Gehölzrückschnitt ab 21. Oktober von Hitzacker aus

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Kreisverwaltung und Biosphärenreservatsverwaltung haben Vorgehen im Detail abgestimmt

Ab dem 21. Oktober wird der Verbuschung an der Elbe zu Leibe gerückt.

Die Firma Hof Steinberg, die im Jahr 2010 Gehölze im Bereich zwischen Neu Darchau und Hitzacker zurückgeschnitten hatte, wird diese Arbeiten nun von Hitzacker an elbaufwärts fortsetzen. Das hat Diplomingenieur Ernst-August Schulz, Leiter des Fachdienstes Tiefbau und der Wasserbehörde, gegenüber der EJZ mitgeteilt. Jene Arbeiten waren bereits für die Jahre 2011 und 2012 geplant worden, kamen aber wegen hoher Wasserstände der Elbe nicht zustande. »Diesmal sehen die Pegelprognosen positiver aus, sodass wohl richtig was geschafft werden kann», ist Schulz optimis- tisch.

Am 1. Oktober hatte eine gemeinsame Bereisung der Fachleute der Kreisverwaltung, der Verwaltung des Biosphären- reservats sowie der beauftragten Firma stattgefunden. Dabei wurde einvernehmlich festgelegt, in welchen Bereichen genau welche Gehölze zurückgeschnitten werden sollen. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Kreisverwaltung jene Gehölze kartiert, die als besonders schädlich für den Hochwasserabfluss der Elbe gelten. »Die Biosphärenreservatsverwaltung war bei der Bereisung sehr kooperativ», lobt Ernst-August Schulz. So sei auch abgesprochen worden, dass in manchen Bereichen abgestorbene Eichen sowie größere Stämme Totholz aus dem Uferbereich der Elbe entfernt werden. »Auch Bäume wie beispielsweise die amerikanische Esche, die hier gar nicht heimisch ist, werden im Zuge der Rückschnittarbeiten mit Genehmigung der Verwaltung des Biosphärenreservats gefällt und entfernt.»

Beim Großteil der Gehölze handelt es sich aber um Weiden, die vor Ort mit einem Bagger abgeschnitten und anschließend geschreddert werden. Das Schreddergut wird danach aus dem Elbvorland abtransportiert.

Am rechtsseitigen Elbufer im Amt Neuhaus laufen die Rückschnittarbeiten zwischen Wehningen und Privelack bereits seit Anfang September. Darauf hat der Landkreis Lüneburg in einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Bislang wurde dort jener Bewuchs, der bei Hochwasser für die Deiche eine Gefahr darstellt, auf einer Strecke von 15 Kilometern vereinbarungsgemäß gezielt entfernt.

Bei der jüngsten Bereisung mit Verantwortlichen des Landkreises Lüneburg waren auch Vertreter des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums (VSKE) bei Herrenhof (gegenüber Hitzacker) zu- gegen, um sich über den aktuellen Stand der Rückschnittmaßnahmen zu informieren. Dort hat die Firma Zeyn den Auftrag zum Gehölzrückschnitt erhalten.

»Dieses Jahr sind wir schneller als in den Vorjahren», bewertete Klaus-Jürgen Steinhoff, Dezernatsleiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, die Arbeiten. Nach dem Hochwasser im Juni hatte die Biosphärenreservatsverwaltung die Erlaubnis erteilt, dass in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden darf und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Allein in der Gemeinde Amt Neuhaus und der Stadt Bleckede soll auf der rechten Elbseite insgesamt eine Strecke von 45 Kilometern be-arbeitet werden.

Vor Beginn der Arbeiten hatten sich auch dort die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen und der Firma Zeyn auf eine Gehölzbeseitigung in einem naturverträglichen Rahmen geeinigt, erklärte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Nach wie vor dürfen besondere Lebensräume, die nach EU-Recht unter Schutz stehen, nicht bearbeitet werden. Dafür muss ein Ausnahmeantrag bei der EU gestellt werden. Bereiche mit Biberbauten sind dauerhaft tabu und müssen erhalten bleiben.

Nach den Hochwassern der vergangenen Jahre sind die Maßnahmen gegen die Verbuschung an den Deichen noch wichtiger geworden, sind sich die Experten einig. Denn in dem Gehölz kann sich bei Hochwasser Treibgut sammeln und so den Wasserabfluss erheblich behindern. Im Landkreis Lüneburg koordiniert der VSKE die Abstimmung zwischen den Flächeneigen- tümern und der Firma Zeyn. Der Baumschnitt soll anschließend energetisch verwendet werden. »Das Schulzentrum Bleckede wird zum Beispiel mit den Holzhackschnitzeln aus den Rückschnittsarbeiten beheizt», erklärt Steinhoff. »Das anfallende Schnittmaterial ist mittlerweile ein echtes Wirtschaftsgut geworden.»

Quelle: ejz.de

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