Wald hat durch das Hochwasser Schaden genommen / Kahlschlag für rund 15 Hektar beantragt Flutschäden werden Jahre sichtbar sein

Veröffentlicht: Oktober 19, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Sachsen-Anhalt

Auch wenn das Hochwasser längst zurückgegangen ist, hat es immer noch starke Auswirkungen. In Gommern betrifft das den Wald, in den das Wasser bei der Überspülung des Ehledeiches gelaufen ist. Tausende Bäume sterben ab.

 

Gommern l Ein gespenstischer Anblick bietet sich dem Wanderer, der sich in die im Sommer überfluteten Fläche des Waldes zwischen Vogelsang und Gommern begibt. Viele der Bäume sind schon kahl, obwohl der Herbst erst begonnen hat. „Sie sterben ab“, erklärte Revierförster Jens Dedow auf Nachfrage. Betroffen seien die meisten Baumarten des Waldstücks zwischen Vogelsang, AWG-See und Gommern. Nur wenige seien stark genug, um das Wasser unbeschadet überstanden zu haben. Zehn Wochen haben die Bäume im Wasser gestanden. Dedow schätzt, dass das die Bäume regelrecht erstickt hat. „Sauerstoff fehlt im Stauwasser“, erklärte er.

Nur Bäume, die die Fähigkeit haben, durch wasserhaltende Schichten im Boden zu wachsen, scheinen zu überleben. „Das sind vor allem Eichen. Allerdings scheinen die Kiefern auch unbeschadet zu sein, damit hätte ich nicht gerechnet“, fügte er an. Dedow gibt sich auch da vorsichtig. „Wir haben mit solchen Ereignissen keine Erfahrung“, sagte er. Noch immer stehe an vielen Stellen das Wasser kurz unter der Bodenfläche, an einigen Stellen füllt es noch immer Senken. Viele Bäume wurden so geschwächt, dass sie nun Opfer von Parasiten werden. Käfer, aber vor allem Pilze setzen den Bäumen weiterhin zu. Die Roteichen in dem Waldstück weisen fast alle tiefschwarze Flecken auf. „Das ist Schleimfluss“, erklärt Dedow. Schuld daran ist ein Pilz. Er befürchte, dass dieser sich weiter ausbreite, so dass auch für diese Bäume nur das Abholzen bleibt

Vielen Bäumen sei es anzusehen, dass sie nur noch von ihren Reserven leben. „Sie haben nur wenige grüne Blätter. Sie leben von dem, was noch im Stamm ist und gehen dann ein“, erklärte der Fachmann. Die Wurzel sei bei ihnen schon tot.

Zwischen 15 bis 20 Hektar, so vermutet der Revierförster, müssen nun kahlgeschlagen werden. „Wir haben das bei der Unteren Forstbehörde beantragt“, erklärte er. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen. Ihm wäre es lieb, wenn der Schlag so schnell wie möglich passieren würde. „Das Holz wird ja nicht besser“, betonte er. Einige Stämme könnten noch zu Brettern verarbeitet werden, viele junge Bäume reichen nur für Industrieholz, erklärte er. Die Menge an Holz sei nicht unbedingt das Problem, „das fängt unsere Planung schon auf“, erklärte er. Es ist eher die Qualität, die nicht mehr genügt, damit aus den Bäumen Sägeholz werden kann. „Oder eben nur mit Preisnachlässen“, befürchtet er.

Vier bis fünf Jahre werde er sich noch mit den Flutschäden beschäftigen müssen, schätzte Dedow. „Das Aufziehen der neuen Bäume ist dabei noch nicht mal mitgerechnet“, fügte er an.

Zusätzlich zu den Schäden am Holz hat das Hochwasser etliche Forstwege zerstört. Beziehungsweise wurden die Wege zerstört, als die Lkw Sand und Schotter während der Flut gefahren haben, um Deiche zu errichten. Rund 15 Kilometer Wege seien nun wieder aufgefüllt worden.

Auch die Fauna habe das Wasser beeinflusst. „In diesem Gebiet vermute ich, dass die Hälfte des Rehwildes verendet ist.“

Da das Wasser von zwei Seiten kam, sei das Wild eingeschlossen gewesen. Wildschweine seien die besseren Schwimmer, daher haben vermutlich mehr überlebt. Einen besseren Einblick bringen die nächsten Wochen, wenn alle Blätter gefallen seien. Doch schon jetzt registriert Dedow, der auch Jäger ist, „wesentlich weniger Fährten“.

Quelle: volksstimme.de

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