Archiv für Oktober 10, 2013

Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Zentrale der Deutschen Fluthilfe

Die Hilfsbereitschaft während der Hochwasserkatastrophe 2013 war enorm. Bei nationalen Notlagen, so zeigte sich, sind die Menschen bereit, füreinander einzustehen. Im Bevölkerungsschutz ist spontane Hilfe wichtig, aber nicht ausreichend. Eine gute Ausbildung und viel Übung sind notwendig, um schwere Krisen zu überstehen.

Viele Menschen haben erkannt, wie wichtig ein Engagement im THW ist. Dies schlägt sich in stei-genden Helferzahlen seit Beginn des Fluthilfeeinsatzes nieder. Im Frühling dieses Jahres verfügte das THW über 38.082 aktive Einsatzkräfte. Zum Herbst sind 38.818 Aktive im THW ehrenamtlich engagiert. Auch bei der THW-Jugend kamen rund 300 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren in den vergangenen sechs Monaten neu hinzu. Dies ist ein Gegentrend zu den sinkenden Helferzahlen der vergangenen Jahre, die mit dem Wegfall der Wehrpflicht im Jahr 2011 einhergingen.

„Ich freue mich sehr über den Zuspruch aus der Bevölkerung. Die wachsenden Helferzahlen sind ein Anzeichen für die große Hilfsbereitschaft in unserem Land. Sie sind außerdem ein positives Zeugnis für die Arbeit des THW“, sagt THW-Präsident Albrecht Broemme. Gleichzeitig mahnt er an, der Bevölkerungsschutz müsse zu jeder Zeit gut aufgestellt sein. Die Bürger dürften in ruhigen Phasen nicht das Interesse am THW verlieren und darauf bauen, dass Hilfe im Fall einer Katastrophe automatisch kommt. „Im letzten Jahr haben unsere Einsatzkräfte über 372.000 Stunden mit Übungen für den Einsatz verbracht. Sie investieren einen großen Teil ihrer Freizeit mit der Vorbereitung auf Einsätze. Das ist notwendig, damit das THW routinierte und angemessene Hilfe leisten kann“, sagt Broemme. Damit appelliert der THW-Präsident an die Menschen in Deutschland, sich ehrenamtlich zu betätigen und, etwa durch ein Engagement im THW, einen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung zu leisten.

Das Technische Hilfswerk (THW) ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Enga-gement der bundesweit rund 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Europäischen Gemeinschaftsverfahrens sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

 

Quelle: thw.de

Fotos, Videos und Erlebnisse vom Hochwasser gesucht

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Thüringen

Bei einer der größten Hochwasser-Katastrophen in der Geschichte der Stadt Gera waren im Juni hunderte ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Ihnen soll am 19. November im Kultur- und Kongresszentrum gedankt werden. Um zu dokumentieren, was während des Hochwassers in und für Gera geleistet wurde, planen die Veranstalter eine große Fotowand aufzubauen, Videos zu zeigen und von Erlebnissen zu berichten, die manch einer sein ganzes Leben nicht mehr vergessen wird. Die Stadt Gera bittet deshalb alle Bürger, bis zum 25. Oktober Foto- oder Videomaterial sowie Berichte in geschriebener Form einzusenden. Möglich ist dies per E-Mail an kroeller.romy@gera.de oder per Post an das Kultur- und Kongreßzentrum Gera, z.H. Thomas Schmidt-Schaller, Schlossstraße 1, 07545 Gera. Weitere Informationen zur Veranstaltung „Wir sagen Danke“ gibt es im Internet unter www.gera.de/wir-sagen-danke.

Quelle: jenatv.de

Radebeul. Die Stadt Radebeul hat von der Sächsischen Staatskanzlei die Bestätigung ihres Wiederaufbauplans nach dem Hochwasser 2013 erhalten. Im Rahmen des Plans wurden insgesamt 33 Einzelmaßnahmen bestätigt, die ein Gesamtvolumen von rund 15,7 Millionen Euro haben. Von diesem Budget entfallen 7,8 Millionen Euro auf die Sächsische Aufbaubank, die übrigen 7,9 Millionen Euro auf das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV).

Die Einzelmaßnahmen verteilen sich mit etwa 9,5 Millionen Euro zum großen Teil auf die Stadt Radebeul. Größ- ter Posten auf dieser Liste ist die Instandsetzung der Oberen Johannis- bergstraße/Kottenleite zwischen Meiß- ner Straße und Ringstraße, für die 3,4 Millionen Euro zu Buche schlagen. 2,2 Millionen Euro werden außerdem für Arbeiten an der Kötzschenbrodaer Straße zwischen Am Gottesacker und Weintraubenstraße benötigt, weitere 1,3 Millionen Euro für den Ersatzneubau der Brücke und der Stützmauer „An der Jägermühle“.

Insgesamt rund fünf Millionen Euro verteilen sich auf Maßnahmen, die die Stadtentwässerung nach der Juni-Flut durchführen muss, etwa bei der Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlage in Radebeul-Naundorf. Der Eigenbetrieb Städtische Bäder- und Freizeitanlagen benötigt 484 000 Euro, um Schäden an der Sporthalle „An der Festwiese 1“ sowie an den Böschungen und Stützmauern des Lößnitzbades zu beseitigen.

Im Wiederaufbauplan ebenfalls bestätigt sind 356 400 Euro für die Dresdner Verkehrsbetriebe, die Arbeiten an der Gleisschleife Radebeul-West durchführen müssen, 143 000 Euro für das Ökumenische Kinderhaus Am Gottesacker, 75 900 Euro für das Familienzentrum Altkötzschenbroda sowie 64 900 Euro für die Stiftung Hoflößnitz, wo Stützmauern beschädigt worden sind.

„Auf der Grundlage des bestätigten Wiederaufbauplans können nunmehr die notwendigen Einzelförderanträge bei den jeweiligen Bewilligungsbehörden gestellt werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Quelle: dnn-online.de

Studenten des Masterstudiengang Photographie unter Leitung von Prof. Rudolf Schäfer an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle präsentieren vom 11. Oktober bis 6. November ihre Arbeiten im Ratshof der Stadt Halle und zeigen unter anderem vom Bilder Jahrhunderthochwasser 2013.

Halle Eine neue Ausstellung im Ratshof widmet sich unter anderem dem vom Juni-Hochwasser 2013. Gezeigt werden Aufnahmen von Studenten des Masterstudiengang Photographie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Bilder werden vom 11. Oktober bis 6. November ausgestellt, teilte die Kunsthochschule mit.

Unter dem Titel „PLAN F“ zeigen die Studenten der Kunsthochschule zwei Mal im Jahr im Ratshof ihre aktuellen Arbeitsergebnisse im Rahmen des Masterstudiengangs Photographie. Im Semesterprojekt „Zeitlabor“ haben sich sieben Studierende mit unterschiedlichen Themen beschäftigt, wie dem Alltag eines Demenzkrankens, der Hypnose, einem deutsch-deutschen Grenzübergang zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung, den Spuren abgerissener Gebäude in der Stadt, Hallenser Schaufenster bei Nacht, verhüllte Baustellen in Leipzig sowie mit der Frage, welche Auswirkungen die Umwelt auf Bildnegative haben kann. Außerdem präsentiert eine chinesische Studentin ein freies Projekt über den Wandel der klassischen Rollenverteilung zwischen Mann und Frau.

Bereits zum zweiten Mal in Folge präsentieren Fotografie-Studenten der Kunsthochschule ihre Semesterarbeiten im Ratshof von Halle. Die erste Ausstellung fand bereits im April statt. Die kommende Präsentation wird am kommenden Freitag um 14 Uhr eröffnet.

Quelle: mz-web.de

Hochwasser: Wo die Steinlach überläuft

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Hochwasserschutz

OFTERDINGEN. Meist fließt die Steinlach ganz friedlich dahin. Doch bei starken Regenfällen verwandelt sie sich in einen reißenden Bach und droht, über die Ufer zu treten. An der Hochwasser-Gefahrenkarte ist jetzt abzulesen, wo das Risiko am höchsten ist – und Schutzmaßnahmen angebracht wären.

»An manchen Stellen sind’s nur 20 Zentimeter. Da kriegt man nasse Füße. Andere stehen einen Meter tief unter Wasser«, sagt Peter Mittag. Dort sind geflutete Keller und Gebäudeschäden zu erwarten. Der Sachgebietsleiter im Landratsamt hat am Dienstag den Gemeinderäten die Ergebnisse der Berechnungen für Steinlach und Wedenbach präsentiert.

Zwar sind’s nur wenige Bereiche, die laut statistischer Wahrscheinlichkeit einmal in hundert Jahren überspült werden, doch sie liegen mitten im Ort. Und das hat Konsequenzen. Landrats-Stellvertreter Hans-Erich Messner betont: »Dort dürfen keine neuen Bauvorhaben und keine Erweiterungen genehmigt werden.«

Theoretisch wären Ausnahmen denkbar. Doch Messner geht davon aus, dass fast kein Bauherr direkt auf demselben Gelände einen Ausgleich schaffen kann. Die Schutzvorschriften sind streng. Und: »Es gibt keine Bagatellgrenzen.« Die Gemeinde könne allerdings eventuell über Flächen im Ort verfügen, wenn sie außerhalb einen Ausgleich schaffe.

Auflagen für Betriebe

Jürgen Adam (FWV) vermutet, dass etliche Anwohner im Ortskern unangenehm überrascht sein dürften. »Da hat’s einige Baulücken.« Mancher habe gedacht, er könne irgendwann seine Scheune abreißen und ein Zwei-Familien-Haus hinstellen. Daraus wird in manchen Fällen nun nichts mehr werden.

Bürgermeister Joseph Reichert merkte an: Auch die Freifläche an der Insel, welche die Ofterdinger – vor seiner Zeit – als Standort für das Rathaus ausersehen hatten, ist nun tabu. Im Übrigen hat die Gemeinde bereits feststellen müssen, dass die Bestimmungen strenger geworden sind. Der Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet Rohr musste korrigiert werden, weil ein Zipfel, der gar nicht bebaut werden sollte, in die Hochwasser-Zone ragte (wir berichteten).

Zita Pflüger (SPD) schwant, dass auch die Versicherungen Konsequenzen ziehen und für gefährdete Gebiete die Prämien erhöhen werden. Ruth Blaum (SPD) lobte, es sei immerhin gut, »dass die Leute wissen, woran sie sind, und sich schützen können.« Harald Schwertle (FWV) vergewisserte sich, dass gefährdeten Betrieben entsprechende Auflagen erteilt werden. Udo Dietter (FWV) regte an: »Es ist dringend nötig, die Steinlach zu säubern«.

Nachbargemeinden kontaktieren

Der Bürgermeister betonte, man werde sich in einer Arbeitsgruppe mit den vorliegenden Daten befassen und dann Maßnahmen empfehlen. Mit den Fachleuten vom Amt will man rasch einen Termin für eine Gewässerschau vereinbaren – und zudem mit den anderen Steinlachgemeinden in Kontakt treten, um sich abzustimmen.

Quelle: gea.de

 

 

Krüner müssen keinen Cent bezahlen

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in Bayern, Hochwasserschutz

Krün – Das Juni-Hochwasser hat ganze Arbeit geleistet: Um den Kranzbach zu bändigen, werden ersten Schätzungen zufolge rund 850000 Euro fällig. Kosten, die Krün nicht treffen.

Hochwasserschutz ist wichtig – aber auch teuer. So musste Krün vor bald zehn Jahren 175 000 Euro für notwendige Sicherungsmaßnahmen am Kranzbach hinblättern. Bei einem Investitionsbudget von damals 726 000 Euro ein ordentlicher Batzen.

Nun muss erneut nachgebessert werden. Schätzungen zufolge schlägt die geplante Verbauung mit rund 850 000 Euro zu Buche. Doch diesmal treibt es dem Bürgermeister und den Krüner Gemeinderäten keine Sorgenfalten auf die Stirn. Warum auch? Das gesamte Projekt wird im Rahmen der Hochwasser-Hilfe komplett – und nicht wie ursprünglich vorgesehen mit 80 Prozent – von Bund und Land finanziert. Mit anderen Worten: Kein Cent muss diesmal aus dem Krüner Gemeindesäckel bezahlt werden. Kein Wunder, dass das Votum einstimmig ausfiel.

„Das Geld liegt bereit“, informierte Rathauschef Thomas Schwarzenberger (CSU). Und zwar bei der Regierung von Oberbayern. „Daher ist auch keine lange Vorfinanzierung nötig.“ Was im Falle Klais sehr wichtig ist. Denn dort ist rasches Handeln gefragt. So fraß sich während des Juni-Hochwassers der Kranzbach an einigen neuralgischen Stellen bis zu 40 Zentimeter in den Erdboden. Besonders prekär: Nahe einiger Klaiser Anwesen haben die Wassermassen die vorhandene Uferverbauung völlig unterspült. „Da liegt der Großteil der Flussbausteine in der Luft“, beschreibt Schwarzenberger die Situation. Nicht auszudenken, wenn der Hochwasserschutz dort vor einem Jahr nicht modifiziert worden wäre. Dann hätte die Flut erst recht leichtes Spiel gehabt und womöglich an einem angrenzenden Haus die Terrasse weggerissen. Doch allein diese komplizierte Sanierung – die Steine müssen erst raus, die Uferböschung gesichert und die Steine dann wieder eingebaut werden -, verschlingt wahrscheinlich 200 000 Euro. Die Maßnahme genießt oberste Priorität und soll noch heuer in Angriff genommen werden.

Sorgen bereitet aber auch die sogenannte Flutmulde – eine ungefähr zwei Kilometer lange Rinne zwischen Krün und Wallgau. Bei einer Flut befördert sie überschüssiges Kranzbachwasser ins Finzbett. Zwei Brücken, die für die Landwirte dort von Bedeutung sind, haben die Wassermassen im Juni den Rest gegeben. Sowohl der Übergang bei der Schutzmantel-Madonna als auch der bei Wallgau müssen abgerissen und neu gebaut werden.

Damit im Katastrophenfall noch mehr Wasser durch die Flutmulde laufen kann, soll bei den neuen Brücken der Mittelpfeiler entfernt werden. Daher muss die freitragende, fünf Meter breite und bis zu elf Meter lange Variante samt Geländer weitaus dicker ausfallen – statt 30 bis zu 70 Zentimeter. Eine Brücke könnte dann bis zu 240 000 Euro kosten. „Da müssen wir wirklich froh sein, dass es hier eine Förderung gibt“, betont Schwarzenberger.

Quelle: merkur-online.de

Hilfe für Hochwasser-Geschädigte in Mühringen

Veröffentlicht: Oktober 10, 2013 von fluthelfer in finanzielle Hilfen

Horb – Privatpersonen, deren Eigentum beim Hochwasser im Mai/Juni beschädigt wurde, haben diesen Monat noch die Möglichkeit, Soforthilfe zu beantragen. Geschädigte sollten sich möglichst bald an Monika Fuhl wenden.

Die Stadtverwaltung Horb hat zu Wochenbeginn vom Landratsamt Freudenstadt mitgeteilt bekommen, dass für Privatpersonen, deren Hab und Gut bei der Hochwasserlage im Mai/Juni 2013 in Mühringen beschädigt wurde, Soforthilfemittel des Landes in Höhe von insgesamt 75.000 Euro bereitgestellt wurden.

Die Bewilligung und Abwicklung der Landeshilfe muss bis zum 29. Oktober erfolgt sein und ist an enge Kriterien gebunden, berichtet die Stadtverwaltung. Geschädigte Privatpersonen sollten sich wegen der Soforthilfe sowie der zu erfüllenden Kriterien umgehend direkt an Mühringens Ortsvorsteherin Monika Fuhl wenden.

Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, wird derzeit eine Verwaltungsvorschrift zur Abwicklung der Hilfen aus dem Aufbauhilfefonds für Hochwassergeschädigte erarbeitet. Sobald hierzu genauere Angaben vorliegen, will die Stadtverwaltung gesondert informieren.

Weitere Informationen:

Monika Fuhl, Sprechzeiten: Montag bis Freitag von 18 bis 19 Uhr in der Ortschaftsverwaltung Mühringen, Spielstraße 6, Mühringen, Telefon 0152/08540053, E-Mail: muehringen@horb.de

Quelle: schwarzwaelder-bote.de

20 Vorhaben der Bestätigungskommission im Bauministerium gemeldet

Die Stadt Gera hat heute (8. Oktober 2013) ein erstes Paket mit kommunalen Wiederaufbaumaßnahmen nach der Hochwasserkatastrophe von Anfang Juni geschnürt. Dem Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr wurden nach dem wöchentlichen Jour fixe unter Leitung von Baudezernent Ramon Miller rund 20 Vorhaben gemeldet. Darin enthalten sind alle vom Hochwasser betroffenen Schulen und weiterhin Sportstätten und Kultureinrichtungen. Der Anmeldung der Sportstätten liegt eine Prioritätenliste zugrunde, die das Präsidium des Stadtsportbundes erarbeitet hat. Über den Maßnahmenplan der Stadt Gera entscheidet die Programmbestätigungskommission des Ministeriums. Bis spätestens 30. Juni 2015 können Bewilligungsanträge zum Wiederaufbau durch die Kommunen gestellt werden. Einzelobjekte wie die Panndorfhalle und das Hofwiesenbad sind bereits beauftragt.

Durch Umsetzung von Personal wurden Verwaltungsbereiche, die mit den Wiederaufbau-Programmen befasst sind, verstärkt. Die Begleitung der städtischen Unternehmen erfolgt durch das Referat Wirtschaftsförderung. „Ich kann den Wunsch vieler Betroffener, beispielsweise der Sportvereine, verstehen, dass der Wiederaufbau schneller vorangehen müsste. Gegenwärtig prüfen wir, wie durch Dritte Maßnahmen vorfinanziert werden können, ohne dass sich das nachteilig für uns bei den Wiederaufbauhilfen des Landes auswirkt. Ebenso prüfen wir, wie über die Wiederaufbaurichtlinien Übergangslösungen, beispielsweise für Sportstätten, finanziert werden können. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem Wiederaufbau nach dem Hochwasser bereits bedeutend weiter hätten sein können, wenn die Finanzlage unserer Stadt nicht so dramatisch angespannt wäre“, erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. Vor dem Haushalt- und Finanzausschuss verwies sie am Montagabend (7. 10. 2013) darauf, dass die Stadt Gera als erste Gebietskörperschaft nach dem Hochwasser die Soforthilfe für die Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt hatte. „Wir hatten buchstäblich über Nacht die Infrastruktur aufgebaut, um die Auszahlungen vornehmen zu können. Das war nur dank der engen Zusammenarbeit mit dem Freistaat möglich, der uns sehr schnell die zusätzlichen Gelder bereitgestellt hat“, erinnerte Frau Dr. Hahn.

Gegenwärtig sind im Zusammenhang mit der Soforthilfe noch sechs Mitarbeiter dezernatsübergreifend mit Abrechnungsaufgaben und der Klärung von Rechtsfragen beschäftigt. Insgesamt erhielten 2562 Familien bzw. Haushalte die Soforthilfe. 71 Anträge wurden abgelehnt, in zehn Fällen gab es Widersprüche. Es laufen acht Strafanträge wegen mutmaßlich widerrechtlich empfangener Soforthilfen, davon befinden sich drei in der Klärung. Insgesamt wurden über 1,865 Millionen Euro Soforthilfen an Privatpersonen ausgezahlt, das sind durchschnittlich 800 Euro je Haushalt. Insgesamt sind 21 Fälle bekannt, in denen Bürger zu Unrecht Soforthilfen empfangen haben – in der Summe handelt es sich um ca. 17.000 Euro.
Die Summe der Rückforderungen an 57 Antragsteller, weil beispielsweise die Versicherung gezahlt hat, beläuft sich auf 40.150 Euro, davon sind 3670 Euro noch offen.

Das Referat Wirtschaftsförderung reichte 956.000 Euro Soforthilfe des Freistaates an Kleinunternehmen durch. Hier lagen 478 Anträge vor. Bisher gibt es sechs Anträge auf Aufbauhilfe des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Unsere Wirtschaftsförderung betreute zusätzlich etwa 80 Immobilieneigentümer, die keinerlei Soforthilfe erhielten, aber dennoch immense Probleme hatten, bis zum Erscheinen der Aufbauhilfe im August.

Veröffentlichung: 09.10.2013

Quelle: gera.de

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld wurde Anfang Juni vom Hochwasser der nahen Saale heimgesucht. Foto: Candy Welz

Jena. Der Bau einer Multifunktionsarena im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld rückt in weite Ferne. Die Obere Wasserbehörde meldet Bedenken gegen das Projekt an: Muss der Jenaer Fußball eine neue Heimstätte suchen?

Hintergrund ist, dass sich das Abbe-Sportfeld direkt neben der Saale und damit in deren Überschwemmungsgebiet befindet. Die entsprechenden Richtlinien will die Behörde nach dem jüngsten Hochwasser strikt auslegen, sodass es problematisch wird, das Baurecht für ein solches Projekt zu erlangen. Die Obere Wasserbehörde ist beim Landesverwaltungsamt angesiedelt, das den Bebauungsplan genehmigen muss.

Neubau in Lobeda ist im Gespräch

Dem Sprecher des Landesverwaltungsamtes, Adalbert Alexy, zufolge, gab es ein Treffen mit der Stadt Jena, um die Situation zu erörtern. Demnach bedarf eine Sanierung im Bestand keines Bebauungsplanes und wäre möglich. Für die Multifunktionsarena ist hingegen ein Bebauungsplan notwendig. „Die Stadt soll uns den Nachweis liefern, dass es im gesamten Stadtgebiet keine alternative Fläche für eine solche Arena gibt“, sagt Alexy.

Diese neue Ausgangsbasis soll nach Informationen unserer Zeitung bereits in die Varianten eingeflossen sein, die der Eigenbetrieb Kommunalen Immobilien Jena am Donnerstag dem Stadtentwicklungsausschuss, dem Sozialausschuss und dem Werkausschuss bei einer gemeinsamen Sitzung vorlegen will.

Im Gespräch soll unter anderem ein Standort in Lobeda sein, nicht weit entfernt von der Autobahnanschlussstelle. Dort könnte ein reines Fußballstadion mit Tagungsräumen entstehen, während im bisherigen Stadion nur die Leichtathletik verbleibt. Die Kosten sollen aber über 20 Millionen Euro liegen. Ob das Wirtschaftsministerium eine Arena am neuen Standort ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe fördert, ist offen.

Für den Hauptnutzer FC Carl Zeiss Jena ist eine moderne Spielstätte wichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Sanierung des Abbe-Sportfeldes im Bestand bringt wenig, weil die Deutsche Fußball-Liga für die 2. Bundesliga mindestens 15.000 Plätze fordert. Aktuell hat das Jenaer Stadion nur 11.000 Plätze. Ob ein dezenter Ausbau mit dem Hochwasserschutz vereinbar ist, hänge von Einzelfall ab, sagt Alexy.

Fakt ist aber, dass ein hochwassergerechter Umbau zum reinen Fußballstadion die Kosten explodieren lässt, so dass auch ein solches Projekt am traditionellen Standort unwahrscheinlich wird.

Quelle: thueringer-allgemeine.de