Archiv für die Kategorie ‘Hochwasserfolgen’

Deggendorfer Gastronomie zieht Hochwasser-Bilanz

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Deggendorf, Hochwasserfolgen

Die Hochwasserkatastrophe im Juni hat niemanden verschont: Weder Privatleute, noch Vereine und Betriebe oder die Kommunen selbst. Viele Betriebe – speziell in der Gastronomie – wurden sowohl aktiv als auch passiv von den Fluten überrollt. Zum einen hat das Wasser große Schäden hinterlassen, zum anderen ist aber auch das Geschäft ausgeblieben, weil viele Menschen die Hochwasserregion gemieden haben. Welche „Schäden“ das Hochwasser speziell in der Deggendorfer Gastronomie hinterlassen hat, das wurde am Montag bei einem Treffen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes deutlich.

Quelle: idowa.de

Viel Bewegung bei Kleingärten nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Dessau, Hochwasserfolgen

Nach den Kleingartenanlagen Eschenweg und Braunsche Lache haben vorigen Sonntag auch die Mitglieder der Gartensparte „Waldfrieden“ das Ende ihres Vereines beschlossen. Damit werden 170 Gärten aufgelöst und die Anlagen der Natur zurückgegeben. Für die Auflösung des „Waldfrieden“ hat der Stadtverband zehn weitere Arbeitskräfte beim Jobcenter beantragt.

Noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft haben die Mitglieder im Verein „Schillerpark, Abteilung III“ getroffen. Etwa 55 Prozent der rund 150 Kleingärtner sind für aufgeben, der Rest würde weitermachen. In der Diskussion ist jetzt eine schrittweise Auflösung, gestaffelt über mehrere Jahre. Anfang September gibt es dazu eine Mitgliederversammlung. Wie der Stadtverband informiert, haben rund 100 Gartenfreunde aus den Anlagen, die sich auflösen, in anderen Vereinen wieder Parzellen gepachtet.

In den Anlagen, die vom Hochwasser betroffen waren, die aber weitermachen, wurden bisher 60 bis 70 Gärten abgegeben.

Für die Maßnahme des Jobcenters stehen Mittel des Bundes zur Beseitigung von Hochwasserschäden zur Verfügung. In Dessau laufen insgesamt drei Maßnahmen – eine beim Gartenverband und zwei bei der Stadt. Letztere beginnen diese Woche mit der Beräumung von Rad- und Wanderwegen sowie des Grabensystems. Insgesamt werden 130 Langzeitarbeitslose im Einsatz sein. 200 000 Euro hat der Bund dafür bereitgestellt.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser wirbelt Pläne durcheinander

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Vor Ort informierten sich die Stettener Ortschaftsräte über verschiedene Probleme im Ort, um eventuell notwendige Maßnahmen in den Haushaltsplan 2014 aufnehmen zu können.

Die Tour startete an der Schutzhütte zwischen Stetten und Burladingen. Idyllisch gelegen, jedoch immer wieder Ort mutwilliger Zerstörungen. Rollläden werden herausgerissen, Teile der Holzverkleidung zu Feuerzwecken missbraucht und sogar Tischplatten aus Beton zerbrochen. Eine erste Auslichtung der umgebenden Pflanzung hat schon Besserung gebracht, eine weitere Reduzierung des Bewuchses zur Straße ist geplant, um eine bessere Einsicht zur Anlage zu schaffen.

Beschwerden über den Zustand des neuen Spritzbelages im Kirchholzweg wurde nachgegangen bevor man sich im Bereich des Kielweges Gedanken über den Straßenzustand machte. Unübersehbar die Setzungen der Straße hangabwärts, eine umfassende Sanierung sehr aufwändig, wegen des geringen Verkehrsaufkommens will man es vorerst bei punktuellen Instandsetzungen belassen. Im Bereich der Brücke beim Gasthof Hirsch ging es um noch bestehende Hochwasserschäden und den möglichen Umbau der Straßenbeleuchtung von Überspannlampen auf Mastleuchten.

Nach Hochwasser hat die Festhalle höchste Priorität

Für die Besichtigung der Renovierung der Festhalle nahm sich das Gremium viel Zeit. Ortsvorsteher Hans Locher berichtete dass die Trocknungsarbeiten abgeschlossen seien und das Verlegen des neuen Bodens und der Einbau der neuen Prallwände Hand in Hand gingen, so dass terminlich keine Probleme entstünden. Da man sich im Ortschaftsrat einig war die Halle im Zuge der Renovierung farblich aufzupeppen gelte es nun sich über ein Farbkonzept zu einigen. Die von Locher vorgelegten Konzepte fanden keine Mehrheit, überhaupt soll nochmals überlegt werden, ob man die alte Holzverkleidung nicht doch belässt und farbliche Elemente nur im Bereich der Prallwände und der Fensterrahmen verwendet. Letztlich wurde eine Entscheidung vertagt, auch mit dem Wunsch zur besseren Beurteilung flächige Farbmuster vorzulegen.

Im Sitzungssaal stand die Mittelanmeldung für den Haushaltsplan 2014 im Vordergrund. Durch das Hochwasserereignis sei das bisherige Konzept, so Ortsvorsteher Hans Locher, durcheinandergewirbelt worden, deshalb müssten Korrekturen vorgenommen werden. Die Renovierung der Festhalle habe erste Priorität, der Wunsch der Vereine nach einer größeren Küche könne allerdings nicht im Zusammenhang mit den Hochwasserschäden realisiert werden. Die Überlegungen für einen Küchenanbau hinter dem Foyer sind soweit gediehen dass dafür an erster Stelle 80.000 Euro in den Haushalt 2014 eingestellt werden sollen. An zweiter Stelle folgt die Sanierung der Brücke beim Feuerwehrhaus, auf Platz drei der Umbau der Ortsbeleuchtung, auf Platz vier Instandhaltungsmaßnahmen an der Ruine Holstein und auf Platz fünf Innenrenovierungsarbeiten an der Friedhofskirche. Mehr wäre schon wünschenswert, aber, so Locher, mehr als eine oder zwei Maßnahmen werde nicht genehmigt.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

Thüringens Forstverwaltung steckt in diesem Jahr ein Drittel ihrer Gelder für den Waldwegebau in die Beseitigung von Hochwasserschäden. Das Juni-Hochwasser habe im Staatswald Schäden in Höhe von 2,65 Millionen Euro an Wegen, Befestigungen, Dämmen und Durchlässen angerichtet, teilte Thüringenforst gestern mit. Diese würden jetzt beseitigt.

Besonders betroffen seien die Wälder rund um Jena und Stadtroda (Saale-Holzland-Kreis), wo Wege teilweise komplett weggespült wurden und Hänge rutschten, sagte Sprecher Horst Sproßmann. Insgesamt investiert Thüringenforst in diesem Jahr 7,7 Millionen Euro in den Waldwegebau. Dies sei das umfangreichste Investitionsprogramm für Walderschließung der vergangenen Jahre.

Unter anderem sollen 121 Kilometer neue Forstwege gebaut werden – nach Angaben der Forstverwaltung in rein ökologischer Bauweise mit Verzicht auf Asphaltierung und Flächenversiegelung. Vorgesehen sind auch der Neubau von vier und die Sanierung von 15 Brücken und Durchlässen. Die Arbeiten sind laut Forstverwaltung teilweise schon im Gange, was für Waldbesucher Einschränkungen bei der Begehbarkeit der Wälder mit sich bringt. Thüringenforst ist mit 200 000 Hektar Waldfläche größter Waldbesitzer im Freistaat. Insgesamt finden sich auf rund 550 000 Hektar in Thüringen Wälder.

Quelle: otz.de

 

Das Juni-Hochwasser hat in Sachsen-Anhalts Wäldern Schäden von mindestens 40 Millionen Euro verursacht. Wie das Agrarministerium in Magdeburg mitteilte, sind unter anderem Wege, Befestigungen und Dämme stark beschädigt worden. Die Begutachtung aller Wälder im Land wurde aber noch nicht abgeschlossen. Deshalb kann die bislang angenommene Schadenssumme von mindestens 40 Millionen Euro noch steigen. Über die Beseitigung der Schäden soll nach der Bestandsaufnahme entschieden werden. In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit mehr als 500.000 Hektar Wald.

Quelle: mdr.de

Nach dem Hochwasser: Der Zahnarzt bohrt jetzt im Container

Veröffentlicht: August 7, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Das verheerende Juni-Hochwasser hat auch Zahnarzt Andreas Ponn mit voller Wucht getroffen. Der Berchtesgadener hatte erst im Februar 2012 eine Praxis im nahen Freilassing übernommen und an die 300 000 Euro investiert. Die Wassermassen der Salzach zerstörten das Labor im Keller, auch die Behandlungsräume im Erdgeschoss standen unter Wasser. Alle medizinischen Geräte, darunter die drei Behandlungsstühle, wurden am 2. Juni vernichtet. „An dem Tag stand ich vor dem Nichts“, erinnert sich Ponn. Jetzt bohrt der Zahnarzt in einem umgebauten Bürocontainer, bis September sollen die Sanierungsarbeiten in der Praxis abgeschlossen sein.

Harald Aichhorn ist der Vorgänger von Andreas Ponn, ihm gehört das 1948 errichtete Haus. „Wegen der starken Regenfälle bin ich an diesem Sonntag um 6.30 Uhr von Saaldorf zum Heideweg gefahren. Dass das Grundwasser zu diesem Zeitpunkt schon in den Keller eingedrungen war, überraschte mich nicht“, so Aichhorn. „Doch als ich die Pumpe im Keller einschalten wollte, sah ich plötzlich über die Wiese kommend eine große Welle. Wie ein Tsunami überschwemmte diese meterhohe Welle binnen kurzer Zeit alles.“

Aichhorn, sein Sohn sowie Ponn und dessen Vater versuchten noch, Laborgeräte aus dem Keller zu retten. „Erst standen wir knietief im Wasser, dann drückte das Wasser durch die Sogwirkung plötzlich die Tür zu und das Wasser im Keller stieg bedrohlich an“, erinnert sich Aichhorn. „Mein Sohn hat dann gesagt „jetzt nichts wie raus, sonst gibt’s Tote” – er hat recht gehabt.“

Am Tag danach war das Ausmaß der Schäden klar, an Behandlungen nicht zu denken, die Gerätschaften nicht mehr zu gebrauchen. Die Schadenshöhe liegt im sechsstelligen Euro-Bereich. „Ich dachte, ich hätte mich gegen alles versichert“, sagt Andreas Ponn. Doch der Versicherungsvertreter zog seine anfängliche Zusage zurück. „Da ist mir erst einmal schlecht geworden.“ Nach einigem Hin und Her übernimmt die Versicherung wenigstens einen Teil des Schadens. „Rund 40 000 Euro bleiben aber wohl bei mir hängen“, schätzt Ponn.

Die Ungewissheit war groß. „Man steht einfach vor dem Nichts“, so der Zahnarzt. Kollegen aus Freilassing boten ihm zwar Hilfe an. Ponn hätte stundenweise Behandlungsstühle in anderen Praxen nutzen können. „Aber das war logistisch kaum machbar, weil meine Mitarbeiter und ich ja auch sämtliche Krankenakten und Computer hätten mitnehmen müssen.“ Über Umwege erfuhr er dann von der Praxis im Container – die rettende Idee.

Ponn mietete für sechs Monate zwei Container, in einem sind zwei Behandlungsstühle und Geräte verstaut, die möglicherweise repariert werden können. Im zweiten circa zehn Quadratmeter kleinen Container behandelt er seine Patienten: Zwei Stühle als Wartezimmer, ein kleiner Schreibtisch für die Assistentin, der eigentliche Behandlungsraum durch zwei Aufstellwände getrennt. Statt bis zu 35 Patienten kann Ponn derzeit maximal 15 Patienten am Tag behandeln. „Die Patienten reagieren zum Glück verständnisvoll. Einer hat uns in den ersten Tagen eine Brotzeit spendiert mit den Worten „weil’s euch so arg erwischt hat”.

Quelle: schwaebische.de

 

In München ist das Kabinett zusammengekommen um erneut über die Folgen des verheerenden Hochwassers im Juni zu beraten. Im Zentrum stehen der Hochwasserschutz und die finanzielle Bewältigung der Schäden.

Beratungen im Kabinett

Auch die Landräte der Landkreise Deggendorf und Passau sowie die Stadtoberhäupter von Regensburg und Passau nehmen an der Sitzung teil. Mit ihrer Unterstützung soll entschieden werden, wohin wieviel Geld fließen soll. Bereits gestern hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) versprochen, den Hochwasserschutz und die Wiederaufbauhilfe für Flutopfer zügig voranzutreiben. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, die Betroffenen mit acht Milliarden Euro aus einem Hochwasserfonds zu unterstützen.

500 Millionen Euro Schaden alleine in Deggendorf

Der bayerische Regierungschef besuchte am Dienstag die besonders stark betroffenen Orte Niederalteich und Fischerdorf im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Zusammen mit Umweltminister Marcel Huber (CSU) suchte Seehofer das Gespräch mit den betroffenen Menschen und hörte sich ihre Probleme bei der Sanierung von Häusern und Wohnungen an.

Den Geschädigten versprach er, dass sie noch im Laufe des Monats Geld erhalten. In Einzelfällen seien aber noch offene Fragen zu klären. Nach der Hochwasserkatastrophe müssen in Fischerdorf etliche Wohnhäuser abgerissen werden, wie der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) berichtete. Grund seien erhebliche Schäden an der Statik oder Kontamination durch ausgelaufenes Heizöl. Der Hochwasserschaden im Raum Deggendorf wird auf rund 500 Millionen Euro geschätzt.

Bilder aus Deggendorf

Sanfter Donausausbau für besseren Hochwasserschutz

Zum besseren Schutz vor Hochwasser kündigten Seehofer und Huber an, notwendige Maßnahmen mit Hochdruck umzusetzen. Neben neuen Deichen müssten natürliche Ausweich- und Rückhalteflächen für Hochwasser entlang der Flüsse geschaffen werden. Landwirte, Bürger und Naturschützer will der Ministerpräsident an den Plänen für den Hochwasserschutz beteiligen. Zwangsmaßnahmen solle es keine geben.

Ein klares Bekenntnis legte Seehofer zum sogenannten sanften Donauausbau ab. Die Entscheidung sei unumkehrbar und schaffe Klarheit auch mit Blick auf den Hochwasserschutz. Darin will die Staatsregierung bis zum Jahr 2022 nun 3,4 Milliarden Euro investieren, wie Umweltminister Huber sagte. Zunächst waren 2,3 Milliarden Euro eingeplant gewesen.

Seehofer und Huber vor Ort

Quelle: br.de

Die bisher ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf rund 600 000 Euro. Noch bis 31. August ist Zeit, beim Landwirtschaftsamt in Rudolstadt Anträge auf Fluthilfe zu stellen.

Golmsdorf/Schöps. Von 30 Hektar mit Winter­gerste, 79 Hektar mit Winter­­weizen und 86 mit Mais angebauten Hektar werden die Landwirte der Agrargenossenschaft Schöps in ­diesem Jahr nichts ernten. Die Felder, auf denen sie im letzten Herbst bzw. Frühjahr das ­Getreide und die Futterpflanzen abgebaut hatten, liegen allesamt zwischen Großpürschütz und Maua in der Saaleaue. Beim Hochwasser Anfang Juni waren die Felder überschwemmt. 227 der 1600 Hektar Fläche des Unternehmens waren über­flutet, auf einem Teil der Äcker haben die Landwirte Total­ausfälle der Ernte zu beklagen.

 

Nach ersten Schätzungen eines Gutachters belaufen sich die Flutschäden des Unternehmens auf rund 175 000 Euro. „Wir hatten die Schäden doch etwas höher eingeschätzt, aber, das Urteil des Gutachters gilt“, sagte Graf auf Nachfrage dieser Zeitung. „Wir dachten zwar, dass wir Fachleute genug sind, aber es wird nun mal eine externe Einschätzung verlangt.“ Die Richtlinie des Landes Thüringen, nach der land- und forstwirtschaftliche Unternehmen einen finanziellen Ausgleich für Überschwemmungsschäden erhalten, schreibt die Einbeziehung eines Gutachters bei einer Schadenssumme von mehr als 100 000 Euro vor.

 

Ein solcher Sachkundler wird deshalb auch in der Gleistal ­Agrar eG über die Felder gehen und die Hochwasserschäden ­begutachten. Agrar-Chef Ralf Wickler spricht von Verlusten in Millionen-Höhe. Sein Unternehmen gehört zu den am schwersten betroffenen Landwirtschaftsbetrieben in Thüringen. 350 Hektar standen unter Wasser, auf 240 Hektar seien Erntetotalschäden zu beklagen. Vier der fünf Tochterfirmen, die zur Agrar eG gehören, hätten je 2000 Euro Soforthilfe erhalten, doch das sei angesichts der wirklichen Schäden nur der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein. Und: die Soforthilfe wird mit anderen Hilfen verrechnet.

 

Was Wickler zusätzlichen ­Ärger bereitet: „Ich erinnere mich noch an die Fernsehbilder in den Fluttagen und die Versicherung der Politiker, dass man den Bauern ihre Ernteausfälle 100-prozentig ersetzen müsse“, sagt er. „Doch in der nun verabschiedeten Thüringer Richtlinie steht eindeutig, die Höhe der Zuwendung beträgt bis zu 50 Prozent des Gesamtschadens“. Es sei also längst nicht einmal sicher, ob überhaupt wenigstens die Hälfte der Ausfälle ausgeglichen werden könnte.

 

Wickler kritisiert zudem die komplizierten Antragsverfahren und „fast täglich neue Regularien“. Dazu gehöre auch, dass mögliche Erträge auf den Äckern, die nach dem Hochwasser aufwendig trockengelegt und neu bestellt wurden, von den Ausgleichszahlungen abgezogen würden. „Wir haben für die Wiederbestellung extrem hohen Aufwand treiben müssen, gleichzeitig konnten die Kollegen nicht auf den anderen Schlägen eingesetzt werden, etwa zum Jauchefahren oder zur Feldvorbereitung, weil sie in Wat­hosen und mit Spaten drei ­Wochen Gräben gezogen haben auf den nassen Feldern.“

 

Jürgen Hebert vom Landwirtschaftsamt in Rudolstadt, das die Fluthilfe-Förderanträge der Landwirte auch aus dem Saale-Holzland-Kreis entgegen nimmt, bestätigt, dass es Ertragsrichtwerte für die verschiedenen Zweitkulturen gibt, die auf die Flutverluste angerechnet werden. Dafür könnten jedoch auch die Gutachterkosten von den Unternehmen als Belastung mit aufgerechnet werden.

 

Nach seinen Angaben wurden bisher 20 Anträge auf Schadensausgleich von Agrarunternehmen im Rudolstädter Amt ein­gereicht, 13 davon sind bereits geprüft und an die Thüringer Aufbaubank, die die Hilfen auszahlt, weiter gereicht worden. Der Großteil der in Schwierigkeiten gekommenen Unternehmen sei im Saale-Holzland-Kreis ansässig. „Die bisher ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf rund 600 000 Euro. Doch dabei wird es nicht bleiben, denn die Anträge einiger großer Unternehmen fehlen noch“, sagte Hebert. Dazu gehören die Agrargenossenschaft Catharinau in Uhlstädt-Kirchhasel genauso wie die Gleistaler Agrar eG oder ein großer Privatbetrieb in Etzelbach.

 

Noch bis 31. August ist Zeit, die Anträge auf Fluthilfe zu stellen.

Quelle: otz.de

Thüringens Forstverwaltung steckt in diesem Jahr ein Drittel ihrer Gelder für den Waldwegebau in die Beseitigung von Hochwasserschäden. Das Juni-Hochwasser habe im Staatswald Schäden in Höhe von 2,65 Millionen Euro an Wegen, Befestigungen, Dämmen und Durchlässen angerichtet, teilte Thüringenforst gestern mit. Diese würden jetzt beseitigt.

Erfurt. Besonders betroffen seien die Wälder rund um Jena und Stadtroda (Saale-Holzland-Kreis), wo Wege teilweise komplett weggespült wurden und Hänge rutschten, sagte Sprecher Horst Sproßmann. Insgesamt investiert Thüringenforst in diesem Jahr 7,7 Millionen Euro in den Waldwegebau. Dies sei das umfangreichste Investitionsprogramm für Walderschließung der vergangenen Jahre

 

Unter anderem sollen 121 Kilometer neue Forstwege gebaut werden – nach Angaben der Forstverwaltung in rein ökologischer Bauweise mit Verzicht auf Asphaltierung und Flächenversiegelung. Vorgesehen sind auch der Neubau von vier und die Sanierung von 15 Brücken und Durchlässen. Die Arbeiten sind laut Forstverwaltung teilweise schon im Gange, was für Waldbesucher Einschränkungen bei der Begehbarkeit der Wälder mit sich bringt. Thüringenforst ist mit 200 000 Hektar Waldfläche größter Waldbesitzer im Freistaat. Insgesamt finden sich auf rund 550 000 Hektar in Thüringen Wälder.

Quelle: otz.de

Hofwiesenpark Gera: Spielsand wird ausgetauscht

Veröffentlicht: August 3, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Im Spieloval dauern Arbeiten länger. Zutritt soll erst nächstes Wochenende sein.

Gera Von der Henne im Spieloval des Hofwiesenparkes gibt es für Kinder seit Mittwoch eine tolle Aussicht auf die Baustelle gleich daneben.

Der vom Hochwasser überflutete Spielsand wird dort abgetragen. Das ist mühselig, wie Mitarbeiter der Weißenfelser Firma Cortek, Niederlassung Gera, und der Lebenshilfe Grünanlagen und Service GmbH jetzt zu spüren bekommen. Der kleine Radlader ist noch zu groß.

Deshalb muss oft zur Schaufel gegriffen werden. Nur so können die Zwischenräume der farbigen Betonwände bis 50 Zentimeter tief vom verschmutzten Sand befreit werden und erreichen die Männer auch das hinterste Versteck. Auf Haufen geschaufelt, transportiert Jürgen Wollmerstedt das Material per Radlader auf einen Lkw. Der muss an der Elster halten, um den Untergrund der Spielflächen nicht zu beschädigen.

Das dauert länger als angenommen. Die Gera Kultur GmbH war bei Auftragsvergabe davon ausgegangen, dass die 300 Tonnen neuer Fallschutzsand bis gestern eingebaut werden. Inzwischen heißt es, dass dies mindestens bis Dienstag brauche. Mit der Wiedereröffnung der Spielfläche rechnet die Gera Kultur GmbH nun zum nächsten Wochenende. Möglich wird der Austausch dank der Spieloval-Spenden.

Quelle: otz.de

Das Juni-Hochwasser hat auch die Einrichtung nicht verschont. Künftig sollen kleine Wälle vor Wasser schützen.

Schmölln. Im Schmöllner Tierheim ist wieder Normalität eingekehrt. Die Schäden, die das Hochwasser Anfang Juni auch hier angerichtet hatte und die der Tierschutzverein mit rund 5000 Euro beziffert, sind zwei Monate nach dem Unglück behoben. Wappnen will sich der Zufluchtsort für ausgesetzte oder abgegebene Tiere aber gegen ein mögliches neues Hochwasser, sagte Hans Gleitsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schmölln-Osterland. Um Vorsorge zu treffen, solle der Zaun am Limpitzbach durch Erdanhäufungen, eine Art kleiner Wall, verstärkt werden. Dann könne das Wasser nicht mehr ungehindert in die Anlage laufen. Außerdem sollen Zäune befestigt werden. Am 2. Juni hatte das Wasser des Bächleins, der direkt am Tierheim vorbeifließt, 40 Zentimeter auf den Wegen, in den Zwingern und in den Katzenhäusern gestanden. Die Katzen wurden damals ins Altenburger Tierheim evakuiert. Die Hunde fanden Zuflucht in Zwingerboxen des Hundesportvereins auf dem Pfefferberg. Vereinschef Hans Gleitsmann und Tierheim-Leiterin Bettina Krötzsch sind noch heute voller Dankbarkeit – auch über die Geld-, Sach- und Futterspenden, die das Tierheim nach der Überschwemmung erreicht haben. Nicht mit Geld zu bemessen sei auch die Hilfe von Ehrenamtlichen, die beim Aufräumen und Reparieren mit anpackten. Im Zuge dessen wurde auch die Lichtkuppel im Katzenhaus erneuert – wie sich beim Dauerregen Ende Mai, Anfang Juni herausstellte, war sie undicht.

Gewerkelt wird im Tierheim aber immer noch. Das hat aber nichts mit dem Hochwasser zu tun, erklärt Hans Gleitsmann. Die vom Deutschen Tierschutzbund zertifizierte Einrichtung an der Sommeritzer Straße muss die Katzenquarantäne erneuern. Sie zieht in den Eingangsbereich des Tierheims um, ersetzt werden dabei die hölzernen Boxen durch solche aus Edelstahl. Das kostet rund 10″000 Euro, davon schießt der Tierschutzbund 4000 Euro zu. „Den Rest müssen wir über Spenden selbst hereinbekommen“, so Hans Gleitsmann.

Das Schmöllner Tierheim kann bis zu 20 Kleintiere und zehn Hunde aufnehmen und hat 50 Plätze für Katzen. Derzeit werden aber rund 70 Stubentiger betreut, weil vor allem junge Kätzchen in den vergangenen Wochen verstärkt abgegeben oder gefunden wurden.

Quelle: otz.de

 

 

Luxusgut Lebensmittel? Preise für Nahrung ziehen kräftig an

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Erst der kalte Winter, dann das Hochwasser, dazu schlechte Ernten in anderen Ländern: Das Wetter lässt die Preise für Nahrungsmittel klettern. Obst, Gemüse oder Fleisch kosten seit Monaten ständig mehr Geld.

So zahlt man für Obst und Gemüse, Fleisch, Milch oder Eier  5,7 Prozent mehr, berichtet das Statistische Bundesamt. So dramatisch hatten die Preise in diesem lebenswichtigen Bereich zuletzt im September 2008 zugelegt.

Keine Frage: Missernten, Naturkatastrophen und Schwankungen am Weltmarkt machen sich zunehmend auf den Preisschildern an den Regalen des Lebensmittelhandels bemerkbar. «Neben der Witterung in Deutschland dürften dafür auch schlechte Ernten in anderen Ländern verantwortlich sein», betont Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf.

Doch auch Produktinnovationen und verstärkte Kontrollen haben ihren Preis, wie Branchenbeobachter meinen. Verbraucherschützer raten daher zu einem noch genaueren und breiteren Preisvergleich.

Zwar bleibt die Inflation insgesamt im Rahmen. Und die hohe Beschäftigung sowie steigende Einkommen befeuern die Kauflust der Verbraucher. Doch hohe Preise für Brot, Paprika und Bier treffen Menschen umso härter, je weniger Geld sie zur Verfügung haben.

Bier verteuerte sich  binnen eines Monats um 5,2 Prozent.

Bei einzelnen Produkte wurden noch viel heftigere Ausschläge verzeichnet. So ist Paprika aktuell fast 45 Prozent teurer als vor einem Jahr. Bei Äpfeln kletterte die Preise um fast 32 Prozent.

Wenn die Lage angespannt bleibt, sind weitere Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen, wie etwa der Milchindustrie-Verband (MIV) am Dienstag (30. Juli) ankündigt: «Zunächst hatte der lange Winter die Milchproduktion eingeschränkt, der nasse Frühling verzögerte die erste Futterbergung und nun brennt die Sonne den Maisanbau weg.» Dabei sinke die Nachfrage bereits, und die Konsumenten nutzten ausgiebig Sonderangebote: «Der Verbraucher hält sich zurück und für ihn bleibt es bei „Geiz ist geil“.»

Laut der Konsumforscher GfK greifen die Verbraucher aber für wichtige Waren des täglichen Bedarfs auch tiefer in die Tasche. Demnach stiegen die Ausgaben der privaten Haushalte für Obst und Gemüse im ersten Halbjahr 2013 um 6,4 Prozent.

Wenn die Preise zu hoch sind, kaufen die Verbraucher im Schnitt etwas geringere Mengen ein – ohne aber dadurch den Anstieg ganz auszugleichen. Beispiel Kartoffeln: Dafür hätten Verbraucher etwa 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres bezahlen müssen. Die gekaufte Menge ging laut der Studie «nur» um fünf Prozent zurück – schließlich geht es um ein Grundnahrungsmittel.

Verbraucherschützer raten Konsumenten, sich beim Einkauf von Obst und Gemüse auch auf Wochenmärkten oder direkt bei Erzeugern umzuschauen. «Regional und saisonal kann man durchaus günstige Produkte einkaufen», sagt Lebensmittel-Experte Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Jetzt in der Erntesaison lohne es sich besonders, beispielsweise Beeren auf dem Markt einzukaufen. Auch Äpfel könnten bei Obsthändlern billiger sein als bei Handelsketten. (dpa)

Quelle: ksta.de

IHK: Firmen im Norden im verhaltenen Stimmungshoch

Veröffentlicht: Juli 31, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Die Unternehmen im Norden Sachsen-Anhalts verharren in einem verhaltenen Stimmungshoch. Es dominiere der Eindruck der Stagnation, wirtschaftlich positive Effekte durch das Juni-Hochwasser kämen erst noch, geht aus der am Mittwoch veröffentlichen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg für das zweite Quartal 2013 hervor.

Im Bau- und Verkehrsgewerbe und im Einzelhandel habe sich die Stimmung zwischen April und Juni aufgehellt, das Dienstleistungsgewerbe verliere an Fahrt, hieß es. Das Gastgewerbe befinde sich im typischen Saisonverlauf, die Industrie spüre kaum konjunkturelle Dynamik. Die Umsätze im Großhandel haben sich den Angaben zufolge auf einem niedrigen Niveau eingepegelt.

Branchenübergreifend seien die Geschäftserwartungen getrübt. Vor allem die Entwicklung im Energie- und Rohstoffbereich sei für 60 Prozent der Unternehmen ein Risiko. Auch die Binnennachfrage und die politischen Rahmenbedingungen würden kritisch betrachtet. Jedes dritte Unternehmen schätze den Engpass bei den Fachkräften als risikoreich ein, Finanzierungsfragen und das Auslandsgeschäft stellten dagegen keine Probleme dar.

Zum Kammerbezirk der IHK Magdeburg gehören gut 51 000 Betriebe. Befragt wurden 1000 Unternehmen aller Branchen. (dpa/sa)

Quelle: ksta.de

Fast 6000 Arbeitnehmer nach Flut in Kurzarbeit

Veröffentlicht: Juli 26, 2013 von fluthelfer in Halle, Hochwasserfolgen

Halle. Das Hochwasser in Sachsen-Anhalt hat viele Firmen hart getroffen. Knapp 600 Unternehmen mit zusammen 5750 Mitarbeitern hätten bislang hochwasserbedingte Kurzarbeit angemeldet, sagte der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, der Nachrichtenagentur dpa in Halle. «Wir gehen davon aus, dass die Zahlen in der nächsten und der übernächsten Woche noch weiter hoch gehen.» Nach Ansicht der Arbeitgeberseite verhindert die Kurzarbeit Entlassungen. «Das ist ein sehr gutes Instrument. Es hilft vor allem Firmen, die unter Liquiditätsdruck stehen», sagte der Sprecher der IHK Halle-Dessau, Stefan Möslein.

Unter den betroffenen Unternehmen sind laut Bundesagentur sowohl Firmen, die wegen der Flut nicht mehr produzieren können, als auch solche, die wegen des Hochwassers Absatzausfälle haben oder keine Vorprodukte mehr von Zulieferern erhalten. «Viele Firmen bekommen die Auswirkungen erst jetzt mit», sagte Senius.

Für das Hochwasser gibt es Sonderregelungen, die eine besonders unbürokratische Hilfe gewährleisten sollen. Der Bund übernimmt etwa die Kosten des Arbeitgebers für die Sozialversicherungsbeiträge. Die Firmen können zudem auch dann Kurzarbeit anmelden, wenn Mitarbeiter für Aufräumarbeiten nach der Flut eingesetzt werden. Die Dauer der Kurzarbeit kann bis zu drei Monate betragen. «Das Kurzarbeitergeld ist schon eine große Hilfe», sagte Senius. Die Arbeitnehmer erhalten das Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur. Es liegt zwischen 60 und 67 Prozent des Netto-Einkommens.

Im Vergleich zur Flut von 2002 seien deutlich mehr Firmen betroffen. Das gehe durch alle Branchen, sagte Senius. In Halle habe es bereits sehr früh viele Anrufe aus der Gastronomie gegeben. Arbeitgeber stünden ohne Kurzarbeiterregelung oftmals vor dem Problem, dass sie nicht nur mit hohen Sachschäden zurechtkommen, sondern auch den Lohn weiterhin bezahlen müssten.

Vor allem kleinere Firmen mit bis zu neun Beschäftigten hätten Kurzarbeit angemeldet. Rund 200 Anzeigen mit 2000 Beschäftigten kamen aus dem Raum Dessau-Roßlau-Wittenberg, rund 100 Anzeigen mit 1170 Beschäftigten aus Magdeburg und 108 Anzeigen mit 960 Arbeitnehmern aus dem Raum Stendal.

Senius rechnet damit, dass das Hochwasser zunächst vor allem für Handel, Gastgewerbe und Landwirtschaft negative Folgen hat. In der zweiten Jahreshälfte werde es aber durch den Wiederaufbau zusätzliche Arbeitskraftnachfrage geben. Das reiche vom privaten Konsum wie etwa dem Ersatz von zerstörten Waschmaschinen bis hin zu Investitionen am Bau. «Das wirkt wie ein Mini-Konjunkturprogramm», sagte Senius.

Bund und Länder hatten ein Hilfspaket über acht Milliarden Euro vereinbart. Die Jobcenter in den betroffenen Regionen bereiten sich laut Senius bereits auf eine stärkere Nachfrage vor. Vor allem im Bau und im Gartenbau würden mehr Helfer benötigt. Angesichts der zuletzt nur leichten Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt könne man diesen zusätzlichen Impuls auch gut gebrauchen.

Die IHK Dessau-Roßlau dämpfte aber zu hohe Erwartungen. Die zusätzliche Nachfrage sei eher wie ein saisonaler Schub, der sich nicht besonders auf den Arbeitsmarkt auswirken werde, sagte Sprecher Möslein. Von den Unternehmen habe er aber nur Lob für die Regelung zur Hochwasser-Kurzarbeit gehört. «Die Erfahrung ist, dass es ziemlich einfach und schnell vonstattenging.»

Quelle: ksta.de

Reporter aus Passau – Folgen des Hochwassers

Veröffentlicht: Juli 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Nicht nur die Bewohner der Krisengebiete kämpfen noch mit den Folgen der Flut, sondern auch die Wasserkraftwerke. Unsere Live-Reporterin meldet sich heute aus dem Kachlet. Dort hat das Hochwasser auch seine Spuren hinterlassen.

Reportage

Quelle: br.de

Forstschäden werden erfasst

Veröffentlicht: Juli 18, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

 

Die Forstbehörden schätzen den Hochwasserschaden in den Wäldern Sachsen-Anhalts auf bis zu 38 Millionen Euro. Das teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Durch den Rückgang des Wassers werde das eigentliche Ausmaß der Schäden an Forstkulturen, Zäunen, Wegen und Brücken erst nach und nach sichtbar.

Umweltminister Herman Onko Aeikens sagte, erkennbare Schäden im Privatwald müssten jetzt unverzüglich erfasst und angezeigt werden. Für einige Waldflächen bestehe sogar eine Anzeigepflicht des Waldbesitzers. Es gehe um solche Flächen, die mit einer forstlichen Förderung bezuschusst worden sind. Erst dann können mögliche Ansprüche auf Entschädigungszahlungen aus dem Aufbauhilfefonds oder Beihilfen zur Wiederbewaldung gesichert werden.

Schwierig gestaltet sich die Erfassung von Folgeschäden bei nicht geförderten Waldflächen und Wäldern mit älteren Bäumen. Es sei damit zu rechnen, dass Wälder, die jetzt noch grün sind, in einigen Monaten teilweise oder möglicherweise erst im kommenden Jahr absterben werden, sagte Aeikens. Die Ermittlung dieser Gebiete soll erst erfolgen, wenn Absterbeerscheinungen in den Wäldern sichtbar werden.

Hochwasserhilfen vom Bund kommen zu spät

Bei einem Hochwasser-Forum von MDR SACHSEN-ANHALT hatte Aeikens am Mittwoch angekündigt, dass die langersehnten Hilfszahlungen aus dem Acht-Milliarden-Euro-Fonds des Bundes ab August fließen sollen. Davon profitierten Privathaushalte, die Wirtschaft sowie die kommunale Infrastruktur vom Rathaus bis zum Sportplatz. Im Moment werde noch beraten, wie die Gelder aus dem Milliarden-Fonds auf die betroffenen Bundesländer verteilt werden sollen.

Im Elbe-Saale-Winkel wächst bereits der Frust über die schleppende Auszahlung der Bundeshilfen. Der Bürgermeister von Barby, Jens Strube, kritisierte beim Hochwasser-Forum, die Hilfszahlungen ab nächstem Monat kämen zu spät. Schon im September müssten zum Beispiel defekte Heizungsanlagen ersetzt sein. Das sei kaum zu schaffen.

 

Straße wird nach Unwetter gesperrt

Veröffentlicht: Juli 16, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Bis auf weiteres wird die Kreisstraße 39 zwischen Lohmar-Muchensiefen und Oberschönrath gesperrt. Grund sind die Folgen des heftigen Unwetters vom 20. Juni. Die Niederschläge haben am Straßendurchlass des Gammersbaches Schäden verursacht.

Wegen Hochwasserschäden wird die Kreisstraße 39, die die Lohmarer Ortsteile Muchensiefen und Oberschönrath verbindet, ab kommendem Freitag, 19. Juli, im Bereich des Gammersbachtales bis auf weiteres für den Straßenverkehr gesperrt.

Das hat die Kreisverwaltung entschieden. Grund sind die Folgen der heftigen Niederschläge vom 20. Juni, die in Lohmar und anderen Teilen des Rhein-Sieg-Kreises zu zahlreichen Überschwemmungen geführt hatten.

Nach Angaben des Kreisplanungsamtes hatten die heftigen Niederschläge am Straßendurchlass des Gammersbaches, ein Natursteingewölbe, durch das der Bach unter der Straße hindurch geführt wird, schwere Schäden verursacht. Der Kreis will den Durchlass deshalb neu bauen. Wie lange die Sperrung dauern wird, ist bislang nicht absehbar.

Anwohner des Ortsteils Oberschönrath und Gäste der Gammersbacher Mühle müssen deshalb vorerst den Weg über die Landstraße 84 (Scheiderhöhe) und im weiteren Verlauf die Kreisstraße 49 (Rösrather Straße) nutzen.

 

Katastrophale Folgeschäden – Sedimente nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juli 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Der Inn bei Neuhaus fließt ruhig dahin. Von den Hochwasserschäden ist kaum noch etwas zu erkennen, zumindest nicht für den Laien. Doch der Schein trügt: Denn die Maisfelder gleichen eher versandeten Mondlandschaften.

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unser-land/sedimente-nach-dem-hochwasser-102.html

Quelle: br.de

Schicksale, die an die Nieren gehen

Veröffentlicht: Juli 11, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

Die Flutkatastrophe ist aus den TV-Nachrichten verschwunden, aber die Not in den betroffenen Gebieten ist geblieben. Der Weilerswister Bernhard Mandt hat Schäden im Auftrag der Versicherungen vor Ort begutachtet.

Die Flutkatastrophe ist aus den TV-Nachrichten verschwunden, die allermeisten Helfer aus den neuen Bundesländern sitzen wieder daheim im Trockenen. Die Pegel der Elbe sind in Dresden, Pirna, Riesa und im Havelland gesunken.

Das Wasser ist zurückgegangen, die Ausmaße der Schäden sind erst jetzt richtig zu erkennen. Aber gewisse Stammtischparolen werden mit konstanter Hartnäckigkeit wiederholt: „Jetzt gehen schon wieder Milliarden in den Osten.“ Vollkommen zu Unrecht, versteht sich.

„Daraus spricht reine Unkenntnis“

Bernhard Mandt gehen derartige Sprüche auf die Nerven: „Daraus spricht reine Unkenntnis.“ Wenn sich die Leute selbst ein Bild von dem Leid und Elend der Flutopfer machen würden, kämen ihnen solche Sätze nicht über die Lippen. Mandt ist die Lage vor Ort bekannt. 40 Jahre lang war er Schadensregulierer in Diensten diverser Versicherungskonzerne.

Im Januar suchte der Weilerswister im zarten Alter von 63 eine neue berufliche Herausforderung und machte sich mit einem Büro für Schadenmanagement selbstständig.

Seither nimmt er Schäden für Versicherungsgesellschaften, aber auch im Auftrag der Leidtragenden unter die Lupe. Der Versicherungsbetriebswirt betreut in Sachsen rund 25 „Fälle“, hinter denen häufig menschliche Schicksale stehen, die Mandt selbst nach vier Jahrzehnten Berufspraxis noch an die Nieren gehen.

80 Prozent der Schäden abgedeckt

Bei der „Jahrhunderflut“ vor elf Jahren seien rund 80 Prozent der Schäden durch Versicherungen oder staatliche Leistungen abgedeckt worden. Mit einer ähnlichen Quote rechnet Mandt auch jetzt.

Aber die finanzielle Entschädigung für das mit viel Herzblut neu aufgebaute und eingerichtete Einfamilienheim, das nun zum zweiten Mal von den Fluten fortgerissen wurde, könne längst nicht über jedes Leid hinwegtrösten.

Erst vor wenigen Tagen ist Mandt von seiner dritten Reise in die Überschwemmungsgebiete an der Elbe zurückgekehrt. Besonderen Eindruck hinterließ bei ihm eine Frau, die vor den Trümmern ihrer Existenz stand und ihm weinend berichtete, dass ihrem Ehemann am nächsten Tag ein Bein amputiert werden müsse.

Mandt: „Sie ist jetzt mit ihren Kindern allein auf sich gestellt und weiß nicht, wie es weitergehen soll.“

„Wie bei jeder Katastrophe gibt es auch jetzt Profiteure“

Die Müllberge mit dem aussortierten zerstörten Mobiliar seien fast weggeräumt, jetzt sei „Kärchern“ das geflügelte Wort in den Überschwemmungsgebieten.

Wo man hinsehe, werde mit Hochdruckreinigern der Versuch unternommen, die Hauswände von den schmierigen Überresten der Plörre zu befreien.

Mauern würden aufgestemmt und mit Gebläsen so weit möglich getrocknet, um es nicht wieder wie vor elf Jahren zu Schimmelbildung kommen zu lassen. Während einige Helfer aus den neuen Bundesländern aus der Aktion ein „Happening“ gemacht und nur vor laufenden TV-Kameras Sandsäcke gefüllt hätten, sei die Solidarität unter den Betroffenen in Sachsen beeindruckend.

Man helfe sich gegenseitig mit allen zur Verfügung stehenden Kräften. Wenngleich es hier beklagenswerte Ausnahmen gebe: „Wie bei jeder Katastrophe gibt es auch jetzt Profiteure.“

Geräte teuer vermietet

Für ein Leih-Gebläse, das normalerweise 60 Euro pro Woche koste, würden nun astronomische 400 Euro verlangt. Auch einige Handwerker, deren Auftragsbücher aus allen Nähten platzten, hätten die Gunst der Stunde erkannt.

Wer nicht bereit sei, Wahnsinnspreise zu bezahlen, sitze womöglich noch einige Wochen mit Kind und Kegel in einem engen Hotelzimmer oder sei notdürftig bei Bekannten untergebracht. Ganz zu schweigen von Industriebetrieben, denen der komplette Maschinenpark abgesoffen sei. Bestenfalls könnten sie ihre Aufträge nicht rechtzeitig erledigen und kämen mit Konventionalstrafen davon, schlimmstenfalls müssten sie ihre Unternehmen schließen.

Mandt: „Wer einmal als Lieferant ausgefallen ist, hat es schwer, wieder mit den Kunden ins Geschäft zu kommen.“ Handwerker und Einzelhändler, deren Geschäftsräume geflutet worden seien, würden sich jetzt notgedrungen als fliegende Händler auf Marktplätzen mehr schlecht als recht durchschlagen, um dem ansonsten sicheren Konkurs zu entgehen. Versicherungsschutz gegen Firmenpleiten gebe es nämlich nicht.

Nur selten versichert

Aber es seien auch nur 15 bis 25 Prozent aller Privathäuser gegen naturbedingte Elementarschäden etwa durch Hochwasser versichert. Einigen sei die Versicherung nach der Flut im Jahr 2002 gekündigt worden, und fänden keinen neuen Versicherungskonzern.

Andere hätten freiwillig auf einen Versicherungsschutz verzichtet.

Dabei koste die Versicherung eines Hauses mit einem Wert von 230 000 Euro nur etwa 400 Euro pro Jahr, der Anteil, der auf Elementarschäden entfalle, liege bei 70 Euro – bei einer Selbstbeteiligung im Schadensfall von allenfalls 2500 Euro.

Mandt: „Dafür kriegt man kaum eine vernünftige private Haftpflichtversicheruing.“

Aber da die Katastrophe vor elf Jahren als „Jahrhundertflut“ bezeichnet worden sei, hätten die Menschen nicht damit gerechnet, so schnell erneut heimgesucht zu werden.

Eine Risikobewertung, die Mandt aufgrund seiner Berufserfahrung als durchaus üblich und völlig normal einschätzt.

Quelle: ksta.de

 

Frankenforstbach wieder sauber

Veröffentlicht: Juli 10, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Nach dem Unwetter am 20. Juni stank es am Frankenforstbach bestialisch: Fäkalien und Toilettenpapier gelangten ebenso in das Gewässer. Nun wurden Böschung und Grund des Bachs von den übelriechenden Überbleibseln gereinigt.

Bergisch Gladbach. Die Ursache dafür, dass es am Frankenforstbach stinkt, ist geklärt. Das Regenüberlaufbecken an der Taubenstraße sei bei dem Unwetter am 20. Juni angesichts der enormen Regenwassermengen überlastet gewesen, erklärt Martin Wagner, Leiter des Abwasserbetriebs. Dadurch sei ein Teil des Inhalts über einen Kanal in den Frankenforstbach gelangt. Da in Refrath Abwasser und Regenwasser über ein Mischwassersystem entsorgt werden, konnten so auch Fäkalien und andere Stoffe wie Toilettenpapier in das Gewässer gelangen – und anschließend in Häuser von Refrather Bürgern, wie diese beklagen.

Wagner betont, dazu könne es „nur bei extremen Regengüssen“ kommen. Die ausgetretene Flüssigkeit bestehe zum überwiegenden Teil aus Regenwasser, nur zu einem kleinen Prozent aus Abwasser. Böschungen und Grund des Bachs seien am Dienstag von den übelriechenden Überbleibseln gereinigt worden.

Auf den Missstand hatten einige Refrather Hochwasser-Geschädigte aufmerksam gemacht. Andreas Kiel kritisiert, dass der Abwasserbetrieb erst drei Wochen nach dem Starkregen die stinkenden Überreste beseitigt habe. Außerdem hätten alle vom Hochwasser betroffenen Anwohner längst von der Stadt auf die gesundheitlichen Gefahren durch Keime aufmerksam gemacht werden müssen. Jetzt hätten viele die Sorge, sich infiziert zu haben. Außerdem bemängelt Kiel, dass die Ufer des Bachs schlecht gepflegt seien: „Unkraut und weggespülte Erde haben den Abfluss des Wassers behindert.“

Quelle: ksta.de

Jena. Gut fünf Wochen nach der Flutkatastrophe wird das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena wegen Statikproblemen der Flutlichtanlage bis auf weiteres gesperrt. Bei einer turnusmäßigen Kontrolle seien am Mittwoch Probleme an den vier 1974 erbauten und 74 hohen Stahlhohlmasten entdeckt worden. «Die Berechnungen des Statikers können keine Sicherheit mehr gewährleisten. Wir müssen die Flutlichtmasten jetzt so schnell wie möglich zurückbauen. Für den Zeitraum, bis das passiert ist, müssen wir das Gelände sperren», sagte Gunnar Poschmann, Pressesprecher der Kommunalen Immobilien Jena (KIJ).

Das an der Saale gelegene Ernst-Abbe-Sportfeld und die angrenzenden Sportanlagen waren während der Hochwasser-Katastrophe Anfang Juni komplett überflutet worden. Das könnte die Probleme an der alten Flutlichtanlage verschärft haben.

Die Spielstätte des Fußball-Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena bleibt nun so lange für alle Sportarten gesperrt, bis die Masten abgebaut sind. «Das ist für alle Beteiligten nicht schön, aber Sicherheit geht vor. Das Abbauen geht relativ schnell, wir müssen jetzt nur eine Firma finden, die die Ressourcen dafür hat. Wir hoffen, dass das nicht länger als zwei Wochen dauert», sagte Poschmann.

Das für Samstag geplante Freundschaftsspiel zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem walisischen AFC Newport County kann deshalb im Ernst-Abbe-Sportfeld nicht ausgetragen werden. «Das wird so nicht stattfinden können in dem Stadion», sagte Poschmann. Beim FC Carl Zeiss Jena reagierte man zurückhaltend. «Ohne Detailkenntnisse wollen wir noch keinen Kommentar abgeben», sagte Pressesprecher Andreas Trautmann. Das erste Heimspiel in der Regionalliga ist am 11. August gegen den VFC Plauen angesetzt.

Auch das für den 4. August terminierte DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Schott Jena und dem Hamburger SV ist in Gefahr. «Ich bin vom Deutschen Fußball-Bund angehalten worden, dass wir uns vorsichtig mit einem Plan B beschäftigen», sagte Jörg Triller, Fußball-Abteilungsleiter von Schott Jena. Man habe bereits mit RB Leipzig telefoniert, «die wollen das Anliegen bis Freitag prüfen. Das wäre noch das Einfachste. Sie spielen zwei Tage vorher, dann sind Banden und Kameras zumindest schon installiert», erklärte Triller. Ein Spiel in Erfurt wäre organisatorisch nicht zu stemmen, weil alles neu gemacht werden müsste. Laut Triller habe KIJ zugesichert, bis diesen Freitag eine Entscheidung mitzuteilen.

KIJ hofft, dass das Pokalspiel steigen kann. «Wir hoffen nicht, dass das Pokalspiel gefährdet ist. Wenn alles gut läuft, haben wir das bis dahin im Griff», erklärte Poschmann. (dpa

Quelle: ksta.de

Defekt wohl Ursache für Überflutung

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

40 Keller und Garagen waren in Hennef-Stoßdorf beim Unwetter am 20. Juni überflutet werden. Der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue war wohl eine der Ursachen, zusätzlich zu den Regenmassen.

 

Land unter hieß es am 20. Juni am Königsberger Weg und an der Ringstraße in Stoßdorf. Nach dem extremen Starkregen waren etwa 40 Keller und Garagen überflutet worden. Tatsächlich war wohl der Ausfall eines Hochwasserpumpwerks in der Siegaue eine der Ursachen, zusätzlich zu den enormen Regenmassen, die innerhalb einer knappen Stunde fielen.

Normalerweise fließt der Regen über ein leichtes Gefälle zur Sieg hin ab. Hat die Sieg Hochwasser, würden sich diese Mengen aber stauen. Ein Schieber schließt sich dann in diesem Pumpwerk, das auflaufende Wasser wird höher gepumpt und abgelassen. Ein Sensor entscheidet darüber, wann das Signal für diesen Modus gegeben wird. Der hat am 20. Juni fälschlicherweise Hochwasser signalisiert, der Schieber ging zu.

Rückstau in den Straßen

Parallel dazu schossen die Regenmassen so schnell ein, dass vermutlich innerhalb weniger Sekunden die Elektronik ausfiel und die Pumpe nicht anspringen konnte.

Die Folge war ein Rückstau nach kürzester Zeit in den Straßen, weitere Niederschläge sorgten für Nachschub. Das sind die Ergebnisse der ersten Untersuchungen, weitere stehen aus. Auch denkbar ist aber, dass das Pumpwerk angesichts der Mengen in jedem Fall überfordert gewesen wäre.

Die Unabhängigen im Stadtrat haben jetzt eine Kommission gegen Hochwasserschutz und Überflutungen gefordert. Sie glauben, dass schon im Vorfeld vieles dazu beigetragen werden könnte, Schäden zu minimieren. Bürger vor Ort sollten beteiligt werden.

Die Betroffenen haben, anders als offensichtlich in Lohmar, das Angebot des Bürgertelefons reichlich genutzt und ihre Schäden gemeldet. Ab sofort können weitere Fragen unter ? 02242/88 82 14 geklärt werden. Die Stadt bittet Geschädigte weiterhin, ihre Ansprüche bei der eigenen Versicherung geltend zu machen, sie aber auch bei der Verwaltung zu melden. Die wird sie an ihre Versicherung weiterreichen.

Quelle: ksta.de

Mückenplage Nach dem Hochwasser kommen die Mücken

Veröffentlicht: Juni 28, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Nach dem Hochwasser haben Mücken den Auwald bei Plattling erobert. Hier geht niemand freiwillig rein, es sei denn, er hat ein professionelles Interesse – zum Beispiel der Landschafts-Ökologe Hans Schmidt, der solche Plagen verhindern will.

Überschwemmungsmücken werden zur Plage

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Im Auwald von Plattling: Mückenschwärme ohne Ende. Aber das sind keine normalen Mücken, es sind Überschwemmungsmücken. Ihre Eier können bis zu 10 Jahre im Boden überdauern und dann entwickeln sich bei Hochwasser innerhalb kürzester Zeit Millionen Mücken. Wie kann man solche Massen schnell und wirkungsvoll bekämpfen?

Plattling war eine der ersten Kommunen, die nach der Flut reagierten: Bürgermeister Erich Schmid hatte bereits vor zwei Jahren eine Bestandsaufnahme der Mückengebiete durch die Wissenschaftler Martin Geier und Hans Schmidt machen lassen. Sie ist die Grundlage,  um die Mücken überhaupt bekämpfen zu können.

„Sie können bei uns, wenn in einem Mückenjahr sehr, sehr viele Mücken geschlüpft sind, sich abends fast nicht mehr ins Freie begeben. Das ist natürlich auch ein wirtschaftlicher Schaden für unsere Gastronomie. Und zum dritten haben wir in diesem Jahr auch noch zusätzlich die Gefahr, dass die Mücken Krankheiten übertragen könnten, aufgrund der vielen toten Tiere, die in den Auwäldern, in den Wiesen liegen, wollen wir den Bestand so gering wie möglich halten.“

Erich Schmid, Bürgermeister der Stadt Plattling, Lkr. Deggendorf

Umsichtige Planung in Plattling

Den Antrag für eine Bekämpfung hatte Erich Schmid lange vor der Flut gestellt. Ein Jahr lag er bei der Regierung von Niederbayern, vor drei Wochen kam endlich die Zusage. Anschließend musste alles sehr schnell gehen: Binnen weniger Tage war der Wirkstoff aus dem Bacillus thuringiensis israelensis, kurz Bti, vor Ort. Der Bauhof Plattling nutzt zwei Formen des Präparats: Spritzmittel und Granulat. Das Granulat hat den Vorteil, dass es auch durch Blätter und Äste hindurch fällt, direkt auf die Wasseroberfläche.

Ein selektiver Wirkstoff

Der Wirkstoff zerstört den Darm der Mückenlarven und wirkt selektiv, andere Lebewesen sind nicht betroffen. Aber das Mittel schlägt nur in einem kurzen Entwicklungsstadium an. Sobald sich die Larven verpuppen, nehmen sie keine Nahrung mehr auf, und dann ist auch der Wirkstoff machtlos. Zur Bekämpfung bleibt unterm Strich nur ein Zeitfenster von vier bis fünf Tagen.

Verbreitung in Windeseile

Im Auwald ist es dieses Jahr für Hilfsmaßnahmen zu spät: Die Mücken sind bereits geschlüpft und haben nun eine Flugreichweite von 10 bis 15 Kilometern, genug, um benachbarte Städte und Dörfer zu erreichen.

Überschwemmungsmücken sind auch am Tag aktiv. Ihre Eier können bis zu zehn Jahre im Boden überdauern, brauchen aber nur anderthalb Wochen, um sich nach einer Überschwemmung zu entwickeln. Dr. Martin Geier, Biologe: „Dann sind alle auf einen Schlag in der Luft. Diese Überschwemmungsmücken kommen total schnell in extrem großen Massen.“

„Wir sind völlig überrascht worden von diesem Hochwasser. Wir haben riesige Flächen, die zu bekämpfen wären, das werden wir nicht schaffen.“

Erich Schmid

Erfolge am Oberrhein

Woanders ist man bereits weiter: Am Oberrhein wird das Bti-Präparat seit über 30 Jahren zur Mückenbekämpfung eingesetzt, flächendeckend, aus der Luft. Eine kommunale Aktionsgemeinschaft aus 100 Städten und Gemeinden koordiniert den Einsatz, systematisch und effektiv. Genau das fordert Biologe Martin Geier auch für Bayern. Denn hierzulande fehlt bislang ein professionelles Mückenmanagement in einer solchen Größenordnung.

„Hier müssen Konzepte langfristig erarbeitet werden und man braucht für solche großräumigen Bekämpfungskonzepte sehr viel Zeit zum Lernen, man braucht Organisationsstruktur, einen Verein, der sich gründet. Das geschieht nicht von heute auf morgen und in fünf Tagen. Sie müssen die Flächen kartieren – ansonsten wird man immer wieder überrascht von dem Hochwasser.“

Martin Geier

Zwischen Bangen und Hoffen

In den nächsten Tagen werden die Wissenschaftler noch einmal herkommen – um zu schauen, ob hier, in den Isarauen bei Plattling, derzeit eine zweite Mückengeneration heranwächst. Vielleicht haben sie ja Glück im Unglück, die Menschen an Donau und Isar – und ein Sommer mit mehreren Mückenwellen bleibt ihnen erspart.

Unwetter in Lohmar – Unwetteropfer haben viele Fragen

Veröffentlicht: Juni 26, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, NRW

Mit einem Spendenkonto will die Stadt Lohmar die Betroffenen des Unwetters unterstützen und leistet eine Anschubfinanzierung von 5000 Euro. Mehr als 200 Anwohner hatten sich in der Ratssitzung eingefunden und stellten zahlreiche Fragen.

Lohmar.  Die Stadt will nach dem schweren Unwetter in der vergangenen Woche ein Spendenkonto für Betroffene einrichten. Die Anschubfinanzierung der Stadt beträgt 5000 Euro. Dies gab Bürgermeister Wolfgang Röger im Stadtrat bekannt. Mehr als 200 Anwohner hatten sich dort zur Einwohnerfragestunde eingefunden. Sie wollten wissen, wie die Stadt ihren Bürgern hilft und wie sie sich künftig zu schützen gedenkt. Tiefbauamtsleiter Dietmar Schlösser erläuterte die Hochwasserschutzmaßnahmen und legte Ursachen und Zusammenhänge der Überflutungen dar.

Danach wurden Fragen der Bürger zugelassen. Die gab es zu Dutzenden: Ein Anwohner vom Hollenberg etwa monierte, das Regenrückhaltebecken in Weegen sei im Vortrag nicht erwähnt worden – es sei für derartige Wassermassen schlicht zu klein sei. Die Stadt räumte Nachbesserungsbedarf ein. „Wie soll man sich gegen Hochwasser schützen, wenn Bauvorschriften Maßnahmen verhindern?“ wollte ein anderer wissen. Bürgermeister Wolfgang Röger sagte zu, dass bei hochwassergefährdeten Haushalten Schutzvorrichtungen großzügiger genehmigt werden sollen.

Bürger sollen Schäden melden

Röger signalisierte Verhandlungsbereitschaft auf die Frage von Anwohnern, ob sie mit Erleichterungen bei den hohen Strom- und Wasserrechnungen durch Pumpen und Reinigungsarbeiten rechnen dürften: „Wenn Sie Kunde der Stadtwerke sind, können wir gerne darüber diskutieren.“ Zudem wurden die Betroffenen aufgefordert, Schäden bei der Stadt zu melden.

Das hatten bis dato nur zwölf Haushalte getan. Offenbar hatten die meisten von der Möglichkeit, Schäden anzuzeigen, noch gar nichts mitbekommen, ebenso wenig wie von der „Hotline“ des Ordnungsamtes und von den zusätzlichen Abfuhrterminen der Müllentsorger. Sämtliche Informationen finden Betroffene nun im Internet. Auskünfte erteilt das Ordnungsamt unter ☎ 02246/15-214 und -219.

Quelle: ksta.de

Caaschwitz: Kindergärten helfen sich untereinander

Veröffentlicht: Juni 20, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Awo-Kitas aus Paitzdorf und Rückersdorf spenden fast 900 Euro für die vom Hochwasser schwer beschädigte Caaschwitzer Kindertagesstätte „Märchenbuche“. Dort organisiert die Chefin inzwischen auch Hilfe für andere.

Caaschwitz. Die Kindergärten der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis helfen sich gegenseitig. Gestern übergaben Helga Bräunlich von den „Paitzdorfer Strolchen“ 460 Euro und Silvia Weber vom „Löwenzahn“ in Rückersdorf 324,55 Euro und einen Umschlag einer Familie an Gabriele Zepnik, die Leiterin der so schwer getroffenen „Märchenbuche“ in Caaschwitz.

Am 3. Juni hatte es den Kleinkindbereich und den Spielgarten geflutet. Seit voriger Woche werden die zwölf Kleinkinder zwischen zehn Monaten und zweieinhalb Jahren wieder im Kindergarten betreut. Dafür mussten die Großen ins Gemeindeamt ausziehen. Im vor drei Jahren angebauten Raum für die Kleinsten laufen noch immer die Trockengeräte und fressen Strom für 250 Euro pro Woche. Der Spielgarten ist wider Erwarten schnell aufgeräumt gewesen und sauber. Nun fehlt noch neuer Kies. „Viele Eltern und auch Fremde haben mitgeholfen“, sagt Frau Zepnik.

Sie erlebt eine große Spendenbereitschaft, von der auch Enrico Heinke, Vorstandsvorsitzender des Arbeiterwohlfahrt Kreisverbandes Greiz überwältigt war. „Schon am zweiten Tag nach der Flut fragten die Kindergärten bei mir an, wie sie helfen könne, da hatte ich noch gar nicht realisiert, was zuerst zu tun ist“. Er zog gestern den Hut vor Gabriele Zepnik und ihrem Team und auch vor Bürgermeister Dieter Dröse. „Es ist beeindruckend, wie auch die Leute im Ort geholfen haben, da bekomme ich jetzt noch richtig Gänsehaut“, beschrieb Heinke.

Auf bis zu 60 000 Euro beläuft sich der Schaden in dem Haus für insgesamt 45 Kinder. So schnell wird er nicht behoben sein. Neue Möbel sind bestellt, doch Lieferzeiten liegen bei sechs bis acht Wochen.

Die Mädchen und Jungen staunten gestern über die Geschenke. Aus Rückersdorf hatte Nico ein großes Bild mitgebracht. Darauf stand, dass die Kinder für ihren Kuchenbasar allein 80 Minikuchen gebacken hatten. Helga Bräunlich aus Paitzdorf hatte ein Buch im Gepäck: „Der kleine Maulwurf hilft der Maus“ heißt es und handelt vom Hochwasser. Der dreijährige Silas drückte das Paitzdorfer Bild an sich, auf das Jonathan noch zwei Euro geklebt hatte. So sieht Freude aus. Weil die Hilfe so groß ist, vermittelt Gabriele Zepnik Sachspenden inzwischen auch an betroffene Kindergärten in Zeitz und an den überfluteten in Gößnitz.

Die Caaschwitzer erleben großes Glück. Im Aquarium in der Garderobe schwimmen jetzt der Glücksfisch und zwei andere.

Quelle: otz.de

Erste Veranstaltung am 13. Juli auf Veolia-Bühne. Ein Spendenkonto für die Wiederherstellung des Hofwiesen-Parkes ist eingerichtet.

Gera. Der Hofwiesenpark soll von der nächsten Woche an schrittweise wiedereröffnet werden. Darüber haben sich die Gera Kultur GmbH als Parkbetreiber und der Integrationsbetrieb der Lebenshilfe e.V. mit Mietern, Unternehmen, Vereinen und weiteren Unterstützern verständigt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Dank des Engagements der WBG „Aufbau“ Gera eG könne bereits in dieser Woche begonnen werden, die vom Hochwasser zerstörten Wege zu erneuern. „Damit werde eine große Gefahrenquelle beseitigt“, informierte der Geschäftsführer der Gera Kultur GmbH Frank Rühling.

In der kommenden Woche solle ein Teil des Parks wieder zugänglich gemacht werden. Dazu würden Bereiche, die noch nicht betreten werden können, abgesperrt. Allerdings müssten die Besucher mit Einschränkungen, wie verschlossenen Toiletten, rechnen. Auch das Spieloval bleibe weiter geschlossen, da der kontaminierte Sand komplett entsorgt und erneuert werden müsse. Der Garten der Villa Jahr könne wegen der hohen Schäden in absehbarer Zeit nicht wieder geöffnet werden.

Die Veolia-Bühne kann nach Auskunft des Geschäftsführers eingeschränkt genutzt werden, nachdem die Standfestigkeit der Überdachung in der vergangenen Woche überprüft und bestätigt wurde. Dazu sei die Gera Kultur GmbH mit den Veranstaltern in Kontakt, heißt es weiter in der Mitteilung. Als erste Veranstaltung nach dem Hochwasser werde am 13. Juli das Festival „360 Grad Heimat“ auf der Veolia-Bühne stattfinden. Die Mieter und Veranstalter im Hofwiesenpark hätten auf die durch das Hochwasser entstandene Situation sehr verständnisvoll und flexibel reagiert. Die Unterstützung von Vereinen und Unternehmen sei sehr ermutigend, erklärte Rühling.

Spenden zur Wiederherstellung der beliebten Parkanlage können auf folgendes Konto überwiesen werden: Kontoinhaber: Gera Kultur GmbH, Kontonummer: 302007, BLZ 83050000 bei der Sparkasse Gera-Greiz, Kennwort: „Hochwasser Hofwiesenpark“. Spendenbescheinigungen sind über Sandra Neuber, Tel. 0365/619234 oder info@gerakultur.de erhältlich.

Quelle: tlz.de

Mehrere Unternehmer unterstützten die arg gebeutelten Gaststätten Tivoli und PM Lounge in der Brückenstraße.

Greiz. Sichtlich niedergeschlagen sind Jacqueline Heilsberg und Beate Degelmann vom Restaurant Tivoli in der Greizer Brückenstraße nach dem verheerenden Hochwasser. 80 Zentimeter hoch habe das Elsterwasser im Gastraum gestanden. All das, was sich die Frauen seit März 2010 aufgebaut haben, wurde buchstäblich weggespült. Kaum besser ist es Manja Weiß, die seit fünfeinhalb Jahren die PM Lounge betreibt, ergangen. Hier stand das Wasser kniehoch. Eine Versicherung haben die Gastronomen nicht.

Nun steht das Park- und Schlossfest vor der Tür, normalerweise eine Gelegenheit für die Gastronomie, sich gut zu präsentieren und Umsatz zu machen. Die arg gebeutelten Restaurantbesitzer in der Brückenstraße können jedoch keine Gäste empfangen. Zumindest nicht in den Häusern. Denn dank der Hilfe von mehreren Unternehmen werden PM Lounge und Tivoli beim Stadtfest mit von der Partie sein.

Zunächst einmal stellt die Vereinsbrauerei zehn Tischgarnituren und die Schankanlage, damit das Bier fließen kann. „Ein gewisses Kontingent an Freibier gibt es für sie zudem von uns“, verrät Brauereichef Thomas Schäfer. Andreas Malz von der gleichnamigen Fleischerei spendiert den Damen 100 Roster, die sie verkaufen können. Denn die Unternehmerinnen haben sich dazu entschlossen, sich zum Stadtfest zusammen zu tun. So wird vor dem Tivoli der Grill stehen, während die PM Lounge mit Kaffee sowie Kuchen aufwartet. Und mit Torten. Weitere Unterstützung für die Frauen gibt es nämlich von Immobilienmakler Jan Popp. Der hat einen Aufruf gestartet, gesucht werden die drei schönsten Hochwassertorten. Das soll nicht heißen, dass die Torten nun in Gummistiefelform daher kommen müssen, sondern „sie sollen einfach schön aussehen“, so Popp. Bis 13.30″Uhr müssen die Torten am Sonnabend in der PM Lounge abgegeben werden, dann entscheidet eine Jury, welches die drei ansprechendsten Exemplare sind. Welche Torte am besten schmeckt, können die Besucher entscheiden, der Verkaufserlös soll für die Sanierung der Gaststätten verwendet werden.

Für die erfolgreichen Tortenproduzenten gibt es Gutscheine, vom Fotoatelier Fetzer in Mylau, von der Greizer Friseurmeisterin Kristin Haupt sowie von der Greizer „SchnittBlume“. Auch für Unterhaltung ist gesorgt. Ohne Gage wollen mehrere Unterhalter auftreten, so „Chris Feuerdrache“, der eine heiße Show liefern will. Diskomusik gibt es von N-Projekt aus Greiz und Jana Schinnerling hat sich fürs Kinderschminken bereit erklärt.

Auch Jana Haucke von Express-Design unterstützt die Hochwasser geschädigten Gaststätten. Für die PM Lounge hatte sie 150 Euro dabei. Für das Tivoli will Haucke im Internet bei Facebook eine Fan-Seite einrichten. „Da könnt ihr dann den Leuten auch immer mitteilen, wie es mit den Bauarbeiten voran geht“, so Jana Haucke.

Gerührt waren Beate Degelmann, Jacqueline Heilsberg und Manja Weiß bei so viel Hilfe. Und dankbar, auch darüber, dass zahlreiche Freiwillige in den letzten Tagen beim Saubermachen und Räumen spontan mit angepackt haben. Auch wenn sie noch nicht genau wissen, wie es nun weitergeht, huschte trotz aller Sorgen doch ein kleines Lächeln über die Gesicher der Unternehmerinnen.

Quelle: thueringer-allgemeine.de

Hochwasser-Schadensbilanz

Veröffentlicht: Juni 13, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Das Schadenspotential nach dem Hochwasser in der Stadt Rosenheim liegt bei rund 150 Millionen Euro. Diese Summe meldete die Stadtverwaltung der Regierung von Oberbayern.

Diese Zahl nannte ein Vertreter der Stadt bei einer Versammlung für Hochwassergeschädigte im Raum Rosenheim. Dabei äusserten die Betroffenen viele, zum Teil wütende Fragen an die Stadt Rosenheim: „woher kam das Wasser in Oberwöhr, warum wurden wir so spät oder gar nicht gewarnt, warum ist der Hochwasserschutz in Kolbermoor noch nicht fertig?“ Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabi Bauer bemühte sich, das Gerücht aus der Welt zu schaffen, der Stadtteil Oberwöhr sei bewusst geflutet worden, um Schaden von der Innenstadt abzuwenden.

Dämme in Kolbermoor bald saniert

Die vielleicht wichtigste Nachricht kam vom Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Paul Geisenhofer: die maroden Dämme in Kolbermoor Richtung Rosenheim sollen bis Ende des Jahres fertig saniert sein und zwar beidseitig. Dann werden die Dämme einem vergleichbaren Hochwasser standhalten, so Geisenhofer, der inständig hofft, dass nicht schon im Sommer das nächste Hochwasser kommt.

Quelle: BR/Korrespondentenbüro Rosenheim

Kunstschätze in Gera von Hochwasser verschont. Doch die Schäden an den Kultureinrichtungen sind enorm, wie in der Orangerie oder im Theater.

Gera. Die Schätze der Kunstsammlung Gera sind vom Hochwasser der Weißen Elster verschont geblieben, teilte die Stadt mit. Sowohl im Otto-Dix-Haus, dem Geburtshaus des Malers, als auch in der Orangerie konnten Schäden dank des Einsatzes der Mitarbeiter und vieler Helfer vermieden werden. Sie brachten die Exponate bei Ankündigung des Hochwassers in der oberen Etage in Sicherheit und schützten Ausstellungsbereiche und Gebäude durch einen Wall von Sandsäcken.

Mit sinkendem Pegel werden allerdings mehr und mehr Schäden an den Gebäuden sichtbar. Sie werden schrittweise erfasst, so dass konkrete Zahlen derzeit noch nicht genannt werden können. Das historische Gebäude des Otto-Dix-Hauses wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch Wasser, Feuchtigkeit und Stromausfall entstanden Schäden an haustechnischen Anlagen, Türen, Schließ- und Sicherheitsanlagen, Verwerfungen im Fußboden, Schäden an Einrichtungsgegenständen, die umfassender Reparaturen bedürfen. Deshalb ist das Museum bis auf Weiteres geschlossen. In der barocken Orangerie standen und stehen durch die Erhöhung des Grundwasserspiegels die Keller unter Wasser. Dadurch wurden die Heizungs- und die Notstromanlage sowie technische Anlagen des erst 2007 sanierten Hauses zerstört.

Auch das erst 2007 nach grundlegender Sanierung, Modernisierung und Umbau wiedereröffnete Jugendstil-Theater Gera ist betroffen. Durch den infolge des Hochwassers erhöhten Grundwasserspiegel kam es zu enormen Wasserständen in den Kelleretagen und dadurch zu Schäden an Haus- und Bühnentechnik von insgesamt rund 400.000 Euro.

Fast gänzlich zerstört wurde der zur Bundesgartenschau 2007 neu entstandene, direkt an der Weißen Elster liegende Hofwiesenpark. Die Schäden dort sind enorm hoch. Noch läuft die Schadensbilanz und Aufnahme der Einzelschäden. Der Park muss bis auf Weiteres geschlossen bleiben.

Auch die Musikschule hatte mit hohen Wasserständen in den Kelleretagen zu kämpfen. Die dort gelegenen Unterrichtsräume der Musikalischen Frühförderung sowie der gesamte Technikbereich der Einrichtung wurden geflutet. Instrumente und Einrichtungsgegenstände fielen zum Opfer. Die Schule muss bis auf weiteres geschlossen bleiben.

Quelle: tlz.de

Die bayerischen Landwirte sind sehr von den Hochwasser-Schäden betroffen, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes im radioWelt-Interview.

Quelle: br.de

Oberfranken – Aufräumen nach dem Hochwasser

Veröffentlicht: Juni 4, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserfolgen

Abrutschende Hänge, vollgelaufene Keller und evakuierte Häuser: Vor allem in Oberfranken hat das Hochwasser schwer gewütet. Nun weichen die Wassermassen vielerorts wieder zurück und die Aufräumarbeiten können beginnen.

http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/mittags-in-franken/nach-dem-hochwasser-oberfranken-100.html

Quelle: br.de

Wie sind Sie vom Hochwasser betroffen?

Veröffentlicht: Juni 3, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen

 

Die Flusspegel erreichen Höchststände. Viele Gemeinden in Bayern leiden unter dem Hochwasser. Und das Tagesgespräch hat gefragt: Wie ist die Lage bei Ihnen vor der Haustür?

Das Wasser steigt und steigt – in vielen Orten an bayerischen Flüssen herrscht der Ausnahmezustand. Wie ist die Situation bei Ihnen in der Gemeinde – zum Beispiel in Passau, in Deggendorf oder Rosenheim? Das wollte das Tagesgespräch am Montag nach dem Hochwasser-Wochenende wissen.

Die Anruferinnen und Anrufer erzählten in der Sendung auf Bayern 2 und in BR-alpha, wie Sie vom Hochwasser betroffen sind.

Die zentralen Fragen: Haben sich die Behörden bisher ausreichend um den Hochwasserschutz gekümmert? Oder gab es Versäumnisse? Mussten Sie schon in der Vergangenheit häufig mit vollgelaufenen Kellern oder gar Wohnzimmern leben? Konnten Sie ohne Probleme alle Schäden beseitigen – oder gab es Ärger mit der Versicherung?

Die Moderatorin der Sendung war Stephanie Heinzeller. In einer Zuschaltung meldete sich Claus Kumutat zu Wort, der Leiter des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Seine Behörde veröffentlicht hier im Internet die aktuellen Hochwasserwarnungen.

„Die Menschen müssen 48 bis 72 Stunden damit rechnen, dass sie noch nicht in den Innenstadt-Bereich reinkönnen.“

Claus Kumutat über die Lage in Passau

Außerdem hat das Tagesgespräch zwei weitere Behördenvertreter ans Telefon geholt. Josef Neiderhell ist Landrat im Landkreis Rosenheim, wo man unter anderem mit dem Hochwasser der Mangfall zu kämpfen hat. Die Lage dort hat sich etwas entspannt, am Dienstag soll beispielsweise an den Schulen wieder der Alltag beginnen, erzählte Landrat Neiderhell im Tagesgespräch.

Josef Feuchtgruber ist der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Deggendorf, das für mehrere Landkreise an der Donau zuständig ist. Das Hochwasser dort ist laut seinen Schilderungen deutlich höher als 2002 oder 1954, den Jahren mit den höchsten bisherigen Pegelständen.

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Quelle: br.de