Archiv für Oktober 27, 2013

Nach dem Juni-Hochwasser ist die Thematik Flutpolder im östlichen Landkreis Regensburg wieder aktuell geworden.

Seit Jahren handelt es sich hier um ein brisantes Thema, das viele Fragen aufwirft. Fragen, die die Abgeordnete Tanja Schweiger nun in einem umfassenden Fragenkatalog an die Staatsregierung gestellt hat. Die Brisanz der Thematik ergibt sich nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Klimaveränderungen so Tanja Schweiger. Hochwässer werden immer öfter und immer stärker eintreten als bisher angenommen.

In drei schriftlichen Anfragen will die Abgeordnete unter anderem in Erfahrung bringen, welche seit 1999 projektierten Hochwasserschutzmaßnahmen bislang nicht umgesetzt wurden. Zudem möchte sie wissen, welche geologischen Erkundungen durchgeführt wurden und inwieweit die bisherigen Polderplanungen daraufhin untersucht worden, welche Mehrkosten, bzw. Entschädigungszahlungen durch ansteigenden Grundwasserpegel – auch in der weiteren Umgebung (Mintraching, Neutraubling) – erforderlich werden, insbesondere bei Gebäuden wie Öffentlichen Bauten, Privathäusern und Gewerbebauten, der Infrastruktur (Mero, Straßen) oder durch mögliche Nichtmehrbelegung von Friedhöfen.

In einer der Fragen erkundigt sie sich nach der Beurteilung der Staatsregierung in Bezug auf die Befürchtungen der IG gegen Flutpolder östlich Regensburgs, dass Trinkwasserbrunnen bei Polderflutung durch ins Hinterland drängende Grundwasser verschmutzt und damit unbrauchbar gemacht werden.

Auch den Widerspruch, wonach der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat 2007 mit den Worten: „gesteuerte Flutpolder sind dort gar nicht vorgesehen“ zitiert wurde, während in der regionalen Presse vom September 2013 Minister Marcel Huber erläutert, dass das Projekt „gesteuerte Flutpolder“ nun vorangetrieben werden muss, möchte sie geklärt haben.

Besonders wichtig findet sie Details in Bezug auf das Hochwasser im Juni 2013 und das entsprechende Schleusenmanagement oder die Frage, warum sich beim letzten Hochwasser in den geplanten und bereits fertig gestellten Retentionsräumen der Pfatter kein Wasser befand.

Nachfassen will die Abgeordnete auch im Bereich der Energieerzeugung, um zu erfahren an wie vielen Schleusen Strom erzeugt und bis zu welcher Höhe dort Wasser angestaut wird . Ebenso interessiert sich Tanja Schweiger für die Thematik Schöpfwerke um hieraus resultierende Antworten für die Donauanlieger auswerten zu können.

Aufgrund der Brisanz dieses Themas hat sich die Abgeordnete zudem direkt an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. Eine Antwort wird in den nächsten drei Wochen erwartet.

Quelle: wochenblatt.de

Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Frost – Schäden am Haus übernimmt die Hausrats- oder Wohngebäudeversicherung. Verbraucher müssen bei beiden Verträgen aber eine Erweiterung des Schutzes auf Elementarschäden vereinbart haben, damit die Versicherung bei Hochwasser zahlt. Dafür ist meist ein Zusatzvertrag nötig. Nicht alle Gesellschaften versichern Schäden gleich. Darauf weist Kerstin Hartwig von der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein in Berlin hin.

Eine Überschwemmung kann entweder durch Hochwasser, Regen oder Grundwasser als Folge von Regen oder Hochwasser entstehen. Während Versicherung A zum Beispiel alle Fälle versichert, schließt B eine Überschwemmung durch Hochwasser aus. Hartwig rät, die Klauseln genau zu lesen. Nicht jeder Hausbesitzer braucht eine Zusatzversicherung für alle Schadensfälle. Während zu viel Schnee auf dem Dach überall zum Problem werden kann, kommen Überschwemmungen in der Nähe eines Flusses oder Gewässers vor.

Kommt es zum Unwetter, müssen die Elementarschäden umgehend detailliert dokumentiert werden. Es gibt keine Vorschrift, das Haus gegen jede Naturgefahr zu schützen. Wohnen Verbraucher aber nah am Fluss, und kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen, sollten sie ihr Haus schützen, erklärt Hartwig. Sonst könne der Gutachter entscheiden, der Schaden sei „grob fahrlässig verursacht“ worden. Und dann könne der Versicherer die Leistung kürzen oder sie ganz verweigern.

Quelle: morgenpost.de

Das Hochwasser im Frühsommer hat in Jena einen Gesamtschaden von rund 5,3 Millionen Euro verursacht. Das sagte der Sicherheitsdezernent der Stadt, Frank Jauch, am Freitag. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so der Dezernent. Jauch kündigte an, dass ein Koordinierungskreis ab November Vorschläge erarbeiten werde, wie der Hochwasserschutz in Jena künftig verbessert werden kann. So müsse etwa geprüft werden, das Gewerbegebiet in Göschwitz mit Dämmen besser zu schützen. Das Gewerbegebiet war Anfang Juni vom Hochwasser der Saale überflutet worden.

Jauch erneuerte auch seine Forderung, die Pegelregulierung in den Saale-Talsperren in staatliche Verantwortung zu übernehmen. Derzeit entscheidet der Betreiber der Talsperren, Vattenfall, darüber, wann wieviel Wasser abgelassen wird. Das Unternehmen verweist aber darauf, dass die Regulierung der Pegel in den Staubecken auf Anweisung der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) erfolge.

Jenas Sicherheitsdezernent forderte am Freitag, das Rückhaltevolumen der Saale-Talsperren müsse von 40 Millionen Kubikmetern auf 100 Millionen erhöht werden. Der Hochwasserschutz müsse höhere Priorität haben als die Interessen privater Energieunternehmen oder des Tourismus.

Quelle: mdr.de

NRW veröffentlicht Hochwasser-Risikokarte

Veröffentlicht: Oktober 27, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Düsseldorf – Heftige Sommergewitter oder lang anhaltende Regenfälle können Flüsse und Bäche sturzflutartig anschwellen lassen und so erhebliche Überschwemmungen verursachen.

 
In vielen Fällen, vor allem an kleineren Flüssen und Bächen, ist ein Schutz durch technische Schutzbauten nur eingeschränkt möglich. Dort stehen vorsorgende Planungen zum Schutz vor Hochwasserschäden im Vordergrund.

Grundlage für einen vorsorgenden Hochwasserschutz in der Fläche bilden die sogenannten Hochwasserrisiko- und Hochwassergefahrenkarten, die derzeit für die betroffenen Kommunen in NRW durch die Bezirksregierungen erstellt werden. Auf den Karten sind mögliche Überschwemmungsbereiche abgebildet.

Umweltminister Johannes Remmel hat heute am Beispiel der Stadt Paderborn die Systematik der Karten erläutert: „Die Karten sind ein wichtiges Instrument, um ganz lokal vor Ort Maßnahmen zu entwickeln und die möglicherweise betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie Industrie und Landwirtschaft über die Risiken zu informieren“, erklärte der Minister.

„Infolge des globalen Klimawandels werden die Hochwasser eher zunehmen. Prognostiziert werden für NRW zunehmende Niederschläge und Wasserabflüsse in den Wintermonaten, die häufiger als bisher zu Hochwasser führen können. Zusätzlich können lokale Sturzfluten die Situation insbesondere in den Kommunen verschärfen. Das Hochwasser an Elbe und Oder hat in diesem Jahr mal wieder gezeigt, dass vorsorgender Hochwasserschutz deutlich weniger Kosten verursacht, als wenn Schäden durch Hochwasser beseitigt werden müssen.“

Auf einer Länge von rund 6.000 Kilometern an 448 Gewässern wurde in NRW ein signifikantes Hochwasserrisiko festgestellt und in den Hochwasserkarten dokumentiert. Die Gefahrenkarten informieren dabei über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung. Die Risikokarten zeigen, wo Wohn- und Industriegebiete betroffen sind oder Schutzgebiete und Kulturobjekte gefährdet werden.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben ab heute die Möglichkeit, sich auf der Internetseite http://www.flussgebiete.nrw.de über die Hochwasserrisiken an „ihrem“ Fluss oder Bach zu informieren. Ein großer Teil der Karten ist bereits verfügbar, weitere Karten werden schrittweise bis zum 22. Dezember 2013 ins System eingestellt.

Für Minister Remmel bedeutet vorsorgender Hochwasserschutz, das Risiko für Schäden durch Hochwasser möglichst gering zu halten. Als wirksamste Maßnahme beschreibt der Minister, „keine neuen Siedlungs- oder Gewerbegebiete in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen.“

Auf der Sonderkonferenz der Umweltminister zum Thema „Hochwasserschutz“ im September 2013 hat Remmel deshalb in einem Antrag gefordert, die Ausweisung von Baugebieten in Überschwemmungsgebieten ausnahmslos zu verbieten. „Vorbeugender Hochwasserschutz bedeutet auch, den Flüssen an den Stellen wo dies möglich ist, wieder mehr Raum zu geben. Wird in Überschwemmungsgebieten gebaut, verringern sich die Überflutungsflächen was an anderer Stelle für höhere Wasserstände sorgen kann“, erklärte Remmel.

Das Land NRW investiert – neben der finanziellen Unterstützung des Baus von Hochwasserschutzanlagen- im Rahmen der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie bis zu 80 Millionen Euro pro Jahr in die ökologische Entwicklung von Flüssen und Gewässern in der Fläche. Ziel ist, diesen Gewässern wieder mehr Platz zur Ausbreitung zu geben und eine naturnahe Entwicklung voranzutreiben.

Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten werden erstellt im Rahmen der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Umsetzung eines verbindlichen „Hochwasserrisiko-Managements“. Die Hochwasserrisiken müssen erkannt und nachhaltig verringert werden – so die Zielvorgabe. Das Hochwasserrisiko-Management beinhaltet eine deutliche Weiterentwicklung des vorsorgenden und ökologischen Hochwasserschutzes. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt diese neue Orientierung in der europäischen Richtlinie, die ihren Focus eben nicht nur auf den technischen Hochwasserschutz richtet, sondern auch auf integrierte Lösungsansätze.

Weitere Unterlagen zum Hochwasserschutz in NRW

Hochwasserrisikomanagement

In Internetportal http://www.flussgebiete.nrw.de/index.php?title=uptseite werden alle Informationen zum Hochwasserrisikomanagement für jeden abrufbar bereitgestellt.  Neben der vorläufigen Bewertung und Bestimmung der Risikogewässer werden aktuell bis Ende 2013 die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten eingestellt und darauf aufbauend mit den zuständigen Akteuren die Hochwasserrisiko-Managementpläne erstellt.

Landtagsbericht

Das NRW-Umweltministerium hat im Juni 2012 einen Bericht an den Landtag zur Situation des Hochwasserschutzes in NRW und seiner Perspektive bis 2015 überstellt. Der Bericht ist zu finden unter http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV16-20.pdf

Bürgerbroschüre

Im Juni 2011 hat das Ministerium eine neue Broschüre zum Thema „Hochwasserschutz in NRW“ herausgegeben, die sich speziell an die Bürgerinnen und Bürger des Landes richtet. Sie gibt einen Überblick über die rechtlichen und technischen Grundlagen des Hochwasserschutzes.

Die Broschüre ist zu finden unter http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/service_kontakt/archiv/presse2011/presse110618.php (PD)

Quelle: proplanta.de