Probleme anschaulich gemacht – Deichschau mit Ministerialbeamten

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Vor dem Hochwasser im Juni hielt man im Umweltministerium in Hannover Lüchow-Dannenberg in Sachen Hochwasserschutz für gut aufgestellt. Nach dem Hochwasser wurde deutlich, dass beim nächsten, dann womöglich noch höher ausfallenden Hochwasser die Mauer in Hitzacker doch nicht hoch genug sein könnte.

Vom Freibord war diesmal nicht mehr soviel übrig, deshalb sei es nötig, die Mauer aufzustocken, fordert der Jeetzel-Deichverband. Ganz zu schweigen von Lücken und Problemen, die sich angesichts der Wassermengen plötzlich an anderen Stellen im Elbdeich auftaten. Einige dieser Probleme an Elbe und Jeetzel wurden gestern Peter Horn vorgestellt, dem für Hochwasserschutz zuständigen Fachmann im Ministerium und seinem Abteilungskollegen Peter Wilhelm. Die vom Jeetzeldeichverband zu der Herbstschau eingeladene Staatssekretärin Almut Kollwitz hatte kurzfristig abgesagt. Bei der Herbstschau ging es in Lüchow, Hitzacker, Wussegel und Laase um Deichverteidigungswege, Minderhöhen von Deichen und der Flutschutzmauer, um Bäume auf und an Deichen in der Schutzzone 3, sowie um den Rückschnitt der Verbuschung.

Die Vertreter der Deichverbände und der Kommunen hörten bei der Abschluss-Besprechung in Dünsche mit Wohlwollen, dass das Land seine Mittel für den Hochwasserschutz verdoppeln will, denn damit wächst auch ihre Hoffnung, einen Teil dieses Geldes für ihre Problemfälle abzubekommen. Die beiden Ministeriums- vertreter betonten, dass bei der Bereisung »die Probleme, die auf der Hand liegen, anschaulich gemacht wurden» und dass man versuchen werde, »Hilfeleistung zu bieten». Peter Wilhelm schloss sich dem Pragmatismus von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an: Der habe gesagt, wo etwas gemacht werden müsse, werde man auch Wege finden, es machen zu können. Peter Horn war wichtig, die Anwesenden noch einmal an das Erreichte zu erinnern: Die neue Anlage in Hitzacker habe hervorragend funktioniert, und sei von Bundeskanzlerin Merkel – »Beispielhaft für ganz Deutschland» – geadelt worden. Das Ganze sei nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung bezahlt worden – was letztlich auch den Bundesrechnungshof überzeugt habe. Hochwasserschutz bestehe nicht nur aus dem Deich, sondern auch aus Deichverteidigungswegen. Da sei Niedersachsen »top aufgestellt». Weil die Wege mit schwerem Gerät befahren werden konnten, habe man auch gut reagieren können. Woanders, so Horn, standen die Trecker tief im Schlamm, durch den die Helfer die Sandsäcke schleppen mussten. Auch Horn sieht nach diesem höheren Hochwasser neuen und weiteren Handlungsbedarf. Eine hohe Priorität müsse, so Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die »prekäre Situation» in Wussegel haben. Sein Vorschlag: Im Flurbereinigungsverfahren Flächen – auch für Polder – ankaufen, die Planungen anschieben. Bisher liegt das Bemessungshochwasser bei 4000 Kubikmeter pro Sekunde, künftig werde man sich an 4545 Kubikmetern/Sekunde bei einem Pegelstand von 7,99 in Wittenberge orientieren. Was die Elbe-Minis-ter im Dezember entscheiden werden, sei offen. Mehr länderübergreifende Abstimmung und mehr Transparenz wünschen sich Ernst-August Schulz vom Landkreis, Axel Schmidt vom Jeetzel-Deichverband und Peter Hildebrandt vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: als Unterlieger wollen sie bessere Informationen über die ihnen drohenden Wassermengen. Bis heute sei unklar, wieviel Wasser durch die Havelpolder gegangen sei. Im hiesigen Katastrophenstab habe man »nicht gewusst, was passiert», merkte Ernst-August Schulz an. Wie dringend eine Optimierung der Zusammenarbeit sei, zeigte er an einem Beispiel. Wäre nicht der Deich bei Fischbeck, sondern der bei Sandau gebrochen, dann wäre das Wasser von hinten bis Gartow gelaufen. Einiges sei durchaus auf dem kleinen Dienstweg zu klären, solche Fragen aber besser auf Landesebene.

Mit dem von Gartow Samt- gemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) gewünschte Nikolausgeschenk könnte es womöglich etwas werden: Es geht um die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Vietze. Horn kündigte einen Vor-Ort-Termin an und verwies auf Restgelder aus der alten Förderperiode.

Quelle: ejz.de

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