Hochwasser: Wo die Steinlach überläuft

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

OFTERDINGEN. Meist fließt die Steinlach ganz friedlich dahin. Doch bei starken Regenfällen verwandelt sie sich in einen reißenden Bach und droht, über die Ufer zu treten. An der Hochwasser-Gefahrenkarte ist jetzt abzulesen, wo das Risiko am höchsten ist – und Schutzmaßnahmen angebracht wären.

»An manchen Stellen sind’s nur 20 Zentimeter. Da kriegt man nasse Füße. Andere stehen einen Meter tief unter Wasser«, sagt Peter Mittag. Dort sind geflutete Keller und Gebäudeschäden zu erwarten. Der Sachgebietsleiter im Landratsamt hat am Dienstag den Gemeinderäten die Ergebnisse der Berechnungen für Steinlach und Wedenbach präsentiert.

Zwar sind’s nur wenige Bereiche, die laut statistischer Wahrscheinlichkeit einmal in hundert Jahren überspült werden, doch sie liegen mitten im Ort. Und das hat Konsequenzen. Landrats-Stellvertreter Hans-Erich Messner betont: »Dort dürfen keine neuen Bauvorhaben und keine Erweiterungen genehmigt werden.«

Theoretisch wären Ausnahmen denkbar. Doch Messner geht davon aus, dass fast kein Bauherr direkt auf demselben Gelände einen Ausgleich schaffen kann. Die Schutzvorschriften sind streng. Und: »Es gibt keine Bagatellgrenzen.« Die Gemeinde könne allerdings eventuell über Flächen im Ort verfügen, wenn sie außerhalb einen Ausgleich schaffe.

Auflagen für Betriebe

Jürgen Adam (FWV) vermutet, dass etliche Anwohner im Ortskern unangenehm überrascht sein dürften. »Da hat’s einige Baulücken.« Mancher habe gedacht, er könne irgendwann seine Scheune abreißen und ein Zwei-Familien-Haus hinstellen. Daraus wird in manchen Fällen nun nichts mehr werden.

Bürgermeister Joseph Reichert merkte an: Auch die Freifläche an der Insel, welche die Ofterdinger – vor seiner Zeit – als Standort für das Rathaus ausersehen hatten, ist nun tabu. Im Übrigen hat die Gemeinde bereits feststellen müssen, dass die Bestimmungen strenger geworden sind. Der Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet Rohr musste korrigiert werden, weil ein Zipfel, der gar nicht bebaut werden sollte, in die Hochwasser-Zone ragte (wir berichteten).

Zita Pflüger (SPD) schwant, dass auch die Versicherungen Konsequenzen ziehen und für gefährdete Gebiete die Prämien erhöhen werden. Ruth Blaum (SPD) lobte, es sei immerhin gut, »dass die Leute wissen, woran sie sind, und sich schützen können.« Harald Schwertle (FWV) vergewisserte sich, dass gefährdeten Betrieben entsprechende Auflagen erteilt werden. Udo Dietter (FWV) regte an: »Es ist dringend nötig, die Steinlach zu säubern«.

Nachbargemeinden kontaktieren

Der Bürgermeister betonte, man werde sich in einer Arbeitsgruppe mit den vorliegenden Daten befassen und dann Maßnahmen empfehlen. Mit den Fachleuten vom Amt will man rasch einen Termin für eine Gewässerschau vereinbaren – und zudem mit den anderen Steinlachgemeinden in Kontakt treten, um sich abzustimmen.

Quelle: gea.de

 

 

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