotzdem bei seinem Standpunkt bleiben, der hat immer seine Existenzberechtigung.

In Ihrem neuen Programm geht es neben den Outfits unserer Stadtchefin noch um zahlreiche andere Themen. Was, hoffen Sie, nimmt das Publikum mit nach Hause?

Ich hoffe, die Leute nehmen das als Fazit, was wir uns gedacht haben: Wo woanders nach solchem Missmanagement Köpfe rollen, geht man hier zur Tagesordnung über. Es wäre ehrlicher von Frau Hahn gewesen zu sagen „Wir haben die Situation unterschätzt“, statt „Wir haben alles richtig gemacht“. Wenn man wie wir persönlich vom Hochwasser betroffen war, hat man aber eben die Erfahrung gemacht, dass sich keiner für einen interessiert hat.

Man wird den Eindruck nicht los, dass sich da über die Zeit etwas angestaut hat?

Na klar. Wir beobachten eben schon lange die Situation in der Stadt und im Rathaus und analysieren die vielen sichtbaren Probleme. Leider sehen wir weder Perspektiven noch Visionen. An einem bestimmten Punkt haben wir dann gemerkt, dass wir keinen Bock mehr haben, Rücksicht zu nehmen. Dann entlädt sich die Wut schon mal.

Ist das die Schwierigkeit am Kabarett machen?

Nicht immer einfach ist es, dass man die ernste Situation, die einen aufregt, und die Ärgernisse, die man selbst spürt oder die einem andere zutragen, so runterbrechen muss, dass sie witzig werden. Auf der anderen Seite darf man nicht zu sehr in der Wunde stochern, damit es auch lustig bleibt. Es soll ja nicht vordergründig lustig, sondern durchdacht und logisch sein.

Hat man trotzdem eine Stimme im Kopf, die einem sagt, den Witz lässt du mal lieber?

Die Schere im Kopf ist schon vorhanden, die abcheckt, wie weit man gehen kann. Dann muss man sich nur entscheiden, entweder oder.

Reagiert man in den folgenden Vorstellungen auf die Kritik der Zuschauer?

Wenn uns Besucher sagen, dass sie etwas nicht verstanden haben oder ein Übergang von einer Nummer zur anderen nicht so toll war, versuchen wir schon, das zu ändern. Aber man schreibt deswegen nicht das ganze Programm um. Ich stehe voll und ganz hinter dem, was wir machen!

(Das Programm „Kabarett unterm Schloss – Was ist los in dieser Stadt?“ wird bis in den September regelmäßig im Hofgut gespielt. Aufgrund des großen Interesses wurde am 20. August, 19.30 Uhr, sogar eine Zusatzvorstellung eingeplant. Die letzte Aufführung ist am 3. Oktober.)

Quelle: tlz.de

Ein Weimarer Sonntag für Weimar im Uhrenwerk

Veröffentlicht: August 12, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Weimar. Die Benefiz-Veranstaltung „Weimarer für Weimarer“ lockte Familien und Musikfreunde an. Der Kassensturz folgt noch diese Woche.

Fünf Bands und Solokünstler. Vier Hüpfburgen und ein Bällebad, Basteln, Schminken und ein Zauberer. – Rockpirat und Uhrenwerk-Hausherr Martin Mendel, die Initiatoren der Benefizveranstaltung „Weimarer für Weimar“, hatten sich alle Mühe gegeben. Und tatsächlich funktionierte vor allem die Idee des Familiennachmittags zu Gunsten der Opfer von Unwetter und Hochwasser. Mehrere Hundert Gäste kamen am Sonntag in die Straße am Alten Speicher und waren gern bereit die drei Euro Eintritt für den guten Zweck zu zahlen.

 

Ein Großteil der Gäste gehörte zur Gruppe Dreikäsehoch und hatte viel zu entdecken. Drei Hüpfburgen von Krautis Spielmobil deckten alle Altersgruppen ab. Die luftgefüllte Riesenrutsche setzte für die ganz Mutigen den Punkt aufs I. Auf die Kreativen wartete die Agentur Dekoweise. Die Agentur „Hinter den Coulissen“ zauberte Schmetterlinge und Farben in die Gesichter der Mädchen und Jungen. Ein paar Meter weiter hatte Zauberer Picaro alle Hände voll zu tun, denn die Kinder sahen es als eine Art Sport an, seine Tricks zu entschlüsseln. DJ Gekstar legte sanften Nachmittagssound über die Szenerie.

 

Auf der Uhrenwerk-Bühne gaben sich derweil die musikalischen Gäste der Veranstaltung ein Stelldichein. Andreas Max Martin durfte sicher sein, an diesem Nachmittag neue Freunde seines Programms gefunden zu haben. „Da musst du echt zuhören“, lobte Passat-Rocker Hansi Hißbach, der den Rock-Pop-Chansonier zum ersten Mal hörte. Da hatte es der Solo-Philipp aus Jena schon schwerer, mit seiner Hoppelrock-Satire zwischen Ikea und Kühlschrank die Stimmung zu steigern.

 

Ganz anders die Heimspiele von Boderline, Passat und Rockpirat. Sie konnten auf eingefleischte Fans im Publikum bauen. Die Band um Martin Lott sorgte so mit einem Ausschnitt aus ihrer „Greatest Hits Show“ auch für den ersten Stimmungshöhepunkt in der Konzerthalle. Wer Passat lange nicht gehört hatte, der durfte durchaus staunen. Denn Maria, Hansi & Co. präsentierten eine große Bandbreite aktueller Hits und Evergreens.

 

Fast mochte man es undankbar nennen, dass die Initiatoren der Veranstaltung am längsten auf ihren Auftritt warten mussten. Doch die Rockpiraten betrachteten das Acht-Stunden-Benefiz schon als ihre Veranstaltung. So sorgte ihr Technik-Team für den Sound aller Künstler, bis auch Marco, Steffen und Band die Halle rockten. Der letzte Ton des Abends war bei Redaktionsschluss noch nicht gespielt, der Kassensturz noch nicht erfolgt.

Quelle: otz.de

Die Sparkasse Aurich-Norden hilft hochwassergeschädigten Sportvereinen in der Stadt Gera und im Landkreis Greiz. Am Dienstag sind zwei Sattelzüge mit Büromöbeln eingetroffen, teilte die Stadt mit.

Zustandegekommen war die großzügige Hilfsaktion durch Annika Kövesdi. Die Mitarbeiterin der Sparkasse Gera-Greiz arbeitete bis 2012 bei der ostfriesischen Sparkasse. Als ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen vom Hochwasser Anfang Juni in Gera erfuhren, war die Hilfsbereitschaft groß, heißt es weiter in der Mitteilung der Stadt.

„Besonders überwältigt waren sie von den Folgen, die das Hochwasser bei den Sportvereinen hinterlassen hat“, erinnert Markus Morbach, Vorstandsmitglied der Sparkasse Gera-Greiz und Präsident des Stadtsportbundes. Nicht nur Sportstätten und geräte, auch Vereinsbüros waren in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die Sparkasse Aurich-Norden, die ihre Hauptstelle neu ausstattet, stellte zwei Sattelzüge mit gebrauchten, aber bestens erhaltenen Stühlen, Tischen, Schreibtischen und Büroschränken zusammen und sponserte den Transport nach Thüringen.

Die Sachspenden sollen vom Hochwasser betroffenen Sportvereinen der Stadt Gera und des Landkreises Greiz zugute kommen. „Das ist Ausdruck der Solidarität der Sportler untereinander und unserer Bestrebungen, die Verbindungen zwischen dem Stadtsportbund Gera und dem Kreissportbund Greiz zu intensivieren“, erklärte SSB-Präsident Markus Morbach. „Die Möbel sind in einem sehr guten Zustand“, lobte Uwe Jahn, Vorsitzender des Kreissportbundes Greiz in der Mitteilung der Stadt.

Betroffene Sportvereine, die Bedarf an Mobilar haben, wenden sich bitte an die Geschäftsstelle des Stadt- bzw. des Kreissportbundes. Die Möbel sind bei der BLR Lager- und Handelshaus GmbH Ronneburg eingelagert, deren Geschäftsführer Andreas Lauterbach, zugleich Präsidiumsmitglied des Stadtsportbundes Gera, dafür 200 Quadratmeter Hallenkapazität unentgeltlich bereitstellt.

Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn würdigte die Spendenaktion. „Es ist bewegend zu erleben, dass 600 Kilometer keine Entfernung darstellen, um so eine beeindruckende Hilfsaktion zu organisieren. Mein Dank gilt der Sparkasse Aurich-Nord, dem Stadtsportbund, der BLR Lager- und Handelshaus GmbH und natürlich ganz besonders Frau Kövesdi, durch deren Kontakt das möglich wurde“, hebt Hahn hervor.

Quelle: otz.de

Das Zentrallager der Caritas in der Greizer Straße in Gera ist angefüllt mit Sachspenden für Flutopfer aus dem gesamten Bundesgebiet.

Vor zwei Monaten hallte noch die Stimme in den leeren Räumen in der Greizer Straße 53, als Caritasgeschäftsführer Andreas Zube sie von Vertretern der Geraer Wohnungsgesellschaft Gewo für das zentrale Spendensammellager übernahm. Inzwischen ist kein Fußbreit Platz mehr auf der 250 Quadratmeter großen Fläche. Lagerleiterin Isabel Sander berichtet: „Täglich wurde das Lager voller. Große Brummis rollten an mit Auslegware der Teppichfabrik Münchenbernsdorf, 40 neuen Waschmaschinen, neuwertigen Staubsaugern, Schrankwänden aus Esslingen oder Elektroherden und Couchgarnituren vom Rotary Club Stuttgart. Dazu kommen private Möbel- und Kleiderspenden bis hin zu Getränken und Körperpflege vom Globus-Markt in Trebnitz. Es ist überwältigend und es ist noch nicht zu Ende.“ In etwa anderthalb Wochen werde man nach Prüfung der Anträge aus ganz Ostthüringen mit der Ausgabe beginnen , erklärte Andreas Zube. Weitere vier Lagerräume seien ebenfalls gut gefüllt, so dass sich die Sachspenden jetzt auf rund 1000 Quadratmetern Fläche verteilen. Fünf Helfer für schwere Räum- und Ausgabearbeiten sind über das Job-Center eingestellt. Regina Verhoeven, mit besten Erfahrungen als Leiterin des ICO-Kaufhauses der Caritas in der Geraer Zschochernstraße, wird hier im Lager die Spenden mit verwalten, sortieren und ausgeben.

Weniger materielle als vielmehr ideelle Hilfe will Sozialarbeiterin Nadine Wehlte im Auftrag der Caritas leisten. Die 33-Jährige hat eine kaufmännische Ausbildung in der Sanitär- und Heizungsbranche abgeschlossen und gerade ihr Studium als Sozialarbeiterin in Leipzig beendet: „Menschen zu helfen, die über Nacht in eine so schwierige Situation geraten sind, ist eine Aufgabe , auf die ich mich freue.“ Die junge Frau hofft, Betroffene an Weißer Elster oder Pleiße im Altenburger Land sachkundig zu beraten, wenn es um die Ausschöpfung finanzieller Unterstützung, bauliche Beratung oder eine völlig neue Lebensplanung geht.

Andreas Zube erlebte bei Begegnungen mit Hochwasseropfern, „dass viele immer nur von einem Tag zum anderen arbeiten und denken konnten, oft bis an den Rand der Erschöpfung gerieten. Viele, die im Uferbereich wohnen, stellen sich die bange Frage, ob es überhaupt lohnt, hier wohnen zu bleiben. oder besser vor der nächsten Flut umzuziehen.“ Ein bisschen Lebenshilfe will Nadine Wehlte in strapazierte Familien bringen. Für viele gehe es nicht nur um einen neuen Teppich oder Wäschetrockner, sondern um existenzsichernde Maßnahmen, ruft Andreas Zube noch einmal die Wucht der Ereignisse mit ihren verheerenden Folgen in Erinnerung, die das Hochwasser vom Juni des Jahres vielen Ostthüringern brachte.

Noch immer laufen Entfeuchter auf Hochtouren, so dass Auslegware oder Möbel kahl geräumte Wohnungen noch nicht wieder zu einem wirklichen Zuhause machen können, obwohl sie gebraucht werden. Hier ist Logistik gefragt bei der Verteilung von Bad Köstritz bis nach Gößnitz.

Quelle: otz.de

Spenden für 110 Gößnitzer Opfer verteilt

Veröffentlicht: August 9, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Vergabekommission hat entschieden

Gößnitz. Nur eine halbe Stunde hat die Sitzung der Spenden-Vergabekommission für die Hochwasseropfer vorgestern Abend in Gößnitz gedauert und die Liste der Verwaltung mit 110 Vorschlägen war abgesegnet.

 

Was so schnell über die Bühne geht, hat meist eine Sisyphos-Arbeit vorher gekostet. So auch in der Pleißestadt. Aus den rund 580 Fällen von privaten Schadensmeldungen musste herausgearbeitet werden, wer für die Vergabe überhaupt infrage kommt. Mit der Gießkanne wollte der Stadtrat die Gelder nicht verteilen. Eine Mitarbeiterin des Hauptamtes habe wirklich jeden einzelnen Fall geprüft und nach Versicherungsleistungen abgeklopft, sagte gestern Hauptamtsleiterin Dorothee Philipp auf Nachfrage der OTZ-Schmöllner Nachrichten. Dadurch seien einige aus dem Pool der zu bedenkenden Fälle herausgefallen. Auch wurden Schäden im Keller, an Außenanlagen und Garten sowie erhaltene Spenden oder Ikea-Gutscheine und die Soforthilfe herausgerechnet. Letztlich setzte die Stadtverwaltung eine Ausgangsschadenshöhe von 5000 Euro fest. Es sei keine Gerechtigkeit zu erzielen in solchen Fragen, sagte die Hauptamtsleiterin. Aber man sei darum bemüht, es so gerecht wie möglich zu machen.

 

Spenden zwischen 500 und 2000 Euro vergeben

Übriggeblieben sind 110 Geschädigte, die zwischen 500 und 2000 Euro Spendengelder erhalten. Wer einen Schaden von über 5000 bis 10000 Euro zu beklagen hat, bekommt jeweils 500 Euro, jede 5000 Euro höher wurden mit 250 Euro mehr bedacht. 1000 Euro erhielt also ein Privathaushalt mit 20 000 Euro Schaden. 114 500 Euro an Spendengeldern wurden insgesamt verteilt, die entweder für private Opfer gestiftet waren oder aber ohne Zweckbestimmung auf dem Spendenkonto der Stadt landeten. Drei Fälle mit einem relativ hohen Schaden allerdings seien noch nicht endgültig geklärt, sagte die Hauptamtsleiterin. Überdies stünden dem Bürgermeister noch 5800 Euro von der Gesamtsumme zur Verfügung, um eventuell neu eingehende Härtefälle bedenken zu können. Erfreut zeigte sich Dorothee Philipp darüber, dass es einen ersten Gößnitzer gebe, der die Soforthilfe wegen gezahlter Versicherungsleistungen zurückgegeben habe. Aber es gebe auch Fälle, wo die Stadt möglicherweise ihrerseits das Geld zurückfordern müsse.

Quelle: otz.de

„Beim Hochwasserschutz gibt es kein Sorglos-Paket“

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Thüringen

Das Jahr 2013 stellte die Erfurter Wasserexperten schon vor einige Herausforderungen. Die Schutzbauten haben sich bisher aber bewährt.

 Wie beurteilt der Wasserexperte den bisherigen Jahresverlauf 2013?

Das Jahr 2013 ist wasserwirtschaftlich schon jetzt eine Herausforderung.

Sie unterscheiden zwischen Starkregen, Schneeschmelze, Hochwasser. Wo ordnen Sie die Erfurter Ereignisse von Mai und Juni ein?

Die Schneeschmelze 2013 ist relativ geordnet abgeflossen. Dann kamen die Niederschläge im Mai zu Pfingsten und bis 2.Juni. Der starke Regen stellte die Nebenvorfluter in den Ortsteilen auf eine Bewährungsprobe

Danach kam ein Dauerregengebiet, das das Einzugsgebiet von Gera und Apfelstädt reichlich mit Wasser versorgte. Hier waren die Hochwasserspitzen am 31. Mai und 1. Juni am Pegel Möbisburg etwa mit dem Sommerhochwasser von 1984 vergleichbar. Damit nicht genug, folgte am 20. Juni ein Niederschlagsgebiet über den Haarberg, es traf den Linderbach. In 2 Stunden fielen 80 Liter auf den Quadratmeter. Diese Menge in diesem Zeitraum liegt über dem statistischen Abflusswert des Jahrhunderthochwassers (HQ100), der die Hochwassermenge für Gewässer einstuft.

Stichwort Hochwasserschutz – was hat sich bewährt ?

Dank der Gewässerumbauten am Eingang zum Orphalgrund blieb in Tiefthal der Weißbach in seinem Bett. Die Schadensbilanz für Erfurt fiel dank einer guten Gewässerunterhaltung und einer guten Koordinierung in der Leitstelle des Katastrophenschutzes relativ gering aus.

Gut klappte das Zusammenspiel der Freiwilligen Wehren mit den Ämtern der Stadt. Den Hochwasserschutz in Möbisburg konnten wir leider aus planungsrechtlichen Gründen bis jetzt noch nicht umsetzen. Der Planfeststellungsbeschluss ist aber jetzt rechtswirksam.

Sie sind auch Fachberater im Katastrophenschutz. Wo sehen Sie dringend Handlungs- und Klärungsbedarf?

Zuallererst müssen Hochwässer als ein Naturereignis und als ester Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs vom Bürger akzeptiert werden. So ein starker Niederschlag wie am 20. Juni kann von keiner Kanalisation und teils von den Gewässern nicht aufgenommen werden. Auch fehlt es dem Wasser durch die Bebauung an Platz zum Abfließen.

Konnte der Deich nach den Problemen 2011 bei Bischleben rechtzeitig stabilisiert werden?

Die Ursachen der plötzlichen Setzung konnten nicht mehr ermittelt werden. Die zuständige Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie ertüchtigte den Deich. Gleichzeitig wurde das Gewässerbett geräumt. Das hat sich in Bischleben beim Hochwasser positiv ausgewirkt.

Haben sich die Schutzbauten bei Molsdorf bewährt?

Ja, die Schutzbauten und auch der kleinteilige Hochwasserschutz in den Oberläufen der Kleingewässer.

Es fallen aber immer die selben Namen bei den Katastrophenmeldungen: die Wasserdörfer Hochheim, Bischleben zum Beispiel. Ist Büßleben neu dazu gekommen und warum?

Wir müssen bei den Hochwasserereignissen unterscheiden: Im Bereich des Linderbaches waren die Niederschläge – eine Sturzflut – am 20. Juni besonders heftig. Der Peterbach in Büßleben ist Bestandteil des Linderbaches in seinem Oberlauf.

Dort gibt es Gewässereinbauten, die den Abfluss behindern; zum einen die Brücke über den Peterbach an der Straße „Zur Trolle“ und zum anderen die Wehreinbauten am Platz der Jugend. Hier ist immer die Gefahr, dass sich durch umgestürzte Bäume oder herabfallende Äste Treibgut bildet. Das macht bei Hochwasser zusätzliche Probleme.

Nach Ihren Beobachtungen: Werden die Unwetterabstände kürzer und deren Heftigkeit weiter zunehmen? Was bedeutet das für den Schutz?

Ob die Häufigkeit zunimmt oder ob wir durch eine hochwertigere Nutzung der Grundstücke empfindlicher geworden sind, mag ich nicht beurteilen. Am 24. Mai haben wir erst der Thüringer Sintflut von Bruchstedt im Jahr 1950 gedacht.

Wir werden unsere Philosophie zur Schaffung von naturnahen Wasser-Rückzugsräumen in den Oberläufen der Gewässer mit den Kollegen von Naturschutz und Gewässerunterhaltung mit Nachdruck fortsetzen. Wo notwendig, setzen wir den technischen Hochwasserschutz um wie am Wiesenbach und an der Gera in Möbisburg.

Wichtig ist es, die Bürger zu sensibilisieren, dass Starkniederschläge wie am Linderbach oder Hochwässer wie an der Gera immer Naturereignisse sind, die nicht einhundertprozentig durch Hochwasserschutzmaßnahmen verhindert werden können. Es gibt kein Sorglospaket im Hochwasserschutz. Jeder muss an seinem Haus und Grundstück prüfen, wie durch Eigenvorsorge Schäden durch Hochwasser vermieden werden können. Das nächste Hochwasser, das nächste Starkregenereignis kommt bestimmt.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

 

 

Nach Hochwasser sind in Gera viele Wände immer noch feucht

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Acht Wochen nach der Flut ist in Gera Geduld gefragt. Der ASB hilft mit mobilen Luftentfeuchtern.

Sie sind ein begehrtes Gut auch acht Wochen nachdem das braune Elsterwasser wieder aus den Wohnungen und Kellern abgeflossen ist: Mobile Luftentfeuchter. 50 dieser Geräte verleiht ab sofort der Regionalverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) an Betroffene. Die ersten sieben Trockner sind zu Wochenbeginn verteilt worden.

„Wir verleihen die Geräte zum Nulltarif. Wer eines braucht, meldet sich einfach bei uns“, sagte Günther Linsel, stellvertretender ASB-Vorstandsvorsitzender. Bereits im Juli hatte der Verband Raumentfeuchter zur Verfügung gestellt. Weil sie gefragt waren und es schnell eine Warteliste gab, wurde die Zahl der Geräte nun aufgestockt. Nasse Wände trocken zu legen, sei immer noch ein Thema. Selbst zwei Monate nach der Flut und bei diesem Kaiserwetter, betont Günther Linsel, und Betroffene wie Lutz Celary nicken. Rund 1,70 Meter stand das Wasser im Keller des Debschwitzers. Werkstatt und Fitness-Raum sind dahin. „Wir haben von dem Angebot des ASB aus der Zeitung erfahren, kamen dann aber gleich auf die Warteliste, weil die Nachfrage so groß war“, sagte er, froh, dass es nun geklappt hat. Auch Dieter Höfer aus Zwötzen, Christa Meißner aus Untermhaus und Peter Hoffmann aus Heinrichsgrün steht die Dankbarkeit ins Gesicht geschrieben.

Organisiert hat die Raumentfeuchter der ASB-Bundesverband. „500 Trockengeräte haben wir angeschafft. Sie kommen vor allem in den Hochwassergebieten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zum Einsatz“, sagte Dirk Biereige, der beim Samariterbund die Hochwasserhilfen koordiniert.

! Wer Raumentfeuchter braucht, meldet sich unter (0365) 4304730

Quelle: otz.de

20.000 Bücher hatte Andreas Funke-Reuter zusammengetragen, nur wenige konnte er nach der Regenflut noch retten. Über 400 Jahre hat die Bibel von Andreas Funke-Reuter überstanden, Feuersbrünste wie Dutzende Kriege. Die Regenflut vom Juni aber könnte ihr Ende bedeuten.

Als der Boden nach tagelangen Niederschlägen nichts mehr aufnehmen konnte, floss das Wasser über die Erde wie über Beton, staute sich in Gräben und Senken zu einer riesigen Welle auf, die sich am 20. Juni durch Bad Berka und Tiefengruben, Tonndorf und Isseroda, Nohra und auch Linderbach wälzte.

Dort ergossen sich die Wassermassen in den Peter- und den Linderbach und überschwemmten binnen weniger Minuten die Gartenanlage, die Kreuzung der vielbefahrenen B7 und die angrenzenden Häuser.

Als eines der ersten traf es das Haus, in dem Andreas Funke-Reuter mit seiner Lebensgefährtin wohnt. Durch die Kellerfenster sahen sie das Wasser kommen. Weil das Untergeschoss als Wohnung ausgebaut war, hatte der Theologe dort seine Bibliothek eingerichtet. Etwa 20.000 Bücher standen in den Regalen.

Seit der Lehrzeit trug der langjährige Pfarrer sein Geld in Buchhandlungen und Antiquariate, erstand Romane und Krimis, wissenschaftliche Werke, Partituren und theologische Schriften. Zum Familienbesitz gehörte auch eine gut erhaltene, seltene Bibel aus dem Jahr 1609. Die liegt nun zwischen Fisch und Gemüse in der Tiefkühltruhe, um die verheerende Schimmelbildung zu verhindern.

Denn am Abend des 20. Juni schwamm die Heilige Schrift wie alle anderen Bücher in der schlammigen Brühe. Mit Handtüchern und Wischlappen stellten sich Andreas Funke-Reuter und seine Lebensgefährtin dem Wasser entgegen, mussten sich aber der ungestümen Kraft schnell geschlagen geben: „Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser fast zwei Meter hoch im Raum, warf die schweren Regale um und spülte die Bücher durcheinander“, erinnert sich der 52-Jährige.

1500 Euro Haushaltshilfe von „Thüringen hilft!“

Nur etwa 2000 Bände konnten sie retten, sie liegen verklebt und verklumpt in der Garage. Schlamm und Schimmel ziehen sich auch über die umfangreiche Briefmarken-Sammlung, durch Fotoalben und persönliche Dokumente.

Nach einer jahrelang unentdeckten schweren Krankheit, die zur frühen Erwerbsunfähigkeit führte, weiteren schlimmen Schicksalsschlägen, dem Verlust geliebter Menschen und der Flut hat sich auch der Theologe schon die Frage gestellt, „warum immer ich?“ Eine Antwort hat er bis heute nicht erhalten.

Aber Hilfe: 1500 Euro Haushaltsbeihilfe aus dem Spendentopf der Leser und fünf Trockner, die brummend den Keller trockenlegen sollen, damit nicht noch der Boden aufgerissen werden muss.

„Ein kleiner Anfang, aber eine großes Zeichen der Ermutigung und Anteilnahme“, bedankt sich Andreas Funke-Reuter bei unseren Lesern.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Auch Fischerei von Juni-Hochwasser geschädigt

Veröffentlicht: August 8, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen
Zahlreiche Teiche sind übergelaufen.

Das Juni-Hochwasser hat zu großen Schäden in der Thüringer Fischwirtschaft geführt. Der Präsident des Landesfischereiverbandes Uwe Müller sagte MDR Thüringen, er rechne mit Verlusten in Höhe von rund einer halben Million Euro. Am stärksten betroffen seien Fischereibetriebe in Ostthüringen. Allein die „Fischerei Altenburger Land“ habe Schäden von mehr als 200 000 Euro zu beklagen.

Inhaber Stefan Schröer sagte dem MDR, dass durch den Starkregen 13 Teiche mit Karpfen, Schleien und Hechten übergelaufen seien. Zum Hochwasserschutz des Ortes habe er zudem einen Damm geöffnet, so dass insgesamt rund 15 Tonnen Fisch verloren gingen.

Vom Hochwasser besonders betroffen ist nach Angaben des Thüringer Fischereiverbandes auch die Forellenzucht in Wichmar im Saale-Holzland-Kreis. Hier habe sich das Quellwasser so gestaut, dass es die Fische aufs Betriebsgelände schwemmte.

Nach Angaben der Thüringer Aufbaubank, die für die Hochwasserhilfen zuständig ist, hat bisher ein Fischereibetrieb einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Die Ansprüche müssten per Gutachten bis zum 30. Oktober 2013 belegt werden. Das sächsische Umweltministerium hat der Fischerei Altenburger Land eine Soforthilfe von 1500 Euro für Schäden an einem Teich bewilligt.

Quelle: tlz.de

 

Anwohner kritisieren: Mangelnde Bachpflege Grund für Hochwasser

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Johannistalbach trat wiederholt über die Ufer. Grünflächenamt der Stadt kündigt außerplanmäßige Kontrolle an

Das, was sich dieser Tage am Johannistalbach ereignete, das sei zu erwarten gewesen. Die Kleingärtner, die entlang des Bachlaufs ihrem Hobby nachgehen und Erholung suchen, empören sich. „Zwar wird es immer wieder uns in die Schuhe geschoben, dass wir am Ufer unsere Gartenabfälle entsorgen, aber dem ist nicht so“, empört sich eine Dame. Vielmehr sei es so, dass der Bach vom Grünflächenamt der Stadtverwaltung nur nachlässig gesäubert und gepflegt werde, lautete die Kritik.

Vor zwei Wochen hatte starker Regen den Pegel im Johannistalbach ansteigen lassen. Mehr noch: Am Kreisel zwischen Tonberg- und Mittelstraße trat das Wasser über die Ufer. Die Feuerwehr der Stadt war im Einsatz, um das Schutzgitter von Pflanzen zu befreien (unsere Zeitung berichtete). Nicht zum ersten Mal im Übrigen. Allerdings schwammen in der Vergangenheit auch schon Plastekanister und anderes wild Entsorgtes in dem kleinen Bach, verstopften die Auffangrechen.

Stadt kümmert sich um 83″Wasserkilometer

„Die Stadtverwaltung wird in den nächsten Tagen den Lauf des Johannistalbachs noch einmal überprüfen – außerhalb der turnusmäßigen Kontrollen“, hieß es jetzt von einem Sprecher der Verwaltung, nachdem sich die Anwohner beklagt hatten.

Nach derzeitiger Einschätzung des zuständigen Fach­bereichs für Grün- und Verkehrsflächen sei für die jüngste Überschwemmung vor allem die extreme Wetterlage mit den hohen Niederschlagsmengen innerhalb von kurzer Zeit ursächlich gewesen. Auch der Feuerwehreinsatz am Kreisel habe ergeben, dass die Verstopfung am Auffangrechen zum größten Teil auf Grünalgen zurückgegangen sei und nicht auf Schnittabfälle. Auch am bachaufwärts gelegenen ersten Auffangrechen, auf Höhe Pestalozzischule, fand sich beim jüngsten Einsatz kaum Schwemmholz, hieß es.

Die Stadt kümmert sich nach eigenen Angaben um insgesamt 83 Kilometer Bachläufe und wasserführende Gräben. Der Wildwuchs an den Ufern wird durch die Mitarbeiter des Bauhofes in regelmäßigen Abständen beseitigt und entsorgt.

„Neben ganzjährigen Kontrollgängen wird in jedem Herbst eine umfassende Gewässerschau durchgeführt. Etwaige Gefahrenstellen werden aufgenommen und anschließend nach Dringlichkeit beseitigt“, heißt es von Stadtsprecher Christian Fröhlich nach Anfrage unserer Zeitung. Zuletzt seien Arbeiten schwerpunktmäßig entlang der Breitsülze, am Popperöder Bach zwischen Schneidemühlenweg und Obermühlenweg, am Felchtaer Bach oberhalb Weidensee und unterhalb des Gewerbegebietes oder am Pfafferöder Steingraben durchgeführt worden.

 

Quelle: thueringer-allgemeine.de