Archiv für die Kategorie ‘Landkreis Lüchow-Dannenberg’

 

Während im Nordwesten der Region noch hart gegen ein Durchbrechen der Deiche gekämpft wird, beginnen im Ostkreis langsam die Aufräumarbeiten.

Über 1000 Helfer waren die ganze Nacht über in Neu Darchau im Einsatz, um rechtzeitig eine zweite Deichlinie aufzubauen. Diese ist auch dringend notwendig, denn der zuvor aufgebaute Notdeich zeigt mittlerweile deutliche Risse, droht zu brechen.

Doch angesichts der kontinuierlich fallenden Pegelstände (Schnackenburg gestern morgen: 7,65 m; heute morgen: 7,41 ) könnte es auch für die Neu Darchauer halbwegs glimpflich ausgehen.

Doch für heute vorhergesagter Regen macht die Arbeit nicht einfacher.

Vom Deich zwischen Penkefitz und Wussegel liegen noch keine neuen Informationen vor.

In Vietze zieht sich das Wasser ebenfalls immer mehr zurück. Nach bisher noch unbestätigten Informationen soll die Stromversorgung im Unterdorf ab Samstag wieder funktionieren. Hier zeigt sich nach und nach das ganze Ausmaß der Schäden, die die Flut hinterlassen hat.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/schuften-bis-zum-umfallen-und-beginn-des-aufraeumens-52083

Zweiter Deich für Gartow

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

 

So etwas hat es in Gartow bisher noch nie gegeben: Der Ort hat seit gestern eine zweite Deichlinie. Sie verläuft durch das Waldgebiet Postbruch am nordwestlichen Ortsrand zwischen der B 493 und L 256.

Letztere nämlich ist seit einigen Tagen bereits halbseitig überschwemmt – auch das ist ein Novum. »So etwas haben wir noch nie erlebt», sagt Samt- gemeindebürgermeister Fried-rich-Wilhelm Schröder (CDU).

Die Gefahr: Hält der Notdeich nicht, drohen die Wassermassen, sich in den Postbruch und von dort aus in das Areal des Campingplatzes sowie der Ferienhaussiedlung und in die Straßen Am Helk, Am Galgenberg und Birkenberg zu ergießen. Der Westen der Gemeinde Gartow stünde im schlimmsten Fall komplett unter Wasser.

Um dies zu verhindern, haben Einsatzkräfte um die Feuerwehren Frankfurt und Offenbach bereits am Wochenende den mobilen Deich vom Westrand des Gartower Sees an die L 256 verlegt. Gestern war Förster Ulrich von Mirbach mit NLWKN-Mitarbeitern im Postbruch unterwegs, um in dem hügligen Gebiet Hohenmessungen vorzunehmen. Die Zahlen sind zentral, um die zweite Verteidigungslinie auf ein möglichst einheitliches Niveau zu bringen. Schröder ist erstaunt über die Lage: »So etwas war bislang nie Thema, ein Überströmen der Landesstraße hat bisher nie stattgefunden.» Einsatzkräfte überwachen den Notdeich zwischen Gartow und Meetschow rund um die Uhr, fahren die Strecke stündlich mit Fahrrädern ab. Laut der Feuerwehr vor Ort haben die Einsatzkräfte bereits drei Bäume an der Landesstraße gefällt, um zu verhindern, dass sie auf den Notdeich krachen und diesen durchbrechen. Laut Schröder werde man in diesem Bereich in der Zukunft über einen Deichbau nachdenken müssen. »Wir bearbeiten das Hochwasser nach und dann wird auch das Thema sein», so Schröder.

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Deichschutz mit High-Tech

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

 

Schwarz-weiß ist das Bild auf dem Monitor, auf den Feldwebel Gernot L. seinen Blick geheftet hat.

Es zeigt den Deich, der die Niederung zwischen Gartow und Nienwalde gegen die Seege abschirmt, und an dem das Wasser so hoch steht, dass es fast schon überläuft. »Das ist ein Wärmebild des Deiches», erklärt der Soldat, der in seinem Fennek sitzt, einem Aufklärungs-Radpanzer der Bundeswehr. »Die dunklen Stellen sind kalt, die hellen warm», sagt er, bedient einen Joystick, und das Bild schwenkt von dem sich hell abzeichnenden Wall auf die daneben liegende Wiese. Dort haben sich Qualmwasserpfützen gebildet, die auf dem Monitor als dunkle Flächen zu sehen sind. »Und genau danach suchen wir», erläutert der Feldwebel. Denn wenn sich solche Flecken im Deich oder am Deichfuß zeigen, wird es kritisch. Dann ist der Deich durchweicht. »Und wir sind hier, um das rechtzeitig zu erkennen.»

Der Feldwebel und die beiden anderen Soldaten in dem elfeinhalb Tonnen schweren Panzerfahrzeug gehören zum Aufklärungs-Lehrbataillon 3 in Lüneburg, er selbst stammt jedoch aus Lüchow-Dannenberg. Und das sei es auch, was diesen Einsatz für ihn zu etwas ganz Besonderem mache, erzählt der Zeitsoldat. »Wir setzen hier ein Gerät, das für Konfliktfälle erdacht und gebaut wurde, und unsere Fähigkeiten ein, um Menschen und ihr Eigentum zu beschützen. In meiner Heimat. Das ist ein gutes Gefühl», sagt er, lächelt und schaut wieder auf den Monitor. Dort sind mittlerweile auch zwei Pferde zu sehen, die friedlich am Deichfuß grasen. Mehr noch: Hinter ihnen erkennt man noch das Wärmebild ihrer Hufabdrücke im Gras. »High-Tech made in Germany», sagt der Soldat und schmunzelt. Auch die Nicht-Lüchow-Dannenberger in seiner Einheit sind in diesem Hochwasser-Einsatz sehr motiviert. Konzentriert absolvieren sie ihre Zwölf-Stunden-Schichten am sogenannten Linken-Seege-Rückstaudeich, laufen Deichwache, schauen stundenlang auf die Monitore in den insgesamt sechs Fenneks, die für diese Aufgabe eingeteilt sind. In der heißen Sonne des Tages und in den mückenverseuchten Nächten an dem mittlerweile stehenden Gewässer. Auch bei der Sicherung des Gartower Schlosses waren sie im Einsatz, tagelang, verbauten zigtausende Sandsäcke und kilometerweise Planen und Vlies. »Wir sind hier, solange wir gebraucht werden, je nach Lage», erklärt der Feldwebel. »Und wir sind gerne hier.»

In Gartow ist man froh, die Bundeswehrsoldaten an den Deichen und in Alarmbereitschaft zu wissen – für den Fall, dass irgendwo ein Deich stabilisiert werden muss – oder Schlimmeres. Und die großen Panzerfahrzeuge mit ihren futuristisch wirkenden Aufklärungs-Aparaten ziehen so manch einen neugierigen Blick auf sich. »Es halten schon mal Leute an und fragen, was wir hier machen», sagt Feldwebel Gernot L. Dann geben die Soldaten bereitwillig Auskunft, und wer möchte, der kann auch einen Blick in den Fennek werfen. »Die Akzeptanz ist groß», freut sich der Soldat. »Und wir freuen uns über das Interesse. Und darüber, dass wir helfen können.»

Insgesamt sind in Niedersachsen derzeit rund 2000 Bundeswehrsoldaten im Hochwassereinsatz, 2900 stehen als Reserve bereit, um im Fall der Fälle dort eingesetzt zu werden, wo viele helfende Hände und schweres Gerät gebraucht werden. »Die Bundeswehr tut alles, um die Deiche zu schützen», heißt es vom Landeskommando Niedersachsen in Hannover.

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Laasches Inselleben

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Dass die Laascher von der Außenwelt abgeschnitten sind, ist nichts Neues – wie sie damit umgehen schon

Die Milch landet im Abfluss. Literweise.

Wilhelm Pewsdorf hat keinen, der sie abholen könnte. Der Landwirt lebt in Laasche, besser gesagt: auf Laasche. Denn durch das Hochwasser ist der Ort ebenso von Wasser um- wie der Fahrdamm überspült ist. Pewsdorf muss seine Kühe trotzdem melken, muss die Tiere füttern und versorgen. Die gleiche Arbeit wie immer – nur ohne Lohn. Eine wirtschaftliche Misere. »Nur einen Vorteil hat die Sache: Ich habe die ganze Woche noch keine Rechnungen bekommen», sagt er. Laasche ist zu einer Insel geworden. Mal wieder. In der Vergangenheit gab es viel Streit über den Deichbau und rund um das Hochwasser. Oft fühlten sich die Laascher von den Behörden im Stich gelassen. Letztere weigerten sich, einen Ort mit 25 Einwohnern mit Hilfskräften gegen die Fluten zu sichern, drängten auf frühzeitige Evakuierungen. Diese Zeiten sind offenbar vorbei. Nach jahrelangem Hickhack hat Laasche einen Deich, gestern haben Boote 300 Soldaten auf die Insel gebracht, um vier kritische Stellen mit 30000 Sandsäcken auszubessern.

Und auch die Laascher halten zusammen. Abends um 19 Uhr treffen sie sich auf der Terrasse des Campingplatzes zu einer Lagebesprechung. Senior-Chefin Gisela Pewsdorf serviert Getränke, die anderen sitzen im Kreis auf Plastikstühlen.

Etwas entfernt sitzen vier Bundeswehrsoldaten an einem Tisch. Gisela Pewsdorf hat ihnen Wurstbrote geschmiert und Fleischbällchen gebraten. Sie sind gekommen, um den Laaschern zu helfen und Wache am Deich zu schieben. 24 Stunden bleiben die Soldaten, dann lösen Kameraden sie ab. Sie wohnen in einer Ferienwohnung von Marina Marquardt. »Auf Soldaten waren wir nicht eingestellt, deshalb haben wir nur Ehebetten», sagt sie und grinst. Den Soldaten macht das nichts, sie fühlen sich wohl. »Die Stimmung hier im Ort ist sehr gut, die Bewohner haben uns freundlich aufgenommen und sind sehr hilfsbereit», sagt einer der Männer. »Das Frühstück stelle ich euch in den Kühlschrank», sagt Marquardt, dann geht sie zu den anderen hinüber.

Auch dort ist die Stimmung gespannt, aber gut. Die Laascher sind längst nicht so unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Behörden wie in den vorangegangenen Flutjahren. Im Gegenteil: »Nach den Erfahrungen der letzten Jahre empfinden wir die Organisation geradezu als perfekt», sagt Hans-Wolfgang Abbass. Man habe früh angefangen, sich zu engagieren. Alle haben sich mit Lebensmitteln bevorratet. »Für mindestens eine Woche», sagt eine Frau. In der Gaststätte hängt ein Zettel, auf dem die Laascher ihren Bedarf notieren können. Hin und wieder fahren einige mit dem Boot zum Einkaufen nach Gartow. Sibylle Hauswaldt hat über die Bäuerliche Notgemeinschaft einen leistungsstarken Trecker von einem Bio-Landwirt aus Salzwedel organisiert.

Selbst ein Feriengast ist geblieben, Dauercamper Kurt Benitz. »Ich wollte einfach helfen», sagt der Norderstedter. In seinem Wohnwagen wohnt er allerdings seit ein paar Tagen nicht mehr. Das war ihm dann doch zu unsicher. Statt Camping auf dem Festland macht Benitz nun Ferienhausurlaub auf einer Insel.

Es sieht so aus, als sei das Meckern und Querstellen in Laasche zurückgegangen. »Wir sollten nicht negativ sein, sondern optimistisch», so lautet seit ein paar Tagen das Credo von Abbass. Das wirkt offenbar. »Die Solidarität ist groß», sagt Sibylle Hauswaldt, auch, weil die »Inselsituation belastend und bedrohlich» sei. Einmal am Tag fahren Thomas Hauswaldt und Thorsten Pewsdorf mit einem Motorboot zur Lagebesprechung der örtlichen Einsatzleitung nach Gartow. Gerade kommen sie von der Sitzung zurück, pünklich zur Lagebesprechung in Laasche. »Wir haben gute Nachrichten, positiver als ich vorher gehofft hatte», sagt Rechtsanwalt Thomas Hauswaldt. Vier kritische Stellen im Deich, die sich am Vortag zwei THW-Fachberater angesehen und für problematisch befunden hatten, sollen 300 Soldaten auf einer Länge von insgesamt 600 Metern mit Sandsäcken und Vlies sichern. Das DLRG versorgt die Laascher von Meetschow aus per Boot mit Kraftstoff.

»Wir müssen jetzt die Sandentnahmestelle vorbereiten, damit morgen gleich die Säcke befüllt werden können», sagt Hauswaldt. »Zu früh geduscht», ruft einer. Dann stehen die Laascher auf und legen los. Sie müssen ihre Insel retten.

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Notdeich hinter dem Notdeich

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Lage in Neu Darchau bleibt heikel – Einsatzleitung bereitet Einwohner auf mögliche Überflutungen vor

Neu Darchau. Das Wasser geht zurück. Langsam zwar, aber stetig.

Mehrere Zentimeter hat der Elbpegel bei Neu Darchau seit Dienstagabend verloren. Doch von Entwarnung kann in dem Ort im nördlichsten Zipfel Lüchow-Dannenbergs keine Rede sein. Ganz im Gegenteil sogar: Immer mehr Kräfte von Feuerwehr und auch Bundeswehr rücken seit Mittwoch Morgen an, um aus zigtausenden Sandsäcken einen neuen Notdeich zu errichten. Eine zweite Deichverteidigungslinie hinter dem ersten Notdeich. Denn der ist mittlerweile hochgradig instabil, hat große Risse und droht, nach unten, in die Elbeflut also, abzurutschen. »Wenn das passiert, dann läuft ein großer Teil des Ortes voll», sagt einer der verantwortlichen Feuerwehrleute bei der Lagebesprechung. Und das wollen, das müssen die Einsatzkräfte verhindern.

Und so fahren im Minutentakt Lkw und Traktor-Gespanne auf der Elbuferstraße vor und bringen Sandsäcke aus dem Kieswerk in Tramm. 50000 sollen es sein, andere Quellen sprechen von bis zu 100000 Säcken, die in Neu Darchau gestern und in der Nacht zu heute verbaut werden sollten. »In der Hoffnung, den zweiten Damm gar nicht zu brauchen», sagt Stefan Schmidt, der Einsatzleiter vor Ort, dem man ansieht, dass er in den vergangenen Nächten wenig Schlaf bekommen hat. Dirk Wiezer, ein Wasserbau-Ingenieur, der zur Feuerwehrkreisbereitschaft Wolfenbüttel gehört, ist da optimistischer. »Ich glaube nicht, dass der Notdeich bricht», sagt er. Aber Sicherheit gehe nunmal vor. »Und um diese Sicherheit zu gewährleisten, brauchen wir die zweite Verteidigungslinie.»

Die besteht aus einem fast zwei Meter hohen Wall aus Sandsäcken, den Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten Stück für Stück aufschichten. Die Sandsäcke müssen per Hand an die neue Deichverteidigungslinie gebracht werden, die Radlader und Traktoren, die die Lkw aus Tramm entladen, dürfen nicht näher als 100 Meter an den Notdeich heran, weil die beim Fahren Erschütterungen auslösen, die dem instabilen Sandwall womöglich den Rest geben könnten. Eine anstrengende Arbeit, dazu scheint die kräftige Juni-Sonne von einem wolkenlosen Himmel, was dazu führt, dass die Kräfte regelmäßig ausgetauscht werden müssen und am Einsatzort so ein stän-diges Kommen und Gehen herrscht. »Die Leute ermüden schnell», sagt Stefan Schmidt. »Aber das ist auch verständlich. Das hier ist der Brennpunkt, dieser Abschnitt geht nie unter 100 Prozent, und das seit Tagen.»

Ob das reichen wird, ist allerdings fraglich. »Ein Restrisiko, dass die Sicherungsmaßnahmen versagen, besteht», so Jürgen Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue. Und so gingen gestern Mitarbeiter der Verwaltung gemeinsam mit DRK-Sanitätern und Feuerwehrleuten im gefährdeten Neu Darchauer Ortsgebiet von Haus zu Haus und wiesen die Bewohner darauf hin, dass sie doch ihre Fahrzeuge in höher gelegene Bereiche fahren sollten, lose Gegenstände sichern, Möbel und Elektrogeräte möglichst hoch lagern und die Nächte am besten nicht im Erdgeschoss verbringen sollten. Und die Mitarbeiter erkundigten sich, ob die rund 110 Betroffenen im Falle eines Deichbruchs und einer Überflutung bei Freunden oder Bekannten unterkommen könnten oder ob die Samtgemeinde für sie Unterkunftsmöglichkeiten vorhalten solle. Von einer möglichen Evakuierung könne aber nicht die Rede sein, hieß es aus dem Dannenberger Rathaus. Es seien lediglich Vorbereitungen auf den schlimmstmöglichen Fall. Und man gehe nicht davon aus, dass der eintrete.

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Hitzacker: Dürfen Menschen bald zurückkehren?

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Endlich mal ein paar gute Nachrichten für die Menschen im Hochwassergebiet an der Elbe: Eventuell dürfen die Bewohner bereits am Sonnabend in die evakuierte Altstadt von Hitzacker zurückkehren. Auch sonst entspannt sich die Lage zusehends – die Pegelstände sinken seit Stunden. Von Entwarnung ist allerdings immer noch keine Rede. Denn das stehende Wasser lässt die Deiche mehr und mehr durchweichen. Etwa in Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg): Am Mittwochabend bildeten sich Risse in einem aufgeweichten Notdeich. Bis in die Nacht hinein stapelten Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk (THW) fast 100.000 Sandsäcke zu einem zusätzlichen Schutzwall auf. Bislang hat er gehalten.

Bäume bedrohen Deiche

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht davon aus, dass das Hochwasser noch etwa zwei Tage lang hoch am Deich stehen wird. In Wussegel hat man derweil mit einer ganz anderen Gefahr zu kämpfen: Dort drohten drei Bäume umzukippen und die Schutzwand zu zerstören. Sie müssten gefällt werden, hieß es erst. Am Donnerstag teilte eine Sprecherin des Krisenstabes vom Landkreis Lüchow-Dannenberg mit, dass lediglich Äste abgesägt wurden. „Wir beobachten dass natürlich weiterhin“, so die Sprecherin weiter. Insgesamt kann von einer ruhigen Lage im Landkreis Lüchow-Dannenberg gesprochen werden, sagte eine Sprecherin NDR.de. „Die Wasserstände sinken in Neu Darchau, Schnackenburg und auch in Hitzacker liegen wir unter der Acht-Meter-Marke“, sagte sie am Donnerstagmorgen.

Kanzlerin war schon da – Verteidigungsminister kommt heute

Doch überall entlang der niedersächsischen Elbe gibt es auch nach wie vor Stellen, an denen das Wasser die Barrieren überwunden hat. Beispiel Fischerzug, eine Siedlung in der Gemeinde Hohnstorf: Hier ist ein Haus, das vor dem Deich liegt, überflutet. „Die restlichen vier Häuser werden durch den massiven Einsatz von Pumpen gehalten“, heißt es in einer Mitteilung des Katastrophenschutzstabes Landkreis Lüneburg vom Mittwoch. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch in Hitzacker – zusammen mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Für heute Vormittag hat sich Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in Dannenberg angekündigt. Er will die Bundeswehrtruppen besuchen, die dort im Einsatz gegen das Hochwassers sind.

Hitzacker: Treibgut gefährdet Spundwand

Weiterhin bedrohen schwimmende Bäume und Äste die Deiche und in Hitzacker auch die dünne Spundwand, die die evakuierte Altstadtinsel sichern soll. Nach Angaben der Sprecherin haben die Einsatzkräfte in den vergangenen vier Tagen schon rund 50 Tonnen Treibgut aus der Elbe gefischt. Wie lange die Deiche der Belastung durch das Wasser standhalten, weiß niemand. „Mit solchen Wassermassen haben wir keine Erfahrungen“, sagte Achim Stolz, Sprecher des NLWKN, NDR.de. Die Durchhaltefähigkeit sei abhängig von Faktoren wie Konstruktion, Pflegezustand und Lage. Entlang des niedersächsischen Elb-Abschnitts sei nach modernen Standards gebaut worden. Allein zwischen Hitzacker und Wussegel seien die Deiche noch nicht modernisiert worden.

Bund und Land garantieren 40 Millionen Euro Soforthilfe

Unterdessen hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover mitteilte. Heute will sich Kanzlerin Angela Merkel darüber hinaus mit den Ministerpräsidenten treffen. Es soll ein Hilfspaket über bis zu acht Milliarden Euro besprochen werden. Auch hierbei sollen Bund und Länder sich die Finanzierung teilen.

Wenn das Wasser geht, kommt das Aufräumen

 

Erst in ein einigen Tagen, wenn das große Aufräumen beginnt, wird vermutlich das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar. Besonders bitter: Viele der Menschen, die von der Flut betroffen sind, waren nicht versichert. Und selbst beim Aufräumen drohen noch neue Gefahren. Die Elbe ist stark verunreinigt, Hygiene ist daher oberstes Gebot. Der Landkreis Lüneburg warnte am Donnerstag bereits, da aus Klärgruben Bakterien und Viren in das Wasser gespült worden seien. Dadurch sei das Infektionsrisiko gestiegen. Lebensmittel aus Gärten und überfluteten Gebäuden sollten nur nach gründlicher Reinigung verzehrt werden.

 

Feuerwehr rettet Rehbock

 

Eine rührende Geschichte gibt es dann aber auch noch aus der Hochwasserregion: Einsatzkräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft Holzminden entdeckten bei Deicharbeiten ein Reh, das hilflos in der Elbe trieb. Mit Hilfe eines Schnelleinsatzbootes fingen die Feuerwehrleute den Rehbock ein – auch wenn es sich „zuerst schwierig gestaltete, den Rehbock ins Boot zu bekommen, da er immer wieder versuchte Schutz, in den aus dem Wasser herausragenden Baumkronen zu finden“, wie die Feuerwehr in einer Mitteilung schreibt. Schließlich gelang es, das Reh ins Boot zu ziehen. Anschließend wurde das Tier zum Deich gefahren, den Deich heruntergetragen und in die Freiheit entlassen. „Nass, aber wohlauf lief es in das nahegelegene Wäldchen“, so die Feuerwehr weiter.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hochwasser1271.html

 

Zweite Deichlinie für Neu Darchau

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Der vor rund einer Woche hastig aufgeschüttete Notdeich (links im Bild) wird zusehends instabil und droht von der Strömung der Elbe abgetragen zu werden. Am Dienstag wurde versucht, den Deich durch zusätzliche Sandsäcke von außen zu stabilisieren – ohne den erhofften Erfolg. Durch Austrockung entstehen zudem Risse im Lehmkies, sodass mehr und mehr Sickerwasser auf der Innenseite des Deichs austritt.

Um für den Fall des Abrutschens des Notdeichs gewappnet zu sein, haben heute den ganzen Tag über Hilfskräfte eine zweite Deichlinie (rechts) gebaut. Sie soll den Ort im Notfall schützen. 

Für den Bau, an dem mehrere Bundeswehreinheiten, diverse Feuerwehren, das THW und viele freiwille Helfer beteiligt waren, wurden mehrere Zehntausend Sandsäcke benötigt. Sie wurden in einer endlosen Kolonne aus dem Kieswerk in Tramm nach Neu Darchau transportiert.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/zweite-deichlinie-fuer-neu-darchau-53574

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Seit Tagen sind unzählige Fahrzeuge im Pendelverkehr zwischen dem Kieswerk in Tramm und den Brennpunkten an der Elbe eingesetzt, um Sandsäcke zu transportieren. LKW-Züge von Speditionen und Bauunternehmen, riesige Schlepper, klapprige Traktoren, abenteuerliche Anhänger – einfach alles, was Räder hat. Mittendrin: zwei schneeweiße Trucks von Greenpeace.

Seit das schwere Gerät der Umweltschützer während der Flut 2002 angefordert wurde, unterstützt die Organisation bei jedem „Jahrhunderthochwasser“ an der Elbe. „Natürlich gibt es durch die Gorleben-Thematik auch viele persönliche Kontakte ins Wendland“, verrät Greenpeacer Thore Küster, „aber Politik spielt dieser Tage keine Rolle.“ Die Zusammenarbeit mit „den Uniformierten“ klappe hervorragend, sagt er, als zufällig eine Kompanie der Bundeswehr vorbeimarschiert. „Auch mit den Soldaten.“ Von Militär hält er wenig, aber wenn es so sinnvoll wie hier eingesetzt wird, kann er damit gut leben.

Beim derzeitigen Hochwasser unterstützt Greenpeace mit zwei LKW zum Sandsacktransport, einem Kran im Kieswerk in Tramm und drei Schlauchbooten zur Bergung von Treibgut.

„Die Feuerwehr-Einsatzleitung in Tramm hat uns gebeten, bis mindestens Freitag für Fahrten bereitzustehen“, sagt Küster, „und dem kommen wir gerne nach.“ Dann macht er sich mit dem schweren Scania erneut auf nach Neu Darchau. Dort werden die Sandsäcke auf der Ladefläche sehnlich erwartet.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/greenpeace-im-einsatz-gegen-die-flut-26168

Bricht der Notdeich in Neu Darchau?

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Es ist voll am Notdeich in Neu Darchau. Die Straße steht voll mit Treckern und anderen Fahrzeugen und mit rund 1.000 Paletten voller Sandsäcke. Zehntausende wurden heute schon verbaut, weitere 100.000 sollen noch aufgetürmt werden. Denn der Behelfs-Deich sackt ab, es dringt Wasser durch. Zu den zunächst rund 500 Kräften von Feuerwehr, THW und Bundeswehr kommen immer mehr hinzu. Sie stapeln die Sandsäcke als zusätzlichen Schutzwall gegen das Hochwasser direkt hinter dem durchweichten Notdeich. „In einer derartigen Lage waren wir bisher noch nicht“, sagt Volker Peters, THW-Sprecher, über seinen Einsatz in Neu Darchau. Mit solchen Wassermassen wie jetzt hatte man dort noch nie zu tun.

Etwa 50 Anwohner in der Gefahrenzone

Mirko Tügel von der Feuerwehr Elbtalaue spricht von einem erheblichen Restrisiko, dass der Deich wegrutscht. Ein NDR 1 Niedersachsen Reporter berichtete am frühen Abend aus Neu Darchau, der Deich sacke deutlich erkennbar nach hinten weg. Die Anwohner seien aufgefordert, Autos aus der Gefahrenzone zu entfernen und sich im oberen Stockwerk ihres Hauses aufzuhalten. Bis zu 50 Menschen sind es, die akut um ihre Wohnungen bangen müssen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht aktuell davon aus, dass das Wasser noch etwa zwei Tage lang hoch am Deich stehen wird – so lange muss der provisorische Schutz mindestens noch standhalten.

Wussegel: Grundwasser drückt Straße nach oben

In der Nacht zu Mittwoch verstärkten Tausende Helfer die Deichfüße mit Sandsäcken – vor allem zwischen Wussegel (Landkreis Lüchow-Dannenberg) und Penkefitz tauchen jetzt sogenannte Blasen hinter den Deichen auf. Hier hat sich die Elbe unterirdisch verbreitet und sprudelt 20 bis 30 Meter im Hinterland wieder an die Oberfläche. Auch diese Quellen müssen mit Sandsäcken in Schach gehalten werden. Je nasser der Boden, desto schwieriger wird dies allerdings. Die Feuerwehrleute stehen an manchen Stellen schon bis zu den Knien im Matsch.

Hitzacker: Treibgut gefährdet Spundwand

Weiterhin bedrohen schwimmende Bäume und Äste die Deiche – und in Hitzacker (Landkreis Lüchow-Dannenberg) auch die dünne Spundwand, die die Altstadtinsel sichern soll. Nach Angaben der Sprecherin haben die Einsatzkräfte in den vergangenen drei Tagen schon rund 50 Tonnen Treibgut aus der Elbe gefischt. Wie lange die Deiche der Belastung durch das Wasser standhalten, weiß niemand. „Mit solchen Wassermassen haben wir keine Erfahrungen“, sagte Achim Stolz, Sprecher des NLWKN, NDR.de. Die Durchhaltefähigkeit sei abhängig von Faktoren wie Konstruktion, Pflegezustand und Lage. Entlang des niedersächsischen Elb-Abschnitts sei nach modernen Standards gebaut worden. Allein zwischen Hitzacker und Wussegel seien die Deiche noch nicht modernisiert worden.

Vietze: Zahlreiche Häuser unter Wasser

Um bei Gefahrenstellen möglichst früh eingreifen zu können, gehen rund um die Uhr Deichläufer die gesamte Deichstrecke ab. Sie kontrollieren, ob es irgendwo Schwachstellen gibt, und informieren in einem solchen Fall gleich die Experten. Doch es kann auch passieren, dass ein Deich nicht gehalten werden kann. So ist in Vietze (Landkreis Lüchow-Danneberg) am Dienstag ein Notdeich umgekippt, sodass seither zahlreiche Häuser unter Wasser stehen. Damit nicht auch die Landesstraße 256 zwischen Meetschow und Gartow überflutet wird, ist dort eine zweite Deichlinie aus Sandsäcken errichtet worden.

Landkreis Lüneburg: Keine Helfer mehr nötig

Im Landkreis Lüneburg ist der Höchststand der Elbe erreicht. Trotzdem: „Es ist ein Stück weit Beruhigung eingetreten“, sagte Bürgermeister Jens Böther (CDU) NDR 1 Niedersachsen. „Man weiß, hier steht ein Rekordhochwasser am Deich und wir haben noch einiges vor uns.“ Trotzdem werden laut Pressemitteilung des Landkreises vom Mittwoch keine Helfer mehr benötigt. Die Erhöhung der Deiche sei bis auf fünf Kilometer abgeschlossen. Schlechte Nachrichten gibt es aber auch aus dem Landkreis – für die Schüler: „Sollte die Lage weiter ruhig bleiben, dann ist auch die Wiederaufnahme des Schulbetriebs am Montag wieder möglich“, hieß es.

Bund und Land garantieren 40 Millionen Euro Soforthilfe

Unterdessen hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover mitteilte.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hochwasser1271.html

An den Pegeln Schnackenburg, Lenzen, Dömitz und Hitzacker hat sich nach zwei Tagen in etwa auf Niveau des Scheitelwerts eine fallende Tendenz eingestellt – teilt jetzt auch der NLWKN mit. Der Hochwasserscheitel befindet sich derzeit im niedersächsischen Bereich unterhalb von Neu Darchau bis Hohnstorf .

Die Höchstwasserstände werden sich hier voraussichtlich etwa zwei Tage auf dem hohen Niveau halten.

Die höchsten bisher gemessenen Wasserstände wurden bzw. werden durch das aktuelle Hochwasserereignis im niedersächsischen Bereich in einer Spanne zwischen 28 cm und 50 cm überschritten. Schnackenburg (28 cm); Damnatz (50 cm); Hitzacker (48 cm); Neu Darchau (46 cm); Bleckede (47 cm).

Das Bemessungshochwasser (BHW) von 760 cm am Pegel Schnackenburg ist seit dem 9. Juni überschritten und ist heute im Laufe des Nachmittags wieder unter diesen Wert fallen. Somit ist auch an den anderen Messstationen mit einer Überschreitung des Bemessungshochwassers von etwa drei Tagen zu rechnen.

Quelle: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

SG Elbtalaue: Bürgerinformation zur Hochwasserlage in Katemin und Neu Darchau

Mitarbeiter der Samtgemeinde Elbtalaue, begleitet von Feuerwehr und DRK,  informieren heute Nachmittag in Neu Darchau und Katemin alle Haushalte, die betroffen wären, wenn die errichteten Notdeiche dem tagelangen Druck des  Hochwassers nicht standhalten. Der errichtete Notdeich in Neu Darchau droht in Richtung Elbe abzusacken, so dass vergangene Nacht ein 2. Notdeich von rund 150 Metern Länge errichtet wurde. Eine Verlängerung soll erfolgen. Die Gefahr eines Versagens aller Sicherungsmaßnahmen ist aber nicht auszuschließen. Dann würde es zu Überflutungen in Teilbereichen von Neu Darchau und Katemin kommen. Dieses Restrisiko besteht.

Hierüber werden heute alle Personen informiert, deren Gebäude tiefer als 14 m ü.NN liegen und deren Grundstücke durch die Notdeiche gesichert sind. Es handelt sich hierbei um ca 110 Personen. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden gebeten folgende Vorkehrungen zu treffen:

  • Fahrzeuge sollen in höher gelegene Bereiche des Ortes gefahren werden.
  • Lose Gegenstände sollen gesichert oder vom Grundstück entfernt werden.
  • Möbel in tiefer gelegenen Teilen des Hauses sollten gesichert werden.
  • Die Bewohner sollten sich wenn möglich, vor allem Nachts, im Obergeschoss ihres Hauses aufhalten.

Die Teams der Samtgemeinde erkundigen sich auch, ob die Bewohner im Falle einer Überflutung privat Quartier finden oder ob die Samtgemeinde eine Unterkunftsmöglichkeit vorhalten soll. Bei der Bürgerinformation handelt es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme. Fragen werden weiterhin rund um die Uhr vom Bürgertelefon der Samtgemeinde unter den Rufnummern 05861/808-216 oder  808-217 beantwortet.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/sg-elbtalaue-buergerinformation-zur-hochwasserlage-in-katemin-und-neu-darchau-10033

Tonnenweise Hochwasserschutz

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Als sie aufgebaut wurden, staunten nicht wenige Bürgerinnen und Bürger gewaltig: „Wofür sind diese Tonnen denn gut?“ Als dann die Erläuterung von Feuerwehrleuten kam, man kämpfe „mit Wasser gegen Wasser“, war die Verwirrung komplett. Wie funktioniert dieses neuartige Tonnensystem, das derzeit an vielen Ort in Rekordzeit aufgestellt worden ist und nun dem Hochwasser trotzt? 

„Das System besteht aus einer GFK-Platte. An einer Längsseite ist eine kräftige Folie angebracht. Die GFK-Platte wird zu einem Zylinder gebogen und mit einer einfachen Verschlusseinrichtung zusammengefügt. Nach dem Zusammenbiegen der Zylinderplatte bildet die Folie einen idealen Zylinderboden.

Wenn der Zylinder nun mit Sand, Kies oder einem ähnlich schwerem Medium gefüllt wird, ist ein unverrückbares Hochwasser-Schutzsystem entstanden, das auch bei schwierigem Bodenuntergrund aufgrund des flexiblen Folienbodens perfekt als Hochwasserschutz nutzbar ist“, beschreibt Prof. Reinhard Ries, Direktor der Brandredaktion Frankfurt am Main unter http://www.schadenprisma.de das System.  Eine Fotostrecke sowie weitere Erläuterungen dazu finden Interessierte unter Fotostory „Hochwasser-Tonnen“ .

Fotos: Dirk Gumpert, BF Frankfurt am Main, Peter Burkhardt.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/tonnenweise-hochwasserschutz-55048

Jugendliche backen Waffeln für Hochwasser-Helfer

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

Im Rahmen der Notbetreuung für die wegen der Hochwasserlage geschlossenen Schulen, wurden die jungen Leute gefragt: „Was wollt ihr machen? Vielleicht Gesellschaftsspiele – oder Tischtennis?“ „Nein, wir wollen helfen“, antworteten sieben Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen spontan: „Wir wollen helfen.“ Und so backten sie Waffeln – und verteilten sie an Helferinnen und Helfer im Hochwasser-Einsatz. Anerkennung und Dank wurde den aktiven Jugendlichen von vielen Seiten zuteil.

Im Verlauf der Notbetreuung für die weiterführende Schulen im Nordkreis öffnet von 08 bis 10 Uhr außerplanmäßig das Mehrgenerationenhaus in Dannenberg die Türen. Danach steht den jungen Menschen das Jugendzentrum offfen, wo sie von dessen Leiterin Silke Mahlke in Empfang genommen werden. Von 8 bis 13 Uhr werden die Jugendlichen vom Schulsozialarbeiter des Landkreises, Torben Feigel, betreut und begleitet.

„ Wir sind gespannt, was sich die Jugendlichen morgen einfallen lassen!“, sagt Silke Mahlke erwartungsvoll

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/jugendliche-backen-waffeln-fuer-hochwasser-helfer-57454

 

 

Die Notdeiche in Neu Darchau werden immer schwammiger, wie ein Sprecher der Feuerwehr Elbtalaue am Mittag berichtete. Deswegen wird dort mit Hochdruck daran gearbeitet, den Notdeich zu sichern und eine zweite Deichlinie Richtung Ort aufzubauen.

„Jetzt werden noch einmal ordentlich Sandsäcke nach Neu Darchau geschafft,“ so Mirko Tügel, Sprecher der Feuerwehr. „Und wir haben auch damit begonnen, die Bevölkerung zu informieren, dass sie Fahrzeuge und nicht befestigte Gegenstände aus dem gefährdeten Bereich entfernen sollen.“

Eine Evakuierung Neu Darchaus ist bisher nicht vorgesehen, die Bewohner der gefährdeten Häuser sollen allerdings vorsichtshalber die Obergeschosse aufsuchen.

Absolut kritisch“ ist die Lage auch am Deich zwischen Wussegel und Penkefitz. Auch hier sind die Deich komplett durchgeweicht. Wasserblasen steigen aus binnendeichs gelegenen Äckern – ein Zeichen für von unten durchdrückendes Wasser.

Deswegen werden dort die Deichfüße weiter mit Sandsäcken abgedichtet, die Deichstraße mit Stahlplatten und Sandsäcken befestigt, um so weiteres Durchdrücken zu mildern. Insgesamt sind in diesem Deichbereich durchschnittlich 200 – 250 Helfer von Bundeswehr, Feuerwehr und THW im Einsatz.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/in-neu-darchau-wirds-eng-deiche-immer-schwammiger-28890

Hochwasser: Spenden, aber richtig!

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

„Das Elbe-Hochwasser hat nicht nur enorme Wassermengen, sondern auch eine großartige Welle der Hilfsbereitschaft mit sich gebracht,“ so die Kreisverwaltung in einer Mitteilung am Mittwoch Morgen. „Neben den vielen engagierten Freiwilligen, die in den Sandkuhlen der Region Tage und Nächte lang Sandsäcke gefüllt haben, melden sich im Kreishaus Lüchow aktuell viele Privatleute, die Kleidung, Kinderspielzeug und Ähnliches spenden wollen. Diese Spenden bereiten dem Katastropenschutzstab derzeit jedoch mehr logistische Probleme, als dass sie wirklich benötigt werden.

Wer helfen möchte, kann eine Geldspende auf das Spendenkonto „Hochwasser 2013“ bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg überweisen: Kontonummer: 230 182 040, Bankleitzahl 258 501 10. „Dort eingehende Spenden kommen Personen und Einrichtungen in Lüchow-Dannenberg zugute, die vom Hochwasser betroffen sind,“ so die Kreisverwaltung.

Auch die Samtgemeinde Gartow hat ein Spendenkonto für alle Hilfswilligen eingerichtet, die Hochwasseropfer in Vietze unterstützen möchten: Samtgemeinde Gartow, Text: Hochwasser Vietze, Sparkasse Uelzen Lüchow Dannenberg, BLZ 258 501 10, Kontonummer 45 006 228. Die Gemeinde Höhbeck bedankt sich schon jetzt bei allen Spendern.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hochwasser-spenden-aber-richtig-39707

 

 

Es gibt noch längst keinen Grund zur Entwarnung, doch immerhin: seit Dienstag sinken die Pegelstände kontinuierlich ab.

In Schnackenburg sank der Wasserstand von 7,79 m in der Spitze bis zum Mittwoch Morgen auf 7,63 m, in Dömitz von 7,20 m auf 7,14 m und auch in Hitzacker wurde am Pegel Mittwoch früh ein Wasserstand von 8,14 m gemessen – 4 cm weniger als zum Zeitpunkt des Flutscheitels, der mit 8,20 m dort festgestellt worden war.

Aber trotzdem: in Hitzacker müsste der Pegel noch 55 cm fallen, bevor die Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren können – vorausgesetzt die mobile Schutzwand hat dem Wasserdruck bis dahin stand gehalten.

Auch Gartows Deichhauptmann Ulrich Flöter registriert die sinkenden Pegelstände, aber er warnt vor voreiliger Entspannung: „Die Deiche sind extrem durchweicht. Wir dürfen jetzt bloß nicht nachlässig werden, dann könnte die Katastrophe doch noch eintreten.“

Deswegen wird in Gartow mit Hochdruck weiter an dem Aufbau einer zweiten Deichlinie hinter dem eigentlichen Deich gearbeitet. Bis Mittwoch Mittag soll diese dann fertig gestellt. sein.

Sorgen bereiten Flöter auch einige Sickerstellen am Elbdeich im Bereich Holtorf. Dort sind mehrere Bundeswehreinheiten damit beschäftigt, die auf den Deich gepackten Sandsäcke an den Deichfuß umzulagern, wo sie dringender benötigt werden.

Flöter bleibt optimistisch, dass die Deiche in seinem Zuständigsbereich halten werden, aber wie gesagt: „Jetzt bloß nicht nachlässig werden!“ ist nicht nur seine Parole, die vermutlich noch bis zum Wochenende Gültigkeit behalten wird.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/pegelstaende-fallen-jetzt-bloss-nicht-nachlaessig-werden-58293

Im Landkreis Lüchow-Dannenberg steht seit Dienstag der Hochwasserscheitel der Elbe. Viele Wälle weisen bereits erste Schwachstellen auf. Für die Einsatzkräfte wird es ernst.  „Die Einsatzkräfte sind gestern in die Deichverteidigung eingetreten“, sagte am Mittwochmorgen Sprecher Jens Christ. Es gebe viele Sickerstellen, durch die Elbe-Wasser durchgedrückt werde. Feuerwehr, THW, Bundeswehr und weitere Helfer seien die ganze Nacht im Einsatz gewesen.

Schwachstellen gebe es etwa bei Wussegel und Penkefitz. Besonders umkämpft seien die Bereich bei Neu Darchau und Gartow. „Die Deiche werden immer weicher. Wir warten jetzt darauf, was die Deichläufer berichten, und reagieren entsprechend“, sagt Christ. Konkret gehe es darum, die Deichfüße mit Sandsäcken zu sichern. Dazu wurde auch die Sandsackbefüllung im Landkreis wieder aufgenommen. Nachdem in der Nacht Zehntausende Säcke verbaut wurden, leeren sich die Depots wieder. „Wir versuchen immer eine Reserve von rund 250.000 Sandsäcken bereitzuhalten“, sagt Christ

http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Hochwasser-Angela-Merkel-besucht-Hitzacker-in-Niedersachsen

Wenn der kleine Hunger kommt

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Andreas Hahlbohm hat gerade Pause. Der Landwirt fährt Sandsäcke, die Helfer auf dem Parkplatz in Gartow-Quarnstedt befüllen, mit seinem Schlepper weg.

Das macht hungrig – da kommt ein Snack gerade recht. Gegenüber des Parkplatzes versorgen Meike Hillebrand und ihre Lebensgefährtin Margit Reineke die Helfer vor ihrem Haus bereits seit vergangenem Mittwoch mit Lebensmitteln. Die bekommen sie von Menschen aus Gartow und Umgebung gespendet. Mal gibt es Kuchen, mal belegte Brote, mal Schokoladenriegel, Kaffee und Getränke gibt es so gut wie immer.

Die Idee, die Helfer zu versorgen, kam den beiden Frauen, die in ihrem Haus eine Jugendhilfeeinrichtung und Ferienwohnungen betreiben, spontan. Eine Gruppe von Helfern der Feuerwehr Stade hatte Sandsäcke befüllt und anschließend ohne Essen dagestanden, weil sie offenbar noch nicht bei der zentralen Versorgung gemeldet gewesen war. Hillebrand und Reineke zögerten nicht lange: Sie stellten Stühle und Bänke auf, kochten Kaffee, schmierten Brote. Aus der Spontanaktion entwickelte sich innerhalb der vergangenen Woche ein verlässlicher Treffpunkt für hungrige Helfer. 200 bis 300 seien es am Tag wohl gewesen. »Das hat sich einfach verselbstständigt», sagt Hillebrand. Und viele aus der Umgebung machten mit: »50 bis 60 Leute waren es insgesamt bestimmt, die immer wieder Lebensmittel gespendet haben – teilweise Leute, mit denen wir vorher nie etwas zu tun hatten», sagt Hillebrand. Innerhalb der Woche haben sich bereits feste Strukturen herausgebildet. Die beiden Frauen haben ein Schild aufgestellt, schreiben darauf, was sie an dem jeweiligen Tag benötigen, und was nicht. »Wir brauchen: Eier, Kuchen, belegte Brote, Obst, Kaffee. Keine Milch! Danke», stand gestern auf dem Schild. Und die Botschaft wirkt: »Einmal haben wir notiert, dass wir Melonen brauchen und eine Stunde später lagen zehn Melonen auf dem Tisch», sagt Hillebrand. Sie freut sich helfen zu können und nochmehr darüber, dass so viele Menschen mitmachen.

Selbst nachts, sagt Hillebrand, hätten sie die Helfer versorgt, das THW habe einen Scheinwerfer zur Verfügung gestellt. »Einmal haben wir mitternachts 200 Stücke Pizza gebacken – an Schlaf war bei dem Lärm sowieso nicht zu denken», sagt die Sozialpädagogin.

Auch einige Soldaten haben sich in den vergangenen Tagen regelmäßig mit Snacks versorgt. »So etwas wie hier haben wir noch nie erlebt, das ist einfach großartig», lobt Oberleutnant Christoph Meyer vom Lüneburger Aufklärungsbataillon 3.

Einmal sei das Gesundheitsamt gekommen und habe Auf-lagen erteilen oder die Essensausgabe gleich ganz verbieten wollen. Ausgewirkt hat sich das offenbar nicht. Eine Sprecherin des Landkreises sagt allerdings, dass es keine Kontrollen privater Lebensmittelausgaben gegeben habe. »Es gibt für uns in der jetzigen Extremsituation keinen Anlass das zu unterbinden», so Sprecherin Dörte Hinze. Zwar sei so eine Essensausgabe aufgrund der Hygienevorschriften grundsätzlich problematisch, aber aktuell dulde man das.

http://www.ejz.de

Flut bedroht das Vieh an der Elbe

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Das Hochwasser hat nicht nur für die Menschen entlang der Elbe dramatische Folgen – auch für das Vieh ist die Flut eine Gefahr. Tierhalter bangen um ihre Tiere und versuchen, ihre Herden in Sicherheit zu bringen. Das heißt: umsiedeln. Aber wohin mit den Tieren, wenn die eigene Wiese überschwemmt ist? Manchmal hilft auch für die Vierbeiner nur eines: schwimmen.

Galloway Rinder müssen ausharren

Martin Scholz ist Hotelier in Hitzacker, gleichzeitig hält er eine Herde Galloway Rinder. Die zottigen, kleingewachsenen Tiere haben eine eigene großzügige Wiese. Nun steht sie größtenteils unter Wasser – überflutet vom Fluss Jeetzel. Die Jeetzel fließt eigentlich bei Hitzacker in die Elbe. Das kann sie aber wegen des Hochwassers schon längst nicht mehr. Der Fluss steigt damit stetig an und verwandelt Wiesen in Seenplatten. Scholz will seine Tiere trotzdem zunächst auf der Wiese lassen, er sagt: „Das ist ihre Wiese, wenn ich sie herunternehme, verwildern sie innerhalb einer Woche – wenn ich sie überhaupt kriege“, so Scholz. „Wenn das Wasser kommt, müssen sie schwimmen.“

Eine neue Heimat für Hase, Esel und Schaf

Einfacher ist es für Tierhalter, deren Vierbeiner nicht ganz so anspruchsvoll sind. Welches Gras sie fressen, ist den Schafen von Christoph und Britta aus Bleckede wohl egal. Ihre Herde ist seit Montag auf einer Wiese von Babette Teschen zu Gast. Die Ellringerin nimmt auf ihrem Hof und auf den angrenzenden Wiesen in 40 Meter Höhe – also sicher vor dem Hochwasser – Tiere auf. Teschen hat schon Ponys, Esel und Hasen da, die vor dem anrückenden Wasser evakuiert werden mussten. Am Montag kam noch die komplette Schafherde aus Bleckede dazu. Geld will Teschen dafür nicht. Sie sagt, es reiche ihr schon, wenn die Besitzer der Tiere nach dem Hochwasser für eine Umweltschutzorganisation spenden.

Ponyreiten in 40 Metern Höhe

Eine, die ihre Tiere auf den Hof von Babette Teschen gebracht hat, ist Christina Armbruster. Sie arbeitet mit Kindern, bringt ihnen bei, wie man mit Pferden umgeht und sie reitet. Als die Pegel in Bleckede immer höher stiegen, hat sie ihre Tiere in Sicherheit gebracht – und reitet mit den Kindern in sicherer Höhe.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/hochwasser2237.html

»Angespannte Beobachtungsphase»

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Elbeflut: Dem Landkreis drohen Kosten in Millionenhöhe – 3500 offizielle Hilfskräfte weiterhin im Einsatz

gel Lüchow. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat die Flutwelle der Elbe bisher ohne größere Beulen überstanden. Von Entspannung, sagt Landrat Jürgen Schulz (parteilos), könne aber noch keine Rede sein.

Er nennt die Tage bis zum Wochenende eine »angespannte Beobachtungsphase». Denn die Experten gehen davon aus, dass noch so lange eine brisante Hochwasserlage herrscht. Neuralgische Punkte sind die Landesstraße 256 in Gartow, Tiesmesland, Vietze und Neu Darchau. Inzwischen darf auch schon ein unangenehmer Blick nach vorn geworfen werden: auf die Finanzen. Denn die Kosten für den tagelangen Katastrophen-schutz-Einsatz trägt zunächst einmal der Landkreis allein. Landrat Schulz rechnet mit mindestens zwei, drei Millionen Euro. Es dürften jedoch locker über vier Millionen Euro werden. Denn die Hochwasser 2002 und 2006 waren bereits 3,9 Millionen beziehungsweise 3,4 Millionen Euro schwer. Der Landkreis selbst blieb schließlich auf 638000 und 513000 Euro sitzen. Doch weil der aktuelle Einsatz deutlich länger dauert, dürften auch die Kosten deutlich höher liegen. Die genaue Summe stehe wegen verzögerter Abrechnungen erst in zwei, drei Jahren fest, weiß Schulz. Der Landkreis muss beispielsweise aufkommen für Verdienstausfall und Auslagenersatz bei Feuerwehrleuten, für Säcke, für Sand, für Verpflegung, für Sprit oder Speditionsleistungen. Im Einsatz sind dieser Tage nach Angaben des Katastrophenschutzstabs rund 3500 offizielle Hilfskräfte vorwiegend von Feuerwehren, Bundeswehr, THW und DRK. Sandsäcke müssen nicht mehr gefüllt werden. Es liegen derzeit 330000 Säcke für Notfälle bereit. Die Herausforderung, sagt Landrat Schulz, sei diesmal »extrem» gewesen. Man sei gut vorbereitet in die heiße Phase des Hochwassers gegangen. Der Landrat lobt die Einsatzkräfte: »hochmotiviert, top besetzt, absolut professionelle Auftritte». Die Kreisverwaltung selbst hat 30 Leute im Katastrophenschutzstab zusammengezogen. Ebenfalls einen Blick voraus wagt der Landrat darauf, wie es mit dem Hochwasserschutz in Lüchow-Dannenberg zukünftig weitergeht. Bei den Höchstständen einen halben Meter über den bisherigen Rekorden seien nun auch neue Risikobereiche entstanden -beispielsweise Gartow oder Tiesmesland. Dort seien vier Gebäude mit zehn Bewohnern akut gefährdet. »Die fühlen sich allein gelassen», sagt Schulz -merkt aber gleichzeitig an, dass der Hochwasserschutz nicht nur eine staatliche Aufgabe sei, sondern auch private Verantwortung erfordere. Womöglich müsse man sich demnächst in solchen Bereichen über Sicherungsmaßnahmen Gedanken machen, die auch hohe Kosten für die betroffenen Grundstücke bedeuten könnten. Inzwischen stehen auch die neuen Rekordmarken fest, die diese Elbeflut in Lüchow-Dannenberg gesetzt hat: 7,79 Meter in Schnackenburg (bisher 7,51), 8,20 Meter in Damnatz (7,70), 8,18 Meter in Hitzacker (7,70), 7,92 Meter in Neu Darchau (7,49).

Quelle: ejz.de

Optimistisch angestrengt

Veröffentlicht: Juni 12, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Einsatzkräfte kämpfen um Neu Darchauer Notdeich – Hochwasser-Selbsthilfe in Tiesmesland

rg Neu Darchau/Tiesmesland. Ralf Hinneberg ist dieser Tage überall. Mal sitzt Neu Darchaus CDU-Bürgermeister auf dem Bagger und stapelt Sandsack-Paletten auf dem Kateminer Dorfplatz, mal steht er hinter der Getränkeausgabe am Feuerwehrhaus in Neu Darchau, um kurz darauf schon wieder mit dem Rad dorthin zu brausen, wo er gebraucht wird.

Und jetzt ist das am Notdeich, der – eilig errichtet – große Teile seines Ortes vor den Fluten der Elbe schützt. Denn der Notdeich ist instabil, Wasser sickert unter ihm hindurch, viel zu viele Wasser, und seit mittlerweile drei Tagen und Nächten versuchen immer neue Einsatzkräfte, den Sandwall mit Sandsäcken zu stabilisieren. Bislang mit Erfolg. »Und wir tun alles, dass das auch so bleibt», sagt Bürgermeister Hinneberg.

Es sind Feuerwehrleute aus des Ruhrgebiet, die unermüdlich Sandsäcke schleppen und vorsichtig am Deichfuß ablegen. »Nicht werfen, wir wollen keine Erschütterungen», sagt ihr Gruppenführer und macht damit auch dem Letzten den Ernst der Situation klar. Der Deich, das Provisorium aus Sand, Vlies und Stahlmatten, ist brüchig, und es verzeiht keine Fehler.

Am Wochenende war ein großes Teilstück des Notdeiches einfach in die Elbe gerutscht. Da stand das Wasser erst am Fuß des Bauwerkes. Jetzt steht es an der Notdeich-Krone, und der immense Druck macht den Verantwortlichen vor Ort große Sorgen. »Aber wir kriegen das schon hin», sagt Einsatzleier Stefan Schmidt von der Feuerwehr Karwitz. Und die Neu Darchauer vertrauen darauf, dass er Wort hält.

Auch Katemin hat mittlerweile seine Hochwasser-Verteidigung. Dort fühlten sich zu Beginn vergangener Woche einige Bewohner von den Einsatzkräften im Stich gelassen. »Zu Unrecht», sagt Ralf Hinneberg. Denn man habe natürlich in Katemin und Neu Darchau zu allererst einmal dort angefangen, einen Hochwasserschutz zu errichten, wo er am dringendsten benötig wurde, erklärt der Bürgermeister. »Wir haben eine Prioritätenliste erstellt und die dann abgearbeitet», sagt er. »Und das haben wir so auch allen mitgeteilt, gleich zu Beginn.» Niemand habe befürchten müssen, vergessen zu werden, so Hinnenberg. »Man kann halt nur die Kräfte und das Material einsetzen, das man hat. Und wenn man keine unendlichen Ressurcen hat, dann mus man sich das einteilen. Und das haben wir gemacht.» Und damit seien die Kateminer nun auch zufrieden, sagt er.

Zufrieden ist in Tiesmesland derzeit wohl niemand. Ärgerlich sind viele der Bewohner in dem Dorf, das ohne jeglichen Hochwasserschutz am Elbufer liegt und in dem nun einige Häuser und Höfe im Wasser stehen. Wie jener von Jürgen Harder. »Zu verteidigen ist mein Grundstück nicht, das weiß ich auch», sagt er und lächelt. Da ist kein Deich, der verstärkt oder erhöht werden könnte, und für einen Notdeich ist das schnell abfallenden Gelände denkbar ungeeignet. Den Hochwasser-Einsatzkräften sei da überhaupt kein Vorwurf zu machen, betont er. Schließlich könne man Sandsäcke ja nicht meterhoch stapeln. Aber genaus das wäre nötig, um ganz Tiesmesland vor den Elbefluten zu schützen. Und daher haben sich die Bewohner nun selbst geholfen, haben in Nachbarschaftshilfe Sandsäcke befüllt, Planen zurechtgeschnitten und damit ihre Häuser und Grundstücke so gut es geht abgedichtet. »Doch bei mir ist da wenig zu machen», sagt Jürgen Harder. Das Wasser steht bei ihm im Keller, und im Wohnzimmer seiner über 80-jährigen Mutter, die mit ihm in dem alten Bauernhaus lebt, klafft ein großes Loch im Holzfußboden, in dem Wasser steht, das nur von einer Pumpe daran gehindert wird, ins restliche Haus zu laufen. »Meine Mutter lebt hier seit 60 Jahren, und es ist das erste Mal, dass sie wegen Hochwassers nicht ihn ihrem eigenen Bett schlafen kann», erzählt Jürgen Harder.

»Wir brauchen hier einen Hochwasserschutz, aber das ist alles gar nicht so einfach, weil wir im Biosphärenreservat liegen», sagt der Mann aus Tiesmesland. Trotzdem würde er sich einen Schutz für sich und seine Nachbarn wünschen, und dafür auch gern in die eigene Tasche greifen, sagt er. »Ich möchte hier weiter leben, in meinem Elterhaus, und ich möchte vor dem Hochwasser geschützt werden», sagt er, fest entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen. »Das steht uns hier in Tiesmesland zu wie jedem anderen.»

Quelle: ejz.de

 

Es gibt Ämter, von deren Existenz wohl die wenigstens etwas wissen. So zum Beispiel das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK). Dessen Präsident, Christoph Unger, besucht am Mittwoch, die vom Hochwasser betroffenen Gebiete.

Um sich nun noch einmal persönlich über einen eventuellen Unterstützungsbedarf zu informieren, möchte Präsident Unger sich ein eigenes Bild von der Hochwassersituation machen. Er wird ab 09:30 Uhr im Behördenzentrum der Polizeidirektion Lüneburg sein. Dort nimmt er an einem nicht öffentlichen Lagevortrag teil.

Anschließend begibt er sich in den Landkreis Lüchow-Dannenberg.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/katastrophenbekaempfungs-chef-besucht-luechow-dannenberg-44526

 

 

Sirenen heulten vor kurzem in einigen Orten im Nordkreis. Wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte, galt der Alarm mehreren Feuerwehren, die im Bereich Wussegel/Strachauer Rad eingesetzt werden.

Unter Anleitung eines Fachberaters des Technischen Hilfswerks, so der Landkreis, werden sie die Sandsäcke von der Deichkrone an den Deichfuß verlegen, um die Krone zu entlasten. Ab dem frühen Mittwochmorgen ist zudem geplant, die Straße mit Baustahlgittermatten und palettierten Sandsäcken zu beschweren.

In Gartow sollen durch Erdaufschüttungen natürliche Höhen vorsorglich miteinander verbunden werden, um im Bedarfsfall weiteren Schutz zu bieten. Wie Samtgemeinde-Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder informierte, ist die hierfür notwendige Trasse heute im Laufe des Tages vermessen und ausgesteckt worden.

Die Fahrzeuge zur Aufschüttung der Erde stehen bereits seit dem frühen Abend bereit. Auch hier steht eine Nachtschicht an, denn die Arbeiten sollen bis zum frühen Mittwochmorgen abgeschlossen sein.

Das Gesundheitsamt Uelzen – Lüchow-Dannenberg hat ein Merkblatt erstellt, das über Hygienemaßnahmen für Personen in Hochwassergebieten informiert. Es wird in Kürze unter www.luechow-dannenberg.de zum Herunterladen zur Verfügung stehen. In Lüchow-Dannenberg ist der Hochwasser-Scheitelwert inzwischen überall eingetreten. In Schnackenburg besteht er seit 43 Stunden und wird dort noch einige Stunden andauern.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/sirenen-heulten-einsatz-am-deich-saecke-werden-13719

 

„Mehrere Tausend Einsatzkräfte der Feuerwehren und Hilfsorganisationen sowie zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer arbeiten seit Tagen unermüdlich an den Deichstrecken im Landkreis Lüchow-Dannenberg, um die Sicherheit der Bevölkerung vor Ort zu gewährleisten. Die letzten Tage haben eine enorme Solidarität der Menschen untereinander gezeigt. Für Arbeitgeber ist dieser ehrenamtliche Einsatz jedoch oft keine einfache Situation. Sie müssen in ihren Betrieben, Firmen und Unternehmen auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten,“ so Landrat Jürgen Schulz in einer Mitteilung am Dienstag.

Schulz bedankt sich daher ausdrücklich bei den Arbeitgebern für das Verständnis und die Unterstützung bei der Bewältigung des Katastrophenfalles an der Elbe. Er bittet die Arbeitgeber, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Feuerwehr oder Hilfsorganisationen engagiert sind, auch weiterhin von der Arbeit freizustellen, damit diese so ausgezeichnet wie bisher helfen können. „Eine Bewältigung dieser Elbeflut wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer nicht möglich“, so Landrat Jürgen Schulz. Arbeitgeber von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Feuerwehren und Hilfsorganisationen können nach Beendigung des Katastrophenfalles beim Landkreis Lüchow-Dannenberg einen Antrag auf Erstattung der Lohn- und Gehaltskosten stellen. Nähere Infos gibt es unter Telefon 05841 – 120 309.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/landrat-appelliert-an-arbeitgeber-helfer-bitte-grosszuegig-freistellen-26254

Jetzt steigt der Druck auf die Deiche

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Die Wasserstände haben in weiten Teilen des niedersächsischen Elb-Gebietes ihre Höchstwerte erreicht. In der vergangenen Nacht haben sich die Pegelstände kaum verändert. „Seit 30 Stunden steht das Wasser in Schnackenburg auf stabilem Niveau“, teilte Ernst-August Schulz von der Kreisverwaltung Lüchow-Dannenberg heute Morgen mit. Ein Grund zur Erleichterung ist das allerdings nicht, wie Achim Stolz, Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) NDR.de sagte. „Wir müssen mehrere Tage mit sehr hohen Wasserständen rechnen, die höher sind als alle Rekorde der vorherigen Hochwasser.“ Die Deiche seien dadurch extremen Belastungen ausgesetzt. Ob sie dem hohen Wasserdruck standhalten werden, darüber kann Stolz nur spekulieren. „Mit solchen Wassermassen haben wir keine Erfahrungen“, sagte er.

Kurvenbereiche sind gefährdet

Die Durchhaltefähigkeit eines Deiches sei abhängig von Faktoren wie Konstruktion, Pflegezustand und Lage, sagte Stolz. So seien etwa Deiche, die nach moderner Bauweise gebaut wurden, sicherer. Sie bestehen aus einem Sandkern, dessen Krone und Wasserseite mit einer dicken Lehmschicht abgedeckt ist und haben nur eine flache Böschung an der Wasserseite. Über einen Deichverteidigungsweg auf der Landseite können Fahrzeuge im Notfall Sandsäcke zu einer gefährdeten Stelle transportieren. Nahezu alle Deiche entlang des niedersächsischen Elb-Abschnitts seien nach diesen modernen Standards gebaut, sagte Stolz. Ein Abschnitt zwischen Hitzacker und Wussegel sei allerdings noch nicht modernisiert worden. „Da muss man ein Auge drauf haben.“ Auch Neu Darchau sei ein neuralgischer Punkt, weil dort nur ein Notdeich aufgeschüttet worden sei, der schnell durchweichen könne. Gefährdet seien außerdem Kurvenbereiche, da dort das Wasser besonders hohen Druck auf den Deich ausübe.

„Auf weitere Schadstellen einstellen“

Noch halten die meisten Deiche. Doch immer wieder gibt es schon jetzt kleine Beschädigungen. Wie etwa in Neu Darchau, wo in der vergangenen Nacht nach Angaben einer Sprecherin des Krisenstabs Lüchow-Dannenberg ein Notdeich abrutschte, den Taucher am Morgen wieder instand setzten. In Wussegel kommt inzwischen Sickerwasser aus dem Deich. Fachleute überprüfen das Problem. In Barnitz floss Wasser auf halber Höhe aus dem Deich. Die undichte Stelle konnte inzwischen wieder abgedichtet werden. „Man muss sich darauf einstellen, dass aufgrund des lang anhaltenden Hochwassers in den nächsten Tagen noch weitere Schadstellen auftreten werden“, heißt es in einem Protokoll zur Lagebesprechung des Krisenstabs von gestern Abend.

Deichläufer begutachten die Deiche

Um bei Gefahrenstellen möglichst früh eingreifen zu können, gehen rund um die Uhr Deichläufer die gesamte Deichstrecke ab. Sie kontrollieren, ob es irgendwo Schwachstellen gibt und informieren in einem solchen Fall gleich die Experten. Doch es kann auch passieren, dass ein Deich nicht gehalten werden kann. So ist in Vietze gestern ein Notdeich umgekippt. Heute stehen von den rund 50 betroffenen Häusern noch etwa die Hälfte unter Wasser. Damit nicht auch die L 256 zwischen Meetschow und Gartow überflutet wird, soll dort eine zweite Deichlinie errichtet werden. Dabei handelt es sich nach Angaben einer Sprecherin vom Krisenstab um eine reine Vorsorgemaßnahme, falls die erste Schutzlinie nicht halten sollte.

Angespannter „Dauerkribbelunruhezustand“ in Bleckede

In Bleckede und Neu Darchau sind derweil die Vorbereitungen für Evakuierungen abgeschlossen. Allerdings dürfen die Anwohner noch in ihren Wohnungen bleiben. Zurzeit ist unklar, ob die Menschen evakuiert werden müssen. Sicherheitshalber wurden aber die Einwohner von Altenheimen in Neuhaus und Strachau evakuiert. Auch die Bewohner des Pflegeheims „Zarrenthiner See“ in Neuhaus sollen heute in Sicherheit gebracht werden. In Bleckede sitzen Senioren und Mitarbeiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks auf gepackten Koffern. Über dem gesamten Ort hänge ein „Dauerkribbelunruhezustand“, sagte der evangelische Superintendent Christian Cordes. Überall herrsche eine Mischung aus Normalität und Spannung. Cordes bemüht ein norddeutsches Sprichwort: „Vor dem Feuer kannst du weglaufen – aber nicht vor dem Wasser.“

Bund und Land garantieren 40 Millionen Euro Soforthilfe

Unterdessen hat die niedersächsische Landesregierung beschlossen, den Opfern des Hochwassers Soforthilfen in Höhe von 40 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die eine Hälfte davon übernimmt der Bund, die andere das Land, wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover mitteilte. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gemeinsam Hitzacker besuchen und sich die aktuelle Lage anschauen.

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hochwasser1271.html

Hochwasserschutz auf dem Berg

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Wenn im Unterdorf die Häuser im Wasser versinken und die Pumpstation zum Klärwerk abgeschaltet werden muss, dann müssen auch die Bewohner in den höheren Lagen von Vietze sich womöglich vor Wassermassen schützen. 

Diese kommen auch von unten, aber nicht aus der Elbe, sondern aus dem Kanalnetz, dass sich unter dem Ort langzieht. Denn da das Abpumpen der Abwässer Richtung Klärwerk nicht mehr funktioniert, könnten die unterirdischen Kanalrohre derartig volllaufen, dass die Sch… auch den Anwohnern in höheren Lagen aus Kloschlüssel, Wasch- und Duschbecken oder Badewanne entgegenkommt.

Im Schloß Gartow soll dies schon seit gestern der Fall sein. Handwerker sind dort unterwegs, um zu verhindern, dass das barocke Gebäude von Fäkalien überschwemmt wird.

Verhindern lässt sich das Hochdrücken natürlich zuallererst durch die Vernunft der Einwohner auch im „Oberdorf“, keinerlei Abwässer in die Kanalisation zu schicken. Doch in Vietze befürchten einige, dass sich nicht alle vernünftig und gemeinschaftsorientiert verhalten. Deswegen ein probater Rat, an alle die sicher gehen wollen: Sandsäcke in Klo, Wasch- und Spülbecken, Dusch- und Badewanne gepackt, verhindern das Durchdrücken der Fäkalienschlämme. Ausprobiert und für gut befunden wurde diese Technik bereits in anderen hochwasserbetroffenen Gebieten an Mosel, Rhein etc.

Und nicht die Überläufe vergessen!

In den wirklich hoch gelegenen Lagen wird diese Maßnahme nicht notwendig sein, doch niemand kann genau sagen, wie hoch die Fäkalschlämme zurückdrücken, falls der Fall des Falles eintritt. Und niemand weiß wirklich, ob und wo Rückschlagventile eingebaut sind, die ein Durchdrücken in die Häuser verhindern.

Um ganz sicher zu gehen, kontrollieren erfahrene Vietzer regelmäßig die Gullis im unteren Bereich des Dorfes und überprüfen, ob sich womöglich bereits ein Anstau ankündigt.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hochwasserschutz-auf-dem-berg-43643

 

 

Die Wasserstände sind seit etwa 30 Stunden stabil, halten sich aber auf hohem Niveau. In Hitzacker steht der Pegel weiterhin bei 817 cm, in Damnatz bei 820 cm und in Neu Darchau bei 792 cm. Damit liegen wir über 40 cm über den Pegelständen von 2011. Die Lage ist daher weiterhin ernst. Der Scheitelpunkt sollte mit den Pegelständen aber erreicht sein. Es wird davon ausgegangen, dass die Pegel nach etwa 3,5 Tagen wieder sinken.

Darüber hinaus müssen allerdings die Wassermengen berücksichtigt werden, die jetzt in die Havelpolder geleitet wurden. Diese müssen auch wieder abfließen und werden den Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue zu einem späteren Zeitpunkt eventuell noch belasten.

Im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue werden die Deiche weiterhin erfolgreich verteidigt. In Penkefitz gab es zwei Schadenslagen. So mussten die Sicherungsmaßnahmen beim Pumpwerk zur Tauben Elbe mit Sandsäcken verstärkt werden. Die Straße, aus der bei Penkefitz Wasser austrat, wurde mit Stahlplatten stabilisiert, so sie weiter für Einsatzkräfte nutzbar ist. Ferner konnten in einigen Bereichen bereits Aufwölbungen vor den Deichen beobachtet werden – „Beulen“ im Erdboden – , die teilweise bis zu 50 Meter ins Deichhinterland reichen. Darüber hinaus sind Katemin und Tiesmesland weiterhin neuralgische Punkte, der beobachtet werden müssen.

In Hitzacker soll die Jeetzel nun auf 13,30 m über NN aufgestaut werden, um einen Gegendruck zur Elbe zu schaffen. Hierbei ist aber darauf zu achten, dass wichtige Zufahrtsstraßen nicht überflutet werden. Die Erschließung des Bereichs Hitzacker – Wussegel soll ausschließlich über Seerau sichergestellt werden.

Das Problem mit Treibsel ist nach wie vor groß. So schwimmen teilweise sehr große Baumstämme in der Elbe, die nur mit der Schute des Wasser- und Schiffahrtsamtes geborgen werden können. Die drei zusätzlichen Boote in Hitzacker stehen weiter zur Sicherung der Hochwasserschutzanlagen zur Verfügung.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat nunmehr die Telefonnummer seines Bürgertelefons auch auf der Hochwasser-Internetseite veröffentlicht. Gleiches gilt für die Nummer des Spendenkontos.

Der Technischen Einsatzleitung des Landkreises sind vom THW spezielle Fachberater für die Deichverteidigung zur Verfügung gestellt worden. Diese Berater waren teilweise bei vorherigen Hochwassern schon im Kreisgebiet eingesetzt. Es wird angestrebt, die Berater in den gleichen Bereichen wie bei den vorhergehenden Hochwassern erneut einzusetzen, um sich die bestehenden Ortskenntnisse zu Nutze zu machen.

Für freiwillige Helfer soll beim Landkreis ein Helfermanagement aufgebaut werden, damit in der Elbtalaue nicht benötigte Kräfte nach Gartow geschickt werden können. Freiwillige Deichwachen werden momentan nicht benötigt. Es sollen aber die Kontaktdaten notiert werden, damit bei personellen Ausfällen schnell nachbesetzt werden kann.

Im Bereich der Samtgemeinde Elbtalaue wird das Bürgertelefon weiter rund um die Uhr aufrecht erhalten. Dies soll aber nachts nur noch einfach besetzt werden, weil die Nutzung in den letzten Tagen stark zurückgegangen ist. Der Info-Point in Hitzacker soll nachts nicht mehr mit Verwaltungsmitarbeitern besetzt werden. Die Verwaltung prüft aber eine Telefonumleitung auf die Telefonnummern des Bürgertelefons, so dass in Hitzacker anrufende Bürgerinnen und Bürger trotzdem Informationen erhalten.

Die Polizei teilt mit, dass sich im Sperrgebiet in Hitzacker parallel immer nur sieben berechtigte Personen aufhalten dürfen.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/wasser-drueckt-von-unten-aufwoelbungen-im-deichhinterland-56387

 

 

Bis einschließlich Sonntag können die Vietzer das Bad der Wendlandtherme (ohne Sauna) kostenlos benutzen. Dies teilte heute morgen die Samtgemeinde Gartow mit. Mit dem Angebot zeigt sich die Verwaltung solidarisch mit den Vietzern, die für mehrere Tage auf eine Abwasserentsorgung verzichten müssen. „Schließlich sitzen wir in der Situation alle in einem Boot“, so Hans-Heinrich Drimalski, Kämmerer der Samtgemeinde.

Die Einstellung der Abwasserabpumpung bedeutet für die rund 400 Einwohner, dass sie weder Toiletten noch Duschen sowie Wasch- und Spülmaschinen benutzen dürfen.

Des weiteren stehen im alten Schulhaus in Pevestorf weitere Duschgelegenheiten zur Verfügung.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/vietzer-koennen-wendland-therme-kostenlos-benutzen-25213

Hier qualmt es durch!

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

Die Deich-Schwachstelle zwischen Penkefitz und Wussegel am Siel gestern abend.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/hier-qualmt-es-durch-10267

Landrat: Kein Anlass zur Entwarnung

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

„Seit 30 Stunden steht das Wasser in Schnackenburg auf stabilem Niveau“, teilte Ernst-August Schulz von der Kreisverwaltung heute Morgen in der Lagebesprechung des Katastrophenschutzstabs im Lüchower Kreishaus mit. Es gebe jedoch noch keinen Anlass zur Entwarnung: „Denn das Wasser wird langanhaltend auf diesem Niveau stehen bleiben, mindestens für eineinhalb Tage“, so lautet seine aktuelle Prognose.

Für heute liegt das Augenmerk auf der Landesstraße zwischen Meetschow und Gartow. Hier ist geplant, mit Unterstützung der Bundeswehr vorsorglich eine zweite Deichlinie aufzubauen. Auch ein Sickwasser-Problem in Wussegel wird von Fachleuten derzeit beobachtet. In Tiesmesland prüft die Feuerwehr zwei mal am Tag die Lage. Weiterhin sind Deichläufer rund um die Uhr im Einsatz, um die gesamte Deichstrecke zu beobachten.

Die Sandsack-Produktion wurde Montag abend vorerst eingestellt. Aktuell stehen insgesamt mehr als 300 000 gefüllte Sandsäcke als Reserve zur Verfügung.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/landrat-kein-anlass-zur-entwarnung-16087

Leichte Rückgänge bei Schnackenburg und Vietze

Veröffentlicht: Juni 11, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 

Erste leichte Rückgänge der Wasserstände werden aus Vietze und Schnackenburg gemeldet. Dort sanken die Pegel im Laufe der Nacht um 1 – 2 cm, nachdem sie gestern abend kurzfristig noch einmal um mehrere Zentimeter gestiegen waren.

Auch das ZDF Morgenmagazin meldet eine Stagnation der Pegel bis Hitzacker. Dort hat sich der Wasserstand bei 8,20 m eingependelt.

Nun beginnt das große Zittern, ob die teils notdürftig aufgehöhten und stabilisierten Deiche dem tagelang anhaltenden Wasserdruck standhalten werden.

In Hitzacker wird man sich erst ab einem Wasserstand von 7,67 m wieder entspannen können. Obwohl die dortige Schutzwand auf einen Wasserstand von rund 9 m eingerichtet ist, hat man Sorge, dass schweres Treibgut den oberen mobilen Teil der Schutzwand beschädigen könnte.

Morgens um 7 Uhr war der Schutzwall in Hitzacker noch völlig in Ordnung. Entwarnung gibt es allerdings noch lange nicht. Wie Mirko Tügel, Sprecher der Feuerwehr, im MoMa sagte, müssen an mehreren Stellen (Damnatz, Neu Darchau …) Sickerstellen abgedichtet werden. Und: „Wir werden mit diesen hohen Pegelständen wohl noch mehrere Tage leben müssen“, so Tügel. Erst zum Ende der Woche wird sich also zeigen, ob es nicht noch zu größeren Problemen gekommen ist.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/leichte-rueckgaenge-bei-schnackenburg-und-vietze-21682

 

Das Hochwasser steht zurzeit in Hitzacker bei 8,16 m. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Pegelstände mindestens eine Woche lang auf hohem Niveau stehen werden. Eventuell steigt der Pegel sogar noch etwas an.

Die Sicherungsmaßnahmen in Neu Darchau sind abgeschlossen. Dort war der Notdeich an mehreren Stellen undicht geworden. Eine weitere Schadenslage gab es in Katemin. Beide Problemstellen wurden geschlossen. Die Lage in Neu Darchau ist momentan stabil. Gleiches gilt für den Bereich Tiesmesland und Penkefitz. Eine weitere Schadstelle gab es in Barnitz, wo Wasser auf halber Höhe aus dem Deich floss. Die undichte Stelle konnte instand gesetzt werden. Man muss sich darauf einstellen, dass aufgrund des lang anhaltenden Hochwassers in den nächsten Tagen noch weitere Schadstellen auftreten werden. Ein kritischer Bereich wird vermutlich der Abschnitt vom Friedhof Damnatz bis nach Wussegel sein.

Die Bürgertelefone der Samtgemeinde Elbtalaue bleiben auch in den nächsten Tagen rund um die Uhr besetzt, so dass Bürgerinnen und Bürgern jederzeit Informationen über die aktuelle Lage gegeben werden können. Dieser Service wird momentan sehr gut angenommen. Der Info-Point in Hitzacker bleibt ebenfalls rund um die Uhr besetzt.

Die Deichwachen in Hitzacker sollen nach Möglichkeit über den Absperrposten in der Drawehnertorstraße in den Sperrbereich gehen. Die Polizei hat so einen besseren Überblick über die Personen, die sich im Sperrgebiet aufhalten. Auf Nachfrage teil Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer mit, dass einige Landwirte in Eigenvorsorge Vieh nach Quickborn getrieben haben. Die war aber keine offiziell angeordnete Evakuierung. Sandsäcke müssen zurzeit nicht gefüllt werden. Deshalb werden auch momentan keine weiteren Helfer benötigt.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/kritische-deichbereich-zwischen-damnatz-und-wussegel-41398

 

Wie der NLWKN mitteilt, werden die Wasserspiegellagen in der Elbe derzeit von den Deichbrüchen in Barby und Stendal/Tangermünde sowie der Flutung der Havelpolder beeinflusst.

In der Folge sank der Pegel in Schnackenburg im Laufe des Montags von 779 auf 776 und ist seit den frühen Morgenstunden nahezu konstant. Lt. NLWKN hat sich der Wasserstand am Pegel Dömitz seit etwa 5 Stunden auf einer Höhe von 717/718 cm eingependelt.

Der Gewässerkundliche Landesdienst des NLWKN in Lüneburg geht davon aus, dass an diesen Pegeln der Scheitelwert nahezu erreicht ist, sich aber auf einem hohem Niveau über mehrere Tage halten wird.

Die Höchstwasserstände an den Pegeln Wittenberge, Schnackenburg, Dömitz und Hitzacker haben einen Wert erreicht, der in der Größenordnung von etwa 50 cm über den bisher höchsten gemessenen Wasserständen liegt.

 

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/nlwkn-scheitelwert-in-schnackenburg-nahezu-erreicht-25675

 

Ab sofort stehen für alle Vietzer Dusch- und Waschgelegenheiten in der Alten Schule in Pevestorf zur Verfügung. Dusch- und Waschzubehör sowie Handtücher sind selbst mitzubringen.

Ansonsten stehen die Duschen zu „normalen“ Tageszeiten für alle Bedürftigen zur Verfügung.

Die von der Ausquartierung Betroffenen haben inzwischen alle dank der Hilfsbereitschaft der Höhbecker Übernachtungs-Quartiere gefunden.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/vietze-dusch-und-waschmoeglichkeiten-in-pevestorf-eingerichtet-35221

Ernste Mienen am Notdeich

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Soeben hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) seinen Besuch in Neu Darchau beendet. Zuvor war er schon in anderen vom Hochwasser bedrohten Orten in Lüchow-Dannenberg. In Neu Darchau und Katemin informierte er sich – zusammen mit Landrat Jürgen Schulz, Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer und Ortsbürgermeister Ralf Hinneberg – über den in nicht einmal einer Woche errichteten Notdeich.

Eine Zusage für einen ständigen Deich konnte Weil vor Ort allerdings nicht geben.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/ernste-mienen-am-notdeich-19411

 

Die Gemeindeverwaltung Höhbeck präzisiert ihre Aufforderung folgendermaßen: Die gesamte Abpumpung der Abwässer Richtung Klärwerk Laasche funktioniert nicht mehr.

Das bedeutet, dass weder Toiletten mit Anschluss an die Kanalisation, noch Waschmaschinen, noch Spülmaschinen benutzt werden dürfen.

Die Trinkwasser-Wasserversorgung wird aufrecht erhalten. Eventuelle Abwässer von Waschen, Duschen etc. sollen wo möglich im Garten entsorgt werden.

Im Moment wird daran gearbeitet, dass es so bald wie möglich Dusch- und Waschgelegenheiten geben wird. Acht mobile Toiletten sind bereits aus Lüneburg auf dem Weg nach Vietze. Sie dürften innerhalb der nächsten zwei Stunden eintreffen. Ebenso wird ein Toilettenwagen nach Vietze gebracht, der bei der Gemeindeverwaltung an der Hauptstraße (Steinkamp) aufgestellt wird. Dieser wird dann auch eine Wasserversorgung bekommen. Der Standort für die mobilen Toiletten wird bekannt gegeben, sobald er endgültig feststeht.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/praezisierung-vietze-keine-entsorgung-mehr-ueber-die-kanalisation-25224

 

Die Landesstraße zwischen Meetschow und Laasche ist teilweise überflutet, und einige Deiche werden zum Teil schon vom Wasser überlaufen. Das hat die Samtgemeinde Elbtalaue mitgeteilt.

In der Nähe von Stendal ist ein weiterer Deich gebrochen. Zudem wurden die Havelpolder jetzt geflutet. Diese Maßnahmen scheinen sich entlastend auf die hiesige Lage ausgewirkt zu haben. Es wird in den nächsten Stunden aber noch mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Dieser Prognose liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass die Pegelstände wie schon im Jahr 2011 ab Schnackenburg erneut um 15 bis -20cm angestiegen sind. Die Ursache ist allerdings bis jetzt nicht klar. Um zu überprüfen, ob es einen Zusammenhang mit dem Pumpen des Schöpfwerks in Hitzacker gibt, sollen diese heute teilweise abgeschaltet werden.

Im Landkreis Lüneburg sind die Sicherungsmaßnahmen ebenfalls wieder angelaufen. Hier wird momentan der Bereich „Amt Neuhaus“ mit starken Kräften gesichert.

In Neu Darchau werden bereits die ersten Deiche verteidigt. Einziger Schwachpunkt dort scheint momentan der Göpel zu sein, weil dass Wasser genau gegen eine Ecke schlägt. Die Situation wird beobachtet.

Der Bereich Tiemesland ist ebenfalls gesichert worden. Einige Einsatzkräfte arbeiten zurzeit noch an einer neuralgischen Stelle in Penkefitz.

Im Raum Elbtalaue werden vermehrt Treibsel in der Elbe gesichtet. So mussten bereits von einer Schute des Wasser- und Schifffahrtsamtes ganze Baustämme, Baumwurzeln, ein Güllefass sowie ein Hochsitz aus dem Wasser geholt werden. In Hitzacker sind zum Schutz der Hochwasserschutzmauern nachts drei Boote mit Beleuchtung eingesetzt, so dass auch in der Nacht nach Treibsel Ausschau gehalten werden kann.

Die Sandsackproduktion in Neu Tramm ist wieder aufgenommen worden. Freiwillige Helfer können sich dort weiterhin melden.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/landesstrasse-ueberflutet-gefahr-durch-treibgut-in-der-elbe-35694

Vietze: keine Toiletten mehr benutzen!

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Da die Umpumpstation zum Klärwerk am Vietzer Friedhof nicht mehr zu halten ist, werden die Vietzer Einwohner ab sofort aufgefordert, keine Toiletten mehr zu benutzen, die an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind.

Es können keine Fäkalien mehr abgepumpt werden!

Entgegen anders lautender Gerüchte: die sonstige Wasserversorgung in Vietze wird NICHT abgeschaltet.

Die Samtgemeindeverwaltung in Gartow bemüht sich, so schnell wie möglich ausreichend mobile Toiletten nach Vietze zu schaffen.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/vietze-keine-toiletten-mehr-benutzen-18559

DLRG evakuiert Vietzer Siedlung

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Nachdem der Wasserstand im unteren Dorfteil Vietzes teilweise 80 cm erreicht hatte und dadurch eine ganze Siedlung unter Wasser steht, entschied sich die Einsatzleitung heute, alle Bewohner dieser Häuser dringend zu bitten, ihre Häuser zu verlassen. Ältere und Gehbehinderte wurden von einer DLRG-Einheit aus Langenhagen mit zwei Booten aus den tiefer gelegenen Häusern geholt. Andere hatten ihre Häuser bereits am Morgen selbständig verlassen. Insgesamt verließen insgesamt rund 30 Menschen dort ihre Häuser.

Untergebracht werden die Evakuierten in verschiedenen Privathäusern und leer stehenden Ferienwohnungen in Vietze. So fiel es vor allem den älteren Bürgern leichter, ihre Häuser in Stich zu lassen. Inzwischen hat die Gemeinde auch das Dörfergemeinschaftshaus geöffnet, damit die akut Wohnungslosen sich versorgen und auch die sanitären Einrichtungen dort benutzen können.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/dlrg-evakuiert-vietzer-siedlung-53979

Gartow: Höher als jemals zuvor

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

 Mit fast 8 m steht das Wasser am Pegel Schnackenburg am Montag Morgen höher als jemals zuvor. Auch in Vietze hatte der örtliche Pegel am Sonntag Abend bereits 6,73 angezeigt – über 40 cm mehr als im bisher schlimmsten Hochwasserjahr 2011. Dabei werden am heutigen Tage noch weitere 20 – 30 cm an zusätzlicher Wasserhöhe erwartet.

Diese Wasserstände führten in Vietze dazu, dass der mühselige errichtete Notdeich nicht mehr in der Lage war, das durchdringende Wasser aufzuhalten. Die Kapellenstraße im unteren Teil des Dorfes ist mitllerweile fast vollständig überflutet.

In diesem Dorfteil ist der Strom deshalb seit dem frühen Morgen abgeschaltet. Trotzdem sind die meisten Anwohner dort dankbar. „Wenn wir den Notdeich nicht bekommen hätten, dann wäre alles viel schlimmer,“ so die Bewohnerin eines Hauses, der mittlerweile zum X-ten Mal der Garten im Wasser versank. Gestern hatte sie noch fröhlich gescherzt. „Ich bin das hier mit den schwimmenden Gärten“.

In Gartow kämpfen Bundeswehreinheiten immer noch mit Sickerstellen an verschiedenen Orten. Den Kampf um das „Salix“, das Café am nördlichen Seeufer hat man inzwischen aber aufgegeben. In letzter Sekunde hatten Helfer im Gastraum noch alle wichtigen Gerätschaften hochgestellt und solange gepumpt, wie es möglich war, aber inzwischen hat das Wasser das Gebäude längst umflutet. Ein Notdeich aus Big Packs soll verhindern, dass das Wasser aus dem See über die Straße auf die andere Seite läuft und dort Wohnhäuser unter Wasser setzt.

Am Gartower Zehntspeicher breiten sich die Sickerstellen über die Straße aus, die Seegebrücke hat aber noch ungefähr 30 cm Freibord, bevor das Wasser das Straßenniveau erreicht.

+++ Genaueres zur Gesamtlage gibt es erst nach der Lagebesprechung, die ungefähr um 9.00 Uhr enden wird +++

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/gartow-hoeher-als-jemals-zuvor-40181

Flut hoch wie nie, Altstadt trotzdem trocken

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

So hoch stand das Wasser in Hitzacker noch nie: 8,10 Meter werden in der Elbstadt gemessen. Dennoch ist die historische Altstadt trocken. Eine Schutzwand hält das Hochwasser fern. Sorge bereitet den Helfern dagegen ein provisorischer Deich ein paar Kilometer flussabwärts.

Hitzacker ist trocken. Nachdem die Stadt in den vergangenen Jahren gleich mehrere Jahrhunderthochwasser erlebt hatte, sichert jetzt eine Schutzwand die Stadtinsel zwischen Elbe und Jeetzel. Zusammen mit einem neuen Schöpfwerk und einem Siel soll sie Hitzacker und Umgebung „vor Hochwasser-Ereignissen schützen, wie sie statistisch einmal in 100 Jahren auftreten“, so die niedersächsische Hochwasserschutzbehörde.

Einmal in 100 Jahren? Wenn das stimmt, könnte Hitzacker sich für die nächsten 500 Jahre entspannt zurücklehnen. Denn in der Realität wurde die Altstadt von Hitzacker nicht nur beim großen Elbe-Hochwasser 2002 überflutet, sondern auch 2003 und 2006. Als 2011 der bisherige Rekord-Pegel von 7,70 erreicht wurde, stand die Schutzwand bereits – und hielt.

Ihre Bewährungsprobe hat die Wand damit bestanden. Allerdings steht das Wasser in diesem Jahr weitaus höher: „Aktuell haben wir einen Pegel von 8,10 Meter“, sagt Mirko Tügel von der Feuerwehr Elbtalaue n-tv.de. „Aber der Pegel steigt mit Sicherheit noch um zehn bis zwanzig Zentimeter.“ Damit hätte Hitzacker noch etwas Luft: Ausgelegt ist die Schutzwand auf einen Pegelstand von bis zu 8,96 Meter.

Dennoch ist die Altstadt bereits evakuiert worden. Denn bedroht wird die Schutzwand weniger vom steigenden Wasser. Angesichts der hohen Fließgeschwindigkeit der Elbe geht die größte Gefahr von mitgerissenem Treibgut aus. Wenn das gegen die Schutzwand prallt, könnte es kritisch werden. Auf der Elbe fahren daher Patrouillenboote von Feuerwehr, Wasserrettung und Greenpeace und sammeln Treibgut ein.

Provisorischer Deichbau unter Wasser

Anders als in Hitzacker gibt es ein paar Kilometer weiter nördlich in der Gemeinde Neu Darchau keinen festen Hochwasserschutz. Wie Hitzacker gehört Neu Darchau zur Samtgemeinde Elbtalaue. „Dort haben wir provisorische Notdeiche gebaut“, sagt Tügel. Die Strömung hat dem Deich allerdings stark zugesetzt, der Deichfuß ist abgerutscht. „Da müssen wir nachbessern“, so Tügel.

Kräfte von Feuerwehr, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk sind dort im Einsatz, um am Fuß des Deiches auf der Wasserseite Sandsäcke zu stapeln. Bereits am Sonntag hatten Taucher einer Polizeieinheit aus Oldenburg hier 100 Sandsäcke auf einer Tiefe von bis zu drei Meter unter der Wasseroberfläche verbaut.

Auch freiwillige Helfer sind hier im Einsatz. „Die Solidarität ist riesengroß, wir bekommen so viel Unterstützung“, berichtet Tügel. „Auch Getränke, Essen, Sonnencreme – alles, was man so braucht.“ Entlastung könnte in Neu Darchau ein Deichbruch rund 140 Kilometer elbaufwärts bringen. In Fischbeck nahe Stendal ist der Deich in der Nacht zum Montag auf einer Länge von 50 Metern gebrochen. Mehr als 1000 Menschen mussten sofort ihre Häuser verlassen. Für sie ist es eine Katastrophe. „Uns könnte der Deichbruch ein bisschen helfen“, sagt Tügel. „Mit Verzögerung könnte uns das zehn bis fünfzehn Zentimeter weniger bringen.“

Vorerst steigt das Wasser jedoch weiter. Um Mitternacht wird in Neu Darchau noch ein Pegelstand von 7,56 Meter gemessen. Zwölf Stunden später sind es bereits 7,77 Meter. Tendenz steigend.

http://www.n-tv.de/panorama/Flut-hoch-wie-nie-Altstadt-trotzdem-trocken-article10794731.html

 

Die Bewohner der Stadtinsel in Hitzacker haben ihre Häuser und Wohnungen verlassen.
Erstmalig seit  die Hochwasserschutzanlage besteht, musste das betroffene Gebiet evakuiert werden. Alle Bewohnerinnen und Bewohner sind den entsprechenden Anordnungen gefolgt. Mitarbeiter von Samtgemeinde und Polizei haben ab 20 Uhr alle Häuser kontrolliert. Nur noch ganz wenige Menschen waren anzutreffen, auch sie haben mittlerweile Unterkunft gefunden. Die als Notquartier vorbereitete Turnhalle der Grundschule musste nicht in Anspruch genommen werden, es gab ausreichend private Quartiere. Nur für zwei Menschen musste die Samtgemeinde Unterkunft vermitteln, alle anderen hatten selbst für eine Bleibe gesorgt.
Die Stadtinsel ist nun gesperrt. Die Polizei kontrolliert das Gebiet verstärkt. Alle Autos wurden rechtzeitig  von den Anwohnern entfernt. Es war nicht erforderlich, Fahrzeuge abzuschleppen.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/stadtinsel-hitzacker-menschenleer-und-gesperrt-polizei-passt-auf-19810

Mancherorts beginnt das Sickern

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Straße in Vietze teilweise schon unter Wasser – Wassereinbruch in Gorleben – GNS: »Zwischenlager sicher»

bp Vietze/Gorleben. Die Einsatzkräfte haben Vietze am Sonntag aufgegeben. Feuerwehrleute aus Frankfurt und Offenbach hatten zuvor zusammen mit den Anwohnern die ganze Nacht hindurch einen Notdeich, den die Anwohner in den vorangegangenen Tagen gebaut hatten, zu retten versucht.

 

Ohne Erfolg. Gestern gegen neun Uhr gaben die Rettungskräfte den offenbar sinnlosen Kampf auf. »Wenn das wirklich so hoch kommt, wie einige Prognosen es vorhersagen, dann können wir sowieso nichts machen», sagt einer.

 

Doch die Bewohner wollen aller schlechten Vorhersagen zum Trotz nicht aufgeben, kämpfen weiter, schleppen auch am Sonntag unermüdlich Sandsäcke auf ihre Grundstücke. Eine von ihnen ist Monika Munk. Das Wasser steht schon hoch in ihrem Garten, ist noch gut eineinhalb Meter von ihrem Haus entfernt. Ihre Möbel hat sie längst in den ersten Stock geräumt. Die 66-Jährige hat schon viele Hochwasser kommen, bleiben und langsam wieder abziehen sehen. Doch als die Rettungskräfte am Sonntag gegangen seien, da sei ihr trotz aller Flut-Routine ganz anders geworden. »Heute habe ich das erste Mal geweint», sagt sie. Trotzdem bleibt Munk kämpferisch: »Ich gehe erst, wenn das Wasser ins Haus läuft.» Kraft gebe ihr der Zusammenhalt der Nachbarn und die große Hilfsbereitschaft.

 

Während die Einsatzkräfte in Gartow gestern rund um den See Sandsäcke aufkateten, lief selbst in Gorleben Wasser in den Ort. Ein Novum, sagen Anwohner. Die Gorlebener Grubenwehr und die Freiwillige Feuerwehr des Ortes waren in der Nähe des Sportboothafens im Einsatz, um die dortigen Häuser zu schützen und dem Wasser etwas entgegenzusetzen. »Wir ziehen hier einen Notdeich hoch, damit möglichst wenig Wasser in den Ort läuft», sagte Dirk Bauer, der Leiter der Grubenwehr.

 

Das Zwischenlager sei selbst bei einem Hochwasser sicher, heißt es von dessen Betreiberin, der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). »Wir liegen vier Meter höher als der Ort, da müsste also schon noch einiges an Wasser kommen», so Sprecher Jürgen Auer. Aber selbst in diesem Fall drohe keine Gefahr, schließlich seien die Behälter »aus einem Stück gegossen».

Quelle: ejz.de

Mancherorts beginnt das Sickern

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

Straße in Vietze teilweise schon unter Wasser – Wassereinbruch in Gorleben – GNS: »Zwischenlager sicher»

bp Vietze/Gorleben. Die Einsatzkräfte haben Vietze am Sonntag aufgegeben. Feuerwehrleute aus Frankfurt und Offenbach hatten zuvor zusammen mit den Anwohnern die ganze Nacht hindurch einen Notdeich, den die Anwohner in den vorangegangenen Tagen gebaut hatten, zu retten versucht.

 

Ohne Erfolg. Gestern gegen neun Uhr gaben die Rettungskräfte den offenbar sinnlosen Kampf auf. »Wenn das wirklich so hoch kommt, wie einige Prognosen es vorhersagen, dann können wir sowieso nichts machen», sagt einer.

 

Doch die Bewohner wollen aller schlechten Vorhersagen zum Trotz nicht aufgeben, kämpfen weiter, schleppen auch am Sonntag unermüdlich Sandsäcke auf ihre Grundstücke. Eine von ihnen ist Monika Munk. Das Wasser steht schon hoch in ihrem Garten, ist noch gut eineinhalb Meter von ihrem Haus entfernt. Ihre Möbel hat sie längst in den ersten Stock geräumt. Die 66-Jährige hat schon viele Hochwasser kommen, bleiben und langsam wieder abziehen sehen. Doch als die Rettungskräfte am Sonntag gegangen seien, da sei ihr trotz aller Flut-Routine ganz anders geworden. »Heute habe ich das erste Mal geweint», sagt sie. Trotzdem bleibt Munk kämpferisch: »Ich gehe erst, wenn das Wasser ins Haus läuft.» Kraft gebe ihr der Zusammenhalt der Nachbarn und die große Hilfsbereitschaft.

 

Während die Einsatzkräfte in Gartow gestern rund um den See Sandsäcke aufkateten, lief selbst in Gorleben Wasser in den Ort. Ein Novum, sagen Anwohner. Die Gorlebener Grubenwehr und die Freiwillige Feuerwehr des Ortes waren in der Nähe des Sportboothafens im Einsatz, um die dortigen Häuser zu schützen und dem Wasser etwas entgegenzusetzen. »Wir ziehen hier einen Notdeich hoch, damit möglichst wenig Wasser in den Ort läuft», sagte Dirk Bauer, der Leiter der Grubenwehr.

 

Das Zwischenlager sei selbst bei einem Hochwasser sicher, heißt es von dessen Betreiberin, der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). »Wir liegen vier Meter höher als der Ort, da müsste also schon noch einiges an Wasser kommen», so Sprecher Jürgen Auer. Aber selbst in diesem Fall drohe keine Gefahr, schließlich seien die Behälter »aus einem Stück gegossen».

 

 

Quelle:ejz

»Ziemlich nervenaufreibend»

Veröffentlicht: Juni 10, 2013 von fluthelfer in Landkreis Lüchow-Dannenberg

 

Das Hochwasser bringt für Landwirte besondere Gefahren mit sich – Evakuieren oder bleiben?

pw Nienwedel. Der siebenjährige Lukas Hadrossek findet den Ausnahmezustand total spannend, seine zwei Jahre jüngere Schwester Kira dagegen beunruhigen die ungewohnten Aktivitäten und die spürbare Anspannung auf dem Hof. Ihr Kinderzimmer im ersten Stock ist voll mit Dingen, die sonst unten zu finden sind: Möbel, Küchenutensilien und Lebensmittel.

Im Erdgeschoss stehen die Möbel, die nicht nach oben gebracht werden konnten, etwa 30 Zentimeter hoch auf Ytong-Steinen. Vorbereitungen auf das drohende Hochwasser, bei dem, sollte es tatsächlich bis nach Nienwedel dringen, die Kinder sofort zu ihrer Oma gebracht werden würden. Für den Augenblick achtet Mutter Michaela darauf, dass der Alltag für Kira mit dem Kindergarten möglichst normal weitergeht.

Das Wohnhaus ist für die Hadrosseks im Moment eher die kleinere Sorge: Klaus und sein Vater Rudi Hadrossek betreiben einen Milchviehbetrieb mit rund 300 Rindern. Das Viehfutter liegt schon auf Paletten und Anhängern, damit es im Notfall so schnell wie möglich weggebracht werden kann: »Nur noch anhängen und dann weg», sagt Klaus Hadrossek. Bei den Tieren wäre das nicht so einfach: 150 der Kühe werden gemolken. Sollte das Hochwasser bis nach Nienwedel kommen, müssen sie evakuiert und in anderen Betrieben untergebracht werden.

Bei Jungtieren ist das kein ganz so großes Problem, sagt Hadrossek. Aber die Milchkühe müssen an einen Ort kommen, an dem nicht nur genügend Platz, sondern auch eine funktionierde Melkanlage steht. »Es rufen ganz viele an, die ihre Hilfe anbieten», berichtet Hadrossek. Sogar Betriebe aus Schleswig- Holstein haben sich gemeldet, berichtet der Landwirt. Er könnte seine Tiere in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb im Kreis Uelzen unterbringen, ist jedoch sehr froh, dass die für Freitag geplante Evakuierung der Rinder erst einmal ausgesetzt worden ist: »Das große Problem sind die Folgeschäden. Bei dem Stress gehen die Milchleistung und die Eutergesundheit runter. Also versucht man, es bis zum Schluss hinauszuzögern und das Milchvieh erst ganz zuletzt wegzubringen.»

Das sieht man bei der Viehvermarktung Lüchow-Dannenberg, die die Koordinierung der geplanten Transporte übernommen und sich gemeinsam mit Anne Monsees von der Rinderzucht- und Vermarktungsgesellschaft Masterrind um mögliche Aufnahmebetriebe gekümmert hat, genauso. Hartmut Wiegreffe hat Zusagen für rund 30 Lkw: »Die sind innerhalb eines halben Tages verfügbar. Da sind die Fuhrunternehmen sehr hilfsbereit.» Das ist gut so, denn es könnte sein, dass einige tausend Rinder evakuiert und untergebracht werden müssen. Nachdem die Fahrten für Freitag abgesagt worden sind, sind die Lastwagen zum Teil wieder anderweitig unterwegs. Im Notfall wieder Transporter zu bekommen, wäre jedoch kein Problem, sagt Wiegreffe und fügt hinzu: »Wir müssen sehen, wie es Anfang dieser Woche aussieht.»

Klaus Hadrossek bringt sich jeden Abend in Wussegel auf den neuesten Stand, wo sich die Anwohner bei Deichhauptmann Willi Fabel informieren. »Weil man das Hochwasser nicht genau einschätzen kann, ist es ziemlich nervenaufreibend», sagt der Landwirt, und seine Frau ergänzt: »Man weiß nicht, woran man ist.»

Von den alten Menschen könnte man in dieser Hinsicht noch das eine oder andere lernen, findet Klaus Hadrossek: »Meine Großmutter lässt das total kalt. Sie sagt, dass noch nie Wasser im Haus gestanden hat. Das gibt es nicht, und das Thema ist durch. Früher sind sie mit dem Boot zur Schule nach Hitzacker gefahren, das war einfach immer so. Aber man selber ist unsicher, weil man das Hochwasser nicht genau einschätzen kann.»

Bild: Am Wochenende standen die Kühe der Hadrosseks noch in ihren Ställen in Nienwedel. Michaela und Klaus Hadrossek hoffen mit Sohn Lukas, dass das auch so bleiben kann. Aufn.: P. Witte

Quelle:ejz

Im Deicheinsatz waren Polizeibeamte am heutigen Sonntag in Neu Darchau. Um den Schutzwall weiter abzusichern, mussten vier Polizeitaucher der Technischen Einsatzeinheit aus Oldenburg bis zu drei Meter tief tauchen, um den Deichfuß von der Wasserseite aus zu sichern. Hierbei wurden mehrere 100 Sandsäcke vom Land über das Boot an die Taucher weiter gereicht. Aufgabe der Spezialkräfte war es, Unebenheiten im Deichfuß aufzuarbeiten und den Deich durch das weitere Gewicht der Sandsäcke zu verstärken. Die Taucher mussten aufgrund der starken Strömung der Elbe mit Leinen gesichert werden. „Das war ein Einsatz unter erschwerten Bedingungen, der nur durch die Teamarbeit mit Kollegen der Bereitschaftspolizei umsetzbar war“, so Polizeikommissar Thomas Decker von der Tauchergruppe Oldenburg.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/neu-darchau-polizeitaucher-im-deichschutz-einsatz-31385

 

 

Die Katastrophenleitstelle in Lüchow schätzt die Situation am Sonntag Abend so ein, dass in Lüchow-Dannenberg das Hochwasser mittlerweile deutlich langsamer steigt. „Die Zeit der großen Anstiege sollte vorbei sein“, prognostizierte Ernst-August Schulz vom Landkreis Lüchow-Dannenberg am Abend in der Lagebesprechung des Katastrophenstabs im Lüchower Kreishaus.

Der Höchststand wird aktuell für Montagabend in Schnackenburg und Dienstagabend in Hitzacker erwartet. Die Kreisverwaltung rechnet derzeit mit einem Höchststand für Hitzacker von 8,20 m, das sind bis zu 50 cm mehr als der Rekord-Höchststand bei früheren Fluten. Dieser Pegelstand liegt weiterhin im prognostizierten Toleranzbereich.

Ein Arbeitsschwerpunkt lag den Tag über in Neu Darchau. Dort wurde der neu errichtete Notdeich erhöht. Etwa 1600 Kräfte von Feuerwehr, THW und Feuerwehr waren dort den Tag über im Einsatz. Die letzten Arbeiten sollen im Laufe des Abends abgeschlossen werden. Abgeschlossen wurden auch Absicherungsarbeiten in Schnackenburg. Auch der eigens geschaffene Notdeich in Vietze ist in Sicherung.

Weiterer Augenmerk liegt aktuell auf der Verbuschung in einzelnen Bereichen, die im ungünstigsten Fall eine Barrierewirkung entfalten könnte. Fachleute aus dem Katastrophenstab werden diese Bereiche unter anderem am Jasebecker Bogen begutachten und weiter beobachten.

Für den schlimmsten Fall von höher auflaufendem Hochwasser als berechnet und erwartet oder von Deichbrüchen steht die vollständige Logistik für die Evakuierung von etwa 12.000 Klauentieren im Gebiet der Dannenberger Marsch oder ggfs. auch im Bereich des Gartower Deichverbands.

An den Schulstandorten Hitzacker und Gartow dienen alle Schulen als Unterkünfte für Einsatzkräfte. In Dannenberg sind die Nicolas-Born-Schule, das Fritz-Reuter-Gymnasium und die Grundschule betroffen: An diesen Schulen findet kein Unterricht statt. Auch eine Notbetreuung kann nicht sichergestellt werden. Für die übrigen Schulen im Kreisgebiet liegt es im Ermessen der Eltern, ob der Schulbesuch für ihre Kinder zumutbar ist. Grundsätzlich besteht allerdings Schulpflicht.

Weiterhin sind 50 Deichwachen im Einsatz – der Dienstplan steht bis Freitag, 14. Juni.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/aktuelle-lage-einschaetzung-der-katastrophenleitstelle-in-luechow-45185

 

„Wie ist die Lage?“ – das ist wohl die zurzeit am häufigsten gehörte Frage in Lüchow-Dannenberg – mit Blick auf das Hochwasser. Hier in aller Kürze „die Lage“ heute gegen 16.30 Uhr:

„Erstaunlich gefasst“ nehmen die Menschen in Hitzacker die Nachricht auf, dass sie ihre Häuser und Wohnungen auf der Stadtinsel und nahen Straßen verlassen sollen. So fasst Petra Steckelberg, Erste Samtgemeinderätin der SG Elbtalaue, die Atmosphäre im Elbestädtchen zusammen. Die als Notunterkunft bereit gestellte Turnhalle werde voraussichtlich nicht benötigt, die von der Evakuierung Betroffenen haben private Quartiere gefunden. Es seien auch schon Ferienwohnungen als Übergangsobdach angeboten worden. Konsequent wird ab heute 20 Uhr der Evakuierungsbereich gesperrt. Nur in dringenden Fällen wird eine Ausnahmegenehmigung zum Betreten der Stadtinsel erteilt, und die Polizei kontrolliert genau, wer das Areal betritt und es wieder verlässt.

In Neu Darchau sind die Einsatzkräfte weiter damit beschäftigt, die Schäden am Notdeich zu beseitigen, und in Wussegel werden zusätzliche Sandsäcke aufgeschichtet, um den Schutz vor der heran rollenden Flut zusätzlich zu verstärken.

Mehrere Menschen in Vietze haben ihr Hab und Gut mittlerweile in obere Etagen gebracht. Ist bereits eine  Evakuierung des Ortes geplant? Nein, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Immer wieder werden Behörden gefragt, ob und wie lange die Dömitzer Brücke gesperrt ist. Sie ist nicht gesperrt, zurzeit ist sie frei befahrbar.

Auch außerhalb des unmittelbar durch die Elbe gefährdeten Raumes herrscht teilweise Angst vor Überflutung. „Hält der Deich?“ „Kommt das Wasser auch zu uns?“, wird mancherorts im nördlichen Kreisgebiet gefragt. Hier und dort wurden bereits Möbel und elektronische Geräte in Sicherheit gebracht. Wie hoch das Wasser gestiegen ist, zeigt sich beispielsweise am Deich der Landesstraße in Grippel (Foto).

Mit Besorgnis blicken die Menschen hierzulande auch nach Magdeburg, auf den Deichbruch und auch nach Dömitz. Dort hat das Wasser schon das Areal des Hafenhotels überspült.

Nach wie vor werden Sandsäcke benötigt. Auch Helferinnen und Helfer in den Füllstationen sind dort sehr willkommen.

Die nächste Lagebesprechung des Katastrophen-Einsatzstabes beginnt um 18 Uhr.

http://hochwasser2013.wendland-net.de/post/die-lage-gegen-16-30-uhr-weitere-sandsaecke-benoetigt-51050

Am Vormittag entschied sich die Einsatzleitung, die mühselig errichteten Notdeiche im tiefer gelegenen Westteil des Ortes „kontrolliert durchsickern“ zu lassen, um ein eventuelles Durchbrechen der Wasserbarrieren zu verhindern.

Nun konzentrieren sich alle Kräfte darauf, die Pumpstation des Klärwerks am Friedhof gegen die Wassermassen zu schützen. Betroffene Anwohner sind am Vormittag über die Entscheidung informiert worden und haben bereits mit zahlreicher Unterstützung von anderen Dorfbewohnern begonnen, ihr Hab und Gut in höher gelegene, als sicher geltende Gebäude zu bringen.

Am Sonntag Morgen hatte der Pegel bei Vietze bereits den Rekord-Wasserstand von 6,32 m erreicht – 2 cm mehr als beim Hochwasser im Januar 2011 gemessen worden war. In Vietze werden noch weitere 50 cm Wasserzufluss erwartet.

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Tage bevor der Scheitelpunkt der diesjährigen Flut den Landkreis erreicht hat, ist der Pegel bei Vietze auf den bisher höchsten Stand von 6,32 m gestiegen. Das sind zwei Zentimeter mehr als der bisherige Rekord-Wasserstand von 6,30 m im Jahre 2011.

Nach den Aufzeichnungen eines Vietzer Anwohners ist das Hochwasser in Vietze seit der Sommerflut im Jahre 2002 kontinuierlich höher eingetreten:

  • 2002 – 6,20 m
  • 2006 – 6,24 m
  • 2011 – 6,30 m
  • 2013 – 6,32 m ( am 9.6.)

Bei Schnackenburg wird für Dienstag/Mittwoch immer noch ein Höchststand von rund 8 m erwartet – das sind 52 cm mehr als die Pegel heute zeigen (Stand 9.6. = 7,48 m). Deshalb haben in Vietze Helfer der Bundeswehr, der Feuerwehr und des THW die ganze Nacht gearbeitet, um die Sandsack-Barrieren weiter zu verstärken und erste kleine Sickerstellen abzudichten. Auch am Sonntag werden diese Tätigkeiten noch fortgesetzt, zumal sich auf Höhe des Friedhofs erste größere Sickerstellen zeigen. Erstmals müssen sich auch Hauseigentümer schützen, die bei den bisherigen Fluten nie betroffen waren. Die intensive Hilfe von außen stößt bei den Vietzern auf große Dankbarkeit. Auf vollständiges Unverständnis stoßen daher Beschwerden einzelner Anwohner über Lärm und Staub durch ständig hin und her fahrende Trecker und Einsatzfahrzeuge.

Foto / Angelika Blank: Noch halten die Hilfsdeiche in Vietze. Doch es wird knapp. Bereits am Sonntag Morgen waren nur noch ca. 50 cm Platz, bevor das Wasser überläuft.
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