Mobile Wände gegen Hochwasser – Wendebachstausee: Rückbau der Mauer

Veröffentlicht: Oktober 29, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, im Norden

Niedernjesa. Die Staumauer am Wendebachsee rückbauen, das Naturerholungsgebiet erhalten und nicht zuletzt den Hochwasserschutz für Niedernjesa sichern – diese scheinbare Quadratur des Kreises versucht die aktuelle Landesregierung.

Jetzt war Umweltminister Stefan Wenzel vor Ort, um sich auch mit Landrat Stefan Reuter und Andreas Friedrichs zu beraten.

Jahrelang wurde darüber debattiert, jetzt ist es so gut wie amtlich: Nach dem Regierungswechsel Anfang des Jahres plant das Land Niedersachsen den Rückbau der Talsperre am Wendebach. Damit einher entfällt die Hochwasser-Schutzfunktion für nur einen Kilometer westlich vom Staudamm gelegene Ortschaft Niedernjesa. Da die Gefährdung dort als hoch eingeschätzt wird, war gestern Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vor Ort.

„Ich freue mich, dass wir jetzt eine Mischung gefunden haben, mit der das Naherholungsgebiet Wendebach erhalten bleibt, gleichzeitig aber der Hochwasserschutz für Niedernjesa gewährleistet wird“, betont Friedrichs. „Damit findet eine Never ending Story endlich ein Ende.“

Die Pläne sehen vor, dass die mehr als 40 Jahre alte Staumauer, die wegen mangelnder Standfestigkeit nie einen echten Hochwasserschutz gewährleistete (wir berichteten), bis auf eine Höhe wenige Zentimeter über der jetzigen Wasserfläche des Wendebachstausees abgetragen wird. Nach einer groben Beurteilung würden dann jedoch bei einem Jahrhunderthochwasser rund 35 Prozent Niedernjesas überflutet werden. Deshalb sollen nach einem ersten Grobkonzept des Rosdorfer Ingenieurbüro Rinne & Partner südlich und nördlich des Ortes sowie im Verlauf der Leine Schutzeinrichtungen angelegt werden. Diese werden aus einem Hochwasserschutzdamm, mobilen Schutzwänden, Schutzmauern sowie Abgrabungen bestehen.

Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt, dessen Fertigstellen bis zu vier Jahre dauern wird, beziffert Umweltminister Wenzel auf etwa 2,1 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land knapp 1,7 Millionen Euro. Auf die Gemeinde Friedland, die für den Hochwasserschutz in Niedernjesa zuständig ist, kommen Kosten von 421 000 Euro zu.

„Uns ist es wichtig, dass bei einem Hochwasser das Problem nicht auf die Unterlieger und damit auf die Stadt Göttingen umgeleitet wird“, betont Landrat Bernhard Reuter.

Daher werde man dafür sorgen, dass die Wasserflächen, die durch die Schutzmaßnahmen im Ort selbst verloren gehen, ortsnah als Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt werden.

„Niedernjesa bekommt nun endlich einen Hochwasserschutz, der sowohl der Gefährdung durch die Leine als auch durch den Wendebach Rechnung trägt“, zeigt sich Andreas Friedrichs mit der dann wohl endgültigen Lösung sehr zufrieden.

Quelle: hna.de

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