Archiv für die Kategorie ‘Sachsen-Anhalt’

 

Das Juni-Hochwasser hat in Sachsen-Anhalts Wäldern Schäden von mindestens 40 Millionen Euro verursacht. Wie das Agrarministerium in Magdeburg mitteilte, sind unter anderem Wege, Befestigungen und Dämme stark beschädigt worden. Die Begutachtung aller Wälder im Land wurde aber noch nicht abgeschlossen. Deshalb kann die bislang angenommene Schadenssumme von mindestens 40 Millionen Euro noch steigen. Über die Beseitigung der Schäden soll nach der Bestandsaufnahme entschieden werden. In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit mehr als 500.000 Hektar Wald.

Quelle: mdr.de

Fragen und Antworten

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Wer die Hilfen beanspruchen kann, wie viel Geld es gibt und was man beachten muss

Wer bekommt wie viel Hilfe beim Wiederaufbau?

Die Hilfen sind gedacht für folgende Geschädigte oder Schäden, die in unterschiedlichem Maße den Schaden erstattet bekommen: Gewerbebetriebe und Freiberufler (Erstattung: 80 Prozent des Schadens); Landwirtschaft und Forstwirtschaft (80 Prozent); Privates Wohneigentum (80 Prozent); kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen (100 Prozent); Religionsgemeinschaften (80 Prozent); kommunale Infrastruktur wie Straßen und Brücken (100 Prozent); Landes-Infrastruktur (100 Prozent); sonstige Einrichtungen wie Vereine oder Stiftungen (80 Prozent). Für alle gilt: Förderung erhält, wer im Zusammenhang der Flut vom 18. Mai bis 4. Juli durch Hochwasser, wild abfließendes Wasser, Sturzflut, aufsteigendes Grundwasser, überlaufende Kanalisation, Hangrutsch oder Einsatzkräfte verursachte Schäden hat. Ein Anspruch gilt formal zwar nicht, sondern liegt im Ermessen der Bewilligungsbehörde, solange die Mittel reichen. Das Land geht aber davon aus, dass die 2,4 Milliarden für Sachsen-Anhalt genügen. „Das Geld reicht“, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Felgner (SPD)

 

Werden auch Schäden an Datschen und Lauben in Kleingärten erstattet?

Das ist offen und wird noch mit der Bundesregierung verhandelt. Aktuell gilt die Förderung für Gebäude nur, wenn man dort wohnt, also gemeldet ist. Es müssen Gebäude sein, die mindestens „mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent zu Wohnzwecken genutzt werden“, wie es in der Landes-Richtlinie heißt. Nicht gefördert wird etwa der Wiederaufbau von landwirtschaftlichen Nebengebäuden wie Ställen und Scheunen, Fischer- und Jagdhütten sowie von Teichen, Swimming-Pools und Gewächshäusern.

 

Wird beschädigter Hausrat erstattet?

Ja, die Reparatur oder die Wiederbeschaffung – falls eine Reparatur unwirtschaftlich wäre. Zum Hausrat zählen die „zur Haushalts- und Lebensführung notwendigen Möbel, Geräte“ und sonstiges Inventar. Allerdings wird nicht der Neuwert erstattet, sondern 30 Prozent vom Kaufpreis abgezogen. Wer keine Belege mehr hat, kann Geld bekommen auf „Basis der Versicherung der Richtigkeit der Angaben“. Bei dieser Förderung gibt es pauschale Höchstgrenzen für den Schadensausgleich: 4 000 Euro bei Ein-Personen-Haushalten, 6 000 Euro bei Zwei-Personen-Haushalten und 1 500 Euro für jede weitere im Haushalt lebende Person.

 

Was ist mit beweglichen Gütern bei Betrieben und Bauern?

Für Gewerbetreibende gilt: Bei beweglichen Gütern, Waren und Ausstattung gibt es einen Abschlag von 30 Prozent beim Neupreis. Gewerbetreibende können in Härtefällen aber mehr bekommen. Sie können auch bei der Gebäudeförderung mehr als 80 Prozent des Schadens erstattet bekommen – etwa, wenn ansonsten eine Insolvenz droht. Dann müssen Betroffene aber unter anderem ein Gesamtkonzept zur Fortführung des Geschäftsbetriebes vorlegen.
Bei Landwirten wird ab 2 000 Euro Schaden auch Feldinventar zu maximal 80 Prozent erstattet. Zur Berechnung gibt das Land Werte vor: Zum Beispiel bei Weizen gelten als Schadenshöhe 1 332 Euro pro Hektar und bei Zuckerrüben 1 741 Euro.

 

Welche Belege oder Nachweise braucht man?

Grundsätzlich sind bei beweglichen Gütern Quittungen nötig – ansonsten muss man sich mit den pauschalen Erstattungen begnügen. Für Gebäudeschäden und ähnliches muss man Gutachten einholen. Die Gutachterkosten werden ebenfalls erstattet.

 

Wo bekommt man Anträge und wie läuft die Auszahlung?

Anträge und Infos findet man im Internet auf http://www.hochwasser.sachsen-anhalt.de oder erhält sie in den Gemeinde- sowie Kreisverwaltungen. Die Kommunen wickeln – anders als bei der Flut-Soforthilfe – die Wiederaufbau-Förderung nicht ab. Ansprechpartner für Privatleute und Gewerbetreibende ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt, für Kommunen das Landesverwaltungsamt und für Landwirte die Ämter für Landwirtschaft und Flurneuordnung. Die Investitionsbank berät auch telefonisch oder sogar vor Ort und nimmt dort auch Anträge entgegen. Die Anträge können bis Ende Juni 2014 eingereicht werden.

 

Muss man nachweisen, wie das Geld verwendet wurde?

Ja. Im Fall der Privatleute zum Beispiel binnen drei Monate nach Beendigung der Maßnahme. Es werden auch Zahlungen Dritter wie Spenden und auch Geld aus der Flut-Soforthilfe verrechnet. Eine Überkompensation soll ausgeschlossen werden, nachträgliche Prüfungen der Förderungen sind möglich.

 

Quelle: mz-web.de

 

Flut-Opfer sollen sich versichern

Veröffentlicht: August 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Ministerpräsident Haseloff appelliert an die Bevölkerung, künftig für Schäden durch Hochwasser besser vorzusorgen. Bund und Länder stellen ein Hilfspaket von acht Milliarden Euro zur Verfügung.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) appelliert an die Bevölkerung, künftig für Schäden durch Hochwasser besser vorzusorgen. „Nach der Flut ist vor der Flut“, sagte Haseloff am Freitag. Das Land tue seinen Teil und verstärke massiv den Schutz vor Überschwemmungen. Bis 2020 werde die Regierung 600 Millionen Euro und damit 270 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant in verbesserte oder neue Deiche, Überflutungsflächen sowie andere Schutzmaßnahmen investieren. „Auf das nächste Hochwasser müssen wir besser vorbereitet sein“, sagte Haseloff.

Nur ein Prozent nicht versicherbar

Das gelte aber auch für Privatleute, deren Versicherungsquote sei „deutlich zu steigern“. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft ist in Deutschland nur ein Prozent aller Gebäude nicht versicherbar. In Sachsen-Anhalt sei allerdings nur knapp die Hälfte der Gebäude in Hochrisikogebieten gegen Elementarschäden versichert.

Haseloff mahnte, private Hauseigentümer, Betriebe und auch Kommunen dürften sich nicht dauerhaft darauf verlassen, dass der Staat bei der Beseitigung von Schäden wie durch Hochwasser helfe. Nach dem verheerenden Juni-Hochwasser stellen der Bund und alle Bundesländer insgesamt acht Milliarden Euro für den Wiederaufbau in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bayern zur Verfügung. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Haseloff, der den anderen Ländern für die Solidarität dankte. „Wir können davon ausgehen, dass es ein so großzügiges Hilfsprogramm nicht noch einmal geben wird“, so Haseloff. Deshalb sei die private Vorsorge so wichtig.

Haseloff und Finanzstaatssekretär Jörg Felgner (SPD) verkündeten am Freitag die Details der Wiederaufbau-Hilfen unter anderem für Privatleute, Firmen und Landwirte. Ab Montag soll das größte Wiederaufbauprogramm nach einer Naturkatastrophe in der Geschichte Sachsen-Anhalts anlaufen: 2,4 Milliarden Euro verteilt die Landesregierung insgesamt aus dem Bund-Länder-Fonds – drei Mal soviel wie nach der Flut 2002.

Privatleute bekommen maximal 80 Prozent ihres Schadens erstattet

„Keine Gruppe von Geschädigten bleibt ohne Hilfe“, versprach Felgner. Privatleute etwa bekommen allerdings maximal 80 Prozent ihres Schadens erstattet, auf dieser Höchstgrenze hatte die Bundesregierung bestanden. Ansonsten würden jene benachteiligt, die sich versichert haben. Anträge auf Hilfen erhält man bei den Kommunen, abgewickelt wird die Förderung aber über die Landes-Investitionsbank. Felgner sicherte eine unbürokratische Bearbeitung zu. Geld gebe es genug. „Kein Fall wird am Geld scheitern, es sind ausreichend Mittel da“, so Felgner.

Quelle: mz-web.de

Es ist nichts mehr, wie es vorher war

Veröffentlicht: August 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Siegfried Schröder glaubte, er sei clever. Als die Flutwelle der Elbe Anfang Juni der Gemeinde Wust-Fischbeck näher kam, zog der gelernte Maurer kurzerhand eine Mauer vor seiner Haustür hoch. Gebracht hat es dem 63-Jährigen nichts: „Über Nacht war alles vorbei – unbegreiflich!“ Schröder kann es noch immer nicht fassen. Das Wasser ist einfach über die Mauer geschossen.

Tagelang stand der Elbe-Havel-Winkel im Norden Sachsen-Anhalts großflächig unter Wasser, ein Deich war gebrochen. Um die Lücke halbwegs zu schließen, sprengte die Bundeswehr schlagzeilenträchtig drei Lastkähne. Die Wracks landeten mittlerweile auf einem Schrottplatz in Stendal – gut 400 Tonnen Altmetall. Anstelle des geborstenen Deiches ragt nun eine Spundwand aus dem aufgeschütteten Erdwall. Die Elbe ließ hier lediglich einen Tümpel zurück.

80 Prozent der Häuser sind beschädigt

Lägen nicht immer noch Sandsäcke herum – knapp acht Wochen nach der Flut –, man könnte meinen, das Leben habe sich normalisiert. Doch für Schröder und die meisten in Fischbeck ist nichts mehr, wie es vorher war. 80 Prozent der Häuser sind beschädigt. Noch immer türmen sich Schutt- und Möbelberge in den Straßen, leben Dutzende Familien in Notunterkünften, fürchten Unternehmer um ihre Existenz. Bewohner klopfen den Putz von durchweichten Wänden und reißen faulige Dielen heraus. Aus vielen Häusern dröhnen die Trocknungsgeräte.

Und nur nahezu jeder zweite Betroffene ist versichert. „Trotzdem kommt das verfluchte Geld nicht an“, schimpft Schröder. Bereits am 5. Juli gab der Bundesrat grünes Licht für die Fluthilfe, doch die Auszahlung stockt. Der Bürgermeister der Gemeinde, Bodo Ladwig, fordert nun in einem offenen Brief im Namen aller Einwohner, dass man die Schäden in voller Höhe ersetzt bekommt. Denn in den betroffenen Gegenden haben die Menschen das Gefühl, man sei geopfert worden, um bedrohte Gebiete im Norden und Westen zu retten. Auch Sachsen, woher das Wasser der Elbe kam, kommt dabei nicht gut weg: Dort habe man sich abgeschottet, statt dem außer Rand und Band geratenen Fluss einiges von seiner Wucht zu nehmen, heißt es immer wieder.

Dieses Mal fielen die Flutschäden geringer aus als befürchtet

Am Ende vermeldete Sachsen-Anhalt mit rund 2,7 Milliarden Euro die deutlich höchsten Schäden aus jener zweiten „Jahrhundertflut“ binnen elf Jahren. Sachsen (1,9 Milliarden) und Bayern (1,3 Milliarden) folgen. In Niedersachsen, wohin die Elbe von Sachsen-Anhalt aus fließt, waren es 76,4 Millionen Euro. Dabei fielen die Flutschäden diesmal geringer als befürchtet aus. 2002 summierten sich die Verluste auf 13 Milliarden Euro.

Mithin war die Kurzvisite von Angela Merkel nicht zufällig gewählt, als sie vergangene Woche in Fischbeck einflog. Zwischen Wagner in Bayreuth, Wahlkampf an der Küste und Wandern in Südtirol gab die Kanzlerin noch einmal fix die Deichgräfin. Kurz bevor ihr Kabinett den acht Milliarden Euro schweren Fluthilfefonds von Bund und Ländern auf den Weg brachte, wollte sie sich vor Ort ein Bild machen. Sie hörte zu, gab sich betroffen, lächelte aufmunternd, doch sie versprach nichts. Lediglich die vage Zusage, „noch im August“ würde das erste Geld aus dem Fonds fließen, ließ sie zurück.

Der Bahnverkehr ist noch immer eingeschränkt

Diese Woche kam dann auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer nach Fischbeck, um sich über die akuten Infrastrukturprobleme zu informieren. Dabei verkündete die Deutsche Bahn, dass sie bis Ende September ein Reparaturkonzept für die vom Juni-Hochwasser beschädigte ICE-Trasse in Sachsen-Anhalt vorlegen will. Erst dann lasse sich prognostizieren, wann die ICE-Verbindung von Hannover nach Berlin wieder in Betrieb genommen werden könne.

Unabhängig von den Zusagen aus Berlin hatte es in Sachsen-Anhalt Soforthilfen des Landes gegeben, rund 27 Millionen Euro. 90 Prozent davon erhielten Privatleute und Kommunen, etwa für das Auspumpen von Kellern oder das Säubern von Wohnraum. Erwachsene konnten ein Handgeld von 400 Euro beantragen, für Kinder gab es 250 Euro. Hinzu kamen weitere 3,3 Millionen Euro für insgesamt 161 flutgeschädigte Unternehmen.

Bund und Länder einigten sich auf die Verteilung der Fluthilfe

Dass die Flut Sachsen dieses Mal weniger schlimm erwischte als im Jahr 2002, zieht auch weniger Anträge nach Soforthilfe nach sich, die bis Ende Juni eingereicht sein mussten. Die Sächsische Aufbaubank zahlte bisher rund 14 Millionen Euro aus. Knapp drei Fünftel davon erhielten Unternehmen. Laut Wirtschaftsministerium kamen bisher 6000 Gewerbetreibende, Freiberufler, Agrar- und Forstbetriebe in den Genuss von jeweils 1500 Euro.

Immerhin einigten sich Bund und Länder nun auf die Verteilung der Fluthilfe. Konkret bedeutet das, dass zu Schaden gekommene Privathaushalte mit Zuschüssen von bis zu 80 Prozent der Schadenssumme rechnen können. Bisher lag die Höchstgrenze bei 50 Prozent.

„Geld ist indes nur das eine“, sagt Friedhelm Fürst, Vorstand der Diakonie Sachsen. Er beobachtet eine „andere Stimmung als 2002“. Damals sei man zunächst geschockt gewesen, doch es folgte der „feste Wille zum Wiederaufbau“. Nun wären jene Menschen oft schon Rentner, es fehle ihnen die Kraft für einen weiteren Neuanfang. „Sie sind deprimiert“, so Fürst, bei dem diesmal auch „deutlich weniger Spenden“ als 2002 eingegangen waren: rund 2,5 Millionen Euro. Viele Ältere bekämen auch keine Kredite mehr, zumal sich auch der Staat weniger kulant zeige.

Der BUND macht schwere Mängel in der Flusspolitik aus

Dabei nennen Umweltexperten gerade politische Fehlentscheidungen als wesentliche Ursache für die erneute schwere Katastrophe. Der Bundesvorsitzende des BUND, Hubert Weiger, entdeckt etwa in der Flusspolitik Sachsen-Anhalts „schwere Mängel“. Dass in dem Land die Schäden diesmal fast dreimal so hoch liegen wie 2002 rührt für ihn auch daher, dass man zuletzt klar den technischen Hochwasserschutz an der Elbe favorisierte. Wirkungsvoller wäre jedoch die Schaffung neuer Überflutungsflächen gewesen, erzählt Weiger. Während man hierfür 30 Millionen Euro einsetzte, sei die Ertüchtigung der Deiche eine halbe Milliarde Wert gewesen.

Quelle: stuttgarter-zeitung.de

Wälder in Jessen – Meldefrist für Hochwasser-Schäden läuft

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Eine Informationsveranstaltung im Jessener Bergschlösschen sollte Waldbesitzer über mögliche Schäden durch das Juni-Hochwasser in Kenntnis setzen. Doch das Interesse der Flächenbesitzer hielt sich in Grenzen.

Es hätten um die 100 sein können. Doch der große Saal vom Bergschlösschen blieb fast leer. Nur acht Waldbesitzer waren gekommen, um sich zu informieren, welche Schäden das Hochwasser seit Juni in ihren Beständen anrichten könnte und wie darauf zu reagieren ist.

„Keiner weiß im Moment wirklich, was passieren wird“, meinte Frank Ackermann, Leiter des Betreuungsforstamtes Annaburg, zu den Waldbesitzern. Denn Flutschaden heiße keineswegs, dass das Wasser auf den Flächen unbedingt blank stehen müsse. Maßstab ist, was im Wurzelbereich der Bäume passiert, auch wenn oberflächlich gar kein Wasser (mehr) da ist.

Auf 37 Millionen Euro ist bislang der Anteil für Schäden am Wald an dem Acht-Milliarden-Fluthilfe-Paket der Bundesregierung veranschlagt. Bis Jahresende läuft zunächst die Frist zum Beantragen von finanzieller Unterstützung für mögliche Wasserschäden. „Ich glaube aber, dass diese Frist erweitert wird. Weil sich manche Schäden erst im kommenden Jahr erweisen werden“, zeigt sich Ackermann überzeugt. Bei Kiefern würde es wohl etwas schneller gehen, Eichen zum Beispiel würden etwas mehr vertragen, könnten aber langfristig eben auch Reaktionen zeigen. Stehen die Baumwurzeln lange im Wasser, sinke kontinuierlich der Sauerstoffgehalt, so der Forstamtsleiter. Eine Schädigung des Stoffwechsels der Bäume sei aber nur eine der möglichen Folgen. Geschwächte Bäume werden anfälliger für andere Einflüsse, Sturm etwa. Und nicht zuletzt böten geschwächte Bäume Schädlingen und Pilzen ein gutes Betätigungsfeld. Weil die „hauseigene“ Abwehr eben nicht mehr ausreichend funktioniert.

Ackermann riet, die entsprechenden Schadensmeldungen einzureichen, sobald sich erste Anzeichen zeigen. „Wir müssen bestätigen, dass die Fläche im Hochwassergebiet liegt“, erklärte er. Dann werde die Meldung an das Landwirtschaftsamt in Dessau weitergegeben. Er bot an, jedem beratend zur Seite zu stehen, wenn das gewünscht wird. Eine Inaugenscheinnahme der Situation vor Ort erlaube meist schon erste Anhaltspunkte, ob es sich um Wasserschäden handeln könnte. Im Bedarfsfall werden Proben an ein Forstinstitut nach Göttingen geschickt. Ackermann bat auch darum, andere Waldbesitzer zu informieren.

Quelle: mz-web.de

Stadt will Bodenproben nehmen

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Friedeburgs Kita ist erst im Spätherbst bezugsfertig. Die Stadt Gerbstedt lässt den Boden auf mögliche Schadstoffe untersuchen, die vom Hochwasser stammen könnten.

Die Stadt Gerbstedt will bei der überschwemmten Kita Spatzennest in Friedeburg auf Nummer sicher gehen. „Wir werden Bodenproben vom Spielplatz nehmen.“ Das gab Gerbstedts Bürgermeister Siegfried Schwarz (CDU) bei der jüngsten Stadtratssitzung bekannt. Erst wenn auf der Rasenfläche keine Hinterlassenschaften vom ausgelaufenen Heizöl aus den Tanks zu finden sind, sollen die rund 40 Kinder wieder darauf spielen können. „Wir wollen uns absichern“, begründete Schwarz, warum er das Umweltamt des Landkreises um eine Untersuchung gebeten hat.

Kita-Wiederöffnung im November

Unterdessen müssen sich die Jungen und Mädchen der einzigen Kita im Ort mit ihrer Rückkehr noch etwas gedulden. Bürgermeister Schwarz geht derzeit davon aus, dass sie erst im November wieder in die Einrichtung zurückkehren können. Derzeit sind sie in der stillgelegten Einrichtung im benachbarten Zickeritz untergekommen. Denn der Kindergarten in Friedeburg gleicht noch immer einer Baustelle. Die Böden im Erdgeschoss mussten komplett ausgebaut, die Tapeten von den Wänden gerissen werden. Mitte August soll laut Schwarz der Auftrag für die Sanierung des Gebäudes ausgeschrieben werden.

Flüssiggas statt Heizöl

Rund 50 000 Euro Schaden hatte das Hochwasser der Saale allein in dem städtischen Gebäude angerichtet. Nachdem der Keller mit Wasser vollgelaufen war, drückten die Öltanks an die Decke und platzten. Daraufhin verteilte sich das Öl auch im Mauerwerk (die MZ berichtete).

Schon jetzt hat die Stadt Gerbstedt deshalb erste Konsequenzen für den Kindergarten gezogen. Künftig soll die Einrichtung nicht mehr mit Öl, sondern mit Flüssiggas beheizt werden. Auch um zu verhindern, dass es bei einem weiteren Hochwasser ein zweites Mal zum Auslaufen von Heizöl kommt und das Gebäude über Monate nicht mehr nutzbar ist.

Quelle: mz-web.de

Eine Familie genießt die Auszeit nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

An Urlaub war für Familie Brink aus Calbe in Sachsen-Anhalt eigentlich gar nicht zu denken. Der Keller ihres Hauses an der Saale wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Juni überflutet. Freunde der Familie Brink sammelten Geld, um ihr eine Auszeit zu ermöglichen. Den Urlaub genießen die vier nun in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Brinks sind beeindruckt von so viel Anteilnahme.

Petra Lindhorst-Köster blättert in Gedanken versunken in einer Broschüre. Heino Brink sitzt daneben, erklärt die Bilder, erzählt, wie es in seinem Haus ausgesehen hat und zeigt Lindhorst-Köster, Geschäftsführerin des Vereins Tourismus Kirchlinteln, Fotos. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni, erzählen Heino Brink und seine Frau Birgit, sei das Wasser der Saale erst in ihren Garten, dann in den Keller gelaufen.

Innerhalb von 30 Minuten, erinnert sich das Paar, hätte das Wasser den Garten überflutet. „Das kam rasend schnell“, sagt Birgit Brink. Nur die Schornsteinspitze des gemauerten Grills ragte aus dem Wasser, das ist auf den Bildern deutlich zu sehen. Mannshoch, schätzt Heino Brink, habe das Wasser im Keller gestanden – nachdem es vorbei an Barrieren ins Haus geschossen kam und den Keller dann fast bis unter die Decke füllte.

14 Jahre hat die Familie in dem Haus in Sachsen-Anhalt gelebt. Grundwasser stand immer mal wieder im Keller, das sei aber nicht vergleichbar mit dem jüngsten Hochwasser gewesen, sagt Birgit Brink.

Geschenk für Besucher

Inzwischen erholt sich die vierköpfige Familie bei einem Mini-Urlaub in der Gemeinde Kirchlinteln. Die Nachrichten aus den Überschwemmungsgebieten hätten sie mitgenommen, erzählt Lindhorst-Köster. Zusammen mit Vermieterin Christine Kundun habe sie überlegt, wie man den Menschen helfen könnte. Als dann Kundun erzählte, dass sich just aus diesem Gebiet eine Familie für Ferien auf dem Bauernhof angemeldet hätte, wurde beschlossen, dass die Touristinformation die Familie wenigstens mit einer Geste aufmuntern wolle.

Gestern überreichte Lindhorst-Köster dann einen Präsentkorb sowie einen Essensgutschein für das Restaurant Heidkrug in Holtum (Geest). „Uns war klar, dass wir etwas tun müssen“, sagen die beiden Frauen. Birgit Brink ist überwältigt von so viel Anteilnahme. Gefasst erzählt das Paar noch einmal, wie der Keller volllief, der Stromanschluss abgestellt werden musste, die gesamte Straße unter Wasser stand. Die Töchter Sara und Alexa brachten sie zu den Großeltern. „Die wohnen auf einem Berg“, erzählt die 45-Jährige. In ihrem Freundes- und Bekanntenkreis seien sie die einzigen, die das Wasser so erwischt habe. Umso mehr freuen sie sich, wie sehr Freunde und Familie helfen.

Ihnen haben sie auch den Kurzurlaub in Kirchlinteln zu verdanken. „Wir wollten mal wieder Zeit als Familie, weg von der Baustelle“, sagt die 45-Jährige. Die Töchter wollten gern in den Heidepark. Durch die Nähe dazu seien sie auf die Gemeinde gekommen und freuen sich, dass sie so herzlich bei Familie Kundun aufgenommen wurden. Trotzdem kommen bei Heino Brink auch Frust und Enttäuschung auf. Die Politiker hätten wenig Fingerspitzengefühl gezeigt und die Betroffenen erst spät informiert, sagt er. Lobend erwähnt er seine Versicherung, die die Familie unterstütze. „Uns geht’s ja noch gut, weiter flussabwärts ist das Wasser durch die Wohnstube gerauscht“, erzählt er.

Inzwischen wohnt die Familie wieder in ihrem Haus. Statiker prüfen derzeit, welche Konsequenzen das Absenken der Bodenplatte hat. Klar ist, dass die Brinks umbauen müssen. Stromversorgung, Therme, Wohnzimmer müssen verlegt und renoviert werden. Weil sie daheim kein warmes Wasser haben, war die erste Aktion im Feriendomizil ein heißes Bad, erzählt Birgit Brink lachend. Bis morgen noch werden die Töchter sich mit den Tieren beschäftigen, natürlich in Soltau Karussell fahren, in Seen baden und Heidelbeeren pflücken. Tipps hat Vermieterin Kundun parat. Vor drei Jahren habe sie den Hof in Deelsen gekauft. Die Gegend kannte sie vorher schon gut. „Zwölf Jahre haben wir hier Urlaub gemacht, weil es landschaftlich so schön ist.“ Dieses Wissen gibt sie jetzt an die Gäste weiter.

Die wollen vor allem Luft holen. Zurück in Calbe müssen sie sich wieder um die Renovierung kümmern. Und hoffen sehr, dass die Heizung bis Herbst wieder funktioniert.

Quelle: weser-kurier.de

Schutz an Selke bleibt Thema

Veröffentlicht: August 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Laut Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt geht die Arbeit an den Projekten zum Hochwasserschutz weiter. Im Bereich der Selke in Güntersberge sollen ab August Baumaßnahmen in der Ortslage erfolgen.

Auch nach der Hochwasserkatastrophe an Saale und Elbe und ihren Nebenflüssen laufen die Maßnahmen des Talsperrenbetriebes Sachsen-Anhalt für den Hochwasserschutz an der Selke weiter. „Wir arbeiten intensiv daran“, sagte Joachim Schimrosczyk, Geschäftsbereichsleiter Bau und Betrieb, im Stadtrat Harzgerode. „Wir haben auch die Signale aus Magdeburg so empfangen, dass es hier weitergeht.“

Angeregt durch den Ortschaftsrat Harzgerode, hatte die Stadt Vertreter des Talsperrenbetriebes und des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft eingeladen, um sich über den aktuellen Stand zum Hochwasserschutz im Bereich der Selke informieren zu lassen. Roland Möhring vom Flussbereich Halberstadt des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft konnte hier eine konkrete Maßnahme in Aussicht stellen: Für Arbeiten an der Ufermauer in Güntersberge stehen die finanziellen Mittel zur Verfügung. Die Maßnahmen sind ausgeschrieben. „Wir wollen noch im August anfangen zu bauen“, sagte Möhring.

Auch Optik spielt Rolle

Erfolgen soll das in drei Abschnitten: In einem ersten Abschnitt soll im Bereich Georg-Freytag-Straße bis Klausstraße auf einer Länge von etwa 320 Metern die alte, marode und den Gewässerquerschnitt einengende Mauer durch eine neue, etwas höhere aus Winkelelementen ersetzt werden. „Damit wollen wir die Abflusssituation verbessern“, erläutert Roland Möhring. Auch an die Optik ist gedacht: Die Winkelstützelemente aus Stahlbeton sollen auf der Sichtfläche eine Struktur erhalten, die sich den örtlichen Gegebenheiten anpasst und deren Aussehen spätestens gemeinsam mit der Kommune bei der Bauanlaufberatung festgelegt werden soll, sagte Möhring weiter.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen an der vorhandenen Bruchsteinmauer unterhalb der Brücke am Bahnhof auf etwa 50 Metern Länge Instandhaltungsarbeiten erfolgen. Vorgesehen ist hier außerdem, Neuaustriebe aus in der Mauer befindlichen Stubben zurückzuschneiden.

Unmittelbar an diesen zweiten schließt sich der dritten Bauabschnitt an, der bis zur nächsten Brücke reicht: Hier soll auf einer Länge von ebenfalls 50 Metern die vorhandene Ufermaurer, die erhebliche Schäden aufweist, durch eine so genannte Schwergewichtsmauer ersetzt werden. Diese wird aus Bruchsteinen bestehen und bis zu 40 Zentimeter höher sein als die bisherige Mauer, um die Bebauung im Ort zu schützen. Dabei sollen die vorhandenen Natursteine wiederverwendet und so gesetzt werden, „dass es von der Ansicht her gut aussieht“, beschreibt Roland Möhring.

Knappes Zeitfenster

In welcher Reihenfolge die Abschnitte abgearbeitet werden, das wird sich ergeben, wenn die Firma ihren Bauablaufplan vorlegt. „Wir haben einen knappen Zeithorizont. Wir wollen vor dem Winter fertig werden.“ Die Arbeiten werden zum überwiegenden Teil aus EU-Mitteln finanziert. Die genaue Investitionssumme laut Kostenberechnung nannte Roland Möhring unter Verweis auf die laufende Ausschreibung nicht.

Zahlen nannte dagegen Frank Puschendorf vom Landesbetrieb, in dessen Händen die Projektsteuerung für den Bereich Selke liegt. Seit 2003 seien fünf Millionen Euro in das Gesamtkonzept investiert worden – für Planungen, Untersuchungen, aber auch Baumaßnahmen wie in Gatersleben. In diesem Jahr seien weitere 600 000 Euro eingestellt, in denen auch die Baumaßnahmen in Güntersberge enthalten sind. Die Besonderheit im Bereich der Selke bestehe darin, dass Fluss wie Fläche Flora-Fauna-Habitat-Gebiet seien. Das bedeute „tiefgreifende, naturschutzfachliche Detailuntersuchungen, die nicht nur Geld kosten, sondern auch zeitintensiv sind“, so Puschendorf. In Güntersberge könnten die Arbeiten jetzt erfolgen, weil man hier den Einfluss der geplanten Hochwasserrückhaltebecken nicht habe. Als nächste Ortslage werde Straßberg folgen, wo in diesem Jahr die Ausführungsplanung erstellt werden solle.

Quelle: mz-web.de

Nach der Flut kam der Hagel und zerstörte den wenigen Rest

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das wenige, das das Hochwasser heil gelassen hat, zerstörte jetzt der Hagel. Guderjahns in Schönhausen haben wie andere auch die Kraft der Natur am Sonnabend erneut zu spüren bekommen. Die taubeneigroßen Hagelkörner schlugen das Glas des Gewächshauses ein, übersäten das gerade mal zwei Jahre alte Auto mit unzähligen Dellen, durchschlugen Dachrinnen und hinterließen in der Fassade Löcher im Putz. Und im Haus, das gerade mit offenen Fenstern mühsam trocknet, stand nach dem Schauer wieder das Wasser. „Das ist alles kaum zu glauben. Erst die Flut, jetzt der Hagel – mehr geht nicht!“ Christel und Frank Guderjahns Wohnhaus in der Märsche stand nach dem Deichbruch 1,30 Meter hoch im Wasser, auch ihre Mietwohnungen haben enormen Schaden erlitten und sind unbewohnbar.

Mit der Familie, mit Freunden und unbekannten Helfern haben sie in den zurückliegenden Wochen alle Wohnungen entkernt, „allein hätten wir das niemals geschafft“, ist das Ehepaar froh über die tatkräftige Unterstützung.

Auch betriebliche Folgen für den Landhandel

Auch betrieblich hat die Flut Folgen. Denn zu ihrem BHG-Landhandel gehört die Annahme von Getreide. „90 Prozent meiner langjährigen Kunden können dieses Jahr nichts ernten und demzufolge auch kein Getreide abliefern. Nur einige Bauern aus dem Bereich Wust/Melkow bringen ein paar Fuhren“, denkt Frank Guderjahn daran, dass jetzt eigentlich Haupterntezeit ist.

Aber er resigniert nicht. „Jammern hilft ja nichts! Wir hatten eine andere Lebensplanung und müssen nun von vorn anfangen. Bis zum 10. Juni war alles so, wie wir es uns vorgestellt hatten. Und dann mussten wir hilflos zusehen, wie das Wasser kam und alles vernichtet hat.“ Nur wenige Dinge konnten Guderjahns retten. In der Nacht des Deichbruches hatten sie noch das Getreide aus dem Lager abholen lassen – dieser Bereich ist trocken geblieben. Dinge, die zu Hause höhergestellt wurden, sind aufgrund der Höhe auch unbrauchbar geworden. Umso größer war die Freude, als verschiedene Dinge, die weggespült worden waren, irgendwo in der Nähe wieder auftauchten, beispielsweise zu Sitzmöbeln umgearbeitete Wurzeln, die sich im Zaun verfangen hatten.

Das Gewächshaus wollte Christel Guderjahn jetzt eigentlich wieder bepflanzen – nach dem Hagel ist auch dieses Stück Erinnerung vernichtet.

Quelle: volksstimme.de

Rund 23.000 Besucher haben bislang die ägyptischen Mumien und Grabbeigaben im Besucherzentrum Arche Nebra im Burgenlandkreis gesehen. „Obwohl das Haus nicht selbst betroffen war, hatten wir durch das Hochwasser einen Besucherrückgang“, sagte Sprecherin Manuela Werner zur Halbzeitbilanz. Es habe viele Anrufe gegeben, weil Touristen geglaubt hätten, ganz Sachsen-Anhalt sei nicht mehr befahrbar. Die Sprecherin blieb aber bei der Einschätzung, dass bis zum Ende der Ausstellung am 10. November rund 50.000 Menschen kommen werden.

In der als Wanderausstellung konzipierten Schau „Ägyptische Mumien – Eine Reise in die Unsterblichkeit“ sind rund 80 Originale aus dem Ägyptischen Museum in Florenz (Italien) zu sehen. Unter den rund 4700 bis 2000 Jahre alten Stücken befinden sich Goldschmuck, Kosmetikschalen und Vasen.

In der Nähe des Besucherzentrums hatten 1999 zwei Männer die mehr als 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra mit der ältesten konkreten Himmelsdarstellung der Welt illegal ausgegraben. Den Fundort auf dem 252 Meter hohen Mittelberg markiert heute eine glänzende, überdimensionierte Edelstahlscheibe, daneben befindet sich ein 30 Meter hoher Aussichtsturm. Das Original ist im Landesmuseum in Halle ausgestellt.

Quelle: lvz-online.de

Spenden haben Flutopfer meist noch nicht erreicht

Veröffentlicht: Juli 29, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Bei Landkreisen und Städten in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut große Spenden angekommen. Doch vielerorts ist das Geld noch nicht an die Betroffenen ausgezahlt worden – aus gutem Grund.

Nach dem Rekordhochwasser in Sachsen-Anhalt haben viele Menschen Geld gespendet. Mindestens 2,1 Millionen Euro sind bei betroffenen Landkreisen und Städten Sachsen-Anhalts eingegangen. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, wurde in vielen Fällen allerdings noch nicht mit der Auszahlung begonnen – oder es wurden nur Sofortmaßnahmen ergriffen. Man wolle sich erst einen Überblick über die Zahl der Betroffenen verschaffen und staatliche Hilfen abwarten, hieß es bei vielen Stellen. So sollen unter anderem Mehrfachauszahlungen oder eine ungerechte Verteilung vermieden werden.

Hohe Spendenbereitschaft

Auf dem Spendenkonto der Landeshauptstadt Magdeburg sind inzwischen mehr als 450 000 Euro eingegangen, wie eine Sprecherin sagte. Es kämen immer noch Beträge hinzu, auch größere etwa aus Benefizveranstaltungen. Mit der Auszahlung werde die Stadt voraussichtlich Mitte bis Ende August beginnen. Derzeit würden Anträge gesammelt. Bei der Stadt Halle sind laut Verwaltung bisher mehr als 683 000 Euro eingegangen. Anträge würden noch bis Mitte August angenommen. „Wann mit der Auszahlung begonnen wird, steht im Moment noch nicht fest“, hieß es.

In Dessau-Roßlau liegen die Spenden bei knapp 70 000 Euro. Zu welchem Zeitpunkt sie ausgeteilt werden, könne er momentan nicht mitteilen, sagte ein Sprecher der Stadt. Beim Landkreis Stendal sind laut Landratsamt etwa 460 000 Euro Spenden eingegangen. Auch hier wartet der Kreis noch mit der Auszahlung.

Auch der Landkreis Wittenberg hat die Spenden in Höhe von knapp 70 000 Euro noch auf dem Konto. Sprecher Peter Gauert bezeichnete es als unstrittig, dass sie für solche Fälle eingesetzt werden sollen, in denen keine andere Hilfe greife – weder staatliche Soforthilfen noch Versicherungen. Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld soll eine Arbeitsgruppe über die Vergabe der Spenden entscheiden, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt seien auf dem Konto des Kreises knapp 40 000 Euro eingegangen.

Saalekreis hat Spenden schon verteilt

Der Salzlandkreis hat bis jetzt mehr als 108 000 Euro Spenden erhalten. Mit der Verteilung soll laut Landratsamt noch gewartet werden, bis ein bestimmtes Computerprogramm verfügbar ist. Damit sollen beispielsweise Mehrfachauszahlungen vermieden werden. Der Burgenlandkreis hat bislang 118 000 Euro gesammelt, wie Kämmerin Simone Husemann sagte. Es sei noch unklar, wann das Geld ausgezahlt werde.

Der Saalekreis dagegen hat die rund 100 000 Euro Spenden, die er eingenommen hatte, schon verteilt. „Wir haben das Geld zu gleichen Teilen an die acht betroffenen Kommunen weitergegeben“, sagte Sprecherin Kerstin Küpperbusch. Der Kreistag habe das entschieden. Die Bürgermeister wüssten am besten, wie das Geld eingesetzt werden sollte. Der Landkreis Jerichower Land verzeichnete aktuell keinen Eingang von Geldspenden. „Wir gehen davon aus, dass etwaige Spenden direkt an die Gemeinden gezahlt worden sind“, sagte Henry Liebe von der Pressestelle des Landkreises.

Auch bei den sozialen Organisationen in Sachsen-Anhalt sind nach der Flut viele Spenden eingegangen. Das Deutsche Rote Kreuz hatte bis Mitte Juli für die Flutopfer in Deutschland bundesweit knapp 18,8 Millionen Euro gesammelt. Wieviel davon genau nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht noch nicht fest. Nach Angaben von Landesgeschäftsführer Rainer Kleibs müsse man dazu erst die genaue Zahl der Flutopfer in Sachsen-Anhalt abwarten. Dennoch habe man bereits geschätzte 100 000 Euro an etwa 100 Fälle ausgezahlt, die es besonders schlimm getroffen hat.

Finanzministerium hat bereits sieben Millionen ausgezahlt

Auch die Diakonie hatte bundesweit gesammelt und so gut 20 Millionen Euro an Spenden zusammenbekommen. Davon seien bisher 1,7 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen verteilt worden. Wieviel von den Spenden nach Sachsen-Anhalt fließen wird, steht nach Angaben der Diakonie Mitteldeutschland nicht fest. Es werde immer im Einzelfall entschieden.

Die Caritas hat bundesweit etwa 12 Millionen Euro gesammelt. Zudem seien bei der Caritas für das Bistum Magdeburg rund 180 000 Euro eingegangen, sagte Klaus Skalitz, Caritas-Direktor der Diözese. Bisher seien Haushaltsbeihilfen gezahlt worden. Voraussichtlich ab Anfang September werden Anträge Betroffener angenommen. Beim Paritätischen in Sachsen-Anhalt sind es nach eigenen Angaben aktuell knapp 623 000 Euro. Mit der schrittweisen Auszahlung des Geldes habe man bereits am 11. Juli begonnen.

Beim Finanzministerium in Sachsen-Anhalt ist die Auszahlung der Soforthilfe in vollem Gange. Nach Angaben von Sprecher Wolfgang Borchert sind bisher mehr als sieben Millionen Euro an Soforthilfe ausgezahlt worden. Zusätzlich seien noch einmal knapp 2,9 Millionen Euro Sofortmaßnahmen für Hauseigentümer geflossen, beispielsweise für das Auspumpen von Kellern. Noch bis Mitte August sollen Soforthilfen ausgezahlt werden.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser bringt Hang in Bewegung

Veröffentlicht: Juli 27, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Schäden nach dem Juni-Hochwasser speziell in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide hatten die Mitglieder des Kreis-Umweltausschusses im Fokus, als sie nach Loitsche kamen. Es zeigte sich, neben Loitsche hat es auch Rogätz arg getroffen.

„Es war erst nicht offensichtlich, aber auch uns hat es diesmal arg getroffen“, fasste Wolfgang Großmann als Bürgermeister von Rogätz zusammen. Erst kurz vor der Sitzung des Kreis-Umweltausschusses am Donnerstag hatte er erfahren, dass der Hang in der Nähe der Steinortstraße nach dem Hochwasser in Bewegung geraten sei. „Mich hat ein Anwohner angerufen, dessen Gartenhaus steht jetzt schief“, beschrieb er die prekäre Situation, die zum Handeln zwingt. Er erhoffte sich auch seitens des Kreises schnelle unbürokratische Hilfe, ehe noch mehr passiert. Doch das Ereignis hat ihn gleich noch weiterdenken lassen. Der andere Hang oberhalb der Stützmauer ist zwar noch nicht ins Rutschen gekommen, aber auch dieser war trotz des Sandsackverbaus an der Stützmauer durchweicht.

In diesem Zusammenhang monierte er auch, dass die Schäden bereits gemeldet werden mussten, kurz nachdem das Elbewasser zurückgegangen war. „Diese und andere Schäden waren nach dem Sinken des Elbewassers noch gar nicht sichtbar und müssen nachgemeldet werden können“, sagte er.

In Loitsche, wo 19 Häuser vom Hochwasser direkt betroffen waren, hat die Gemeinde bereits eine kommunale Soforthilfe gestartet. Bettina Seidewitz als Bürgermeisterin von Loitsche-Heinrichsberg erklärte, das die Gemeinde nicht nur 200000 Euro für die Betroffenen zur Verfügung stellt, sondern auch einen Gutachter, der den Betroffenen hilft, bestellt hat. Ein Planungsbüro soll jetzt ein Konzept erstellen, das die Möglichkeiten des künftigen Hochwasserschutzes aufzeigt. „Doppelplanungen sollten wir aber vermeiden, deshalb sind Absprachen zwischen Kommune, Landkreis und Land wichtig“, erklärte sie. Das Konzept begrüßten die Mitglieder des Kreis-Umweltausschuss.

Ebenso wie Glindenbergs Ortsbürgermeister Alfons Hesse hoffte Bettina Seidewitz außerdem, dass der Elbdeich zwischen Glindenberg und Heinrichsberg weiter ausgebaut wird. Bürgern von Loitsche waren außerdem noch individuelle Lösungen, die unter anderem auch die Stromversorgung im Hochwasserfall absichern, wichtig. Die Versorger müssten sich den Gegebenheiten und nicht den Standards anpassen, meinte beispielsweise der stellvertretende Loitscher Ortswehrleiter Andreas Stübner, der tagelang mit seinen Kameraden unter Lebensgefahr das Stromhäuschen vor dem Eintritt des Hochwassers bewahrt hat. Außerdem waren sich die Loitscher Betroffenen einig, dass Soforthilfen wichtig seien, wichtiger aber noch seien Maßnahmen, dass so eine schlimme Situation gar nicht erst wieder eintritt.

Die Mitglieder des Umweltausschusses versprachen an der Sache zu bleiben und sie möglichst zum Erfolg führen zu wollen.

Quelle: volksstimme.de

Wasserabsenkung mittelfristig möglich

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Ortsbürgermeister Kurtze unterbreitet Vorschläge zum Schutz von Uichteritz. Das Überflutungsgebiet müsste vergrößert und der Damm rückverlegt werden.

Das Hochwasser spielte im Uichteritzer Ortschaftsrat noch einmal eine Rolle. Bürgermeister Wolfgang Kurtze (FDP) verlas ein Schreiben, das er an Weißenfels’ Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) gesendet hatte. Er machte darin darauf aufmerksam, dass die seit 1994 mehrfach überfluteten Häuser in der Lobitzscher Straße und der Weißenfelser Landstraße nur durch einen Damm sinnvoll geschützt werden könnten. Der sei aber teuer und würde teilweise über Privatland führen.

Laut Kurtze gebe es jedoch einige mittelfristige Maßnahmen, die zu einer Senkung des Wasserspiegels zwischen zehn und 15 Zentimetern führen könnten. Dabei geht es um eine Vergrößerung des Überflutungsgebietes durch den Rückbau eines ehemaligen Wasservorratsbeckens für das Mineralölwerk Lützkendorf, die in der Saaleaue entstandenen Bauten der Firma Göpfert, die ehemalige Pumpstation der Sauenzuchtanlage Mücheln sowie den Damm am Ex-Übungsplatz der Armee auf der rechten Fluss-Seite. Zudem müsste der Saaledamm bis an die Grundstücke in Markwerben und das Wasserwerk der Midewa rückverlegt werden. Notwendig sei es, den Damm am Graben zwischen beiden Orten zurückzubauen und installiert werden müssten Verschlussvorrichtungen für Kanaldeckel und Kastenrinnen. Der wegen der überfluteten Lobitzscher Straße abgeschnittene Ortsteil Lobitzsch braucht eine zweite Zufahrt, die derzeit nur unbefestigt existiert. Von den Räten wurde außerdem das Beuditzwehr in seiner jetzigen Form wegen des Wasserrückstaus in Frage gestellt.

Wolfgang Kurtze sagte: „Auf jeden Fall muss sich bald etwas tun.“ Und er verwies darauf, dass Maßnahmen bereits in der Vergangenheit umgesetzt worden sind. Er nannte die Rohre unter der Weißenfelser Landstraße, mit denen der Wiesenweg zuletzt teilweise mit drei Pumpen rund um die Uhr entwässert wurde, und einen Schieber am Abzweig zum Sportplatz, der aber nur etwas gebracht hat, solange die Straße nicht überflutet war. Gut sei gewesen, dass man im Bauhof noch Sand und 10 000 Sandsäcke gelagert hatte, mit denen auch der Stadt geholfen werden konnte.

Quelle: mz-web.de

Rückschlag für Primigenius

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Saale-Fluten fügen dem Nabu-Projekt im Wulfener Bruch schweren Schaden zu. Der Tierbestand soll nach und nach wiederaufgebaut werden.

Diese Bilder werden noch lange im Gedächtnis der Augenzeugen bleiben: Erschöpfte Heckrinder werden von Mitarbeitern des Technischen Hilfswerkes (THW) und freiwilligen Helfern mit Booten von einer überfluteten Wiese zwischen Wulfen und Diebzig zur ebenfalls unter Wasser stehenden Straße bugsiert und auf einem Traktoranhänger ins Trockene gebracht. Von den Fluten überrascht, hatten die Tiere tagelang bis zum Hals im Wasser gestanden, gehungert und gefroren. Für etliche kam die Rettungsaktion zu spät. Fünf Pferde und 13 Heckrinder sind tot.

Insgesamt 57 Heckrinder und 15 Pferde grasten vor dem Hochwasser auf den Flächen der Primigenius gGmbH im Wulfener Bruch. Heute sind es nur noch fünf Pferde und elf Rinder. Die anderen am Leben gebliebenen Tiere wurden verkauft bzw. in ähnliche Areale in Oranienbaum und Schwedt geschafft. Im Wulfener Bruch gibt es gegenwärtig kaum grüne Weideflächen, Schlamm und faulendes Gras, wohin das Auge blickt.

Wiesen könnten kontaminiert sein

Unter diesen Bedingungen ist es für die Primigenius gGmbH nicht leicht, die Entwicklung des Nabu-Vorzeige-Projektes im Wulfener Bruch in den nächsten Zeit vorauszusagen. „Wir müssen erst einmal sehen, wie sich die Situation mit dem Futter entwickelt“, sagt Geschäftsführer Andreas Wenk. „Wir wissen noch nicht, ob die überfluteten Wiesen kontaminiert sind.“

Keinen Zweifel gibt es daran, dass das Projekt im vollen Umfang weiter laufen wird. Wenk zufolge soll der Tierbestand nach und nach wiederaufgebaut werden. Dies sei die Aufgabe der nächsten zwei Jahre. Die Tierverluste machen Wenk sehr zu schaffen, zumal ihm in Diebzig und Wulfen vorgeworfen wird, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben. Es ist gar zu Anfeindungen ihm gegenüber gekommen.

Der Geschäftsführer gibt zu, die Gefahr unterschätzt zu haben. „Wie manche anderen auch“, sagt er. Schließlich habe niemand mit einem Dammbruch bei Groß Rosenburg und mit Saale-Fluten gerechnet. Doch am Tag danach habe man angefangen, die Tiere wegzubringen. Es sei übrigens nicht einfach, scheue Rinder oder Pferde einzufangen. Das koste viel Zeit.

Helfer haben die Verluste eingegrenzt

Fest steht, dass die Verluste ohne den Einsatz freiwilliger Helfer hätten noch höher sein können. Gleich zu Beginn der Überschwemmung im Wulfener Bruch wurden zum Beispiel zwei Rinderherden mit Hilfe hilfsbereiter Anwohner ins Trockene getrieben. Das sind jene Tiere, die heute an der alten Zuckefabrik bei Wulfen „stationiert“ sind und eine Basis für den Wiederaufbau der Bestände bilden.

Eine der Lehren, die Wenk aus den Hochwasser-Erfahrungen zog, betrifft das Verhalten der halbwilden Tiere. „Wir werden sie künftig jeden Tag mit Futter in der Hand locken, damit sie nicht mehr so scheu sind und sich leichter fangen lassen“, sagt er.

Quelle: mz-web.de

Die Flut geht ins Geld

Veröffentlicht: Juli 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Der Weißenfelser Stadtrat gibt 300 000 Euro für die Beseitigung der Schäden frei. Derweil hat eine Debatte um die Konsequenzen aus der Flut begonnen.

Das Hochwasser im Juni hat an Gebäuden und Straßen der Stadt Weißenfels einen Schaden von rund 960 000 Euro verursacht. Darüber hat Maik Trauer, Leiter des Fachbereiches Bürgerdienste bei der Stadt, während der jüngsten Sitzung des Stadtrates, informiert. Allein an kommunalen Gebäuden sei ein Schaden in Höhe von rund 300 000 Euro entstanden. Größter Brocken ist dabei das Gebäude Promenade 35-39, in dem die Weißenfelser Geschäftsstelle der Volkshochschule ihren Sitz hat. Dort sind nach Berechnungen der Stadt allein rund 115 000 Euro zur Beseitigung der Hochwasserschäden notwendig.

Um die finanziellen Grundlagen für die weitere Beseitigung der Flutfolgen zu legen, hat der Stadtrat mit großer Mehrheit einer außerplanmäßigen Ausgabe aus dem Haushalt in Höhe von knapp 300 000 Euro zugestimmt. Trauer verwies darauf, dass das Land ein Soforthilfeprogramm für hochwassergeschädigte Kommunen aufgelegt hat. Die Stadt habe die entsprechenden Anträge gestellt. Bis zu 100 000 Euro könnten nach Einschätzung Trauers über dieses Programm nach Weißenfels fließen.

Unterdessen ist in Weißenfels eine Diskussion über Konsequenzen aus dem Juni-Hochwasser in Gang gekommen. Im Stadtrat deutete Trauer erste Schwerpunkte an, die sich aus der bisherigen Auswertung der Flut ergeben hätten. So soll die Machbarkeit einer Verlegung des Damms in Uichteritz und Markwerben geprüft werden. In Erwägung gezogen wird die Entfernung der Bäume auf dem Deich im Ortsteil Schkortleben. Bereits während einer jüngsten rollenden Bürgersprechstunde hatte Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) darauf hingewiesen, dass die Wurzeln der Bäume den Damm für den Hochwasserschutz nach und nach zerstören.

Im Mittelpunkt der Diskussion zu den Hochwasserfolgen standen im Stadtrat die nur wenige Meter vom Saaleufer entfernt gelegene Kindertagesstätte „Haus unserer Kinder“, die Stadthalle sowie der Bootsverleih an der Pfennigbrücke. Allein an der Kita ist einschließlich Inventar und Außenanlagen nach jüngsten Berechnungen ein Schaden von rund 105 000 Euro entstanden. „Ist denn schon mal darüber nachgedacht worden, die Kinder dauerhaft woanders unterzubringen?“, fragte Peter Kungl (CDU-Fraktion) angesichts der sich nahezu regelmäßig wiederholenden Hochwasserereignisse. Derzeit sei dies nicht der Fall, entgegnete Trauer. Carmen Rex vom Bereich Hochbau der Stadtverwaltung machte deutlich, dass bei der Instandsetzung der Kita „Haus unserer Kinder“ Vorkehrungen getroffen werden, um ähnlichen Ereignissen wie im Juni künftig besser begegnen zu können. Das betreffe die elektrischen Hausanschlüsse ebenso wie die Heizungsanlage.

Wenig einleuchtend erschien einigen Stadträten, dass für die Instandsetzung der hölzernen Baracke am Bootsverleih an der Saale 30 000 Euro locker gemacht werden sollen. Derzeit ist das Gebäude für den am Wochenende geöffneten Bootsverleih nur provisorisch nutzbar. Rex verwies darauf, dass das Hochwasser in der Baracke mehr Schäden angerichtet habe, als das von außen sichtbar wird. Das treffe unter anderem auf die elektrischen Anlagen und die Telefonanlage zu.

Auf mittlerweile rund 400 000 Euro wird der Schaden geschätzt, den während des Hochwassers vor allem Druckwasser von unten an der Stadthalle verursacht hat.

Quelle: mz-web.de

Von Angelika Andräs

 

Es gibt Überlegungen, einer Kita einen neuen sicheren Standort mit Neubau zu geben. Neubau spielt auch bei der Schwimmhalle eine Rolle.

Wie geht es weiter mit vom Hochwasser stark geschädigten Gebäuden und Einrichtungen in Zeitz? Im Gespräch mit der MZ erklärt der Zeitzer Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP), welche Überlegungen es zum Beispiel zur Schwimmhalle, zum Thälmannstadion und zu Kindertagesstätten gibt. Er führt aus, welche Untersuchungen gegenwärtig laufen, welche Abwägungen anstehen und welche Anfragen zur Förderung gestellt worden sind. „Alle Einrichtungen bleiben erhalten“, ist eine Kernaussage. Aber das bedeutet nicht, dass es genau am alten Standort sein muss. So gibt es für die Kindertagesstätte Kleine Strolche die Überlegung, die Einrichtung an einen nicht hochwassergefährdeten Ort umzulagern. Was die Schwimmhalle angeht, bleibt der geplante Neubau Bestandteil der aktuellen Diskussion. Und auch im und rund um das Stadion könnte es Veränderungen geben. Entschieden wird am 1. August in der Sondersitzung des Zeitzer Stadtrates. Vorher will Kunze mit den Betroffenen sprechen – mit Eltern und Sportlern.

Quelle: mz-web.de

85 Prozent Überzeugung

Veröffentlicht: Juli 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

„Die Stadt bleibt trocken“ hatte Feuerwehrchef Schneider während der Flut gesagt – und Recht behalten. Trotzdem gibt es in der Stadt in Sachen Hochwasserschutz viel zu tun.

Vor fünf Wochen, am 14. Juni, 12.45 Uhr, hat Dessau-Roßlau den Katastrophenalarm für das Stadtgebiet aufgehoben: Nach zwölf Tagen Ausnahmezustand im Kampf gegen die Fluten von Mulde und Elbe kehrte langsam wieder Normalität ein. Dessau-Roßlau hatte – in weiten Teilen – Glück: Die Dämme hielten. MZ-Redakteur Steffen Brachert sprach darüber mit Roland Schneider und Martin Müller, den beiden Chefs des Katastrophenschutzstabes.

Herr Schneider, am zweiten Tag nach Ausrufen des Katastrophenalarms haben Sie gesagt: Die Stadt bleibt trocken. Was war davon Überzeugung, was Hoffnung?

Schneider: Zu 85, vielleicht auch 90 Prozent war das Überzeugung. Wir haben elf Jahre in jedem Stadtrat einen Hochwasser-Bericht gegeben. Wir kannten unsere Schwachstellen – und haben uns vom ersten Tag des Hochwassers darauf konzentriert, diese mit aller Kraft zu verteidigen.

Die vorausgesagten Pegel konnten einem aber Angst machen: Für die Mulde gab es Berechnungen, die auf 7,50 Meter schließen ließen. Für die Elbe waren einmal sogar 8,11 Meter vorausgesagt. Das war deutlich mehr als 2002.

Schneider: Die Zahlen waren auch für uns erschreckend. Wir wussten, kommt das so, wird es auch an den neuen Deichen eng werden. Doch die Zahlen haben sich ja nicht bewahrheitet.

Lässt sich das nur mit Deichbrüchen vor Dessau-Roßlau erklären?

Schneider: Jedes Hochwasser ist anders. Ist Sommer oder Winter? Was kann der Boden aufnehmen? Gerade dieses Mal war ja das Besondere, dass fast alle Flüsse gleichzeitig kamen. Da sind Prognosen und Berechnungen schwierig. In Sachen Mulde zum Beispiel hat der Seelhausener See in Sachsen unwahrscheinlich viel Wasser aufgenommen.

Und damit fast die Goitzsche zum Überfluten gebracht und Bitterfeld geflutet. Auch Dessau-Roßlau hatte seine Schwachstellen.

Schneider: Uns hat da nichts überrascht. Wir wussten genau, was wir wo in der Stadt zur Verteidigung machen müssen.

Kleutsch und Sollnitz wurden evakuiert. Manch einer hat das im Nachhinein kritisiert.

Schneider: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir haben das anhand der vorhergesagten Pegel entschieden – und würden das wieder so tun. Wären die beiden Orte überflutet worden, hätten uns doch alle gefragt: Warum hat Ihr denn nicht eher reagiert?

Zwischen Kleutsch und Sollnitz gibt es einen Deich, der aber nicht hoch genug ist. Wie kann das passieren?

Müller: Der Deich wurde 1998 entlang der Straße errichtet – und damit vor dem Jahrhunderthochwasser 2002, das danach zum Bemessungshochwasser wurde. Auf 4,5 Kilometer Länge fehlen dort 50 bis 75 Zentimeter Höhe. Und bei einem Mulde-Pegel von 7,50 Meter hätte es dort Überspülungen geben können. Sollnitz wäre dann völlig abgeschnitten gewesen, Kleutsch irgendwann auch. Die vorsorgliche Evakuierung war richtig. Bei einem Mulde-Pegel von 7,50 Meter, hätten wir ja auch die Friedensbrücke sperren müssen und ganz andere Sorgen gehabt. Wie hätten wir die Leute dann rausholen sollen?

Das Problem des Deiches dort war bekannt.

Schneider: Aber weil dort ein relativ neuer Deich stand, hatte es beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz nur Priorität 3. Wir hoffen, dass sich das jetzt ändert.

Große Sorgen hat auch der noch nicht ausgebaute Deich „Möster Höhen“ östlich der A 9 gemacht. Das Planfeststellungsverfahren läuft dort seit den Jahre 2006, 2007. Was dauert da so lange?

Schneider: Da sind Grundstücksfragen zu klären, Ausgleichsmaßnahmen zu bestimmen. Da gibt es Freileitungen. Da ist mit dem Bund zu reden, wegen der Autobahn, wo die Spundwände eingebracht werden sollen. Es gibt also unwahrscheinlich viele Beteiligte. Wir hoffen aber, dass im dritten Quartal dieses Jahres der Planfeststellungsbeschluss gefasst wird.

Die Verteidigung ist aufwändig. Auf der Autobahn musste ein Hilfsdeich errichtet werden.

Schneider: Ab einem Muldepegel von sechs Meter müssen wir dort auf 600 Metern Big Bags hinbringen, um ein Überfluten der Autobahn zu verhindern. Logistisch ist das ein riesiger Aufwand.

Dieser ist auch notwendig, um die Ludwigshafener Straße zu schützen. Dort gibt es vier Senken mit einer Gesamtlänge von 600 Metern.

Schneider: Auch dort wissen wir nach dem Bemessungshochwasser 2002, dass wir bei bestimmten Pegelständen aktiv werden müssen. Doch das ist dort händelbar.

Müller: Das Problem werden wir auch so schnell nicht los. Diese Maßnahme war Kategorie 3 und damit in der Priorität weit hinten. Und auch jetzt wird es im Land viele wichtigere Maßnahmen geben.

Ein Kraftakt war die Verteidigung der Wasserstadt. Da lagen zehntausende Sandsäcke.

Schneider: Wir haben beim Rückbau festgestellt, dass sich durch den Wasserdruck dort fünf Zentimeter starke Bohlen bis zu 15 Zentimeter verschoben haben. Da muss jetzt etwas passieren – und da sind jetzt auch endlich Kompromisse mit den Denkmalschützern möglich, die es vorher nicht gab. Die historische Deichscharte soll durch eine neue, höhere Deichscharte ersetzt werden.

Veränderungen muss es auch beim Schöpfwerk Kapengraben geben.

Müller: Es liegt zwar auf dem Gebiet des Landkreises Wittenberg, doch wenn die Elbe dort überfließt, fließt das Wasser nach Mildensee. Wir mussten gemeinsam mit der Bundeswehr einen enormen Aufwand betreiben, um im Juni genau das zu verhindern. Auch dort muss der Deich erhöht werden.

Aus Waldersee, 2002 komplett überflutet, gab es diesmal keine kritischen Nachrichten.

Schneider: In Waldersee war natürlich die Jonitzer Mühler eine große Baustelle. Da wurde sehr viel operativ gemacht, wie auch im gesamten Ort. Doch in der Tat gab es da keine größeren Probleme.

Außer im Luisium.

Schneider: Mit der Kulturstiftung wird es noch eine kritische Auswertung geben. Wir haben zwei Tage lang keinen Bereitschaftsdienst erreicht – und wurden dann kritisiert, dass wir nicht Bescheid gesagt und die Deichscharten geschlossen haben. Das ist ein Unding. Die Verantwortlichkeit für das Luisium liegt bei der Kulturstiftung – und die Mitarbeiter wissen, dass bei einem Muldepegel von 5,50 Meter die Deichscharten geschlossen werden. Wir haben es sogar erst bei 5,80 Meter gemacht.

Im Luisium kam es durch einen Facebook-Helfer-Aufruf zu einem großen Durcheinander.

Schneider: Auch das darf es so nicht noch einmal geben.

Es war die erste Flut in Zeiten von Facebook und Twitter. Welche Schlüsse muss der Stab ziehen?

Müller: Wir waren manche Tage nur am Dementieren. Fest steht schon, dass wir bei nächsten Katastrophen einen Kollegen hinsetzen werden, der beobachtet, was dort passiert, was dort gestreut wird.

Man hatte das Gefühl, die Dessau-Roßlauer wollten viel mehr helfen, als Hilfe gebraucht wurde.

Müller: Das war sicherlich so. Doch wir können nicht Sandsäcke füllen, nur damit alle helfen können. Schon in der Ludwigshafener Straße waren die dort gebauten Hilfsdeiche länger, als sie eigentlich notwendig waren.

Muss eine eigene, offizielle Facebookseite her, die eine direkte Kommunikation ermöglicht?

Müller: Vielleicht auch das. Wir müssen mit den Neuen Medien anders umgehen.

Die Kommunikation haben einige bemängelt. Es gab Beschwerden von Wirten, sie wären zu spät über das Hochwasser informiert worden.

Schneider: Über die Vorwürfe sind wir sehr enttäuscht. Alle wurden per SMS über die Hochwasserwarnstufen informiert. Die stieg am Freitag von 1 auf 3. Wenn dann am Sonntagnachmittag immer noch Eis verkauft wird, dann sollen wir Schuld sein, dass etwas überflutet wurde?

Nach dem Mulde-Hochwasser kamen die Wassermassen der Elbe. Dort gibt es aus Aken heftige Vorwürfe, die Dessau-Roßlauer hätten nach der Überspülung bei „Mutter Sturm“ zu spät geholfen.

Müller: Fakt ist: Es ist nicht Schuld der Dessau-Roßlauer, dass in Aken Schäden entstanden sind. Wir haben von der Überströmung zeitnah erfahren. Hätten wir uns früher gemeinsam zusammengesetzt, dann hätten wir auch eher eine Lösung gefunden. Doch die Kommunikation mit der Akener Einsatzleitstelle war schwierig. Wir mussten einen Kollegen rüberschicken, um überhaupt etwas zu erfahren.

Schneider: Wir haben von Beginn an gesagt, wir müssen direkt was an der Überströmungsstelle tun. Den Deich entlang der Straße zu bauen, das haben wir nie für zielführend gehalten.

Trotzdem: Hätte Dessau-Roßlau mehr tun können?

Schneider: Es gab weder eine offizielle, noch eine inoffizielle Anfrage um Hilfe. Trotzdem haben wir alles, was wir konnten, rübergeschickt, um bei der Evakuierung zu helfen. Und dass Aken beispielsweise eine Schotterpiste hin zu der Überströmungsstelle baut, das haben wir gar nicht gewusst.

Wann wird diese Stelle sicher sein?

Schneider: Es gab am Donnerstag eine große Vor-Ort-Beratung: Ziel ist eine dauerhaft taugliche Hochwasserschutzanlage im Hochuferbereich. Dort sollen schon im September Planungen vorliegen.

Viele Probleme gab es auch in der Roßlauer Südstraße. Weil das Schöpfwerk nicht fertig war. Der Ortschaftsrat hat zudem generelle Zweifel an der Spundwand angemeldet.

Müller: Die Spundwand sollte die Südstraße stabilisieren. Das hat sie getan. Es gab Probleme mit ein paar Durchlässen – und es war auch nicht unkritisch. Doch eine akute Gefahr für Roßlau hat es nicht gegeben. Wir hätten jederzeit reagieren können: Es standen beispielsweise ständig mit Kies beladene 40-Tonner bereit.

Die Roßlauer sehen das anders – und haben einen riesigen Wall auf der Südstraße gebaut.

Schneider: Der war aber einfach zu groß. Das hat bei den Roßlauern unnötig Ängste geweckt.

Wann ist das Schöpfwerk fertig?

Schneider: 2014. Es wird gebaut, und es wird fertig, und es wird uns entlasten, weil das ganze Umpumpen der Rossel unwahrscheinlich viel Kraft und Zeit kostet.

Es gab zuletzt viele, viele Wortmeldungen zum Hochwasser. Wie läuft die Aufarbeitung?

Müller: Wir haben gerade erst mit den Wasserwehren zusammengesessen und über das Hochwasser geredet. Am Ende habe ich gesagt: „Macht Zuarbeiten. Aber nur das Schlechte, was nicht geklappt hat.“ Nur dann können wir beim nächsten Hochwasser besser werden. Ziel ist der 1. Oktober. Dann tagt der Hochwasser-Ausschuss.

Quelle: mz-web.de

Nach dem Hochwasser: Viel Hilfe für Aken

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Geld aus Markranstädt und Köthen für Beseitigung von Schäden. Geldspenden vom CHC. Abschalten im Heidepark

Aken  Spenden in Höhe von knapp 1.300 Euro hat Köthens Oberbürgermeister Kurt-Jürgen Zander (rechts) dem Akener Bürgermeister Hans-Jochen Müller überreicht. Das Geld war während des Hochwassers für die betroffenen Akener in Köthen abgegeben worden. Es stammt aus Markranstädt (bei Leipzig), wo Bürger mit Suppe- und Kuchenverkauf Spenden gesammelt hatten. Ein weiterer Teil kommt von Markrankstädter Geschäftsleuten und aus dem Verfügungsfonds des Bürgermeisters.

Auch die Stadt Köthen hatte ein Spendenkonto eingerichtet. Auf diesem sind 1.175 Euro eingegangen, die ebenfalls in Aken eintreffen sollen.
Alle Spenden würden zunächst auf ein dafür eingerichtetes Konto eingezahlt, so Akens Bürgermeister Hans-Jochen Müller. Wenn alle Schäden erhoben sind, soll es dann an die Betroffenen weitergegeben werden.

Köthen/Aken  In der Sparkassenarena des Cöthener Hockey-Clubs (CHC) 02 in Köthen fand jetzt die Übergabe der beim Benefiz-Wuselturnier gesammelten Spenden statt. Hierzu kamen der Präsident des TSV Aken und die Wuselkinder zusammen, um den Scheck mit stattlichen 4.016 Euro feierlich zu überreichen. Die Spenden setzen sich wie folgt zusammen:

1.600 Euro Nadja Spiehl (HC Hannover) und das Chorensemble Nordstadt. Hiermit hier werden zwei ausgewählte Familien aus Aken unterstützt.
Die restlichen gesammelten Spenden von 2.416 Euro kommen dem TSV Aken, der bei der Flut arg gebeutelt wurde, zugute.

So kamen die Gelder zusammen: 1.307 Euro von TSV Bemerode und Hannover 78; 50 Euro Fam. G. & V. Heuer (Hannover); 1.059 Euro gesammelte Gelder vom Wuselturnier.

Aken  Noch bis 25. Juli können sich vom Hochwasser betroffene Familien aus Aken und Umgebung zu einem ganz besonderen Erlebnis anmelden. Der Heidepark Soltau bietet 120 Teilnehmern einen unvergesslichen Tag voller Spaß und guter Laune.

Die Busfahrt nach Soltau und der Eintritt in den Heidepark sind für alle Teilnehmer kostenfrei. Das Ferienerlebnis startet am frühen Morgen des 5. August vom Feuerwehrgerätehaus in Aken.

Anmeldungen werden vom Jugendfeuerwehrwart der Stadt Aken Michael Kiel entgegen genommen. Möglich per E-Mail unter der Adresse jugendfeuerwehr-aken@gmx.de oder mittels SMS an die Nummer 0178 8848016.

Quelle: wochenspiegel-web.de

Vereinsgelände wird nach Hochwasser weiter genutzt

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Die Schützengilde in Dessau beräumt nach dem Hochwasser ihr Vereinsheim im Vorderen Tiergarten. Schon mehrfach war der Verein vom Mulde-Hochwasser betroffen.

„Schließt zu. Hier machen wir nicht weiter.“ Das war die erste Reaktion, nachdem die Fluten der Mulde das Vereinsgelände der Schützengilde im Vorderen Tiergarten überspült hatten, erinnert sich Klaus Hiltrop an das Jahr 2002. Doch dann sammelten die Schützen ihre Kräfte und brachten ihr Gelände wieder auf Vordermann, in dem guten Glauben, dass es zu ihren Lebzeiten nicht wieder so schlimm werden würde. Doch die Natur hat den Verein eines Besseren belehrt.

Anfang Juni trat die Mulde noch stärker über die Ufer als vor elf Jahren. „90 Zentimeter stand das Wasser im Gebäude und bis zu 1,40 Meter in den tiefer gelegenen Schießständen“, skizziert Hiltrop die Situation. Es war ein Rekordpegel, seit die Schützengilde 1990 das Vereinsgelände hinter der Mulde bezogen hat. Auch diesmal bot sich ein Bild der Zerstörung. Und wieder gab es Überlegungen, aufzugeben. Doch die sind abgehakt.

„Wir wollen, dass die Anlage wieder schön wird“

„Wir wollen, dass die Anlage wieder schön wird“, gibt sich Hiltrop mit den anderen rund 90 Mitgliedern kämpferisch. Im Wissen, dass sie leben müssen mit den Launen der benachbarten Mulde, die in Zukunft wahrscheinlich in immer kürzeren Abständen heftiger werden. „Es gab ja nicht nur diese beiden extremen Hochwasser. Das Thema ist bei uns immer präsent“, sagt Ulf Koch, der 1. stellvertretende Vereinsvorsitzende. Eine Standortdiskussion wollen sie nicht führen, weil es mit allen schutz- und versicherungsrechtlichen Bestimmungen schwer würde, in der Stadt einen angemessenen Alternativ-Standort zu finden.

Also bleiben sie – und fangen quasi wieder bei Null an. Denn das Hochwasser hat dem Verein einen Schaden von fast 50 000 Euro beschert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold, Landesinnenminister Holger Stahlknecht, Oberbürgermeister Klemens Koschig und Sportamtschef Ralph Hirsch haben ihre Unterstützung zugesagt. Und die Schützengilde hat Fördermittelanträge bei der Stadt, beim Landes- und Stadtsportbund und dem Landesschützenverband gestellt. Derzeit bestreitet der Verein seine Ausgaben zur Behebung der Hochwasserschäden aus Spenden, Sponsor-Einnahmen und der eigenen finanziellen Substanz.

Eines erweist sich beim Neuanfang als besonders hilfreich. „Viele unserer Mitglieder sind Spezialisten auf Gebieten, die wir hier dringend gebrauchen können“, erzählt Hiltrop. So haben sie die vom Hochwasser betroffenen Sportwaffen auseinander genommen, gereinigt und wieder einsatzfähig gemacht. „Nur 15 Prozent unseres Waffenbestandes mussten wir unter Aufsicht des Ordnungsamtes vernichten“, bilanziert Koch. Die Dämmplatten an den Schießständen haben die Vereinsmitglieder auch selbst abmontiert und getrocknet. Holz, wenn möglich, behandelt. Doch vor allem Mobiliar und Fußböden sind durch die Überschwemmung unbrauchbar geworden. „Siebeneinhalb Container Sperrmüll haben wir in den letzten vier Wochen gefüllt“, sagt Hiltrop.

Mobiliar und Fußböden sind durch das Hochwasser unbrauchbar geworden

Das Gelände und das Vereinsheim gleichen derzeit einer großen Baustelle. „Ans Schießen denkt hier derzeit niemand. Unser Sport ist auch noch die nächsten sechs bis acht Wochen das Aufräumen“, sagt Hiltrop. Jeder der 90 Mitglieder bringt sich nach Zeit und Kräften ein. Auch von anderen kommt Unterstützung. Bautrockner vom DRK und der Stadt laufen in vielen Räumen. Die Bahn AG hat dem Verein Mobiliar überlassen. Ein Baumarkt hat 30 Prozent Nachlass auf den Einkauf gewährt.

In den nächsten Wochen will der Verein die Böden aller Räume und die Wände 90 Zentimeter hoch fliesen. „Nach dem nächsten Hochwasser brauchen wir dann nur noch mit dem Hochdruckeiniger durchgehen“, hofft Koch. Zudem hofft er auf eine Lösung, um Mobiliar und Elektrogeräte künftig schneller hochzustellen. An den Sport will sich die Gilde spätestens im September auf dem eigenen Gelände mit einem Wettkampf um den Hochwasserpokal 2013 rantasten.

Quelle: mz-web.de

Forstschäden werden erfasst

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

 

Die Forstbehörden schätzen den Hochwasserschaden in den Wäldern Sachsen-Anhalts auf bis zu 38 Millionen Euro. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Durch den Rückgang des Wassers werde das eigentliche Ausmaß der Schäden an Forstkulturen, Zäunen, Wegen und Brücken erst nach und nach sichtbar.

Umweltminister Herman Onko Aeikens sagte, erkennbare Schäden im Privatwald müssten jetzt unverzüglich erfasst und angezeigt werden. Für einige Waldflächen bestehe sogar eine Anzeigepflicht des Waldbesitzers. Es gehe um solche Flächen, die mit einer forstlichen Förderung bezuschusst worden sind. Erst dann können mögliche Ansprüche auf Entschädigungszahlungen aus dem Aufbauhilfefonds oder Beihilfen zur Wiederbewaldung gesichert werden.

Schwierig gestaltet sich die Erfassung von Folgeschäden bei nicht geförderten Waldflächen und Wäldern mit älteren Bäumen. Es sei damit zu rechnen, dass Wälder, die jetzt noch grün sind, in einigen Monaten teilweise oder möglicherweise erst im kommenden Jahr absterben werden, sagte Aeikens. Die Ermittlung dieser Gebiete soll erst erfolgen, wenn Absterbeerscheinungen in den Wäldern sichtbar werden.

Hochwasserhilfen vom Bund kommen zu spät

Bei einem Hochwasser-Forum von MDR SACHSEN-ANHALT hatte Aeikens am Mittwoch angekündigt, dass die langersehnten Hilfszahlungen aus dem Acht-Milliarden-Euro-Fonds des Bundes ab August fließen sollen. Davon profitierten Privathaushalte, die Wirtschaft sowie die kommunale Infrastruktur vom Rathaus bis zum Sportplatz. Im Moment werde noch beraten, wie die Gelder aus dem Milliarden-Fonds auf die betroffenen Bundesländer verteilt werden sollen.

Im Elbe-Saale-Winkel wächst bereits der Frust über die schleppende Auszahlung der Bundeshilfen. Der Bürgermeister von Barby, Jens Strube, kritisierte beim Hochwasser-Forum, die Hilfszahlungen ab nächstem Monat kämen zu spät. Schon im September müssten zum Beispiel defekte Heizungsanlagen ersetzt sein. Das sei kaum zu schaffen.

 

Landesregierung will Tempo beim Deichbau erhöhen

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
Als Konsequenz aus dem Juni-Hochwasser will die Landesregierung nun alle Deiche in Sachsen-Anhalt bis zum Jahr 2020 und damit schneller als geplant auf Vordermann bringen. Das kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in einem Gespräch mit der „Magdeburger Volksstimme“ (Mittwoch) an. In die Modernisierung sowie in die Schaffung von Überflutungsflächen und Poldern sollen bis 2020 fast 600 Millionen Euro investiert werden.
„Eine bislang klaffende Finanzlücke von 270 Millionen Euro werden wir schließen.“, sagte Haseloff. 100 Millionen Euro könnten aus dem aktuell aufgelegten Fluthilfefonds kommen, weiteres Geld fließe aus Fördertöpfen der EU und des Bundes. Auch die Landesregierung werde die nötigen Mittel zur Verfügung stellen.

„Am Hochwasserschutz wird nicht gespart“, sagte der Regierungschef. Derzeit sind etwa die Hälfte der 1300 Kilometer langen Deiche an Elbe, Saale, Mulde und den kleineren Flüssen in Sachsen-Anhalt noch nicht auf dem neuesten technischen Stand.

Quelle: focus.de

Aussagen zu vier Schwerpunkten in Weißenfels

Veröffentlicht: Juli 17, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das Hochwasser 2013 hat verschiedene Fragen aufgeworfen, auf die jetzt auch in Weißenfels Antworten gesucht werden müssen. Was wirklich verändert werden kann, das wird nicht zuletzt auch von finanziellen Möglichkeiten abhängen, die die Stadt nicht allein stemmen kann.

Muss der Damm, der unter anderem Uichteritz und Markwerben schützen soll, anders gelegt werden ?

In der Stadtverwaltung ist man jedenfalls nach den Worten von Oberbürgermeister Robby Risch der Meinung, dass dort Veränderungen vorgenommen werden müssen. Der Deich von etwa 1,50 Meter Höhe auf dem linken Saaleufer liegt derzeit unmittelbar am Fluss. Als günstiger könnte sich erweisen, wenn er näher an die Ortschaften herangelegt würde, dann könnte sich das Wasser besser ausbreiten. Uichteritzer selbst haben den Vorschlag unterbreitet. In diesem Jahr ist der Damm überspült worden und hatte Häuser in Markwerben und Uichteritz überflutet. Die Maßnahme könnte auch das Wasserwerk Markwerbener Wiesen sowie die Fischerei und Bereiche am Weg nach der Marienmühle sowie an der Markwerbener Straße schützen.

Wie kann die Stadthalle, die bei der Flut 2013 beträchtlichen Schaden genommen hat, besser gesichert werden?

Hier fehlt bislang ein schlüssiges Konzept. Bisherige Beratungen haben laut Risch lediglich die Erkenntnis gebracht, dass gegen das aus dem Boden aufsteigende Wasser in dem Gebiet vorerst nichts unternommen werden kann. Damit ist auch klar, dass die Bewohner der umliegenden Straßen auch künftig bei Hochwasser damit rechnen müssen, Wasser im Keller zu haben.

Welche Möglichkeiten gibt es, die in diesem Jahr gefluteten Innenstadtstraßen wie Dammstraße oder Saalstraße vor weiteren Überflutungen zu bewahren?

Hier soll der Bau der Regenüberlaufbecken zumindest teilweise für eine Entlastung in Hochwasserfall sorgen. Nach den Worten des Vorstands der Abwasserbeseitigung Weißenfels Andreas Dittmann gibt es dann die Möglichkeit, auf den Straßen stehendes Wasser wieder in die Saale abzuleiten. Wobei er klarstellt, dass eine Überflutung der Innenstadtstraßen durch aus dem Untergrund drückendes Wasser nicht grundsätzlich verhindert werden kann.

Wie gefährdet sind die Dämme im Norden von Weißenfels zum Beispiel bei Schkortleben?

Die betreffenden Deiche sind zwar bei der Flut nicht gebrochen, sondern überspült worden, aber bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie aufgrund der Durchwurzelung bei einem weiteren Hochwasser auch brechen könnten. Hier wird seitens der Stadtverwaltung dafür plädiert, Bäume zu beseitigen und die Deiche dadurch und durch weitere Maßnahmen zu stabilisieren. Seitens des Umweltministers Hermann Onko Aeikens gab es die Zusage, dass man sich intensiv mit dem Problem beschäftigen werde, weil es im Land auch noch andere ähnliche Schwerpunkte gebe. (ze)

Quelle: mz-web.de

Sieben Wochen nach dem Hochwasser hat die Straßenmeisterei Seesen die Schäden dokumentiert und schafft an einigen Problemstellen Abhilfe. Im Nordharz beziffert die Straßenmeisterei den Schaden an den Straßen auf mehr als 100.000 Euro.

„Die Durchlässe unter den Straßen haben teilweise den Wassermassen nicht standgehalten, Kanten sind abgebrochen und Böschungen abgerutscht“, berichtet der Leiter der Straßenmeisterei Frank Rüffer. Derzeit werde etwa an der B243 bei Münchehof die Verbreiterung des Durchlasses hydraulisch berechnet. Anderswo habe die Neile durch das Hochwasser Gräben zugespült, nachdem die Wassermassen zunächst auf Ackerflächen gewütet haben. An der B82 mussten in zwei Bereichen Durchlässe frei gespült werden. Die Kosten beziffert die Straßenmeisterei auf etwa 8000 Euro.

Auch an anderen Stellen werden die Spuren des Hochwassers beseitigt. „Zwischen Lautenthal und Wildemann sind die Firmen schon tätig und sanieren die Stützmauern. An der L515 belaufen sich die Schäden an der Mauer auf etwa 30.000 Euro.“ Außerdem werden im Bereich der Innerste 2,5 bis 3 Tonnen schwere Steine gesetzt, um die Stützmauer gegen Wassermassen zu schützen. Zwischen Engelade und Seesen sei auf einer Länge von zehn Metern die Böschung gebrochen und der Durchlass an der B243 zugesetzt worden.

Quelle: goslarsche.de

Antragsfrist für Soforthilfe verlängert

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat die Antragsfrist auf Hochwasser-Soforthilfe um vier Wochen verlängert. Das gab Ministerpräsident Reiner Haseloff bekannt. Stendals Landrat Wulfänger erwartet jetzt eine „Flut an Anträgen“. Aus dem besonders betroffenen Elb-Havel-Winkel um Fischbeck seien bislang viel zu wenige Anträge eingegangen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff hat am Montag die Antragsfrist für Soforthilfe um vier Wochen verlängert. Bislang mussten Anträge auf Soforthilfe bis zum 15. Juli in den Bürgerbüros abgegeben werden. Verwaltungsspitzen aus dem Landkreis Stendal und Finanzpolitiker hatten sich am Montag für eine Verlängerung der Frist eingesetzt. Neuer Stichtag ist damit der 12. August. Damit hat Sachsen-Anhalt die längste Antragsfrist in Mitteldeutschland. In Sachsen endete die Antragsfrist am 25. Juni, in Thüringen am 1. Juli 2013.

Stendals Landrat erwartet „Flut von Anträgen“

Stendals Landrat Carsten Wulfänger hatte sich dafür eingesetzt, die Antragsfrist zu verlängern. Jetzt stelle er sich auf eine „Flut von Anträgen“ ein. Aus dem besonders betroffenen Elb-Havel-Winkel im Gebiet um Fischbeck seien beispielsweise noch viel zu wenig Anträge eingegangen. Wulfänger sagte, im Norden des Landes hätten viele Geschädigte bisher noch keine Zeit gehabt, sich um Hilfen zu kümmern. Die Hochwasseropfer dort hätten noch immer Wasser im Keller und den Kopf noch nicht frei, Anträge zu stellen.

Fristende war nicht ausreichend bekannt

Organisationen in besonders betroffenen Regionen hatten den bisherigen Stichtag im Vorfeld kritisiert. So wendete sich das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Östliche Altmark e. V. mit einem Brief an MDR SACHSEN-ANHALT.

Viele Betroffene wissen nicht, wo sie Hilfe erhalten können … Da es noch immer nicht überall Strom oder Telefon gibt, und Zeitungen noch nicht überall ausgetragen werden konnten.

DRK, Kreisverband Östliche Altmark e. V.

Im Landkreis Stendal sind dem Verband zufolge in 24 Orten rund 5.000 Menschen vom Hochwasser betroffen. In der Region leben viele ältere Menschen, die keine Angehörigen mehr haben. Diese älteren Menschen seien oft hilflos und nicht mobil. Da das Hochwasser flächendeckend kam, reiche die Nachbarschaftshilfe oft nicht aus, da die Nachbarn ebenfalls betroffen seien.

Die Soforthilfe nach dem Hochwasser

Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte 18. Juni beschlossen, die Hilfen für vom Hochwasser betroffene Bürger, Landwirte, Unternehmer und Kommunen auszuweiten. Vom Hochwasser betroffene Erwachsene sollten eine Soforthilfe von je 400 Euro erhalten, für jedes minderjährige Kind gibt es 250 Euro. Maximal zahlt das Land pro Haushalt 2.000 Euro. Insgesamt stehen in Sachsen-Anhalt 40 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch Landwirtschaftliche Betriebe erhalten ein Sofortgeld bis zu maximal 5.000 Euro. Unternehmen erhalten bis zu 50.000 Euro, bei Existenzgefährdung bis zu 100.000 Euro. Um die Hilfe zu bekommen, müssen die Landwirtschaftsbetriebe ihren Sitz in Sachsen-Anhalt haben. Für Landwirte lief die Antragsfrist bereits am 10. Juli aus.

Sachsen-Anhalt: Richtlinie mit Antrag für Soforthilfe für betroffene Einwohner hier zum Runterladen

Quelle: mdr.de

Möllring testet Elberadweg: «Es macht Spaß»

Veröffentlicht: Juli 15, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Schönebeck. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) hat am Montag zum ersten Mal den Elberadweg mit einem E-Bike getestet. «Wir wollten deutlich machen, der Radweg ist völlig befahrbar», sagte er nach der Tour im Schönebecker Ortsteil Ranies unweit von Magdeburg. Der Weg war nach dem Elbehochwasser nicht nutzbar, inzwischen kann an der Elbe aber wieder geradelt werden.

Der Radtourismus sei ein riesiger Wirtschaftsfaktor, sagte Möllring. 150 000 Radfahrer machten entlang der Wasserstraße Urlaub, hinzu kämen die Tagesausflügler. Die Umsätze betrügen sicherlich 100 Millionen Euro im Jahr. Auch nach dem Hochwasser sei der Radtourismus als Aufbauhilfe wichtig. Man merke gar nicht mehr, dass das Hochwasser viele Flächen überflutet habe, sagte er unweit des Pretziener Wehrs.

Möllring nutzte zum ersten Mal ein Fahrrad mit Elektro-Motor. «Ich bin zum ersten Mal mit dem E-Bike gefahren. Bisher habe ich das für ein Alte-Leute-Fahrrad gehalten. Aber ich bin ja nun auch schon über 60», sagte der Minister und ergänzte: «Es macht Spaß.»

Quelle: ksta.de

Hochwasser fließt ab, kein Mittel gegen Mücken

Veröffentlicht: Juli 4, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Chemische Mittel gegen Mücken sind in Deutschland nicht zugelassen. Die aktuelle Hochwasserwelle verlässt Sachsen-Anhalt langsam. Der Pegel in Tangermünde liegt noch immer bei über fünf Metern. Normal ist hier ein Wasserstand von zwei Metern.

Die Mückenplage in den Flutgebieten in Sachsen-Anhalt lässt sich nicht schnell eindämmen. „Chemische Mittel zur kurzfristigen und großflächigen Bekämpfung von Mücken sind in Deutschland nicht mehr zugelassen, so dass schnell wirksame Maßnahmen in der jetzigen Akutphase nicht möglich sind“, heißt es in einer Mitteilung der Staatskanzlei vom Mittwoch. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) und Vertreter des Städte- und Gemeindebundes hatten sich wegen des Stechmücken-Problems in der Staatskanzlei getroffen. Eine wirkungsvolle Mückenbekämpfung in Überschwemmungsgebieten sei nur langfristig möglich, hieß es.

Der neue Hochwasser-Scheitel der Elbe bewegt sich unterdesselangsam aus Sachsen-Anhalt heraus. Am Pegel in Tangermünde (Landkreis Stendal) gehe das Wasser wieder leicht zurück, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Mittwoch mit. Dennoch gilt noch immer die Hochwasser-Alarmstufe 1. Die Elbe erreichte dort am Morgen einen Wasserstand von 5,36 Metern. Für den Abend werden 5,25 Meter erwartet. Der normale Stand liegt bei 2,95 Metern. Im brandenburgischen Wittenberge an der Grenze zu Sachsen-Anhalt steige das Wasser dagegen noch leicht. Die Elbe stand dort am Mittwochmorgen bei 5,26 Metern. Für den Abend erwarten die Experten einen Höchststand von 5,30 Metern. Die normale Wasserhöhe liegt bei 2,76 Metern.

Als letzter Landkreis in Sachsen-Anhalt gilt im Salzlandkreis einen Monat nach der Ausrufung noch immer der Katastrophenfall. Hauptsächlich die Stadt Barby sei noch immer von den Folgen des Hochwassers betroffen, wie der Katastrophenstab des Landkreises mitteilte. Die Notunterkünfte seien aber seit etwa einer Woche aufgelöst. Allerdings konnten noch längst nicht alle Bewohner in ihre Häuser zurückkehren. So müssen etwa 105 Bewohner auf die Rückkehr in ihr evakuiertes Pflegeheim in Bernburg warten. Die Sanierung des Heims werde noch bis August dauern. Bis dahin seien die Bewohner in anderen Pflegeheimen untergebracht worden.

Quelle: mz-web.de

Mit einer Plakataktion in fünf deutschen Städten bedankt sich Sachsen-Anhalt bei seinen Hochwasser-Helfern – und will gleichzeitig den Tourismus wieder ankurbeln. Nach Angaben einer Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sind viele Sommergäste durch die Berichte über das Hochwasser abgeschreckt worden. Unter dem Motto „Sachsen-Anhalt sagt: Danke!…und ist gerade jetzt eine Reise wert“ sollen die Poster wieder mehr Gäste in das Bundesland locken.
Am Montag enthüllten Industriekletterer in Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) in Berlin ein 140 Quadratmeter großes Riesenposter. Am selben Tag wurde die Werbekampagne auch in Dortmund gezeigt. Bereits am Freitag war das erste Plakat in Essen enthüllt worden. Weitere Aushänge sind in den Innenstädten von Düsseldorf und Köln geplant. Zudem sollen 114 kleinere Plakate für das Land werben.
Quelle: focus.de

Hochwasser zieht langsam davon

Veröffentlicht: Juli 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der neue Hochwasser-Scheitel passiert Sachsen-Anhalt ohne Probleme. In Magdeburg sinkt das Wasser der Elbe inzwischen wieder. Wie der Landesbetrieb für Hochwasserschutz mitteilte, wurde der Höchststand in der Nacht zum Dienstag mit 4,35 Metern gemessen. Am Mittag seien es bereits 4,24 Metern gewesen. Der Hochwasser-Scheitel der Elbe befand sich am Dienstagmittag bei Tangermünde im Landkreis Stendal. Dort stand die Elbe bei 5,41 Metern. Landrat Carsten Wulfänger hob den Katastrophenfall für den Landkreis auf. In Wittenberg und Aken konnte die niedrigste Hochwasser-Alarmstufe 1 ebenfalls aufgehoben werden. Damit gilt in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Innenministeriums nur noch im Salzlandkreis der Katastrophenfall. Die Hydrologen gehen davon aus, dass der Scheitel spätestens am Donnerstag aus Sachsen-Anhalt raus sei.

Krisenstab wird zum Wiederaufbaustab

Der Hochwasser-Krisenstab des Landes wird von Dienstagabend an seine Arbeit einstellen und die Arbeit als Wiederaufbaustab weiterführen. Ministerpräsident Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht dankten den 161 Mitarbeitern, die seit dem 4. Juni unter der Leitung des Innenministeriums im Schichtsystem gearbeitet hatten. Der Krisenstab der Landesregierung organisierte während der Hochwasserkatastrophe unter anderem die Zusammenarbeit mit den anderen Ländern und informierte die Öffentlichkeit.

Landkreis Stendal rechnet mit 215 Millionen Euro Schaden

Das Hochwasser hat im Landkreis Stendal einen Schaden von etwa 215 Millionen Euro angerichtet. Das zeigt die erste Bilanz, die Landrat Carsten Wulfänger gezogen hat. Am härtesten betroffen ist die Verbandsgemeinde Elbe-Havelland. Allein dort werden die Schäden auf 110 Millionen Euro geschätzt. In der Region war etwa die Hälfte der Bevölkerung vom Hochwasser betroffen.

Mindestens 42 Millionen Euro Schaden im Burgenlandkreis

In vielen Regionen werden nach dem Hochwasser die Schäden zusammengerechnet. Für den Burgenlandkreis gibt es eine erste Schätzung. Landrat Harri Reiche sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Wirtschaft und Kommunen hätten einen Schaden von mindestens 42 Millionen Euro erlitten. Auch für den Elbe-Saale-Winkel gibt es die ersten Zahlen. Allein die Stadt Barby rechnet mit Flutschäden von mindestens 25 Millionen. In den Bilanzen fehlen allerdings noch die Verluste von privaten Haushalten. Der Burgenlandkreis gehört zu den Gebieten mit den meisten Hochwasserschäden

Quelle: mdr.de

Dankeschön-Konzerte für Flut-Helfer

Veröffentlicht: Juli 2, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Stars singen in Magdeburg und Ferropolis für die Flut-Helfer. In Magdeburg stehen vor allem Matthias Reim und Roman Lob im musikalischen Mittelpunkt, während in Ferropolis Die Atzen und die Band Stanfour für Stimmung sorgen werden.

 

Es waren harte Wochen, die an die Substanz gingen. Tausende Helfer nähten, füllten, schleppten in den Tagen der Flut Sandsäcke, schmierten Brötchen, gaben Betroffenen Obdach. Die Solidarität während des Hochwassers in Sachsen-Anhalt war groß. Und auch nach der Flutkatastrophe haben viele Menschen gespendet, mit aufgeräumt und ohne zu zögern überall da angepackt, wo Hilfe nötig schien. Jetzt können am kommenden Sonnabend, dem 6. Juli, alle Betroffenen und Helfer bei zwei Konzerten gemeinsam den Sieg über das Hochwasser feiern.

Jeweils ab 18 Uhr bis gegen Mitternacht treten in Ferropolis (Landkreis Wittenberg) sowie auf der Großen Angerwiese des früheren Bundesgartenschau-Geländes im Elbauenpark in Magdeburg nationale Musikstars bei den Veranstaltungen, die unter dem Motto „Gemeinsam gegen die Flut – Wir sagen Danke!“ steht, auf. Organisiert werden die Konzerte vom Mitteldeutschen Rundfunk, präsentiert von der Mitteldeutschen Zeitung. Der Eintritt ist jeweils kostenfrei.

In Ferropolis werden Die Atzen Stimmung verbreiten, ihr Song „Das geht ab!“ war der Party-Hit des vergangenen Jahres. Aber auch die Gruppe Stanfour steht für tolle Musik: Internationale Stars wie Pink und A-ha nahmen sie schon als Vorbands mit auf ihre Konzerttourneen in Deutschland. Weitere Topacts auf der Bühne in Ferropolis werden die Auftritte der Musiker von Marquess („Vayamos compañeros“), Hot Banditoz („Veo Veo“), Staubkind, Le Kid („We Are Young“) und R.I.O. feat. U-Jean („Turn This Club Around“).

In Magdeburg stehen vor allem Matthias Reim und Roman Lob im musikalischen Mittelpunkt der Dankeschön-Konzerte. Während Reim unter anderem sein Kult-Lied „Verdammt, ich lieb dich“ singen wird, präsentiert Roman Lob seinen Song „Standing still“, mit dem er Deutschland beim Eurovision Song Contest in Baku vertrat. Außerdem ist Linda Hesse zu erleben, die seit ihrer letztjährigen Debüt-Single „Ich bin ja kein Mann“ von Halberstadt aus für Furore sorgt. Mit der Gruppe „48 Stunden“ werden noch weitere junge Musiker aus Sachsen-Anhalt auf der Bühne stehen. Die Show der Berlin Blues Brothers und die Band „Rockvalley“ ergänzen das Programm.

Parkplätze stehen in ausreichender Anzahl im Bereich des Elbauenparks auf dem benachbarten Messegelände sowie in Ferropolis (mit Shuttle-Service) kostenfrei zur Verfügung.

Beginn ist 18 Uhr

Einlass für die beiden Konzerte am 6.Juli in Magdeburg und in Ferropolis ist jeweils gegen 17 Uhr, um 18 Uhr soll es losgehen. Unter anderem werden folgende Gruppen und Stars auftreten:

Magdeburg: Matthias Reim, Roman Lob, Linda Hesse, 48 Stunden

Ferropolis: Stanfour, Die Atzen, Marquess, Hot Banditoz, Staubkind und R.I.O. feat. U-Jean.

 

Quelle: mz-web.de

Erneutes Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 1, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 Hochwasserscheitel erreicht Sachsen-Anhalt

Der neue Hochwasser-Scheitel der Elbe passiert Sachsen-Anhalt. Wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte, sei in Wittenberg der Pegel bereits am Sonntag angekommen. Hier sinke das Wasser bereits wieder. In Barby im Salzlandkreis werde der Scheitel im Laufe des Tages bei 5,00 Metern erwartet. Bis Dienstag soll das Wasser dort wieder auf 4,80 Meter zurückgehen. Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg soll der Scheitel am Montag ankommen. Er soll bei 4,30 Metern liegen und sich bis Dienstag halten. Der Krisenstab geht davon aus, dass die Hochwasser-Alarmstufe 2 an keinem Pegel erreicht wird. Zudem würden die Deiche im Land beobachtet, sie seien durch das vorangegangene Hochwasser noch gefährdet.

Deich bei Fischbeck rechtzeitig geschlossen

In der Nacht von Freitag auf Sonnabend konnte der Deich bei Fischbeck mit einer rund 150 Meter langen stählernen Spundwand geschlossen werden. Mitte Juni waren an der Bruchstelle drei Lastkähne versenkt worden, um den Wasserdurchbruch abzudichten. Hinter dem gebrochenen Deich mussten zahlreiche Dörfer evakuiert werden.
Eine weitere, etwa 30 Meter lange Deichöffnung bei Schönfeld im Kreis Stendal wurde mit Sand verfüllt. Gleiches passierte bei Breitenhagen im Salzlandkreis. Dort sind laut Krisenstab derzeit noch 120 Menschen von Evakuierungen betroffen. Die Menschen in Hohengöhren, Neuermark-Lübars und Neukamern im Landkreis Stendal konnten dagegen am Sonnabend in ihre Häuser zurückkehren. In dem Kreis gebe es jetzt keine evakuierten Orte mehr, hieß es. Die aufgeweichten Deiche im Land werden weiter intensiv beobachtet, teilweise mit Deichwachen.

Schadensauflistung beginnt

In vielen Regionen werden nach dem Hochwasser die Schäden zusammengerechnet. Für den Burgenlandkreis gibt es eine erste Schätzung. Landrat Reiche sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Wirtschaft und Kommunen hätten einen Schaden von mindestens 42 Millionen Euro erlitten. Auch für den Elbe-Saale-Winkel gibt es die ersten Zahlen. Allein die Stadt Barby rechnet mit 25 Millionen Euro Flutschaden.  In den Bilanzen fehlten allerdings noch die Verluste von privaten Haushalten. Der Burgenlandkreis gehört zu den Gebieten mit den größten Hochwasserschäden.

Allianz gegen Pflichtversicherung

Der Versicherungskonzern Allianz lehnt eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden ab. Mehrere Ministerpräsidenten hatten diese Versicherung nach der Flutkatastrophe gefordert. Der Allianz-Vorstand Jens Lison sagte der Leipziger Volkszeitung, eine Pflichtversicherung setze die falschen Signale. Sie unterstütze falsche Besiedlungspolitik in hochwassergefährdeten Gebieten und führe dazu, dass sich Betroffene nicht mehr mit Hochwasserschutz beschäftigten. Er forderte die Kommunen auf, kein Bauland mehr in der kritischen Zone vier auszuweisen.

Quelle: mdr.de

SACHSEN-ANHALT SAGT DANKE!

Jens Hünerbein - Bürgermeister

Unser Bundesland ist durch die Flutkatastrophe stark gezeichnet. Nach dem sich das Wasser Stück für Stück zurückzieht, sind die Schäden sichtbar. Unsere Gedanken sind bei den vielen Betroffenen. Jedoch hat sich gezeigt, dass in der Not unser Land zusammenstehen kann. Viele tausend freiwillige Helfer haben selbstlos mit angepackt, um Schlimmeres zu verhindern. Hand in Hand arbeiteten bis zur Leistungsgrenze freiwillige Helfer, Feuerwehrleute, Bundeswehr und weitere Rettungskräfte. Diesen Helfern gilt mein ausdrücklicher Dank und den Opfern mein Mitgefühl.

Nun ist es an der Zeit, diesen Kräften Dank zu sagen und Solidarität gegenüber den Opfern zu bezeugen. In diesem Sinne steht nunmehr der 17. Sachsen-Anhalt-Tag in unserer Stadt Gommern.

Unsere Einheitsgemeinde, bestehend aus 11 Ortsteilen und der Stadt Gommern, liegt landschaftlich eingebettet zwischen Elbaue und den letzten Ausläufern des Fläming. Reizvoll gestaltet sich unsere Landschaft durch zahlreiche Steinbruchseen, umgeben von vielen idyllischen Waldflächen. Der Elbradwanderweg führt ebenso durch unsere Gemeinde wie auch drei Bundesstraßen sowie eine überregionale Bahnlinie.

SiegerplakatLiebe Gäste, wir werden Sie kunterbunt und einfallsreich zu unserem Landesfest verzaubern. Auf kurzen Wegen werden Sie viel Gelegenheit haben, die verschiedensten Fassetten unserer Stadt kennen zu lernen. Nehmen Sie sich Zeit, das mit viel Ehrgeiz und Engagement organisierte Programm in allen Zügen zu genießen. Bewundern Sie unsere schöne Innenstadt sowie das Ambiente unserer Wasserburg. Genießen Sie die Aussicht am Kulk und bestaunen Europas reichhaltigsten Gesteinsgarten. Werfen Sie einen Blick über die Stadtsilhouette vom Aussichtsturm und erfreuen Sie sich an den vielfältigsten Programmpunkten in den verschiedensten Teilen unserer Stadt.

An dieser Stelle danke ich dem Land Sachsen-Anhalt, den vielen fleißigen Organisatoren und Helfern sowie den Sponsoren, die zum Gelingen des Festes beitragen. Ich lade Sie ein, auf den nachfolgenden Seiten das Organisationsteam kennenzulernen.

Ich wünsche uns Allen ein friedliches und wunderschönes Fest und hoffe, dass dieses bei Ihnen in guter Erinnerung bleibt und Sie uns bald wieder besuchen kommen.

Ihr

Jens Hünerbein
Bürgermeister

Programm Download hier

Minister sagt Landwirten weitere Hochwasserhilfen zu

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Überfluteter Bauernhof in Schönhausen. Foto: Jens Wolf/Archiv

Überfluteter Bauernhof in Schönhausen. Foto: Jens Wolf/Archiv

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat hochwassergeschädigten Landwirten weitere Hilfen versprochen. Man lasse die Betroffenen nicht allein, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch auf MDR INFO. Über die bereits bewilligten 5000 Euro Soforthilfe hinaus seien weitere Regelungen in Vorbereitung. Danach könne das Land die Hälfte der Flutschäden ersetzen.

Aeikens versicherte zugleich, dass den Landwirten beim Hochwasserschutz nicht die Existenz genommen werden solle. Für zusätzliche Überflutungsflächen werde es einen Ausgleich geben. Möglich sei aber auch ein Flächentausch oder im Extremfall die Umsiedlung eines Landwirtschaftsbetriebes.

Pauschallösungen gebe es nicht, es müsse immer nach den konkreten Bedingungen vor Ort entschieden werden. «Polderlösungen können sehr effektiv sein, Deich-Rückverlegungen sind an anderer Stelle gefordert, wo wir auch Deich-Linien begradigen wollen», sagte der Minister. Aeikens besucht am Donnerstag Landwirte im Elb- Havel-Winkel, die vom Hochwasser stark betroffen sind. (dpa/sa)

Staatskanzlei – Pressemitteilung Nr.: 324/2013

Magdeburg, den 26. Juni 2013

Ministerpräsident im Bundesrat zur Fluthilfe/ Haseloff: Danke Deutschland!

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff hat heute in der Sondersitzung des Bundesrates zur Fluthilfe gesprochen. Der Ministerpräsident dankte dem Bund und den Ländern für ihre Bereitschaft zur Auflage eines Fluthilfefonds. „Die Solidarität, die wir im politischen Miteinander an dieser Stelle gezeigt haben, haben uns die Menschen in den letzten Wochen eindrucksvoll vorgelebt“, so Haseloff. Die Botschaft an alle von der Flut Betroffenen sei: „Wir lassen euch nicht allein, wir sind in der Lage, die enormen Herausforderungen zu bestehen, die auf ein Hochwasser dieser Dimension folgen.“

 

Der Ministerpräsident betonte, dass es nun notwendig sei, mit der Bewältigung der Flutfolgen zügig zu beginnen. Wichtig sei zudem, dass die gesamte Bandbreite der Betroffenen erfasst werde, von der Wirtschaft über privates Wohneigentum und die Infrastruktur bis hin zu sozialen oder kulturellen Einrichtungen. Daher müsse im Aufbauhilfe-Fonds-Gesetz und der folgenden Verordnung der Kreis der potentiell Anspruchsberechtigten weit gefasst werden.

 

Als Konsequenz aus der Flut regte Haseloff die Einrichtung eines dauerhaften nationalen Fonds für Katastrophenfälle an. Zudem seien Verfahrensbeschleunigungen bei Hochwasserschutzmaßnahmen und eine stärkere länderübergreifende Kooperation notwendig. Der Hochwasserschutz benötige auch eine bessere Abstimmung im europäischen Kontext. Für die Elbanrainer kündigte der Ministerpräsident eine entsprechende Initiative an.

Impressum:

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39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

Zittauer Hilfe für Tiergarten in Bernburg

Veröffentlicht: Juni 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Der Tierpark in Zittau erwartet heute seine Besucher zu einer Benefizveranstaltung für den Tiergarten in Bernburg. Das Eintrittsgeld und alle Erlöse aus Aktionen des Tages sollen der beim Hochwasser im Juni schwer getroffenen Einrichtung in Sachsen-Anhalt zugute kommen. Die Mitarbeiter des Zittauer Tierparks hatten bei der Neißeflut im Sommer 2010 selbst eine dramatische Zeit erlebt, als das Wasser in ihrem Gelände rund 2,50 Meter hoch stand. Wie jüngst in Bernburg an der Saale konnten auch im äußersten Südosten Sachsens damals nicht alle Tiere gerettet werden. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Sachsen-Anhalt will Hochwasser-Orte schnell erreichbar machen

Veröffentlicht: Juni 23, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt will die vom Hochwasser betroffenen Orte so schnell wie möglich wieder erreichbar machen. Das sei oberstes Ziel, teite Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) am Sonntag in Magdeburg mit. Im Rahmen von Sofortmaßnahmen sollten Autobahnen, Bundesstraßen und Landesstraßen wieder verkehrssicher und befahrbar gemacht werden. Dazu sollten Gefahrenstellen abgesperrt, stark verschmutzte Straßen gesäubert und kleine Schäden repariert werden. Zeitgleich würden Schäden erfasst, Brücken intensiv geprüft. Vor allem im Süden und Osten Sachsen-Anhalts, wo sich das Hochwasser schon zurückgezogen habe, würden gegenwärtig schon Schäden aufgenommen.

Auf der Grundlage des Schadenkatalogs wird laut Webel dann ein mittel- bis langfristiges «Straßenbauprogramm Hochwasser» erstellt. Es enthalte größere Sanierungsarbeiten bis hin zur Erneuerung von Straßen und Ersatzneubauten von Brücken. Schätzungen zufolge könnten die Schäden an den Landesstraßen zwischen 50 und 70 Millionen Euro liegen, hieß es weiter. Bei den Bundesstraßen sollen es mehr als 20 Millionen Euro sein. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Erste Hochwasser-Hilfen kommen an

Veröffentlicht: Juni 21, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Nach dem Hochwasser in Sachsen-Anhalt profitieren die ersten Betroffenen von Soforthilfe und Spendengeldern. Wie die Stadt Magdeburg mitteilte, wurden allein in der Landeshauptstadt bislang 900.000 Euro Soforthilfe ausgezahlt. Die Stadt bewilligte nach eigenen Angaben rund 1.260 Anträge auf Unterstützung vom Land.

Das Soforthilfe-Programm Sachsen-Anhalts stellt noch bis Mitte Juli maximal 2.000 Euro für jeden vom Hochwasser betroffenen Haushalt in Aussicht. Bei den Kosten springt zur Hälfte der Bund ein. Auch für Hauseigentümer und Landwirte gibt es Fluthilfen. Unternehmen können bis zu 50.000 Euro betragen, bei Existenzgefährdung auch bis 100.000 Euro.

Bauern im Elb-Havel-Winkel hoffen auf schnelle Hilfe

Unterdessen kommen in Sachsen-Anhalt die ersten Spenden für Hochwasseropfer an. Der Deutsche Bauernverband hat am Donnerstag an Betriebe in Fischbeck und Schönhausen Gelder in Höhe von 40.000 Euro verteilt. Die Bauernfamilien hatten ihre Betriebe evakuieren beziehungsweise im Hochwasser ausharren müssen. Der Präsident des Bauernverbands, Joachim Rukwied, forderte eine Sonderlösung für die Bauern: „500 Euro pro Hektar sind das mindeste.“ Gerade im dünn besiedelten und von der Landwirtschaft geprägten Norden des Landes seien die Bauern wichtige Arbeitgeber. Man dürfe sie nun nicht allein lassen.

Nach Angaben des Bauernverbands sind in Sachsen-Anhalt über zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen vom Hochwasser betroffen. Demnach stehen rund 115.000 Hektar unter Wasser. Davon seien etwa 73.000 Hektar Äcker. Die genauen Schäden an Betrieben sowie auf den Flächen würden derzeit bilanziert.

Erste Schadensbilanz im Burgenlandkreis

Die Stadt Zeitz hat eine erste Bilanz der Hochwasserschäden vorgelegt. Bürgermeister Volkmar Kunze sprach auf der Stadtratssitzung von knapp elf Millionen Euro. Gleichzeitig betonte er, dass die Stadt mehr in den Hochwasserschutz investieren wolle. Vorgesehen sei unter anderem der Bau einer Mauer, die das Wasser der Weißen Elster aus der Stadt fernhalten solle.

Der Burgenlandkreis selbst hatte bislang nur eine Prognose der Hochwasserkosten abgegeben. Allein die Schäden der Kommunen bewegten sich demnach jenseits der 10 Millionen Euro. Der Kreis im Süden Sachsen-Anhalts war als erster vom Hochwasser betroffen.

Die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalts (ÖSA) rechnen damit, dass das Hochwasser 2013 Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursacht hat. Damit werde die Dimension der Jahrhundertflut von 2002 weit übertroffen. Nach eigenen Angaben betrug die Schadenssumme der ÖSA seinerzeit etwa drei Millionen Euro.

http://www.mdr.de

Evakuierung zahlreicher Orte im Elbe-Havel-Winkel aufgehoben

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Wegen sinkender Wasserstände am Elbe-Havel-Winkel hat der Kreis Stendal am Donnerstag zahlreiche Evakuierungen aufgehoben. Tausende Bewohner können nach dem Hochwasser seit 8 Uhr morgens in ihre Häuser zurückkehren, wie der Katastrophenschutzstab des Kreises mitteilte. Freigegeben seien etwa Kuhlhausen, Garz, Wulkau, Hohenkamern, Sandau, Schönfeld, Wust und Klietz. Die Behörden wiesen die Bewohner darauf hin, dass viele Zufahrtsstraßen noch überschwemmt sind oder geschlitzt wurden, damit das Wasser in die Havel fließen kann. Zudem sei noch nicht überall die Abwasser- und Stromversorgung wieder intakt. Für Jederitz, Kamern, Schönhausen und Fischbeck gilt weiterhin die Evakuierung. Während des Elbe-Hochwassers waren laut Krisenstab im Kreis Stendal 8400 Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Landtag diskutiert über besseren Schutz vor Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Mit einer Debatte zum Hochwasser hat am Donnerstag die Sitzung des Landtags in Magdeburg begonnen. Die Abgeordneten wollen unter anderem darüber diskutieren, wie der Schutz vor Hochwasser noch verbessert werden kann. Alle Fraktionen sind sich mittlerweile einig darüber, dass nicht ausschließlich auf die Sanierung und den Bau von Deichen gesetzt werden kann, sondern die Flüsse mehr Überflutungsflächen erhalten müssen. Unterdessen wirbt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei der EU-Kommission in Brüssel um Hilfen. Laut Medienberichten vom Donnerstag hat der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, in einem Gespräch mit Haseloff Unterstützung zugesagt. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Aeikens verteidigt Hochwasserschutzprogramm

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) hat das Hochwasserschutzprogramm des Landes verteidigt. Die Maßnahmen nach der Flut 2002 seien richtig gewesen, sagte der Minister am Donnerstag in einer aktuellen Debatte des Landtags. Ohne sie wäre es bei der Flut 2013 noch viel schlimmer gekommen. «Die neuen Deiche haben gehalten», betonte Aeikens. Nur die alten Deiche, unter anderem bei Fischbeck, seien gebrochen. Der Minister wies Vorwürfe der Opposition zurück, dass die 500 Millionen Euro, die seit 2002 in den Hochwasserschutz geflossen seien, fast ausschließlich für den Deichbau verwendet worden seien. Das Geld sei auch in Polder und Überflutungsflächen gesteckt worden.

Aeikens schätzte, dass das Hochwasser 2013 mindestens ebenso viele Schäden angerichtet hat wie die Flut 2002. Damals waren Schäden in Höhe von etwa einer Milliarde Euro zu beklagen. Besonders hoch seien die Verluste in der Landwirtschaft. Etwa zehn Prozent der Agrarflächen des Landes seien überflutet. «Viele Bauern werden keine Ernteerlöse erzielen», sagte Aeikens.

Bei seinen derzeitigen Gesprächen in Brüssel habe Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) von der EU-Kommission die Zusage von 50 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds für die Betroffenen des Hochwassers erhalten, sagte Aeikens. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Tausende Hochwasser-Opfer dürfen nach Hause zurück

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe wird Wochen nach deren Beginn immer deutlicher: Im besonders schwer betroffenen Elbe-Havel-Winkel in Sachsen-Anhalt hat der Kreis Stendal viele Evakuierungen aufgehoben. Das Wasser sinkt. Tausende Bewohner dürfen seit heute in ihre Häuser zurück – und beginnen nun mit dem Aufräumen. In Brandenburg beschädigten heftige Unwetter die Elbdeiche an zwei Stellen, was jedoch laut Behörden keine neue Gefahr ist. (dpa)

Quelle: fr-online.de

Hochwasser verursacht Millionenschäden beim Gastgewerbe

Veröffentlicht: Juni 19, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Stornierte Betten, überflutete Radwege, ausgefallene Großevents: Das Gastgewerbe muss aufgrund des Hochwassers bislang mit einem Schaden von rund 100 Millionen Euro rechnen. Das habe eine vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Sachsen-Anhalt in Auftrag gegebene Studie unter rund 1000 Betrieben ergeben. «Die Situation ist für einige Hotels und Gaststätten gar existenzbedrohend», sagte der Hauptgeschäftsführer des Dehoga, René Kauschus, am Mittwoch in Magdeburg. Fast alle befragten Betriebe hätten direkt oder indirekt mit den Folgen der Flut zu kämpfen. Bei rund 30 Hotels und Gaststätten sei die Lage nach dem Hochwasser so schlimm, dass sie nicht regulär öffnen können. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Landtag mit Debatte zum Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 19, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

Mit einer aktuellen Debatte zum Hochwasser beginnt heute die Sitzung des Landtages in Magdeburg. Die Abgeordneten wollen unter anderem darüber diskutieren, wie der Schutz vor Hochwasser noch verbessert werden kann. Außerdem wollen sie den zahlreichen Fluthelfern danken. Während der zweitägigen Sitzung gibt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Freitag eine Regierungserklärung ab. Es wird erwartet, dass er die Haushaltspolitik des Landes erläutert. Ursprünglich war die Landtagssitzung für den vergangenen Donnerstag und Freitag geplant, wurde wegen des Hochwassers aber um eine Woche verschoben. (dpa/sa)

Quelle: fr-online.de

Drittes Schiff erfolgreich versenkt

Veröffentlicht: Juni 16, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

300 Kubikmeter pro Sekunde: Den Helfern in Sachsen-Anhalt lief nach einem Deichbruch die Zeit davon. Die Idee ist außergewöhnlich: Ausgemusterte Lastkähne sollten die Lücke schließen. Zwei von ihnen wurden am Samstag gesprengt, am Sonntag war dann der dritte dran.

Gesprengte Schiffe als Stöpsel für einen gebrochenen Deich – Sachsen-Anhalt hat das Experiment gewagt und gewonnen. Mit ihrer Aktion haben die Einsatzkräfte wohl weitere Flächen zwischen Elbe und Havel vor der Überflutung bewahrt. Noch nie habe es so eine Aktion in Deutschland gegeben, sagt der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi.

Am Samstag gelang es, zwei Lastkähne vor dem etwa 90 Meter langen Deichbruch bei Fischbeck an der Elbe auf Grund zu setzen und damit einen Großteil der Lücke zu schließen. Ein drittes Schiff wurde am Sonntag in Position gebracht und versenkt, um das Leck endgültig zu stopfen.

Bis dato hatten die riesigen schwimmenden Wannen Fracht transportiert.

Gegen die schier unendlichen Wassermassen sahen die Experten kein anderes Mittel, als die ausgemusterten, antriebslosen Lastkähne zu versenken. Selbst riesige, tonnenschwere Pakete mit Steinen oder Sand wären Hunderte Meter weggetrieben worden – schlichtweg wirkungslos.

Durch das Loch im Deich sind nach Angaben des Krisenstabes der Landesregierung rund 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde geströmt. Ein Ende war nicht abzusehen. Immer mehr Ortschaften mussten geräumt werden, Tausende Menschen sind betroffen. Während etwa in Bayern, Thüringen und Sachsen längst Aufräumen angesagt ist, wurde es im Elbe-Havel-Winkel immer noch schlimmer.

„Wir haben nichts zu verlieren“, hatte Oberst Körbi vor der Aktion gesagt. Im schlimmsten Fall würden zwei gesprengte Lastkähne in der Landschaft stehen. Im besten Fall würde die Flut reduziert oder das Loch im Deich ganz abgedichtet. Also kaufte Sachsen-Anhalt am Freitag nach einer Entscheidung des Krisenstabs kurzerhand zwei ausgemusterte Schiffe. Sie sollen mehrere hunderttausend Euro gekostet haben. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) verkündete den waghalsigen Plan am Abend, da erkundeten Pioniertaucher schon die Wassertiefen.

Am Morgen darauf setzen Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei Panzersperren aus verschweißten Doppel-T-Stahlträgern über dem Deichbruch ab. Sie sind die Grundlage dafür, dass die versenkten Schiffe tatsächlich hängenbleiben können und nicht abgetrieben werden. Am Kloster Jerichow, das nur wenige Kilometer von der Deichbruchstelle weithin sichtbar aus der platten Landschaft ragt, wird die B 107 zum zentralen Anflugort für neun Hubschrauber.

Im Minutentakt nehmen sie riesige Netze und Pakete mit Basalt-Brocken und Sandsäcken auf und bringen sie an den Deich. Am Abend dann werden die beiden Lastkähne, die ein Schubschiff hergebracht hat, mit Präzision hineinmanövriert und gesprengt. Die erste Detonation ist um 19.48 Uhr weithin hörbar. Der Innenminister wartet nervös auf der Terrasse eines nahe gelegenen Lokals. „Jetzt müssten die Hubschrauber langsam hoch“, sagt er angespannt. Anders als erwartet steigen die Helikopter nicht gleich in die Luft auf.

Ihre Aufgabe ist es, so schnell wie möglich die Kähne mit großen Sandsäcken zu beschweren und sie am Wegtreiben zu hindern.Wenig später steht fest: Nur ein Kahn liegt auf Grund. Die zweite Sprengung um 20.11 Uhr setzt Kahn Nummer zwei fest. Allerdings ist der Deichbruch nicht komplett geschlossen. Es bleibt eine Öffnung von rund 20 Metern, wie Oberst Körbi nach einem ersten Hubschrauberflug über der Einsatzstelle feststellt. Dann beginnt die Hubschrauberflotte fast wie an einer Perlenschnur aufgereiht, die versenkten Schiffe mit schweren Paketen zu füllen.

Um die Deichöffnung komplett zu schließen, ordert Sachsen-Anhalt kurz nach der Aktion ein weiteres Schiff. Kahn Nummer drei wird am Sonntagabend vor der verbliebenen Lücke auf Grund gesetzt. Und noch einmal steigen Hubschrauber auf, um nun auch das letzte kleine Leck zu stopfen. Die waghalsige Aktion scheint geglückt. (dpa)

Quelle: tagesspiegel.de

 

Im Kampf gegen das Hochwasser in Sachsen-Anhalt greifen die Einsatzkräfte jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln. Um die gewaltigen Wassermassen im Landkreis Stendal auf ihrem Weg ins Landesinnere zu stoppen, werden zwei Lastkähne vor einem gebrochenen Deich in der Elbe versenkt. Sie sollen den Durchfluss bei Fischbeck schließen, wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte. Die geplante, höchst unkonventionelle Methode wurde seit dem frühen Samstagmorgen vorbereitet.

Weiter südlich in Breitenhagen (Salzlandkreis) wurde unterdessen ein Saaledeich gesprengt. Damit soll das Hochwasser aus den dort überfluteten Gebieten schneller zurück in den Fluss geleitet werden.

„Das Ganze ist eine große logistische Herausforderung. Die einzelnen Schritte müssen sauber aufeinander abgestimmt werden“, hatte eine Sprecherin des Krisenstabs in der Nacht zu der Aktion bei Fischbeck mitgeteilt. Taucher der Bundeswehr untersuchten zunächst den Boden an der Bruchstelle des Deichs. Danach wurden Panzersperren auf dem Grund des Flusses verankert. Außerdem sollten große Netze mit Basaltsteinen ausgebreitet werden.

Lastkähne werden an die richtige Stelle gebracht

Wann die Sprengung erfolgt, war noch nicht klar. Die beiden Lastkähne – sogenannte Schuten ohne eigenen Antrieb – müssten zunächst von einem Schubschiff an die richtige Stelle gefahren werden. Nach der Sprengung sollen von einem Hubschrauber abgeworfene Säcke mit Sand und Steinen die Lücke im Deich zusätzlich schließen. Die Aktion könnte den Angaben zufolge den ganzen Tag dauern. Es gebe auch keine Gewissheit, ob sie gelinge.

Die Sprengung des Saaledeichs bei Breitenhagen (Salzlandkreis) wurde als Erfolg verbucht. Es werde noch eine zweite Sprengung geben, um das Loch im Deich zu vergrößern, hieß es – wann, war noch unklar.

Während in einigen Teilen des Landes bereits die Aufräumarbeiten laufen, ist in anderen die Lage weiter höchst angespannt. Nach dem schon einige Tage zurückliegenden Deichbruch bei Fischbeck forderte der Krisenstab am Samstag auch die Menschen in den Ortschaften Jederitz und Kuhlhausen auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Zuflucht würden die Betroffenen etwa in Havelberg finden. Den Angaben zufolge stünden mehr als 900 Notbetten in dem Ort bereit.

In Magdeburg, wo die Alarmstufe 4 bereits am Freitag aufgehoben wurde, entsorgten Hunderte Helfer am Schleinufer Sandsäcke. In Halle stapelt sich seit Tagen durchnässter Sperrmüll auf den Straßen. Im Burgenlandkreis wurde zumindest in den Orten Aken, Susigke, Reppichaus, Chörau, Mennewitz, Trebbichau und Obselau die Evakuierung aufgehoben, wie der Katastrophenschutzstab des Landkreises mitteilte.

Das Schöpfwerk in Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) nimmt den Angaben zufolge daher vermutlich bald wieder die Arbeit auf. Weiteres Wasser könnte dann aus den überfluteten Gebieten abgepumpt werden. In Calbe (Salzlandkreis) lieferten am Samstagmorgen 14 Lastwagen Heu, Stroh und Silageballen, damit die Landwirte in der Elbe-Saale-Region ihre Tiere wieder versorgen können, wie der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt mitteilte.

 

http://www.lvz-online.de/nachrichten/aktuell_themen/hochwasser-in-sachsen/Hochwasser-in-Mitteldeutschland/versenkte-schiffe-sollen-deichbruch-schliessen–damm-bei-breitenhagen-gesprengt/r-Hochwasser-in-Mitteldeutschland-a-193256.html

Sprengmanöver gegen Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 15, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist der Kampf gegen das Hochwasser noch nicht ausgestanden. In der Ortschaft Fischbeck sollen heute zwei Schiffe gesprengt und versenkt werden, um mit den Trümmern einen Deich abzudichten. André Plaul, Magdeburg.

http://www.br.de/nachrichten/sprengmanoever-gegen-hochwasser100.html

Quelle: br.de

Sachsen-Anhalt kämpft weiter gegen die Fluten

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Sachsen-Anhalt ist noch immer weitflächig vom Hochwasser der Elbe und Saale überschwemmt. In Kamern im Kreis Stendal hat die Bundeswehr eine erhöht liegende Straße aufgebrochen. Durch die Öffnung soll das durch den Deichbruch bei Fischbeck eindringende Elbwasser in die Havelpolder abfließen. Tausende Menschen in dem Gebiet östlich der Elbe wurden evakuiert. Doch viele weigerten sich und müssen jetzt per Boot und Hubschrauber versorgt werden.

Leichte Hoffnung gibt es nach dem Deichbruch an der Saale bei Groß Rosenburg. Das Hochwasser aus dem Überflutungsgebiet fließt mittlerweile in den Fluss zurück. Die Stadt Aken ist weiterhin vom Wasser eingeschlossen. Entspannt hat sich die Lage im Salzlandkreis. Die Evakuierungen der Gemeinden Grünewalde, Elbenau und Ranies bei Schönebeck wurden inzwischen aufgehoben. Auch in Magdeburg normalisiert sich die Lage.

http://www.mdr.de

Land unter für Landwirte

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

Das aktuelle Hochwasser hat größere Schäden hinterlassen als bislang angenommen – dabei ist für viele Menschen im Norden Sachsen-Anhalts weiter abwärts an der Elbe noch längst nicht alles vorbei. Heute will sich Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer in Berlin treffen, um über Hilfsmaßnahmen zu beraten. Neben betroffenen Bürgern und Unternehmern hofft auch der Bauernverband, dass den Land- und Tierwirten unter die Arme gegriffen wird. Wir haben Landwirte in Sachsen-Anhalt besucht.

Plötzlich ist alles hinüber

Vor 14 Tagen war die Welt noch in Ordnung für Landwirt Jens Fromm von den Vereinigten Agrarbetrieben Seydaland. Auf den Feldern des Ökobetriebs zwischen Lutherstadt Wittenberg und Jessen begannen Mais, Möhren und Buchweizen ordentlich zu wachsen. Der Raps hatte nach der Blüte schon fette Schoten gebildet: „Der prahlt im Moment noch, sieht grün aus. Aber wenn man mal eine Pflanze rauszieht, sind jetzt Schäden an der Wurzel zu ziehen, die er über die nächsten sechs Wochen wohl nicht mehr verkraften kann“, sagt Jens Fromm nun nach dem Hochwasser im Mündungsbereich zwischen Schwarzer Elster und Elbe.

Vom Ausmaß der Schäden hat sich jetzt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Dr. Helmut Born überzeugt: „Wir stehen mit den Gummistiefeln im Wasser, die gesamte Ernte für den Bauern ist verloren.“

Ob Land- oder Tierwirte – alle sind betroffen

Bislang sind rund 20.000 Agrarbetriebe deutschlandweit betroffen. Der Bauernverband hat einen Schaden von über vier Millionen Euro errechnet. Dabei hat es Sachsen-Anhalt am Schlimmsten getroffen: „Das was hier in Sachsen-Anhalt passiert ist, ist wirklich weit voraus gegenüber allen anderen Ländern. Wenn man Sachsen dazu nimmt, dann haben wir dort über die Hälfte des Schadensereignisses für Gesamt-Deutschland.“

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes spricht nicht nur von Acker- und Grünfutterflächen, sondern auch von Betrieben und Stallungen, die überschwemmt wurden – und von Tierbeständen, die evakuiert werden mussten. Auch die Mutterkuh-Herde der Agrargenossenschaft „Elstermündung“ in Schützberg war betroffen, wie Reinhardt Zeidler erklärt: „Ich wollte es eigentlich nicht erleben, eine tote Herde zu sehen. Darum habe ich mich dazu entschieden, so zeitig zu evakuieren. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.“

Füreinander da sein, lautet die Devise

Die Landwirte in der Elbe-Elster-Region mussten schon 2002 und 2005 mit starkem Hochwasser klarkommen. Damals wie heute haben die Landwirte zusammengestanden und konnten auf die Hilfe vieler Freiwilliger bauen. Der Deutsche Bauernverband will diesen Zusammenhalt weiter koordinieren: „Wir haben bei einer gemeinnützigen Stiftung, der Schorlemmer-Stiftung, ein Konto eingerichtet. Das heißt, wir lassen es nicht nur bei der Bitte und Forderung an Bund und Länder und die Europäische Union, uns zu helfen, sondern wir wollen uns auch untereinander helfen.“

In diesem Zusammenhang betont der Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt, Frank Zedler: „Die Ackerflächen, die unter Wasser stehen und teilweise ja auch bewusst dafür genutzt wurden – das ist sicher wichtig, um unsere Gemeinde und Städte zu schützen. Aber man muss natürlich im Nachgang dann auch darüber reden, dass die betroffenen Betriebe einen Ausgleich dafür erhalten, damit sie nicht vor dem Ruin stehen.

Tiere reagieren schlecht auf Evakuierungen

Zedler spricht Schweinezüchter Kurt Walther vom Agrarbetrieb „Grüne Aue“ in Battin aus dem Herzen. Der hat schon erfahren, dass Tiere auf Evakuierungen, andere Ställe, neue Hackordnungen schlecht reagieren – weniger fressen und weniger Nachkommen zeugen. Obwohl er jetzt nach vorn schaut, stecken ihm Arbeit und Angst noch in den Knochen: „Das ist so wie wenn jemand stirbt. Man kann Beileid wünschen, aber so richtig mitempfinden geht nicht – ist auch gut so, das ist ein Schutzreflex zum überleben.“

Der vom Hochwasser stark betroffene Öko-Landwirt Fromm hatte den Tierzüchtern der Region einen leeren Stall auf seinen trockenen Flächen als Notunterkunft bereitgestellt. Hier warten jetzt Kühe, Schweine und Schafe darauf, dass das Wasser sich aus der Aue zurückzieht. Tierwirt Reinhardt Zeidler: „Es gibt nur Heu und Wasser, aber sie sind erstmal zufrieden.“

Die Hoffnung: viel Sonne und ein wenig Regen

Nicht nur die Tiere – auch die Landwirte wollen wieder auf die Grünlandflächen, um Futter für die Tiere zu produzieren. Schon jetzt herrscht Futtermangel in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Deshalb wünschen sich Ökolandwirt Jens Fromm und seine Kollegen: „Zuerst muss es warm werden und ein bisschen regnen, die ganze Zeit, dass es sich abspült. – 25 Grad und dazu mal ein kleiner Schauer – das wäre das ideal.“

Ein kurzer Regenschauer hin und wieder würde auch die bevorstehende Mückenplage eindämmen helfen. Die stechenden Insekten sind nicht nur lästig – sie können auch Tierkrankheiten übertragen. Die Bauern wären froh, wenn sie diese Sorge nicht auch noch hätten.

http://www.mdr.de/mdr-info/hochwasser-landwirte100.html

Wasser der Elbe überflutet weitere Dörfer

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt
 von Claus-Dieter Steyer
Um dem Elbwasser einen Weg in einen Havelpolder zu weisen, riss die Bundeswehr am Donnerstag Teile einer Landstraße weg. Die erhoffte Entlastung trat nicht ein. Der Krisenstab im Landkreis Stendal entschied, mehrere Dörfer zu evakuieren. Doch nicht alle Anwohner kommen der Aufforderung nach.
Vier Tage nach dem großen Deichbruch in Fischbeck bei Tangermünde überflutet das Elbwasser immer mehr Häuser und Felder in der nördlichen Altmark. Der Krisenstab im Landkreis Stendal entschied sich deshalb zur Zwangsevakuierung mehrerer Dörfer, da Gefahr für Leib und Leben bestünde. Polizisten gingen in den Dörfern Wust, Briest und Melkow und kleineren Ortsteilen von Haus zu Haus, um die rund 1 000 Bewohner zum Verlassen der Häuser aufzufordern. Trotz des Hinweises auf die bevorstehende Blockade sämtlicher Zufahrtsstraßen in die Orte durch das steigende Wasser und die Abschaltung des Stromes blieben vor allem Männer in den Häusern zurück.
Sie wollten ihre Haustiere versorgen und ihr Hab und Gut nicht allein zurücklassen, hieß es. Bis zuletzt versuchten sie mit Sandsäcken und kleinen Wällen das Wasser von ihren Grundstücken fernzuhalten. Aber der Kampf war aussichtslos. Die Bundeswehr schickte schwere Lastwagen und Boote, um Personen aufzunehmen. Mehrere Tausend Menschen harren in Sachsen-Anhalt weiter in Notquartieren aus.

Am Morgen hatte die Bundeswehr in der rund 130 Kilometer westlich Berlins gelegenen Region eine Landstraße auf rund 50 Metern weggerissen, um dem Elbwasser einen Weg in einen Havelpolder zu weisen.  Doch die erhoffte Entlastung trat angesichts der riesigen Wassermassen nicht ein. Weiterhin gesperrt ist die ICE-Strecke von Berlin nach Hannover. Umleitungen führen zu größeren Verspätungen.

In den anderen Regionen entlang der Elbe sank der Pegel. Trotz des nun schon seit Tagen andauernden Drucks auf die Deiche hielten sie die Elbe in ihrem Bett. Vielerorts läuft bereits das große Aufräumen. Schrittweise normalisiert sich das Leben, wobei noch Tausende Haushalte ohne Strom sind.

Quelle: tagesspiegel.de

CDU-Sprecher Stadelmann übt Kritik

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

„Es ist notwendig, dass beim Hochwasserschutz künftig das Interesse der Allgemeinheit über dem Interesse des Einzelnen steht“, so der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt, Jürgen Stadelmann. „Viele Verzögerungen in der Maßnahmenumsetzung hätten vermieden werden können, wenn Eigeninteressen in den Hintergrund getreten wären. Der Schutz der noch betroffenen Gebiete einerseits und die Beseitigung der Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen andererseits haben für uns jetzt oberste Priorität“, so Stadelmann weiter.

http://www.mz-web.de/hochwasser/hochwasser-in-sachsen-anhalt—liveticker-zum-hochwasser–,20642022,23110778.html#akt-button

Weißenfels: Antragsausgabe für Soforthilfen hat begonnen

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Sachsen-Anhalt

 

In der Stadt Weißenfels ist am Mittwoch mit der Antragsausgabe für die Gewährung von Soforthilfen zur Unterstützung der direkt betroffenen Bürger begonnen worden. Auf Grundlage der Richtlinien des Landes Sachsen-Anhalt, können die Anträge bis spätestens zum 15. Juli 2013 gestellt werden, teilte die Pressestelle der Stadt mit. Antworten zu Fragen zur Soforthilfe in Weißenfels unter: (03443) 370 265.
Sofort-Programm der Landesregierung

Nach Prüfung und Bewilligung des Antrages wird für Erwachsene bis zu 400 Euro und für min-derjährige Kinder bis zu 250 Euro überwiesen; pro Haushalt werden Gelder bis zu einer Summe von maximal 2 000 Euro ausgezahlt.

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