12-Stunden-Konzert als Hochwasser-Benefiz in Gera: Große Herzen statt große Namen

Veröffentlicht: August 30, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Die Interessenvereinigung „Wir gegen die Flut“ und der Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule veranstalten im Hofwiesenpark ein Zwölf-Stunden-Konzert für Geraer, Hochwasser-Betroffene und Helfer. Der Erlös geht an die Flutopfer.

Gera. Auf zwölf Stunden Musik und gute Laune hofft die private Initiative „Wir gegen die Flut“ gemeinsam mit ihren Partnern DRK-Kreisverband Gera und Commerzbank Gera am Sonnabend, 14. September, von 13 bis 1 Uhr morgens. Dann nämlich wird im Veranstaltungsoval des Hofwiesenparkes ein Benefizkonzert stattfinden, bei dem alle, die während des Hochwassers in der Stadt selbst betroffen waren, anderen in ihrer Not geholfen haben oder jetzt im Nachhinein noch ihren Beitrag leisten wollen, gemeinsam feiern werden.

„Während des Hochwassers hat sich über Facebook schnell die Idee entwickelt, eine Benefizveranstaltung ins Leben zu rufen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, haben sich der Sache wegen zusammengetan und haben mit dem Förderverein der Astrid-Lindgren-Grundschule Gleichgesinnte gefunden, die die Benefizidee auf eine höhere Stufe gestellt haben“, sagte Mitinitiator Mike Fabisch zur Pressekonferenz und betont, Zusammenhalt und Wir-Gefühl untereinander fördern zu wollen.

Das Line-Up bestreiten vor allem Musiker und Bands aus der Region. Zwar habe man auch große Namen angefragt, doch deren Gagen waren für die Privatinitiative schlicht nicht zu stemmen. Doch es gehe ja auch nicht um große Namen, sondern eher um große Herzen und darum, dass überhaupt eine solche Aktion zustande kommt, betont auch Mike Grauel, der ebenfalls im Organisations-Team sitzt.

„Das Engagement der vielen Bands aus Thüringen, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist auf jeden Fall ehrlich. Sie haben sich teilweise sogar selbst angeboten und verzichten allesamt auf ihre Gagen“, ist man über die Zusagen von Jesse Ritch, Revolving Door, Hella Donna, den 1. Vollmershainer Schalmeienverein und vielen anderen erfreut.

Der DRK-Kreisverband übernimmt sowohl die Abwicklung der Spendenverteilung sowie die medizinische Absicherung der Großveranstaltung. Die Geraer Commerzbankfiliale richtet ein Spendenkonto und eine Sammelstelle für Sachspenden im eigenen Haus ein. Außerdem soll es Foto-Ausstellungen, Präsentationen von Feuerwehr, DRK und Vereinen geben, dazu Angebote für Tattoos für den guten Zweck, Liveübertragungen der Veranstaltung über deutschlandweite Internetradios und Angebote für Kinder.

Die „Wir gegen die Flut“-Macher hätten liebend gern auch die Stadt Gera mit im Boot gehabt. Nach ersten Vorstellungen ihrer Idee im Büro der Oberbürgermeisterin am 24. Juni hatte es auch ganz danach ausgesehen, Viola Hahn hatte sogar Schirmherrin werden wollen. Doch irgendwie kam es nicht dazu. Die OB sagte ihre Schirmherrschaft wieder ab. Ohne Begründung, sagen die Benefiz-Veranstalter und wörtlich: „Es ist für uns unverständlich, dass trotz mehrfacher Zusage der Unterstützung durch die Stadt diese letztlich nicht zustande kam und am 21. August vom Pressebüro der Stadt zurückgezogen wurde. Wir bedauern diese Entwicklung sehr und freuen uns, mittlerweile positive Zeichen in Form von finanziellen Nachlässen zu erhalten.“

Die Nachfrage unserer Zeitung im OB-Büro brachte folgende Stellungnahme: „Die Stadt Gera hat die private Initiative für eine Benefiz-Veranstaltung Wir gegen die Flut ausdrücklich begrüßt. … Für die Vorbereitung eines Vertrages fehlten bis heute (Anm. d. Redaktion: Mittwoch) noch Zuarbeiten des Veranstalters.“ Auf unser Nachhaken betreffs eines Entgegenkommens der Stadt hinsichtlich Miete des Areals, antwortet man uns: „Die Gera Kultur GmbH kann die von ihr verwalteten Flächen grundsätzlich nicht mietfrei zur Verfügung stellen.“

Sobald der Veranstalter seine Gemeinnützigkeit nachgewiesen habe, sei die Stadt bereit, das Areal mietfrei zur Verfügung zu stellen. „Die reguläre Miete für das Areal beträgt 2000 Euro, für Vereine werden üblicherweise 1000 Euro berechnet. Die Nutzung der Wiesen über das Oval hinaus ist kostenfrei. Bei den Anschlusskosten für Strom und Wasser gewähren wir 50 Prozent Rabatt.“ Wieso die Stadt die Veranstalter jedoch so lange hingehalten habe und sich nachweislich wenig um das Zustandekommen der Spenden-Veranstaltung bemüht, war auch von der Redaktion nicht in Erfahrung zu bringen.

Quelle: otz.de

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