Archiv für Oktober 12, 2013

Petition zum Hochwasser – Aken wartet auf Antworten

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Aken

Eine Akener Initiative fordert von den Politikern des Petitionsausschusses des Landtages in einem offenen Brief, sich endlich zu äußern. Bis Ende Oktober erwarten die 3.379 Unterzeichner eine Reaktion zu offenen Fragen zum Hochwasser.

Siegfried Schnuppe hat das Warten satt. Und mit ihm 3.379 Akener. Sie alle hatten im Sommer eine Petition unterschrieben. Darin kritisieren sie einige Vorkommnisse während des Hochwassers und fordern, dass diese Geschehnisse aufgearbeitet werden. Sie wollen Antworten auf ihre Fragen. Sie wollen nicht, „dass diese Dinge in Vergessenheit geraten“. Aber: Kein Zeichen aus Magdeburg.

Nun hat Schnuppe, der zu den Initiatoren der Petition gehört, sich wieder zu Wort gemeldet – mit einem offenen Brief. Darin beklagt er im Namen der Unterzeichner offiziell, dass sich der Petitionsausschuss bis Sonnabend offenbar nicht mit den Akener Sorgen beschäftigt habe. Rechtsanwalt Schnuppe sagt: „Das ist eine riesengroße Sauerei.“ Und schlechter Stil.

Warum meldet sich keiner?

„Diese Hochwasserkatastrophe“, betont er, „war etwas Außergewöhnliches.“ Dass die Politiker viel zu tun haben, verstehe er auch. Was er allerdings überhaupt nicht nachvollziehen kann, „dass man es bis heute nicht für notwendig erachtet hat, sich bei uns zu melden“.

In der Petition fordern die Elbestädter eine Erklärung zu den Geschehnissen am Deichabschnitt bei Mutter Sturm zwischen Dessau und Aken. Hier war das Hochufer im Juni überspült worden und der Deich gebrochen. Mit ihrer Petition wollen sie eine Klärung der Zuständigkeiten herbeiführen: Wer kümmert sich in diesem Grenzbereich um den Deich? Die Stadt Dessau-Roßlau? Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld? Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW)?

Sie wollen weiter wissen, warum es gefährlich sein soll, ein für den Hochwasserfall gebautes Schöpfwerk während des Hochwassers zu betreiben. „Es mag eine Erklärung dafür geben, aber die kennen wir nicht“, hakt Schnuppe nach und schickt hinterher: „Nach unserer Auffassung beißt sich das.“ Sollte es eine schlüssige Argumentation für die Entscheidungen zum Schöpfwerksbetrieb geben, dann wüsste man das in Aken gern.

Und außerdem fordern die Elbestädter in ihrer Petition eine Entschuldigung des innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Landtag, Jens Kolze, der strafrechtliche Ermittlungen gegen die Akener Verantwortlichen für gut und richtig befand, obwohl es diese Ermittlungen zu keinem Zeitpunkt gegeben hatte. Er, Schnuppe, hielte es für einen guten Stil, solche Äußerungen zurückzunehmen beziehungsweise sich zu entschuldigen.

„Es geht uns bei allen Fragen, die wir mit der Petition aufwerfen, nicht darum nachzukarten. Wir wünschen uns Lösungsansätze. Diese Ereignisse dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“

Ausschuss will sich in den nächsten Sitzungen mit Petition beschäftigen

Acht bis zehn Wochen, hieß es damals, könnte es dauern, bis sich der Petitionsausschuss mit der Akener Initiative befasst. Mittlerweile sind weit mehr als zehn Wochen vergangen. Wenn sich die Bearbeitungszeiten verlängern, sei ein Gebot des Anstands, zumindest einen Zwischenbescheid zu schicken. Den erwartet die Akener Initiative bis Ende Oktober und will danach, sollte sich nichts tun, weiter politisch Druck machen. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, begründet Schnuppe, warum er so ungeduldig ist.

Unterdessen erklärte die Geschäftsstelle für Petitionen auf MZ-Nachfrage, dass die Stellungnahme der Landesregierung zu den Akener Geschehnissen jetzt vorliegt und sich der Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen damit befassen werde.

Quelle: mz-web.de

Besserer Schutz – Deich an der Donau wird saniert

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth wird einen etwa 1,7 Kilometer langen Deichabschnitt an der Donau sanieren. An dem drei Meter hohen Deich kam es beim Hochwasser Anfang Juni zu starken Sickerwasseraustritten am Deichfuß und einem starken Aufweichen des Bodens auf einer Länge von rund einhundert Meter (wir berichteten). Nur durch umgehende Sofortmaßnahmen durch das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth konnte zum damaligen Zeitpunkt ein Deichbruch verhindert werden, schreibt die Behörde.

Die oberhalb und unterhalb liegenden Deichabschnitte in den Landkreisen Donauwörth und Dillingen sind bereits in den vergangenen Jahren verbessert worden. Nun soll mit der Sanierung dieses Teils zwischen der Bartlstockschwaige und der Grenze zum Landkreis Donau-Ries das letzte Deichstück an die aktuellen Sicherheitsanforderungen angepasst werden.

Dafür werden die Deichkrone sowie die landseitige Böschung verbreitert und der Deichfuß durch einen Auflastfilter verstärkt. Dieser dient im Hochwasserfall als Zufahrt zur Deichverteidigung. Die Maßnahme kostet rund eine halbe Million Euro, teilt das Wasserwirtschaftsamt mit.

Aufgrund der Lage in einem naturschutzfachlich sensiblen Gebiet wurden die Arbeiten mit den Naturschutzbehörden abgestimmt. Durch die Verbreiterung des Deiches kann sich zukünftig auf einer größeren Fläche ein extensiver Magerrasen einstellen.

Der zu sanierende Deich besteht laut Wasserwirtschaftsamt bereits seit dem 19. Jahrhundert. Er bietet Schutz vor kleinen Hochwasserereignissen und steht zum Teil noch auf privaten Grundstücken. Für die anstehende Sanierung werden zusätzliche Flächen benötigt. Diese wurden bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Grunddienstbarkeiten gesichert. Im Rahmen des laufenden Flurbereinigungsverfahrens soll der Deich in öffentliches Eigentum übergehen, die Eigentümer werden Ersatzgrundstücke erhalten.

Quelle: augsburger-allgemeine.de

Besserer Schutz – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Besserer-Schutz-id27347942.html

Viele Hochwasser-Schäden noch nicht behoben

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in Hochwasserfolgen, Thüringen

Rund vier Monate nach der Flutkatastrophe vom Frühsommer ist in Thüringen ein großer Teil der Schäden an den Flussläufen noch immer nicht beseitigt. Karlheinz Hintermeier von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) sagte MDR THÜRINGEN, rund 70 bis 80 Prozent der betroffenen Gebiete habe man bereits „im Griff“.

Besonders an Ilm und der Elster bei Greiz müssten aber noch dringend Schäden behoben werden. Probleme bereiteten vor allem angeschwemmte Kiesbänke, sagte Hintermeier. Die müssten weg, um die Flussläufe zu normalisieren. Die Aufträge für die Arbeiten mit einem Volumen von rund 2,3 Millionen Euro seien größtenteils vergeben, die Baufirmen kämen jedoch kaum hinterher.

Für die weitere Schadensbeseitigung an den Hochwasserschutzanlagen rechnet Hintermeier mit einer Dauer von vier Jahren. Beispielsweise müssten alte oder zu niedrige Deiche ausgebaut werden, etwa in Greiz, Treben und Wünschendorf. Möglich sei, dass zusätzlich zu den dafür bereitstehenden Mitteln über 14 Millionen Euro eine weitere einstellige Summe nötig werde. Manche Schäden könnten erst nach Monaten erkannt werden.

Quelle: mdr.de

Vor dem Hochwasser im Juni hielt man im Umweltministerium in Hannover Lüchow-Dannenberg in Sachen Hochwasserschutz für gut aufgestellt. Nach dem Hochwasser wurde deutlich, dass beim nächsten, dann womöglich noch höher ausfallenden Hochwasser die Mauer in Hitzacker doch nicht hoch genug sein könnte.

Vom Freibord war diesmal nicht mehr soviel übrig, deshalb sei es nötig, die Mauer aufzustocken, fordert der Jeetzel-Deichverband. Ganz zu schweigen von Lücken und Problemen, die sich angesichts der Wassermengen plötzlich an anderen Stellen im Elbdeich auftaten. Einige dieser Probleme an Elbe und Jeetzel wurden gestern Peter Horn vorgestellt, dem für Hochwasserschutz zuständigen Fachmann im Ministerium und seinem Abteilungskollegen Peter Wilhelm. Die vom Jeetzeldeichverband zu der Herbstschau eingeladene Staatssekretärin Almut Kollwitz hatte kurzfristig abgesagt. Bei der Herbstschau ging es in Lüchow, Hitzacker, Wussegel und Laase um Deichverteidigungswege, Minderhöhen von Deichen und der Flutschutzmauer, um Bäume auf und an Deichen in der Schutzzone 3, sowie um den Rückschnitt der Verbuschung.

Die Vertreter der Deichverbände und der Kommunen hörten bei der Abschluss-Besprechung in Dünsche mit Wohlwollen, dass das Land seine Mittel für den Hochwasserschutz verdoppeln will, denn damit wächst auch ihre Hoffnung, einen Teil dieses Geldes für ihre Problemfälle abzubekommen. Die beiden Ministeriums- vertreter betonten, dass bei der Bereisung »die Probleme, die auf der Hand liegen, anschaulich gemacht wurden» und dass man versuchen werde, »Hilfeleistung zu bieten». Peter Wilhelm schloss sich dem Pragmatismus von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an: Der habe gesagt, wo etwas gemacht werden müsse, werde man auch Wege finden, es machen zu können. Peter Horn war wichtig, die Anwesenden noch einmal an das Erreichte zu erinnern: Die neue Anlage in Hitzacker habe hervorragend funktioniert, und sei von Bundeskanzlerin Merkel – »Beispielhaft für ganz Deutschland» – geadelt worden. Das Ganze sei nicht nur mit viel Geld, sondern auch mit einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung bezahlt worden – was letztlich auch den Bundesrechnungshof überzeugt habe. Hochwasserschutz bestehe nicht nur aus dem Deich, sondern auch aus Deichverteidigungswegen. Da sei Niedersachsen »top aufgestellt». Weil die Wege mit schwerem Gerät befahren werden konnten, habe man auch gut reagieren können. Woanders, so Horn, standen die Trecker tief im Schlamm, durch den die Helfer die Sandsäcke schleppen mussten. Auch Horn sieht nach diesem höheren Hochwasser neuen und weiteren Handlungsbedarf. Eine hohe Priorität müsse, so Peter Hildebrandt, der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände, die »prekäre Situation» in Wussegel haben. Sein Vorschlag: Im Flurbereinigungsverfahren Flächen – auch für Polder – ankaufen, die Planungen anschieben. Bisher liegt das Bemessungshochwasser bei 4000 Kubikmeter pro Sekunde, künftig werde man sich an 4545 Kubikmetern/Sekunde bei einem Pegelstand von 7,99 in Wittenberge orientieren. Was die Elbe-Minis-ter im Dezember entscheiden werden, sei offen. Mehr länderübergreifende Abstimmung und mehr Transparenz wünschen sich Ernst-August Schulz vom Landkreis, Axel Schmidt vom Jeetzel-Deichverband und Peter Hildebrandt vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände: als Unterlieger wollen sie bessere Informationen über die ihnen drohenden Wassermengen. Bis heute sei unklar, wieviel Wasser durch die Havelpolder gegangen sei. Im hiesigen Katastrophenstab habe man »nicht gewusst, was passiert», merkte Ernst-August Schulz an. Wie dringend eine Optimierung der Zusammenarbeit sei, zeigte er an einem Beispiel. Wäre nicht der Deich bei Fischbeck, sondern der bei Sandau gebrochen, dann wäre das Wasser von hinten bis Gartow gelaufen. Einiges sei durchaus auf dem kleinen Dienstweg zu klären, solche Fragen aber besser auf Landesebene.

Mit dem von Gartow Samt- gemeindebürgermeister Friedrich-Wilhelm Schröder (CDU) gewünschte Nikolausgeschenk könnte es womöglich etwas werden: Es geht um die Planungskosten für den Hochwasserschutz in Vietze. Horn kündigte einen Vor-Ort-Termin an und verwies auf Restgelder aus der alten Förderperiode.

Quelle: ejz.de

Kreisverwaltung und Biosphärenreservatsverwaltung haben Vorgehen im Detail abgestimmt

Ab dem 21. Oktober wird der Verbuschung an der Elbe zu Leibe gerückt.

Die Firma Hof Steinberg, die im Jahr 2010 Gehölze im Bereich zwischen Neu Darchau und Hitzacker zurückgeschnitten hatte, wird diese Arbeiten nun von Hitzacker an elbaufwärts fortsetzen. Das hat Diplomingenieur Ernst-August Schulz, Leiter des Fachdienstes Tiefbau und der Wasserbehörde, gegenüber der EJZ mitgeteilt. Jene Arbeiten waren bereits für die Jahre 2011 und 2012 geplant worden, kamen aber wegen hoher Wasserstände der Elbe nicht zustande. »Diesmal sehen die Pegelprognosen positiver aus, sodass wohl richtig was geschafft werden kann», ist Schulz optimis- tisch.

Am 1. Oktober hatte eine gemeinsame Bereisung der Fachleute der Kreisverwaltung, der Verwaltung des Biosphären- reservats sowie der beauftragten Firma stattgefunden. Dabei wurde einvernehmlich festgelegt, in welchen Bereichen genau welche Gehölze zurückgeschnitten werden sollen. In den Jahren 2009 und 2010 hatte die Kreisverwaltung jene Gehölze kartiert, die als besonders schädlich für den Hochwasserabfluss der Elbe gelten. »Die Biosphärenreservatsverwaltung war bei der Bereisung sehr kooperativ», lobt Ernst-August Schulz. So sei auch abgesprochen worden, dass in manchen Bereichen abgestorbene Eichen sowie größere Stämme Totholz aus dem Uferbereich der Elbe entfernt werden. »Auch Bäume wie beispielsweise die amerikanische Esche, die hier gar nicht heimisch ist, werden im Zuge der Rückschnittarbeiten mit Genehmigung der Verwaltung des Biosphärenreservats gefällt und entfernt.»

Beim Großteil der Gehölze handelt es sich aber um Weiden, die vor Ort mit einem Bagger abgeschnitten und anschließend geschreddert werden. Das Schreddergut wird danach aus dem Elbvorland abtransportiert.

Am rechtsseitigen Elbufer im Amt Neuhaus laufen die Rückschnittarbeiten zwischen Wehningen und Privelack bereits seit Anfang September. Darauf hat der Landkreis Lüneburg in einer Pressemitteilung aufmerksam gemacht. Bislang wurde dort jener Bewuchs, der bei Hochwasser für die Deiche eine Gefahr darstellt, auf einer Strecke von 15 Kilometern vereinbarungsgemäß gezielt entfernt.

Bei der jüngsten Bereisung mit Verantwortlichen des Landkreises Lüneburg waren auch Vertreter des Vereins zum Schutz der Kulturlandschaft und des Eigentums (VSKE) bei Herrenhof (gegenüber Hitzacker) zu- gegen, um sich über den aktuellen Stand der Rückschnittmaßnahmen zu informieren. Dort hat die Firma Zeyn den Auftrag zum Gehölzrückschnitt erhalten.

»Dieses Jahr sind wir schneller als in den Vorjahren», bewertete Klaus-Jürgen Steinhoff, Dezernatsleiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, die Arbeiten. Nach dem Hochwasser im Juni hatte die Biosphärenreservatsverwaltung die Erlaubnis erteilt, dass in diesem Jahr schon im August mit dem Rückschnitt begonnen werden darf und nicht erst im Oktober, wie es das Gesetz vorsieht. Allein in der Gemeinde Amt Neuhaus und der Stadt Bleckede soll auf der rechten Elbseite insgesamt eine Strecke von 45 Kilometern be-arbeitet werden.

Vor Beginn der Arbeiten hatten sich auch dort die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen und der Firma Zeyn auf eine Gehölzbeseitigung in einem naturverträglichen Rahmen geeinigt, erklärte Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Nach wie vor dürfen besondere Lebensräume, die nach EU-Recht unter Schutz stehen, nicht bearbeitet werden. Dafür muss ein Ausnahmeantrag bei der EU gestellt werden. Bereiche mit Biberbauten sind dauerhaft tabu und müssen erhalten bleiben.

Nach den Hochwassern der vergangenen Jahre sind die Maßnahmen gegen die Verbuschung an den Deichen noch wichtiger geworden, sind sich die Experten einig. Denn in dem Gehölz kann sich bei Hochwasser Treibgut sammeln und so den Wasserabfluss erheblich behindern. Im Landkreis Lüneburg koordiniert der VSKE die Abstimmung zwischen den Flächeneigen- tümern und der Firma Zeyn. Der Baumschnitt soll anschließend energetisch verwendet werden. »Das Schulzentrum Bleckede wird zum Beispiel mit den Holzhackschnitzeln aus den Rückschnittsarbeiten beheizt», erklärt Steinhoff. »Das anfallende Schnittmaterial ist mittlerweile ein echtes Wirtschaftsgut geworden.»

Quelle: ejz.de

30 000 Euro als Fluthilfe für Vietze

Veröffentlicht: Oktober 12, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen, Landkreis Lüchow-Dannenberg

Cuxhavener Zeitungen sammelten für Hochwassergeschädigte

Der Spendensegen für die vom Hochwasser Geschädigten in Vietze reißt nicht ab. Am Freitag übergaben der Landrat des Landkreises Cuxhaven, Vertreter des dortigen Lions-Clubs sowie der Niederelbe-Zeitung einen symbolischen Spendenscheck in Höhe von 30000 Euro.

Bereits über die im Raum Gartow eingesetzten Kreis-Feuerwehrbereitschaften hatten die Cuxhavener von den massiven Schäden in dem Elbeort erfahren. Die Tatsache, dass die Ehefrau des Landrats von Cuxhaven, Gerlinde Schulz-Bielefeld, ihr Abitur in Lüchow gemacht hatte und immer noch Beziehungen ins Wendland pflegt, sorgte mit dafür, dass schnell geklärt war, wohin die Spenden der Cuxhavener gehen sollten.

An der Nordsee gelegen, wissen die Menschen in Cuxhavener Umland sehr wohl, was es heißt, von einer Flut getroffen zu werden. »Wir mussten schon so manche Sturmflut überstehen», sagte Landrat Kai-Uwe Bielefeld in Vietze. »Da war den Menschen schnell klar, was es heißt, von einem Hochwasser überrollt zu werden.»

Die Spendenaktion der Niederelbe-Zeitung in Zusammenarbeit mit den Cuxhavener Nachrichten brachte rund 30000 Euro ein – 1500 Euro davon hatte der Lions-Club Cuxhaven Leuchtfeuer beigetragen, dessen Past-Präsidentin Gerlinde Schulz-Bielefeld ist. Die Stadt Otterndorf gab dann ein Übriges, um die 30000 Euro-Summe rund zu machen.

Höhbecks Bürgermeister Hans-Joachim Schenk freute sich sehr über die großzügige Spende der norddeutschen Nachbarn. Bei aller Dankbarkeit kam allerdings bei ihm etwas Frust über die verzögerte Abwicklung der zugesagten Landesgelder auf. »Die Spenden sind die ersten und bisher einzigen Gelder, die bei uns ankommen», hob Schenk bei der kleinen Dankesfeier im Dörfergemeinschaftshaus hervor. »Ich verstehe nicht, warum es so lange dauert, bis die von Land und Bund zugesagten Hilfsgelder ausgezahlt werden.» Für die Betroffenen sind die großzügigen Spenden deshalb enorm wichtig, um ihre Häuser vor dem Winter noch bewohnbar machen zu können.

»Es ist schön zu erleben, dass man nicht allein auf der Welt ist, dass uns so viel Hilfsbereitschaft zuteil wird», bedankte sich Schenk bei den Spenderinnen und Spendern – ein Dank, der von seinen Ratskolleginnen aus vollem Herzen bestätigt wurde.

Die großzügige Spende wird nun das Spendenkonto »Vietze» bei der Samtgemeinde Gartow noch einmal üppig bereichern. Verteilt wird es nach »Gerechtigkeitsprinzipien» an betroffene Flutopfer und soll darüber hinaus die Finanzierung der Planung eines Hochwasserschutzes für Vietze erleichtern, erläuterte Bürgermeister Schenk.

Quelle: ejz.de