„Ein extremes Ereignis“ – Tiefbauamtsleiter: Balingen braucht Hochwasserschutzplan

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz
Die Eyach-bedingte Überschwemmung im Bereich Hindenburgstraße /Au-Stadion am 1. Juni war nicht zu verhindern. Zu diesem Schluss kommt die Stadtverwaltung nach intensiver Ursachenforschung.

Rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde „oder vielleicht sogar etwas mehr“ (Oberbürgermeister Helmut Reitemann) wälzten sich am Abend des 1. Juni Eyach-abwärts. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt im Jahr 2000 waren jedoch „nur“ bis zu einem Jahrhunderthochwasser von maximal rund 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt worden. Im Bereich Hindenburgstraße bis zu einem 50-jährigen Hochwasser mit maximal 109 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Dass es noch schlimmer kommen könnte, damit rechnete seinerzeit offensichtlich kaum jemand. Doch es kam schlimmer. „Die Gewässerdirektion beim Regierungspräsidium hat uns bestätigt, dass es sich im Juni um eine Extremsituation gehandelt hat“, erklärte Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler gestern Abend den Balinger Stadträten. Man habe daher auch keine Chance gehabt, die Überflutungen des hinteren Bereichs der Hindenburgstraße und des Au-Stadions abzuwenden.

Inzwischen ist vielen Experten klar, dass nicht mehr die Frage ist, ob solch ein gewaltiges Hochwasser erneut auftritt, sondern nur wann es wieder zuschlägt. Was aber tun? Diese Frage möchte die Stadtverwaltung nun intensiv und zügig mit Vertretern der Gesamtfeuerwehr Balingen und Mitarbeitern der Gewässerdirektion klären. „Im November sind die ersten Gespräche anberaumt.“ Ziel: Die Erarbeitung eines Hochwasserschutzplans für die Kernstadt und die Teilorte entlang der Eyach beziehungsweise der Steinach. Was der beinhalten könnte, präsentierte Köhler gestern. Ein von 300 Meter mal 200 Meter langen Wällen eingerahmtes Rückhaltebecken zwischen Erzingen und Endingen. Köhler: „Im Ernstfall eine riesige Wasserfläche.“ Dazu ein weiteres Becken im Bereich des Wettbachs oder alternativ umfangreiche Schutzmaßnahmen im Bereich des Balinger Messegeländes. Beide Varianten sind nicht unter einer bis anderthalb Millionen Euro zu bekommen.

Beim Au-Stadion könnte sich Köhler vorstellen, mobile, im Boden verschraubbare Aluwände anzuschaffen. Doch was auch immer man dort mache, es sei klar, dass die Hochwassermaßnahmen schon mit Blick auf die Eyachufer-Umgestaltung zur Gartenschau koordiniert werden sollten. „Hier jetzt beispielsweise einfach eine Staumauer einzuplanen, halte ich nicht für sinnvoll“, so Köhler.

Quelle: zak.de

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