Archiv für Dezember 6, 2013

Hochwasser Hamburg heute: Vorsichtig am Nikolaus

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe
Die Polizei und Feuerwehr in Norddeutschland ist derzeit im Dauereinsatz. Stürme und Hochwasser sorgte bereits am Donnerstag (5.12.) für Ausnahme-Situationen. Richtig gefährlich soll es laut Wetter-Experten am frühen Freitagmorgen werden.
Aufgrund von Sturm- und Hochwasser-Warnungen fanden am Donnerstagabend in Hamburg keine Weihnachtsmärkte statt. In Teilen Schleswig-Holsteins fiel die Schule aus. Eltern von Hamburger Schülern war es freigestellt, die Kinder zum Unterricht zu schicken. Auf der Elbe wurde der Schiffsverkehr teilweise eingestellt.
Am Donnerstagabend erreichte der Orkan „Xaver“ seinen vorläufigen Höhepunkt. Die Fischauktionshalle und der Fischmarkt standen vollständig unter Wasser. Das Hochwasser am Donnerstag war allerdings nur ein Vorgeschmack für das was noch kommen soll. Der Höhepunkt des Unwetters wird am Freitagmorgen um 6.30 Uhr erwartet.
Das erwartete Hochwasser soll die Sturmflut von 1962 möglicherweise sogar übertreffen. Allerdings wäre das nicht ganz so tragisch wie damals. Die Deiche sind auf 7,30 Meter ausgelegt. Eine zusätzliche Gefahr geht vom Sturm aus. Daher gilt es sich unbedingt aus Wäldern fernzuhalten und unnötige Ausflüge ins Freie zu vermeiden.
Quelle: norddeutschland.blogspot.de

Vom Hochwasser betroffene Familien können Zettel ausfüllen – Abgabe bis 13. Dezember

Für Kinder von Hochwasser-Betroffenen hat sich der Kreisjugendring Deggendorf etwas Besonderes einfallen lassen: Drei Geschenke im Wert von bis zu 50 Euro können auf einen Wunschzettel geschrieben werden, einer davon wird erfüllt. Zudem lädt der Kreisjugendring die betroffenen Kinder und ihre Familien am 23. Dezember um 12 Uhr zu einer Gratis-Vorstellung des Disney-Films „Die Eiskönigin“ in das Lichtspielhaus ein.

Die Wunschzettel sind in der Geschäftsstelle des Kreisjugendrings (Amanstraße 11) erhältlich. Die Wünsche sollten möglichst detailliert geschrieben sein, rät KJR-Geschäftsführer Martin Hohenberger: „Das macht es uns dann leichter, das Richtige zu kaufen.“

Mitmachen können Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren aus hochwasserbetroffenen Familien im Landkreis. Außerdem sollte auf dem Wunschzettel vermerkt werden, wie viele Personen zum Kinonachmittag kommen, „weil wir die Plätze im Lichtspielhaus reservieren müssen“, erläutert Hohenberger. Die Wunschzettel können bis zum 13. Dezember in der KJR-Geschäftsstelle abgegeben werden, „einfach in den Postkarten werfen reicht“, sagt Hohenberger.

Quelle: idowa.de

Deiche entlang der Weser halten stand

Veröffentlicht: Dezember 6, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Sturmflut als Folge des Orkans „Xaver“ hat in der Nacht ihren Höhepunkt erreicht. Das Wasser lief gegen 3 Uhr in Bremerhaven 3,15 höher auf als das mittlere Hochwasser, das ist der dritthöchste Stand seit dem Jahr 1907. In Bremen war es gegen 4:40 Uhr 2,61 Meter höher als üblich. Größere Schäden sind bislang aber ausgeblieben.

Der Bahnverkehr im Großraum Bremen ist noch beeinträchtigt, weil nicht alle Züge dort stehen, wo sie eingesetzt werden sollten. Auch im Fernverkehr kommt es zu Verspätungen und Ausfällen. Die Strecken von und Nach Bremen sind allerdings frei. Am Flughafen Bremen sind fasst alle Inlandsflüge am Vormittag storniert. Das Bundeligaspiel zwischen Werder Bremen und Bayern München wird aber wie geplant stattfinden, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Es fehlten nur 30 Zentimer am Stadion

Man sei noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen, so der Senator bei einer nächtlichen Begehung der Pauliner Marsch in der Nähe des Stadions. Mäurer hatte sich persönlich ein Bild vom Zustand der Deiche vor dem Stadion gemacht. Dort fehlten nur rund 30 Zentimeter bis das Wasser Stadion und Trainingsplätze überspült hätte. Die Folge wären Schäden in Millionenhöhe gewesen.

Schleuse in Bremerhaven außer Betrieb

Die Hafengesellschaft „Bremenports“ informierte in der Nacht über den bisherigen Verlauf der Sturmflut. Die Deiche haben gehalten. Mitarbeiter der Hafengesellschaft, die regelmäßig die Deiche kontrollieren, melden keine Beeinträchtigungen. An einem Sperrwerk gab es kleine Leckagen und eine der größeren Schleusen im Hafen, die Nordschleuse, funktioniert derzeit nicht.Durch das Kettengetriebe und das Zahnrad ist Wasser eingesickert und hat zu Kurzschlüssen in der Elektrik geführt. Erst wenn das Wasser weiter abgelaufen ist, können die Techniker von Bremenports nachsehen, was zu reparieren ist. Die Situation an der noch Kaiserschleuse ist aber trotzdem entspannt, denn es sind nur wenige Schiffe unterwegs. Die meisten liegen wegen des Sturms im Hafen.

Der Schutz der Küste sei gewährleistet. Die Seenotretter meldeten bislang keine Einsätze. Größere Sturmschäden in der Stadt gab es in der Nacht nicht. Die Feuerwehr musste etwa 50 Mal zu kleineren Einsätzen ausrücken.

Notunterkunft am Bremer Leibnitzplatz

In der Stadt Bremen forderten die Behörden die Bewohner hochwassergefährdeter Gebiete auf, ihre Häuser zu verlassen. Zwölf Menschen verbrachten die Nacht in einer Notunterkunft am Leibnitzplatz. Voraussichtlich werden Bereiche des Weser-Stadions überflutet werden. Daher besteht die Gefahr, dass das Bundesliga-Spiel am Samstag ausfällt.

Der Gezeitenwechsel wird aber kaum spürbare Erleichterung bringen. Der Wasserstand wird auch bei Ebbe fast auf dem Niveau eines normalen Hochwassers liegen. Der Orkanwind drückt weiter das Nordsee-Wasser an die Küsten und in die Flüsse des Binnenlandes. Deswegen stehen Bremerhaven auch mindestens zwei weitere schwere Sturmfluten bevor. Für den Notfall stehen auch 500 Soldaten der Marineoperationsschule bereit.

Bereits am Donnerstagnachmittag war der Zugverkehr auf vielen Strecken im Nordwesten unterbrochen. In Bremen-Vegesack trat die Weser über das Ufer – die Promenade ist überflutet. In Bremen und Bremerhaven bleiben am Freitag alle Schulen geschlossen, das haben die jeweiligen Behörden bekanntgegeben. Ein Betreuungsangebot ist aber an allen Schulen gewährleistet. Schulbusse fahren jedoch nicht.

Mehrere Gebiete in Bremen geräumt

Verschiedene Gebiete wurden in Bremen am Donnerstag geräumt. Menschen im Industriegebiet rund um das Vulkangelände in Vegesack sowie im Kleingartengebiet in Rablinghausen und auf dem Stadtwerder sowie in der Pauliner Marsch mussten ihre Gebäude verlassen. Werder Bremen hat den Erdgeschossbereich des Weser-Stadions evakuiert und technische Geräte wie auch Mobiliar in die nächsthöhere Etage gebracht. Falls die Weser über die Deichhöhe von 5,50 Meter steigt, würde Wasser auch ins unmittelbar in Fluss-Nähe gelegene Stadion laufen. „Ob es passiert, können wir noch nicht sagen. Der Krisenstab berechnet die Situation ständig“, sagte Mediendirektor Tino Polster von Werder Bremen. Dann wäre das Spiel gegen Bayern München am Samstag gefährdet. Auch die Behörden sorgen sich um die Sicherheit des Deiches. Der Verein hatte wegen des drohenden Unwetters sein Training zeitlich vorverlegt und Publikum aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen.

Am Donnerstagabend stellte auch die Weserfähre zwischen Bremerhaven und Nordenham-Blexen ihren Betrieb ein. Das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Getaway“ hatte zuvor die Bremerhavener Columbuskaje verlassen. Es wurde auf die offene See geschleppt und soll den Orklan vor Helgoland abwarten. An der Kaje wurde es durch Sturm und Hochwasser zu gefährlich. Das Schiff hätte an die Kaje gedrückt werden können.

Dauereinsatz für die Polizei

Die Polizei Bremen rückte zu vielen Einsätzen aus. Bisher wurden keine verletzten Menschen gemeldet. Umgeknickte Verkehrsschilder, herunter gefallene Dachziegel und umgewehte Bäume wurden gemeldet. In Habenhausen kippte der Fahnenmast eines Schuhgeschäftes um und in Gröpelingen drohte eine Riesenplakatwand herunterzufallen.

Warnung vor Aufenthalt im Freien

Bis Samstagfrüh soll das Unwetter anhalten, neben heftigem Sturm ist auch Schnee angesagt. In Bremerhaven wurde der Katastrophenstab einberufen. Für den Fall, dass es hart auf hart kommt – so Rüdiger Staats von Bremenports – liegen 25.000 Säcke bereit, 3.000 davon sind schon mit Sand gefüllt. Bislang wurden keine Schäden gemeldet.

Feuerwehr und Polizei warnen davor, beim Unwetter im Freien unterwegs zu sein. Die Gefahr sei groß, dass Bäume entwurzelt werden, Äste und Gegenstände durch die Luft fliegen und Dachziegel herunterstürzen.

Quelle: radiobremen.de

Das Orkantief „Xaver“ hat der Millionenmetropole Hamburg eine der schwersten Sturmfluten der Vergangenheit beschert. Auch an der Nordseeküste hatten die Menschen eine unruhige Nacht. Es bleibt stürmisch. Die nächste Flutwelle wird heute Abend erwartet.

Hamburg/Husum – Das Orkantief „Xaver“ hat auch in der Nacht zu Freitag Norddeutschland durchgepustet. Besonders an der Nordsee auf den Halligen bangten die Bewohner vor dem Hochwasser. Die Schäden sind aber in Schleswig-Holstein und andernorts zunächst geringer als befürchtet – auch wenn die Orkanböen am Freitag noch teilweise extrem stark fauchen.

 

Am Morgen waren die Sorgen in Hamburg besonders groß. Auf die Millionenmetropole war die schwerste Sturmflut seit langer Zeit zugerollt. Die Innenbehörde warnte vor extremen Wasserständen.

„‚Wir haben eine Sturmflut, die es in den letzten 10, 20 Jahren nur sehr selten gegeben hat“, sagte ein Behördensprecher am Freitagmorgen. Der Scheitel wurde gegen 6 Uhr erreicht – mit knapp vier Metern über dem Mittleren Hochwasser. Das sind gut 6,10 Meter über Normalnull. Zuletzt habe es Anfang der neunziger Jahre zwei Mal einen solchen Wasserstand der Elbe gegeben.

Der Hamburger Hafen wurde in der Nacht zum Freitag geräumt und gesperrt. „Ab 2.30 Uhr durfte keiner mehr hereinfahren“, sagte der Sprecher. Einige Anwohner mussten ihre Häuser räumen. Die Hochwasserschutztore wurden geschlossen.

In der Millionenstadt überspülte das Wasser am Freitag in den tieferen Gebieten nahe der Elbe Zentimeter um Zentimeter Land. Zum Fischmarkt führte kein Weg mehr. Eine Seniorenresidenz am Fluss wurde zur eingeschlossenen Insel. Plätze in der historischen Speicherstadt und der Hafencity liefen voll.

Auf das Hochwasser in dieser Nacht werden noch weitere folgen, denn Xaver hat eine außergewöhnlich lang anhaltende Kraft. Insgesamt treibt der Orkan nach bisherigen Erkenntnissen drei schwere Sturmfluten an die Nordseeküste und nach Hamburg. Jeweils mit den Gezeiten wird alle zwölf Stunden ein extremes Hochwasser auflaufen. „Xaver“ bläst voraussichtlich fast zwei Tage aus Nordwesten.

Viele Bahnen fahren nicht – Okanböen in ganz Deutschland

Die Folgen des Orkans sind indes in der ganzen ganzen Bundesrepublik zu spüren. Schwere Orkanböen ziehen über weite Teile des Landes hinweg. Dächer wurden abgedeckt, Lkw umgeweht, Bäume stürzten um. Die gute Nachricht: Insgesamt gab es bislang trotz extremer Böen von teilweise bis zu 155 Stundenkilometern nur wenige Unfälle mit Verletzten.

Bei Hannover wurde ein Kleinbus mit behinderten Schülern von einer starken Böe erfasst und in einen entgegenkommenden Wagen gedrückt. Dabei wurde ein 68-Jähriger schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde.

In Elmshorn bei Hamburg prallte eine Regionalbahn an einem Bahnübergang gegen einen umgestürzten Baum. Der Zugführer wurde leicht verletzt. Ein Zug der Hamburger Hochbahn fuhr gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste.

In Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern deckte „Xaver“ das Dach eines Supermarktes ab.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in List auf Sylt in der Nacht Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde erreicht. Gestern Abend lagen sie zeitweilig sogar über 180 Stundenkilometern. Auf dem Brocken im Harz erreichte „Xaver“ gar eine Spitzengeschwindigkeit von 155 Stundenkilometern.

Kein Betrieb an vielen Schulen und Universitäten

De Inseln und Halligen vor Schleswig-Holsteins Küste sind vom Festland aus nicht mehr zu erreichen, die Fähren stellten den Betrieb ein. Auch der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal kam zum Erliegen.

Reisende hatte „Xaver“ bereits am Donnerstag auf eine Geduldsprobe gestellt. In Hamburg, Hannover und Bremen wurden etliche Flüge gestrichen.

Auch der Bahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen. In Schleswig-Holstein können viele Züge weiterhin nicht fahren. Vielerorts lägen Bäume auf den Gleisen oder hingen in den Oberleitungen, hieß es. In Nordrhein-Westfalen dagegen sind sämtliche Strecken inzwischen wieder befahrbar.

 

Generell gelte für alle Verbindungen im Norden, dass sich die Fahrgäste auf teils deutliche Verspätungen einstellen müssten. So sei die Strecke von Berlin nach Hamburg nur auf einem Gleis befahrbar.

In vielen Schulen Norddeutschlands fällt der Unterricht am Freitag aus. An den Universitäten in Greifswald und Rostock wurden die Lehrveranstaltungen gestrichen.

Und sogar vorm Fußball macht „Xaver“ nicht halt: Das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Bayern München am Samstag ist gefährdet. Steigt das Wasser der Weser über den Deich, kann das Spiel nicht stattfinden.

Quelle: .manager-magazin.de