Krüner müssen keinen Cent bezahlen

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Krün – Das Juni-Hochwasser hat ganze Arbeit geleistet: Um den Kranzbach zu bändigen, werden ersten Schätzungen zufolge rund 850000 Euro fällig. Kosten, die Krün nicht treffen.

Hochwasserschutz ist wichtig – aber auch teuer. So musste Krün vor bald zehn Jahren 175 000 Euro für notwendige Sicherungsmaßnahmen am Kranzbach hinblättern. Bei einem Investitionsbudget von damals 726 000 Euro ein ordentlicher Batzen.

Nun muss erneut nachgebessert werden. Schätzungen zufolge schlägt die geplante Verbauung mit rund 850 000 Euro zu Buche. Doch diesmal treibt es dem Bürgermeister und den Krüner Gemeinderäten keine Sorgenfalten auf die Stirn. Warum auch? Das gesamte Projekt wird im Rahmen der Hochwasser-Hilfe komplett – und nicht wie ursprünglich vorgesehen mit 80 Prozent – von Bund und Land finanziert. Mit anderen Worten: Kein Cent muss diesmal aus dem Krüner Gemeindesäckel bezahlt werden. Kein Wunder, dass das Votum einstimmig ausfiel.

„Das Geld liegt bereit“, informierte Rathauschef Thomas Schwarzenberger (CSU). Und zwar bei der Regierung von Oberbayern. „Daher ist auch keine lange Vorfinanzierung nötig.“ Was im Falle Klais sehr wichtig ist. Denn dort ist rasches Handeln gefragt. So fraß sich während des Juni-Hochwassers der Kranzbach an einigen neuralgischen Stellen bis zu 40 Zentimeter in den Erdboden. Besonders prekär: Nahe einiger Klaiser Anwesen haben die Wassermassen die vorhandene Uferverbauung völlig unterspült. „Da liegt der Großteil der Flussbausteine in der Luft“, beschreibt Schwarzenberger die Situation. Nicht auszudenken, wenn der Hochwasserschutz dort vor einem Jahr nicht modifiziert worden wäre. Dann hätte die Flut erst recht leichtes Spiel gehabt und womöglich an einem angrenzenden Haus die Terrasse weggerissen. Doch allein diese komplizierte Sanierung – die Steine müssen erst raus, die Uferböschung gesichert und die Steine dann wieder eingebaut werden -, verschlingt wahrscheinlich 200 000 Euro. Die Maßnahme genießt oberste Priorität und soll noch heuer in Angriff genommen werden.

Sorgen bereitet aber auch die sogenannte Flutmulde – eine ungefähr zwei Kilometer lange Rinne zwischen Krün und Wallgau. Bei einer Flut befördert sie überschüssiges Kranzbachwasser ins Finzbett. Zwei Brücken, die für die Landwirte dort von Bedeutung sind, haben die Wassermassen im Juni den Rest gegeben. Sowohl der Übergang bei der Schutzmantel-Madonna als auch der bei Wallgau müssen abgerissen und neu gebaut werden.

Damit im Katastrophenfall noch mehr Wasser durch die Flutmulde laufen kann, soll bei den neuen Brücken der Mittelpfeiler entfernt werden. Daher muss die freitragende, fünf Meter breite und bis zu elf Meter lange Variante samt Geländer weitaus dicker ausfallen – statt 30 bis zu 70 Zentimeter. Eine Brücke könnte dann bis zu 240 000 Euro kosten. „Da müssen wir wirklich froh sein, dass es hier eine Förderung gibt“, betont Schwarzenberger.

Quelle: merkur-online.de

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