Archiv für Oktober 23, 2013

Ein Gemälde. Darauf eine liebliche Landschaft. Bäume, ein Bauernhaus, ein Bächlein. Hans-Peter Janitzka und seine Frau Marina halten das Bild fest in ihren Händen. Beide haben dabei Tränen in den Augen. Sie schweigen. Marina schweigt ohnehin häufiger, doch für Hans-Peter ist das ungewöhnlich. Er ist umtriebig und redet eigentlich gerne. Doch jetzt schweigt auch er. Im neuen Zuhause soll das Gemälde einmal einen Ehrenplatz bekommen. Beide hängen sehr daran. Aus gutem Grund: Das Kunstwerk ist der einzige Gegenstand, den die Janitzkas aus ihrem alten Zuhause retten konnten. Der einzige. Ansonsten wurde alles restlos zerstört – vom Hochwasser, das in dem alten Haus bis kurz unters Dach stand. Das Haus muss demnächst abgerissen werden, so wie viele weitere Häuser hier in Fischbeck, jenem Ort in Sachsen-Anhalt, der es Anfang Juni bundesweit zu einer traurigen Berühmtheit gebracht hat.

Filmreife Szenen in Fischbeck

In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni brach der Elbedeich in Fischbeck auf einer Länge von rund 50 Metern. Gewaltige Wassermassen strömten ungebremst ins Land hinein. Binnen Minuten mussten die Janitzkas ihr Haus verlassen, nur mit dem, was sie am Leib trugen. Auch die 30 Kaninchen, die hinter dem Haus in ihren Ställen waren, musste die Familie zurücklassen. Tochter Christin war bereits zuvor evakuiert worden. Die 24-Jährige ist
schwer behindert.

Am gebrochenen Deich spielten sich in der Folgezeit filmreife Szenen ab. Szenen, die dem kompletten Gegenteil der lieblichen Landschaft auf Janitzkas Gemälde entsprachen: Während Polizeipanzer für eine apokalyptische Stimmung sorgten und ratternde Bundeswehr-Hubschrauber überdimensionale Sandsäcke ins Wasser warfen, wurden in einer spektakulären Aktion drei Frachtkähne gesprengt, um diese als riesige Stöpsel für die Deichbruchstelle zu verwenden.

Christin kam in einer Einrichtung der Lebenshilfe unter. Die Eltern richteten sich übergangsweise in einem nahen, leer stehenden Konsum-Supermarkt ein. Doch Vater Hans-Peter hielt die Ungewissheit nur wenige Tage aus: Er entschloss sich, zu seinem Haus zurückzukehren, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Nachts bin ich erst einmal ein Stück durch den dunklen Wald gegangen. Doch um das Haus herum stand alles noch unter Wasser. Ich schwamm rund 100 Meter zum Haus – alles war zerstört. Von den Kaninchen war nichts mehr zu sehen, sie wurden weggeschwemmt.“ Das Haus stand zehn Tage unter Wasser, es wurde vollständig unterspült und ist einsturzgefährdet. Schnell war klar: Es bleibt nur der Abriss.

Vormieter hatten Pferde in der Wohnung

Von ihrem Notquartier im Supermarkt aus machten sich die Janitzkas auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Sie fanden es gleich gegenüber auf der anderen Straßenseite: Eine Wohnung, die zuvor Mietnomaden bewohnt hatten und die sich in einem jämmerlichen Zustand befand. „Die Vormieter besaßen zwei Pferde“, sagt Hans-Peter Janitzka. „Und in der Hochwasserphase brachten sie die Tiere doch tatsachlich in der Wohnung unter.“ Mit dem Rückgang des Wassers habe sich dann auch die Familie mitsamt den Pferden davongemacht.

Die Janitzkas standen vor der Mammutaufgabe, ihre neue Bleibe bewohnbar zu machen. Hilfe fanden sie beim Arbeiter-Samariter-Bund. „Wir haben Handwerker angestellt, die Flutopfer beim Wieder- oder Neuaufbau kostenlos unterstützen“, erklärt Stefan Eichler vom ASB Altmark. Drei dieser sogenannten „mobilen Engel“ seien zwei Wochen lang bei den Janitzkas im Einsatz gewesen. Tapete abreißen, grundieren, tapezieren, neu streichen und die Vorbereitungsarbeiten für den Fliesenleger. Schon bald können die Janitzkas in die neue Wohnung einziehen.

„Wegen der hohen Auftragslage finden viele Menschen derzeit keine Handwerker“, sagt ASB-Fluthilfekoordinator Dirk Biereige. „Weil aber der Winter vor der Tür steht, kann der Wiederaufbau nicht warten. Daher sind wir schnell mit konkreter Hilfe aktiv geworden.“ Der ASB hat neben den Handwerkern auch weitere Mitarbeiter, die sich speziell um das seelische Wohl der Menschen kümmern – oder betroffene Familien bei der Kinderbetreuung unterstützen.

Fischbeck blickt nach vorne – auch dank des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Quelle: aktion-deutschland-hilft.de

Hochwasser macht bekanntlich nicht an Landesgrenzen halt, auch nicht an der Mosel. Um sich gemeinsam besser zu schützen, haben Deutschland, Luxemburg und Frankreich jetzt die Hochwasserpartnerschaft „Dreiländermosel“ besiegelt.

„Wir müssen uns gemeinsam wappnen“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Die Mosel zähle zu den Einzugsgebieten mit dem größten Hochwasserrisiko in Rheinland-Pfalz. Ziel der neuen Vereinbarung sei es, zusammen Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln. So sollen Katastrophenpläne aufeinander abgestimmt und grenzüberschreitend Fortbildungen für Mitarbeiter etwa von Feuerwehr und Abwasserwerken organisiert werden.

Damit arbeiten erstmals Kommunen aus drei Ländern und zwei Bundesländern bei der Hochwasservorsorge direkt zusammen. Die Partnerschaft deckt den Flussabschnitt zwischen dem französischen Hunting und dem rheinland-pfälzischen Konz ab. Beteiligt sind 20 französische, luxemburgische, saarländische und rheinland-pfälzische Gemeinden.

Quelle: swr.de

Neue Pumpen fürs nächste Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Bayern

Wartenberg – Die Marktgemeinde gibt 43 000 Euro aus, um die Feuerwehr für die nächste Flut zu wappnen. Außerdem wird der Kanal in Pesenlern verbessert.

Die Feuerwehr Wartenberg soll für den nächsten Hochwassereinsatz optimal ausgerüstet sein. Daher billigte der Marktgemeinderat Anschaffungen im Wert von insgesamt 43 000 Euro. „Die Aktiven haben festgestellt, dass die Pumpen nicht so sehr geeignet sind, Schmutzwasser zu pumpen. Alle fünf Minuten hat die Pumpe wieder zugemacht“, berichtete Bürgermeister Manfred Ranft über die Erfahrungen der Juni-Flut. Dabei sei die Tragkraftspritze aus dem Jahr 1962 sogar kaputt gegangen. Ein Ersatz dafür schlägt allein mit über 9000 Euro zu Buche.

Außerdem werden Wassersauger, Schmutzwasserpumpen, ein Notstromaggregat und ein Lichtsatz angeschafft. Auf der Liste steht auch eine mobile Lautsprecheranlage, die mit einem Magneten aufs Autodach montiert werden kann (gut 5000 Euro). Damit soll die Bevölkerung gewarnt werden können.

Mit einer Beförderungsleistung von 12 000 Liter pro Minute soll eine Zapfwellen-Kolben-Pumpe ein wichtiger Bestandteil der technischen Ausstattung sein (8000 Euro). Sie kann an ein landwirtschaftliches Fahrzeug montiert werden. „Mit einer solchen Pumpe hätten wir Pesenlern retten können“, sagte Ranft über den Ortsteil, der nicht nur bei der Jahrhundert-Flut unter hochsteigendem Grundwasser zu leiden hatte. Eine solche Investition sei dann eventuell sinnvoller, als einen teuren Schacht in Pesenlern zu bauen.

Der Landkreis habe drei solcher Pumpen angeschafft, berichtete Ranft. Die Wartenberger müssten dann überlegen, ob sie das Gerät als offizielles Einsatzmittel melden. So wäre es im Alarmfall eventuell woanders im Landkreis im Einsatz. „Dann haben wir wieder nichts davon“, erklärte der Bürgermeister. Alle Ausrüstungsgegenstände sollen in den Haushalt 2014 aufgenommen werden. Für die Tragkraftspritze sind Zuschüsse zu erwarten.

Das hohe Grundwasser soll auch mit einer erneuerten Kanalisation in Pesenlern bekämpft werden. Der Marktgemeinderat hat die Aufträge für den Bau einer neuen Druckentwässerung vergeben. Der Beschluss über die auf insgesamt 92 000 Euro geschätzten Arbeiten fiel einstimmig. „Ich denke, dass die Firmen nächste Woche anfangen“, erklärte Ranft.

Zum Dank für den Einsatz Anfang Juni haben ein paar Pesenlerner der Feuerwehr Geld gespendet. Knapp 1100 Euro gingen an die Retter, berichtete der Bürgermeister.

Quelle: merkur-online.de

Die Eyach-bedingte Überschwemmung im Bereich Hindenburgstraße /Au-Stadion am 1. Juni war nicht zu verhindern. Zu diesem Schluss kommt die Stadtverwaltung nach intensiver Ursachenforschung.

Rund 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde „oder vielleicht sogar etwas mehr“ (Oberbürgermeister Helmut Reitemann) wälzten sich am Abend des 1. Juni Eyach-abwärts. Die Hochwasserschutzmaßnahmen der Stadt im Jahr 2000 waren jedoch „nur“ bis zu einem Jahrhunderthochwasser von maximal rund 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ausgelegt worden. Im Bereich Hindenburgstraße bis zu einem 50-jährigen Hochwasser mit maximal 109 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Dass es noch schlimmer kommen könnte, damit rechnete seinerzeit offensichtlich kaum jemand. Doch es kam schlimmer. „Die Gewässerdirektion beim Regierungspräsidium hat uns bestätigt, dass es sich im Juni um eine Extremsituation gehandelt hat“, erklärte Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler gestern Abend den Balinger Stadträten. Man habe daher auch keine Chance gehabt, die Überflutungen des hinteren Bereichs der Hindenburgstraße und des Au-Stadions abzuwenden.

Inzwischen ist vielen Experten klar, dass nicht mehr die Frage ist, ob solch ein gewaltiges Hochwasser erneut auftritt, sondern nur wann es wieder zuschlägt. Was aber tun? Diese Frage möchte die Stadtverwaltung nun intensiv und zügig mit Vertretern der Gesamtfeuerwehr Balingen und Mitarbeitern der Gewässerdirektion klären. „Im November sind die ersten Gespräche anberaumt.“ Ziel: Die Erarbeitung eines Hochwasserschutzplans für die Kernstadt und die Teilorte entlang der Eyach beziehungsweise der Steinach. Was der beinhalten könnte, präsentierte Köhler gestern. Ein von 300 Meter mal 200 Meter langen Wällen eingerahmtes Rückhaltebecken zwischen Erzingen und Endingen. Köhler: „Im Ernstfall eine riesige Wasserfläche.“ Dazu ein weiteres Becken im Bereich des Wettbachs oder alternativ umfangreiche Schutzmaßnahmen im Bereich des Balinger Messegeländes. Beide Varianten sind nicht unter einer bis anderthalb Millionen Euro zu bekommen.

Beim Au-Stadion könnte sich Köhler vorstellen, mobile, im Boden verschraubbare Aluwände anzuschaffen. Doch was auch immer man dort mache, es sei klar, dass die Hochwassermaßnahmen schon mit Blick auf die Eyachufer-Umgestaltung zur Gartenschau koordiniert werden sollten. „Hier jetzt beispielsweise einfach eine Staumauer einzuplanen, halte ich nicht für sinnvoll“, so Köhler.

Quelle: zak.de

Erste Hochwasser-Hilfen an Landwirte gezahlt

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Brandenburg, finanzielle Hilfen

Potsdam  Gut vier Monate nach dem Sommer-Hochwasser hat das Potsdamer Agrarministerium die ersten Hochwasserhilfen ausgezahlt. An 13 Landwirte sei Schadensausgleich in Höhe von insgesamt zwei Millionen Euro gezahlt worden, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch in Potsdam. Vorrangig wurden die Härtefälle aus den Havelpoldern bei Rhinow entschädigt, die einen wirtschaftlichen Totalausfall hatten.

„Das sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe“, erläuterte Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Zu den Schäden gehörten neben Ernteausfällen die Kosten für Bergung der Tiere und für die Räumung der überfluteten Flächen. Insgesamt wurden nach Angaben des Ministeriums bis Mitte Oktober 318 Anträge auf Hochwasserhilfe mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro eingereicht. Davon seien bereits 55 Anträge mit einem Volumen von 5,3 Millionen Euro bewilligt.

Quelle: moz.de

Stadt Dresden stellt Wiederaufbauplan nach Hochwasser vor

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Dresden, Hilfe

Insgesamt 82,7 Millionen Euro erhält die Stadt Dresden vom Freistaat Sachsen für den Wiederaufbau nach dem Hochwasser im Juni 2013. Am Mittwoch hat Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann als Leiter des Hochwasser-Nachsorgestabes den konkreten Wiederaufbauplan vorgestellt.

Der vom Freistaat Sachsen bestätigte Plan enthält Schäden an Straßen und Brücken, dem DVB-Netz, Schulen, sowie Sportanlagen und Bädern sowie anderen Infrastruktureinrichtungen. Größter Einzelposten ist die Augustusbrücke, für die rund 16 Millionen Euro bereitgestellt werden. Für die rund 270 Maßnahmen müssen bis 30. Juni 2015 die entsprechenden Anträge auf Fördermittel bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. „Die Erfahrungen der letzten Hochwasserereignisse haben dafür gesorgt, dass alle Beteiligten mit hoher Professionalität zügig die erforderlichen Dokumentationen erbringen konnten“, so Vorjohann, der davon ausgeht, das bald mit der Beseitigung der Schäden gestartet werden kann.

Quelle: dnn-online.de

Hochwasser Deutschland 2013 – Applaus, Applaus!

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Malteser unterstützen die Sanierung einer Schule in Neuhaus am Inn

Applaus, Applaus
für deine Hilfe.
Mein Herz geht auf,
wenn du hilfst.
Applaus, Applaus
für deine Art uns hier zu helfen.
Hör niemals damit auf.
Ich wünsch mir so sehr,
du hörst niemals damit auf!

Die Band „Sportfreunde Stiller“ hätte ihre helle Freude daran, wenn sie sehen würde, was die Schüler der Maria-Ward-Realschule in Neuhaus am Inn aus dem Lied „Applaus, Applaus“ gemacht haben. Gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin Irmgard Weinmann haben die Jungen und Mädchen das Original umgetextet und an ihre Situation angepasst – um sich dadurch bei den vielen Fluthelfern zu bedanken.

Die Schule ist in einem alten Barockschloss untergebracht, das sich seit dem Jahr 1320 auf einer Insel im Inn befindet. 634 Jahre später – also 1954 – stand der ehrwürdige Bau erstmals über zwei Meter unter Wasser. Auch 2002 war das Schloss betroffen, und nun also, am 3. Juni 2013, die nächste „Jahrhundertflut“. „Von oben gesehen glich unsere Schule einem sinkenden Schiff“, sagt die Schulleiterin Astrid Schmid. Nach Rückgang des Wassers habe sich ihr ein Bild des Grauens geboten: „Berge von Schlamm und Schutt in Klassenzimmern, der Küche und unseren Speisesälen – es war unvorstellbar. Sogar das massive Holzgeländer der Klosterbrücke wurde von den Wassermassen mitgerissen.“

Schüler und Eltern, Lehrer und Nachbarn, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer – sie alle packten in den Folgetagen mit an, um das Schulschiff wieder einigermaßen flott zu bekommen. Und tatsächlich: Zumindest die 9. und 10. Klassen konnten bereits drei Tage nach der Flut wieder den Unterricht aufnehmen, um ihre Abschlussarbeiten zu schreiben.

Gesamtschaden beträgt 1,5 Millionen Euro

Doch noch Monate nach der Flut laufen in vielen Räumen die Trockner. Das benachbarte Josefshaus, in dem elf Klassenzimmer und die Lehrküche der Schule untergebracht sind, ist schwer beschädigt und muss voraussichtlich 2014 abgerissen werden. Ein Neubau ist bereits angedacht. Der Gesamtschaden beläuft sich auf mindestens 1,5 Millionen Euro. „Unsere Schulstiftung ist bei weitem nicht in der Lage, dies alles alleine zu stemmen“, sagt die Schulleiterin. „Neben der staatlichen Unterstützung waren wir von Anfang an auf Spendengelder angewiesen.“ So seien alle bisher anfallenden Kosten – von Stromkosten für Trocknungsgeräte, über Rechnungen von Handwerkern bis hin zur Reparatur der Telefonanlage – aus Spenden finanziert worden.

Allein die Hochwasserhilfe Bayern/Thüringen des Malteser Hilfsdienstes hat der Maria-Ward-Schule 385.000 Euro zur Verfügung gestellt. Spendenmittel, die größtenteils von Aktion Deutschland Hilft kommen, aber auch vom Bayerischen Rundfunk. „Dadurch konnten die Speisesäle bereits wiederhergestellt werden“, sagt Malteser-Koordinatorin Alexandra Bengler. „Genauso wie die Außenanlagen, hier vor allem der Gartenbereich.“ Soweit dies möglich sei, wolle man auch die Räume im Josefshaus wieder für den Unterricht nutzbar machen – wobei hier vor allem die Lehrküche wieder eingerichtet werden soll. Alexandra Bengler: „Allein die Küchenmöbel und -geräte kosten etwa 100.000 Euro. Sie sollen jedoch so eingebaut werden, dass sie in einem Neubau des Josefshauses weiterhin voll nutzbar sind.“

„Applaus, Applaus“, die 697 Schülerinnen und Schüler sind angesichts der großen Hilfsbereitschaft tief beeindruckt – und froh darüber, das Schulleben wieder aufnehmen zu können.

@ Das Helferlied des Schulchors im Internet: www.youtube.com/watch?v=ToL9vmdF9_Q

Quelle: aktion-deutschland-hilft.de

Das Dorf gehörte zu den am stärksten von der Flut betroffenen Kommunen in Westsachsen. Keiner der vier Ortsteile blieb verschont.

Fraureuth. Das Hochwasser vom 2. Juni ist Geschichte, doch ein Großteil der Schäden sind in der Gemeinde Fraureuth noch immer sichtbar. Deren Beseitigung kann die Kommune nun schrittweise in Angriff nehmen. Dafür erhält die Gemeinde 2,5 Millionen vom Freistaat. Davon bekommt Fraureuth 1,95 Millionen Euro von der Sächsischen Aufbaubank, der Rest kommt vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. „Wir bekommen die Beseitigung aller von uns gemeldeten 25 Schäden in vollem Umfang bezahlt und erhalten sogar noch einen Zuschlag von zehn Prozent“, sagt Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU).

Von den bewilligten Vorhaben wurden acht Projekte in der Prioritätenliste als sehr hoch eingestuft. Dazu gehören die Instandsetzung des Mühlgrabens vom Einlass Neumarker Bach bis zur Ernst-Ahnert-Straße 23 im Ortsteil Gospersgrün sowie die Sanierung des Feuerlöschteiches am Wiesenweg in Römersgrün. Auf der Dringlichkeitsliste ganz oben stehen unter anderem auch die Beseitigung der Schäden, die das Hochwasser am Ruppertsbach im Bereich der Talstraße 34 sowie der Kleingartenanlage „Wiesengrund“ anrichtete. Mit dem vom Freistaat bewilligten Geld sollen unter anderem auch die Brücke zum „Steinbruch“, Ernst-Ahnert-Straße, repariert sowie der Beiersdorfer Bach im Bereich Dorfstra- ße 25 in Höhe der Feuerwehr grundhaft in Stand gesetzt werden.

Zu den Schwerpunktvorhaben in der Gemeinde gehört das Freibad Fraureuth. „Die Einrichtung wurde durch das Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen und musste nach der Flut für fast zwei Wochen geschlossen werden“, sagt der Bürgermeister. Durch den Dauerregen trat der sich hinter dem Bad am Waldesrand befindliche Vorstau über die Ufer. Die braune Brühe schoss den Hang hinunter in die Freizeiteinrichtung, floss in das Becken, vermischte sich mit dem Badewasser und verwandelte das Areal in eine Seenlandschaft. Dabei wurden unter anderem Spielplatz und Volleyballplatz weggespült. Ein Teil der Kanalisation, die unter dem Bad verläuft und durch die das Wasser des Vorstaus fließt, wurde zerstört. Was sich während der Flut besonderes negativ auswirkte: Die Gemeinde hatte 2011 in das Bad 20.000 Euro investiert und mit dem Geld unter anderem eine Pumpe installiert, mit deren Hilfe das Becken mit Nass in Trinkwasserqualität gefüllt wird. Auch diese Technik wurde durch die Flut beschädigt.

Gemeinden setzen Projekte um

Die Stadt Werdau hat 13,7 Millio- nen Euro für die Beseitigung der Hochwasserschäden bekommen. Das größte Bauvorhaben ist dabei die Instandsetzung der Ufermauer der Pleiße entlang der Turnhallenstraße. Diese Maßnahme kostet rund 1,7 Millionen Euro.

Crimmitschau erhielt 7,5 Millio- nen Euro und setzt damit 74 Maßnahmen um, unter anderem für Instandsetzungsarbeiten im Sahnpark.

Neukirchen bekam 3 Millionen Euro. Dafür soll zum Beispiel das Lehrschwimmbecken repariert werden.

Quelle: freiepresse.de

In der Gemeinde in der Reischenau könnte ein Schaden von bis zu acht Millionen Euro entstehen

Dinkelscherben Die Wassermassen im Falle eines Jahrhunderthochwassers würden die Region um Dinkelscherben akut bedrohen: Über 30 Prozent der bebauten Fläche wäre davon betroffen. Diplom-Iingenieur Frank Steinbacher berichtete vor besorgten Bürgern im Vereinsheim von Häder, wie es um den geplanten Schutz für das Gebiet um Zusam und Kleiner Roth steht. Dabei übten die Anwesenden Kritik an der Politik vor rund 40 Jahren, als die Gewässer begradigt wurden.

Speziell der Gedanke an ein „Jahrhunderthochwasser“, also an extreme Überflutungen, wie sie im Schnitt nur alle 100 Jahre einmal stattfinden, macht einigen Dinkelscherbern zu schaffen. Eine solche, von Fachleuten „HQ 100“ genannte Katastrophe würde über ein Drittel, also rund 150 Gebäude im Bereich der Zusam und Kleinen Roth, unter Wasser setzen. Viele Bewohner fürchten um ihre flussnah gelegenen Häuser.

Auch dieses Jahr wurde es kritisch, als im Juni der Pegel der Zusam bei Fleinhausen die Marke von 1,50 Metern erreichte – bei einem Normalwert von 40 Zentimetern. Die Betroffenen hatten damals Glück, der Regen setzte mehrfach aus: „Wenn das über Nacht so weitergegangen wäre, wäre der Gemeindebereich überschwemmt worden“, warnte Peter Kraus (FW), zweiter Bürgermeister von Dinkelscherben. Er betonte Dinkelscherben „ist massiv gefährdet“.

Diplom-Ingenieur Frank Steinbacher, Hauptreferent des Abends präzisierte vor den rund 20 Besuchern in Hädern die Folgen des verheerenden Hochwassers vom Juni für weite Teile Bayerns und Ostdeutschland. „Die Schäden werden immer größer“, so der für seine lasergestützte Vermessung von Binnengewässern aus der Luft bereits mit dem österreichischen Businesspreis „i2b-Award“ prämierte Steinbacher.

Beispiele für die extreme Macht großer Wassermengen gibt es auch im Landkreis. Wie der Referent ausführte, war auch Welden dieses Jahr betroffen, nicht von Wasser der Laugna, sondern durch starken Regen. „20 Zentimeter ist dort das Wasser über den Waldboden geschossen. Falls die Kanalisation die Massen nicht mehr aufnehmen kann, laufen die Keller voll.“ Frank Steinbacher sieht allein in Dinkelscherben ein Schadenspotenzial von 7,5 bis 8 Millionen Euro – Grund genug für den Freistaat, um zu handeln. Bis 2020 wird Bayern „2,3 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investieren“. In der Reischenau sollen zwei Rückhaltebecken bei Siefenwang und Ziemetshausen dafür sorgen, dass sich die Zusam im Fall eines Jahrhunderthochwassers nicht in ein reißendes Gewässer verwandelt. Ebenfalls geplant ist ein Becken, damit aus der Kleinen Roth keine Gefahr wird. Die Gemeinde bemüht sich, Flächen zu tauschen, die im Rückstaugebiet liegen. Dabei gilt es eine Reihe Auflagen des Freistaats zu berücksichtigen, vor allem im Bereich des Umweltschutzes.

Steinbacher erklärte: „Man versucht nicht mehr, so stark in die Natur einzugreifen.“ „Das durfte man aber in den 70ern“, bemerkte einer der Anwesenden während der abschließenden Diskussion. Es sei vor rund 40 Jahren ein falscher Weg gewesen, die Gewässer zu begradigen. Kritisiert wurde von den Bürgern auch, dass anliegende Grundstücke damals zur Bebauung freigegeben worden seien. Wenn so eine Planung aktuell umgesetzt werden sollte, müsste man jedoch viele Auflagen beachten.

Alle im Vereinsheim waren sich einig, dass der Schutz vor einer möglichen Naturkatastrophe nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Wie es Gemeinderat Stefan Steinbacher, der Vater des Experten, auf den Punkt sagte: „Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein Betteldorf.“

Quelle: augsburger-allgemeine.de


Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

Wenn das Hochwasser kommt, ist Dinkelscherben ein „Betteldorf“ – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Wenn-das-Hochwasser-kommt-ist-Dinkelscherben-ein-Betteldorf-id27482392.html

In Merseburg beteiligen sich Anwohner finanziell am Bau einer Anlage zum Schutz vor der Saaleflut. Das ist in Sachsen-Anhalt einmalig. Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro.

Sanft steigt Dampf von der Saale auf, die sich träge in ihrem Bett wälzt. „Dieses Fleckchen Erde ist doch eigentlich ein Paradies“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrem Partner Olaf Necke und Sohn Jan in der Merseburger Werderstraße direkt am Fluss wohnt, der sich hier am Eingang zur Stadt noch seinen Weg durch die Aue bahnt. Doch die Idylle trügt. Viermal hat der Strom seit 1994 seine Urgewalten entfesselt, 20 Privatgrundstücke überschwemmt – das letzte Mal mit einem Rekordhochwasser im Juni dieses Jahres. „Ich möchte endlich nicht mehr in Angst vor der Saale leben müssen“, sagt Uta Stötzner, die mit ihrer Familie nach wie vor mit den Folgen der Flut kämpft. Ein Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt soll den Südosten Merseburgs nun Schutz vor künftigen Überflutungen bringen.

Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro

Geplant ist der Bau einer Hochwasserschutzanlage für rund 1,07 Millionen Euro – finanziert zu 80 Prozent durch das Land. Den Rest der Summe trägt die Stadt, die wiederum die Grundstücksbesitzer in der Werder- und der Krautstraße auf freiwilliger Basis an den Kosten beteiligt. Das gab es in Sachsen-Anhalt in dieser Form noch nie. Für bebautes Land schießen die Eigentümer einen Euro pro Quadratmeter zu, für unbebaute Flächen 50 Cent. 43 000 Euro kommen so zusammen, die in den städtischen Finanzanteil einfließen. „Es hat viele Gespräche mit den Anwohnern gegeben. Und sicher wurde hier und da auch kontrovers diskutiert. Letztlich haben sich alle der Idee angeschlossen“, erzählt Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU).

Dass die Grundstückeigentümer auch finanziell Verantwortung übernehmen, findet Bühligen in diesem Fall richtig. „Durch den Hochwasserschutz tragen wir zum Werterhalt des privaten Eigentums in diesem Stadtteil bei. Die Menschen, die hier wohnen, müssen daran ein Eigeninteresse haben.“ Sachsen-Anhalts Landwirtschafts- und Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) sieht es ähnlich. „Diese Verfahrensweise ist ein sinnvoller Weg. Jeder, der von Hochwasser betroffen sein kann, ist verpflichtet, eine geeignete Vorsorge zu treffen, soweit das möglich und zumutbar ist.“ Ob das Modell Schule machen kann, sagt der Minister aber nicht.

Knackpunkt ist im Fall von Merseburg die Einstufung der etwa 53 000 Quadratmeter großen Fläche. Sie gilt als Überschwemmungsgebiet. „Diese Flächen dienen in ihrer natürlichen Funktion als Rückhalt bei Hochwasser“, heißt es aus dem Umwelt- und Agrarministerium in Magdeburg. Der neue Deich indes würde diese Schutzfunktion nicht beeinträchtigen, das ist bei der Planung überprüft worden. Die verbleibende Überflutungsfläche bleibe groß genug, ergab die Expertise.

Land muss nicht Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten schützen

Das Land sei nicht verpflichtet, eine Wohnbebauung in Überschwemmungsgebieten zu schützen, so das Ministerium. Da sich aber die Stadt beteilige, werde man das Vorhaben unterstützen – so wie beim Hochwasserschutz in Biederitz. Nur dass dort Anwohner nicht zur Kasse gebeten werden wie in Merseburg.

„Wir haben doch gar keine Wahl, als mitzumachen“, sagt Olaf Necke. Das 5 200 Quadratmeter große Grundstück mit dem Wohnhaus und den Nebengebäuden hat er von seinen Eltern übernommen. Die hatten gelernt, mit dem Hochwasser zu leben. Das aber soll früher längst nicht so extrem ausgefallen sein. „1988 stand das Wasser das erste Mal im Garten, 1994 dann einen Meter hoch im Haus“, schildert der 51 Jahre alte Juwelier, der in Bad Lauchstädt ein Uhren- und Schmuckgeschäft führt.

Als 2002 die Saale wieder ausbrach und immense Schäden hinterließ, hatte die Versicherung die Police gekündigt. Necke baute sich daraufhin seinen eigenen Damm, dazu eine massive Betonmauer. Denn wenn das Wasser kommt, dann gleich von drei Seiten. „2011 konnten wir das Haus halten, aber in diesem Juni waren wir wieder chancenlos“, erzählt er.

Mehr als 90 000 Euro an Schäden haben Gutachter ausgerechnet. Bevor die Mauern trocken sind, werden wohl noch Monate vergehen. Die Fluthilfe des Landes, die die Familie beantragt hat, lindert die Not. „Vier Flutkatastrophen in zwei Jahrzehnten. So kann es nicht weitergehen“, sagt Olaf Necke. Er wolle nicht mehr den Schlamm aus einem Haus schippen und von vorn beginnen.

Das Saalehochwasser bedroht indes nicht nur die Häuser an der Werderstraße, sondern auch den historischen Stadtteil Neumarkt. „Wir hätten ohnehin in den Hochwasserschutz investieren müssen. Nur wäre die Variante kleiner ausgefallen“, sagt Frank Friedrich, Sachbereichsleiter im Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. So sollte die Bundesstraße 181 zu einem Damm ausgebaut werden. Der Neumarkt wäre dann sicherer, alle Grundstücke südlich davon aber der Flut ausgeliefert gewesen. „Und genau dieses Szenario wollten wir vermeiden“, sagt Bühligen.

Wie die Stadt reagiert hätte, wenn einzelne Grundstückseigentümer gegen den Finanzierungsplan auf die Barrikade gegangen wären, kann der Oberbürgermeister nicht sagen. „Dann hätten wir eine Lösung finden müssen.“ Oder es wäre bei der ursprünglichen Planung geblieben

Baubeginn für 2014 geplant

Soweit ist es nicht gekommen. Schon im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Vorgesehen ist eine Kombination aus Deich, Spundwand und mobilen Elementen. „Es ist der große Vorteil der Merseburger Variante, dass wir uns mit Privatpersonen nicht mehr herumschlagen müssen. Das dürfte das Planverfahren deutlich beschleunigen“, sagt Frank Friedrich vom Landesbetrieb. Die Unterlagen für die Genehmigung des Bauprojektes sind eingereicht, die Entscheidung, ob und wann die Bagger anrollen, fällt das Landesverwaltungsamt in Halle.

Mit der unverbauten Idylle ist es dann für Familie Nocke/Stötzner vorbei. Quer über ihr Grundstück soll dann eine Mauer verlaufen, wie Nocke gehört hat rund 1,50 Meter hoch. „Vor dem Anblick graut es mir schon heute“, sagt Uta Stötzner. Immerhin habe der Landesbetrieb für Hochwasserschutz zugesagt, dass das Bauerwerk optisch gestaltet werden soll. „Früher hätte ich nie zugestimmt“, sagt sie. „Aber seit diesem Sommer ist das anders.“

Quelle: mz-web.de

Hochwasser Sachsen-Anhalt: Fluthilfe fließt nur zögerlich

Veröffentlicht: Oktober 23, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Halle

Halle  – In Sachsen-Anhalt geraten offenbar Unternehmen in Existenznot, weil dringend benötigte Wiederaufbauhilfen nach dem Juni-Hochwasser vom Land noch nicht ausgezahlt werden können. Ursache dafür ist eine noch ausstehende Genehmigung der EU-Kommission für die Überweisung von Fluthilfen, berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Mittwochausgabe). „Es gibt Firmen, die auf weitere Zahlungen nach der Soforthilfe angewiesen sind“, sagte der stellvertretende Leiter des Wiederaufbaustabes der Landesregierung, Theo Struhkamp, der Zeitung. Bislang habe das Wirtschaftsministerium maximal 200 000 Euro Soforthilfe je betroffener Firma gezahlt, „doch es kommt Druck auf von Betrieben, die mehr als diese 200 000 Euro benötigen“, so Struhkamp. Das Land warte daher händeringend auf eine Entscheidung der EU-Kommission.

Quelle: finanznachrichten.de