Archiv für November 2, 2013

Das Hochwasser im Juni 2013 hat bei vielen Gastwirten und Hoteliers an der Elbe zu drastischen wirtschaftlichen Einbußen geführt: Übernachtungsgäste stornierten ihren Sommerurlaub, viele Radtouristen und Wanderer mieden die Gegenden entlang der Elbe. Davon betroffen ist auch das Landhaus Elbufer in Gülstorf in der Gemeinde Amt Neuhaus, das sich mit seiner barrierefreien Einrichtung besonders auf Gäste mit Behinderungen eingestellt hat. Die Ochtmisser Firma Behne Entsorgungssysteme (BES) unterstützte das Landhaus jetzt mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro. BES-Inhaber Jürgen Behne überreichte die Spende am Samstag, 26. Oktober, an Thomas Stock, den Geschäftsführer des Landhauses Elbufer.

Mit dabei war auch Landrat Manfred Nahrstedt, der sich über die großzügige Geste freut: „Der Hochwasser-Aufbauhilfefonds des Bundes enthält keinerlei Mittel für rein wirtschaftliche Einbußen durch Übernachtungs-Stornierungen“, so Nahrstedt. „Damit erhalten auch die Übernachtungsanbieter an der Elbe im Landkreis Lüneburg von staatlicher Seite keine Entschädigungen für den Gästemangel in diesem Sommer. Umso mehr ist es zu begrüßen, wenn private Initiativen die Hotels und Pensionen an der Elbe mit einem speziellen Angebot – wie dem des Landhauses Elbufer – unterstützen.“

Die Firma BES ist langjähriger Sponsor der Ochtmisser Sportvereine und sponsert seit 2011 den Jürgen Behne Cup, der in diesem Jahr wegen der Baumaßnahmen am Sportpark Ochtmissen nicht stattfinden konnte. Ochtmissens Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz hatte daher die Idee, stattdessen dem Landhaus Elbufer eine Spende zukommen zu lassen, das in seine behindertengerechte Einrichtung viel investiert hat und daher vom Hochwasser stark betroffen ist.

Quelle: lueneburg.de

Hochwasser beschädigt das neue Haus

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Grimma

FLUTHILFE Siefersheimer Landfrauen helfen Familie in Grimma

Tief beeindruckt von den Bildern der Flutkatastrophe in Ostdeutschland hatten die Siefersheimer Landfrauen beschlossen, eine betroffene Familie aus Grimma mit einer Spendenaktion zu unterstützen.

Nun war es soweit, dass eine Delegation der Siefersheimer Landfrauen in Richtung Grimma starten konnte und dort das gesammelte Geld der Familie übergeben konnte. Unterstützt wurden die Frauen dabei von der Mercedes Benz Niederlassung in Mainz, die ihnen einen Kleinbus für die Fahrt zur Verfügung stellte. „Auf den ersten Blick machte das Städtchen Grimma einen sehr aufgeräumten Eindruck. Saubere Straßen, frisch verputze Häuser in einladend, hellen Farben machten Lust auf einen Spaziergang durch die Stadt. Doch schon nach den ersten Metern zeigte sich die traurige Wirklichkeit“, fasst Annerose Kinder im Gespräch mit der AZ zusammen.

Auch Elke Zydziun, die diese Aktion ins Leben gerufen hatte, berichtet, was die Landfrauen in Grimma erlebten: „In den unteren Stockwerken der Häuser entlang der von Hochwasser betroffenen Straßen waren Fenster und Türen geöffnet, überall hingen Abluftrohre von Trocknungsgeräten aus den Fenstern. Putz war abgeklopft, Kabel und Leitungen hingen von den Decken, Fußböden waren herausgerissen. Ein modriger Geruch nach feuchtem Holz und Erdreich lag in den Straßen. Kaum ein Geschäft war geöffnet. Im Elektroladen standen aufgetürmte Waschmaschinen, die vom Wasser unbrauchbar geworden waren, ein Haushaltswarengeschäft bot die Hochwasserware in Kisten für 10 bis 50 Cent das Stück an“, fasst Zydziun zusammen.

Besonders in Erinnerung behalten werden die Siefersheimerinnen dabei aber auch die Botschaften der Bewohner, die sie in den Fenstern der Häuser entdeckten. Diese reichten nämlich von einem hoffnungsvollen „Wir machen weiter“, „Vielen Dank allen Helfern“, bis hin zu resignierten Aussagen wie dieser: „Das Wasser hat uns den Mut genommen.“

„Noch beeindruckt von unserem Rundgang empfing uns dann Familie Trautner. Die junge Familie hatte das Haus erst vor drei Jahren gekauft und gerade die Renovierung abgeschlossen, als das Hochwasser die untere Etage völlig zerstörte. Hier bot sich das gleiche Bild. Das untere Stockwerk musste völlig entkernt werden. Bad, Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, Türen, Fenster, Kachelofen alles war unbrauchbar geworden“, beschreiben die Landfrauen, die Situation der jungen Familie.

Die Familie lebe nun seit Juni mit beiden Kindern im oberen Stockwerk des Hauses mit provisorischer Koch- und Waschgelegenheit. „Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Aber sie sind guten Mutes. Mit großer Freude nahmen sie die Spende von 2.015 Euro ent gegen. Als lieben Gruß aus Siefersheim hatten wir noch eine Geschenkkiste mit Wein und Spezialitäten im Gepäck, die Kinder freuten sich über ein Paket mit Kleidung und ganz besonders über zwei Kuscheltiere“, berichtet Zydziun.

Quelle: allgemeine-zeitung.de

Nach dem Hochwasser wieder Alltag in der Pfarrmühle

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Am 31. Mai dieses Jahres stand das Wasser der Rauda teilweise zwei Meter hoch in den Räumen der Pfarrmühle. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Weißenborn und treuer Kunden herrscht mittlerweile wieder Alltag im Mühltal.

Mühltal. Ein paar Monate sind seit dem Juni-Hochwasser, das auch im Eisenberger Mühltal wütete, vergangen. „Uns geht es wieder gut“, sagt Martina Seidemann, Inhaberin des Wald­hotels Pfarrmühle. Anderthalb Meter stand das Wasser am 31. Mai dieses Jahres in der ­Küche, zwei Meter im Keller, der Biergarten – überflutet.

„Man hat nur noch die Oberfläche der Tische gesehen“, erinnert sie sich, während sie aus dem Fenster schaut. Eine Katze habe darauf gesessen, wusste nicht, wie sie mit trockenen Pfoten ins Haus kommen soll. „Wir haben den Bach immer im Auge ­gehabt“, erzählt Martina Seidemann. Einen Tag zuvor war noch eine Wandergruppe zu ­Besuch, pitschnass vom damals einsetzenden Regen.

Nach einem letzten Kontrollgang legen sich die Wirtsleute schlafen. „Es war ja noch alles in Ordnung.“ Nach ein paar Stunden wird Martina Seidemann wach: „Ich habe aus dem Fenster gesehen, da ist schon alles rund ums Haus geschwommen und der Bach war zum reißenden Fluss geworden.“ Erst versagt die Außenbeleuchtung, später auch der Strom im Haus. ­Gegen 3″Uhr in der Nacht kommt die Feuerwehr, schaut, ob evakuiert werden muss. „Wir hatten ja auch Hausgäste.“

Zum Glück weicht das Wasser schnell, schon tags darauf kann die Familie mit dem Aufräumen beginnen. Die Feuerwehr aus Weißenborn kehrt am Morgen ebenfalls ins Mühltal zurück. „Die haben ganz tolle Arbeit geleistet, alles ab­gepumpt, bis nicht mal mehr der Schlamm in den Räumen war“, ist Martina Seidemann noch immer dankbar. Die Einsatzkräfte zersägen auch große Baumstämme und an­deres Treibgut, das sich rund um das Mühlengelände an den Zäunen sammelt.

Die Schäden schätzt die Chefin auf rund 50 000 Euro. Ein Haus, in dem sich unter anderem Lagerräume befinden, wurde großflächig unterspült und drohte abzusacken. Das Wehr wurde zerschlagen, eine Brücke beschädigt, auch das Mühlrad nimmt Schaden. Teils notdürftig wird repariert, damit der Betrieb weitergehen kann. „Unser großer Vorteil war, dass wir weitermachen konnten, auch wenn das Tal teilweise nicht erreichbar war“, erzählt Martina Seidemann. „Andere Betriebe standen ja teil­weise wochenlang still.“ Die treue Kundschaft hilft während dieser schwierigen Zeit ebenfalls: „Wir wollen auch keine Spenden, wer uns unterstützen möchte, der kommt einfach bei uns in der Pfarrmühle vorbei.

Quelle: otz.de

Hochwasser: Neue Flächen finden

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes Würzburg und des Landratsamtes Kitzingen ergründen zurzeit die möglichen Ursachen für das jüngste Hochwasser. Ende Mai führten der Castellbach und der Silberbach urplötzlich riesige Wassermengen aus dem nahen Steigerwald mit sich und überschwemmten in Schwarzach das Gewerbegebiet und Wohnbereiche.

Bürgermeister Lothar Nagel (FCW) informierte den Marktgemeinderat über die Ergebnisse einer Ortseinsicht mit den Verantwortlichen der beiden Behörden, an dem auch er teilnahm. Ins Visier der Inspekteure gerieten großflächige Aufschüttungen auf zwei Grundstücken östlich des Gewerbegebiets in Richtung Düllstadt. Außerdem wurde festgestellt, dass an der neuen Umgehungsstraße nur ein Durchlass zum Main hin errichtet wurde, der die Wassermassen nicht aufnehmen konnte. Der Gemeinderat hatte laut Nagel beim damaligen Planfeststellungsverfahren in Anbetracht der prekären Hochwassersituation in Schwarzach drei Durchlässe gewünscht.

Einstimmig stimmte das Gremium einer aufwändigen „Geländeaufnahme“ zu, bei der die Höhenverhältnisse entlang der Bäche festgestellt werden. Außerdem findet am 5. November eine Sitzung der Dorfschätze-Gemeinden statt, bei der neue Retentionsflächen im Oberlauf der Bäche gefunden werden sollen. Nagel erachtet die Maßnahmen im Oberlaufbereich für dringend notwendig, „damit den Letzten nicht die Hunde beißen“.

Weitere Punkte aus dem Gemeinderat:

• Schwarzenau wird in das umfassende Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, die Ergebnisse des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) und des erweiterten Vitalitätschecks für die Ortsteile zeitnah umzusetzen. Bei der Stärken- und Schwächenanalyse war bei Schwarzenau ein besonderer Handlungsbedarf angezeigt. Die Wartezeit bis zur Realisierung der Dorferneuerung beträgt laut Nagel zurzeit etwa vier Jahre.

• Der Regionale Planungsverband Würzburg hat für das Gemarkungsgebiet Schwarzach keine Vorrang- und Vorhaltsgebiete für Windkraftanlagen vorgeschlagen. Laut Bürgermeister Lothar Nagel wird es künftig keine Ansammlungen von Windrädern in der Gemeinde geben. Einzelanlagen seien allerdings vorstellbar.

• In Hörblach wird zwischen der Einmündung der Kitzinger Straße in die Umgehungsstraße und dem Beginn der Großlangheimer Straße eine neue Straßenleuchte aufgestellt. Die Gemeinde hatte zu dem Vorhaben die Anlieger befragt, nur einer hatte ablehnend geantwortet. Der Kostenanteil für die Anwohner von 1062 Euro wird auf sieben Grundstücke umgelegt. Die Maßnahme wurde notwendig, weil dieser Straßenbereich auf einer Länge von 90 Meter nicht ausgeleuchtet ist.

• Der Gemeinderat hat dem Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald für das kommende Jahr zugestimmt. Revierförster Max Bartholl prognostizierte einen Überschuss von etwa 2 500 Euro. Er rechnet mit Einnahmen aus dem Holzverkauf von 24 120 Euro und Fördergeldern in Höhe von 10 500 Euro. Die Ausgaben für Pflege und Aufforstungen belaufen sich auf insgesamt 32 145 Euro.

Quelle: infranken.de

Bad Dürrenberg rüstet auf

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

Am Floßplatz wird eine stationäre Pumpenanlage errichtet. Der Barfußteich soll saniert werden. Drei wichtige Deiche werden umfassend stabilisiert. Im südlichen Saalekreis will das Land mindestens 9,5 Millionen Euro investieren.

 

Noch gut kann sich Bad Dürrenbergs Bürgermeister, Arpad Nemes (CDU), an das Hochwasser im Juni dieses Jahres erinnern. Das Wasser stand fast überall fünf Zentimeter vor der Deichkrone, in Vesta hingegen lief es sogar schon darüber, so dass der Deich erhöht werden musste. Über die jetzt dringend notwendigen Arbeiten in Sachen Hochwasserschutz sowie Schutz vor Druckwasser und Vernässung sprach die MZ mit dem Bürgermeister und Bauamtsleiter René Schaar.

Deiche

Das Land Sachsen-Anhalt will in den nächsten Jahren mindestens 9,5 Millionen Euro im südlichen Saalekreis in den Neubau oder die Rekonstruktion von Hochwasserschutzanlagen investieren. Akuter Handlungsbedarf besteht in Kirchfährendorf. Dort hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet, die jüngst zu einem Gespräch beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz war. Im kommenden Jahr soll der Abschnitt vom Denkmal in der Kirchfährendorfer Straße bis zur Saalebrücke in Höhe und Standsicherheit den Erfahrungen der jüngsten Flut angepasst werden. Die bereits existierenden Planungen werden überarbeitet. Eingeplant sind für den Bau 800 000 Euro. Auch das Siel in Vesta soll im kommenden Jahr neu aufgebaut und der Deich in Teilabschnitten stabilisiert werden. Und nicht zuletzt wird der Deich zwischen Ostrau und Wölkau angefasst. Für die Rekonstruktion des Deiches und des Deichverteidigungswegs sind laut LHW 540 000 Euro eingeplant. Für die Sanierung dieses Deiches im Bereich des Floßplatzes zwischen der Straßen- und der Eisenbahnbrücke im Ortsteil Klein-Ostrau macht sich ebenfalls eine vor kurzem gegründete Bürgerinitiative stark. Beide Initiativen werden in ihrem Anliegen, so schnell wie möglich etwas für die Sicherheit der Gebäude und der Menschen zu tun, vom Bürgermeister unterstützt.

Floßplatz

Um die Probleme mit dem Druckwasser im Bereich Floßplatz bis Ostrauer Straße zu entschärfen, wird auf dem Floßplatz eine stationäre Pumpenstation errichtet. Mit Pumpen am Floßplatz hatte man bereits während des Hochwassers eine Entspannung erreicht. Nemes verspricht sich davon auch eine Entspannung im Bereich des Sportplatzes, wo das Haus einer Familie beim Hochwasser überflutet wurde. Mit dem Bau soll in Kürze begonnen werden, die Kosten dafür trägt die Stadt.

An der Mauer

Eine neue Leitung mit größerem Durchmesser, die das Wasser von den Feldern in Richtung Saale ableiten soll, soll entlang den Straßen An der Mauer, Am Berge, Schreberstraße gebaut werden. Dort ist noch eine zweite Maßnahme im Gespräch, worüber die Stadt, die Untere Wasserbehörde, der Unterhaltungsverband und die Agrargenossenschaft diskutieren. In den Feldbereichen oberhalb der Straße „An der Mauer“ sollen Rückhaltebecken errichtet werden, um bei extremen Witterungsverhältnissen die Wassermassen zurückzuhalten. Fördermittel für den Bau der Leitung sind vom Unterhaltungsverband beantragt worden. In Zusammenarbeit mit der Stadt erfolgen jetzt die Planungen.

In Goddula sollen im Rahmen des Förderprogramms Vernässung der Barfußteich sowie seine Zu- und Abläufe saniert werden, um bei extremen Wettersituationen sowie bei Druckwasser das Oberflächenwasser schnellstmöglich in die Saale abzuleiten beziehungsweise zu stauen. Für diese geplanten Arbeiten sind die Ausschreibungen schon erfolgt. Die Auftragsvergabe soll im November stattfinden.

Eisenbahnbrücke

Nachdem beim Hochwasser im Juni die Straße sowie die Straßenbahnschienen überschwemmt waren, soll darüber nachgedacht werden, ob ein ehemaliger Graben hinter der Eisenbahnbrücke, der das Wasser in Richtung Kröllwitz ableiten könnte, zur Gefahrenabwehr wieder aktiviert wird. Dazu sind unter anderem auch Gespräche mit der Stadtverwaltung Leuna erforderlich.

Quelle: mz-web.de

Bei jedem Starkregen tritt Marlies Franke vor ihr Haus im Hinterhof 4 in Bohlingen und schaut besorgt zum Galgenberg. Die Furcht vor einem erneuten Hochwasser verfolgt sie seit über vier Jahren, damals im Juni 2009 traf es sie innerhalb von zwei Wochen faustdick. Zwei schwere Unwetter zogen durchs Aachtal und überschwemmten in deren Folge die Kellerräume ihres Hauses im Hinterhof 4. Die braunen Wassermassen strömten vom Galgenberg ins Tal und sammelten sich am östlichen Ortsausgang Richtung Moos. Seit diesem Vorfall steht vor dem Doppelhaus der Familien Franke/Winkler eine Bake am Straßenrand, damit im erneuten Ernstfall ein Ablaufschacht sofort geöffnet werden kann. „Eigentlich ist diese Bake grotesk“, beschwert sich Marlies Franke, zum Schutz hat sie selbst bauliche Maßnahmen am Haus ausführen lassen. Nach dem Hochwasser 2009 habe der damalige OB Ehret Hilfe zugesagt und neben der Straße sei ein 100 Meter langer Erdwall als Sofortmaßnahme aufgeschüttet worden, um die Wassermassen auf dem nahen Maisfeld künftig aufzuhalten. Doch die besorgten Anwohner warten noch immer auf Informationen zu einem konkreten Hochwasserschutz des Hangwassers vom Galgenberg.

Ortsvorsteher Stefan Dunaiski versteht die Ängste der Bewohner, er macht aber Hoffnung auf eine baldige Verwirklichung des Hochwasserschutzkonzeptes, das mit dem neuen Baugebiet Hinter Hof 3 kommen sollte. Bei der Erschließung dieses künftigen Baulandes im östlichen Anschluss an den Hinterhof ist es vorgesehen, Maßnahmen des zwischenzeitlich mehrmalig überarbeiteten Hochwasserschutzes zu integrieren. So könnten z. B. großzügig dimensionierte Kanalisationsrohre das Hangwasser vom Galgenberg beim Kreisverkehr besser aufnehmen. Ortsvorsteher Stefan Dunaiski stellte im Gespräch mit dieser Zeitung aber unmissverständlich klar, wie wichtig das neue Baugebiet für Bohlingen im doppelten Sinne sei. „Sollte es beim Aufkauf der Baugrundstücke jetzt zu Verzögerungen kommen, dann müsste die Stadt Singen beim Hochwasserschutz für den Statdteil Bohlingen anderweitig tätig werden.“

Quelle: suedkurier.de

Manöverkritik nach Hochwasser

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in Kreis Lüneburg

Lüneburg/Hohnstorf. Die Nachwehen des Rekord-Hochwassers sind noch zu spüren: Für rund 570 000 Euro hat der Artlenburger Deichverband eine 80 Meter lange Spundwand am Hohnstorfer Deich einbringen lassen, die bis zu zwölf Meter tief ins Erdreich geht. Wegen der Bauarbeiten, die voraussichtlich noch mindestens bis Ende November andauern sollen, ist der Wohnmobilstellplatz in Hohnstorf/Elbe nicht nutzbar. Während der Artlenburger Deichverband auch unter den Eindrücken des Juni-Hochwassers an der Elbe eine Baustelle nach der anderen abarbeitet, betreibt der Landkreis Lüneburg seit Wochen Manöverkritik zum vergangenen Katastrophenmanagement während der Elbe-Flut.

Zuletzt trafen sich Landkreisvertreter in großer Runde mit Verantwortlichen von Deich- und Hilfsverbänden über Polizei und Bundeswehr bis zu Landesbehörden in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck. Nur die Gemeindebürgermeister waren nicht eingeladen. Etwas beizutragen hat beispielsweise Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (CDU) dennoch, er sagt auf LZ-Nachfrage: “Dadurch, dass Bleckedes Bürgermeister Jens Böther und Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn die ersten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr mit dem Deichverband selber in die Hand genommen hatten, fühlten wir uns vor Ort gut aufgehoben.” Der Landkreisführung wirft er hingegen “Dickfälligkeit” vor.

“Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an”, sagt Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) zum Vorhalt, zu spät den Katastrophenalarm wegen des drohenden Jahrhunderthochwassers ausgelöst zu haben. Das war am Morgen des 5. Juni: Da waren bereits Feuerwehren aus anderen Teilen Niedersachsens auf der Durchfahrt in den Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg, der einen Tag früher um Hilfe gerufen hatte. Nahrstedt: “Aber Lüchow-Dannenberg ist auch Oberlieger und wir haben darauf geachtet, was die machen und haben keine 15 Stunden später ebenfalls den Alarm ausgelöst – und damit rechtzeitig.” Und: “Alle Helfer haben einen tollen Job gemacht und haben bis zur Erschöpfung gekämpft.”

Solche und andere Diskussionen rund um die Bewältigung der Hochwasserkrise des Landkreises führt Nahrstedt in den vergangenen Wochen häufiger – und das wird auch weiterhin so bleiben. Gesprächsrunden gab es bereits mit der Polizeidirektion, mit Feuerwehren, hauptamtlichen Bürgermeistern und eben zuletzt in großer Runde in Scharnebeck. Nahrstedt: “Wir wollen aufarbeiten, was die einzelnen Teilnehmer gut fanden, und feststellen, wo wir noch besser werden können.”

Verbesserungsbedarf gibt es aus Sicht von Lüneburg Kreisbrandmeister Torsten Hensel bei der Kommunikation: “Es hakte etwas zwischen den Einsatzabschnitten und der Technischen Einsatzleitung, kurz TEL, aber auch zwischen dem Stab des Landkreises und der Polizeidirektion.” Und auch die personelle Besetzung der TEL sei aus heutiger Sicht für den Schichtdienst mit weniger als 40 Leuten zu dünn besetzt gewesen. Hensel: “Wir brauchen einen größeren Personalstamm, 60 Leute wären wünschenswert. Wir sind auf der Suche.”

Manch andere Lehre wurde bereits gezogen, neben der Einlagerung übriggebliebener Sandsäcke sollen laut Landrat Nahrstedt etwa Geräte angeschafft werden, die das Abfüllen von Sandsäcken per Hand erleichtern sollen.

Und die Manöverkritik geht schrittweise noch bis Mitte Januar weiter: Zunächst will sich die Lüneburger Kreisspitze am 5. November mit den Bürgermeistern an der Elbe im Landkreis zusammensetzen. Und Mitte November folgt dann ein Treffen der länderübergreifenden “Kommunalen Arbeitsgemeinschaft” mit den Landräten der Elb-Anrainer von Harburg über Lüneburg und Ludwigslust-Parchim bis Prignitz. Dort sollen laut Landrat Nahrstedt auch die Themen Deicherhöhung und Schaffung von Überflutungsflächen besprochen werden.

Quelle: landeszeitung.de

Nach dem Wasser fließt das Geld

Veröffentlicht: November 2, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Im Mai und Juni dieses Jahres führten extreme Regenfälle zu Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands. Auch Teile Baden-Württembergs waren davon betroffen. Menschen, denen ihr Hab und Gut durch die Katastrophe zerstört wurde, können nun finanzielle Hilfe beim Land beantragen.

Baden-Württemberg habe 74 Millionen Euro für die Aufbauhilfe zur Verfügung, teilte Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Mittwoch in Stuttgart mit.

Härtefälle erhalten volle Summe

Bis Ende Juni 2015 können Geschädigte Anträge stellen. In der Regel seien die Regierungspräsidien dafür zuständig. Privatpersonen sollen sich an die Bürgermeisterämter der Stadtkreise und die Landratsämter als untere Verwaltungsbehörden wenden.

Die Zuschusshöhe soll meist bei 80 Prozent der förderfähigen Kosten liegen. In Härtefällen soll die volle Summe erstattet werden. Hilfen Dritter wie von Versicherungen würden aber angerechnet.

Quelle: swr.de