Archiv für Januar 15, 2014

Mehr als ein halbes Jahr nach der Flut hat die Sanierung der Clodramühle immer noch nicht begonnen. Wirt Silvio Müller zieht angesichts der ungewissen Zukunft die Konsequenz und steigt aus

Clodra. Silvio Müller gibt auf. Der Pächter der Gaststätte Clodramühle kann nicht mehr, teilte er der OTZ mit. Ob es eine Zukunft für das gerade bei Wan­derern beliebte Lokal gibt, ist offen. Müller zieht, wie er sagte, die Konsequenz aus einem halben Jahr, in dem vor Ort kaum etwas passierte.

Der Zustand der Clodra­mühlen-Gaststätte ist nach dem verheerenden Junihochwasser nahezu unverändert. Zwar sind einige Schäden, etwa Löcher in der Straße, inzwischen be­hoben. Und auch im Haus wurde mit Arbeiten begonnen. Aber nicht fortgeführt. Zudem steckt noch immer Nässe in den Wänden. Aufgestellte Heizer helfen nur notdürftig. Was hinter dem Putz oder im Boden noch steckt, ist kaum zu sagen.

Weil es keinen Lichtblick gebe, es nicht gelungen sei, etwas auf die Beine zu stellen, habe er beschlossen, aus dem Pacht­vertrag auszusteigen, sagte Müller. Zumal auch die finanziellen Zwänge immer stärker geworden seien. Eine komplette Saison sei ihm verloren gegangen, so Müller, der die Gasstätte seit 2009 betrieb. Aus den Plänen, schnell zumindest kleine Ver­anstaltungen durch­zuführen, sei wegen der nicht erfolgten Re­novierung nichts geworden. Ausfallversicherung und Kurzarbeitergeld seien von laufenden Kosten aufgefressen worden bzw. inzwischen aus­gelaufen.

Zudem bliebe auch nach einer eventuellen Sanierung die Situation an der Elster vertrackt. Wegen der ebenfalls von der Flut zerstörten Brücke ist die Gasstätte vom Wanderweg am jenseitigen Elsterufer abgeschnitten. „40 bis 50 Prozent der Gäste“ würden auch nach einer Wiedereröffnung fehlen, schätzt Müller. Zudem müsste man fast wieder von vorne beginnen und den Namen der Clodramühle bekannt machen. Am schlimmsten sei aber das Warten darauf, dass etwas passiert.

Seit 20 Jahren ist Müller in der Gastronomie tätig und will es weiterhin bleiben. Er sucht nun nach einem Job in der Branche. Ob Koch, Kellner oder Außendienst sei ihm egal. „Ich würde alles machen“, sagt er, „wenn sich nur jemand findet, der mir helfen möchte.“

Die Inhaberin der Gaststätte, Diana Heyne-Bretschneider, wollte sich zur Entwicklung vor Ort weiterhin nicht gegenüber OTZ äußern. Neuigkeiten erwarte sie im März. Mehr wolle sie im Moment nicht sagen.

Quelle: otz.de

Eine Stadt am Fluss, das ist auch immer mal wieder eine Stadt am oder schlimmstenfalls im Hochwasser. So idyllisch die Lage Dettelbachs am Main auch ist, der Fluss bleibt ein unberechenbarer Geselle. Zwar gibt es technische Hilfen, um im Fall der Fälle die Fluten einigermaßen im Zaum zu halten, doch braucht es dafür einiges an Geld – wobei die Qualität des Hochwasserschutzes natürlich auch den Preis bestimmt.

Welche Möglichkeiten es gibt, Häuser und Bewohner in der Stadt Dettelbach und im auf der anderen Flussseite liegenden Mainsondheim zu schützen, darüber informierte in der jüngsten Stadtratssitzung Markus Schiffler vom Tiefbautechnischen Büro Glückert. Schiffler unterschied zwischen einem Hochwasser-Basisschutz sowie Vorkehrungen gegen fünf-, 20- und 50-jähriges Hochwasser. Überlegungen zu einem Schutz vor 100-jährigem Hochwasser dürften demnach wohl ausscheiden – der Kosten wegen, die eine Studie des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg im vergangenen Jahr auf 7,6 Millionen Euro beziffert hatte.

Die Maßnahmen darunter liegen jedoch offenbar im Bereich des Möglichen. Dabei geht es vor allem um Veränderungen an Kanaldeckeln oder Regenüberläufen sowie um vergleichsweise überschaubare Bauarbeiten beispielsweise im Bereich der Dettel. Den Basisschutz für Dettelbach bezifferte Schiffler mit 99 000 Euro, die Zusatzkosten auf 46 000 Euro (fünfjähriges Hochwasser), 15 000 Euro (20-jähriges) und 54 000 Euro (50-jähriges). Insgesamt würden für die Stadt also 214 000 Euro für den Schutz vor einem 50-jährigen Hochwasser anfallen.

Schwieriger gestaltet sich die Sache in Mainsondheim. „Kostengünstig“ im fünfstelligen Eurobereich sei hier nur eine sogenannte Binnenentwässerung zu haben, bei der es lediglich um die Ableitung von Wasser geht, das sich im geschützten Bereich sammelt. Ein Gebäudeschutz sei wegen der geografischen Lage schwierig – und teuer. Um die flussnahen Gebäude Mainsondheims zu schützen, müsse ein 450 Meter langer mobiler Hochwasserschutz eingerichtet werden, dessen Kosten Schiffler mit 460 000 Euro angab. Allerdings reiche dieser Schutz auch nur für ein 20-jähriges Hochwasser.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Bürgermeisterin Christine Konrad wollte in der Sitzung die Ausführungen Schifflers zunächst nur als Information verstanden wissen.

Quelle: mainpost.de

Horb-Mühringen – Wie soll Mühringen künftig vor Hochwasser geschützt werden? Das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten macht erste konkrete Vorschläge. Nun ist das Regierungspräsidium am Zug.

Am 22. September 2013 hatte das Ingenieurbüro Heberle aus Rottenburg die vorläufigen Ergebnisse zur Schadensanalyse und zum Hochwasserschutz in einem Zwischenbericht öffentlich vorgestellt. Bürgermeister Jan Zeitler stellte jetzt die fertige Analyse vor. An diesem Pressegespräch nahmen Bernhard Asprion und Ottmar Meyer vom Fachbereich Technische Betriebe sowie Mühringens Ortsvorsteherin Monika Fuhl teil.

Bürgermeister Zeitler war es wichtig zu betonen, dass die Stadt dieses Gutachten schon im Januar 2013 in Auftrag gegeben hatte, das heißt bereits vor dem großen Hochwasser am 1. Juni. Sein Ziel sei es, möglichst schnell einen verbesserten Hochwasserschutz für Mühringen zu erreichen.

Die Eyach ist im Bereich Mühringen ein Gewässer 1. Ordnung und steht damit in der Ausbau- und Unterhaltspflicht des Landes. Zuständig für den Abschnitt Mühringen ist das Regierungspräsidium Karlsruhe. Die Stadt Horb ist hier, obwohl sie nicht zuständig ist, in Vorleistung getreten und hat das Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt. »Wir lassen die Bürger nicht im Stich«, betonte Zeitler. Es sei städtisches Geld eingesetzt worden, um eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Gespräche mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe zu haben. Das RP hat das Gutachten inzwischen bekommen, um es zu prüfen.

Danach sollen Gespräche mit den Regierungspräsidium geführt werden, bei denen auch Ortsvorsteherin Monika Fuhl dabei sein wird. Zeitler sprach die Hoffnung aus, dass man so noch in diesem Jahr einen Schritt weiter kommen könne. Bei der Nutzen-Kosten-Analyse wurden verschieden Varianten untersucht und verglichen. Erkenntnisse aus früheren Hochwassern flossen in die Untersuchung komplett mit ein.

Unter Berücksichtigung des Vergleichs, in dem der volkswirtschaftliche Schaden, der durch das Hochwasser entsteht, den Kosten für einen verbesserten Hochwasserschutz gegenüber gestellt wird, empfiehlt das Ingenieurbüro die Variante 1.1 mit Investitionskosten von 1,42 Millionen Euro, die Linienschutz und örtlichen Hochwasserschutz beinhaltet.

Ein HQ100-Schutz (Schutz gegen hundertjähriges Hochwasser) könne im Ortsbereich erreicht werden durch Verwallung, Ufermauern und mobile Elemente beidseitig der Eyach.

Für die Umsetzung dieser Variante sind bereits sichtbare Schutzstrukturen vorhanden. Es müssten hier die Schutzhöhen ausgeführt werden bzw. noch Fehlstellen geschlossen werden. Ortsvorsteherin Monika Fuhl wies noch einmal darauf hin, dass sich gezeigt habe, dass das Wasser immer schneller kommt und höher steigt.

Zeitler ist es wichtig, dass man schnellstens zu einem Ergebnis für Mühringen kommt und sah es im Moment nicht als vordringlich an, eine Lösung zu suchen, die die ganze Eyach, die von Balingen und Haigerloch kommend aus zahlreichen Nebengewässern gespeist wird, einzubeziehen. Da hier verschiedene Landkreise und Regierungspräsidien beteiligt sind, würde das die Sache verzögern, so der Bürgermeister.

 Quelle: schwarzwaelder-bote.de
Eine Fläche von rund 410 Quadratkilometern gilt in Mecklenburg-Vorpommern als Hochwasserrisikogebiet.

Die Gebiete liegen an der Küste, aber auch an Flüssen im Binnenland wie an der Elbe, wie aus den neuen Hochwassergefahren- und -risikokarten hervorgeht. Agrarminister Till Backhaus (SPD) stellte die Karten am Mittwoch in Schwerin vor und schaltete sie im Internet frei. Jeder Bürger, jedes Unternehmen oder jede Behörde könne sich jetzt ein Bild davon machen, wie sich verschiedene Wasserstände auswirken könnten, sagte er. Die Hochwassergefahrenkarten zeigen für die jeweiligen Gebiete und Orte bis auf die Straßen sowie einzelne Gehöfte und Häuser genau, welche Flächen bei bestimmten Wasserständen überflutet werden und welche Wege dann nicht mehr passierbar sind. Das sei eine Hilfe für Entscheidungen jedes einzelnen Bürgers, aber auch für Behörden, wenn es etwa um die Evakuierung von Orten im Hochwasserfall gehe. Wie Backhaus sagte, hätten die Karten bei der Elbeflut 2013 schon gute Dienste leisten können. So habe es damals Überlegungen gegeben, die von Hochwasser bedrohten Orte entlang der Elbe im Land zu evakuieren. Etwa 14 300 Menschen wären betroffen gewesen.

Für die Hochwasserrisikogebiete sollen bis 2015 Managementpläne erarbeitet werden. Es dürfe dann nicht mehr vorkommen, dass Gemeinden etwa Baugenehmigungen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten erteilen.

Außerdem stellt das Land seit Mittwoch auf einem Pegelportal Informationen über die aktuellen Wasserstände an Flüssen bereit. Rund 80 Pegel sind einbezogen. Die Seite ermöglicht außerdem den direkten Zugriff auf Wetterwarnungen und Sturmflutwarnungen. Backhaus räumte ein, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor Naturereignissen wie Hochwasser und Sturmfluten gebe. Die Menschen könnten sich aber besser darauf einstellen und Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die EU hat laut Backhaus die Karten und entsprechende Managementpläne gefordert, weil bei den immer häufiger auftretenden Hochwasserereignissen immer höhere Schäden entstanden. Mecklenburg- Vorpommern hat laut Minister seit 1990 rund 96 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Quelle: focus.de

Hochwasser: Stadt verstärkt sich

Veröffentlicht: Januar 15, 2014 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Sachsen

Für gut acht Millionen Euro sollen die Schäden in Glauchau behoben und Schutzmaßnahmen realisiert werden. Eigens dafür wurde eine neue Stelle im Rathaus geschaffen.

Glauchau. Sie selbst ist von den Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 verschont geblieben. Aber sie weiß, wie schnell Wasser ansteigen und Schäden bringen kann. In den 1990er-Jahren schwoll der Bach vor ihrem Grundstück in Zwickau bedrohlich an. Sigrun Steinert beschäftigt sich seit Jahresanfang mit dem Hochwasserschutz in Glauchau. „Ich komme aus der freien Wirtschaft“, sagt sie. Viele Jahre habe sie in verschiedenen Ingenieurbüros gearbeitet, war für Baugenehmigungen und Bauüberwachungen zuständig. Somit sei sie auch mit der Arbeit mit Behörden vertraut.

Jetzt sitzt die 59-Jährige quasi auf der anderen Seite und hat einen Berg Arbeit vor sich. Sie ist nun erst einmal dabei, sich einzuarbeiten. Die Stadt Glauchau hatte die Stelle ausgeschrieben, sieben Bewerber kamen in die engere Auswahl. Schließlich wurde sie mit Sigrun Steinert besetzt. Sie wird für sämtliche Vorhaben des Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 zuständig sein. Insgesamt handelt es sich um 57 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtumfang von mehr als acht Millionen Euro. „Das macht man nicht nebenbei“, sagt Glauchaus Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos). Deshalb habe er das Personal verstärkt.

Aus seiner Sicht ist es seit dem Hochwasser des Jahres 2002 nicht gelungen, für wirksamen Schutz vor allem an den Zuflüssen in Mulde und Lungwitzbach zu sorgen. Deshalb stehen zum Beispiel Planungen im Bereich der Bahntrasse in Niederlungwitz und entlang des Reinholdshainer Baches ganz oben auf der Liste. Diese Arbeiten laufen bereits, sagt Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen im Rathaus.

Ihren Worten nach sind die Wiederaufbaumaßnahmen finanziert, dennoch müsse für nahezu jede ein Fördermittelantrag gestellt werden. Wenn es sich um Neubauten handelt, müssen die Anträge entsprechend qualifiziert sein und eine Entwurfsplanung aufweisen. Beispielsweise seien allein sechs Brückenbauten geplant. Wichtig sei außerdem die Zusammenarbeit mit den Ortsvorstehern, denn Hochwasserprobleme lauern in nahezu jeder Ortschaft, sei es in Jerisau/Lipprandis, in Niederlungwitz, Reinholdshain, Wernsdorf, Rothenbach oder Gesau. Und die Probleme gibt es nicht erst seit dem Jahr 2013. Die Hochwasserschutzmaßnahmen, die die Stadt Glauchau selber in Angriff nimmt, müssen aber auch mit denen der Landestalsperrenverwaltung abgestimmt sein, denn sie ist für die Bereiche der Zwickauer Mulde und des Lungwitzbaches zuständig. Beispiel: Bei beiden Hochwasserkatastrophen hat sich der Flutrinnendamm unterhalb der Eisenbahnbrücke als Schwachpunkt erwiesen. Nur mit Unterstützung von Bundeswehr und technischem Hilfswerk konnte ein Überfluten des benachbarten Umspannwerks und der Unterstadt verhindert werden. Der Deich wurde als die Schwachstelle ausgemacht. Bei den Beratungen, wie der Bereich saniert werden kann, war die Stadt Glauchau dabei. Vorgesehen ist, eine etwa 300 Meter lange Spundwand in den Deich zu rammen. Allerdings steht noch nicht fest, wann die Arbeiten beginnen. Aber auch beim geplanten Bau der Wernsdorfer Brücke über die Mulde ist nach Ansicht des dortigen Ortsvorstehers Andreas Winkler (CDU) Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung notwendig.

Deiche hielten

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr ist die Stadt Glauchau mit einem blauen Auge davongekommen.

Neben der Bundeswehr, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr waren viele freiwillige Helfer im Einsatz, die in erster Linie Sandsäcke füllten und stapelten. Somit wurden die Deiche an der Flutrinne und in

Jerisau gehalten und die Katastrophe abgewendet.

Besonders schlimm hatte es den Ortsteil Niederlungwitz erwischt. In den Tagen von Ende Mai/Anfang Juni gab es insgesamt drei Wellen, in denen der Lungwitzbach enorm schnell anschwoll. In einigen Bereichen des Dorfes stand das Wasser höher als beim Hochwasser 2002, an anderen Stellen war es weniger.

Der Gesamtschaden in Glauchau lag bei 8,5 Millionen Euro. Den Löwenanteil tragen die Straßen, Brücken, Deiche und öffentliche Einrichtungen mit 6,5 Millionen Euro, Unternehmen mit etwa 850.000 Euro und Wohngebäude mit etwa 500.000 Euro. Landwirtschaftliche Unternehmen hat es mit 125.000 Euro erwischt. (sto)

Quelle: .freiepresse.de